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Archiv für 2014

I´m still confused, but now on a higher level

Untertitel: Der BTW-Gipfel und was es letzte Woche sonst noch (nichts) Neues gab

1. BTW-Gipfel So Ein BTW-Gipfel ist eine feine Sache. Man erlebt Politiker hautnah, das ist immer wieder ein besonderes Erlebnis. Es bringt einen nicht so richtig weiter, aber da dies niemand erwartet, wird man auch nicht enttäuscht.

Bundeswirtschaftsminister Gabriel: Die Rahmenbedingungen für einen „so wichtigen Wirtschaftszweig“ müssen stimmen, aber –sorry- die Luftverkehrssteuer wird bleiben („kein Spielraum im Haushalt“); Maut, Mindestlohn, EU-Pauschalrichtlinien – nichts Neues; Gewerbesteuer-Hinzurechnung (von Hoteleinkaufskontingenten) eigentlich Unsinn, Vollzug der Steuernachforderung wurde gestoppt, jetzt warten wir das anstehende Gerichtsurteil ab, aber vorerst eingreifen werden wir nicht (was ist das für eine Logik, jeder sagt, dass es Unsinn ist, aber man versteckt sich hinter einem Gericht).
Staatsekretär Dr. Meister, Finanzministerium: Luftverkehrssteuer ist doch nicht so schlimm, kein Änderungsbedarf. Gewerbesteuer-Hinzurechnung, war eigentlich nicht so gemeint, jetzt warten wir das Gerichtsurteil ab (Sprechblase zu Ende).
Staatsekretär Ferlemann, Verkehrsministerium: Wegen der Maut muss sich die Tourismusindustrie in Deutschland keine Sorgen machen, diese gibt es ja überall in Europa (tolle Logik).
Staatssekretärin Kramme, Arbeitsministerium: Tarifeinheit? Alles offen. Galt wohl auch für alle anderen Themen in ihrem Resort.

2. Germanistikstunde mit dem Flughafen BER
Es gibt jetzt einen „Ankündigungkorridor“ so um Ende des Jahres herum, in dem dann eine „Fertigstellungsterminzone“ genannt werden wird. Das werden sich die BBBs für die nächste Korrespondenz mit dem Finanzamt merken und dann eine „Bezahlungsterminzone“ für fällige Steuern vorschlagen.

3. „Alter Wein in alten Schläuchen“: Müller soll „Regierender“ in Berlin werden.
Die BBBs erinnern sich. Wer war mit polemischen Formulierungen vorne bei der „dümmlichen“ Schließung des Flughafens Tempelhof? Müller. Wer hat Millionen an Planungskosten versenkt für die erwartungsgemäß gescheiterte Landesbibliothek auf dem Tempelhof-Gelände? Müller. Wer hat vor kurzem mit seinen „abwegigen“ Bebauungsplänen für Tempelhof von den Berlinern „voll eine auf die Nase“ bekommen? Müller. Wer hat die ganzen unsinnigen Zahlen für BER in der Vergangenheit immer mitvertreten? Müller. Kurzum. Ein “richtiger“ Fachmann für den Flughafen BER und alles wird jetzt gut.

Mit zwei Themen aus dem BTW-Gipfel werden sich die BBBs demnächst beschäftigen. Alles „digital“ im Tourismus oder wird der eigentliche Urlaub im Zielgebiet (Hotelübernachtung) „analog“ bleiben? Ist Airbnb ein kreatives oder ein auf „schmarotzen“ angelegtes Geschäftsmodell?

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Air Berlin hat beim Luftfahrtbundesamt offensichtlich schlechte Karten, warum eigentlich?

Lt. dpa hat das Luftfahrtbundesamt entgegen seiner bisherigen langjährigen Praxis 34 gemeinsame Flugverbindungen (sog. Code-share-Flüge) von Etihad mit Air Berlin untersagt. Der Fluggesellschaft seien außerdem noch andere Verkehrsrechte verweigert worden. Die Behörde nannte aber weder Details noch Gründe für ihre Entscheidung.

Diese Entscheidung, die formal gegen Etihad gerichtet ist, trifft aber in hohem Maße die wirtschaftliche Entwicklung von Air Berlin. Man kann sicherlich über die intensive Zusammenarbeit von Air Berlin mit Etihad (Abu Dhabi) unterschiedlicher Meinung sein, aber zumindest hat dies bei der Sicherung der Arbeitsplätze von Air Berlin geholfen.

