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Archiv für 2007

Auf ein Neues

Das war´s liebe Leserinnen und Leser für das Jahr 2007. Aber es gibt keinen Grund zur Sorge, auch in 2008 wird es in der Touristik genug zum Nachforschen geben.
Hier ein kleiner Ausblick:

Wird es quer durch die TUI-Aktionäre einen neuen Eisernen Vorhang geben? Oder wird es bei TUI noch mehr internationale Großaktionäre geben und wird sie Ihren Firmensitz an den Hudson River (UN-Hauptgebäude) verlegen müssen?

Thomas Cook hat in letzter Zeit eigene Aktien aufgekauft. Gleichzeitig wurde eine neue Akquisition in der Touristik angekündigt. Holt Thomas Cook zum großen Coup aus und kauft sich selbst?

Werden in 2008 aus Kümmerer auch Verkäufer?

Wird Ryanair in 2008 freundlich?

Outen in 2008 Mehdorn und Schell ihre bislang heimliche Liebe?

Kann Berlins Regierender Wowereit die Seite wechseln und Tempelhof zu dem machen was es bereits ist? Einen unverzichtbaren Flughafen!

Die neue fvw-Statistik berichtet, dass im vergangenen Jahr die kleinen Veranstalter zu Lasten der großen Veranstalter gewachsen seien. Wird damit ein alter Joke in 2008 zur Realität?
Frage: Wie kommt man in der Touristik am sichersten zu einem kleinen Vermögen? Antwort: In dem man vorher ein großes Vermögen hatte!

Und vieles, vieles mehr.

Zuletzt noch eine typisch BBB-schwierigere Frage um die Ecke gedacht: Will die Deutsche Bank in Berlin einen Jurassic Parc bauen? (Zur Lösung müsste man eine Mitteilung der Deutschen Bank und eine Pressemitteilung des NABU jeweils vom 28.12. zusammenbringen!!). Na, zwischen zwei Silvester-Punsch müsste das doch gelingen.

Zum Abschluss noch eine persönliche Bemerkung:
Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser für Ihre Treue im vergangenen Jahr. Stolze 15% plus bei den Abozahlen für den Newsletter auf jetzt 2.325 und ebenfalls mehr als 15% plus bei den Besuchern von karl-born.de bedeuten die Rekordzahl von mehr als insgesamt 230.000 Visitors (nicht Klicks!) in 2007 für die Bissigen Bemerkungen. Das ist neue Motivation auch nach 335 Ausgaben (d.h. bisher an 335 Sonntagabende hintereinander malochen) im nächsten Jahr wieder Gas zu geben und möglichst noch bissiger zu werden.
Vielen Dank auch an dieser Stelle für die vielen Rückmeldungen aus dem Leserkreis, wie beispielsweise zuletzt auf die BBBs vom 17.12., „Weihnachtlicher Wunschzettel der Reisebranche“.

In diesem Sinne, auf ein Neues und Ihnen allen ein glückliches und sehr erfolgreiches Jahr 2008. Möge wenigstens einer unserer Träume in Erfüllung gehen.

Ihr
Karl Born

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Frohe Weihnachten

Ho, ho, ho, liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen, keine Angst, heute wird nicht „gebissen“.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2008

Ihr

Karl Born

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Weihnachtlicher Wunschzettel der Reisebranche

Wieder einmal ist den Bissigen Bemerkungen ein investigativer Coup gelungen. Sie konnten Einblick in die weihnachtlichen Wunschzettel der Reisebranche nehmen.
Eines kann man schon vorab sagen, die Wünsche sind wesentlich bescheidener geworden als in den Vorjahren. Aus Platzgründen können hier leider nur Auszüge veröffentlicht werden.

TUIfly wünscht sich das Große Controller Handbuch, speziell Band 4 „Wie ermittelt man das richtige Jahresergebnis“. Vorsorglich wünschen sie sich für das kommende Jahr auch noch „deutsche Flügel“.

Dr. Frenzel wünscht sich bescheidener Weise nur die „Forbes Liste der Milliardäre“. Einen möchte er sich noch daraus aussuchen, dann hätte er ein ruhiges Jahr vor sich. Er war der übrigens der einzige, der in seinem Wunschzettel auch andere bedacht hat. Für Wysser-Pratte wünschte er beispielsweise eines der ersten verfügbaren Tickets für einen Mondflug (allerdings one way).

