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Urlaubsplanung

Für alle, die erst jetzt in Urlaub fahren können:

Posten Sie auf Facebook, dass Sie in Urlaub sind, dann müssen Einbrecher nicht zu lange observieren, ob bei Ihnen jemand zuhause ist.

Fall Sie die Absicht haben mit Partner/in zu verreisen. Laut Statistik ist der dritte Urlaubstag der gefährlichste für Paare. Lassen Sie deshalb Ihren Partner/In erst am vierten Tag nachreisen.

Nehmen Sie „Shades of grey“ (zum Nachlesen) mit, falls Sie auf der Suche nach einem Urlaubsflirt sind.

Richtige Kleidung beim Fliegen entspannt. Sandalen und Unterhemd als Reisekleidung lässt den Urlaub schon beim Start beginnen. Allerdings könnte man Sie im Zielgebiet auf „englisch“ ansprechen.

Lassen Sie beim Sicherheitscheck am Flughafen ganz nebenbei die Bemerkung fallen „die Bombe liegt unter meiner Jacke“. Das sorgt für Heiterkeit bei den Mitreisenden und Sie bekommen bei dieser Gelegenheit einen kostenlosen Einblick in die Arbeit der Sicherheitsorganisationen am Flughafen.

Der Abflug hat Verspätung? Hoffentlich haben Sie Redaktionsnummer von BILD dabei. So ein bisschen Druck lässt die Airline-Mitarbeiter schneller arbeiten.

An Bord gleich Tomatensaft bestellen, das zeigt wie weltmännisch und erfahren Sie sind.

Grundsätzlich über das Bordessen meckern. Falls es keines gibt, sich beschweren, dass Sie bei einem Flugpreis von 29 Euro eigentlich etwas zu Essen erwarten könnten. (Natürlich haben Sie mehr als 29 Euro bezahlt, aber Ihr Sitznachbar ärgert sich jetzt, dass er nicht für 29 Euro gebucht hat).

Klatschen Sie bei der Landung, diese schöne Sitte ist noch nicht out

Bestehen Sie bei der Zimmerzuteilung im Hotel grundsätzlich auf ein anderes Zimmer, damit das Personal gleich merkt „mit Ihnen kann man nicht alles machen“. Lassen Sie dabei aus der Tasche das wichtigste Urlaubsutensil, die Frankfurter Tabelle, herausschauen.

Einen Liegestuhl mit einem Handtuch zu reservieren machen nur Anfänger. Der Profi belegt mindestens zwei Liegestühle an verschiedenen Plätzen mit einem Handtuch, weil die Sonne bekanntlich im Laufe des Tages wandert (dass in Wirklichkeit die Erde sich dreht, ist nur ein Einwand von jenen die sich für superschlau halten).

Fotografieren Sie alles was Sie sehen. Dann können Sie zuhause auch feststellen wo Sie in Urlaub waren.

Erzählen Sie abends an der Hotelbar, wie weit wir Deutschen es durch Sparen gebracht haben. Als Vorbild machen Sie sich insbesondere in Griechenland gut. Sollten Sie unglücklicherweise mit Nachnahmen Merkel heißen, dann wäre ein Künstlername für die Dauer des Urlaubs empfehlenswert.

Und dass der Kellner in Griechenland kein Wort Deutsch spricht, zeigt schon, dass es dort an allem mangelt.

Erzählen Sie in Spanien wie toll unser „Duales Ausbildungssystem“ sei. Das hat gerade Rainer Brüderle in den „Heute-Nachrichten“ als Ratschlag für die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Spanien gegeben. „Dass die Jugendlichen dort keine Ausbildung, sondern Arbeit suchen“, ist nur eine typische südländische Ausrede.

Machen Sie keinen Fehler. Ihr Urlaub geht zu Ende und Sie haben sich noch nicht beschwert? Wollen Sie Geld verschenken?

Wenn es auf dem Heimflug etwas wackeln sollte, gleich BILD anrufen und etwas „von Lebensgefahr“ faseln. Dann sind Sie am nächsten Tag in der Zeitung und Ihre Freunde wissen, dass Sie wieder zuhause sind.

