Person | Interviews | Vorträge | Veröffentlichungen | Kontakt

Air Berlin hat beim Luftfahrtbundesamt offensichtlich schlechte Karten, warum eigentlich?

Lt. dpa hat das Luftfahrtbundesamt entgegen seiner bisherigen langjährigen Praxis 34 gemeinsame Flugverbindungen (sog. Code-share-Flüge) von Etihad mit Air Berlin untersagt. Der Fluggesellschaft seien außerdem noch andere Verkehrsrechte verweigert worden. Die Behörde nannte aber weder Details noch Gründe für ihre Entscheidung.

Diese Entscheidung, die formal gegen Etihad gerichtet ist, trifft aber in hohem Maße die wirtschaftliche Entwicklung von Air Berlin. Man kann sicherlich über die intensive Zusammenarbeit von Air Berlin mit Etihad (Abu Dhabi) unterschiedlicher Meinung sein, aber zumindest hat dies bei der Sicherung der Arbeitsplätze von Air Berlin geholfen.

Dass die Behörde sich über die Entscheidung ausschweigt, lässt auch Böses vermuten. Schauen wir doch mal hinter die Kulissen. Die vorherige Code-share Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes wurde massiv von der Landesregierung Bayern und der Landesregierung Hessen angegangen, angeblich um die Interessen der Flughäfen München und Frankfurt zu schützen.
Pech Nr. 1 für Air Berlin, ihre starken Abflughäfen heißen Düsseldorf und Berlin.

Auch „Lufthansa ist Sturm dagegen gelaufen“ (Zitat Handelsblatt). Wer allerdings denkt, alles was Air Berlin schadet würde Lufthansa nützen, irrt. Lufthansa muss ihre eigenen Hausaufgaben machen, ihre Probleme sind ganz andere. Sollte jedenfalls Air Berlin/Etihad jetzt Passagiere verlieren, werden diese garantiert nicht bei Lufthansa sondern anderswo landen. Aber einen „Watschenmann“ zu haben, um von eigenen Probleme abzulenken, kann nicht schaden

Pech Nr. 2 für Air Berlin: Sie ist eine Fluggesellschaft und kein Rüstungsunternehmen. Da denkt der Bayrische Ministerpräsident nämlich ganz anders. Diese vorwiegend in Bayern liegenden Arbeitsplätze dürfen nicht gefährdet werden, siehe vor kurzem die Diskussion über Rüstungsexporte. Wohin? Interessanterweise u.a. nach Saudi Arabien und Katar. Also Rüstungsgüter in den Orient sind ok, Fluggenehmigungen kann man gerne streichen.
Da könnte man fast auf den schrägen Gedanken kommen, dass wohl oder übel der Scheich von Abu Dhabi demnächst Frau Merkel einen Besuch abstatten muss, wie kürzlich der Emir von Katar (da wäre eine laute Diskussion über das Wort „Unrechtsstaat“ angebracht gewesen), ein paar Panzerchen und anderes schießendes Gerät bestellen, dann könnte es auch mit den Luftfahrtgenehmigungen klappen.

Mit der Luftfahrt hat es unsere Bundesregierung ohnehin nicht besonders. Da wird eine ganze Branche mit der Luftverkehrssteuer „abgemolken“ von der inzwischen jeder weiß, wie schädlich sie für die deutsche Luftfahrt ist. Aber Herr Schäuble, will auf diese Steuer trotzdem nicht verzichten. Punkt.
Ach wie ist es schön, wenn sich unsere Kanzlerin in Brüssel für die Automobilbranche in die Bresche wirft und höhere (eigentlich schon vereinbarte) Abgasnormen verhindert, damit die deutsche Automobilbranche ihre Arbeitsplätze nicht gefährdet.