TUI Deutschland hat seinen Wunschzettel in Deutsch und in Englisch geschrieben, damit ihn nicht nur das Christkind, sondern auch Peter Long lesen kann.

Der Wunschzettel von TUI Cruises sah übrigens etwas abgegriffen aus. Kein Wunder, seit Jahren wird immer der gleiche Wunschzettel vorgelegt „bitte ein konkurrenzfähiges Kreuzfahrtschiff“.

Der Thomas Cook-Vertrieb hat sich „mehr Liebe von den Reisebüros“ gewünscht. Interessanterweise haben sich die Reisebüros auch „mehr Liebe von Thomas Cook“ gewünscht. Ein (erfolgreiches) Reisebüro in Iserlohn und noch einige andere haben sich sogar beim Nikolaus die Rute für Geske und Loidl gewünscht. Das überrascht nicht. Wenn Holiday Land schon auf dem Nockherberg seine Tagung abhält, dann wissen sie ja, dass „Zerblecken“ angesagt ist.

Alltours hat sich gewünscht, dass der Andrang von Führungskräften anderer Veranstalter nachlässt, so viele freie Führungspositionen hätte man schließlich nicht mehr.

Ähnlich bescheiden ist auch der Wunsch von Lufthansa- Chef Wolfgang Mayrhuber. Er leitete seinen Wunschzettel mit den Worten ein, er neide Emirates keinesfalls das viele Geld, das hinter der Airline stehe. Aber so einen schönen Namen wie der des Emirates CEO, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, das wäre die Erfüllung. So eine kleine Namensänderung in „Scheich Ahmed Wolf bin Mayr Al-Huberoum“ könnte als Geschenk schon drin sein.

Etwas unverständlich wirkt auf den ersten Blick der Wunsch von Germanwings-Chef Thomas Winkelmann. Er schrieb etwas kryptisch, er möge Ende 2008 gerne sagen können „I can fly“.
Aber Vorsicht, für einige in der Branche ging dieser Wunsch schon in diesem Jahr in Erfüllung. Leider im wahrsten Sinne des Wortes.

Ungewohnt bescheiden zeigte sich Air Berlin im Wunschzettel. Sie wünsche sich nur den Namen des Auftraggebers für den (mindestens) 14% Anteil der Deutschen Bank. Von Hand war noch darunter gekritzelt „ein schnelleres Kartellamt würde auch nicht schaden“.

Einen ganz ausgefallenen Wunsch hat QTA-Chef Bösl. Er wünsche sich kein Geschenk, sondern ein „Nicht-Geschenk“. Auf keinen Fall dürfe einer seiner Kooperations-Mitglieder das Video des Films „Ratatouille“ geschenkt bekommen. Der Slogan des Films „Jeder kann kochen“, wäre schließlich absolut ungeeignet für eine Kooperation.

Erstmals wurde auch ein Gemeinschafts-Wunschzettel abgegeben und zwar von der „Kooperation der Spezialisten“.
Hierin schrieb Olimar: „Hilfe, wir haben einen Zahn verloren, wir brauchen dringend Ersatz. Aber bitte kein Implantat“.
Ameropa schrieb: „Liebes Christkind verschone uns von weiteren Bahnstreiks. Gegen einen kleinen Fluglotsen-Streik hätten wir allerdings keine Einwände“.
Studiosus bat dringend um Intervention in das deutsche Bildungswesen. „Wenn es mit PISA und IGLU weiter bergab geht, dann geht uns das Klientel für Studienreisen aus“. Darunter war noch gekritzelt: „Gebeco sieht das übrigens genauso“.
Öger-Tours wünschte sich nur: „Einmal bitte ein Türkei-Jahr ohne politische Probleme“. Aber, so ist es leider. Die am einfachsten aussehenden Wünsche sind am schwierigsten zu erfüllen.

Als einziger in der Reisebranche hat übrigens Bahnchef Mehdorn keinen Wunschzettel abgegeben. Auf Rückfrage der BBBs erklärte er: „Er wisse, dass Tausende von Bahnkunden und vor allem GDL-Boss Schell ihm „etwas“ wünschen, da müsse er keinen eigenen Wunschzettel mehr schreiben“. Dass diese Wünsche alle nicht in Erfüllung gingen, würde ihm schon genügen.