Bei all diesen Ratschlägen haben Sie nach Ihrem Urlaub das Gefühl „nicht erholt“ zu sein? Dann müssen Sie etwas falsch verstanden haben.

Sie wissen noch nicht wo Sie dieses Jahr Urlaub machen wollen? Meiden Sie auf jeden Fall Südtirol, da sind schon Angela Merkel, Kristina Schröder, Daniel Bahr und Walter Steinmeier unterwegs. Wollen Sie denen wirklich begegnen?

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Die Bissigen Bemerkungen möchten heute am liebsten Dracula sein

Diese Woche gibt es leider genügend Gründe richtig zuzubeißen. Nehmen wir beispielsweise den Werbespot vom „Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft“ (BDL). Sorry, aber das ist wohl der schlechteste Branchenwerbespot überhaupt.. Ohnehin ist es traurig, dass ein Verband, der so eine traumhafte Branche wie die Luftfahrt repräsentiert, Werbung für diese Branche machen muss. Aber da zeigen sich die Versäumnisse der Vergangenheit, siehe die monatelange Untätigkeit gegen die Luftverkehrssteuer. Die BBBs haben schon in 2011 mehrfach gegen die Luftverkehrssteuer gewettert, da hat der Verband noch ein sanftes Schläfchen gehalten.
Ok, wie auch immer, lieber spät wach als nie. Also beschloss man, ein Werbefilmchen/Imagefilmchen zu drehen. Aber dieser 1 ½ min Film wurde gründlich versemmelt. Eine Minute lang, wenn man es überhaupt so lange beim Betrachten des Filmes ausgehalten hat, hat man keine Ahnung, worum es gehen soll. Starke Vermutung bis dahin, jetzt kommt Werbung von Ratiopharm für ein Mittel gegen Depressionen (so schlimm ist Arbeiten in der Branche auch nicht, oder doch?). Dann, endlich 20 Sek. vor Schluss sieht man einen Jungen, der „vom Fliegen träumt“. Der ganze Film ist so altbacken, es hätte nicht gewundert, jetzt ein Propellerflugzeug zu sehen. Liebe Leserinnen und Leser der BBBs, wenn Sie denken, es gibt heute nichts, was Ihnen den Tag verderben kann, dann trauen Sie sich und machen Sie sich ein eigenes Bild: http://www.youtube.com/watch?v=NRgX61H7goI. Und? Haben Sie jetzt den großen Traum vom Fliegen? Wenn die Branche/BDL sich auch so gegenüber der Politik präsentiert, dann ist es kein Wunder, dass sie dort kein Gehör findet.
Können Sie sich vorstellen, wie ein Film der Autobranche über den „Traum vom Autofahren“ aussehen würde. Oder erinnern Sie sich bitte an einen xbeliebigen Werbefilm über Türkei (z.B. http://www.youtube.com/watch?v=nbnHx2bCk_4), das ist Lust auf Türkei von Anfang an. Vorbild könnte auch sein, wie mache ich Lust auf Deutschland von der DZT (http://www.youtube.com/watch?v=aTyiJGow8DE). Oder nehmen wir den Imagefilm von „Ja, ich buche im Reisebüro“, da ist Lust am Reisen (oder Traum vom Reisen) von der ersten Sekunde an (http://www.youtube.com/watch?v=BOmjeb3js1k). Und wenn der BDL meint, es müsste eventuell wirklich „high sophisticated“ sein, dann hätte man sich Südtirol zum Vorbild nehmen sollen (http://www.smg.bz.it/de/was-wir-bieten/multimedia/tv/78-0.html).
Angeblich soll der BDL-Spot ca. 60.000 Euro gekostet haben. Schade für das Geld.
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Nächste Woche wollen sich die Bissigen Bemerkungen mit Reiner Calmund und seiner Omnipräsenz befassen. Dann gibt es „Dracula 2.0“.

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