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Archiv für 2013

Kein schöner (Touristik-)Land in 2014?

Eines ist leider auch 2013 nicht gelungen: die Bedeutung des Tourismus (und die berechtigten Sorgen hierzu) „nachhaltig“ in die Politik zu tragen. Spätestens der Koalitionsvertrag und noch mehr die „Postenvergabe“ in der GroKo haben gezeigt, Tourismus hat auch in der neuen Regierung keinen wesentlichen Stellenwert. Jobmotor Tourismus, der statistische Spitzenplatz ist inzwischen unbestritten, und die Auswirkung auf die tägliche Politik? Fehlanzeige. Da hörte man öfters wie wichtig die Rüstungsexporte für unsere Arbeitsplätze seien.

Deshalb drei große Wünsche für 2014:
1. Luftverkehrssteuer
Es gibt inzwischen auch in der Politik fast niemanden mehr, der diese Luftverkehrssteuer nicht für falsch und deren Abschaffung demzufolge für zwingend hält (Ausnahme Herr Schäuble). Wie kann es dann sein, dass zwischen Entwurf der Koalitionsvereinbarung und der endgültigen Fassung, plötzlich dieses Thema komplett verschwindet? Nicht einmal ein Prüfauftrag ist übrig geblieben.

2. Gewerbesteuer
Da schafft es ein Finanzamt und in Folge auch andere das Gewerbesteuergesetz vollkommen realitätsfern „auszulegen“. Wenn das im Ergebnis tatsächlich so „exekutiert“ würde, würde das zehntausende Arbeitsplätze kosten. Und niemand in dieser Regierung kann diesem Schwachsinn Einhalt gebieten?

3. Neue Pauschalreise-Richtlinie
Und der nächste Unsinn wird schon seit einiger Zeit in Brüssel ausgebrütet. Würde der Entwurf Gesetz werden, dann würde für Schlechtleistung im Tourismus eine „schuldunabhängige“ Haftung eingeführt. Ein Reisebüro könnte dann, auch bei vollkommen korrekter Beratung, z.B. für eine Schlechtleistung eines Hotels haftbar gemacht werden.

Wenn hier (Liste könne verlängert werden) kein Einhalt geboten wird, dann wäre das kein schöner (Touristik-)Land in 2014!
Aber wenigstens an dieser Stelle, liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen: Alles Gute für 2014.

Und wenn nicht, denken wir mal über diese (echte) Story nach: Der Distriktvorsteher der Provinz Ngada in Indonesien, ein gewisser Marianus Sae, war richtig sauer. Warum? Eine Fluggesellschaft hatte sich geweigert, in einer ausgebuchten Maschine ihm einen Platz freizuräumen. Was macht der Mann dann aus Verärgerung? Er weist die Sicherheitskräfte am Zielflughafen an, die Landebahn zu blockieren. Ergebnis? Hat „geklappt“, die Maschine musste wieder umkehren.
Wenigstens in unseren Tagträumen sollten wir mal durchspielen, was wir so alles „veranlassen“ könnten.

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Das nervt Touristen im Hotel

„Das nervt Touristen im Hotel“
Sonntag aktuell, 29.12. 2013

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Tourismus Nachwuchs

Diese Geschichte konnten die BBBs
bislang nicht unterbringen, aber jetzt.
Ein neunjähriger (!) Junge hat sich in den USA in ein Flugzeug geschlichen und ist ohne Ticket nach Las Vegas geflogen. Er wartete in Minneapolis an der Schleuse und wartete bis ein Kontrolleur beschäftigt war und schlüpfte dann hindurch. Am Gepäckband nahm er sich eine fremde Tasche vom Band, bestellte später im Restaurant Essen, bat den Kellner auf sein Gepäck aufzupassen und machte sich aus dem Staub Richtung Flugzeug nach Las Vegas. Erst nach dem Start des Flugzeugs (repeat: nach dem Start) wurde er von der Crew angesprochen. Im Flugzeug saß er vorne und behauptete seine Eltern würden weiter hinter sitzen.

