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Eine Überschrift, die leicht wütend macht

Am Freitag war wieder Bundespresseball. Eine leicht dekadente Veranstaltung, die normalerweise die BBBs nicht interessiert und jetzt erstmals im Flughafengebäude von Tempelhof stattfand. Über einer an sich nicht aufregenden dpa-Meldung dazu stand die Headline: „Austern auf dem Gepäckband“.
Dummerweise haben die BBBs ein gutes Gedächtnis. Blenden wir zurück in das Jahr 2008. Der Berliner Senat, speziell ein gewisser Herr Wowereit, wollte entgegen aller logischer Argumente unbedingt den funktionierenden Flughafen Tempelhof, gegen den Wunsch der Anwohner (so etwas war einmalig in der Welt, die ein Volksbegehren hierzu durchgesetzt hatten), schließen. Als Wowereit merkte, dass ihm die Felle wegzuschwimmen drohten, griff er tief in die polemische Trickkiste. Da seine Behauptung, ohne Schließung von Tempelhof, sei der Ausbau von BBI (so hieß der Berliner Nicht-Flughafen BER damals) gefährdet, von bedeutenden Rechtsexperten widerlegt war, wurde mit polemisch-primitiven Plakaten (z.B. einer Mutter mit Kind auf dem Arm, die gegen „einen Flughafen für Reiche“ protestiert und einen Bauarbeiter „ich will keinen VIP-Flughafen“) Stimmung gemacht.

Ok, wir wissen das war alles Mumpitz, getrickst und gelogen. Und genau diese Plakate kamen jetzt den BBBs in den Sinn. Kein VIP-Flughafen, aber da bis heute (sechs Jahre danach) jegliche sinnvolle Nachnutzung für Tempelhof fehlt, finden dort Modeschauen („bread and butter“) und ein VIP-Presseball statt. Und auf dem seit Jahren ungenutzten Gepäckband laufen Austern umher. Bitte, das geht überhaupt nicht. Liebe Berliner, lasst Euch doch nicht alles bieten.

Quasi als Krönung des Ganzen, war dann heute in einer Sonntagszeitung ein Bild unseres Bundes-Gaucks zu sehen, wie er in der Flughalle Tempelhof, auf dem Gepäckband steht/fährt und über das ganze Gesicht strahlt wie wenn er die Super-Auster persönlich wäre. Es macht die BBBs wütend, wenn man sieht, wie er immer mehr am Feiern Gefallen findet und gleichzeitig mehr militärische Präsenz unserer Soldaten an den Brennpunkten dieser Welt fordert. „Ruck-Reden“ zu den wirklichen Problemen dieser Welt? Fehlanzeige, höchstens inhaltlich und zeitlich unpassende Bemerkungen über ein absolut zweifelsfrei demokratisch gewähltes Parlament in Erfurt.
Sorry, der letzte Absatz ist heute etwas politisch geworden.
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Es gibt immer wieder mal Fundstücke in der Presse, die für eine eigenständige BBB zu wenig, aber zu schade zum Überblättern sind. Beispiel taz: „Auf Seite 36 des November Bordmagazins der Lufthansa findet sich ein großer weißer Aufkleber, der Text verbergen soll. Wenn man das vorsichtig ablöst, findet man darunter u.a. goldbraun gebackene Kekse in Penisform, aufgereiht in einem silbernem –räusper- Ständer. Eigentlich lustig – und doch zog Lufthansa blitzschnell den Schwanz ein“.
Ist doch nett, oder? Wer übrigens die 265.000 (!) Exemplare des Lufthansa-Magazins überklebt hat, konnte nicht recherchiert werden.

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Nach zwei Wochen müssen wir schon BER-Chef Mehdorn loben

Er ist ohne Zweifel der meist umstrittene Manager Deutschlands. Zum Glück kann er damit gut leben. Denn spätestens seit zwei Wochen als BER-Flughafenchef wissen wir, noch nie war er so wertvoll wie heute (die BBBs hatten von Anfang an auf den „unkonventionellen“ Mehdorn gesetzt, siehe BBBs vom 11.3.2013 „Das schafft nur Hartmut Mehdorn – sich selbst zu verklagen“).
An seinem ersten Arbeitstag marschierte er direkt in den Verkehrsausschuss. Jeder Berater würde seinem Chef von einem solchen Arbeitsbeginn abraten (erst mal „tieftauchen“). Und nach wenigen Minuten knabbert er an dem Berliner Sakrileg „Single Airport BER“ (zu deutsch, dass Berlin als einzige Weltstadt nur einen Flughafen haben darf) und fordert „neues Denken“ zu Tegel. Bravo.

