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Archiv für 2010

Unsinnige Superlative

Unsinnige Superlative
T-online Reisen, 22.12.2010

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Sensationelles TUI-Angebot: Weihnachtsreise ins Kampfgebiet

„Mein Frau wollte das schon lange mal erleben, deshalb habe ich sie mitgenommen“, lautete die Begründung unseres Verteidigungsministers zu Guttenberg warum er seine Frau Stephanie auf die Reise nach Afghanistan mitgenommen hat. Außerdem könne man dadurch der kämpfenden Truppe vor Ort Anerkennung und Respekt aussprechen.
Ähnlich sehen es Tausende von weiteren Deutschen. Aber die Bundeswehr, die genug zu tun hat, die Reisen ihres vorgesetzten Ministers, plus Ehefrau, plus Medientross inklusive und besonders mit Johannes B. Kerner zu organisieren, kann diese Antragsflut nicht bewältigen, zumal sie die vielfältigen Reiseanfragen von Bundestagsabgeordneten in das Krisengebiet bisher abgelehnt hat (worüber jene natürlich sehr erbost sind).
Hilfe kommt jetzt von privater Seite. Auf die Schnelle, noch für die Weihnachtszeit, organisiert TUI Reisen für Urlauber, die gerne mal auf den Spuren von Stephanie zu Guttenberg wandeln möchten: Reisen in das Krisengebiet von Afghanistan.

Auf dem Programm stehen neben dem obligatorischen Truppenbesuch (inkl. Gespräche mit Soldaten und Soldatinnen), gemeinsames Mittagessen mit der Truppe (etwas aufgebessert wenn Besuch da ist, entsprechend der Regeln für Ministerbesuch) und Teilnahme an einer der vielen Talkshows (z.B. mit Anne Will oder Maybritt Illner. Die Talkshow mit Kerner ist leider schon abgedreht). Ausflüge nach Kundus und Masar-i-Scharif sind allerdings nur mit Begleitung möglich. Wobei besonders Masar-i-Scharif das Interesse der Touristen finden dürfte. Die Stadt ist der bedeutendster Wallfahrtsort in Afghanistan und gilt als heilige Stadt des Islams. Spätestens seit der letzten Rede unseres Bundespräsidenten wissen wir den Islam als Teil unserer Kultur zu schätzen und deshalb dürfte dieser Programmpunkt besondere Aufmerksamkeit finden.

Auf die Schnelle konnten keine eigenen Reiseführer mehr gedruckt werden, auf entsprechende Bildbände bei Amazon (z.B. „Deutsche Soldaten im Krieg: die Bundeswehr in Afghanistan„) wird verwiesen.
Diese Reisen unterliegen einer gewissen vorherigen Geheimhaltung und werden deshalb extrem kurzfristig zugeteilt. Eine sofortige Reisefähigkeit der gebuchten Gäste wird deshalb vorausgesetzt.
Ablichtungen nach diesen Reisen in den einschlägigen bunten Blättern (wie bei Politikern üblich), kann nicht für jeden einzelnen Reisenden garantiert werden.
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Weil auch der Autor sich für diese Reise angemeldet hat, fallen nächsten Montag (27.12.) ausnahmsweise die Bissigen Bemerkungen aus. Die nächsten BBBs gibt es wieder im Neuen Jahr am 3.1.2011.
–> siehe diese BBBs auch auf youtube
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) steht Berlin, die Stadt Deutschlands im Vordergrund, die touristisch am meisten boomt. 20 Mio. Übernachtungen in 2010 sind absoluter Rekord. Außerdem kann jemand zwar „Bahn“ heißen, aber trotzdem über „Kreuzfahrten“ schreiben. Gemeint ist der neueste Kreuzfahrtführer von Uwe Bahn.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es diesmal nur um Krisen. Die wahren Schuldigen werden genannt und die tapferen Vorort-Mitarbeiter, die das alles ausbaden müssen, werden gelobt. Ausnahmsweise.

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Wohin steuert der Tourismus in Deutschland?

„Wohin steuert der Tourismus in Deutschland?“
Moderation Tourismus Dialog Berlin, Berlin, 19.1.2011

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Sie sind heute so freundlich, geht es Ihnen nicht gut?