Die Sicherheitsbehörden behaupteten später, das Kind wäre kontrolliert worden. Aber garantiert hat niemand sein Ticket kontrolliert, von der vorherigen Kontrolle an Bord nicht zu reden.

Warum lässt diese Geschichte die BBBs trotzdem lächeln.
1. Bei solchen Talenten mit früh entwickeltem Reisedrang muss einem um die Zukunft des Tourismus nicht Bange sein. Vorausgesetzt künftig wird das Reisen auch bezahlt.
2. Die amerikanischen „Sicherheitsfuzzis“, immer super wichtig und „fehlerlos“, wurden von einem neunjährigen Jungen vorgeführt.

Ok, die Geschichte könnte auch Angst machen, aber im Moment ist sie für die BBBs eher eine Freude.

In diesem Sinne frohe Weihnachten.

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Tschüss Peter (Adventstürchen 16)

Es kam wie es eigentlich schon länger hätte kommen müssen: Bundesverkehrsminister Ramsauer ist weg! Sein Abgang hinterlässt eine Lücke, die ihn aber vollständig ersetzt.
Die BBBs erhielten danach viele Mails mit der Frage: „Freuen sich die BBBs oder sind die BBBs traurig, dass sie ihren Intimfeind verloren haben“?
Präzise geantwortet: Die BBBs spüren eine gewisse Genugtuung (wie bei Middelhoff u.a.), dass sie richtigerweise schon vor Jahren erkannt haben, dass dieser Verkehrsminister außer „heißer Luft“ nichts Substanzielles für das Verkehrswesen, egal ob Luft, Bahn, Straße oder Wasser zu Wege gebracht hat. Die brutale „Nicht-Verabschiedung“ von Seehofer in der letzten Pressekonferenz zur Regierungsbildung zeigte deutlich, dass diese Erkenntnis inzwischen auch in München angekommen ist.

Die in der Vergangenheit von den BBBs aufgezeigte Mängelliste ist ellenlang. Hier nur ein Auszug:
— bei der Luftverkehrssteuer die Branche hängenlassen. Er „immer dagegen“, aber im Kabinett zugestimmt
— Single European Sky, eines der wichtigsten luftverkehrspolitischen Vorhaben (lt. Merkel!), nichts bewegt
— bei der Aschewolke sich zwischen lächerlich und nichts tun bewegt
— zugelassen, dass der Bahn Gewinne entzogen wurden, die dringend zur Reinvestition in die Infrastruktur benötigt wurden
— Maßnahmen zum Baustellenmanagement, die reine Show waren aber nichts bewegten
— und, und, und
— aber jede Menge neuer/renovierter Toilettenhäuschen auf den Bahnhöfen eingeweiht.

Wie wichtig sich Zar Peter (Originalton Seehofer) nimmt, zeigt die Anwort auf die Frage, wie er eigentlich mit Hollywoodstar Sandra Bullock verwandt sei. Die einfache Antwort wäre gewesen „meine Frau und Sandra Bullock sind Cousinen“. Seine langatmige und unverständliche Antwort (die Mütter?? meiner Frau) ist mit der er sich in der Bekanntschaft zu „Sandra“ suhlt ist ein Hit auf Youtube.

Bleibt noch die offene Frage nach dem dritten Baumeister. Die BBBs wollten ja eine Baumeister-Trilogie auf facebook schreiben (nach Wowi und Jogi). Aber jetzt ist uns der dritte, Ramsauer, abhanden gekommen. Bundesbaumeisterin ist jetzt Barbara Hendricks (zusätzlich zum Umweltresort). Bei der NRW-CDU hat sie den Spitznamen „Burning Barbars“, weil sie (allerdings schon vor mehr als 20 Jahren) dem CDU-Abgeordneten Schauerte wohl aus Wut ihre Zigarette auf dem Handrücken ausdrückte.
Offensichtlich kommt sie wesentlich direkter zur Sache als Ramsauer.
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Wer es noch nicht „getan“ sei auf die täglichen BBBs auf Facebook hingewiesen.