Die BBBs hatten sich in den letzten Monaten immer mit Kritik an dem früheren Flughafenchef Schwarz zurückgehalten (wenngleich sicherlich einiges auch auf seine Kappe geht), weil die Hauptschuldigen an dem Berliner Flughafendesaster in der Berliner Politik, insbesondere in Person des (nicht) Regierenden Bürgermeisters Wowereit, zu sehen sind.

Wir wollen die Geschichte nicht im Detail ausrollen, soviel Platz ist hier nicht. Aber den alten Indianer-Spruch „wenn du auf einem toten Pferd sitzt, dann steige ab“, kennt Wowereit nicht. Und der „Single Airport BER“ war von Anfang an so etwas von tot, toter geht es wirklich nicht.
Von Anbeginn war klar, BER wird selbst bei pünktlicher Eröffnung zu klein sein. Diese unter Fachleuten unbestrittene Tatsache zu erwähnen, war in der Nähe von Wowereit bei „Höchststrafe“ verboten. Also erwähnte es auch der frühere Flughafenchef nicht, obwohl er es garantiert besser wusste. Tempelhof so schnell zu schließen wie es nur geht, war der nächste Kardinalfehler und ist eigentlich nur einem einzigen Mann zu verdanken: Wowereit. Im Vorfeld der Abstimmung wurde getrickst und mit Zahlen getäuscht, wie man es schlimmer selbst in Berlin noch nie erlebt hat. Entgegen jeglicher Behauptung ist z.B. der „Nicht-Flughafen“ Tempelhof dramatisch teurer als der „Flughafen“ Tempelhof.
Sicherlich kommt jetzt von einigen der Einwand, aber es gibt einen Gerichtsbeschluss zum Single-Airport-BER. Dieser Beschluss geht so an jeglicher Realität vorbei, dass es gerade eine Verpflichtung der Politik gewesen wäre, von Anfang an ein neues Verfahren einzuleiten.

Und als nächstes haben Wowereit und Co. nichts Wichtigeres vor, als Tegel so bald wie möglich zu schließen. Das Gegenteil müsste deren größtes Problem sein.
Nächster Punkt: erweitertes Nachtflugverbot. Der (single) airport BER ist noch nicht eröffnet, da denkt Platzeck darüber nach, wie früh am Tag man ihn doch schließen könnte. Irgendwie ein Hohn. Sie bekommen den Flughafen nicht auf und denken angestrengt schon über erweiterte Schließungszeiten nach.

Alles zusammen dürfte auf der Welt „einmalig“ sein und dieser Superlativ ist genau so gemeint, wie er hier steht. Stolz muss Berlin nicht darauf sein, blamiert euch nur weiter so gut ihr könnt.

Aber jetzt haben wir den „eisernen Mehdorn“, der schon in den ersten beiden Wochen fordert, denkt über Tegel „neu“ nach, denkt über das Thema „erweitertes“ Nachtflugverbot neu nach und wo steht geschrieben, dass ein Flughafen erst eröffnet werden darf, wenn die letzte Marmorplatte befestigt ist.

Ich wünsche mir so sehr eine Flughafeneröffnung mit Gepäckabfertigung im Freien (wegen Brandschutz) und die Eröffnungsrede von Wowereit, „wie toll Berlin sei, um auf eine solche unkonventionelle Lösung zu kommen“. Und zu meiner Schande sei gesagt, dass ich mich auch auf den Tag freue, wenn in BER ein kleiner Geschäftsflieger quer auf der Landebahn stehen bleibt und stundenlang deshalb Berlin nicht über die Luft erreichbar sein wird. Hoffentlich muss sehr viel Prominenz dann nach Leipzig und Hannover umgeleitet werden (ein kleiner Autobahnstau an einem solchen Tag, wäre dann auch nicht zu verachten).

