Am 8.März ist Weltfrauentag

Ja, liebe Männer, schon Gedanken für ein Geschenk zum Weltfrauentag gemacht?
Wahrscheinlich wieder mal vergessen.

Da ist die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) wesentlich kreativer. Fast auf den Tag genau pünktlich zum Weltfrauentag richtet die ANA, als erste Fluggesellschaft der Welt, einen besonderen Service für Frauen ein: eigene Toiletten an Bord nur für Frauen!

Allerdings ist die ANA nicht von alleine auf diesen Service gekommen. Angeblich, und dieses Wort möchten die BBBs schon betonen, wären bei einer Umfrage nach den wichtigsten Kriterien für die Wahl einer Fluglinie, die Damentoiletten auf Platz 2 gelegen, gleich hinter der Qualität der Desserts. Zugegeben, auf diese Rangfolge wären wir auch bei intensivem Nachdenken nicht gekommen.

Übrigens ist nicht die Hygiene der Grund für den Wunsch einer reinen Damentoilette. Nach Aussagen eines ANA-Sprechers fühlen sich weibliche Passagiere lediglich gehetzt und unwohl, wenn sie wissen, dass ein Mann vor der Tür wartet. Also, liebe Männer, wenigstens zum Weltfrauentag mal etwas geduldiger sein.
Oder noch einen besseren Vorschlag an die Adresse der Männer: erklären wir doch die ganze ITB-Zeit zur Weltfrauenwoche und sind generell geduldiger, nicht nur vor der Toilette – sondern auch danach.

Es wäre ein Wunder, wenn beim ausgeprägten Ordnungssinn unserer japanischen Freunde, nicht auch die Ausnahmen zur Frauentoilette präzise geregelt seien. Also, Männer dürfen die Frauentoilette benutzen, wenn
- nach Absprache mit dem Kabinenpersonal, bei eingeschaltetem Anschnallzeichen, die betreffende Toilette die nächste sei,
- ein männlicher Passagier „sich unwohl fühle“ und
- wenn auf einem Flug fast nur männliche Passagiere an Bord wären.
Soviel Regelwerk muss schon sein.

Dann eine schöne und geduldige ITB allerseits.

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ITB 2010 – „Same procedure as every year“ oder hat noch jemand einen Joker in der Tasche?

Schon wieder ITB (Internationale Tourismusbörse in Berlin)? Warum eigentlich? Ach so, die ITB gehört zur Branche, wie das Gaggern zum Eierlegen. Na, dann mal los, mit dem Gaggern, die ITB ist das ideale Forum dafür.

Leider hat Google einen Frühstart hingelegt. Die Meldung „Reisesuche im Web läuft prächtig“ hatte ITB-Format. Da hat Google mal so richtig auf die Pauke gehauen. „Suchanfragen, die typisch für die Einleitung konkreter Buchungsschritte sind“, das klingt gut. Sagt ja auch der „Head of Travel bei Google“. Das ist ein toller Titel, aber offensichtlich mehr Travel als Head.
Und das sind laut dieser Meldung die Super-Suchtrends:
„Pauschalreisen günstig“ plus 750 Prozent
„Flüge vergleichen“ sogar plus 917 Prozent
Was müssen das vorher für mickrige Zahlen gewesen sein, wenn man die so steigern kann? Aber solche prozentuale Steigerungen geben für die Berichterstattung eine Menge her, sind sie auch noch so absurd.

Dabei könnte die wirklich wichtige Meldung ungefähr so lauten:
„Die bereits bekannten Trends beschleunigen sich“.
- Polarisierung der Nachfrage wird noch stärker. Das untere Segment und das obere wachsen weiter. Gähn, gähn – ach wie langweilig. .
- Es wir noch mehr Spätbucher geben als letztes Jahr. Gähn, gähn – wie langweilig.
- All Inklusive wird noch weiter wachsen. Gähn, gähn – wie langweilig
Sorry, ist aber leider so. Interessiert aber nicht.
Dann versuchen wir es mal damit:
- Die Pauschalreise lebt noch. Ach was, das passt aber gar nicht in die Neuzeit.
- Die Reisebüros leben auch noch, die Veranstalter wollen sogar noch welche dazu erwerben. Ach was, das passt aber gar nicht in die Google-Zeit.

