Person | Interviews | Vorträge | Veröffentlichungen | Kontakt

Klaus-Heidi

Jetzt fängt Lufthansa an ganz durchzudrehen. Lufthansa, vielleicht erinnern sich die Älteren noch daran, stand früher für Qualität. Später wurde zeitgemäß (?) der Preis dominierender und neuerdings, noch zeitgemäßer (?), ist Nonsens Trumpf in der LH-Werbung. Aktuelles Beispiel ist ein Gewinnspiel (allerdings nur für Schweden), „Wer seinen Namen in Klaus-Heidi (!) ändert, gewinnt einen einjährigen Gratisaufenthalt in Neukölln“. Gegen diese absolut sinnfreie Werbung ist die manchmal provokante SIXT-Werbung eher ein Kandidat für den Grimme-Preis.
Leider neigen viele Marketing-„Strategen“ zum Nachahmen. Leider! Da in Deutschland Vornamens-Änderungen nicht so leicht vorzunehmen sind wie in Schweden, würde eine Kampagne für den deutschen Verbraucher wahrscheinlich lauten: „Nennen Sie Ihr Kind xxxx und Sie gewinnen …..“.

Ein Blick in die nahe Zukunft:

Thomas Cook:
Nennen Sie Ihr Kind „Thomas-Harriet“ und Sie gewinnen ein Logo/Familien Wappen, speziell für Ihre Familie gefertigt. Anmerkung der BBB: Wenn es so pseudo-innovativ aussieht wie das neue Thomas Cook Logo, hängen Sie es im kleinen „Örtchen“ in Ihrer Wohnung auf. Es macht trotzdem (oder gerade) einen sehr „adeligen Eindruck“.

TUI Deutschland:
Nennen Sie Ihr Kind „Christian-Clemens“ und Sie gewinnen ein Jahres-Abo Köttbullar im nächst gelegenen IKEA-Restaurant.

Ryanair
Nennen Sie Ihr Kind „Crazy-Michael“ und Sie gewinnen ein Jahres-Abo Freiflüge für den europäischen Kontinent. Besonderes Bonbon dabei: Sie müssen nicht mit Ryanair fliegen.

Air Berlin
Nennen Sie Ihr Kind „Paul-Gregor“ (nach Air Berlin-Verkaufsvorstand Paul Gregorowitsch) und Sie gewinnen 1 Jahr lang wöchentlich 100 Air Berlin-Schokoherzen plus ein Trikot der holländischen Nationalmannschaft und 10 Freikarten für Spiele der holländischen Nationalmannschaft. Besonderes Bonbon: Für eventuelle Spiele Holland gegen Deutschland müssen Sie das Trikot nicht anziehen.

FTI (TVG)
Nennen Sie Ihr Kind „Dietmar-Birgit“ (Birgit nach TVG-Geschäftsführerin Birgit Aust) und Sie gewinnen für ein Jahr einen Moderatoren-Job bei sonnenklarTV. Anmerkung der BBB: FTI sind eigentlich keine Nachmacher, deshalb wird es dieses Preisrätsel wahrscheinlich nicht geben.

SIXT
Nennen Sie Ihr Kind „Erich-Regine“ und Sie werden Hauptfigur für eine SIXT-Werbung mit dem Titel „für unsere Werbung machen die Deutschen jeden Schwachsinn mit“.

Und außerhalb der Touristik
DFB
Nennen Sie Ihr Kind „Jogi-Jogi“ und Sie gewinnen eine Reise zur Fußball-WM nach Brasilien. Besonderes Bonbon: Für das Halbfinalspiel gegen Italien oder Spanien bekommen Sie einen Platz im Fanblock Italien/Spanien, damit Sie bei einer WM auch mal richtig mitfeiern dürfen.

Und das härteste Gewinnspiel:
Deutsche Bundesregierung
Nennen Sie Ihr Kind „Angela-Sigmar“ und Sie bekommen eine Einladung zu einer Kabinettssitzung der neuen Bundesregierung.
Anmerkung der BBB: Sie sollten sich mit der Einlösung des Preises nicht zu viel Zeit lassen (auf keinen Fall vier Jahre).

