Archiv für 2005

Teddy allein unterwegs

Eine Agentur in München bietet Reisen für Teddybären und andere Kuscheltiere an (www.teddy-in-munich.de). Prima Idee für Existenzgründer oder nur eine Luftblase?

Wer möchte, kann also sein geliebtes Kuscheltier allein auf Reisen schicken. Wohlgemerkt, gemeint ist ein Kinderkuscheltier und nicht der Lebenspartner. Selbst wenn letzterer mit Kosename „Häschen“, „Teddy“ oder „Kuschelchen“ heißen sollte, Zielgruppe dieses Angebots sind und bleiben die Stofftierchen der lieben Kleinen.

Ist die „Teddy-Reise“ gebucht, besucht die Agentur mit diesem Stofftier die interessantesten Plätze in München, fotografiert den „Allein-Reisenden“ und schickt die Bilder an Kuschel-Mama oder Kuschel-Papa.
Geboten wird nach Agenturangaben „volle Verpflegung“ und VIP-Status (Zu-Bett-Bringen mit Küsschen und so). Nach Ende der Reise werden die Plüschtiere wieder in ihre Reiseschachtel gesetzt und treten zusammen mit den Urlaubsfotos (wie bei den richtigen Urlaubern) ihre postalische Heimreise an.

Der Preis für eine Woche beträgt 99 Euro (so eine Art Teddy-Festpreis), man erwartet aber zusätzlich noch ein kleines Reise-Taschengeld, damit Teddy den (erwachsenen) Mitreisenden auch mal einen ausgeben kann.
Es war leider nicht in Erfahrung zu bringen, ob auch ein Frühbucherpreis angeboten wird (und wenn ja, ob mit oder ohne Turboabschlag).

„Geniale Idee?“ oder „Sonst keine Sorgen?“ oder „Spinnen wir jetzt alle?“, das ist hier die Frage.
Die anvisierte Zielgruppe ist zwar ziemlich groß, aber nach Informationen der BBBs hat der „bisherige Erfolg“ dieser Geschäftsidee noch deutliches Entwicklungspotenzial.

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Du bist Deutschland

„Du bist Deutschland“ ist eine Kampagne für den Standort Deutschland. Im Ergebnis sollte man sich mit erfolgreichen typischen Deutschen identifizieren. Die Beispiele passen perfekt in die Zeit: „Du bist Schumacher“ oder „Du bist Porsche“. Na, ja?
Leider fehlt in der Kampagne der deutsche Tourist. Dabei ist er im Ausland die lebende Werbung für Deutschland und außerdem noch (Reise)Weltmeister, was man von Schumacher nicht mehr und von Klinsmann noch nicht sagen kann.
Also, lieber deutscher Tourist: „Du bist Deutschland“. Und hier noch einige hilfreiche Ratschläge, damit man dich auch sogleich als „Deutschland“ erkennt.

Lieber deutscher Pauschalreisender: „Du bist Thomas Cook“. Das wäre ein schöner Titel, aber leider war der Erfinder der Pauschalreise ein Engländer. Bleibt als Alternative: „Du bist Neckermann“. Und wie repräsentiert ein solcher Typ, stellvertretend wohlgemerkt, seine Spezie?

Der deutsche Tourist outet sich als solcher, in dem er frühmorgens (im Zweifel sehr früh morgens) als wichtigste Tagesarbeit seinen Liegestuhl reserviert. Dies geschieht vorzugsweise mit einem Handtuch, wie inzwischen die ganze Welt weiß. Der Reiseprofi reserviert aber nicht nur einen Liegestuhl, sondern mindestens zwei, weil bekanntlich im Laufe des Tages die Sonne wandert. Wer die Verbindlichkeit einer solchen Reservierung missachtet, kann sich schnell auf dem „Boden der Tatsachen“ wiederfinden. Dummerweise ist nicht allen deutschen Richtern diese Weltgewandtheit bekannt, denn anders ist es nicht zu erklären, dass dieser Tage ein 76-jähriger (also erfahrener) deutscher Tourist verurteilt wurde, weil er eine auf dem „besetzten Liegestuhl“ ruhende Dame dadurch verletzte, dass er einfach den Liegestuhl (mit Dame) umkippte.