„Sie sind heute so freundlich, geht es Ihnen nicht gut?“
Jahresauftakt 2011 der Firma Aichinger, Nürnberg, 14.1.2011

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Qualität macht den Unterschied – ein Erfolgsrezept für Betriebe und öffentliche Partner

„Qualität macht den Unterschied – ein Erfolgsrezept für Betriebe und öffentliche Partner“
Tourismustag Saarland, Saarbrücken, 13.1.2011

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Borns Bissige Bemerkungen LIVE

„Borns Bissige Bemerkungen LIVE“
Jahresauftakt Travel Industry Club, Frankfurt, 11.1.2011

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Warum Borussia Dortmund nicht Deutscher Meister werden kann

Diese Bilder sind bekannt: Bayern München feiert die Meisterschaft auf dem Rathausbalkon am Marienplatz. Und immer wenn ein „Nobody“, wie beispielsweise Hoffenheim an der Spitze der Bundesliga stand, wurde geunkt, „kann nicht Deutscher Meister werden, hat keinen Rathausbalkon“.
Jetzt steht Dortmund an der Spitze, die hätten einen Rathausbalkon. Aber die Dortmunder haben ein anderes Problem und das ist ihr Flughafen. Am letzten Sonntag hatten die Dortmunder gleich doppeltes Flughafen-Pech. Nach dem Sonntagspiel in Nürnberg ließ zuerst der Flughafen Nürnberg die Dortmunder in ihrem Flugzeug warten. Um 20.45 Uhr stand das Flugzeug bereit zum Rückflug nach Dortmund, aber erst um 22.00 Uhr begannen die Franken mit der Enteisung der Maschine. Unschön, aber Nürnberg hatte auch 2:0 verloren, da kann das Engagement der Flughafenmitarbeiter schon mal ein wenig darunter leiden.

Aber der größere Schocker sollte kurze Zeit später folgen. Durch den verspäteten Abflug in Nürnberg kam die Turboprop der OLT mit der Dortmunder-Mannschaft auch entsprechend später in Dortmund an. Liebe Leserinnen und Leser der BBBs, Sie werden es nicht glauben: Genau 29 Sekunden vor dem geplanten Aufsetzen (nur zur Wiederholung 29 Sekunden, nicht Minuten) machte der Flughafen Dortmund die Schotten dicht. Das im Landeanflug befindliche Flugzeug musste abdrehen und in Paderborn landen. Provinzieller geht es nicht mehr.

Stellen Sie sich mal vor. Dortmund wird nach einem Auswärtsspiel Deutscher Meister, zuhause warten die Fans auf die erfolgreiche Mannschaft und der Tower am Flughafen macht wieder dicht und die Fans warten vergeblich. Da lacht doch nicht nur ganz Schalke.

Was bringt uns diese Geschichte an Erkenntnis?
Um Deutscher Meister zu werden braucht man also
a) einen Rathausbalkon und
b) einen funktionierenden Flughafen.
Jetzt schauen Sie sich mal die ersten fünf Mannschaften der Bundesliga an, die auf den sog. internationalen Plätzen liegen. Wer davon hat nun beides, Rathausbalkon und funktionierenden Flughafen?

Richtig, Hannover!

Alles klar?

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) werden diese Woche interviewt:
Dieter Kaden, der Gründungspräsident des neuen Bundesverbands der Luftverkehrswirtschaft (endlich lernt die Branche mit einer Stimme zu sprechen),
Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, mit Erfolgsmeldungen über die ITB 2011 und
Mario Köpers, zur Hai-Hysterie am ägyptischen Badestrand.
Letzteres ist u.a. auch Thema in den akustischen Bissigen Bemerkungen. Eine falsch angepackte Werbekampagne wird hier als Verursacher für den Hai-Hype vermutet. Daneben werden wie gewohnt noch weitere Doofheiten dieser Woche aufgespießt.

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Als der liebe Gott auf die Reisebürobranche sauer war – (k)eine Weihnachtsgeschichte

Als Gott Adam und Eva geschaffen hatte, und auch sonst mit dem Gröbsten fertig war und es noch keine Blackberrys gab, hatte er am siebten Tage frei. Weniger bekannt ist, dass Gott aus Langeweile in der folgenden Woche noch einige Nachschöpfungen kreierte. So schuf er, ausgerechnet am 13. Tag der Schöpfung, zwei Reisebüros. Auch ihnen gab er die Weisung mit „seid fruchtbar und vermehret Euch“, was die Reisebüros zumindest in Deutschland mit kaninchenhafter Effektivität auch befolgten. Aber der Herr fügte auch hinzu „und macht Reisende glücklicher“. Gott erkannte schnell, dass er die letzte Anweisung hätte etwas präzisieren sollen, aber Zeitmangel hinderte ihn daran.