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Reiner Calmund und seine Beziehung zu Unister und TUI

Die Dauerpräsenz von Reiner Calmund auf allen TV-Kanälen kann einem richtig „auf den Keks“ gehen. Wenn er den Mund aufmacht, läuft die Heißluftmaschine auf vollen Touren. Insbesondere bei seinem Werbeauftritt für „Fluege.de“, einer Firma aus dem Unternehmensgeflecht von Unister, kann einem übel werden. Kann man sich ernsthaft vorstellen, dass es jemand gibt, der zu diesem Anbieter wegen Calmund wechselt? Allein der Gedanke, auf einem Flug dann neben ihm zu sitzen, muss doch sofort Platzangst auslösen. Aber Calmund und Unister, das passt ja („Gleich und Gleich gesellt sich gern“). „Besonders die Portale des Leipziger Unternehmens Unister haben sich mit unseriösen Methoden einen Namen gemacht“, schrieb z.B. schon am 2.7.12 die Westdeutsche Allgemeine. Inzwischen hat sich die Staatsanwaltschaft für die Unister-Gruppe interessiert und einige Vorstandsmitglieder haben danach auch die Luft in der Untersuchungshaft geschnuppert (siehe auch BBBs vom 17.12.2012 „ab-in-den-Knast.de“). Nur so nebenbei, für Calmunds Abschied bei Bayer Leverkusen interessierte sich damals auch die Staatsanwaltschaft (offiziell „ohne Ergebnis“). Das soll gerüchteweise Bayer Leverkusen damals sehr recht gewesen sein.

Interessanterweise tritt auch das Unister-Portal „ab-in-den urlaub.de“ immer wieder mit Umfragen an die Öffentlichkeit, deren Wissenschaftlichkeit man zumindest bezweifeln darf. Auch die Interpretation dieser „Ergebnisse“ dient wohl in erster Linie dazu „Hauptsache man steht in den Medien, egal wie“. Besonders die letzte Umfrage „von der Beschwerdebereitschaft von Urlaubern schon vor dem Urlaub“ fällt unter diese Kategorie. Ausgerechnet dieses Portal untersucht die Beschwerdebereitschaft schon vor dem Urlaub, wo man „auf deren Facebook-Seite Schauermärchen geprellter Kunden nachlesen kann“ (Zitat WAZ).

Etwas überraschend kommen die BBBs damit auf den TUI-Blog, aber den Grund lesen Sie einige Zeilen weiter unten.
Einen Blog auf der eigenen Firmenhomepage zu haben, ist absolut „in“. Insofern liegt TUI Deutschland damit auch richtig im Trend. Besonders interessant ist der erste Blog von TUI Deutschland Chef Christian Clemens über seine praktischen Erfahrungen an der Arbeitsfront. Wobei die Bissigen Bemerkungen dies weniger unter dem Gesichtspunkt Kundenorientierung sehen wollen (man sollte seinen Kunden, die man liebt, eigentlich nicht den „Service von Amateuren“ zumuten), sondern mehr unter der Rubrik Mitarbeitermotivation. Es kann kein Fehler sein, wenn ein Chef die Arbeitssituation vor Ort kennt. Interessant wäre allerdings auch die umgekehrte Aktion, Mitarbeiter werden für einen Tag Chef. Aus der Literatur kennen wir die Frage an Mitarbeiter „Was würden Sie tun, wenn Sie für einen Tag Chef wären und nur eine einzige Entscheidung hinsichtlich Qualität bzw. Serviceorientierung fällen dürfen“. Da wäre die Antwort mancher Reiseleiter/in bzw. von Mitarbeitern im Servicecenter sicherlich interessant.
Einziger Schwachpunkt des TUI Blogs bisher ist die Mitwirkung von…. Ja von wem? Ausgerechnet wieder von Reiner Calmund. Hallo? Wie kann man auf die Idee kommen, das Testimonial einer Firma, die einen so zweifelhaften Ruf hat und der man zudem vor kurzem die Zusammenarbeit gekündigt hat, auf seiner eigenen Homepage schreiben zu lassen. Inhalt? Siehe oben, Stichwort Heißluft, nichts Spezifisches. Wenn das getoppt werden soll, dann erleben wir demnächst Sylvie van der Vaart mit „mein TUI Urlaub mit meinem neuen Lover“ und anschließend von Jenny Elvers-Elbertzhagen „mein TUI Urlaub ohne meinen alten Lover“.
Ich wüsste schon, wer hier einen „geilen Reise Blog“ schreiben könnte. Aber dazu müsste man sich bei TUI trauen.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