Ob ich noch zur ITB gehe? Na klar, will ja „mitgaggern“.
Deshalb müssen die BBBs noch schnell ein paar ITB-Meldungen erfinden:

Meldung 1: Die Kontrolle an den Eingängen der ITB wird dieses Jahr vom Personal des Flughafens München durchgeführt. Vor allem wenn Schichtwechsel ist, kann man auf die Messe mitschleppen was man will.

Meldung 2. Lufthansa wird bekannt geben wie der neue A380 heißen soll. Bekanntlich sind (wahrscheinlich durch Manipulation) innerhalb von 48 Stunden 8.000 positive Bewertungen für den Namen „Stalingrad“ eingegangen. Das will aber Lufthansa nicht gelten lassen. Jetzt soll der Super-Jet auf den Namen „Silke Kohlschitter“ getauft werden. Das ist die taffe Arbeitsrichterin vom Arbeitsgericht Frankfurt, die eigentlich LH-Management und VC-Cockpit blamiert hat, weil sie vormachte, wie man Einigungsgespräche sinnvoll führt. Besser kann sich LH nicht bedanken, dass sie Millionen an Streikkosten gespart hat.

Meldung 3: Der Fugzeughersteller Airbus sucht bekanntlich einen Käufer für seinen Toilettenhersteller Dasell. Auf der ITB wird die Bundesregierung bekannt geben, dass sie kaufen wird. Mit ihrem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ hat sie soviel „Sch….“ gebaut, dass professionelle Entsorgung benötigt wird.

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Kommt nach dem Streik der Lufthansa-Piloten ein Streik der Bissigen Bemerkungen?

Die Tarifkommission der Bissigen Bemerkungen (VBB) droht mit Streik. Was die Lufthansa-Piloten können, können wir noch härter. „Unser Streik wird nicht vier Tage, sondern vier Wochen dauern“, sagte deren Sprecher, „wenn folgende Forderungen nicht erfüllt werden“.

Und das sind die Forderungen der Bissigen Bemerkungen:
- Wir fordern ein Mitspracherecht bei allen Unternehmensentscheidungen in der Tourismusbranche. Als Gegenleistung sind wir bereit auf eine Tariferhöhung, sprich kostenpflichtigen Versand der BBBs, zu verzichten.
- Wir fordern Abonnementsicherheit bis 2013
- Als neue Newsletter über 70 Zeilen Länge darf in der Tourismusbranche grundsätzlich nur der Newsletter der Bissigen Bemerkungen abonniert werden
- Bei kürzeren Newsletter darf keine Umbestellung auf ausländische Billig-Newsletter erfolgen

Falls diese Forderungen von der Tourismusbranche nicht erfüllt werden, wird ab Montag ein vierwöchiger Streik ausgerufen. Auf den Vorhalt, ob man nicht üblicherweise sich mit einem kurzen Warnstreik begnügen wolle, antwortete der BBB-Sprecher: „wenn schon, dann soll es richtig weh tun, um Druck hinter unsere Forderungen zu bringen“.

Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes Klaus Laepple erklärte, dass insbesondere die Forderung der BBB nach Mitbestimmung bei wichtigen Entscheidungen der Branche vollkommen indiskutabel sei. Gleichwohl nehme er aber mit Sorge zur Kenntnis, dass ein Streik der BBBs zu nachhaltigen Entzugserscheinungen bei den BBB-Kunden führen würde. Sprecher der großen Reiseveranstalter warfen den Bissigen Bemerkungen vor, den Streik auf dem Rücken der Kunden auszutragen, die ansonsten bei den BBBs im Mittelpunkt stehen würden.

Ein Sprecher der BBBs empfahl im Streikfall den Kunden eine Fahrt mit der Deutschen Bahn. Der Sarkasmus mancher Bahnangestellten hätte in letzter Zeit fast BBB-Niveau erreicht.

Neutrale Beobachter stellten mit Besorgnis fest, dass ein vierwöchiger BBB-Streik auch die Zeit der ITB umfassen würde. Es sei somit zu befürchten, dass der dort üblicherweise verzapfte Unsinn, zuwenig einer kritischen Kommentierung unterliegen würde.

In Kürze soll die Suche nach einem Schlichter in diesem Tarifstreit beginnen. Inoffiziell verlautete aus Kreisen der BBBs, dass man auch bei ungleicher Eignung einen weiblichen Schlichter bevorzugen würde.