Für alle in der Branche, die hier namentlich nicht genannt wurden gilt: Die BBBs wissen natürlich, was Sie sich gewünscht haben. Aber zu Ihren Gunsten wurden diese Wünsche hier nicht zitiert. Aber wenn Sie darauf bestehen, holen wir das gerne in der nächsten Ausgabe nach.

Ein Branchenfremder hat übrigens direkt beim Branchen-Weihnachtsmann angerufen. Marcel Reich-Ranicki schimpfte in seinem unvergleichlichen Tonfall: „Ich habe gehört REWE wünscht sich Schiller, womöglich wünscht sich demnächst die TUI dann Goethe. Seid Ihr verrückt geworden. Wenn schon, dann kommen nur die Gebrüder Grimm, Hans Christian Andersen oder andere Märchenerzähler für diese Branche infrage“.
Recht hat er!

Na dann, eine fröhliche Bescherung!

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Geisterflugzeuge die zu spät kommen und viele verlorene Koffer.

Klingt wie ein bisschen viel auf einmal: Stimmt.
Klingt wie British Airways: Stimmt auch.

Sich einen schön durchgehend schlechten Ruf zu erarbeiten ist auch eine Leistung, insbesondere wenn man im Jahre 2006 im Skytrax Qualitätsranking der Fluggesellschaften noch auf Platz 1 stand. Aber British Airways schafft das.
Kein Grund zum Traurigsein, wenn man im Qualitätsranking nicht mehr erster ist. Man kann ja auf noch vielen anderen Gebieten Europas Bester sein.

Zum Beispiel bei Gepäckverlusten. Angesichts mehr als 35 Mio. Fluggästen bedeuten 3% Kofferverluste (damit ist man Spitze) rund 3.000 Koffer, die jeden Tag bei BA verschwinden.
Gleichzeitig war im 3. Quartal dieses Jahres British Airways auch Europameister bei den Flugverspätungen.
Demzufolge heißt die gute Nachricht, bei BA gehen die Koffer „später“ verloren als bei anderen Airlines.

In der Flugplanung scheinen die Qualitäten der britischen Fluggesellschaft mit denen der britischen Fußballer vergleichbar zu sein: Bei beidem nicht geeignet mit Europas Besten mitzuhalten. Im November soll angeblich täglich mindestens ein Flugzeug leer gen USA geflogen sein. Ok, Piloten waren schon an Bord. Aber mit der Koordination von Flugzeugen und Kabinenpersonal gab es regelmäßig Schwierigkeiten. Um es nochmals zu verdeutlichen: Einmal täglich leer nach USA fliegen um dort wartende Passagiere und Kabinencrew an Bord gen London mitzunehmen; unser Klima lässt schön grüßen.
Und wiederum eine gute Nachricht: Immerhin gingen auf dem Hinflug keine Koffer verloren, das hat wenigstens den statistischen Schnitt verbessert.

Ach ja und ein weiteres Ranking führt die britische Fluggesellschaft auch an. Dieses Jahr wurde die höchste je von der britischen Wettbewerbsbehörde verhängte Strafe British Airways zugestellt: Insgesamt 270 Mio. Pfund für illegale Absprachen mit Virgin Atlantic bezüglich Kerosinzuschläge.
Aber wenigstens die Buchhalter der BA sind klasse. Die hatten vorsorglich für dieses Delikt schon mal 350 Mio. Pfund zurückgestellt. Da bleibt sogar ein nicht geringer Buchgewinn übrig. Daraus kann man locker die Entschädigung für die verlorenen Koffer bezahlen.
So hat alles wiederum sein Gutes bei den Inselfliegern.

Und für echte Streber unter den Airline-Beschäftigten ist British Airways ein begehrter Arbeitgeber! Wieso? Logisch, wo kann man sich sonst noch an einem so hohen Verbesserungspotenzial abarbeiten.

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Trauminseln (nach Expertenmeinung)

Im Auftrag des Magazins „National Geographic Traveller“ hat eine 522köpfige (!!) Jury, zusammengesetzt aus Tourismusforschern, Geografen, Reisefotografen und Journalisten (man beachte die „tödliche“ Mischung) die echten Paradiese dieser Erde ausgesucht.
Was kann da schon für ein Ergebnis am Ende stehen?