Dass die Behörde sich über die Entscheidung ausschweigt, lässt auch Böses vermuten. Schauen wir doch mal hinter die Kulissen. Die vorherige Code-share Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes wurde massiv von der Landesregierung Bayern und der Landesregierung Hessen angegangen, angeblich um die Interessen der Flughäfen München und Frankfurt zu schützen.
Pech Nr. 1 für Air Berlin, ihre starken Abflughäfen heißen Düsseldorf und Berlin.

Auch „Lufthansa ist Sturm dagegen gelaufen“ (Zitat Handelsblatt). Wer allerdings denkt, alles was Air Berlin schadet würde Lufthansa nützen, irrt. Lufthansa muss ihre eigenen Hausaufgaben machen, ihre Probleme sind ganz andere. Sollte jedenfalls Air Berlin/Etihad jetzt Passagiere verlieren, werden diese garantiert nicht bei Lufthansa sondern anderswo landen. Aber einen „Watschenmann“ zu haben, um von eigenen Probleme abzulenken, kann nicht schaden

Pech Nr. 2 für Air Berlin: Sie ist eine Fluggesellschaft und kein Rüstungsunternehmen. Da denkt der Bayrische Ministerpräsident nämlich ganz anders. Diese vorwiegend in Bayern liegenden Arbeitsplätze dürfen nicht gefährdet werden, siehe vor kurzem die Diskussion über Rüstungsexporte. Wohin? Interessanterweise u.a. nach Saudi Arabien und Katar. Also Rüstungsgüter in den Orient sind ok, Fluggenehmigungen kann man gerne streichen.
Da könnte man fast auf den schrägen Gedanken kommen, dass wohl oder übel der Scheich von Abu Dhabi demnächst Frau Merkel einen Besuch abstatten muss, wie kürzlich der Emir von Katar (da wäre eine laute Diskussion über das Wort „Unrechtsstaat“ angebracht gewesen), ein paar Panzerchen und anderes schießendes Gerät bestellen, dann könnte es auch mit den Luftfahrtgenehmigungen klappen.

Mit der Luftfahrt hat es unsere Bundesregierung ohnehin nicht besonders. Da wird eine ganze Branche mit der Luftverkehrssteuer „abgemolken“ von der inzwischen jeder weiß, wie schädlich sie für die deutsche Luftfahrt ist. Aber Herr Schäuble, will auf diese Steuer trotzdem nicht verzichten. Punkt.
Ach wie ist es schön, wenn sich unsere Kanzlerin in Brüssel für die Automobilbranche in die Bresche wirft und höhere (eigentlich schon vereinbarte) Abgasnormen verhindert, damit die deutsche Automobilbranche ihre Arbeitsplätze nicht gefährdet.

Angeblich soll sogar Bundesverkehrsminister Dobrindt letztlich die Entscheidung gegen Etihad getroffen haben (lt. Handelsblatt). Der hat es offensichtlich auch nicht so mit dem Luftverkehr. In seiner Haushaltsrede hatte er zum Luftverkehr keinen Satz anzumerken. Da steht er in der Tradition seines Vorgängers Peter Ramsauer. Der hat den Luftverkehr auch keinen einzigen Schritt vorwärts gebracht, sondern nur behindert (siehe unnötigen Flugstopp wegen Aschewolke und fehlendem Engagement gegen die Luftverkehrssteuer). Am Montag, 13.10.2014, ist wieder BTW-Treffen (BTW = Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft). Mit Schrecken denken die BBBs noch an das BTW-Treffen in 2010. Hauptredner war damals Ramsauer. Nicht seine Rede war das schreckliche (die BBBs hatten von seinem Auftritt nichts erwartet und wurden demzufolge auch nicht enttäuscht), sondern die Tatsache, dass er anschließend noch vom BTW „gepampert“ wurde: „Herr Ramsauer hat immer ein offenes Ohr für unsere Branche“. Falsch: er hatte „zwei“ offene Ohren, rechts ging die Botschaft hinein und in der gleichen Sekunde wieder links hinaus. Bravo, für so viel „offenes Ohr“.

Jetzt am Montag steht auf der BTW-Tagesordnung eine Podiumsdiskussion von vier Staatsekretäre/-innen (u.a. vom Verkehrsministerium) zum Thema: „Wirtschaftsfaktor Tourismus – in der Politik angekommen?“. Die BBBs erwarten wiederum nichts und werden demzufolge auch nicht enttäuscht sein. Aber wenn danach wieder geschmeichelt wird, wird zumindest eine Person den Saal verlassen.