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Quartalszahlen an Rosenmontag, Hauptversammlung an Aschermittwoch – Fasching nach TUI Art

Dr. Frenzel ist zwar inzwischen Ehrenoffizier der Prinzengarde Duisburg, aber sein Verständnis von Fasching ist offensichtlich stark hannöversch geprägt.
Da muss man schon eine besondere Art von Humor haben die Quartalszahlen am Rosenmontag zu präsentieren. Man sieht direkt vor dem geistigen Auge die Wirtschaftsjournalisten im Karnevalskostüm, die Rosenmontagsparty unterbrechend, ihren Bericht über die TUI-Zahlen schreiben. Da kommt auf Seiten der Journalisten bestimmt wenig Freude auf und mancher Kommentar dürfte dann auch der fünften Jahreszeit angelehnt sein. „TUI-Quartalszahlen so wenig lustig wie ein Karnevalsumzug in Hannover“ könnte zum Beispiel die Überschrift eines Kommentars lauten.
Noch „lustiger“ ist aber eine Hauptversammlung auf Aschermittwoch zu legen. Das provoziert direkt etliche Metapher in den Redebeiträgen. „Herr Dr. Frenzel, Asche auf ihr Haupt“, „der Spaß ist vorbei“, „jetzt muss aber bei TUI wirklich gefastet werden und nicht nur 40 Tage lang““ usw. Es sei denn Dr. Frenzel zieht einen wirklichen Joker aus der Tasche und gesteht, dass die gerade vorgelegten Quartalszahlen von TUI Travel nur ein Faschingsscherz waren. Tätä, tätä.

In wieweit TUI-Großaktionär Frederiksen Humor hat ist nicht überliefert. Im Zweifel dürfte dieser noch unterhalb des in Hannover üblichen liegen. Da ihm sein Lieblingsgegner, der frühere AR-Vorsitzende Krumnow, durch dessen vorzeitigen Rücktritt abhanden gekommen ist, muss er sein Visier neu einstellen. Sein neues Druckmittel heißt „Fragen, die im Rahmen von Sonderprüfungen geklärt werden sollen“. Jetzt sind Fragen nicht nur ein gutes Recht der Aktionäre, sondern sogar eine Pflicht. Spätestens seit der Sesamstraße weiß jedermann „Wer nicht fragt bleibt dumm“. Also, wer etwas wissen will, muss fragen. Und wer viel wissen will, stellt viele Fragen. Wer aber so viele Fragen stellt wie es Frederiksen für die HV angekündigt hat, der will nicht viel wissen, sondern bewusst die Verwaltung blockieren. Damit wird er garantiert noch weniger Aktionäre auf seine Seite ziehen als bisher.
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In eigener Sache.
Die Akzeptanz der Fanseite der Bissigen Bemerkungen übertrifft alle Erwartungen. Jetzt ist erstmals auch ein Video auf dieser Seite eingestellt. Schließlich darf man der Neuzeit nicht zu sehr „hinterher hinken“. Auch die Seite www.karl-born.de, insbesondere Unterseite Vorträge, ist bunter geworden. Fortsetzung folgt!

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Sozialschmarotzer in der Reiseindustrie

Zu Lasten der Allgemeinheit fröhlich leben, ein aktuelles Thema an beiden Enden der Gesellschaft. Am einen Ende der Betrüger der gehobenen Klasse, der sein Geld ins Ausland geschafft hat, um keine Steuern zu zahlen und am anderen Ende der Empfänger von Sozialleistungen der partout jegliche Arbeit ablehnt (idiotischerweise aber noch aufwertend und bezahlt durch die Talkshows gereicht wird, siehe letzte Sendung Kerner).
Dazwischen gibt es noch die kleinen individuellen Sozialschmarotzer, die sich dann noch für besonders genial halten. So ein Typ (vielleicht auch mehrere) treibt sich auch durch die Reiseindustrie. Da gründet jemand ein Unternehmen der Reisebranche. Inhaber und einziger Mitarbeiter ist derselbe Typ. Geschäftszweck: Unter dem Deckmantel Reiseunternehmen zu sein, wird ausschließlich das Internet nach PEP-Angeboten durchsucht, um sie für sich persönlich zu nutzen.
(Für der Reiseindustrie fern Stehende sei erklärt: PEP-Angebote sind sehr preisgünstige Angebote der Reiseindustrie, von noch nicht ausgebuchten Flug- und Hotelkapazitäten, ausschließlich für Mitarbeiter der Reiseindustrie, die bei dieser Gelegenheit einzelne Zielgebiete besser kennen lernen sollen.)