Spätestens dann, würde sogar Peter „ich will doch nur spielen“ Ramsauer, eine neue Task Force für die Problemlösung Anflug Berlin einrichten (aber er wird zu diesem Zeitpunkt hoffentlich nicht mehr Verkehrsminister sein).

Nur für „Hartgesottene“ ist dieser Hinweis auf frühere BBBs.
11.3.2013 Das schafft nur Hartmut Mehdorn – sich selbst zu verklagen
7.1.2013 Und täglich grüßt das Murmeltier BER…
21.5.2012 Berlins Regierender Schönredner (Zitat Spiegel online)
14.5.2012 Der Flughafen Tegel wird am 3. Juni trotzdem geschlossen
1.6.2009 Die teuerste Joggingstrecke der Welt
21.4.2008 Beim Volksbegehren in Berlin geht es nicht nur um Tempelhof – sondern um viel mehr
14.1.2008 Mein Knut heißt Tempelhof

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Das schafft nur Hartmut Mehdorn – sich selbst zu verklagen

Montagmorgen, 11. März 2013, 7.00 Uhr, Büro des Flughafenchefs Berlin-Brandenburg. Hartmut Mehdorn betritt sein neues Büro. Seine Sekretärin überreicht ihm die wichtigsten seit Wochen gestapelten Unterlagen. Mehdorn fragt: „Was liegt da obenauf?“. Antwort der Sekretärin: „Da hat uns so ein Typ von Air Berlin vor einiger Zeit auf Schadenersatz verklagt, in zweistelliger Millionenhöhe“.
Was wird wohl „BER-Chef“ Mehdorn antworten:
a) Verbinden Sie mich mit diesem Mehdorn von Air Berlin oder
b) Machen Sie zwei Löcher in die Klage und heften Sie das Pamphlet ab oder
c) Überweisen Sie sofort das Geld, Air Berlin braucht das nötiger als wir.

Das war wohl d i e Sensationsnachricht seit langem. Die eigentlich „zerstrittenen“ BER-Gesellschafter einigten sich auf Hartmut Mehdorn, über den alle dachten, er würde inzwischen in Frankreich gemütlich seinen Roséwein anbauen. Angeblich war man sich schon am Mittwoch einig, aber man hat „dicht gehalten“, sonst wäre die ITB von Anfang an pressemäßig ins Nichts verschwunden. Ausgerechnet Ramsauer, unser unschuldiger Verkehrsminister, konnte dann aber doch das Wasser nicht mehr halten (das ist jetzt nicht medizinisch gemeint) und quasselte es noch vor Messeschluss heraus. Es ist für ihn immer wieder ein Erlebnis in der Presse zu stehen, auch wenn (oder insbesondere „wenn“) sein eigener Anteil an der Sache gering ist.

Allerdings hatten sicherlich weder er, noch Platzeck und Wowereit, mit dem folgenden shitstorm im Netz gerechnet. Einige Bemerkungen waren ja sehr witzig, da konnte man herzhaft darüber lachen. Aber da waren auch einige dabei, die waren so niveaulos daneben und zeigten ein Grundübel von twitter auf. Da tummeln sich auch einige Schwachköpfe im Kurznachrichtendienst, weil sie a) einen längeren Satz nicht unfallfrei formulieren könnten und b) unter der Anonymität ungehindert jede Beleidigung rauslassen können. (Diese Bemerkung lag den BBBs grundsätzlich schon länger auf der Seele).

Nach intensivem Nachdenken ist die Wahl auf Mehdorn aber nicht so abwegig wie überwiegend kolportiert. Er findet manchmal schon unkonventionelle Lösungen, siehe Hauptbahnhof Berlin. Um den Bahnhof pünktlich zur Fußball-WM 2006 fertig stellen zu können, ordnete Mehdorn damals an, das Dach über dem Hauptbahnhof Berlin, trotz Klageandrohung von verschiedenen Seiten, um ca. 100 Meter zu kürzen. Zugegeben, man wird jetzt bei Regen nass, wenn man in den vorderen Zugteil eines ICE einsteigen muss, aber so oft regnet es ja auch nicht in Berlin. Exakt diese unkonventionelle Mehdorn-Entscheidung brachte damals den zeitlichen Durchbruch. Auf einen so „genialen“ Gedanken, wäre außer ihm wohl niemand anders gekommen.
Deshalb auch jetzt auf der Pressekonferenz bei der Ernennung von Mehdorn, die „kleine Spitze“ von Wowereit „ein Glück, dass das Dach schon auf dem Flughafengebäude ist“. Es würde die BBBs nicht wundern, wenn dieser Dialog noch für den Grimme-Preis vorgeschlagen würde. Es würde die BBBs allerdings noch weniger wundern, wenn Wowereit sich zu früh gefreut hätte.