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Klo im Schwanz (Adventstürchen 9)

„Klo im Schwanz“ (bitte keine Wortspiele) lautete letzte Woche die etwas reißerische Headline eines Artikels im Spiegel. Wer dahinter einen Bericht über den Niedergang der Toilettenindustrie vermutete lag falsch. Es wurde über eine Fluggesellschaft berichtet. Wer jetzt gleich an Ryanair denkt (Stichwort: Klofrau an Bord), liegt auch falsch.
Es geht um eine „Optimierungsmaßnahme“ von Lufthansa. „Klo im (Flugzeug-)Schwanz“ noch hinter der Küchenzeile, schon ergibt das eine oder zwei Sitzreihen mehr.
Künftig durch die Küchenzeile zum Klo? Das wollen wir uns nicht vorstellen. Auf jeden Fall ist hier für Lufthansa mal wieder etwas kommunikativ schief gelaufen. Spitzenklasse sieht anders aus.
Und Vorsicht, falls Gérard Depardieu an Bord sein sollte. Der Weg zur Toilette wird jetzt für ihn noch weiter.
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In eigener Sache:
Letzte Woche haben wir auf unser tägliches Adventstürchen in Facebook hingewiesen (facebook.com/BornsBissigeBemerkungen). Die BBBs sind begeistert, weit über 1.000 Leser pro Tag. Unser Weihnachtswunsch, die Zahl der „Gefällt mir-Klicks“ auf 2.000 zu steigern, war schon am Montag erfüllt. Inzwischen „gefallen“ wir schon 2.100 Fans. DANKE.
Von meinem iPad gesendet

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Schlimmer geht es kaum noch: Tourismus im Koalitionsvertrag fast kein Thema

Es fällt ohnehin schwer, diesen Koalitionsvertrag ernst zu nehmen. „Deutschlands Zukunft zu gestalten“, eine tolle Überschrift. Leider wird auf den folgenden 185 Seiten relativ wenig zur Zukunftsgestaltung geschrieben. „Weiter wie bisher wursteln“, wäre dem Papier wohl gerechter geworden.

Besonders bitter trifft es den Tourismus. Gerademal 14 Zeilen, überwiegend Satzbauteile, in diesem 185seitigen „Zukunftspapierchen“, widmen sich dem Tourismus. Da passt es ziemlich gut, dass jetzt am 2. Dezember der 17. Tourismusgipfel in Berlin stattfindet. In 16 „Gipfelchen“ zuvor hat man sich bemüht auf die Bedeutung des Tourismus innerhalb der Deutschen Wirtschaft hinzuweisen. Die Politiker wurden zu diesen Treffen der Top-Entscheider immer eingeladen und hofiert. Offensichtlich ohne jeden politischen Erfolg.

Schauen wir uns mal diese neuerlichen „Brotkrumen“ zum Tourismus an, wenngleich es eigentlich nicht lohnt. Keine Erwähnung wäre besser gewesen, dann hätte man hoffen können, der Tourismus sei nur vergessen worden. Jetzt hat man die Bestätigung er wird unverändert nicht ernst genommen. Da darf man sich jetzt schon auf die Besetzung des Tourismusausschusses „freuen“. Das Gedränge der Topp-Leute nach diesem Ausschuss dürfte sich sehr in Grenzen halten.

Im ersten Satz der „Zukunftsgestaltung“ wird ausgeführt: „Der Tourismus in Deutschland ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, …..“. Bla, bla, bla, im Entwurf war noch von einem „relevanten“ Wirtschaftsfaktor die Rede. Relevant ist der Tourismus für die Politik, nun auch dokumentiert, wirklich nicht.