Dieser Mann, nennen wir ihn mal mit seinem Vornamen Mateusz, das wird ihn besonders freuen, sucht über seine Homepage männliche Reisepartner, um mit Ihnen, durch Nutzung besagter PEP-Angebote, preiswert das ganze Jahr fröhlich durch die schönsten Gegenden dieser Welt zu fliegen. Andere Geschäfte betreibt dieses „Unternehmen“ nicht. Seine (zugegeben gut gemachte) Homepage (www.pep-travel.com) dient also allein der Partnersuche und die Reisebranche soll seine Reisen dann alimentieren. Ob der Typ auch noch DRV-Mitglied ist?
Auf der Homepage wird auch mit „seinen Geschäftspartnern“ geglänzt. Air Berlin ist demnach besonders präferierter Partner. Natürlich wird nur die Business-Class der Air Berlin gelobt. Man reist ja standesgemäß. Ob Air Berlin von ihrem „Edelpartner“ weiß?
Unter „über Firma“ wird sich dann selbst kräftig gelobt, dabei auch vor einem Plagiat nicht Halt gemacht. Die „Lustige Version über mich“ wurde schon vor Jahren als Beschreibung des Reiseexpedienten verbreitet. Der entsprechende Hinweis fehlt natürlich.

Die Bissigen Bemerkungen haben hierzu eine klare Meinung, sie ist identisch mit der Meinung über Steuerflüchtlinge ins Ausland und mit der Meinung über jene die sich mit Vorsatz vom Staat aushalten lassen: Verschweigen wäre eine Tat gegen die Allgemeinheit. Und wer rechtliche Bedenken hat einzelne namentlich zu nennen, kann gerne in seinem Rechts-Elfenbeinturm weiter träumen. Dann bricht „unser Laden“ irgendwann garantiert auseinander.
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In eigener Sache:
Seit kurzem sind die Bissigen Bemerkungen auch bei Facebook. Der „technische Begleiter“ der BBBs meinte, das müsse sein und hat eine Fanseite für die BBBs in Facebook eingerichtet. Obwohl erst zwei Wochen vergangen sind und ohne es zu publizieren, gibt es bereits 79 Fans auf der Fanseite. Da gilt es Danke zu sagen. Und bei allein 3.400 Abonnenten des Newsletters und nochmals 4.000 Lesern die jede Woche direkt auf der Homepage sich die BBBs zu Gemüte führen, kommen vielleicht noch einige Fans dazu.

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Der Bund gibt, die Kommune nimmt: Ein Steuergeschenk und seine Folgen

Dieses Gesetz hat Format, fragt sich nur für was und wofür: Das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“. Allein der Name schon. Das kann sich nur jemand ausgedacht haben, der schon lange nicht mehr an der frischen Luft war. 30 Buchstaben lang, ist eigentlich eine Karikatur von Beschleunigung. Der Name taugt höchstens für das Spiel „Galgenmännchen“ (wenn Sie, liebe Leser, das Spiel nicht kennen, bitte bei wikipedia nachsehen). Und im Zentrum dieses tollen Gesetzes steht die „Mehrwertsteuersenkung für die Hotellerie“. Eventuell gut gemeint, aber wie so oft ist „gut gemeint“ das Gegenteil von „gut gemacht“. Zu viele Fehler um zu überzeugen (siehe auch BBB vom 2.11.2009 „Denkste…. Und der DEHOGA freut sich trotzdem“).

Erstes Übel: Vorlaute Hoteliers
Offizielle Begründung für dieses Gesetz war, dass man aus Gründen der europäischen Wettbewerbsgleichheit – diese Wortwahl überzeugt fast immer- die Steuer senken müsse. 21 von 27 EU-Staaten haben bereits den reduzierten Steuersatz, darunter alle deutschen Anrainer mit Ausnahme Dänemarks. Diese „Weisheit“ war kaum genügend durch die Landen gedrungen, als viele Hoteliers, insbesondere Branchenvertreter und Branchenberater viel zu laut „ihre Absicht kundgetan haben“, diese Steuersenkung natürlich nicht an den Endverbraucher weiterzugeben, „sondern in die eigene Tasche zu stecken“ (teils in dieser oder ähnlicher Wortwahl).