TUI Manager wird Zoo Chef

Fast wäre es im Trubel der ganzen Flughafenmeldungen der letzten Wochen untergegangen. Andreas Casdorff, bislang Direktor Operatives Marketing TUI Deutschland, wird Geschäftsführer Zoo Hannover. Vom Zoo zum Zoo?
Kleiner Griff in die Geschichte. Als die Konzeption des Erlebniszoos Hannover noch in der Planung war (Mitte der 90er-Jahre) fragte der damalige Zoo-Geschäftsführer Klaus-Michael Machens bei TUI an, ob Interesse an dem Namen „TUI-Zoo“ bestehen würde. Der Preis wäre damals noch sehr moderat gewesen.
Ich selbst habe damals die Verhandlungen für TUI geführt und obwohl im Prinzip großes Interesse an diesem Namen bestand (wir waren vom Erfolg des fast revolutionären Zoo-Konzeptes voll überzeugt), haben wir damals abgelehnt.
Zwischen der TUI-Hauptverwaltung Hannover (damals noch identisch mit TUI Deutschland) und dem Zoo Hannover liegen nur 4 Km. Und wenn dann jemand von „TUI-Zoo“ sprechen würde, so unser damaliges Argument, wüsste doch kein Mensch auf Anhieb, ob die TUI Hauptverwaltung oder der Zoo gemeint wäre.

Was damals noch überwiegend als Scherz gemeint war, hat sich in mancherlei Hinsicht bestätigt (machen wir mal ein Fragezeichen hinter diesen Satz)?
Jedenfalls gilt jetzt jahrelange TUI-Erfahrung als Qualifikation, dass ein im Prinzip
Branchenfremder, viele Mitbewerber für den Job des Zoo-Chefs aus dem Rennen schlagen konnte. Schon wird in der Lokalpresse über künftige Veränderungen im Zoo spekuliert. Keine einzelnen Fütterungen mehr für die Tiere, sondern Büffet. Das heißt dann aber nicht All Inklusive, sondern All-Ju-Kän-Fress. Die einzelnen Anlagen sollen künftig je nach Wertigkeit mit Sternen klassifiziert werden und es wird über Liegestühle vor den Gehegen nachgedacht. Dass diese mit Handtüchern vorreserviert werden können, soll allerdings noch unbestätigt sein. Auch ein neues Preiskonzept mit Frühbucherrabatten und Last-Minute-Angeboten soll bereits in Vorbereitung sein. Letzteres soll vorzugsweise in den L´tur-shops angeboten werden.
Auch eine Fusion mit einem britischen Zoo wird nicht ausgeschlossen. Sehr aufgeregt soll seit Tagen einer der kleinen Pandas, mit Namen Manni, sein. Warum? Er ist in Schweden geboren und hofft künftig im Zoo eine Führungsrolle übernehmen zu dürfen (innerhalb der Tierhierarchie wohlgemerkt).

(Damit angesichts dieser Bissigen Bemerkungen kein falscher Verdacht aufkommt. Die BBBs halten Casdorff als absolut geeignet für diesen Job. Viel Erfolg auch von dieser Stelle.)

——————————-

Eine kleine Peinlichkeit aus den letzten Bissigen Bemerkungen muss korrigiert werden. Zweibrücken liegt nicht im Saarland sondern in Rheinland-Pfalz. Es liegt zwar unmittelbar an der Grenze zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz, aber eben auf der „anderen“ Seite. An der grundsätzlichen Aussage über den Unsinn zweier nebeneinander liegenden Flughäfen (Saarbrüchen und Zweibrücken) ändert sich dadurch zwar nichts, aber soviel Genauigkeit muss schon sein. Sorry, für den Fehler.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Wie ist das nun mit der Reisebüropolitik bei TUI?