Merke: Automobilbranche, Rüstungsindustrie, Pharmaindustrie, Agrarwirtschaft u.a. gehen die Politvertreter knallhart an (und haben deshalb Erfolg).
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Wegen vorübergehend technischer Probleme, haben die Abonnenten des BBB-Newsletters in dieser Woche gleich mehrere Newsletter bekommen. Entschuldigung.

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Dieses Themenhotel hat noch gefehlt….

Es ist manchmal schwierig sich in der „neuen“ Hotelwelt zurechtzufinden. Früher war das einfacher. Von einem Golfhotel hatte man eine klare Vorstellung. Ebenso von einem Wellnesshotel, wenngleich dann oft Erwartung und Realität etwas auseinander lagen. Aber worin unterscheiden sich Themenhotel, Konzepthotel, Designhotel und Lifestylehotel? Da wird es im Detail schon schwierig. Natürlich wollen die Veranstalter da nicht zurückstehen, siehe Sensimar und Sentido. Ob jeder BBB-Leser auf Anhieb weiß, was ist TUI und was ist Thomas Cook? Und was ist genau der Unterschied zu Purivda, Smartline, Primasol, Sunprime oder Viverde?

Wer es etwas ausgefallener will, hat inzwischen eine fast unbegrenzte Auswahl: vom Unterwasserhotel, Gefängnishotel, Baumhotel, Weinfässerhotel, Heuhotel, zum Hotel für Hobbits oder Hotel in einer Boeing 747, in einer Kirche oder in einer Stierkampfarena.

Besonders Pärchen stehen dabei oft im Fokus der Hotelanbieter, z.B. Liebes- oder Lovehotels für Hochzeitspärchen oder solche die es noch werden wollen oder vergessen haben „wie es war“, mit entsprechendem Interieur bzw. Accessoires. Danach kommen die Angebote der Clubhotels für „Kinder die mit ihren Eltern“ verreisen. Einige Jahre später versprechen die „adult only“-Hotels genau das Gegenteil.

Aber in dieser Reihe hat bislang etwas gefehlt. Die Divorce-Hotelkette bietet jetzt Scheidungshotels an. Diese Hotels sind nicht so schrecklich, dass man sich nach einem Aufenthalt vor Schreck scheiden lassen will (bekanntlich ist der 3. Urlaubstag der gefährlichste), sondern richten sich gezielt an Paare, die sich in ihrem Scheidungswillen sicher sind. Sechs Hotels in den Niederlanden und neuerdings eine Luxusherberge in den USA scheinen das Geschäftsmodel zu bestätigen. Bei einem 3-Tage-Hotelaufenthalt wird eine Scheidung quasi über das Wochenende versprochen. Man reist am Freitag als Paar an und am Sonntagabend als Single wieder ab. Dieses Wochenende muss man aber bereit sein, gemeinsam zu verbringen. Natürlich stehen pro Paar zwei Einzelzimmer zur Verfügung. Wenn man dem Hotelchef glauben darf, haben aber auch schon welche im Doppelzimmer übernachtet, „wie es angefangen hat, wollen wir es auch wieder beenden“. Sicherlich nicht im Stil eines Loveroom-Hotels.

Eigentlich wäre doch auch eines der Gefängnishotels dafür geeignet: Gefängnisatmosphäre Freitag und Samstag, um dann am Sonntagabend „entlassen“ zu werden.

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Die BBBs zeigen sich (fast) solidarisch …..

Am Dienstag streiken (mal wieder) die Lufthansa-Piloten. Die Bissigen Bemerkungen zeigen sich mit den Piloten solidarisch und streiken diese Woche ebenfalls.
Die BBBs erscheinen seit 2001 mit inzwischen 672 Ausgaben. Aus Letzterem lässt sich die hohe Regelmäßigkeit des Erscheinens ablesen. So langsam müssen wir aber auch an unsere Altersversorgung denken. Es reicht zur Zeit, wie bei den Piloten, immer noch zu zwei warmen Mahlzeiten täglich, aber im Umfeld sind schon Spartendenzen zu erkennen, die von den BBBs nicht akzeptiert werden können. Deshalb Streik! Natürlich wollen wir diesen Streik nicht auf dem Rücken unserer Kunden (sprich BBB-Leser bzw.-Leserinnen) austragen, insofern erklären wir uns auch hier mit den Piloten solidarisch und hoffen auf das Verständnis unserer Kunden.