Angeblich soll sogar Bundesverkehrsminister Dobrindt letztlich die Entscheidung gegen Etihad getroffen haben (lt. Handelsblatt). Der hat es offensichtlich auch nicht so mit dem Luftverkehr. In seiner Haushaltsrede hatte er zum Luftverkehr keinen Satz anzumerken. Da steht er in der Tradition seines Vorgängers Peter Ramsauer. Der hat den Luftverkehr auch keinen einzigen Schritt vorwärts gebracht, sondern nur behindert (siehe unnötigen Flugstopp wegen Aschewolke und fehlendem Engagement gegen die Luftverkehrssteuer). Am Montag, 13.10.2014, ist wieder BTW-Treffen (BTW = Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft). Mit Schrecken denken die BBBs noch an das BTW-Treffen in 2010. Hauptredner war damals Ramsauer. Nicht seine Rede war das schreckliche (die BBBs hatten von seinem Auftritt nichts erwartet und wurden demzufolge auch nicht enttäuscht), sondern die Tatsache, dass er anschließend noch vom BTW „gepampert“ wurde: „Herr Ramsauer hat immer ein offenes Ohr für unsere Branche“. Falsch: er hatte „zwei“ offene Ohren, rechts ging die Botschaft hinein und in der gleichen Sekunde wieder links hinaus. Bravo, für so viel „offenes Ohr“.

Jetzt am Montag steht auf der BTW-Tagesordnung eine Podiumsdiskussion von vier Staatsekretäre/-innen (u.a. vom Verkehrsministerium) zum Thema: „Wirtschaftsfaktor Tourismus – in der Politik angekommen?“. Die BBBs erwarten wiederum nichts und werden demzufolge auch nicht enttäuscht sein. Aber wenn danach wieder geschmeichelt wird, wird zumindest eine Person den Saal verlassen.

Merke: Automobilbranche, Rüstungsindustrie, Pharmaindustrie, Agrarwirtschaft u.a. gehen die Politvertreter knallhart an (und haben deshalb Erfolg).
———————-
Wegen vorübergehend technischer Probleme, haben die Abonnenten des BBB-Newsletters in dieser Woche gleich mehrere Newsletter bekommen. Entschuldigung.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

BRD = Bananen Republik Deutschland?

Die aktuelle Diskussion um den (eingestandenen) Steuerbetrüger Hoeneß, vormals aggressiver Saubermann der Nation (und gerade diese Scheinheiligkeit nervt so besonders), zeigt wie schlimm es gewesen wäre, wenn das von Schäuble favorisierte Steuerabkommen mit der Schweiz, Realität geworden wäre. Man kann jetzt mal die Größenordnung erkennen, mit der Diebstahl gegenüber der Allgemeinheit (denn nichts anderes ist Steuerhinterziehung), unsanktioniert mit dem Mantel des Schweigens hätte überdeckt werden sollen.

Diese Dreistigkeit vor Augen, mit der ganz gezielt einem bestimmten Personenkreis in Deutschland ein Gefallen getan werden sollte, findet man gleich weitere skandalöse Dinge in unserem Land. Ziemlich schnell merkt man auch, wenn man einige aufzählen will, dass man unvermittelt eine fast unendliche Aufzählungsreihe erstellen müsste. Deshalb nur eine kleine Auswahl um sich etwas Luft zu machen.

1. Seit zehn Jahren scheitert in Deutschland die Ratifizierung einer UN-Konvention gegen Abgeordnetenbestechung und Korruption, die inzwischen in 160 Staaten der Erde ratifiziert wurde. Deutschland steht als „Nicht-Ratifizierer“ in einer edlen Reihe mit Syrien, Saudi-Arabien, Sudan, Nordkorea und einigen weiteren Kadetten dieser „demokratischen Größenordnung“. Diese Angelegenheit ist inzwischen der deutschen Wirtschaft so peinlich, dass im letzten Jahr die Vorstandschefs von 35 Dax – Konzernen in einem Brandbrief die Regierung zur Ratifizierung aufforderten.

2. Gleichzeitig werden Staatschefs korruptester Staaten wie z.B. von Afghanistan (Platz 176 und damit Vorletzter in der weltweiten Korruptionsliste) weiter finanziell unterstützt, wobei unbestritten ein Großteil des Geldes in die Privattasche von Staatschef Karzai und seinem Clan fließt. Gleichzeitig unterstützt dieser eine rückwärts gerichtete Gesetzgebung gegen ohnehin nur Mindestrechte von Frauen (Frauen dürfen künftig nur wieder in Begleitung männlicher Verwandten in die Öffentlichkeit und Männern ist „jederzeit“ erlaubt ihre Frauen zu schlagen).