Es geht dann in unverbindlichen allgemeinen Phrasen weiter: „Dazu benötigt der Tourismus ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, Qualität und Freundlichkeit im Service….“. Was wollen uns die Parteien hier sagen? Wollen sie überraschenderweise dazu etwas beisteuern? Keineswegs, es mussten nur Zeilen gefüllt werden. Ebenso lesen wir direkt danach, dass sich „das Gastgewerbe etwa [welch schönes Wort an dieser Stelle] durch verbesserte Ausbildungsanstrengungen um qualifizierte Fachkräfte verstärkt bemühen müsse“. Danke für die Nachhilfe! Auch die DZT soll die internationale Vermarktung auf dem bisherigen Niveau [zu deutsch, nach mehr Geld braucht ihr nicht zu fragen] weiter unterstützen und dazu beitragen, „die Bekanntheit von bislang weniger frequentierten Tourismusgebieten zu erhöhen“. Ist da an Großplakaten in USA für „Klein-Kleckersdorf“ gedacht? Man sollte sich die Besetzung des neuen Tourismusausschusses genau ansehen. Man darf wetten, dass dort bestimmt Vertreter dieser bislang „wenig frequentierten Tourismusgebieten“ sitzen und auf „ internationale“ Vermarktung pochen werden. Es wäre garantiert zielführender gewesen, der DZT wieder zusätzlich das nationale Marketing zu übertragen.

In der Endfassung wurde sogar noch etwas zusätzlich (gegenüber dem Entwurf) eingefügt. Wer hat denn da noch kurz vor Schluss Aktivitäten entfaltet? Es soll eine „Initiative Kulturtourismus“ Ins Leben gerufen werden und diese „in Zusammenarbeit mit den Ressorts Kultur und Wirtschaft“ gestaltet. Was soll das denn? Gerade hier braucht die Branche wirklich keine Nachhilfe. Ach ja, „innovative Kooperationsformen“ sollen dabei gefördert werden. Diese Koalition und „innovativ“, da kugeln sich die BBBs vor Lachen.

An anderer Stelle wird etwas zum Luftverkehr ausgeführt. Auch da hat das allgemeine Gelaber Hochkonjunktur. Leider steht etwas sehr wichtiges nicht im Koalitionsvertrag: Die Abschaffung der unseligen Luftverkehrssteuer. Angeblich war sich die Arbeitsgruppe Verkehr schon einig. Aber die haben wohl die Rechnung ohne Kommissar Schäuble gemacht. Fast Hohn wirkt jetzt die Formulierung: „Wir werden den Luftverkehrsstandort Deutschland stärken und setzen uns für den Erhalt seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit ein“. Liebe Verantwortliche auf dem Tourismusgipfel sagt doch am Montag hierzu deutlich: „Verarschen können wir uns selbst, da brauchen wir Euch nicht dazu!“. Und nicht wie es in der Erklärung des BDL-Präsidenten Siegloch heißt: „Der Dachverband werde die Bemühungen, die Steuer abzuschaffen, unverändert fortführen“. Wie heißt es in den Zeugnissen der Minderleister immer so schön: „Er hat sich bemüht“.

Geht doch endlich mal beim Automobilverband in die Lehre. Parallel zu obigem Gewürge, hat sich die Bundeskanzlerin Merkel „persönlich“ bei ihren EU-Kollegen „erfolgreich“ eingesetzt, die für 2020 angepeilte Verschärfung der EU-Abgasnormen für PKW zugunsten der deutschen Automobilindustrie zu entschärfen. Sie hat sich nicht „bemüht“, sie hat es erfolgreich „gemacht“. So stärkt man den Wirtschaftsstandort für einen Industriezweig, notfalls sogar zulasten des Klimaschutzes.

