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Ramsauer in „Hochform“

Immer wenn im Bereich vom Ramsauers Verantwortung etwas schief gelaufen ist (und das passiert regelmäßig), dann greift Ramsauer mit entschlossener Miene persönlich ein. Dann „haut“ Ramsauer aber so richtig dazwischen, in dem er
– immer einen Schuldigen benennt, weit weg vom Ministerium oder
– für das Problem notfalls niedere Ebenen im Ministerium verantwortlich macht oder
– die EU auffordert „endlich“ eine europaweite Lösung zu finden oder
– wenn er es überhaupt nicht mehr abschieben kann, eine neue Kommission bildet (besser gesagt vorgibt eine Kommission bilden zu wollen).

Neuestes Glanzlicht, nach Ramsauers eigenen Worten, eine „Reformkommission Bau von Großprojekten mit hochkarätigen Experten“, denn, so Ramsauer weiter, „wir brauchen Kostenwahrheit, -transparenz und Termintreue“. Bravo, darauf wären wir ohne „Zar Peter“ (wie ihn Seehofer nennt) nicht gekommen.
Dabei müssen wir nicht unbedingt an Stuttgart 21 und Flughafen BER denken, wofür Ramsauer überhaupt „nicht die mindeste Verantwortung“ trägt.

Neues grässliches Beispiel. Auf der weltweit am meisten befahrenen Wasserstraße, dem Nord-Ostsee-Kanal, stand vor kurzem jeglicher Verkehr still, weil die Schleuse Brunsbüttel so marode ist, dass sie leider ausfiel. Wohlgemerkt, hier hat nicht überraschend der Blitz eingeschlagen, sondern wir reden von einem permanenten Verfall bis hin zum jetzigen Kollaps. Aber dafür ist Ramsauer „überhaupt nicht verantwortlich“, vielmehr habe die „Rot-Grüne Verkehrspolitik im Bund dieses Problem jahrelang völlig unterschätzt“. Kleine Zwischenfrage: Seit wie viel Jahren hat Rot-Grün keine Verantwortung mehr im Bundesverkehrsministerium? Und wer hat in den letzten Jahren Bundesmittel für Infrastruktur überproportional in den Süden der Republik geleitet? Übrigens die voraussichtliche Bauzeit für die neue Schleuse beträgt, heutiger Stand, sechs bis sieben Jahre! So lange wird im Nord-Ostsee-Kanal Chaos herrschen.

Aber Ramsauer hat auch hier gehandelt und wird eine „Einsatztruppe vor Ort“ bilden, „die den Kanal im Blick hat“. Wofür?
Wir erinnern uns an seine SOKO BER, bei der sich später herausstellte, dass sie keine Probleme lösen, sondern nur die Fehler des damals amtierenden Flughafenchefs feststellen sollte.

Aber für vielmehr hat Peterchen Ramsauer wirklich keine Zeit. Er ist nämlich, das hat eine Anfrage im Bundestag ergeben, Reiseweltmeister dieser Regierung. Und mit „Reisen“ sind nicht seine Wochenend-Heimfahrten ins beschauliche Traunstein gemeint, wo er regelmäßig irgendwelche mit Bundesmitteln gebaute Kilometerchen Straße oder Bahnschranken oder renovierte Bahnhofstoiletten einweiht. Nein, Ramsauer ist für die große weite Welt geschaffen. Und Anschauungsunterricht kann man sich an vielen Plätzen dieser Welt holen. 17 Mal jettete der Minister in 2012 persönlich durch die Welt. Keine Ahnung worüber er sich persönlich u.a. in Dschidda/Saudi-Arabien, im indischen Kalkutta, im syrischen Damaskus oder dieses Jahr in Bagdad informieren wollte, ob es Verkehrsprojekte, Flughafen- oder Bahnhofsbauten oder sozialer Wohnungsbau war.
Oder ob er sich nur Härte im Umgang mit der Opposition anschauen wollte.

Und was die Kosten betrifft ist der Reise-Peter nicht zimperlich. Seit Amtsantritt überzieht er regelmäßig sein ohnehin schon hohes Ministeriums-Reisebudget erheblich. Keine Ahnung, warum ihm Finanzminister Schäuble bislang nicht den Sinn eines Budgets vermitteln konnte, dass es nämlich nicht zwingend geboten sei ein Budget zu überziehen. Zur Lösung des Problems schlagen die BBBs eine „Budget-Reformkommission“ oder eine „Eingreiftruppe vor Ort“ vor.