3. Da mordet über ein Jahrzehnt eine rechte Bande quer durch die Republik, direkt vor den Augen des Verfassungsschutzes und offensichtlich zumindest indirekt mit finanzieller Unterstützung des Verfassungsschutzes. Im Zuge der viel zu spät eingeleiteten Aufklärung werden „versehentlich“ Akten geschreddert und wesentliche Tatsachen verschwiegen. Der jetzt anstehende Prozess ist eine einzige Peinlichkeit schon bevor er begonnen hat. Journalistenplätze werden im Windhundverfahren (bei teilweiser Vorab-Information an ausgewählte Journalisten) vergeben, bei dem ausländische Medien auch wieder zufällig keine Plätze bekommen haben. Erst das Eingreifen des Verfassungsgerichtes beendete das unwürdige Schauspiel. Obwohl mit drei zusätzlichen Stühlen im Saal Rechtsfrieden hätte hergestellt werden können, rächt (?) sich das Gericht mit einem über sechs DIN-A-4 Seiten erklärten neuen Verfahren per Los. Fehlte gerade noch, dass man sich für die Verlosung das defekte Lottoziehungsgerät ausleihen würde.

4. Aber das Verfassungsgericht muss ja auch permanent die Gesetzgebung korrigieren. Über Monate hinweg gab es in Deutschland kein gültiges Wahlrecht. Was hätte man sich da den Mund zerrissen, wenn so etwas beispielsweise in Griechenland passiert wäre. Schon 2008 hat das Bundesverfassungsgericht eine Änderung angemahnt. Als diese 3 Jahre später kam, wurde diese umgehend vom Verfassungsgericht wieder kassiert. Jetzt, nach langer Zeit in der man in Deutschland nicht gültig hätte wählen können, wurde eine Einigung erzielt. Diese stinkt aber gewaltig zum Himmel. Hatten wir in Deutschland mit 620 Abgeordneten ohnehin eines der größten (leider nur zahlenmäßigen) Parlamente, werden wir es nach der Neuregelung, die eine Aufblähung des Parlamentes auf ca. 670 Abgeordnet bringen wird, endgültig auf einen weltweiten Spitzenplatz hieven. Nur noch knapp hinter Nordkorea und nach China, aber vor Indien, USA und Russland, werden wir dann das drittgrößte Parlament der Erde haben. Parallel dazu hat sich auch die Zahl der Mitarbeiter unserer Bundestagsabgeordneten in den letzten 10 Jahren von 3.700 auf über 6.000 erhöht (mit steigender Tendenz in der neuen Legislaturperiode).

5. Fast noch schlimmer ist das Thema Hilfsfond für Opfer sexuellen Missbrauchs. Mit viel Lärm wurden im April 2010 ein Runder Tisch hierzu und ein Hilfsfond von 100 Millionen Euro angekündigt. Jetzt drei Jahre später, traf der Runde Tisch (mit den Ministerinnen Schröder und Leutheuser-Schnarrenberger) zusammen, um überrascht festzustellen, dass man in der Zwischenzeit nichts getan hatte. Es gibt keinen Fond, keinen großen, noch nicht mal einen kleinen. Es wurde tatsächlich in diesen drei Jahren zu diesem Thema nichts gemacht. Und festgestellt wurde dies in besagter Sitzung.

6. Lassen wir aus Zeitgründen weg, wozu man noch etwas ausführen könnte. Vor einiger Zeit verkündigte ein Regierungssprecher auf Anfrage, dass über 80 Vertragsverletzungs-Verfahren von der EU gegenüber Deutschland anhängig sind, 26 davon beträfen nicht umgesetzte Richtlinien. Führen wir nicht besonders aus, dass die Kanzlerin alle Welt zum brutalen Sparen auffordert, wir aber selbst in einem Jahr sprudelnder Steuereinnahmen weitere Schulden in zweistelliger Milliardenhöhe aufgenommen haben. Erwähnen wir nicht besonders, dass vom Bundestag ein skandalöses Gesetz über die Verwendung der Einwohnermeldeämter-Daten beschlossen wurde. Als es später „Keiner“ gewesen sein wollte, wurde festgestellt, dass der Beschluss kurz nach Beginn des EM-Spieles Deutschland-Italien gefasst wurde und dabei nur eine Handvoll Abgeordneter anwesend waren. Von denen hatte natürlich keiner gemerkt, welch gravierende Änderung kurz vorher in das Gesetz „eingepasst“ worden war.

Machen wir Schluss, aber
a) irgendwann muss man sich mal Luft machen und
b) irgendwann finden sich solche Nachrichten auch in einem Reiseführer über Deutschland (siehe vor ein paar Jahren in einem US-Reiseführer die Warnung für Dunkelhäutige bei Reisen nach Ostdeutschland).

