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Am 21.12.2012 ist Weltuntergang: Die BBBs melden schon jetzt die „letzten Worte“ und die „allerletzten Firmenmitteilungen“.

Am 21.12.2012 findet der (diesjährige) Weltuntergang statt. So sagt es zumindest der Maya-Kalender voraus. Schade, dass der Weltuntergang nicht am 24.12. stattfindet, denn das wäre eine schöne Bescherung.
In den nächsten Tagen werden die Medien immer stärker auf das Thema Weltuntergang „abfahren“. Die Bissigen Bemerkungen, weit voraus blickend wie sie nun mal sind, präsentieren Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, schon jetzt exklusiv sog. „letzte Worte“ und „allerletzte Firmenmitteilungen“ aus Touristikbranche und Politik.

Hier das Szenario: 21.12.2012, es ist soweit. Der Weltuntergang entwickelt sich allerdings nicht von Ost nach West (wie der Sonnenaufgang), sondern breitet sich schlagartig beginnend überall auf der Welt aus (nach UTC-Zeit). Sehr langsam, aber stetig, bricht alles zusammen. Internet und TV sind noch fast den ganzen Tag dabei (ist das die Rache Gottes?) und so können sich viele Wichtige und noch mehr Unwichtige äußern:

• Obama ruft laut durch das Weiße Haus: Wo bleibt nur dieser verdammte (im Originalton: fucking) Bruce Willis um die Welt zu retten?
• Bundeskanzlerin Merkel mahnt zur Ruhe. Es bestehe keine Gefahr für den Euro. Im Gegenteil, jetzt müssen Griechenland, Italien und Spanien nicht mehr gerettet werden.
• Lufthansa gibt bekannt: Christoph Franz hat wegen der aktuellen Lage ein neues Sparprogramm verordnet. Tyrolean Airways soll noch mehr Lufthansaflüge übernehmen. Das Sparprogramm soll „direct4all“ heißen. Spötter meinen „nothing4all“ sei ehrlicher.
• Thomas Cook UK gibt eine Gewinnwarnung bekannt: „Wegen des Weltuntergangs fällt das Jahresergebnis deutlich schlechter aus als geplant“. Thomas Cook hatte in den letzten Monaten schon viele Gewinnwarnungen herausgegeben, es gibt inzwischen ein firmeninternes Formular dafür, deshalb war man so schnell.
• Zwei Stunden später meldet sich auch TUI Travel aus London mit folgender Mitteilung: Die Auswirkungen des Weltuntergangs werden nicht im operativen Ergebnis abgebildet. Das Ebit bliebe dadurch stabil und damit auch die Tantieme für Peter Long.
• Die Deutsche Bahn fährt erstaunlicherweise noch relativ viele Strecken. Die Auswirkungen des Weltuntergangs seien bislang noch nicht so schlimm, Schwierigkeiten bei der Bahn gäbe es nur unterhalb von minus 15 Grad oder oberhalb plus 30 Grad (letzteres könnte allerdings gegen Abend erreicht werden).
• 12.00 Uhr mittags UTC Zeit. Die weltweiten Einschränkungen sind gewaltig.
• Antonia Rados berichtet für RTL live gleichzeitig aus Yukatan und noch zwei anderen Orten. Man hatte schon immer geahnt, dass sie ein Double hat.
• ARD kündigt für heute Abend 20.15 Uhr einen Brennpunkt an. Wenn das mal nicht zu spät ist.
• Finanzminister Schäuble überlegt, wie man den Weltuntergang besteuern könne (natürlich nur mit einem ökologischen Steuerungselement). Die FDP ist bereit zuzustimmen, wenn professionelle Abrissunternehmen ausgenommen werden.
• TUI Deutschland gibt bekannt: Alle Pauschaltouristen werden noch zurückgeholt und das Programm für Trauerreisen wird aufgestockt.
• Der Begriff „Last-Minute-Reise“ erhält eine ganz neue absolute Bedeutung.
• Die Kunden (auch die online gebuchten) rufen aus aller Welt bei den Reisebüros an und bitten um Hilfe. Die Reisebüros freuen sich nochmals gefragt zu sein (wenn es auch nur für kurze Zeit sein wird). Die Stimmung ist wie zuletzt beim Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull. Ein Hauch von Ascheregen-Feeling macht sich breit.
• DRV-Präsident Jürgen Büchy ist laut einer Pressemeldung begeistert, wie die Reisebranche bisher mit dieser Herausforderung umgegangen ist.
• 15.00 Uhr UTC, es wird immer schlimmer.