Eigentlich sollten die BBBs aus den o.g. Gründen hier zu Ende sein. Aber leider müssen wir noch eine patriotische Pflicht erfüllen. Das Auswärtige Amt hat eine neue Reisewarnung herausgegeben und mit einem Rundum-Schlag vor unzähligen Zielen gewarnt. Aus irgendwelchen Gründen fehlen dabei die Warnungen vor dem Herbstblues (große Gefahr in den nächsten beiden Monaten), dem kalten Wasser in der Ostsee, den Schlaglöchern bei der Autofahrt in den Süden, den Maut-Abzockern in Österreich, Italien u.a., vor All Inclusive, Klauhuren auf Mallorca und was sonst noch alles vergessen wurde. Tourismus ist schon eine gefährliche Angelegenheit.

Zwei Warnungen des AA sollen aber besonders kommentiert werden. Zum einen die Warnung vor Reisen nach Ägypten. Das AA hat inzwischen so oft (unverständlicher) vor Reisen nach Ägypten gewarnt, dass dieser Reisehinweis so oft wiederholt wird, bis irgendwann …… Na, ja, Sie wissen schon.

Noch gefährlicher für den Tourismus ist jedoch die Reisewarnung für Japan, insbesondere für Fukushima. Jetzt ist Fukushima nicht gerade der Renner im Auslandstourismus der Deutschen, aber –Achtung- wir wissen wie allergisch die Kanzlerin auf das Wort Fukushima reagiert. Das letzte Mal hat sie neu über die Atomenergie nachgedacht, was dazu führte, obwohl Erdbeben und Tsunamis bei uns recht selten sind, dass sofort der Ausstieg aus der Atomenergie (einsam) beschlossen wurde. Wenn die Kanzlerin jetzt die Reisewarnung für Fukushima liest, könnte sein, dass sie neu über den Tourismus nachdenkt (falls sie schon mal darüber nachgedacht hat) und den Tourismus verbietet/einengt. Da vom Wirtschaftsministerium wenig Widerstand zu erwarten ist, weil der Stellenwert des Tourismus im Ministerium bekanntermaßen nicht sehr hoch ist, muss das Schlimmste befürchtet werden. Touristiker aller (Bundes-)Länder vereinigt Euch!

Ab jetzt sind die BBBs wieder im Streikmodus.

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Die Luftverkehrssteuer wird bald abgeschafft? Selten so gelacht!

In letzter Zeit erscheinen verstärkt Berichte darüber, wie stolz die Fluggesellschaften bzw. ihre Verbände seien, dass immer mehr Politiker für die Abschaffung der Luftverkehrssteuer seien. Da wird die Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Katherina Reiche (CDU), mit der Aussage zitiert: „Ja, wir überlegen ein Phasing-out“. Auf Deutsch heißt das, wir faseln kompliziert, machen aber garantiert nichts.

Namhafte Verkehrspolitiker beider Regierungsparteien, zitiert werden hier Michael Fuchs und Arnold Vaatz (beide CDU) und Hubertus Heil und Sören Bartol (beide SPD), seien für eine schrittweise Abschaffung. Wahrscheinlich denken sie dabei aber an Trippelschrittchen.

Auch Frau Zypries, Parlamentarische Staatsekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, macht den Airlines Mut und glaubt noch an eine Lösung in diesem Jahr. Auf gut Deutsch wieder, „es wird eine Lösung geben, ob sie den Airlines gefällt ist eine andere Frage“.

Selbst Verkehrsminister Dobrindt soll gesagt haben „die Bundesregierung könne in eine Situation kommen, eine andere Lösung zu finden“. Viel interessanter ist bei Dobrindt doch die Tatsache, dass er in seinem Beitrag zum Haushalt des Verkehrsministeriums, den Luftverkehr überhaupt nicht erwähnt hat. Klar, in seinen Augen ist die Luftverkehrssteuer so eine Art „Luft-Maut“ („wenigstens da haben wir eine Mautlösung gefunden“ – hat er natürlich nicht gesagt, aber vielleicht gedacht).

So liebe Luftfahrtgesellschaften, schreibt es Euch hinter Eure Ohren: Diese ganze Überzeugungsarbeit bei den Politikern aller Parteien („es werden immer mehr, die uns im Prinzip zustimmen“) ist vergeblich. Vergesst es, Ihr macht Euch etwas vor. Alles nur Schein-Erfolge! Dass Hinterbänkler nichts zu „Sagen“ haben, ist allgemein bekannt (warum haben wir eigentlich 631 Abgeordnete, wenn Sie faktisch nicht zur Willensbildung beitragen dürfen?). Aber wenn es um die Luftverkehrssteuer geht, haben sogar die „Vorderbänkler“ nichts zu sagen. Da entscheidet nur allein Wolfgang Schäuble und der hat erklärt, „es gäbe keinerlei Überlegungen an der Steuer etwas zu ändern“.