Spätestens beim folgenden Nichtstun auf den Liegen zeigt der deutsche Tourist, dass er nie ohne seine Bibel verreist – die geheimnisvolle „Frankfurter Tabelle“. Ursprünglich als Hilfe für Frankfurter Richter gedacht, um Reisebeschwerden möglichst ähnlich zu entscheiden, ist sie inzwischen zu einer der meist gelesenen Gebrauchsanweisungen in deutscher Sprache geworden. Urlaubshoteliers, die einen deutschen Touristen mit diesem Papier und mit kriminalistischem Spürsinn durch ihr Hotel wandeln sehen, wissen woher der Begriff „deutsche Gründlichkeit“ stammt.

Wer noch mehr über den deutschen Tourist erfahren will, dem sei empfohlen an einer Urlauber-Busfahrt teilzunehmen. Der Verteidigungskampf jener, die durch einen Spurt zum Bus sich die ersten Sitzreihen sicherten, gegen die später kommenden älteren Urlauber und Behinderten, die auf ihre Anrechte auf Sitzplätze in den ersten Reihen beharren (und zwar nachhaltig) macht immer wieder Freude. Die nach hinten rücken müssenden ehemals Ersten, werden sich im Verlauf des Ausflugs noch mehr ärgern, wenn sie feststellen, zu welchen Gehleistungen Alte und Behinderte fähig sind, wenn sie nur gefordert werden. Kein Weg, kein Pfad, mag er von der Reiseleitung als noch so schwierig und steinig geschildert werden, ist fortan von unseren Erst-Reihen-Sitzern sicher.

Wobei diese sportliche Leistung ohne jeden Konditionsmangel abends am Buffet wiederholt wird. Die Drängelei am Buffet (kleine Faustformel: je älter, desto drängelnder), wird durch die Übereinkunft „hier geht rechts vor links“ mit deutscher Regelungswütigkeit geklärt. Dann wird, insbesondere zu Beginn des Urlaubs, auf den Teller aufgeladen. Wobei die Höhe des Aufgeladenen oft mit dem deutlich erkennbaren Bluthochdruck korrespondiert.

Abends an der Bar, kann man erstmals Angst um Deutschland haben. Angesichts der erzählten Bedeutung, wie wichtig man im Betrieb ist oder war, lässt den zuhörenden Barkeeper fürchten, die Industrieproduktion in Deutschland könnte in den nächsten Tagen nun total zum Erliegen kommen. Wenn dann auch noch deutlich gemacht hat wird, wie preiswert man gebucht hat („Ich bin ja so clever“), muss man befürchten, dass deutsche Reiseveranstalter nie mehr ein positives Ergebnis ausweisen werden.

Spätestens jetzt, werden unsere ausländischen Freunde Angst um Deutschland haben. Sie werden sich um den Standort Deutschland bemühen. Entweder werden sie als Gastarbeiter die Arbeitnehmerseite stärken oder als „Heuschrecke“ unseren Unternehmern zeigen, was sie vom Durchsetzungswillen deutscher Touristen gelernt haben.

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Die Tricks der Journalisten

Es gibt eine Anzahl von Tricks, der sich Journalisten im Gespräch mit Managern gerne bedienen. Anlässlich des 25. Geburtstags der Fachzeitschrift „Touristik Report“ (Herzlichen Glückwunsch!) haben sich die BBBs darüber Gedanken gemacht und wie es so schön im BWL-Deutsch heißt „Cluster gebildet“.

1. Der Investigative
Für ihn haben alle Manager „Dreck am Stecken“, den gilt es nun herauszufinden. Sie träumen von einem Manager „Watergate“. Manager, die betonen nur ihren Job zu machen und das auf „anständige“ Art, sind für sie eine besondere Herausforderung. Am besten man erfindet als Manager irgendeine „Mini-Schweinerei“ damit das Weltbild des Journalisten stimmt und man Ruhe hat.