Gerne hätte man auch etwas gelesen, zu dieser abenteuerlichen Auslegung hinsichtlich Gewerbesteuer auf die weltweit eingekauften Hotelübernachtungen. Wenn hier nicht bald eingegriffen wird, dann gehen reihenweise Unternehmen „den Bach herunter“. Auch und besonders aus den Reihen des doch immer so beschworenen wichtigen Mittelstandes.
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Wie vor einer Woche schon angekündigt, haben sich die Bissigen Bemerkungen für die Adventszeit etwas Neues ausgedacht. Es gibt jetzt täglich eine Kurz-BBB, ein Adventstürchen, bis zum 24.12. Um aber das Email-Fach der Newsletter-Empfänger nicht vollzumüllen, erscheinen diese BBB-Quickies, oder besser Kurz-BBBs (klingt nicht so sexistisch) nur auf der BBB-Facebook Seite https://www.facebook.com/BornsBissigeBemerkungen.
Also, an den Wochenenden wie gewohnt Email und Facebook und zwischendurch täglich eine Kurz-BBB nur auf der Facebook-Seite. Viel Vergnügen!
Unter Freunden, es fehlen nur noch 29 „Gefällt mir“- Klicks, dann sind die angestrebten 2.000 Freunde erreicht. Das wäre ein echtes Weihnachtsgeschenk.

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Nie wieder Eyjafjallajökull

Ok, so ganz richtig ist die Headline nicht (typische Pressevereinfachung). Richtiger wäre „Nie wieder Flugchaos wegen Asche von Eyjafjallajökull und anderen Vulkan-Konsorten“. Man hätte auch mit dieser Überschrift provozieren können: „Künftig keine Unsinn-Entscheidungen von Verkehrsministern mehr: Der Wissenschaft sei Dank“.

Zur Sache. Im April 2010 ruhte vor allem in Deutschland für einige Tage der Flugverkehr. Dies hatte zwei Ursachen: die Asche des isländischen Vulkans mit dem Traumnamen Eyjafjallajökull und die Unfähigkeit des deutschen Verkehrsministers. Einerseits ist inzwischen zweifelsfrei festgestellt, dass das Flugverbot unnötig war, aber andererseits war bis jetzt noch offen, was könnte sein, wenn mal wieder so eine Aschewolke kommt und der dann aktuelle Verkehrsminister ….. Lassen wir das.

Kommen wir lieber zum Erfreulichen. Ein isländisches Unternehmen hat eine Tonne Asche des besagten Vulkans eingesammelt und zu Testzwecken in einer Höhe von ca. 3.000 Meter in der Atmosphäre verteilt. Ein Airbus mit einer neuartigen AVOID-Technologie (AVOID = Airborne Volcanic Object Imaging Detector) flog dann auf die Aschewolke zu und hat sie aus 100 km Entfernung identifiziert und aus 60 Km Entfernung die genaue Konzentration ermittelt. Um es kurz zu machen: Dadurch könnte man künftig durch leichte Kurskorrekturen entsprechende Aschewolken umfliegen. Eine wichtige Erkenntnis, weil die Gefahr weiterer Vulkanausbrüche unverändert droht, sagen andere Wissenschaftler.

Was den BBBs trotzdem Unbehagen verursacht? Als Fußballfan und Nicht-Versteher warum es immer noch „Tatsachenentscheidungen“ gibt, auch wenn 100%ig objektiv das Gegenteil bewiesen ist, könnte man befürchten müssen, dass ein Verkehrsminister (die letzten haben alle nicht überzeugt) seine nicht nachvollziehbare Entscheidung als Tatsachenentscheidung deklarieren könnte. Dann wären wir wieder alle, gegen besseres Wissen, angeschmiert.