Das heißt eindeutig, entweder die Airlines „knacken“ Schäuble oder sie können die Abschaffung der Steuer vergessen. Die „Bearbeitung“ anderer Abgeordneter (damit diese Schäuble überzeugen) ist kein Umweg, sondern eindeutig ein Irrweg. Da machen sich die entsprechenden Lobbyisten nur etwas vor (toll wenn man sagen kann, wieviel Gespräche man geführt hat, bringt aber kein positives Ergebnis).

Natürlich könnte noch die Bundeskanzlerin Herrn Schäuble überzeugen, falls sie möchte. Aber spätestens nach dem letzten Spiegelartikel wissen wir, dass dafür entsprechende Umfrageergebnisse vorliegen müssten (angeblich werden vom Kanzleramt 150 Umfragen vor Jahr in Auftrag gegeben, zwecks „Hilfe“ bei der Regierungsmeinung). Also müssten die Fluggesellschaften ein Problembewusstsein in der öffentlichen Meinung schaffen, das ist absolut unrealistisch.
Was würde die berühmte „gute-Wünsche-erfüllen-Fee“ an dieser Stelle sagen? „Kann ich nochmal das Problem Schäuble hören?“.
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Der guten Ordnung halber: Die o.g. Namen und Zitate wurden aus einem Artikel von travel tribune entnommen.

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Kölle Alaaf

Eine der vielen Kölner „Weisheiten“ lautet „Et hät noch immer joot jejange“, frei übersetzt „Wir wissen es ist Murks, aber es hat bisher ja noch immer geklappt!“
Jetzt ist es wieder einmal „net joot jejange“. Die Rede ist von der fast schon legendären Kölner Bettensteuer (umgangssprachlich „Matratzen-Maut“), offiziell in Köln „Kulturförderabgabe“ genannt.

Dass dieses offensichtlich während des Karnevals formulierte Gesetz schief gehen würde, war den Bissigen Bemerkungen von Anfang an klar, siehe BBBs vom 15.11.2010 „Wer stoppt endlich diesen Schwachsinn“.
Bei der kölsche Fassung ist besonders lustig: Neben der eindeutig unzulässigen Vermischung von Geschäfts- und Privatreisen heißt es dort auch: „Die Kulturförderabgabe wird auf den Hotelpreis plus Mehrwertsteuer erhoben“, das bedeutet in Köln ist auch die Mehrwertsteuer Kulturabgabe pflichtig. Und für die so errechnete Kulturförderabgabe ist wiederum Mehrwertsteuer (7%) aufzuschlagen.
Kapiert? Wenn „Nein“, macht nichts, wenn „JA“, dann arbeiten Sie wahrscheinlich in der Kölner Kämmerei.

So ganz sicher, ob dies alles rechtens sei, war man sich in Köln aber doch nicht, denn es gab von Anfang an ein offizielles Formular der Stadt, auf der man als Hotelgast schon unter verschiedenen Gründen wählen konnte, warum man die Steuer für unzulässig halte. Grund: Sollte die Steuer irgendwann mal verworfen werden, würden jene Gäste, die diesen Einspruch eingelegt haben, ihr Geld (sprich Betten-Maut) zurückerhalten.

Inzwischen hat das Oberverwaltungsgericht Münster am 23.1.2013 entschieden, dass die Kölner Bettensteuer rechtswidrig und auch nicht rückwirkend heilbar sei. Und, weil die Gesetzeslage so eindeutig sei, entschied das Oberverwaltungsgericht, dass eine Revision gegen dieses Urteil nicht zugelassen sei.
Ende des Kölner Irrlaufes? Typisch kölsch wäre jetzt „Wat wells de maache?“ (zu deutsch: „weitere Anstrengungen lohnen sich nicht“).
Aber die Kölner Kämmerei reagierte anders: „Köln wird eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des OVG einlegen.“ (siehe BBB vom 29.4.2013: „Neues aus den Absurdistan-Filialen Berlin und Köln zum Thema Bettensteuer“).

Anfang September 2014 hat nun das Bundesverwaltungsgericht entschieden: die Kulturförderabgabe in Köln (und in Dortmund) ist in ihrer jetzigen Form rechtswidrig. Jetzt muss die Kölner Stadtkämmerin Gabriele Klug etwas machen, was jeder Stadtkämmerer fürchtet wie der Teufel das Weihwasser im Kölner Dom, nämlich die bisher eingenommene „Kulturförderabgabe“ in Höhe von 1,8 Mio. Euro zurückzahlen.
„Wat fott es, es fott“ zu Deutsch: „mal verliert man, mal gewinnen die Anderen“.

