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Freitag der Dreizehnte: Das Comeback der Bissigen Bemerkungen

Hallo, da sind wir wieder. Eigentlich war Mitte November nur eine zweiwöchige „schöpferische“ Pause geplant, leider sind daraus neun Wochen geworden. Und ehrlich gesagt, ließ die Regelmäßigkeit seit August ohnehin schon zu wünschen übrig. Gute Vorsätze 2017? U. a. wieder „regelmäßige“ Bissige Bemerkungen!

Aus der Vielzahl von Themen, die in der Zwischenzeit „ungebissen“ geblieben sind, haben wir uns zwei ausgesucht.
1. „Wir sind fertig mit dem Ding, wenn wir mit dem Ding fertig sind“.
2. In Leipzig beginnt ein Prozess, der seit Jahren überfällig ist.
Zu guter Letzt kann ich mir nicht verkneifen darauf hinzuweisen, wen ich im Dschungelcamp vermisse.

„Wir sind fertig mit dem Ding, wenn wir mit dem Ding fertig sind“
Dieser sehr inhaltsschwere Beitrag stammt von Brandenburgs-Ministerpräsident Woidke und reiht sich nahtlos an den legendären Spruch von Hartmut Mehdorn „Der BER wird immer fertiger und fertiger“ ein.

Bei dem Herumgeeiere wann der Flughafen fertig wird, wissen wir jetzt nur eines: Die offizielle nächste Verschiebung des Eröffnungstermins ist schon wieder verschoben worden. Irre, nicht wahr. Wie fragten die BBBs schon am 2. März 2015? Haben Sie am 23.11.2017 schon etwas vor? Dann sind 2000 Tage seit der letzten „Nichteröffnung“ vergangen. Es würde mich nicht wundern, wenn der neue Berliner Senat an diesem Tag ein Fest veranstalten würde: „Flughafen-Eröffnungen kann jeder feiern, Flughafen-Nichteröffnungen aber nur wir in Berlin.“ Utopie? Warten wir es ab. Jeder Tag der Nichteröffnung kostet „nur“ 1,3 Mio Euro, da würden die Kosten für eine Party unwesentlich sein.

„Nicht alle werden die Eröffnung des BER noch erleben“, stellte die Süddeutsche Zeitung am 29.12.16 fest. Das ist nicht sehr bösartig, denn der neue BER-Baufortschrittsbericht meldet: Baufortschritt gegenüber letzter Meldung 0,0%. Immerhin kein Minuszeichen davor.

Aber vielleicht gibt es auch ein ganz anderes Problem. Zitieren wir noch einmal Hartmut Mehdorn, der sagte im März 2015: „Der BER ist unterwegs. Er bewegt sich“. Hat schon mal einer nachgesehen, ob der BER überhaupt noch da ist?

In Leipzig beginnt ein Prozess, der seit Jahren überfällig ist
Endlich beginnt in dieser Woche der Prozess gegen drei ehemalige Unister-Manager (alles reine Unschuldslämmer) vor dem Landgericht Leipzig. Schon 2012 hatten DIE Welt („Abzock Imperium Unister“), computerbild (die Tricks des Abzock Imperiums) u.a. vor den Machenschaften von Unister gewarnt. Keine Ahnung wer da in der Vergangenheit gebremst hatte.

Auch die BBBs hatten schon im September 2013 gelästert, als das Branchenfachblatt fvw über einen DRV Präsidenten Thomas Wagner nachdachte: „Da muss wohl Stromausfall in der Redaktion gewesen sein und man hatte nicht gesehen, welcher Name da versehentlich geschrieben war“.

Und das habe ich auch noch in einer BBB vom März 2015 gefunden: „Der DRV freut sich, dass Unister als Mitglied des DRV aufgenommen werden konnte“. Und weiter hieß es in der Pressemeldung: „Zugleich unterstreicht dies den Anspruch des Verbandes, die gesamte Reisebranche mit all ihren Segmenten zu vertreten“. Ist Unister eigentlich noch Mitglied im DRV?

48 Seiten Anklageschrift sollen zu Prozessbeginn verlesen werden, das kann nur eine Kurzfassung der Vorwürfe sein. Einer der Anwälte des Angeklagten Daniel Kirchhof (ex Finanzchef) ist, lt. DIE WELT, übrigens Arndt Hochstädter, der zuletzt einer der Organisatoren des Leipziger Pegida-Ablegers Legida war. Was sich immer Leute zusammenfinden.
Lt. FAZ will die Staatsanwaltschaft auch Reiner Calmund (ex Clown für fluege.de) als Zeuge laden. Ich lache mich kaputt. Der wird wie immer endlos labern und sich entschuldigen mit „ich habe meinen Jungs“ vertraut. Manfred Krug und die Telekom-Aktie lassen grüßen.