Auch in den Folgejahren war Gott mit anderen Dingen beschäftigt, deshalb beauftragte er den Heiligen Geist doch hin und wieder mal nach der Branche zu schauen. Leider ist es nie zu diesem Kontakt gekommen. Es ist nicht mehr festzustellen, ob der Heilige Geist seinen Auftrag vergessen hatte oder ob die Branche auf geistvollen Rat nicht hören wollte. So musste Gott vor kurzem selbst mal nach seiner 13.Tag-Schöpfung “Reisebüro“ schauen. Und was er da sah, gefiel ihm überhaupt nicht.

Die Reisebüroleute hatten sich ein riesiges Goldenes Kalb geschaffen und nannten es “Preis“. Sie hatten nichts anderes mehr im Kopf als “Preis“, es war das erste an das sie morgens dachten, und das letzte an das sie dachten, bevor sie abends ihren Laden abschlossen. Vor allem war “Preis“ grundsätzlich das beherrschende Thema, wenn sie mit ihren Kunden sprachen. Da war Gott enttäuscht, weil seine Schöpfung so wenig mit dem schönen Thema Reisen anzufangen wusste. Was ihn aber am meisten erzürnte war, dass die Reisebüros neue Götter geschaffen hatten, die sie “Preisvergleichssysteme“ nannten. Diese “Preisvergleichssysteme“, ursprünglich erfunden um Mehrwerte zu schaffen, machten inzwischen genau das Gegenteil. Sie vernichteten mehr Werte als Mehrwerte zu schaffen.

Da war Gott sauer, richtig sauer. Er wollte die Branche strafen und so dachte er nach, wie er ein sehr subtiles Mittel zur Strafe finden könnte. Ein Mittel, das diese idiotischen Nebengötter “Preisvergleichssysteme“ so richtig lächerlich machen könnte. Wobei Gott in Kauf nahm, dass die zu Bestrafenden, seine spezifische Form von Humor nicht verstehen würden. So schuf Gott im Zorn die “X-Angebote“. Die Erzengel meinten das sei zu plump, die Reisebüros würden doch sofort merken, dass die X-Angebote ein weiterer Schritt in den Untergang seien. Aber Gott meinte, die kurzfristige Gier sei wahrscheinlich größer und die Reisebüros würden auch das verkaufen. Er meinte weiter, wer einverstanden sei, dass Preisvergleichssysteme Angebote akzeptieren, die bestimmte Leistungen nicht enthalten (z.B. Transfer) und diese sogar ganz nach oben listen, der lasse sich dann von diesen Systemen auch komplett auf der Nase herumtanzen! Wie immer hatte Gott Recht, deshalb ist er ja auch Gott.

Zwar maulten viele Reisebüros über die überraschend neu aufgetauchten X-Angebote und es gab auch die brachentypischen Reflexe wie
— eigentlich wollen wir nicht, aber die anderen machen es (damit kann man eigentlich auch jede Straftat begründen)
— eigentlich wollen wir ja nicht, aber die Kunden fragen danach (diese Entwicklung führte an anderer Stelle schon zu BSE)
— eigentlich wollen wir nicht, denn wegen der Anzahlungs- und Stornobedingungen bekommen wir riesigen Ärger mit den Kunden (aber dieser Ärger wird erstaunlicherweise in Kauf genommen)
— eigentlich wollen wir nicht, aber die X-Angebote stehen in den Preisvergleichssysteme ganz oben (na also, nichts kapiert).
Aber trotz dieser Bedenken wurde munter weiter verkauft.
Da war Gott fassungslos und meinte nur: “Der Parasit wird zum Herrscher, welch schreckliche Entwicklung“.

Da ergab es sich, dass die wesentlichen Meinungsmacher sich alle gleichzeitig in Marokko aufhielten. Und sie taten dort das, was sie am besten können. Sie sprachen wenig über die Sache, aber mehr über Personen. Da wurde getrickst und gekungelt, man traf sich in Hinterzimmern und hob heimtückisch Gruben aus (in die allerdings mancher anschließend selbst plumpste). Zur Entschuldigung kann man nur sagen, das passiert auch anderswo, zum Beispiel wenn sich Parteien oder Geflügelzüchtervereine treffen.
Aber Gott wollte diese Entschuldigung nicht gelten lassen und so beschloss er die Branche bei ihrem Jahrestreffen in einer neuen Sintflut zu ertränken. Deshalb regnete es während der Jahrestagung in Strömen. Zum Glück konnte einer der Erzengel Gott noch rechtzeitig in den Arm fallen und damit Schlimmeres verhindern. Gut, sagte Gott, ich gebe der Branche noch eine Chance.