2. Der „Brave“
Nicht ohne Grund steht brav in Anführungszeichen. Denn der Begriff „braver Journalist“ ist keine Tautologie, wie uns diese Spezies sicher weismachen möchte, sondern ein Oyxmoron, ein Widerspruch in sich. Kurzbeschreibung: Sieht harmlos jung aus, immer sehr freundlich, höflich und kompromissbereit, immer den Eindruck erweckend zufällig die größten Geheimnisse erfahren zu haben, insbesondere wenn er nur einige wenige Details kennt. Beliebte Masche: Sätze anzufangen aber nicht zu beenden, das macht dann versehentlich der Interviewte. Dadurch bekommen die Journalisten die Informationsreste die noch fehlen. Dieses Wissen beim nächsten Gesprächspartner wieder in einen Halbsatz gepackt, vom naiven Manager ergänzt und schon stimmt die vermeintliche Ausgangslage: Der „Brave“ hat ein Geheimnis erfahren.
Verschärfte Form: Im Gespräch eine fast peinliche Pause entstehen zu lassen, in der Hoffnung, dass der Manager ein neues Thema beginnt. Abwehrstrategie des Managers: Die Stille genießen oder ganz einfach fragen „War`s das für heute?“.

3. Der Hartnäckige
Er hat für das Gespräch oder die Pressekonferenz eine klare Strategie: Genau das zu erfahren, von dem der Manager gesagt hat, dass er heute (noch) nicht darüber sprechen will. Bestes Beispiel: Frage nach dem Jahresgewinn auf der Programmvorstellung oder ähnliches. Dass die direkte Frage abschlägig beantwortet wird, nimmt er gelassen hin. Die Frage wird aber mit hoher Penetranz wiederholt, nach dem Motto: Mal schauen, wer zuerst die Nerven verliert. Ersatzweise wird die entgegengesetzte Frage gestellt oder vermeintlich einlenkend danach gefragt, was der Manager ausschließen könne. Ein Versprecher oder eine nicht plausible Antwort, schon wird der Angesprochene mit der Anschlussfrage endgültig in die Ecke gedrängt. Diese Spezies Journalist fordern von einem Manager höchste Konzentration und eine gewisse Langmut, immer wieder die Frage nicht zu beantworten. Wer dieses „Frage- und nicht-antworten-Spiel“ übersteht, profitiert von diesen Erfahrungen auch bei eventuellen häuslichen inquisitorische Fragen (in einzelnen Fällen soll der Lernprozess umgekehrt verlaufen sein).

4. Der Experte
Die schwierigste Spezies der Journalisten. Sie sind schon so lange im Dienst, dass sie inzwischen jede Ausrede (und jede Schwäche) der Manager kennen und gezielt darauf kontern. Sie haben viele Pressekonferenzen mitgemacht, um dem Manager vorrechnen zu kennen, dass bei den jedes Jahr angegebenen Preissenkungen die Ware inzwischen kostenlos sein müsste. Oder sie haben einen „Spezi“ im Unternehmen und kennen den angefragten Sachverhalt besser, als sie zu erkennen geben.

5. Der „Raffinierte“
„Raffinierte“ Journalisten (natürlich in Anführungszeichen), die es auch geben soll, konfrontierten den Manager mit angeblichen Äußerungen von einem Kollegen oder vom Konkurrenten. Schlägt der Interviewte zurück, insbesondere wenn er exakt diese Bemerkung vom Kollegen oder Konkurrenten erwartet hat, dann konfrontiert der „Raffinierte“ anschließend den Managerkollegen oder Konkurrenten mit dieser Aussage und „das Spiel“ geht dann richtig los.
Spaß hat dabei nur einer, nämlich jener, der anschließend eine Menge Material zum schreiben hat.

6. Der Politikmachende
Er hat klare Vorstellungen welchen Manager er stürzen „muss“ und welchen Manager er aufbauen möchte. Natürlich verspricht er sich etwas von seiner Handlungsweise. Was es ist, mag hier dahingestellt bleiben.

7. Der Wissen Vermittelnde
Den gibt es in der Tat auch. Er will sachgerecht recherchieren um seine Leser in das Thema einzuführen. Seine Artikel sind ein echter „Schatz“ für alle Wissbegierige.