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Am 21.12.2012 ist Weltuntergang: Die BBBs melden schon jetzt die „letzten Worte“ und die „allerletzten Firmenmitteilungen“.

Am 21.12.2012 findet der (diesjährige) Weltuntergang statt. So sagt es zumindest der Maya-Kalender voraus. Schade, dass der Weltuntergang nicht am 24.12. stattfindet, denn das wäre eine schöne Bescherung.
In den nächsten Tagen werden die Medien immer stärker auf das Thema Weltuntergang „abfahren“. Die Bissigen Bemerkungen, weit voraus blickend wie sie nun mal sind, präsentieren Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, schon jetzt exklusiv sog. „letzte Worte“ und „allerletzte Firmenmitteilungen“ aus Touristikbranche und Politik.

Hier das Szenario: 21.12.2012, es ist soweit. Der Weltuntergang entwickelt sich allerdings nicht von Ost nach West (wie der Sonnenaufgang), sondern breitet sich schlagartig beginnend überall auf der Welt aus (nach UTC-Zeit). Sehr langsam, aber stetig, bricht alles zusammen. Internet und TV sind noch fast den ganzen Tag dabei (ist das die Rache Gottes?) und so können sich viele Wichtige und noch mehr Unwichtige äußern:

• Obama ruft laut durch das Weiße Haus: Wo bleibt nur dieser verdammte (im Originalton: fucking) Bruce Willis um die Welt zu retten?
• Bundeskanzlerin Merkel mahnt zur Ruhe. Es bestehe keine Gefahr für den Euro. Im Gegenteil, jetzt müssen Griechenland, Italien und Spanien nicht mehr gerettet werden.
• Lufthansa gibt bekannt: Christoph Franz hat wegen der aktuellen Lage ein neues Sparprogramm verordnet. Tyrolean Airways soll noch mehr Lufthansaflüge übernehmen. Das Sparprogramm soll „direct4all“ heißen. Spötter meinen „nothing4all“ sei ehrlicher.
• Thomas Cook UK gibt eine Gewinnwarnung bekannt: „Wegen des Weltuntergangs fällt das Jahresergebnis deutlich schlechter aus als geplant“. Thomas Cook hatte in den letzten Monaten schon viele Gewinnwarnungen herausgegeben, es gibt inzwischen ein firmeninternes Formular dafür, deshalb war man so schnell.
• Zwei Stunden später meldet sich auch TUI Travel aus London mit folgender Mitteilung: Die Auswirkungen des Weltuntergangs werden nicht im operativen Ergebnis abgebildet. Das Ebit bliebe dadurch stabil und damit auch die Tantieme für Peter Long.
• Die Deutsche Bahn fährt erstaunlicherweise noch relativ viele Strecken. Die Auswirkungen des Weltuntergangs seien bislang noch nicht so schlimm, Schwierigkeiten bei der Bahn gäbe es nur unterhalb von minus 15 Grad oder oberhalb plus 30 Grad (letzteres könnte allerdings gegen Abend erreicht werden).
• 12.00 Uhr mittags UTC Zeit. Die weltweiten Einschränkungen sind gewaltig.
• Antonia Rados berichtet für RTL live gleichzeitig aus Yukatan und noch zwei anderen Orten. Man hatte schon immer geahnt, dass sie ein Double hat.
• ARD kündigt für heute Abend 20.15 Uhr einen Brennpunkt an. Wenn das mal nicht zu spät ist.
• Finanzminister Schäuble überlegt, wie man den Weltuntergang besteuern könne (natürlich nur mit einem ökologischen Steuerungselement). Die FDP ist bereit zuzustimmen, wenn professionelle Abrissunternehmen ausgenommen werden.
• TUI Deutschland gibt bekannt: Alle Pauschaltouristen werden noch zurückgeholt und das Programm für Trauerreisen wird aufgestockt.
• Der Begriff „Last-Minute-Reise“ erhält eine ganz neue absolute Bedeutung.
• Die Kunden (auch die online gebuchten) rufen aus aller Welt bei den Reisebüros an und bitten um Hilfe. Die Reisebüros freuen sich nochmals gefragt zu sein (wenn es auch nur für kurze Zeit sein wird). Die Stimmung ist wie zuletzt beim Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull. Ein Hauch von Ascheregen-Feeling macht sich breit.
• DRV-Präsident Jürgen Büchy ist laut einer Pressemeldung begeistert, wie die Reisebranche bisher mit dieser Herausforderung umgegangen ist.