Da wurde es gegen Ende der Tagung kurz hell. Und es stieg herab vom Berge Agadir (Agadir ist zwar kein Berg, aber aus Gründen der Dramatik wird hier ein Berg benötigt), also stieg herab vom Berge Agadir Moses B. Und er verkündete eine frohe Botschaft. Diese Botschaft wurde dem Volk zwar ähnlich schon 100x mal versprochen, aber was will man machen, wenn einem die Probleme bis Oberkante Unterlippe stehen, aber die Marge nur in Knöchelhöhe? Man will die Botschaft glauben. Zumindest die Mehrzahl empfand so. Einige wenige schauten allerdings noch immer ungläubig und sehr säuerlich über den Rand der selbst ausgehobenen Grube.

Liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen, was wird Moses B. nun als erstes machen? Wie viel wird er von seiner Botschaft umsetzen können? Und vor allem, kann Gott wegen dieser Branche noch besänftigt werden?
Das alles erfahren Sie in der Weihnachtsgeschichte 2011.

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) kommen heute der grüne Obertouristiker Markus Tressel, Michael Svedek von Touring und Axel Biermann vom Ruhr-Tourismus zu Wort. Der Hinweis gilt auch, oder vielleicht gerade deshalb, obwohl die BBBs nicht jeden Satz in diesen Interviews unterschreiben.
In den akustischen Bemerkungen geht es insbesondere um die kleine spanische Terrorgruppe, die sich Fluglotsen nennt. Alles klar?

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Herzlichen Glückwunsch Jürgen Büchy

Der neue nationale Reisechef heißt Jürgen Büchy. Herzlichen Glückwunsch an Jürgen Büchy, aber auch herzlichen Glückwunsch an den DRV zu dieser Entscheidung.
Ein Glück, dass sich jene rückwärts gewandten Mitglieder nicht durchgesetzt haben, die Büchy allein aus einem Grund bekämpft hatten, weil er als Verkaufsleiter der Bahn Provisionskürzungen umgesetzt hatte. Aber man wählt ja normalerweise einen neuen Präsidenten nicht wegen seiner Vergangenheit, sondern aus Gründen was er künftig für den Verband durchsetzen kann.
Wenn es anders wäre, hätte TUI mich nie einstellen dürfen, weil ich vorher als Verkaufsleiter der Condor Energie dafür eingesetzt hatte, um damals das Einzelplatzgeschäft der Condor an der TUI vorbei zu forcieren. Und als Einkaufsdirektor der TUI habe ich dann viel Energie dafür eingesetzt Condor genau daran zu hindern.
Auch hätte Bayern München nie Gomez (oder andere) verpflichten dürfen, den diese Spieler haben vorher (teilweise entscheidende) Tore gegen Bayern München geschossen. Aber genau aus diesem Grund wurden sie verpflichtet.

Die „Reisebürofraktion“ im DRV wird sich künftig entscheiden müssen, ob sie primär nur Interessenclub sein will, der sich über Provisionen und Gebühren aufregt oder ob sie stärker als heute eine Vereinigung sein wollen, die das Thema Reisen deutlicher in der Öffentlichkeit „gestaltet“ und damit der Bedeutung der Reisebüros einen neuen starken Schub gibt.

Dies und ähnliches hätte ich gerne deutlich in Agadir vorgetragen. Schade, dass es aus gesundheitlichen Gründen nicht ging. Sorry an jene, die sich auf diesen Vortrag gefreut hatten, es wäre bestimmt „munter geworden“. Vielleicht ein anderes Mal.

Bestimmt werden sich einige fragen, warum hier an dieser Stelle keine Laudatio für Klaus Laepple, den scheidenden Präsidenten steht. Ganz einfach. Klaus Laepple bleibt unabhängig vom DRV weiterhin Präsident des BTW. Und wie wir „unseren Klaus“ kennen, wird er nicht weniger präsent sein als bisher. Also, Laudatio folgt in zwei Jahren. Versprochen.
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Für alle jene, die nicht in Agadir dabei sein konnten, sich aber gerne ausführlich darüber informieren wollen, sei diesmal das Reiseradio (www.reiseradio.org) besonders empfohlen. Sie hören u.a.
— das erste Interview mit dem neuen DRV-Präsidenten Büchy und natürlich auch ein interview mit dem scheidenden DRV-Präsidenten Laepple
— ein Interview mit TUI-Chef Michael Frenzel, der die Laudatio auf Laepple hielt
— ein besonders lustiges Interview mit dem Tourismusminister von Marokko, Yassir Zenagui. Während er von der so wichtigen Sonne über Marokko schwärmte, prasselte starker Regen auf seinen Regenschirm
— und ein Interview mit dem Cheftouristiker von Südkorea, Charm Lee, der als Gastgeber der nächsten DRV-Tagung 2011 sein Land in den höchsten Tönen preist. Was dem marokkanischen Minister der Regen, war für Lee allerdings der Konflikt mit Nordkorea. Man kann sich den richtigen Zeitpunkt leider nicht immer aussuchen.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen gibt es zur Abrundung noch ein paar freche Bemerkungen zur Tagung. Alles halb so wild, Hauptsache die Touristen lassen sich von Kongressen und Tagungen nicht beeinflussen und buchen. Zum Glück tun sie das im Moment. Und das war die beste Nachricht in Agadir.