Ist nun, nach vier Jahren (!), die Stadtkämmerin Frau Klug endlich klug geworden? Nicht in Köln: „jetzt soll die die Frage einer rückwirkenden Anpassung der Satzung beraten und geklärt werden“. Vor einem Jahr war man sogar noch deutlicher: „selbst wenn diese neuerliche Satzung wiederum für rechtswidrig erklärt würde, würde man erneut eine weitere Satzung auf den Weg schicken und dies immer wiederkehrend für wenigstens acht Jahre.”
Bleibende Erkenntnis: „Jede Jeck es aners“, zu deutsch: Ober-Narr ist die Stadtkämmerin.
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Einige Airliner haben zu den letzten BBBs aufklärend folgendes geschrieben.
Ein Flug ist nach internationaler Definition zu Ende „wenn das Flugzeug seine Parkposition erreicht hat“, das Öffnen der Tür spielt hierbei keine Rolle. Bezogen auf den letzte Woche zitierten Fall bedeutet dies: Germanwings hat (wissentlich?) unrecht, wenn sie “Aufsetzen der Räder auf der Landebahn“ als Ende des Fluges bezeichnet haben. Ebenso hat der Europäische Gerichtshof unrecht, wenn er stattdessen „Öffnen der Tür“ als Flugende feststellen will.

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Sonst keine Sorgen?

1. PR-Aktion von Malaysia Airlines
Es ist schon schlimm genug, was innerhalb kurzer Zeit mit zwei Flugzeugen der Malaysia Airlines passiert ist. Deshalb sollte man annehmen, dass die Marketing-Abteilung dieser Fluggesellschaft besonders sensibilisiert sei. Denkste. Da starten diese „Nicht-Nachdenker“ doch tatsächlich eine PR-Aktion unter dem Slogan: „My Ultimate Bucket List“, was frei übersetzt wohl heißt, „was man alles vor seinem Tod noch gesehen haben sollte“. Für die originellsten Antworten sollte es Freiflüge nach Malaysia geben. Arbeiten bei Malaysia nur Roboter und keine Menschen in der Marketing-Abteilung?
Ok, etwas haben sie bei Malaysia doch hinzugelernt. Die Werbeaktion läuft zwar weiter, aber ab jetzt ohne Titel. Ich glaube es nicht.

2. Wann ist ein Flugzeug angekommen?
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden..… Da heißt es immer „kurz die Luft anhalten“, weil man nie weiß welche abstrakte Rechtsauffassung wieder vertreten wird. Jüngstes Beispiel: Wann ist ein Flugzeug am Ziel angekommen? Normalerweise hätte man gedacht, es sei mit touch down auf der Landebahn angekommen. Nein, sagt der Außerirdische, Entschuldigung Europäische Gerichtshof. Ankunftszeit sei „Öffnen der Flugzeug-Türen“. Im zu entscheidenden Fall war touch down mit 2:58 Std. Verspätung, aber Türöffnung mit 3.03 Std. Diese Feststellung war wichtig, weil bekanntlich erst nach 3 Stunden Anspruch auf Entschädigung besteht.
Begründung: Erst mit Öffnen der Tür könnten die Passagiere Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen und telefonisch notwendige Dispositionen treffen. Wie bitte? Erster BBB-Gedanke, muss man da nicht „etwas krank“ sein, um einen solchen Prozess zu führen? Ich sehe schon den ersten Passagier, der in einem vergleichbaren Fall die Flugbegleiter daran hindert, vor Ablauf der 3 Stunden die Tür zu öffnen.
Außerdem sind diese Richter wohl schon lange nicht mehr geflogen. Während des Rollvorganges wird doch ohnehin schon telefoniert.

3. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden …….
Eine solche Einleitung elektrisiert die BBBs ähnlich wie „der Europäische Gerichtshof hat entschieden“. Eigentlich wollten wir auf diese spezielle wissenschaftliche Erkenntnis, wie prima Urinieren ins Meer für die Pflanzen sei, nicht näher eingehen. Die BBBs schien es aber geboten, zur Sicherheit darauf hinweisen, dass vom Meer die Rede war und nicht vom Hotelpool.
Für jene Leser, die auch an einem solchen Thema Spaß haben, sei gesagt, dass ein Wal täglich 970 Liter Urin ins Meer ablässt. Auch das haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden.