Für die BBBs ist noch ein letzter Punkt von besonderem Interesse. Mehdorn hat einen 3-Jahresvertrag erhalten. Das wird kein Zufall sein. Vielmehr ist jetzt klar, mit welchem Eröffnungstermin die BER-Verantwortlichen wirklich rechnen: 2016. Das sind „nur noch“ drei Jahre, ein „super ambitioniertes“ Ziel. Jetzt ist das Wettrennen (ok, „Rennen“ ist in diesem Zusammenhang ein unglückliches Wort) wieder offen, was erster fertig sein wird: Der BER oder die Elbphilharmonie.
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Heute mal wieder Hinweis auf den Reiseradio mit den ITB-Ergebnissen. Diesmal mit Interviews mit Clemens/TUI, Meyer/DTV, Büchy/DRV und Lohmann/Reiseanalyse. Und wie immer nach der ITB auch die akustischen Bissigen Bemerkungen, natürlich mit neuesten Mutmaßmungen über den erneuten re-Start BER.

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Am 21.12.2012 ist Weltuntergang: Die BBBs melden schon jetzt die „letzten Worte“ und die „allerletzten Firmenmitteilungen“.

Am 21.12.2012 findet der (diesjährige) Weltuntergang statt. So sagt es zumindest der Maya-Kalender voraus. Schade, dass der Weltuntergang nicht am 24.12. stattfindet, denn das wäre eine schöne Bescherung.
In den nächsten Tagen werden die Medien immer stärker auf das Thema Weltuntergang „abfahren“. Die Bissigen Bemerkungen, weit voraus blickend wie sie nun mal sind, präsentieren Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, schon jetzt exklusiv sog. „letzte Worte“ und „allerletzte Firmenmitteilungen“ aus Touristikbranche und Politik.

Hier das Szenario: 21.12.2012, es ist soweit. Der Weltuntergang entwickelt sich allerdings nicht von Ost nach West (wie der Sonnenaufgang), sondern breitet sich schlagartig beginnend überall auf der Welt aus (nach UTC-Zeit). Sehr langsam, aber stetig, bricht alles zusammen. Internet und TV sind noch fast den ganzen Tag dabei (ist das die Rache Gottes?) und so können sich viele Wichtige und noch mehr Unwichtige äußern:

• Obama ruft laut durch das Weiße Haus: Wo bleibt nur dieser verdammte (im Originalton: fucking) Bruce Willis um die Welt zu retten?
• Bundeskanzlerin Merkel mahnt zur Ruhe. Es bestehe keine Gefahr für den Euro. Im Gegenteil, jetzt müssen Griechenland, Italien und Spanien nicht mehr gerettet werden.
• Lufthansa gibt bekannt: Christoph Franz hat wegen der aktuellen Lage ein neues Sparprogramm verordnet. Tyrolean Airways soll noch mehr Lufthansaflüge übernehmen. Das Sparprogramm soll „direct4all“ heißen. Spötter meinen „nothing4all“ sei ehrlicher.
• Thomas Cook UK gibt eine Gewinnwarnung bekannt: „Wegen des Weltuntergangs fällt das Jahresergebnis deutlich schlechter aus als geplant“. Thomas Cook hatte in den letzten Monaten schon viele Gewinnwarnungen herausgegeben, es gibt inzwischen ein firmeninternes Formular dafür, deshalb war man so schnell.
• Zwei Stunden später meldet sich auch TUI Travel aus London mit folgender Mitteilung: Die Auswirkungen des Weltuntergangs werden nicht im operativen Ergebnis abgebildet. Das Ebit bliebe dadurch stabil und damit auch die Tantieme für Peter Long.
• Die Deutsche Bahn fährt erstaunlicherweise noch relativ viele Strecken. Die Auswirkungen des Weltuntergangs seien bislang noch nicht so schlimm, Schwierigkeiten bei der Bahn gäbe es nur unterhalb von minus 15 Grad oder oberhalb plus 30 Grad (letzteres könnte allerdings gegen Abend erreicht werden).
• 12.00 Uhr mittags UTC Zeit. Die weltweiten Einschränkungen sind gewaltig.
• Antonia Rados berichtet für RTL live gleichzeitig aus Yukatan und noch zwei anderen Orten. Man hatte schon immer geahnt, dass sie ein Double hat.
• ARD kündigt für heute Abend 20.15 Uhr einen Brennpunkt an. Wenn das mal nicht zu spät ist.
• Finanzminister Schäuble überlegt, wie man den Weltuntergang besteuern könne (natürlich nur mit einem ökologischen Steuerungselement). Die FDP ist bereit zuzustimmen, wenn professionelle Abrissunternehmen ausgenommen werden.
• TUI Deutschland gibt bekannt: Alle Pauschaltouristen werden noch zurückgeholt und das Programm für Trauerreisen wird aufgestockt.
• Der Begriff „Last-Minute-Reise“ erhält eine ganz neue absolute Bedeutung.
• Die Kunden (auch die online gebuchten) rufen aus aller Welt bei den Reisebüros an und bitten um Hilfe. Die Reisebüros freuen sich nochmals gefragt zu sein (wenn es auch nur für kurze Zeit sein wird). Die Stimmung ist wie zuletzt beim Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull. Ein Hauch von Ascheregen-Feeling macht sich breit.
• DRV-Präsident Jürgen Büchy ist laut einer Pressemeldung begeistert, wie die Reisebranche bisher mit dieser Herausforderung umgegangen ist.
• 15.00 Uhr UTC, es wird immer schlimmer.
• Verkehrsminister Peter Ramsauer fordert die EU „energisch“ auf etwas zu tun, schließlich sei der Weltuntergang kein nationales Problem. Erfreulich sei, dass trotz der großen Krise, noch viele Bahnhofstoiletten funktionieren würden. Die Pressemitteilung kommt aus seiner Heimat Traunstein (Logisch, der 21.12. ist ein Freitag, da ist der Minister selten in Berlin).
• Hubert Burda will dem Weltuntergang einen Bambi verleihen (eine echte Steigerung zum Integrations-Bambi für Bushido). Aber er weiß nicht wann, wo und an wen er ihn übergeben soll.
• Die touristische Fachzeitschrift fvw gibt bekannt, dass man in der nächsten Printausgabe einen großen Sonderbericht zum Weltuntergang bringen werde, mit dem Schwergewicht auf „warum schwedische Manager mit einem solchen Thema lockerer umgehen als deutsche Manager“.
• Dietmar Gunz gibt bekannt, dass er noch kurzfristig FTI verkaufen konnte. Er will es nach dem Weltuntergang preiswerter zurückkaufen.
• „Reiserechtspapst“ Prof. Führich bringt noch einen Flyer heraus: „Urlauber, Dein Recht beim Weltuntergang“.
• Für das Beschwerdemanagement bei Air Berlin wird ein neuer Rekord angekündigt. Die Antworten kommen jetzt nicht mehr erst nach 5 Monaten, sondern nie mehr.
• 18.00 Uhr UTC, jetzt sieht es draußen richtig furchtbar aus
• Vielerorts steigen Kohlenstoffdioxide nach oben. Einige CO2-Kompensierer wittern noch ein letztes großes Geschäft.
• Die Viverde Hotelgäste der TUI stellen fest: Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit sind auch nicht mehr das, was es einmal war
• Berlins „Regierender Schönredner“ Wowereit frohlockt. „BER ist jetzt überall“.
• Flughafenchef Schwarz erklärt durch seinen Anwalt, dass er für das Weltuntergangschaos nicht verantwortlich sei. Da hat er recht, denn das Untergangsversprechen des Maya-Kalenders ist termintreu eingehalten worden.
• Die BBBs kündigen das Ende der Bissigen Bemerkungen an. Einige in der Branche atmen auf.
• 21.00 Uhr UTC. Das Ende ist nun wirklich da. Es gibt keinerlei Mobilität mehr.
• Der Verfassungsschutz meldet sich. Man habe alte Aufzeichnungen gewisser Mayas entdeckt, die man aber bislang nicht zu deuten vermochte.
• 23.59 UTC. Es macht einen Riesenschlag! Das war`s jetzt. Spätestens jetzt haben endlich alle geschnallt, dass nach einem Weltuntergang nichts mehr geht. Und zwar gar nichts mehr. Pech gehabt.
• Kurz vor Schluss hebt noch ein Raumschiff von der Erde ab. Am Steuer Bruce Willis. An Bord 100 Superreiche auf der Suche nach einer neuen Erde. Sie haben jetzt viel Zeit, auch diese zugrunde zu richten.
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Am 16.1. dieses Jahres hatten sich die BBBs schon einmal kurz mit dem Thema „Reisen zum Weltuntergang“ beschäftigt. Im letzten Absatz hieß es damals „Und wenn Sie noch am Diskutieren und Wetten sind, ob tatsächlich am 21.12. der Weltuntergang stattfinden wird, kleiner Rat von den BBBs. Halten Sie Abstand von Christian Wulff und Philipp Rösler. Bei denen wird der Weltuntergang garantiert noch früher stattfinden“. Zumindest bei Christian Wulff ging einen Monat später (17.2.2012) die Prognose in Erfüllung. Philipp Rösler sträubt sich noch ein bisschen.
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Berlins Regierender Schönredner (Zitat Spiegel online)