Welcher Typ von Journalist einem auch immer gegenübersitzen sollte, immer schön gelassen bleiben und an die Warnung von Oscar Wilde denken: „Was haben Fliegen und Manager gemeinsam? Man kann sie mit einer Zeitung erschlagen“.

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Liebe Frühbucher, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein

Frühbucher: Wer früh bucht, der spart!
Veranstalter: Dieses Jahr wird es weniger Last Minute geben!
L´tur: Das beste Last Minute Angebot aller Zeiten (lt. Bild am Sonntag vom 26.6.2005).

Am 1.7. will Touristik Report bekannt geben, wer zum Touristik Manager des Jahres gewählt wurde (die BBBs werden nächste Woche kommentieren). Wenn die Touristik-Werbeanzeigen-Überschrift des Jahres gewählt werden sollte, steht nach Meinung der BBBs der Gewinner schon fest. Der Sieger kann nur L´tur heißen mit einer Überschrift von BILD-Format: „Liebe Frühbucher, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein.“ Eine Headline mit Klasse: Klare verständliche Ansprache für jene, die noch buchen wollen und feine Ironie für jene „Smarties“, die sich mit Ihrer Frühbuchung für besonders trendy hielten.

Dabei kann man nicht sagen, dass die Reiseveranstalter mit ihrer Prognose „dieses Jahr gibt es weniger Last Minute“ geschwindelt hätten (so etwas würden Reiseveranstalter nie machen!?). Ohne Zweifel wurden die eigenen Kapazitäten reduziert, aber die Reiseveranstalter sind zu ihrem Leidwesen nur ein Teil der touristischen Welt. Und die neuerdings nicht mehr berücksichtigten Hotels (von den Kapazitätserweiterungen in den Zielgebieten ganz abgesehen) sind ja nicht abgebrannt (wäre auch schade um die schönen Hotels), sondern suchen sich neue Vertriebswege. Ergo, bleibt genügend „Futter“ für die Last Minute-Anbieter.

Man kann auch nicht sagen, dass die Frühbucher-Abschläge nur Peanuts wären (im Gegenteil, die Schmerzgrenze ist wohl schon erreicht, wenn nicht gar überschritten). Aber auch mit immer höheren Frühbucher-Abschlägen macht man aus einem Last Minute-Fetischisten keinen Frühbucher-Fan. Allerdings kann man manchen zeitlichen Normalbucher in den Frühbucher-Bereich ziehen. Wer sich sicher ist, dass er buchen will, kann das auch einige Zeit früher machen und den Frühbucher-Rabatt „mitnehmen“ (siehe auch Diskussion über den Mitnahmeeffekt der Eigenheimzulage). Nicht zuletzt hat manche Erhöhung des Frühbucher-Rabattes ohnehin den Zweck, den Frühbucher der Konkurrenz wegzunehmen.

Bleibt zuletzt der Engpass der Flugplätze. Das kann in der Tat dazu beitragen, dass manche Zielgebiete „knapp“ werden (siehe zuletzt Kanarische Inseln). Kein Problem für den echten Last Minute-Fuzzie. Für ihn sind Zielgebiete sowieso austauschbar. Mallorca, Tunesien, Türkei, was solls; Hauptsache Sonne, preiswert und vor allem verfügbar. Und dies alles gibt es noch genügend im Angebot (siehe Anzeige).

Liebe Frühbucher, seid nicht so traurig. Tapfer müssen wir alle sein, ob gerade jetzt nach dem Fußballspiel gegen Brasilien oder nach der nächsten Bundestagswahl. Ihr, meine lieben Frühbucher, habt uns eines voraus, Ihr seid beim Tapfersein wenigstens schon geübt!

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Liebe Flugbegleiterinnen, jetzt müsst Ihr stark sein…

Im „Wer wird Millionär-Quiz“ bei Günter Jauch lautete diese Woche eine Frage:
Wo arbeitet eine Purserette?
a) im Freudenhaus, b) im Fernsehen, c) im Fotoatelier, d) im Flugzeug.
Die danach folgenden Wortbeiträge von Kandidatin und Moderator boten nicht nur hohen Unterhaltungswert für das Publikum, sondern offenbarten auch, dass sich das Berufsbild der Purserette noch nicht überall herumgesprochen hat.