Das gibt die Gelegenheit nochmal auf den (leider immer noch) amtierenden Verkehrsminister sprechen zu kommen. Mit einer gewissen Befriedigung nehmen die BBBs zur Kenntnis, dass zunehmend in der Öffentlichkeit das gleiche Bild gezeichnet wird, das an dieser Stelle schon seit Jahren beklagt wird: nur heiße Luft und sonst nichts.
Hier zwei aktuelle Beispiele, falls Sie als Leser/in heute noch nicht gelacht haben:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra6417.html
http://youtu.be/HtrLZTYu26Y.
Danke für die Hinweise aus dem Leserkreis der Bissigen Bemerkungen.
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Hinweis in eigener Sache: Liebe Leserinnen und Leser der BBBs, freuen Sie sich auf den Advent. Die Bissigen Bemerkungen haben sich eine Überraschung ausgedacht. Ab 1.12. geht es los.

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Dann geh´ doch nach drüben ….

„Dann geht doch nach drüben!“ (gemeint war geht doch in die DDR), war früher der Standardsatz mit dem Altnazis, Ewiggestrige oder einschränkungslose Kapitalismus-Fetischisten in den 60er-Jahren jeden Vorschlag einer sozialen Veränderung und Verbesserung abbügelten oder madig machten.
Ähnliche Qualität hat der „Vorwurf“ aller Grabscher und Voyeure „dann mach´doch die Bluse zu“.

Warum die BBBs heute so sehr in die Tasten hauen?
Im Streit um die Schadenersatzansprüche aus der geplatzten Eröffnung des Berliner BER gehen die Anwälte der Betreibergesellschaft des Flughafens seltsame Argumentationswege um sich vor Zahlungen wegen der Klage von Air Berlin zu drücken: „Air Berlin sei ja nicht gezwungen von Berlin aus zu starten. Air Berlin stand und steht es jederzeit frei, ihren Flugbetrieb in Berlin einzuschränken, umzustrukturieren oder zu verlagern“.

Haben die noch alle Tassen im Schrank?
Man könnte natürlich auch Ludwig Thoma zitieren: „Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande”. (Ich bitte an dieser Stelle alle Juristen in meinem Bekanntenkreis, die nicht für den Flughafen BER arbeiten, um Entschuldigung.)

In ihrer unglaublichen Polemik (und offensichtlich von jeglichem Wissen über den täglichen organisatorischen Wahnsinn in Tegel befreit) sind die BER-Anwälte auch noch der Meinung „Tegel ist einschränkungslos in der Lage den für BER geplanten Flugbetrieb abzuwickeln“.
Hallo Herr Wowereit, warum dann überhaupt BER?

Angeregt von dem Bericht der Berliner BZ über die 50 peinlichsten BER-Pannen, haben die Bissigen Bemerkungen schon Einblick in weitere Standard-Antworten dieser tollen Juristen genommen:
Eine Deckenuhr versperrt die Verbindungstür im Krisenzentrum?
Anwälte: Dann nimm´ doch das Fenster.

Die Rolltreppen sind zu kurz?
Anwälte: Treppen steigen ist ohnehin gesünder.

Wegen falscher Dübel fallen immer die Toilettenpapier-Halter aus den Wänden?
Anwälte: Dann bring` doch dein eigenes Klopapier mit.

In Tegel geht immer Gepäck verloren?
Anwälte: dann flieg´ doch ab Hannover.

Diese Anwälte sind offensichtlich die allerpeinlichste Panne des BER.

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Chefs ohne Assistenz hilflos

Wen wundert es? Führungskräfte allein auf Reisen? Das kann nicht gut gehen.
Laut einer DRV-Business-Travel-Studie ist die Mehrheit der Geschäftsreisenden nicht in der Lage sich am Ticketautomaten der Deutschen Bahn oder des ÖPNV in vertretbarer Zeit ein Ticket zu kaufen. Das ergab eine Befragung unter vielreisenden Vorständen und Führungskräften. Klar, wenn man gewohnt ist, dass die Assistentin/Assistent „schwierige“ Aufgaben erledigt, ist die auf sich alleingestellte Führungskraft in der 1:1 – Situation (Fußballsprache!) mit einem Automaten ziemlich hilflos. Die Studie spricht an anderer Stelle von einer öfters auftretenden „Orientierungslosigkeit“ im Zielgebiet.