Beide sind angetreten mit dem Versprechen lässiger im Umgang zu werden und unnötige Bürokratie abzubauen. Aber ihr (un-)nötiges Scharmützel zum Thema Reisebüropolitik lässt vermuten, dass das Versprechen nur ein Versprecher war. Die Rede ist vom brandneuen TUI AG Chef Friedrich Joussen und vom fast neuen TUI Deutschland Chef Christian Clemens.
Da erklärt Joussen in gefühlten „tollen“ 50 Interviews vor der Übernahme des Vorstandsvorsitzes bei TUI AG u.a. wie er sich die künftige Reisebüropolitik der TUI vorstellt. Im Prinzip wie die Shop-Politik bei Vodafone. Die eigene Marke verkündet an der Eingangstür, dass nur die eigene Marke im Verkaufsladen angeboten wird. Darüber lässt sich sicherlich diskutieren.
Dummerweise hat er das offensichtlich ausgerechnet nicht mit dem Chef von TUI Deutschland, Clemens, vorher diskutiert. Und so muss nun Clemens, kurz nach dem er das TUI Online-Geschäft zur Chefsache gemacht hat, eine Lanze für den stationären Reisebürovertrieb brechen.
Jetzt sind die Büros der beiden nur wenige hundert Meter voneinander entfernt und es ist anzunehmen, dass beide Büros auch über Telefonanschluss verfügen (vielleicht einmal Telekom und einmal Vodafone?). Aber wie „tauscht man sich aus“?
Über die Medien!!! Großartig, so haben wir alle etwas von diesem Meinungsaustausch.

Bei dieser Gelegenheit sollte man auch mal wieder „unsere BILD“ loben. Sie ist in ihrer Meinung fast so elastisch wie unsere Kanzlerin. Kurz vor der TUI Hauptversammlung war einmal Dr. Frenzel „Gewinner des Tages“ der alles richtig gemacht hat und dann war auch Herr Joussen „Gewinner des Tages“, der künftig alles besser macht. Vielleicht war die Reihenfolge auch umgekehrt, was spielt das bei dieser „inhaltlichen Aussage“ auch für eine Rolle.

Die Hauptversammlung selbst war zumindest bei den ersten Rednern, den „professionellen“ Aktionärsvertretern, nur ein müdes Gequatsche um des Gequatsches wegen. Rhetorisch teilweise schwach, ohne Tiefe in den Argumenten, nur an der Oberfläche leicht kratzend, machte sich schnell Langeweile im Saal breit. Deshalb glaubte der DSW-Vertreter die Stimmung mit der Bemerkung „die Hauptversammlung der TUI sei ein Gefangenenlager“ aufmischen zu müssen. Immerhin, ein Gefangenenlager mit ganz ordentlichem Essen und den vielen kleinen Give aways, über die sich der TUI Kleinaktionär so sehr freut, dass er diese immer gerne als Ersatz für die ausgefallene Dividende hektisch (ein Hauch von Krabbeltisch) entgegennimmt. Auch die Erhöhung der Aufsichtsrats-Tantieme in einer Größenordnung, dass man damit locker das Essen für alle bezahlen könnte, wurde von den Aktionärsvertretern nur dezent bemängelt. Komischer Verein, diese hauptamtlichen Aktionäre.

Halt, da war noch die „unvergleichliche“ Catarina Steeg aus dem „Club räuberische Aktionäre und Berufskläger“ (Zitat Süddeutsche Zeitung). Letztmals im Jahre 2008 in Aktion (siehe BBBs vom 12.5.2008, „Lieben Sie großes Kino, möglichst mit Überlänge? Dann hätten Sie die TUI-Hauptversammlung besuchen sollen.“) zeigte sie sich wieder in ihrer Paraderolle als Musterbeispiel für echt schlechtes Benehmen.
Dieses Aushalten zu müssen war die gerechte Strafe für die Sitzungsleitung.
———————————-
Die nächsten BBBs müssen sich unbedingt mit der „Touristen-Abschreckungspolitik“ von Mallorca beschäftigen. Darüber freut sich jedermann in der Türkei.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Können Flüsse rückwärts fließen?

Liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen, um diese Überschrift zu verstehen, muss hier leider auf die Bissigen Bemerkungen vom 4.9.2006 („Endlich das Richtige tun, nachdem man zulange das Falsche probiert hat“) verwiesen werden. In diesen Bissigen Bemerkungen wurde berichtet, dass der bisherige Chefcontroller der TUI, Sebastian E., das Unternehmen verlässt. Gegen Ende dieser BBB wurde dann (mit der Entschuldigung, „eigentlich ist es nicht die Art der BBB zu personalisieren“) einige Un-Freundlichkeiten im Nachklappern zu dieser Entscheidung angeführt. Und dann stand dort, jetzt kommen wir zur Sache:
Zitat:
„Vor 6 Jahren erzählte ein Freund dem Autor der BBBs folgende Parabel:
Einem alten Indianer war von einigen Feinden Böses widerfahren und so saß er tagtäglich am Fluss. Auf die Frage was er da mache, antwortete er: „Ich warte bis auch die Leiche meines letzten Feindes hier am Fluss an mir vorüber treibt“.
Eines Tages stand er auf und ging zufrieden nach Hause.“

Und jetzt die dazu passende neue Meldung. Der künftige CEO der TUI AG, Friedrich Joussen, hat seinen bisherigen Vodafone-Mitarbeiter Sebastian E. als „Operating Performance Director“ zur TUI nachgeholt. Und so sieht man den alten Indianer wieder am Fluss sitzen und er wundert sich, wieso Flüsse rückwärts fließen können.