Die Kandidatin ist von Beruf Ökoberaterin. Allein das reizt Günter Jauch zu einigen passenden und auch weniger passenden Bemerkungen. Das Herankämpfen an die 8.000 Euro-Frage ist sehr mühsam. Dann kommt die Frage:
Wo arbeitet eine Purserette?
a) im Freudenhaus, b) im Fernsehen, c) im Fotoatelier, d) im Flugzeug.
Die BBB möchten die Zusammensetzung der Antwortmöglichkeiten hier nicht kommentieren.

Die Kandidatin ist sich schnell sicher, dass Freudenhaus und Flugzeug nicht infrage kommen, ist sich aber unsicher ob Fernsehen oder Fotoatelier die richtige Antwort sein könnte. Zur vermeintlichen Hilfe wird der 50/50-Joker gezogen: Es bleiben c) im Fotoatelier und d) im Flugzeug stehen. Die Kandidatin bleibt unsicher, obwohl nach ihrem offenbarten Gedankengang jetzt alles klar sein müsste.

Sie nimmt den Telefonjoker und fragt nach dem Beruf der Purserette (gesprochen wie geschrieben). Der Telefonjoker weiß Bescheid und empfiehlt Antwort „im Flugzeug“. Begründung: „Purserette ist eine Art Steward“. Jetzt hat es auch die Kandidatin erfasst: „Ach so, das ist die Frau die aufräumt!“

Kleines Gesprächs-Schmankerl (etwas verkürzt) zum Abschluss:
Jauch zur Kandidatin: „Sie fliegen bestimmt nicht. Was für ein Auto fahren Sie?“
Kandidatin: „Wir fahren einen alten Wasserwerfer, Baujahr 1968. Wussten Sie übrigens, so ein Wasserwerfer kann nur fahren oder Wasser sprühen. Beides gleichzeitig geht nicht.“
Jauch: „Ist bei Männern so ähnlich.“

PS.: Dieses Gefährt braucht übrigens 16l/100km, bei einem Tempo von 80Km/h. Soviel nur zum Thema Öko.

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Kerosinsteuer für Entwicklungshilfe ist wie eine Kondom-Steuer für die Aids-Forschung

Am Rande eines Treffens der europäischen Finanzminister hat man sich grundsätzlich auf die Einführung einer Kerosinsteuer auf Flüge in Europa geeinigt.
Mit den Einnahmen soll ein Impfschutzprogramm für Afrika aufgelegt werden (spiegel online 13.2.2005 und Welt.de 18.2.).

Die Begründungen für Steuererhöhungen werden immer dreister. Statt einzugestehen „wir kommen mit dem Haushaltsausgleich nicht klar und besteuern künftig alles was wir erwischen können, um die Haushaltslöcher zu stopfen“, werden immer fadenscheinigere Begründungen für neue Steuern oder Steuererhöhungen angeführt. „Tanken für die Rente“, „Rauchen gegen den Terror“, „Studiengebühren für mehr Bildung“, möglichst plakativ soll die Begründung sein, in der Hoffnung die Bürger damit täuschen zu können.

Schon die Begründung für die Erhöhung der Tabaksteuer war ziemlich absurd. Lieber an Raucherlunge sterben als von Terroristen ermordet werden? Und was passiert, nachdem weniger geraucht wird und Milliarden Euros in Eichels Kasse fehlen? Verschlechtert sich jetzt dadurch die Sicherheitslage? Hat der Visa-Skandal eventuell etwas mit der Raucher-Verweigerung der Deutschen zu tun?

Ähnlich abartig ist jetzt die Begründung für die Einführung der Kerosinsteuer. Hätte ein Hinweis auf Klimaschutz, zumindest ein theoretisch nachvollziehbarer Ansatz sein können, so ist den Finanzministern wahrscheinlich aus Zeitmangel nur die Begründung Entwicklungshilfe eingefallen. Wobei unser aller Bundes-Eichel sicherheitshalber noch zusätzlich „Umwelt-, Energie- und Entwicklungspolitische Ziele“ nannte (ein Grund davon wird schon passen). Gleichzeitig wurde noch von einer „Flugticket-Abgabe“ gefaselt, denn der Minister will die Billigfluggesellschaften treffen, bei deren niedrigen Preisen „sei einiges aus den Fugen geraten“. Aber wenn „Billig“ besteuert werden soll, was ist dann mit den „Geiz ist Geil“ und „Ich bin doch nicht blöd“ Firmen? Gibt es demnächst eine Sondersteuer auf Last Minute-Angebote und Frühbucher-Rabatt?