Wenn 25 Tage vor der Eröffnung des Flughafens BER der Termin abgesagt wird, dann nimmt jeder normal denkende Mensch an, dass relativ bald diese Eröffnung nachgeholt wird. Zu recht wird dann gewarnt, „aber jetzt nicht überstürzt, sondern erst wenn alle Fehler beseitigt sind“. Wenn dieses Datum aber dann fast 300 Tage nach der ursprünglichen Eröffnung liegt (Zitat Wowereit: „Das ist nicht einfach zu erklären), dann gibt es nur drei Möglichkeiten
1. es lag grenzenloser Optimismus vor
2. man hoffte auf ein göttliches Wunder oder
3. es herrschte gnadenlose Unwissenheit.

Die richtige Antwort lautet 2. auf der Basis von 3.
Begründung für die Verschiebung: Das Bauordnungsamt ist „nicht bereit eine interimistische Lösung“ beim Brandschutz zu akzeptieren. Also war schon lange bekannt, dass man nie und nimmer eine ordentliche Eröffnung zum 3.6. schaffen konnte.

Aber „wir“ sind ja schon wieder fast fertig: Zitat Wowereit am 13.5. (wenige Tage nach der Eröffnungs-Verschiebung und 300 Tage vor Eröffnung): „Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich am Tag der offenen Tür anschauen, was das für ein toller Flughafen wird“. Herrlich, Potemkin auf berlinerisch.

Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesverkehrsministerium (wie heißt eigentlich der zuständige Bundesverkehrsminister? Sein Name ist mir gerade entfallen. Man hatte schon lange nichts mehr von ihm gehört, wahrscheinlich ist er mal wieder auf Informationsreise. Nach Timbuktu oder sonst wohin) meinte: „Der Aufsichtsrat sei oft tief in die Materie eingestiegen“. Oh weh, das ist ja noch schlimmer, sich informiert aber nichts kapiert zu haben.

Und die Trickserei geht weiter. Wowereit auf der Pressekonferenz über das neue Eröffnungsdatum: „Überdies hätten die Fluggesellschaften Wert darauf gelegt nicht vor dem Winterflugplan umzuziehen“. Diese Meinung hat er exklusiv. Air Berlin-Chef Mehdorn unmittelbar danach: „Dieser Termin am 17.3.2013 ist völlig unakzeptabel“.
Ebenso (vorsätzlich) falsch ist die Behauptung im Prinzip würden die Flüge 1:1 von BER nach Tegel umgelegt.
Liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen, man muss kein großer Prophet sein, um zu behaupten: „Das Chaos wird Dauergast in Tegel sein!“. Und wenn wir sagen Chaos, dann meinen wir richtiges Chaos.