Zweites Übel: Handwerkliche Fehler
Das Gesetz scheint nicht bis in die letzte Fassette durchdacht zu sein, so ein typischer Nacht-und-Nebel-Beschluss. Kein Geringerer als der Bundestagspräsident Lammert (und der gehört bekanntlich nicht der Opposition an) erklärte sehr deutlich: „Diese Regelung ist schlicht misslungen“. Die zwingend andere Berechnung der Mehrwertsteuer für das Frühstück (auch wenn im Übernachtungspreis enthalten) schafft neben anderem eine Menge Probleme (kann man hier aus Platzgründen nicht in allen Feinheiten aufzählen). Hinzu kommt, das Gesetz ist seit einem Monat in kraft, aber das Bundesfinanzministerium hat noch nicht durch Erlass (Rundschreiben) die Details geregelt hat. Soviel zum Thema Beschleunigung.

Drittes Übel: Die Wahlkampfspende von Mövenpick
Die Wahlkampfspende ist formal ok, aber der Zeitpunkt des „öffentlich werden“ dieser Spende „sehr unpassend“. Erst jetzt bekam das Ganze den sehr intensiven Geruch von Klientelpolitik und Steuergeschenk für eine bestimmte Gruppe. Diesen Vorwurf kann nur die FDP oder der Wahlkampfspender ausräumen. Auf keinen Fall ist es für Außenstehende glaubwürdig, wenn ein anderer Lobbyist der besonders von der Steuersenkung profitiert, hier wiederum der DEHOGA, im Interview erklärt, „dass es völlig abwegig sei, einen Zusammenhang zwischen der Spende und der Mehrwertsteuersenkung herzustellen“. Woher will dies der DEHOGA wissen?

Viertels Übel: Die Kommunen
Und damit kommen wir zur Überschrift der heutigen BBB. Die oben beschriebene Gemengelage ist nun auch den Kommunalpolitikern nicht verborgen geblieben. Mit erstaunlich bewundernswerter Schlichtheit haben da einige festgestellt, dass ca. 12%-Punkte Mehrwertsteuer noch etwas herrenlos seien. Flugs beanspruchen jetzt Köln, Bremen (und andere werden folgen), eine 5%-Abgabe mit dem schönen Namen „Kulturförderabgabe“. Begründung: da bekommen einige etwas geschenkt, da wollen wir etwas davon „abhaben“. Der Bund gibt, die Kommune nimmt. Das wird uns in Zukunft öfters passieren, z.B. Einkommensteuersenkung (wenn sie kommt) und gleichzeitig Erhöhung der kommunalen Abgaben.

Zum Schluss ein schönes Zitat aus einem aktuellen Interview mit der Hauptgeschäftsführerin der DEHOGA, Ingrid Hartges:
„Es ist jetzt ganz wichtig, positive Botschaften in die Öffentlichkeit zu bringen – mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze, bessere Mitarbeiterqualifizierung und ein noch attraktiveres Preis-/Leistungsverhältnis für die Gäste. Von den Investitionen profitieren auch das Handwerk, der Handel und die Zulieferindustrie. Wichtig ist, dass die Hotellerie erfolgreich den Vorwurf entkräftet, dass sie sich die Tasche vollmacht“.
Ende des Zitats.

Ganz tolle Aussage, bravo, nur leider viele Wochen zu spät. Zu spät, zu spät, du rettest die öffentliche Meinung nicht mehr.

Nachtrag:
Und fünftes Übel: In NRW ist bald Bundestagswahl.
Der FDP-Vize Pinkwart hat sich jetzt auch kritisch zu diesem Gesetz geäußert (obwohl er früher immer dafür war). Und NRW-Ministerpräsident Rüttgers, auch in anderen Dingen ein „Schnellmerker“, besonders vor Landtagswahlen, findet jetzt plötzlich das Gesetz „nicht nachvollziehbar“.

Fazit: Oh Leute, da habt Ihr eine gute Idee aber so richtig versemmelt.
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Das Interview mit Frau Hartges steht in der aktuellen Ausgabe von travel tribune.