Erstaunlicherweise kamen lt. dieser Studie männliche Führungskräfte eher zurecht als weibliche Führungskräfte und ältere Führungskräfte waren weniger hilflos als jüngere Führungskräfte. Demnach müssten jüngere weibliche Führungskräfte in diesen Situationen besonders hilflos sein (oder „auf hilflos“ machen). Die Lebenserfahrung spricht für Letzteres. Im Umkehrschluss müssten ältere männliche Führungskräfte am Automaten besonders pfiffig sein (oder kaufen im Zweifel auch ein falsches Ticket, weil sie sich nicht anmerken lassen wollen, dass sie das System nicht verstanden haben).

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Endlich

Fast auf den Tag genau, drei Jahre ist es her, da lästerten die Bissigen Bemerkungen über die unselige Bettensteuer (BBB vom 15.11.2010 „Wer stoppt endlich diesen Schwachsinn?“). Der Autor dieser Zeilen wurde damals in Dortmund zum ersten Male mit dieser Steuer konfrontiert. Man muss dazu sagen, dass die Dortmunder Satzung, wie die meisten Satzungen, zwischen privater und dienstlicher Übernachtung unterscheidet. Als dann morgens die Bezahlung der Hotelrechnung anstand, bemerkte der Hotelangestellte unaufgefordert und kundenorientiert „Sie sind doch bestimmt dienstlich unterwegs. Dann müssen Sie keine Bettensteuer zahlen. Hier ist Ihr Befreiungsantrag, schon ausgefüllt, Sie müssen nur noch unterschreiben“. Danke!

Jetzt, endlich, hat das Oberverwaltungsgericht Münster die „Bettensteuersatzung“ von Dortmund für nichtig erklärte. Hauptbestandteil der Entscheidung: Es könne dem Hotel nicht zugemutet werden in jedem Einzelfall festzustellen, ob der Gast privat oder dienstlich übernachtet hätte. Genau das hatte sich damals jener Hotelangestellte auch gedacht. BRAVO!

Vergleichbar unsinnig ist das zunehmende Ansinnen der Finanzämter den Veranstaltern Gewerbesteuer auf die eingekauften Hotelleistungen zu berechnen. Nachdem TUI AG-Chef Joussen mächtig Krach geschlagen und auf die existenzbedrohende Konsequenzen dieser Gewerbesteuer-Forderungen hingewiesen hatte (geschätzt 1,4 Mrd. Euro für die Branche), steigerte sich der CEO von TUI Deutschland, Christian Clemens, zu einem Rundumschlag, wie er in anderen Branchen schon längt üblich ist. Er schimpfte, wie die BBBs schon seit Jahren, gleich noch zusätzlich auf die Luftverkehrssteuer, Bettensteuer und vorsorglich auch auf die PKW-Maut.

Endlich, kann man auch hier sagen. Die Tourismusbranche ist zu lange von der Politik nicht angemessen wahrgenommen worden. Auf dem nächsten BTW-Gipfel Anfang Dezember in Berlin, sollte ein ordentliches Paket mit all diesen benachteiligenden Belastungen geschnürt und dem künftigen Wirtschaftsminister auf den Tisch „geknallt“ werden. Auch dem künftigen Tourismusausschuss, der überwiegend neue Mitglieder haben wird, sollte man gleich deutlich mit auf den Weg gehen, sich endlich um die großen touristischen Problemfelder zu kümmern. Hintertupfing und Vordertupfing (stellvertretend genannt) sind schöne deutsche Landflecken, die man gerne lobend erwähnen kann und drei Tage Dienstreise nach München (zufällig während des Oktoberfestes) sind auch eine nette Belohnung für „alle Mühen der politischen Arbeit“. Aber wenn man die Bedeutung dieser Branche (und das geht offensichtlich nur mit Druck) steigern könnte, dann wäre man auch als Ausschuss bedeutender (und natürlich auch umgekehrt).

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