Zuletzt, das kann ich mir heute, zu Beginn des neuen Dschungelcamps nicht verkneifen: Warum ist Vural Öger eigentlich nicht im Dschungelcamp dabei? Seine neuere Vita würde doch dazu passen.

In der Zwischenzeit war ich auch an anderer Stelle fleißig und werde es auch künftig sein. Auf dem Luftverkehrs-Nachrichtenportal airliners.de erscheint alle 14 Tage donnerstags (in der Regel um die Mittagszeit) die Kolumne „Die Born-Ansage“. Sie finden diese unter www.airliners.de/thema/die-born-ansage. Dort kann man auch die bisher erschienenen 50 Kolumnen sehr einfach nachlesen. Da ist bestimmt vieles dabei was auch Ihr Interesse finden wird.

Der BBB-Newsletter wird übrigens künftig immer dienstags und nicht montags wie bisher erscheinen.

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Dschungelcamp und Touristik

Nein, ich war nicht im Dschungelcamp (die ausgefallenen BBBs letzte Woche hatten andere Gründe). Nein, Dschungelcamp, das muss ich nicht haben, dafür habe ich zu lange in der Touristik gearbeitet. Nein, ich habe auch keine einzige Sendung des diesjährigen Dschungelcamps gesehen. Ich habe am Sonntag nur einige redaktionelle Zusammenfassungen (Stern, Spiegel u.a.) gelesen (das genügt, um daraus eigene Bewertungen abzuleiten). Der Löwendompteur springt ja auch nicht persönlich durch den brennenden Reifen.

Als ich gelesen hatte, die Stärke des diesjährigen Dschungelkönigs Menderes sei, „Dinge zu erdulden“ (Zitat Stern online), da musste ich an unsere Lieblingstouristen denken, die sich mühsam durchs Internet quälen, um vermeintlich einige Euros zu sparen, die ihnen kurz vor der endgültigen Buchung durch ominöse Gebühren dann doch wieder abgenommen werden. Am Flughafen müssen sie ihr Gepäck oft selbst einchecken, stellen sich klaglos in eine Schlange (Achtung Wortspiel zu Dschungelcamp) vor der Sicherheitskontrolle, um Unsinniges über sich ergehen zu lassen. Die letzte Wasserflasche wird abgegeben, um unmittelbar nach der Kontrolle neue Wasserflaschen zu kaufen. Sie steigen in immer enger bestuhlte Flugzeuge und bekommen nichts Gescheites zu essen. In den Hotels nehmen sie das Zimmer, das man gerade zugeteilt hat, unabhängig ob es so gebucht wurde und bei All-Inclusive hauen sie rein, egal was es zu Essen und Trinken gibt.

Menderes, Deine Stärke sei Dinge zu erdulden. Was kannst Du mit dieser Fähigkeit nun anfangen? „Eine Putzfirma gründen“, schlägt der Stern vor. Ich habe eine bessere Idee, werde doch halbprofessioneller Hoteltester für Holidaycheck (gerade letzte Woche entdeckt, dass es so etwas tatsächlich gibt). Das ist etwas ganz Tolles, man besucht verschiedene Urlaubshotels, um im Auftrag von Holidaycheck Fehler zu finden. Und man freut sich dann wie irre, wenn man unglücklich untergebracht ist, um darüber zu berichten und dann ganz schnell in das nächste Hotel zu sausen um sich neues Leiden zu suchen. Einige mit echter Bauernschläue ziehen dabei ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Holiday Check“ an (im Ernst!). Da gilt dann die einfache Regel: Je mieser das Hotel, desto mehr zeigt das T-Shirt Wirkung.

Jetzt werden einige Touristik-Profis sagen, wenn doch nur alle Kunden so duldsam und auch so dankbar wären wie der neue Dschungelkönig. Da gibt es schließlich auch andere. Aber diesen Typen haben „wir“ in der Endabstimmung des Camps klar unsere Meinung gezeigt: Krawallos, die immer Kasalla machen, mögen wir ebenso wenig wie Aufgeblasene (Achtung Wortspiel zum Dschungelcamp).

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Neuester Plan bei RTL: Dschungelcamp für Touristikbosse

Kaum ist die vierte Staffel des Dschungelcamps mit Rekord-Einschaltquoten zu Ende, planen die RTL-Bosse schon einen neuen Coup: Dschungelcamp für Touristikbosse.