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Dumm, dümmer, Flughafen München – und was uns demnächst passieren kann

Eigentlich wollten die Bissigen Bemerkungen vorerst nicht mehr über das Thema „Sicherheit an Flughäfen“ schreiben, aber das unglaubliche Versagen am Münchner Flughafen kann nicht unkommentiert bleiben. Es passt einfach so schön bestätigend zu unseren Bissigen Bemerkungen vom 4.1.2010 („2010 – ein Jubeljahr für Nacktscanner-Fetischisten?“).
Da löst der Laptop eines Passagiers Alarm aus, Die Sicherheitsleute bemerken es, leider mit einer Reaktionszeit, die auf übermäßigen Genuss von Valium schließen lässt. Der Passagier jedenfalls hatte inzwischen Jacke und Mantel vom Band genommen, seinen Laptop abgewischt (!) und war verschwunden. Wie immer im Nachhinein großes Super-Action. Aber niemand konnte sagen wo der Passagier abgeblieben war.
Die aktuelle Informations-Nummer die nun die Verantwortlichen „abziehen“ ist noch peinlicher. „Alles kein Problem“, war nur ein doppelter Fehlalarm: erstens war im Laptop kein Sprengstoff und zweitens sei der Passagier nicht geflüchtet, die Auswertung der Videobilder zeigen, dass er nochmals durch die Sicherheitskontrolle ging. Entschuldigung, seid Ihr total bescheuert? Das soll mich beruhigen? Da wird ein Mann intensiv am Flughafen gesucht und der läuft seelenruhig ein zweites Mal an den Sicherheitsleuten zur Kontrolle vorbei. Das ist Wahnsinn pur.
Wer sagt mir, dass der Mann nicht doch ein Terrorist war, der nur einmal austesten wollte, wie pennerhaft die Sicherheitsleute am Flughafen München arbeiten.

Ich stelle mir gerade vor, es gäbe in München schon die Nacktscanner. Und da zeigt das Computerbild einen Mann mit einem Sprengstoffgürtel. Wahrscheinlich würde der Beamte sofort seine Kumpels rufen „Hey kommt mal her, da könnt ihr mal einen Sprengstoffgürtel sehen“. Der nächste kommentiert „Ah, ist ja richtig interessant“, ein weiterer fängt an aufzuzählen wie viel Sprengstoff dran ist. Und wenn sich die allgemeine Begeisterung über diesen wertvollen Fund, der nur durch den Nacktscanner aufgedeckt werden konnte, gelegt hat, ist der Passagier schon längst verschwunden.

Mir macht jetzt schon Kummer, was passieren wird, nachdem unsere amerikanischen Sicherheitsfetischisten die Münchner Story gelesen haben. Das gibt garantiert eine neue Sicherheitsanweisung an die Europäer. Wahrscheinlich muss man künftig vor der Sicherheitskontrolle seinen Pass abgeben, den man erst zurückbekommt, wenn alle Bilder, Tests und Hundeschnauzen ausgewertet sind. Ganz großes Kino jedenfalls.

Aber schon zeichnet sich am Horizont die nächste Sicherheitsstufe nach Nacktscanner und Nacktfliegen ab. Japanische Forscher haben Goldfische ohne Hautpigmentierung gezüchtet. Die jetzt lichtdurchlässigen Schuppen geben die Sicht auf sämtliche Organe frei. Im nächsten Jahr will diese Forschergruppe auch transparente Frösche „zur Marktreife bringen“ (Originaltext). Da haben wir es doch. Irgendwann in nicht zu ferner Zukunft dürfen nur noch genmanipulierte transparente Fluggäste fliegen. Da kann man auch nichts mehr im Körper verstecken. Und die Zeit für Handgepäck in der Kabine ist ohnehin schon bald abgelaufen. Das wurde jetzt auch erstmals aus Kreisen der Reiseindustrie gefordert. Nein, nicht von Ryanair, sondern von Vural Öger von Öger-Tours.

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Dabei hätte es noch so viel in dieser Woche zu berichten gegeben. Zum Beispiel die Absage von Ryanair für Flüge am 20.Januar nach Dublin. Das Deutsch auf deren Homepage, hatte das Format chinesischer Gebrauchsanweisungen in Deutsch vor 20 Jahren. Auf jeden Fall Kabarett reif.
Und, und, und, vielleicht in der nächsten Woche.