Bleiben wir beim Thema TUI (wir haben schon lange nicht mehr über TUI geschrieben). Bei TUI Deutschland sollen künftig öfters Führungskräfte „auf echte Kunden losgelassen“ werden. Das liest sich auf den ersten Augenblick ganz gut. Aber die Bissigen Bemerkungen, als „ewiger Anwalt der Kunden“, stellen sich folgende Frage: Wenn man seine Kunden wirklich liebt, darf man sie dann mit „Amateuren in der Dienstleistung“ konfrontieren?
Damit erscheint der Markencheck der TUI plötzlich in einem überraschenden Licht. Vielleicht standen ausgerechnet am Testtag den Testern der ARD „Führungskräfte im Front-Test“ gegenüber.

Aber ernsthaft, egal wie fair der Test (nach Meinung der TUI) war, man kann auch wesentlich souveräner auf eine solche Sendung reagieren. So mag zum Beispiel der Hinweis, dass die Baustellen-Information erst kurz vor Buchungsabschluss obligatorisch erfolgt, zwar sachlich richtig sein. „Positiv lernend“ wäre gewesen, wenn man erklärt hätte, dass künftig dieser Hinweis früher im Beratungsgespräch erfolgen wird. Was unzweifelhaft auch sinnvoller wäre. Warum erst das ganze Beratungsgespräch führen lassen, wenn zum Schluss der Baustellen-Hinweis für den Kunden zum K.O.-Kriterium werden kann. Dann war das ganze Gespräch vergebens.

Dazu passt dann auch eine Bemerkung, die u.a. in den oben zitierten Bissigen Bemerkungen vom 4.9.2006 über den damaligen Chefcontroller, gemacht wurde: „Wenn man glaubt durch Senkung des Leistungsniveaus auf das der Konkurrenten Kosten sparen zu können, aber trotzdem weiterhin von einem Premiumzuschlag träumt, dann ist man auch ein Träumer“.

Bleibt noch die nächste Hauptversammlung der TUI AG. Es soll eine kräftige Aufbesserung der Aufsichtsratsbezüge geben, aber wiederum keine Tantieme für die Aktionäre. Das muss doch einen Aufstand in der Sitzung geben. Dabei waren sich die BBBs sicher, dass es zum Abschluss der „Frenzel-Zeit“ mal wieder Tantieme geben sollte. Stimmt das Gerücht, das habe man sich für die erste Hauptversammlung des „neuen CEO“ aufgehoben? Politik statt Tantieme?

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Am 21.12.2012 ist Weltuntergang: Die BBBs melden schon jetzt die „letzten Worte“ und die „allerletzten Firmenmitteilungen“.

Am 21.12.2012 findet der (diesjährige) Weltuntergang statt. So sagt es zumindest der Maya-Kalender voraus. Schade, dass der Weltuntergang nicht am 24.12. stattfindet, denn das wäre eine schöne Bescherung.
In den nächsten Tagen werden die Medien immer stärker auf das Thema Weltuntergang „abfahren“. Die Bissigen Bemerkungen, weit voraus blickend wie sie nun mal sind, präsentieren Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, schon jetzt exklusiv sog. „letzte Worte“ und „allerletzte Firmenmitteilungen“ aus Touristikbranche und Politik.