Ein großes Halleluja auf die ersten Fünfzehn der paradiesischen Inseln:
Färöer
Azoren
Lofoten
Shetland-Inseln
Chiloé
Isle of Skye
Kangoroo Island
Mackinac island
Island
Molokai
Araninseln
Texel
Dominica
Grenadinen und
Tasmanien

Herzlichen Glückwunsch. Dann kann die Geschichte der Sehnsüchte ja umgeschrieben werden.
Übrigens, wer weiß von mehr als fünf Inseln wo diese liegen?

Entscheidend für die Wahl waren angeblich sechs Kriterien:
ökologische und ökonomische Entwicklung,
soziale und kulturelle Integrität,
der Zustand von historischen und archäologischen Stätten,
der ästhetische Gesamteindruck,
die Qualität des Tourismusmanagements (???) sowie
Aussichten für die Zukunft (???).

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Bemerkung in eigener Sache:
Durch einen Computer-Absturz während des Versands des Newsletters von letzter Woche ist der letzte Absatz (mit der pflichtgemäßen Angabe der Stornierungsmöglichkeit) getrennt versandt worden. Etliche Leser haben diese zusätzliche Email angeklickt und dadurch automatisch den künftigen Empfang des Newsletter storniert. Von einigen Betroffenen haben die BBBs erfahren, dass dies versehentlich geschehen ist. Falls Sie den Newsletter also weiterhin erhalten wollen, bitte neu anmelden oder Info unter post@karl-born.de .
Für diesen Fehler und die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen.

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„Gehaltene Versprechen“, was ist denn das?

Im Zusammenhang mit der Ankündigung von Thomas Cook plc den Gewinn in den kommenden drei Jahren verdoppeln zu wollen, schrieb Hans-Christoph Noack in der FAZ in seinem Kommentar (mindestens) zwei Sätze zum Merken:
1. Es ist gut, ambitionierte Ziele zu haben.
2. Eine Prognose wirkt aber glaubhafter, wenn es eine Historie gehaltener Versprechen gibt.

Da musste bestimmt mancher CEO im Duden nachschlagen was eigentlich „gehaltene Versprechen“ bedeutet.

Da fällt einem doch glatt ein schönes Weihnachtsgeschenk ein, das die jeweiligen Pressesprecher ihren CEOs schenken könnten:
Diese Sätze schön gerahmt für „über den Schreibtisch“.

Das wäre ein „ambitioniertes“ Geschenk und die Pressesprecher hätte es künftig in ihrer Arbeit auch leichter.

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Die Mediengesellschaft

Da streiten Frau Magret Suckale (Personalvorstand Deutsche Bahn), Manfred Schell (Lokführergewerkschaft GDL) und Norbert Hansen (Gewerkschaft Transnet) wochenlang über fehlende Voraussetzungen sich am Verhandlungstisch zu treffen. Und dann sitzen diese „drei Herrschaften“ am Sonntagabend friedlich in Anne Wills ARD-Sonntagsabendshow nebeneinander und man hatte das Gefühl, noch ein paar Minuten länger und ernsthafte Verhandlungen wären in Gang gekommen.
Und mancher Bahnfahrer wird da gedacht haben: „ich glaube ich spinne, was ich da sehe!“.

Ein Erfolg für Anne Will? Oder Ausdruck unserer Mediengesellschaft?
Haben wir den Beginn eines neuen Zeitabschnitts im TV erlebt?
Nach den Partnerproblemen im Mittagsfernsehen bei Vera und Co., den Problemen unserer TV- und Kinopromis in Brisant und Co., den ewiggleichen Diskussionen unserer Politstars in Christiansen und Co., trägt jetzt die Wirtschaft ihre Probleme bei Anne Will öffentlichkeitswirksam aus?
Sitzt demnächst Michael Frenzel seinem Kontrahenten Wyser-Pratte gegenüber? Verkündet Middelhoff einem verblüfften Gesprächspartner, dass er ihn gerade Minuten vorher gekauft hat? Wäre es nicht „toll“ gewesen, wenn REWE-Vorstand Norbert Fiebig Anne Will erklärt hätte, warum Rembert Euling Nachfolger von Kastner wird und Dierk Berlinghoff hätte ihm vor laufender Kamera „die Brocken hingeworfen“?
Oder Willi Verhuven hätte gerade sein zweites „x“ im Frühbucher Super-Exxtra erklärt, während Karlheinz Kögel seine potenzielle Kundschaft aufgefordert hätte gelassen zu bleiben, denn der nächste Last Minute-Sommer käme mit drei „a“ als Super Laaast Minute?