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Der „beste Job der Welt“ mit Nebenwirkungen

Es sollte angeblich der beste Job der Welt sein, quasi „bezahltes Nichtstun“, den der australische Bundesstaat Queensland mit einer beispielslosen Werbekampagne anpries (siehe BBBs vom 12.10.2009 „Guerilla-Marketing“). Und die Rechnung schien auch aufzugehen, denn innerhalb kürzester Zeit verzeichnete die Webseite 3 Mio. Besucher, die bei dieser Gelegenheit dann mit den Schönheiten des Barrier Reefs „gefüttert“ werden konnten.
Jetzt ging der Super-Job zu Ende. Dummerweise wurde wenige Tage zuvor, der bis dato glückliche Gewinner, beim Jet-Ski-fahren, von einer winzigen Irikandiji-Qualle gestochen. Fieber, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Engegefühl in der Brust, Bluthochdruck und letztlich eine Untersuchung im Krankenhaus waren das unschöne Ende des Aufenthaltes. Und dank des Online-Tagebuches, das der Gewinner als einzige Arbeit führen musste, wissen jetzt alle weltweit, dass es neben den Schönheiten am Barrier-Reef auch unangenehme Begleiterscheinungen geben kann.
Da freuten sich dann alle Nicht-Gewinner und auch jene, die ohnehin woanders ihren Urlaub verbringen wollen

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Küssen an Flughäfen demnächst verboten

Erinnern Sie sich an das in den Medien berichtete Chaos am Flughafen Newark (US-Staat New Jersey) am 3.1.2010? Um dieses Chaos anzurichten brauchten unsere amerikanischen Freunde keine Schneekatastrophe oder ähnliches, das brachten sie auch ganz alleine fertig.
Was war passiert? Obwohl zusätzliches Sicherheitspersonal die Übergänge von Sicherheitsbereichen zu Nicht-Sicherheitsbereichen überwachte, wurde eine zunächst nicht identifizierte Person beobachtet die „aus falscher Richtung“ den Sicherheitsbereich betreten hatte. Daraufhin mussten alle anwesenden Flugpassagiere nochmals kontrolliert werden, teilweise wurden die Fluggäste sogar wieder aus den startbereiten Flugzeugen geholt. Ca. 10.000 Menschen mussten bis zu 6 Stunden auf ihren Abflug warten. Das Chaos pur war perfekt.
Inzwischen wurde das Rätsel gelöst. Ein Sicherheitsbeamter hatte seinen Posten für 1 Min. und 25 Sek. (im Nachhinein sind die Geheimdienstler immer sehr präzise) verlassen um mit seinem Handy zu telefonieren. Diese Unaufmerksamkeit nutzte ein Mann um ein Absperrband (!) hochzuheben und in „verkehrter Richtung“ durch eine EXIT-Tür zu gehen. Schwupps war er im Sicherheitsbereich. Allerdings nur mit der Absicht seiner abreisenden Freundin nochmals einen Abschiedskuss zu geben. Und gleich war er wieder weg.
So einfach ist es die hochsensible Technik auszuhebeln, auch von einem Amateur. Liebe gibt eben auch Kreativität.

Und welche Konsequenzen werden die Amerikaner daraus ziehen? Ab sofort sind Küsse nur noch außerhalb des Flughafengebäudes erlaubt. Und das ganze dann natürlich per Anweisung weltweit. Zumindest unsere Kultband „Die Prinzen“ wird das allerdings überhaupt nicht wundern. Sie hatten schon in 1992 den richtigen Song mit „Küssen verboten“.

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2010 – ein Jubeljahr für die Nacktscanner-Fetischisten?

Alles Gute für 2010! Keine Branche freut sich so sehr auf das neue Jahr wie die Flughafen-Sicherheitsindustrie. Endlich hat man einen „guten“ Grund um noch mehr aufzurüsten. Eine ganze Branche und übereifrige Populisten (einige Voyeure sind nicht auszuschließen) rufen gemeinsam Halleluja, das Jahr fängt ja gut an. Endlich können wir die Diskussions-Klamotten vom letzten Jahr wieder aus der Schublade holen und unsere lieben und teuren Nacktscanner verkaufen. Der große Coup, den die Pharma-Industrie mit ihren Schweinegrippe-Impfstoffen nicht ganz geschafft hat, die Sicherheitsfirmen haben gute Chancen ihn zu realisieren. Vorneweg der sog. „Innenexperte“ der CDU, Wolfgang Bosbach. Von Merkel zum zweiten Mal bei der Kabinettsbildung mit Vorsatz übersehen, hat er wieder als erster gewusst was das Land braucht: Nacktscanner. Wirklich schlimm, wie sich einige Politiker bei diesem Thema voreilig austoben dürfen.