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Am 21.12.2012 ist Weltuntergang: Die BBBs melden schon jetzt die „letzten Worte“ und die „allerletzten Firmenmitteilungen“.

Am 21.12.2012 findet der (diesjährige) Weltuntergang statt. So sagt es zumindest der Maya-Kalender voraus. Schade, dass der Weltuntergang nicht am 24.12. stattfindet, denn das wäre eine schöne Bescherung.
In den nächsten Tagen werden die Medien immer stärker auf das Thema Weltuntergang „abfahren“. Die Bissigen Bemerkungen, weit voraus blickend wie sie nun mal sind, präsentieren Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, schon jetzt exklusiv sog. „letzte Worte“ und „allerletzte Firmenmitteilungen“ aus Touristikbranche und Politik.

Hier das Szenario: 21.12.2012, es ist soweit. Der Weltuntergang entwickelt sich allerdings nicht von Ost nach West (wie der Sonnenaufgang), sondern breitet sich schlagartig beginnend überall auf der Welt aus (nach UTC-Zeit). Sehr langsam, aber stetig, bricht alles zusammen. Internet und TV sind noch fast den ganzen Tag dabei (ist das die Rache Gottes?) und so können sich viele Wichtige und noch mehr Unwichtige äußern:

• Obama ruft laut durch das Weiße Haus: Wo bleibt nur dieser verdammte (im Originalton: fucking) Bruce Willis um die Welt zu retten?
• Bundeskanzlerin Merkel mahnt zur Ruhe. Es bestehe keine Gefahr für den Euro. Im Gegenteil, jetzt müssen Griechenland, Italien und Spanien nicht mehr gerettet werden.
• Lufthansa gibt bekannt: Christoph Franz hat wegen der aktuellen Lage ein neues Sparprogramm verordnet. Tyrolean Airways soll noch mehr Lufthansaflüge übernehmen. Das Sparprogramm soll „direct4all“ heißen. Spötter meinen „nothing4all“ sei ehrlicher.
• Thomas Cook UK gibt eine Gewinnwarnung bekannt: „Wegen des Weltuntergangs fällt das Jahresergebnis deutlich schlechter aus als geplant“. Thomas Cook hatte in den letzten Monaten schon viele Gewinnwarnungen herausgegeben, es gibt inzwischen ein firmeninternes Formular dafür, deshalb war man so schnell.
• Zwei Stunden später meldet sich auch TUI Travel aus London mit folgender Mitteilung: Die Auswirkungen des Weltuntergangs werden nicht im operativen Ergebnis abgebildet. Das Ebit bliebe dadurch stabil und damit auch die Tantieme für Peter Long.
• Die Deutsche Bahn fährt erstaunlicherweise noch relativ viele Strecken. Die Auswirkungen des Weltuntergangs seien bislang noch nicht so schlimm, Schwierigkeiten bei der Bahn gäbe es nur unterhalb von minus 15 Grad oder oberhalb plus 30 Grad (letzteres könnte allerdings gegen Abend erreicht werden).
• 12.00 Uhr mittags UTC Zeit. Die weltweiten Einschränkungen sind gewaltig.
• Antonia Rados berichtet für RTL live gleichzeitig aus Yukatan und noch zwei anderen Orten. Man hatte schon immer geahnt, dass sie ein Double hat.
• ARD kündigt für heute Abend 20.15 Uhr einen Brennpunkt an. Wenn das mal nicht zu spät ist.
• Finanzminister Schäuble überlegt, wie man den Weltuntergang besteuern könne (natürlich nur mit einem ökologischen Steuerungselement). Die FDP ist bereit zuzustimmen, wenn professionelle Abrissunternehmen ausgenommen werden.
• TUI Deutschland gibt bekannt: Alle Pauschaltouristen werden noch zurückgeholt und das Programm für Trauerreisen wird aufgestockt.
• Der Begriff „Last-Minute-Reise“ erhält eine ganz neue absolute Bedeutung.
• Die Kunden (auch die online gebuchten) rufen aus aller Welt bei den Reisebüros an und bitten um Hilfe. Die Reisebüros freuen sich nochmals gefragt zu sein (wenn es auch nur für kurze Zeit sein wird). Die Stimmung ist wie zuletzt beim Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull. Ein Hauch von Ascheregen-Feeling macht sich breit.