Einzig der griechische Finanzminister Alogoskoufis befürchtet nach der Einführung der Kerosinsteuer negative Auswirkungen auf den Tourismus (Welt.de vom 18.2.9). In der Tat genau darum geht es. Zwischen Steuer und Nutzen aus der Steuer sollte ein Minimum an Beziehung bestehen. Flüge mit einer Steuer zu belasten um die (notwendige!!) Erhöhung der Entwicklungshilfe zu finanzieren ist unter diesem Gesichtspunkt kontraproduktiv. Dann könnte man auch eine Steuer auf Kondome einführen um die Aids-Forschung zu fördern!

Liebe BBB-Leser machen Sie sich noch auf einiges gefasst. Demnächst soll die Feuerschutzsteuer erhöht werden um der notleidenden pyrotechnischen Industrie zu helfen. Die Fischereisteuer soll erhöht werden um BSE-Geschädigte zu unterstützen. Die Hundesteuer wird erhöht für den Schutz gegen die Geflügelpest. Die Alkoholsteuer soll nochmals erhöht werden um die nächste Abgeordneten-Diätenerhöhung zu finanzieren. Die Vergnügungssteuer wird verdoppelt um Rückführungsprogramme in die Ukraine zu finanzieren.
Im Vergleich dazu ist die geplante Ausweitung der Zweitwohnungssteuer für ein Clochard-Hilfsprogramm schon fast sachbezogen.

In dieser Situation machen sich die BBBs für eine neue Steuer besonders stark: eine „Umweltverschmutzungsabgabe“ auf Reden von Finanzministern.

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Interviews 2005

„Tropenstürme verunsichern Urlauber“,
dpa-Interview, u.a. in Netzzeitung.de, 9.11.2006

„Pauschalreisen werden 2006 teurer“
dpa-Interview, u.a. in spiegel.de, 8.11.2005, nt-v.de, 8.11.2005, Tagesspiegel, 13.11.2005

„Wie geht die Tourismusindustrie mit Krisen um?“
Radio NDR-Info, 25.10.2005

„TUI auf Einkaufstour“
dpa-Interview, u.a. in süddeutsche.de, 19.10.2005, Handelsblatt, 20.10.05

„Fernweh anheizen“
Wirtschaftswoche, 13.10.2005

„Tourismus – 15 Jahre deutsche Einheit”
Radio HR, 3.10.2005

„Globale und individuelle Urlaubsgefahren“
blausand.de, Oktober 2005

„Gesund & Schön“
TV nt-v, 23.9.2005

„Adrian verliert gegen TUI“
Süddeutsche Zeitung, 23.9.2005

„Nie dem Terror nachgeben“
Urlaub perfekt, 4/2005

„Wie wirken sich die hohen Rohölpreise auf die Touristik aus?“
Radio RBB, 5.9.05

„5 Jahre Entführung Wallert auf den Philippinen“
WDR 2, 27.8.05

„Reiseveranstalter machen Angebote flexibler“
dpa-Interview u.a. in Mitteldeutsche Zeitung 12.8.05

„Welchen Einfluss nimmt der Terror auf den Tourismus“
Travel Tribune, 11.8.2005

„Tourismus und Terrorismus“
MDR, 5.8.

„Tourismus und Terrorismus, wohin kann man noch reisen?“
MDR-Figaro, 1.8.05

„Entwicklung im Reiseland Deutschland“
Destination Report, Zeitung für Tourismusmarketing, Juli 2005

„Wo ist die Welt noch sicher?“
Travel Talk, 31/2005

„Günstig in den Urlaub klicken“
Welt am Sonntag, 31.7.2005

„Gewöhnung an den Terror“
Sonntag aktuell, 31.7.2005

„Warnt das Auswärtige Amt genügend?“
Stuttgarter Zeitung, 26.7.2005

„Warum bleiben Urlauber nach dem Anschlag im Zielgebiet?“
Münchner Abendzeitung, 26.7.2005

„Touristen trotzen der Angst“
dpa, u.a. in N-tv.de, 25.7.