Bevor man über die nächste Sicherheitsstufe diskutiert, könnte man aber auch aus dem Folgenden Konsequenzen ziehen:
– Angeblich wurde der Attentäter in Amsterdam an den Sicherheitskontrollen
vorbeigeleitet („armer Verfolgter aus Sudan, dem man das ersparen sollte“).
– Wenn man es geschickt anstellt, kann man auch in Deutschland alles Mögliche an den Kontrollen vorbeischleusen (siehe BBBs vom 5.4.2009 „Wie man mit 5 Liter Flüssigkeit locker an der Flughafen-Sicherheitskontrollen vorbei kommt“).
– Die Gewerkschaft der Polizei berichtet, dass es Bundespolizisten bei Tests immer wieder gelinge Waffen (die heute schon erkannt werden müssten) an den Kontrollen am Flughafen vorbeizuschmuggeln, und zwar in einem erheblichen Prozentsatz.
– Werden wohl nicht nur in Amsterdam Leiharbeitskräfte beschäftigt, bei denen die persönlichen Sicherheitsstandards nicht mit gleicher Konsequenz überprüft werden (können/sollen?). Wie schlecht die Stimmung „dieses Personals“ zumeist ist, dürfen wir Passagiere immer wieder aufs Neue „erleben“.
– Bekommt man im Duty-free-Shop vieles von den Dingen, die man vorher abgenommen bekommen hat. Aber das Sortiment hier einzuschränken, das schafft niemand. Zu sehr stehen hier handfeste wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel. Und im Zweifel schlägt Profit die Sicherheit (alte Lebenserfahrung).
– Und was die ganze Informations-Sammel-Neurose der Amerikaner wert ist, kann man am besagten Attentäter von Detroit präzise verfolgen. Man wusste soviel über diesen Mann, hat es aber im entscheidenden Moment nicht zusammen bekommen. Und jetzt wollen unsere „Freunde“ noch mehr Informationen vorab.

Wir, die lieben Fluggäste, werden diesem Mehr an Sicherheit nicht entgehen können, ob es etwas bringt oder nicht. Das einzig Gute an alledem. Die Mehrzahl der Fluggäste weiß dies, entgegen der politischen Hysterie, richtig einzuschätzen. Sie ärgern sich zwar tierisch bei den Flughafenkontrollen über Unfreundlichkeit und vieles deren Sinn sie nicht nachvollziehen können, aber sie fliegen trotzdem. Und das ist gut so.
Aber irgendwo muss Schluss sein mit dem größten Unsinn. Denn als nächste Diskussionsstufe steht an: Versteck von Sprengstoff in einer „rektalen Körperöffnung“. Was das dann bedeutet kann sich jeder selbst ausmalen. Einige BBB-Leser haben als Kommentar zu den BBBs vom 30.11.2009 sich bereits geäußert (Sicherheitscheck erspart den Gang zum Urologen). Und die Folge danach heißt konsequenterweise „Nackt fliegen“. Das ist nur theoretisch lustig. Denn, liebe Leserinnen und Leser, die Person an die Sie jetzt freudig denken, sitzt garantiert im Flugzeug nicht neben Ihnen.

Dabei könnte man das ganze Thema auch in anderem Licht sehen. Einmarsch in den Irak, Guantanamo, Kunduz, Truppenaufstockung in Afghanistan einerseits und mehr Sicherheit bei uns (“Was war zuerst, Henne oder Ei Diskussion”). Aber nur nicht nachdenken. Dabei können wir diesen Wettlauf nur verlieren. Ein einzelner wird immer eine Möglichkeit finden auch das engmaschigste System zu unterlaufen (siehe oben).

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In eigener Sache:
Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen für Ihr Interesse im Jahr 2009. Über 320.000mal wurden die Bissigen Bemerkungen gelesen, entweder von den inzwischen mehr als 3.300 Abonnenten oder auf der Homepage direkt. Die imposante Steigerung gegenüber 2008 lässt vermuten, dass wir mit Themenauswahl und Stil ganz gut liegen. Wir werden uns weiter anstrengen, auch wenn das nach mehr als 437 Ausgaben der BBBs nicht immer ganz einfach ist. Aber vor allem die positiven schriftlichen und mündlichen Kommentare motivieren

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