• Verkehrsminister Peter Ramsauer fordert die EU „energisch“ auf etwas zu tun, schließlich sei der Weltuntergang kein nationales Problem. Erfreulich sei, dass trotz der großen Krise, noch viele Bahnhofstoiletten funktionieren würden. Die Pressemitteilung kommt aus seiner Heimat Traunstein (Logisch, der 21.12. ist ein Freitag, da ist der Minister selten in Berlin).
• Hubert Burda will dem Weltuntergang einen Bambi verleihen (eine echte Steigerung zum Integrations-Bambi für Bushido). Aber er weiß nicht wann, wo und an wen er ihn übergeben soll.
• Die touristische Fachzeitschrift fvw gibt bekannt, dass man in der nächsten Printausgabe einen großen Sonderbericht zum Weltuntergang bringen werde, mit dem Schwergewicht auf „warum schwedische Manager mit einem solchen Thema lockerer umgehen als deutsche Manager“.
• Dietmar Gunz gibt bekannt, dass er noch kurzfristig FTI verkaufen konnte. Er will es nach dem Weltuntergang preiswerter zurückkaufen.
• „Reiserechtspapst“ Prof. Führich bringt noch einen Flyer heraus: „Urlauber, Dein Recht beim Weltuntergang“.
• Für das Beschwerdemanagement bei Air Berlin wird ein neuer Rekord angekündigt. Die Antworten kommen jetzt nicht mehr erst nach 5 Monaten, sondern nie mehr.
• 18.00 Uhr UTC, jetzt sieht es draußen richtig furchtbar aus
• Vielerorts steigen Kohlenstoffdioxide nach oben. Einige CO2-Kompensierer wittern noch ein letztes großes Geschäft.
• Die Viverde Hotelgäste der TUI stellen fest: Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit sind auch nicht mehr das, was es einmal war
• Berlins „Regierender Schönredner“ Wowereit frohlockt. „BER ist jetzt überall“.
• Flughafenchef Schwarz erklärt durch seinen Anwalt, dass er für das Weltuntergangschaos nicht verantwortlich sei. Da hat er recht, denn das Untergangsversprechen des Maya-Kalenders ist termintreu eingehalten worden.
• Die BBBs kündigen das Ende der Bissigen Bemerkungen an. Einige in der Branche atmen auf.
• 21.00 Uhr UTC. Das Ende ist nun wirklich da. Es gibt keinerlei Mobilität mehr.
• Der Verfassungsschutz meldet sich. Man habe alte Aufzeichnungen gewisser Mayas entdeckt, die man aber bislang nicht zu deuten vermochte.
• 23.59 UTC. Es macht einen Riesenschlag! Das war`s jetzt. Spätestens jetzt haben endlich alle geschnallt, dass nach einem Weltuntergang nichts mehr geht. Und zwar gar nichts mehr. Pech gehabt.
• Kurz vor Schluss hebt noch ein Raumschiff von der Erde ab. Am Steuer Bruce Willis. An Bord 100 Superreiche auf der Suche nach einer neuen Erde. Sie haben jetzt viel Zeit, auch diese zugrunde zu richten.
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Am 16.1. dieses Jahres hatten sich die BBBs schon einmal kurz mit dem Thema „Reisen zum Weltuntergang“ beschäftigt. Im letzten Absatz hieß es damals „Und wenn Sie noch am Diskutieren und Wetten sind, ob tatsächlich am 21.12. der Weltuntergang stattfinden wird, kleiner Rat von den BBBs. Halten Sie Abstand von Christian Wulff und Philipp Rösler. Bei denen wird der Weltuntergang garantiert noch früher stattfinden“. Zumindest bei Christian Wulff ging einen Monat später (17.2.2012) die Prognose in Erfüllung. Philipp Rösler sträubt sich noch ein bisschen.
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Drei putzmuntere Tote in der Touristik: die Pauschalreise, das Reisebüro und die Last-Minute-Reise

Wenn am selben Tag BILD („Bald keine Last-Minute-Reisen mehr“) und Handelsblatt („die Reisebranche schafft die Last-Minute-Reise ab“) das Todesglöcklein für die Last-Minute-Reisen läuten, dann scheint es der Last-Minute-Reise wirklich schlecht zu gehen. Denn Bild und Handelsblatt (gemeinsam) können sich nicht irren. Oder doch?

Es scheint eine Eigenheit in der Touristik zu sein, dass insbesondere Totgesagte, sich immer noch bester Gesundheit erfreuen. Nicht umsonst gibt es wohl das Sprichwort: „Totgesagte leben länger“.