• DRV-Präsident Jürgen Büchy ist laut einer Pressemeldung begeistert, wie die Reisebranche bisher mit dieser Herausforderung umgegangen ist.
• 15.00 Uhr UTC, es wird immer schlimmer.
• Verkehrsminister Peter Ramsauer fordert die EU „energisch“ auf etwas zu tun, schließlich sei der Weltuntergang kein nationales Problem. Erfreulich sei, dass trotz der großen Krise, noch viele Bahnhofstoiletten funktionieren würden. Die Pressemitteilung kommt aus seiner Heimat Traunstein (Logisch, der 21.12. ist ein Freitag, da ist der Minister selten in Berlin).
• Hubert Burda will dem Weltuntergang einen Bambi verleihen (eine echte Steigerung zum Integrations-Bambi für Bushido). Aber er weiß nicht wann, wo und an wen er ihn übergeben soll.
• Die touristische Fachzeitschrift fvw gibt bekannt, dass man in der nächsten Printausgabe einen großen Sonderbericht zum Weltuntergang bringen werde, mit dem Schwergewicht auf „warum schwedische Manager mit einem solchen Thema lockerer umgehen als deutsche Manager“.
• Dietmar Gunz gibt bekannt, dass er noch kurzfristig FTI verkaufen konnte. Er will es nach dem Weltuntergang preiswerter zurückkaufen.
• „Reiserechtspapst“ Prof. Führich bringt noch einen Flyer heraus: „Urlauber, Dein Recht beim Weltuntergang“.
• Für das Beschwerdemanagement bei Air Berlin wird ein neuer Rekord angekündigt. Die Antworten kommen jetzt nicht mehr erst nach 5 Monaten, sondern nie mehr.
• 18.00 Uhr UTC, jetzt sieht es draußen richtig furchtbar aus
• Vielerorts steigen Kohlenstoffdioxide nach oben. Einige CO2-Kompensierer wittern noch ein letztes großes Geschäft.
• Die Viverde Hotelgäste der TUI stellen fest: Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit sind auch nicht mehr das, was es einmal war
• Berlins „Regierender Schönredner“ Wowereit frohlockt. „BER ist jetzt überall“.
• Flughafenchef Schwarz erklärt durch seinen Anwalt, dass er für das Weltuntergangschaos nicht verantwortlich sei. Da hat er recht, denn das Untergangsversprechen des Maya-Kalenders ist termintreu eingehalten worden.
• Die BBBs kündigen das Ende der Bissigen Bemerkungen an. Einige in der Branche atmen auf.
• 21.00 Uhr UTC. Das Ende ist nun wirklich da. Es gibt keinerlei Mobilität mehr.
• Der Verfassungsschutz meldet sich. Man habe alte Aufzeichnungen gewisser Mayas entdeckt, die man aber bislang nicht zu deuten vermochte.
• 23.59 UTC. Es macht einen Riesenschlag! Das war`s jetzt. Spätestens jetzt haben endlich alle geschnallt, dass nach einem Weltuntergang nichts mehr geht. Und zwar gar nichts mehr. Pech gehabt.
• Kurz vor Schluss hebt noch ein Raumschiff von der Erde ab. Am Steuer Bruce Willis. An Bord 100 Superreiche auf der Suche nach einer neuen Erde. Sie haben jetzt viel Zeit, auch diese zugrunde zu richten.
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Am 16.1. dieses Jahres hatten sich die BBBs schon einmal kurz mit dem Thema „Reisen zum Weltuntergang“ beschäftigt. Im letzten Absatz hieß es damals „Und wenn Sie noch am Diskutieren und Wetten sind, ob tatsächlich am 21.12. der Weltuntergang stattfinden wird, kleiner Rat von den BBBs. Halten Sie Abstand von Christian Wulff und Philipp Rösler. Bei denen wird der Weltuntergang garantiert noch früher stattfinden“. Zumindest bei Christian Wulff ging einen Monat später (17.2.2012) die Prognose in Erfüllung. Philipp Rösler sträubt sich noch ein bisschen.
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