Hier das Szenario: 21.12.2012, es ist soweit. Der Weltuntergang entwickelt sich allerdings nicht von Ost nach West (wie der Sonnenaufgang), sondern breitet sich schlagartig beginnend überall auf der Welt aus (nach UTC-Zeit). Sehr langsam, aber stetig, bricht alles zusammen. Internet und TV sind noch fast den ganzen Tag dabei (ist das die Rache Gottes?) und so können sich viele Wichtige und noch mehr Unwichtige äußern:

• Obama ruft laut durch das Weiße Haus: Wo bleibt nur dieser verdammte (im Originalton: fucking) Bruce Willis um die Welt zu retten?
• Bundeskanzlerin Merkel mahnt zur Ruhe. Es bestehe keine Gefahr für den Euro. Im Gegenteil, jetzt müssen Griechenland, Italien und Spanien nicht mehr gerettet werden.
• Lufthansa gibt bekannt: Christoph Franz hat wegen der aktuellen Lage ein neues Sparprogramm verordnet. Tyrolean Airways soll noch mehr Lufthansaflüge übernehmen. Das Sparprogramm soll „direct4all“ heißen. Spötter meinen „nothing4all“ sei ehrlicher.
• Thomas Cook UK gibt eine Gewinnwarnung bekannt: „Wegen des Weltuntergangs fällt das Jahresergebnis deutlich schlechter aus als geplant“. Thomas Cook hatte in den letzten Monaten schon viele Gewinnwarnungen herausgegeben, es gibt inzwischen ein firmeninternes Formular dafür, deshalb war man so schnell.
• Zwei Stunden später meldet sich auch TUI Travel aus London mit folgender Mitteilung: Die Auswirkungen des Weltuntergangs werden nicht im operativen Ergebnis abgebildet. Das Ebit bliebe dadurch stabil und damit auch die Tantieme für Peter Long.
• Die Deutsche Bahn fährt erstaunlicherweise noch relativ viele Strecken. Die Auswirkungen des Weltuntergangs seien bislang noch nicht so schlimm, Schwierigkeiten bei der Bahn gäbe es nur unterhalb von minus 15 Grad oder oberhalb plus 30 Grad (letzteres könnte allerdings gegen Abend erreicht werden).
• 12.00 Uhr mittags UTC Zeit. Die weltweiten Einschränkungen sind gewaltig.
• Antonia Rados berichtet für RTL live gleichzeitig aus Yukatan und noch zwei anderen Orten. Man hatte schon immer geahnt, dass sie ein Double hat.
• ARD kündigt für heute Abend 20.15 Uhr einen Brennpunkt an. Wenn das mal nicht zu spät ist.
• Finanzminister Schäuble überlegt, wie man den Weltuntergang besteuern könne (natürlich nur mit einem ökologischen Steuerungselement). Die FDP ist bereit zuzustimmen, wenn professionelle Abrissunternehmen ausgenommen werden.
• TUI Deutschland gibt bekannt: Alle Pauschaltouristen werden noch zurückgeholt und das Programm für Trauerreisen wird aufgestockt.
• Der Begriff „Last-Minute-Reise“ erhält eine ganz neue absolute Bedeutung.
• Die Kunden (auch die online gebuchten) rufen aus aller Welt bei den Reisebüros an und bitten um Hilfe. Die Reisebüros freuen sich nochmals gefragt zu sein (wenn es auch nur für kurze Zeit sein wird). Die Stimmung ist wie zuletzt beim Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull. Ein Hauch von Ascheregen-Feeling macht sich breit.
• DRV-Präsident Jürgen Büchy ist laut einer Pressemeldung begeistert, wie die Reisebranche bisher mit dieser Herausforderung umgegangen ist.
• 15.00 Uhr UTC, es wird immer schlimmer.