Die BBBs wollen ja nicht gehässig sein (?), aber ist da vergleichsweise die gesetzliche Entschädigung für eine Flugverspätung von (nur) vier Stunden noch gerecht?

Noch ein lustiges Zitat zum Schluss, das gerade 80 Tage alt ist:
„Der Schwarz (Flughafendirektor) sieht ja noch erstaunlich gut aus, 100 Tage vor der Eröffnung. Irgendwo steht da eine Guillotine rum, unter die er muss, wenn dann der Flughafen nicht offen ist“. (Air Berlin-Chef Mehdorn, mit seinem typischen unnachahmlichen Charme, am 29.2.2012.)
Oh, das wird ein Gedränge an (unter) der Guillotine geben (Zitat: BBB).

Noch einen Nachtrag, Gewinner gibt es auch:
Z.B. die Tourismusmacher von Berlin. Die bekommen jetzt zweimal zusätzliche Gäste. Zu erst um die aktuelle Katastrophe zu sehen („Meine Damen und Herren, hier sehen Sie den großen Unvollendeten. Nie gab es mehr Eröffnungsverschiebungen als hier“) und dann später am 17.3.2013 oder irgendwann noch später um das „Wunder von Berlin“ zu sehen („Meine Damen und Herren, keiner hat es geglaubt, außer Wowereit. Aber dann war er doch fertig. Was bedeuten schon ein paar Jährchen in der 775jährigen Geschichte von Berlin).

Letzter Nachtrag.
Um ehrlich zu sein, Berlin ist was Baumängel betrifft kein Unikat. Wir hatten in den letzten BBBs schon auf die Hamburger Elbphilharmonie hingewiesen. Ähnlich „lustig“ geht es beim Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven zu. Eröffnungstermin für den Hafen ist der 5. August. Außer den politisch Verantwortlichen glaubt kein Mensch, dass dem so sein wird. Auf die Details dazu soll hier verzichtet werden. Am letzten Freitag wurden vier riesige Containerbrücken mit einem Spezialschiff aus China angeliefert. Die konnten aber nicht abgeladen werden, weil es Zweifel an der Standfestigkeit der Kaje gibt. Vom Jade-Weser-Port war kein Verantwortlicher an diesem Tag zu erreichen, die hatten sich komplett „ihren Brückentag“ (Freitag nach Himmelfahrt) genommen. Ist doch logisch: Brückentag zu nehmen wenn die Brücken kommen. Jetzt liegt das Schiff draußen vor Wilhelmshaven auf Reede und wartet auf das Abladen (aber diese Woche sind Pfingstferien, so ein Pech auch).

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Der Flughafen Tegel wird am 3. Juni trotzdem geschlossen

Entschuldigung, das soll nur ein Scherz sein. Aber halten Sie das für wirklich unmöglich? Es ist die echte Sorge der Bissigen Bemerkungen. Das zuständige Team des Flughafens für die Eröffnung von BER, hat das zuständige Team des Flughafens für die Schließung von Tegel (TXL), nicht über die Verschiebung der Eröffnung von BER informiert. Und letztere machen in TXL wie geplant dicht.
Aber auch das würde Wowereit weglächeln, denn Unschuld hat in Berlin einen Namen: Wowereit. Dass die Eröffnungsfeier ausfällt hat ihn aber echt geärgert. Angeblich hat er prüfen lassen, ob man eine Flughafeneröffnung auch feiern kann wenn der Flughafen nicht eröffnet wird. Tja, lieber Herr Wowereit, im Schließen eines Flughafens (siehe Tempelhof) sind Sie wesentlich stärker als im Eröffnen. Oder wie es ein BBB-Leser zutreffend formulierte: Für Wowereit ist es offensichtlich kein Kunstwerk einen funktionierenden Flughafen in eine Brache zu verwandeln, anstatt eine Brache in einen Flughafen.