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Aus gegebenem Anlass heute nur “gute“ oder „gut gemeinte“ Nachrichten

Gute Nachrichten

1. Die Wünsche der Bissigen Bemerkungen von letzter Woche wurden erfüllt.
Wir hatten den Bardabunga gebeten nicht am Wochenende auszubrechen. Er hat sich daran gehalten, zur großen Enttäuschung von BILD und Co. Die hatten am Wochenende eine Horrornachricht (Alarmstufe Rot, Wie lange können Flugzeuge noch fliegen) nach der anderen herausgefeuert, die allerdings mit der Realität wenig gemein hatten. Offensichtlich waren die Redaktionen auf „Ausbruch getrimmt“ und wollten die vorgefertigten Nachrichten nicht in den Schubladen verkommen lassen.
Auch das Verkehrsministerium hat die BBB-Wünsche „auf vorbereitet sein“ erfüllt. Am Donnerstag wurde eine Pressemeldung verbreitet, dass das „spezielle Messflugzeug“ zur Messung der Vulkanasche sofort startbereit sei. Außerdem könnten die Stationen des Infrarot-Laser-Messnetzes sofort in Betrieb genommen werden. Wow, soviel Vorsorge sind wir seit Ramsauers Zeiten nicht mehr gewohnt.

2. Wowereit lässt die Air Berlin-Aktie steigen
Allein Klaus Wowereits Rücktritt werden viele schon als gute Nachricht gesehen haben. Aber etwas anderes war faszinierender. Da arbeiten die Air Berlin-Bosse seit Wochen an einer neuen Strategie um die AB-Aktie zum Steigen zu bringen und Super-Klaus schafft das fast mit einem Fingerschnippen: Er tritt einfach zurück und sofort steigt die Air Berlin Aktie.
Allerdings um genau zu sein, Wowereit ist nicht zurückgetreten, er hat es nur angekündigt. Das ist typisch Berliner Art, es wird viel angekündigt, wann es dann sein wird steht in den Sternen (Wowereit wird doch nicht?).

3. Was verbindet Berlin-Tempelhof mit der Stadt Ahlen?
Die BBB-Leser mögen sich erinnern, wie Wowereit fast in einem persönlichen Krieg (warum eigentlich?) den Berlinern den Flughafen Tempelhof „abgeschossen“ hatte. Inzwischen wissen fast alle (die BBBs haben es schon damals geschrieben), dass sowohl die rechtliche wie auch die wirtschaftliche Begründung in keiner Weise stichhaltig waren/sind.
Wie kommen wir nun zur Stadt Ahlen in NRW? Ahlen ist die Partnerstadt von Berlin-Tempelhof. Ahlen hat jetzt zwar keinen Flughafen verloren (haben ja keinen), aber quasi ein Flugzeug. Seit 12. März 2012 flog ein Lufthansa Airbus mit dem Namen „Ahlen“ (große Freude in der Stadt). Jetzt war exakt dieses Flugzeug zu Wartungsarbeiten in einer spanischen Werft. Als das Flugzeug die Werft verließ hieß es überraschender Weise „Hanau“. Das ist kein Märchen der Hanauer Gebrüder Grimm, es ist tatsächlich so. Laut Lufthansa-Sprecher sei es ein „Versehen“ das korrigiert werde.
Ein aktueller Blick in die offizielle Lufthansa-Flotteninformation zeigt allerdings, dass die D-AIZH, so das Kennzeichen obigen Flugzeugs, „Hanau“ heißt. Eine „Ahlen“ gibt es dort offiziell nicht. Sitzt einer der Nachfolger der Gebrüder Grimm in der Lufthansa-Pressestelle?

„Gut gemeint“ ist das Gegenteil von „gut gemacht“

4. Kommentar von BILD.de zum Pilotenstreik Lufthansa
Soll man sich wirklich über BILD aufregen? Eigentlich nicht. Aber der Kommentar des Chefredakteurs (!) von BILD.de zum Streik ist so daneben, da muss dann selbst heute noch „gebissen“ werden. Er wollte pro Streik schreiben und bemühte den „Lufthansa-Pilot“ als deutschen Mythos. Jetzt das unglaubliche Zitat: „Er steht dafür, dass Lufthansa nicht abstürzt. Er steht für das tadellose, heldenhafte Verhalten bei der Entführung der „Landshut“. Er steht dafür, dass all die deutschen Ingenieure, Kaufleute, Erfinder, Unternehmer, Mittelständler, Maschinenbauer sicher um die Welt fliegen, ihre Waren verkaufen und unseren Wohlstand mehren. Die Piloten wollen ihre Betriebsrente behalten. Gebt sie ihnen. Sie fliegen Deutschland.“ Zitat Ende.
Wir wissen nicht was der Bild.de-Chef so morgens frühstückt, aber die Auswirkung ist heftig. Dagegen ist „Post von Wagner“ direkt konventionell. Bestimmt würde sich selbst der Vorsitzende der VC Cockpit für diesen Text schämen.