• Verkehrsminister Peter Ramsauer fordert die EU „energisch“ auf etwas zu tun, schließlich sei der Weltuntergang kein nationales Problem. Erfreulich sei, dass trotz der großen Krise, noch viele Bahnhofstoiletten funktionieren würden. Die Pressemitteilung kommt aus seiner Heimat Traunstein (Logisch, der 21.12. ist ein Freitag, da ist der Minister selten in Berlin).
• Hubert Burda will dem Weltuntergang einen Bambi verleihen (eine echte Steigerung zum Integrations-Bambi für Bushido). Aber er weiß nicht wann, wo und an wen er ihn übergeben soll.
• Die touristische Fachzeitschrift fvw gibt bekannt, dass man in der nächsten Printausgabe einen großen Sonderbericht zum Weltuntergang bringen werde, mit dem Schwergewicht auf „warum schwedische Manager mit einem solchen Thema lockerer umgehen als deutsche Manager“.
• Dietmar Gunz gibt bekannt, dass er noch kurzfristig FTI verkaufen konnte. Er will es nach dem Weltuntergang preiswerter zurückkaufen.
• „Reiserechtspapst“ Prof. Führich bringt noch einen Flyer heraus: „Urlauber, Dein Recht beim Weltuntergang“.
• Für das Beschwerdemanagement bei Air Berlin wird ein neuer Rekord angekündigt. Die Antworten kommen jetzt nicht mehr erst nach 5 Monaten, sondern nie mehr.
• 18.00 Uhr UTC, jetzt sieht es draußen richtig furchtbar aus
• Vielerorts steigen Kohlenstoffdioxide nach oben. Einige CO2-Kompensierer wittern noch ein letztes großes Geschäft.
• Die Viverde Hotelgäste der TUI stellen fest: Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit sind auch nicht mehr das, was es einmal war
• Berlins „Regierender Schönredner“ Wowereit frohlockt. „BER ist jetzt überall“.
• Flughafenchef Schwarz erklärt durch seinen Anwalt, dass er für das Weltuntergangschaos nicht verantwortlich sei. Da hat er recht, denn das Untergangsversprechen des Maya-Kalenders ist termintreu eingehalten worden.
• Die BBBs kündigen das Ende der Bissigen Bemerkungen an. Einige in der Branche atmen auf.
• 21.00 Uhr UTC. Das Ende ist nun wirklich da. Es gibt keinerlei Mobilität mehr.
• Der Verfassungsschutz meldet sich. Man habe alte Aufzeichnungen gewisser Mayas entdeckt, die man aber bislang nicht zu deuten vermochte.
• 23.59 UTC. Es macht einen Riesenschlag! Das war`s jetzt. Spätestens jetzt haben endlich alle geschnallt, dass nach einem Weltuntergang nichts mehr geht. Und zwar gar nichts mehr. Pech gehabt.
• Kurz vor Schluss hebt noch ein Raumschiff von der Erde ab. Am Steuer Bruce Willis. An Bord 100 Superreiche auf der Suche nach einer neuen Erde. Sie haben jetzt viel Zeit, auch diese zugrunde zu richten.
———————-
Am 16.1. dieses Jahres hatten sich die BBBs schon einmal kurz mit dem Thema „Reisen zum Weltuntergang“ beschäftigt. Im letzten Absatz hieß es damals „Und wenn Sie noch am Diskutieren und Wetten sind, ob tatsächlich am 21.12. der Weltuntergang stattfinden wird, kleiner Rat von den BBBs. Halten Sie Abstand von Christian Wulff und Philipp Rösler. Bei denen wird der Weltuntergang garantiert noch früher stattfinden“. Zumindest bei Christian Wulff ging einen Monat später (17.2.2012) die Prognose in Erfüllung. Philipp Rösler sträubt sich noch ein bisschen.
——–
Sie können diese Bissigen Bemerkungen gerne auf facebook kommentieren (http://www.facebook.com/BornsBissigeBemerkungen