„Kein Urlaubsland ist mehr ungefährlich“
Hamburger Abendblatt, 25.7.2005

Reiseveranstalter hoffen auf „Gewöhnungseffekt“
Handelsblatt, 25.7.2005

„Wie sind froh, dass wir überlebt haben“
Süddeutsche Zeitung, 25.7.2005

„Was soll der Urlauber bei seiner Urlaubsentscheidung beachten?“
SWF, 25.7.

„Situation nach dem Attentat von Sharm el Sheikh“
Deutsche Welle, 24.7.2005

„Terror gegen Urlauber: Wie groß ist die Gefahr?“
Redezeit, NDR-Info, 20.7.2005

„Tourismus bleibt unbeeindruckt vom Terror“
Handelsblatt, 11.7.05

„Reisebranche zeigt sich gelassen“
Süddeutsche Zeitung, 8.7.2005

„Warum ist die Zahl der Touristen in Mecklenburg-Vorpommern zurückgegangen?“
NDR, 4.7.2005

„Weck up“
SAT 1, Frühstücksfernsehen, 12.6.2005

Urlauber lernen nach Interflug-Pleite dazu
Leipziger Volkszeitung 1.6.2005

„Billig Reiseanbieter: Es wird nicht entschieden genug gewarnt“
dpa-Interview u.a. Spiegel online, 31.5.2005

„Auf den letzten Drücker in die Sonne“,
dpa-Interview u.a. in Spiegel online, 25.5.2005

„Verlust der Mitte“
GELDidee, April 2005

„Das Beben ist ein psychologischer Rückschlag“
Handelsblatt, 30.3.2005, Die Zeit 31.3.2005

„Wer reist jetzt noch nach Südostasien“
WDR, 31.3.2005

„Preis schlägt Angst“
taz, 12.3.2005

„Rabatte bergen zwei Gefahren“
Handelsblatt, 11.3.05

„Wann wird der Tourismus in Südostasien sein wie früher?“
Radiointerview HR Info, 11.3.2005

„Klick und weg“ – Die Reisebranche geht online
u.a. in Focus online, 11.3.2005, Der Standard.at, 11.3.2005

„Die Deutschen haben wieder Lust auf Urlaub“
Süddeutsche Zeitung, 10.3.05

„Ganz Schwummerig“
Wirtschaftswoche, 3.3.05

„Pauschalreise am Ende?
dpa-Interview, u.a. in n-tv.de, 3.3.05. Kölner Stadtanzeiger 4.3.05, focus online 5.3.05

„Künftige Urlaubswelten“
Avigo-Reisejournal, 15.2.05

„Überleben nach dem Tsunami“
Deutsche Welle, 1.2.2005

„In bester Lage direkt am Strand“
Die Zeit, 20.1.2005

Zur Situation nach der Flut“
Sonntag aktuell, 16.1.2005

„Urlaub in Asien“
MDR-TV, „Mittags um 12“, 11.1.2005

„Die Flutkatastrophe in Südostasien“
Radio Regenbogen, Mannheim, 7.1.05

„Reisetrends 2005“
Rhein-Neckar-Fernsehen, Mannheim, 7.1.05

„In Südostasien warten die Hotels auf neue Gäste“
Neue Presse Hannover, 7.1.05

„Das Geld des Augenblicks“
Die Zeit, 6.1.2005

„Touristenzahlen in Thailand und Malediven brechen ein“
dpa-Interview, u.a. in Spiegel online 5.1.05,

„Wann wird man wieder in die Krisenregionen reisen?“
18:45 Nachrichten RTL, 4.1.2005

„Länder dürfen kein zweites Mal bestraft werden“
Spiegel online, 3.1.2005

„Tourismuswirtschaft warnt vor Reiseboykott“
Die Zeit, de 2.1.05

„Der Preis schlägt die Angst“
Bild am Sonntag, 2.1.2005

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