5. Pilot der Turkish Airlines macht öffentlichen Heiratsantrag
Ein Heiratsantrag ist etwas Schönes und ein außergewöhnlich formulierter Heiratsantrag ist etwas besonders Schönes. Also flötete ein Pilot der Turkish Airlines auf dem Flug von Van nach Istanbul über das Lautsprechersystem an seine Angebetene: „Vor den Wolken, den Vögeln und dem Himmel“ bat er seine mitreisende Freundin, „jede Sekunde meines Lebens mit mir zu verbringen. Willst du mich heiraten?“. Der Pilot kam danach in die Kabine und streifte der „Künftigen“ den Ring über.
Sicherlich wird demnächst bei BILD.de eine Gehaltserhöhung für diesen „tapferen“ Piloten gefordert. Die BBBs jedoch werden künftig vor jedem Start den Familienstatus des Piloten abfragen.

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Was bedeutet der Streik für die Reisenden

„Was bedeutet der Streik für die Reisenden“
HR-Radio, 25.8.2014

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Der neue Eyjafjallajökull heißt Bardarbunga

Treue BBB-Leser wissen natürlich wovon die Rede ist. Denn in den BBBs vom 21.2.2011, „Kennen Sie Bardarbunga?“, wurde schon vor dem isländischen Vulkan gewarnt. Jetzt, also 3 ½ Jahre danach, scheint Bardarbunga (Kosenamen: „Bunga-Bunga“) wild entschlossen für Ärger zu sorgen. Soweit die schlechte Nachricht.

Jetzt kommen wir zur guten Nachricht und auch diese kennen treue BBB-Leser bereits. Am 25.11.2013 schrieben die BBBs „Nie wieder Eyjafjallajökull“. Woher kam der Optimismus?

Durch eine neuartige Technologie (AVOID – Airborne Volcanic Objekt Imaging Detector) kann man inzwischen eine Aschewolke aus 100 Km Entfernung identifizieren und aus 60 Km Entfernung die genaue Konzentration ermitteln. Um es kurz zu machen: Dadurch könnte man künftig durch leichte Kurskorrekturen entsprechende Aschewolken umfliegen.

Alles gut? Um sicher zu gehen haben die BBBs trotzdem noch einige Wünsche:

1. Lieber Bardarbunga,
wenn du schon ausbrechen willst, dann bitte nicht an einem Wochenende. Für die Reisebranche ist zwar Krisenmanagement am Wochenende eine Selbstverständlichkeit, aber dies gilt leider nicht für die gewöhnliche deutsche Amtsstube. Wir erinnern uns, das Forschungsflugzeug des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums konnte damals am Wochenende nicht starten, weil es erst am Montag umgerüstet werden konnte.

2. Lieber Deutscher Wetterdienst,
denke bitte daran, wenn man sechs Lasermessgeräte besitzt, dann muss man nicht gleichzeitig fünf Geräte in Wartung geben. Man könnte so etwas nach und nach machen. Bitte kontrolliere das noch einmal.

3. Lieber Verkehrsminister,
Du hast so viele Probleme mit Deinem Lieblingskind „Maut“, halte Dich aus dem Luftverkehr und seinen spezifischen Problemen einfach heraus, so wie Du es die ganze Zeit schon machst. Die Fluggesellschaften werden notfalls das Aschethema schon sicher und vernünftig alleine regeln.

Und zuletzt noch etwas: Liebe Isländer, warum gebt Ihr Euren Vulkanen so komplizierte Namen. Macht es doch so wie TUI-Cruises und nennt sie einfach „Mein Vulkan 1“, „Mein Vulkan 2“, Mein Vulkan 3“ usw. Danke.

Wegen diesem aktuellen Thema mussten leider andere „wichtige“ Themen zurückgestellt werden, z.B.
– Der Lufthansa-Airbus, der unter falschem Namen durch Europa fliegt,
– der „Aufstand der Bereisten“ in Kreuzberg, weil Rollkoffer keine Gummirollen haben,
– Kampf gegen Flugangst mit „Miau-TV“
Diese „heißen“ Themen dann eben in der nächsten Woche.

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