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Innen hohl, außen perfekt

Die immerwährende Jagd nach Neuem für die BBBs ist manchmal anstrengend und manchmal einfach. Letzteres vor allem, wenn man irgendwo eine Überschrift findet, wo man ohne weiterzulesen, schon von der Headline her spürt, das werden die neuen BBBs für nächste Woche.
Eine solche Freude löste letzte Woche die Überschrift „Innen hohl, außen perfekt“ von einem Artikel bei Spiegel online aus. Da dieser Beitrag im Wirtschaftsteil stand, kursierten im Kopf gleich einige Managernamen, über die man jetzt Wesentliches oder besser gesagt Unwesentliches erfahren könnte. Natürlich könnte auch die Autorin eines wahrscheinlich verhinderten Bestsellers gemeint sein. Zumal es im Text schon forsch begann: „Leere Köpfe können viel erzählen“. Leider muss ich die Leser und Leserinnen der BBBs jetzt an meiner Enttäuschung teilhaben lassen: Der Spiegel Beitrag handelt von einer Firma für Schaufensterpuppen. Aber unter Kommunikationsgesichtspunkten muss man eingestehen, die Headline war klasse, wenn auch dann im weiteren Verlauf der Story nichts Wesentliches geliefert wurde.

Aber manchmal könnte man bei einigen Kommunikationsgeschichten (auch von Profis) verzweifeln. Da muss man nicht gleich an eine angebliche PR-Fachfrau denken. Wie z.B. Lufthansa mit dem Thema „direkt4you“ umgeht, spottet jeder Beschreibung (siehe auch BBBs vom 30.4.2012 „Direct4you in den Sturzflug“). Wurde schon während des Streikes in offiziellen Verlautbarungen ein Punkt nach dem anderen zurückgenommen (im Prinzip ohne echte Gegenleistung), wird jetzt vor dem unmittelbaren Beginn der Schlichtung das Thema „direkt4you“ wieder auf die Tagesordnung des Aufsichtsrates gesetzt. Vertrauen schaffen vor einer Schlichtung sieht sicherlich anders aus.

Traumhaft auch die Kommunikation von Klaus Wowereit zum Thema BER. Da referiert er über das Thema BER und lässt dabei folgenden Satz los: „Ich treffe immer mehr Menschen, die sich darüber freuen, dass sie noch länger von Tegel aus fliegen dürfen“. Und lacht dann so fröhlich, als hätte er im Prinzip eine grandiose Leistung für Berlin vollbracht. Dabei wird im Internet schon ein Sprachwissenschaftler zitiert, der für den Flughafen BER in der deutschen Sprache eine neue Zukunftsform, Futur III, einführen will. Da Futur I üblicherweise verwendet wird, um Aussagen über die Zukunft zu tätigen und Futur II eine in der Zukunft abgeschlossene Handlung beschreibt, muss für den Flughafen eine Zukunftsform gefunden werden, die ein Ereignis in der Zukunft beschreibt, das eigentlich schon abgeschlossen sein müsste, aber fraglich ist, ob es jemals abgeschlossen sein wird, aber nach offiziellem Wowereit-Speach abgeschlossen sein müsste. Beispiel: „Nächstes Jahr, Ende Oktober, werde ich auf dem Flughafen BER meine Koffer eingecheckt hätten gehabt“. Weitere Formulierungen hierzu oder für ähnliche Glanzleistungen (beispielsweise Elbphilharmonie) werden gerne von der Redaktion angenommen.

Ein echter Kommunikationsriese ist auch unser Verkehrsminister Ramsauer. Zugegeben, er hat wirklich viele Ideen und beschäftigt seine Kommunikationsabteilung wahrscheinlich Tag und Nacht. Da er sich an die echten dringenden Fragen nicht herantraut (siehe Single European Sky) produziert er Luftblasen von erstaunlicher Größenordnung. So z.B. die neueste Idee, dass nicht nur die alten Kfz-Kennzeichen wieder Gültigkeit haben sollen, sondern quasi jedes Dorf sich ein Lieblingskennzeichen geben darf. Gerüchteweise soll Wowereit schon zugestimmt haben, dass künftig jede Kommune, die nichts auf die Reihe bringt, sich als Autokennzeichen den Buchstaben „B“ geben darf.

Nicht mehr ganz aktuell ist ein noch ausstehender Kommentar zu den 25 Zukunftsthesen von Tourismuszukunft mit Unterstützung von TUI D. Kommunikativ ganz große Klasse, aber auch der leistungsstarke Hotelfön war wohl im Großeinsatz und hat bei einigen Thesen ziemlich viel heiße Luft hinein geblasen. Kleines Literaturzitat hierzu: „Sieh nach den Sternen, gib Acht auf die Gassen“.
—————————————
Sorry, für Ikea-Hotels und Mehrwertsteuer-Unsinn hat der Raum leider nicht gereicht. Vielleicht ein anderes Mal.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Auch mal nichts tun

Liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen, ausnahmsweise –kommt ja wirklich selten vor- brauchen die BBBs auch mal ein freies Wochenende. Deshalb große Entschuldigung, wenn diese Woche „nicht gebissen wird“. Diese Entschuldigung gilt insbesondere gegenüber den außerordentlich vielen Newsletter-Neuanmeldungen, die jetzt ausgerechnet in der ersten Woche ohne touristischen Biss leben müssen.
Aber, versprochen, nächste Woche wird alles nachgeholt.
——————————————-
Aber es gibt diese Woche ja noch das Reiseradio (www.reiseradio.org). U.a. wird TUI Deutschland Chef Volker Böttcher zur „Lage der touristischen Nation“ interviewt, Andreas Casdorff erzählt etwas über „Flussgenuss“ und der Dokumentarfilm „Nordsee von oben“ wird vorgestellt. Nicht zuletzt wird an den Journalisten Klaus Bötig erinnert, der von einer öffentlichkeitssüchtigen Jung-Staatsanwältin in Athen verfolgt wird und nun die ganze Deutschland-Wut Griechenlands abbekommt.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)