„Echt cool“ (Zitat) wie nun Wowereit bzw. die Wirtschaftssenatorin von Obernitz mit dieser „Krise“ umgehen. „Berlin sei krisenerprobt“, also alles kein Problem. Schwer zu verstehen. Gerade wenn man krisenerprobt ist (oder glaubt es zu sein) müsste man doch Mechaniken entwickelt haben, um weitere Krisen zu vermeiden. Normalerweise geht es andersherum: Wenn man zweimal einen Verkehrsunfall überlebt hat, dann passt man doch künftig besser auf, wenn man die Straße überqueren muss.

Und überhaupt, ist „Krise“ hier die richtige Bezeichnung? Das Wort „Krise“ wird hier verwendet, wie wenn „plötzlich“ etwas „Unvorhersehbares“ von „außen“ den Flughafen getroffen hätte. Im Deutschen gibt es ein viel besseres Wort dafür: „UNVERMÖGEN“. Die Berliner Flughäfen brauchen kein Bachneunauge und keinen Feldhamster, da bremsen die Verantwortlichen die Zukunft persönlich. Man könnte auch sagen das „Das Bachneunauge (ersatzweise Feldhamster oder Fledermaus) von Berlin heißt Wowereit“.

Ebenso beliebt ist in solchen Situationen der Spruch „Sicherheit geht vor“, gerne noch mit dem Zusatz „die Sicherheit für Menschen geht vor“. Inzwischen scheint aber festzustehen, dass die Eröffnung erst abgesagt wurde, als man endgültig zur Kenntnis nehmen musste, dass die zuständigen Behörden auch eine Miniversion von Eröffnung nicht genehmigen wollten.

Aber manchmal (oder sogar meistens) hat so ein Knall wirklich etwas Gutes. Inzwischen wissen wir, dass der Flughafen BER nach dem 3. Juni ein riesiges Potemkinsches Dorf gewesen wäre. Angeblich war schon seit Wochen beschlossen 700 Türöffner einzustellen um die wichtigsten „automatischen“ Türen per Hand zu bedienen. Und , und …..
Aus Imagesicht hat Berlin gute Chancen alle Probleme die vor der Eröffnung aufgetreten sind zu „überleben“, alles was nach der Eröffnung schief geht belastet das Image auf Dauer. Also bitte jetzt erst starten, wenn alles, wirklich ALLES funktioniert. Und der passende Termin dafür bietet sich direkt an: 30.10.2012. Warum? Vor dem 3.6.2012 galt lange Zeit der 30.10.2011 als „feststehender“ Eröffnungstermin. Das wäre doch ein typischer Wowi-Gag. „Wir eröffnen heute, am 30.10.2012, den Flughafen. Gegenüber dem ursprünglichen Termin 30.10.2011 hat sich von 8 einzelnen Zahlen nur eine einzige geändert, die letzte. So präzise arbeiten wir hier in Berlin“.
Noch ein Zitat zum Thema Tempelhof aus den BBBs vom 14.1.2008 („Mein Knut heißt Tempelhof“). „Dass man den Flughafen Tempelhof schließen will, weiß der Senat schon lange. Konzept zur Nachnutzung? Fehlanzeige“
Inzwischen sind mehr als vier Jahre vergangen. Nachnutzung? Weiterhin Fehlanzeige! Das ist Berliner Senat: “Keene Haare uff’m Kopp, aba ‘n Kamm inner Tasche”.

Bevor allerdings andere Städte gegenüber Berlin zu überheblich werden:
Liebe Hamburger: „Ihr könnt auch nicht Elbphilharmonie“.
Man könnte hier noch einige deutsche Städte hinzufügen.
Liebe Leserinnen und Leser, erinnern Sie sich noch, wie wir in Deutschland gelästert haben, „die Griechen schaffen es nie die Olympiade pünktlich zu eröffnen“ und die „Südafrikaner schaffen es nie, pünktlich die Stadien fertig zu stellen“. Beiden haben wir angeboten Experten aus Deutschland zu schicken. Sorry, wäre es jetzt an der Zeit, mal um Experten aus Griechenland und Südafrika zu bitten?

Zu guter Letzt: Von Verkehrsminister Peter Ramsauer war wenig zum Thema BER zu hören. Das heben wir uns für „demnächst“ auf.

Nachtrag: Die Mitarbeiter von Air Berlin und Lufthansa u.a. die diesen Mist ausbaden müssen, tun den BBBs wirklich leid!

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