Es war fast zu erwarten, dass die Fernsehmacher auf die Touristikbranche stoßen würden. Die Überlegung war schließlich einfach und zwingend. Wer leidet im Moment etwas an Publicity und könnte dringend zusätzliches Einkommen brauchen?

Da die Bissigen Bemerkungen als Berater für die neue Show angeworben wurden, bitten wir Sie liebe Leserinnen und Leser um Vorschläge: Wen möchten Sie im Dschungelcamp sehen? Und bitte mit Begründung warum?

Sollen insbesondere touristische Altstars ausgesucht werden? Sie bräuchten schließlich neue Publicity besonders und Altstars scheinen ja beim Publikum „in“ zu sein.

Oder denken Sie mehr an aktuelle Touristikmanager?

Wie wäre es zum Beispiel mit Michael O`Leary? Den würden die Zuschauer (und mancher Flughafenboss) bestimmt zu jeder Dschungelprüfung schicken und bis zuletzt im Dschungel lassen, damit er lernt wie man sich als Ryanair-Passagier fühlt.

Wie wäre es zum Beispiel mit Hans Rudolf Wöhrl? Seinem Publicity-Drang würde es sicherlich gut tun. Wenngleich hier die Gefahr wäre, dass er RTL anschließend das Camp für 1 Euro abkaufen würde um es dann für viel Geld weiter zu verscheuern. Auch nicht schlimm, nach dieser Staffel könnte es ohnehin keine bessere mehr geben.

Wie wäre es mit Willy Verhuven? Seine Senkung des Treibstoffkostenzuschlages finden die Kunden toll. Aber die Konkurrenten wünschen ihn dafür in den Dschungel.

Oder wie wäre es mit den Firmenbossen, denen gerade ein russischer Investor abhanden gekommen ist? Frisches Geld wäre ja nicht schlecht. Aber da gibt es auch Bedenken.
Achim Hunold von Air Berlin würde schon nach der ersten Folge rufen: „Hilfe holt mich raus, ich bin ein Star“. Schließlich wird er noch in Hannover als Knecht Ruprecht gebraucht um die Mitarbeiter von TUIfly von einer (eigentlich ohnehin sinnvollen) neuen Strategie zu überzeugen.
Vural Öger hat auch seinen Russen verloren. Aber wenn man Öger fragen wird, was im Moment schlimmer sei: russischer Investor weg oder Dschungelcamp oder SPD-Abgeordneter sein? Die Antwort kennen wir wahrscheinlich.

Oder können Sie sich Ernst Hinsken, den Tourismusbeauftragten der Bundesrepublik im Dschungel vorstellen? Warum nicht, bringt er doch eine Menge Erfahrung aus dem Berliner Polit-Dschungel mit.

Oder denken wir an Prof. Gerd Stöwer vom Flughafen Münster/Osnabrück. Sorry, dass wir seinen Namen hier erwähnen, weil er von der Person her nun wirklich nicht in das Dschungelcamp passen würde. Aber bei seiner Erfahrung mit Bachneunaugen und Fledermäusen hat er wahrscheinlich mehr Fachkenntnisse als alle anderen zusammen.

Für jemanden aus der Hotelbranche könnte es auch interessant sein. So schnell wie man hier zu 5 Sternen kommen kann!

Aber bitte niemanden von Condor vorschlagen. Beim nächsten Aschermittwochs-Fischessen würde ich mir nicht trauen etwas vom Fisch-Buffet zu nehmen.

Und zuletzt noch die aller heikelste Frage. Wer soll das Luder im Camp sein?

Auch da haben die Bissigen Bemerkungen schon eine Idee, denn unabhängig von Ihren Leser-Vorschlägen hat der Autor dieser Zeilen sich schon mal zehn Namen notiert und denkbare Gespräche und Diskussionen zwischen den Kontrahenten aufgeschrieben. Eine echte Hammer-BBB. Beim nochmaligen Lesen dieser Bissigen Bemerkungen wurde die inhaltliche Brisanz deutlich und damit die Gefahr als realistisch gesehen, danach zehn (allerdings evtl. ohnehin nicht vorhandene) Freundschaften zu verlieren. Deshalb wurde das Manuskript in einen Tresor gelegt und darf erst nach dem Tode des Verfassers (zusammen mit anderen aus den gleichen Gründen dort liegenden bislang unveröffentlichten Kracher-BBBs) der Leserschaft zur Kenntnis gebracht werden.
Aber vielleicht kommen Sie verehrte Leser und Leserinnen zu ähnlichen Erkenntnissen, die würden wir dann vollkommen skrupellos veröffentlichen und die eigenen Gemeinheiten dabei unterschmuggeln.

Die Bissigen Bemerkungen freuen sich auf Ihre Post.

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