• 15.00 Uhr UTC, es wird immer schlimmer.
• Verkehrsminister Peter Ramsauer fordert die EU „energisch“ auf etwas zu tun, schließlich sei der Weltuntergang kein nationales Problem. Erfreulich sei, dass trotz der großen Krise, noch viele Bahnhofstoiletten funktionieren würden. Die Pressemitteilung kommt aus seiner Heimat Traunstein (Logisch, der 21.12. ist ein Freitag, da ist der Minister selten in Berlin).
• Hubert Burda will dem Weltuntergang einen Bambi verleihen (eine echte Steigerung zum Integrations-Bambi für Bushido). Aber er weiß nicht wann, wo und an wen er ihn übergeben soll.
• Die touristische Fachzeitschrift fvw gibt bekannt, dass man in der nächsten Printausgabe einen großen Sonderbericht zum Weltuntergang bringen werde, mit dem Schwergewicht auf „warum schwedische Manager mit einem solchen Thema lockerer umgehen als deutsche Manager“.
• Dietmar Gunz gibt bekannt, dass er noch kurzfristig FTI verkaufen konnte. Er will es nach dem Weltuntergang preiswerter zurückkaufen.
• „Reiserechtspapst“ Prof. Führich bringt noch einen Flyer heraus: „Urlauber, Dein Recht beim Weltuntergang“.
• Für das Beschwerdemanagement bei Air Berlin wird ein neuer Rekord angekündigt. Die Antworten kommen jetzt nicht mehr erst nach 5 Monaten, sondern nie mehr.
• 18.00 Uhr UTC, jetzt sieht es draußen richtig furchtbar aus
• Vielerorts steigen Kohlenstoffdioxide nach oben. Einige CO2-Kompensierer wittern noch ein letztes großes Geschäft.
• Die Viverde Hotelgäste der TUI stellen fest: Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit sind auch nicht mehr das, was es einmal war
• Berlins „Regierender Schönredner“ Wowereit frohlockt. „BER ist jetzt überall“.
• Flughafenchef Schwarz erklärt durch seinen Anwalt, dass er für das Weltuntergangschaos nicht verantwortlich sei. Da hat er recht, denn das Untergangsversprechen des Maya-Kalenders ist termintreu eingehalten worden.
• Die BBBs kündigen das Ende der Bissigen Bemerkungen an. Einige in der Branche atmen auf.
• 21.00 Uhr UTC. Das Ende ist nun wirklich da. Es gibt keinerlei Mobilität mehr.
• Der Verfassungsschutz meldet sich. Man habe alte Aufzeichnungen gewisser Mayas entdeckt, die man aber bislang nicht zu deuten vermochte.
• 23.59 UTC. Es macht einen Riesenschlag! Das war`s jetzt. Spätestens jetzt haben endlich alle geschnallt, dass nach einem Weltuntergang nichts mehr geht. Und zwar gar nichts mehr. Pech gehabt.
• Kurz vor Schluss hebt noch ein Raumschiff von der Erde ab. Am Steuer Bruce Willis. An Bord 100 Superreiche auf der Suche nach einer neuen Erde. Sie haben jetzt viel Zeit, auch diese zugrunde zu richten.
———————-
Am 16.1. dieses Jahres hatten sich die BBBs schon einmal kurz mit dem Thema „Reisen zum Weltuntergang“ beschäftigt. Im letzten Absatz hieß es damals „Und wenn Sie noch am Diskutieren und Wetten sind, ob tatsächlich am 21.12. der Weltuntergang stattfinden wird, kleiner Rat von den BBBs. Halten Sie Abstand von Christian Wulff und Philipp Rösler. Bei denen wird der Weltuntergang garantiert noch früher stattfinden“. Zumindest bei Christian Wulff ging einen Monat später (17.2.2012) die Prognose in Erfüllung. Philipp Rösler sträubt sich noch ein bisschen.
——–
Sie können diese Bissigen Bemerkungen gerne auf facebook kommentieren (http://www.facebook.com/BornsBissigeBemerkungen

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Jetzt endlich, könnte man sagen, fangen die Fluggesellschaften (inklusive Lufthansa) und Flughäfen (inklusive Fraport) an über ihren Verband (Luftfahrtverband BDL) massiv Druck gegen die Luftverkehrssteuer zu machen. Aber einen Monat bevor die Bundesregierung diese Steuer „überprüfen“ will, kommt diese Aktion vielleicht zu spät. Oder präziser gesagt: Sie kommt zu spät! Warum eigentlich?