Vielleicht werden künftig auch Vorstandsverlängerungen und vorzeitige Vorstandskündigungen (einschließlich Vertragsbestandteile) vor laufender Kamera diskutiert. Und am Montagmorgen kann man seinen Kollegen begrüßen mit der feststellenden Frage „haste gestern Abend bei Anne Will gesehen, wir haben einen neuen Chef?“.

Herrliche Aussichten, da hat man doch jetzt auch praktisch etwas von seinem sonntagabendlichen Fernsehgenuss.

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Viele Ombudsmänner für die Touristik?

Der Reiseveranstalter FTI beschäftigt ab 2008 einen Ombudsmann, der Streitigkeiten zwischen Reiseveranstalter und seinen Kunden schlichten soll. Eine zweifelsohne gute Idee, zumal viele der sich beschwerenden Kunden nur eine Antwort mit einem Minimum an Sozialkompetenz erwarten.
Ob das Beispiel Schule machen wird, darf allerdings bezweifelt werden.

Dabei hätte dieses Modell sicherlich Potenzial für kreative Weiterentwicklungen.
Beispielsweise:
— einen Ombudsmann für Mitarbeiter bei Vertragsverlängerungen ihrer Vorstände,
— einen Ombudsmann für alle Frühbucher, wenn die Last Minute-Angebote auf den Markt kommen,
— einen Ombudsmann für alle Fuggäste, die freiwillig eine CO2-Agabe zahlen und später merken, dass der Gemeinkostenaufwand bei Atmosfair und Co. größer ist als bei jedem Reiseveranstalter,
— einen Ombudsmann für alle die hoffnungsfroh in einen Single-Club fahren und trotzdem Single geblieben sind,
— einen Ombudsmann für alle All inclusive-Kunden die feststellen mussten, dass auch der Ärger inclusive war.

Wenn Sie weitere Anregungen haben wenden Sie sich vertrauensvoll an die Bissigen Bemerkungen, den Ombudsmann für alle Leitende und Leidende in der Touristik.

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Der Flughafen Münster/Osnabrück und seine Tierwelt: Eine unendliche Geschichte

Meldung 1: In der Nähe des Flughafens Münster/Osnabrück ist jetzt auch noch ein Kiebitzpärchen gesehen worden. Das verzögert und verteuert den geplanten Autobahnanschluss, weil dem Pärchen kein Umzug zugemutet werden kann.
Meldung 2: Der Kuckuck, ein unbestrittener Brutschmarotzer, ist zum Vogel des Jahres 2008 gewählt worden.
Ergo: Mit Vögeln gehen wir wesentlich „menschlicher“ um als mit unseren Mitmenschen.

Neben Aviation und Non-Aviation sollte der Flughafen Münster/Osnabrück noch über ein drittes Geschäftsfeld „Zoo der seltenen Tiere“ nachdenken. Nach Bachneunauge, Fledermäuse jetzt auch noch 1 (in Worten ein) Kiebietzpärchen. Wollen wir wetten, dass demnächst auch noch der Feldhamster mal kurz vorbeischaut?

„Wie mussten für das Vogelpaar einen Ersatzlebensraum in höchstens zwei Kilometer Entfernung nachweisen, damit die Tiere, falls sie sich durch den Bau der K1 gestört fühlen, ausweichen können“, klagte der Leiter des zuständigen Kreisstraßenbauamtes (lt. Bericht „Westfälische Rundschau“) und fügte hinzu: „Das sind Maßnahmen, die man schon kritisch hinterfragen kann“.