Machen wir doch aus dem alten Gladiatorengruß „Heil Dir Cäsar, die Totgeweihten grüßen dich“, den modernen Spruch „Heil Dir Tourist, die Totgeweihten grüßen dich ganz herzlich“.

1. Die Pauschalreise. Sie ist seit 40 Jahren totgesagt und immer noch ein Erfolgsrenner. Einige Marktteilnehmer haben sie zwar inzwischen umgetauft in Veranstalterreise, aber es ist und bleibt immer noch die Pauschalreise. Schade nur, dass es immer einer Krise bedarf, dass die Branche die Vorteile der Pauschalreise marketingmäßig herausstreicht. Das ist schon ein wenig pervers.

2. Das Reisebüro. Es ist seit 20 Jahren totgesagt und nicht nur immer noch Buchungsweg Nr. 1, es scheint sogar, dass das Reisebüro z.Z. eine kleine Renaissance erlebt. Weil man langsam erkennt, dass nicht die technische Entwicklung der entscheidende Erfolgsfaktor ist, sondern einzig und allein die Entwicklung der Kundenbeziehung („Wer den Kunden hat, hat die Macht“). Spätestens wenn die Kunden erkennen, dass die „unbegrenzte“ Vielfalt im Netz oft nur eine Scheinvielfalt ist, wird jemand gesucht, der dem verunsicherten Kunden („I´m still confused, but now on higher level“) auf hohem Niveau weiterhilft. Zusätzlich gilt, gäbe es mehr Krisen (Ascheregen usw.), dann wären auch die Reisbüros stärker gefragt.

3. Die Last-Minute-Reise. Seit einiger Zeit, aber aktuell verstärkt, soll auch die Last-Minute-Reise tot sein (siehe eingangs Bild und Handelsblatt). Klar verbreiten Veranstalter und Fluggesellschaften gerne diese Todesanzeige, denn sie wollen dass die Urlauber früher buchen. Wer zuletzt mal bei den Reisemärkten an den Flughäfen nachgeschaut hat, wird allerdings anderer Ansicht sein. Dies ist eine gute Gelegenheit mal darauf hinzuweisen, dass die Käuferschicht „Last-Minute“ inzwischen vielschichtiger geworden ist.
Wir haben hier
a) den traditionellen Schnäppchenjäger, der spät bucht, weil er billiger buchen will. Es ist zwar richtig, dass es keinen „festen“ Zeitpunkt gibt, wann Buchungen am günstigsten sind, aber objektiv unstrittig gibt es „später gebucht“ unverändert viele Sonderangebote (insbesondere wenn dem Urlauber Ziel/Hotel zweitrangig sind).
b) den Spätbucher aus beruflichen/privaten Gründen. Er bucht Last-Minute, weil er beispielsweise erst kurzfristig seine zeitlichen Urlaubsmöglichkeiten erkennen kann. Wer aus beruflichen Gründen zu diesem Klientel zählt, zahlt teilweise sogar gerne etwas mehr um noch sein Wunschziel zu buchen. Wer aus privaten Gründen später buchen kann (Angst um den Arbeitsplatz oder ähnliches), für den sind „günstige Preise“ dann der entscheidende Buchungsgrund.
c) Last-Minute als Lebensgefühl. Diese Kunden sind neu im Last-Minute-Bereich. Hier geht es nicht um den Schnäppchenjäger, sondern um den „modernen Kunden“, der sich erst entscheiden will, wenn er muss. Er hat gelernt, es gibt immer noch etwas. Auch für diese Kunden zählt, dass günstige Angebote zusätzliche Motivation sind. Dieses „Last-Minute“ als Lebensgefühl kann man auch daran erkennen, dass der Begriff Last-Minute in andere Bereichen Einzug hält, z.B. der Grabbeltisch am Kaufhaus-Ausgang mit dem Schild „Last-Minute“ oder die als „Last-Minute“ bezeichnete Tankstelle, weil sie die letzte Tankstelle vor der Grenze oder vor der Autobahn ist.

Kurzum, um diese drei scheinbar Tote ist den Bissigen Bemerkungen nicht bange. Man könnte noch erwähnen, dass die Bissigen Bemerkungen immer treu zu diesen Urlaubsangeboten bzw. Urlaubsvermittlern standen und stehen.
Deshalb wollen die BBBs voller Optimismus abschließend, an die Adresse von Pauschalreise, Reisebüro und Last-Minute gewandt, frei nach Schiller und zahlenmäßig nur leicht variiert, sagen „ich (BBB) sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Vierte“.

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