Die Bissigen Bemerkungen haben mehrfach gegen die Luftverkehrssteuer, die keinerlei ökologische Steuerungsfunktion hat, sondern nur der Raffgier des Finanzministers dient, und ihre negativen Auswirkungen auf eine ganze Branche gewettert. Aber die großen Player Fraport und Lufthansa blieben immer erstaunlich gelassen. In den BBBs vom 2.8.2010 („Managers Mathekünste – heute mit Fraport-Chef Schulte“) zitierten wir aus einem Interview von Fraport-Chef Stefan Schulte mit der Süddeutschen Zeitung. Dort meinte er, diese neue Steuer „sei im Grundsatz akzeptabel“ und das ganze Gerede von Abwanderung ins Ausland stark übertrieben.
Und er führte aus, dass bei bestimmten Bedingungen Fraport damit leben könne (dies waren alles Bedingungen, durch die andere Flughäfen härter betroffen waren als Fraport). Resümee der BBBs damals: „Sich aus egoistischen Fraport-Gründen da etwas mit Mathe-Tricks schön zu rechnen ist nicht nur unredlich der Umwelt gegenüber, sondern auch unkollegial der restlichen Branche gegenüber“.

Ähnlich war die Situation bei Lufthansa. In den Bissigen Bemerkungen vom 13.9.2010 („Wenn Unvermögen zur Routine wird“) wunderten wir uns noch, warum sich die Airlines, gemessen an dem Unsinn noch so ruhig verhalten würden. Zitat: „Eigentlich müsste Lufthansa-Chef Mayrhuber schon längst im Finanzministerium den Schreibtisch von Schäuble umgeworfen haben und sicherheitshalber auch noch den Schreibtisch von Ramsauer und Brüderle dazu.“
Aber eine Woche später, am 13.10.2010 („Geheimabkommen zwischen Lufthansa und Bundesregierung?“) wurden die BBBs schon konkreter. Da wurde aus einem internen LH-Papier zitiert, „dass die Luftverkehrssteuer nach jetziger Ausprägung, LH mit 1,4% vom Umsatz belaste, aber Air Berlin mit 4,25% vom Umsatz belasten würde.“

Könnte eventuell sein, dass bei Lufthansa (und Fraport) am Anfang die stärkere finanzielle Belastung der Konkurrenz zu einem „relaxten“ Denken über die Steuer geführt hatte und erst jetzt, nach dem das Wasser „Oberkante Unterlippe“ steht, die eigentliche Auswirkung auf die eigene Kasse zu dem massiven Protest führt?

Zuletzt dürfen wir noch auf die Bissigen Bemerkungen vom 14.6.2010 („Wenn der schärfste Gegner einer Branche Bundesregierung heißt“) verweisen. Dort wurde Verkehrsminister Ramsauer mit einem Kommentar über die Luftverkehrssteuer erwähnt: Er war der Meinung, „diese Mehrkosten für die Flugpassagiere sind sowohl für Urlaubs- als auch für Geschäftsreisen vertretbar“. Jetzt, nach dem das Desaster offensichtlich ist, hat er eingestanden „dass der deutsche Luftverkehr mit einem Giftcocktail staatlicher Maßnahmen leben müsse. Er fordere eine offene Prüfung der Steuer“.

Wie das alles ausgehen wird, weiß jeder. Herr Ramsauer wird sich gegenüber Herrn Schäuble nicht durchsetzen können. Denn das Finanzministerium hat schon mit eigener Logik geglänzt. Man könne kein Problem erkennen. Die Mehrbelastung aus der Ticketsteuer sei schließlich geringer, als die Mehrbelastung aus den gestiegenen Treibstoffkosten. So eine Logik kann nur aus einer schlecht gelüfteten Beamtenstube kommen.
Da kann der Luftverkehr froh sein, wenn es nicht noch einen Schlag drauf gibt. Andererseits, wenn man solange braucht um massiv zu protestieren, hat man es auch nicht besser verdient.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)