Dieses „Hinterfragen“ kann er vergessen. Was will man von einer Gesellschaft erwarten, die unbestrittenen Brutschmarotzer, wie den Kuckuck, zum „Vogel des Jahres 2008“ wählt.
Bekanntermaßen legt der Kuckuck seine Eier in fremde Vogelnester. Nach kurzer Brutzeit schlüpft der junge Kuckuck und wirft die restlichen Eier oder Jungen der eigentlichen Bewohner aus dem Nest. Anschließend simuliert er durch schnelle Rufe, das Nest sei noch voller Junge und treibt dadurch seine unfreiwilligen Pflegeeltern zur Höchstleistungen im Füttern an. Toll und ein solches Sozialverhalten wird auch noch ausgezeichnet!

Es scheint ohnehin so, dass die Tierlexika umgeschrieben oder zumindest ergänzt werden müssen. Dort heißt es immer „leben im Feuchtland“ oder „Ackerlandschaft“ oder so ähnlich. Bei Bachneunauge, Fledermäusen, Feldhamster und Kiebitzpärchen sollte man noch hinzufügen: „Leben besonders gerne auch in der Nähe von Flughafenerweiterungen und Neubaugebieten“.

Den vielen Hartz4-Empfängern und Beziehern von ALG II, denen eine solche soziale Fürsorge nicht vergönnt ist, empfehlen die BBBs eine Ich-AG zu gründen mit Geschäftszweck: Aufzucht gefährdeter Tierarten und Vermietung dieser an Interessierte in „baugefährdeten“ Gegenden.
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Zitat aus den BBBs von letzter Woche: Die Suiten im A380 sind zwar abschließbar, aber die Rollos leider nicht blickdicht, was offensichtlich dazu führte, dass „mancher Plan nicht in die Tat umgesetzt wurde“.
Inzwischen stellte Singapore Airlines klar: Luxuriöses Menü – ja, Champagner – ja, geräumige Kabine mit Doppelbett – ja, Sex zum krönenden Abschluss – nein.
Bleibt nur die Frage: Wann bekommt eigentlich Virgin den A380?

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Jungfernflug A 380: An der falschen Stelle gespart?

Mit viel Pressewirbel absolvierte Singapore Airlines seinen Jungfernflug mit dem A380 von Singapur nach Sydney. Der Erfahrungsbericht eines Journalisten deckte jedoch einige Schwächen auf.

Es war wieder einmal ein „historischer“ Flug. Die Tickets für den Jungfernflug waren nicht zu kaufen, sondern nur über das Internet zu ersteigern. 22.000 Gebote wurden abgegeben. Ein Student aus Wien ergatterte mit 560 US-Dollar das billigste Economy-Ticket, ein Brite zahlte mit 100.380 US-Dollar den höchsten Preis für ein First-Class-Ticket. Logischer Weise gab es Champagner bis zum Abwinken, Kaviar in der First und Shrimps für die Economy.

In der First Class „bewohnt“ man eine ca. 2,7 qm große Suite. Diese Suiten sind zwar abschließbar, aber die Rollos leider nicht blickdicht, was offensichtlich dazu führte, dass „mancher Plan nicht in die Tat umgesetzt wurde“.

Vergleichsweise gigantisch ist auch die Toilettengröße in der First Class: 118 x 118 Zentimeter. Aber, so der Bericht des kritischen Journalisten „das Klopapier ist nur einlagig, sehr dünn und alles andere als reißfest“. Da die BBBs immer extrem „vernetzt“ denken, erinnert man sich an die kürzlich in Chicago vorgestellte Umfrage, die ein bedauerliches Defizit hinsichtlich des Händewaschens nach dem Gang zur Toilette aufzeigte und zwar mit steigender Tendenz zu früheren Studien (natürlich insbesondere bei Männern).
Also, beim nächsten Flug mit SQ und dem Super Jumbo, die Sagrotan-Flasche nicht vergessen.
Aber wie schmuggelt man die am Sicherheitspersonal vorbei? Zur Not helfen auch Desinfektionstücher.

Übrigens, drei Stunden vor dem obigen Artikel erschien ebenfalls in Welt online ein Bericht über die Buchungsfreigabe der Billigflieger für den Sommer 2008. Da wird über Flugpreise von 19,99 Euro, 19 Euro und 21.99 Euro berichtet. Das nennt man wohl „Polarisierung der Nachfrage“. Leider gibt es in diesem Bericht keine Angaben über Champagner (kleiner Scherz der Red.) und Qualität des Klopapiers. Diese Infos sollte man zu Beginn der Sommersaison dann bitte schleunigst nachholen.

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