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Der Letzte macht das Licht aus, nicht so bei Ryanair

„Der Letzte macht das Licht aus“, so hieß 2007 eine Tragikomödie von Clemens Schönborn. Als „liebenswerte Loser“ beschrieb er damals die Figuren in seinem Fernsehspiel.

Zumindest als Loser dürften sich auch die Passagiere in einer Ryanair-Maschine auf dem Weg vom marrokanischen Fez nach dem „in der Nähe von Paris“ liegenden Flughafen Beauvais gefühlt haben. Als das Flugzeug mit dreistündiger Verspätung landete, verkündete die Crew die Überraschung „wir sind soeben in Lüttich gelandet“. Abgesehen davon, dass grundsätzlich niemand freiwillig nach Lüttich will (sagen zumindest jene die das einstige belgische Kohlezentrum kennen), hat selbst Ryanair wohl Schwierigkeiten bei fast 400 Km Entfernung noch von „in der Nähe von Paris“ zu sprechen. So sahen es auch die Passagiere. Wahrscheinlich hatten sie im französischen Fernsehen Berichte über Gorleben gesehen und probierten mal aus, wie ein Sitzstreik im Flugzeug funktionieren könnte. Zumal selbst die engen Sitze der Ryanair noch bequemer sind als eine Sitzblockade auf Schienen.

Aber eine Ryanair Crew ist im Unterschied zu deutschen Polizisten vollkommen humorlos. Da wird nicht lange debattiert und weggetragen wird da auch niemand. Sie formulierten schlichtweg das Thema „Der Letzte macht das Licht aus“ um in „Der Erste der von Bord geht macht das Licht aus“. Eine ganz neue Theorie über das Verhalten eines Kapitäns und seiner Crew. Da wohl alle Angestellten bei Ryanair analog zu ihrem Boss O`Leary eine Toilettenphobie haben, machten sie nicht nur das Licht aus, sondern schlossen auch die Toiletten ab. Und Tschüss, „ich bin mal weg“ liebe Paxe.

Da saßen nun die Ryanair-Fluggast-Loser im Dunkeln und bei verschlossenen Toiletten. Überraschenderweise, so wird zumindest berichtet, ließ die Crew beim Verlassen des Flugzeugs die Cockpit-Tür offen. Angeblich hätten die Passagiere „diese Chance“ nicht genutzt.

Wer nun denkt die Bissigen Bemerkungen würden sich jetzt darüber richtig aufregen, den müssen wir leider enttäuschen. Unser Kommentar dazu: Liebe Passagiere, das geschieht euch recht. In „Die Welt“ vom 18.11. fand sich unter der Überschrift „Wer wird denn gleich in die Luft gehen…“ eine bemerkenswerte Zusammenfassung von Erlebnissen auf Flugzeugen von Ryanair und Easyjet. Wer danach immer noch, wegen ein paar Euros weniger, diese Airlines bucht, dem können wir nur zurufen: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber“.
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Haben Sie, liebe Leser und Leserinnen, gelesen: am Freitag, dem 19.11. war Welt-Toiletten-Tag. Leider haben wir nicht darauf geachtet auf welchem Bahnhof an diesem Tag „unser Freund“ Peter Ramsauer war. Sachdienliche Hinweise werden von der Redaktion gerne entgegengenommen. (Um diesen Gag zu verstehen sollte man die BBBs vom 10.10. und 18.10. gelesen haben.)
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es u.a. um das Thema Modernes Tourismusmarketing (also etwas ernsthafter als von uns vor einer Woche abgelästert). In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es vor allem um den ominösen Kofferalarm in Namibia und mit ganz eigenen Theorien dazu.

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