Archiv für Airline

Die Bissigen Bemerkungen fordern: Aschefetischist Ramsauer muss zurücktreten

„Wir haben ein verlässliches Messwertnetz, sodass wir wissen, dass in den und den Lufträumen die und die (Asche-) Konzentration herrscht“, feierte sich Verkehrsminister Ramsauer im ARD-Morgenmagazin. Sich selbst feiern, ist ohnehin seine Lieblingsbeschäftigung, wenn er z.B. eine renovierte Bahnhofstoilette oder einen neuen Bahnübergang einweihen kann (insbesondere in seinem Wahlkreis). Zugegeben, beim Einweihungsbändern durchschneiden und leere Worthülsen in den Äther schicken, ist er große Klasse. Aber wenn es konkret werden muss, sieht es düster aus. So war seine vollmundige Ansage im TV auch schlicht unrichtig, denn die so stolz gepriesenen 52 Stationen des Wetterdienstes können nur messen, ob sich überhaupt Partikel in der Luft befinden, aber wie konzentriert sie sind (das eigentliche Problem), können sie nicht erfassen. So korrigierte später ein Sprecher des Wetterdienstes den Minister.
Ebenso von Unwissenheit geprägt war am Dienstag seine Ankündigung über den Einsatz des Messflugzeuges Falcon 20E des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. In Wirklichkeit stand das Flugzeug überhaupt nicht zur Verfügung, weil es für das Verteidigungsministerium unterwegs war. Und das DLR wollte diesen Auftrag bis Donnerstag erledigen und „frühestens Sonntag oder Montag darauf könne man die Asche messen“.

So war seine durch ihn zu verantwortende Anordnung den Luftraum über Bremen, Hamburg und Berlin zu schließen absolut von keiner tatsächlichen Sachkenntnis getrübt. Zwar betonte der Minister, wie immer voller Stolz, dass er einen Grenzwert von 2mg Aschepartikel pro Kubikmeter, verfügt habe. Aber weder er, noch seine Hilfstruppen, wussten zum Zeitpunkt der Schließung des Luftraumes ob und in welcher Konzentration Asche in der Luft war. So war der Luftraum im Norden unserer Republik geschlossen, während rundum Deutschland, nämlich in Frankreich, Niederlande und Dänemark, die Verkehrsflugzeuge lustig ihre Flugbahnen durch den besonders klaren Himmel zogen.

Inzwischen hat das Forschungszentrum Jülich erklärt, dass die Aschekonzentration bei etwa einem Zehntel des Grenzwertes von 2mg gelegen habe. Zwar ist auch dieser Wert nicht durch einen Mess-Flug untermauert, aber „wir können mit Sicherheit sagen, dass die Konzentration deutlich unter dem Grenzwert lag“. Wenn man dann noch bedenkt, dass der französische Grenzwert (es lebe die EU-Vereinheitlichung) doppelt so hoch wie der deutsche liegt, dann kann man ermessen, mit welch gutem Gefühl die dortigen Airlines geflogen sind. Man liegt nicht falsch, wenn man Ramsauers Entscheidung, den Luftraum für einige Stunden zu sperren, als „überhastet, schlecht vorbereitet und völlig überzogen“ (siehe Zitate in der FAZ vom 27.5.) bezeichnet. Nicht zu vergessen, dass nach fast einem Jahr (!) das Deutsche Zentrum für Lauft- und Raumfahrt hoch offiziell verkündet hat, dass selbst nach den besonders niedrigen deutschen Grenzwerten, vor einem Jahr beim Ausbruch des Eyjafjallajökull kein einziger (repeat kein einziger) Flug hätte ausfallen müssen.

Island hat noch mehr als 20 Vulkane, die in den nächsten Jahren spucken können. Wollen sich die deutsche Wirtschaft, insbesondere die Airlines, immer wieder aufs Neue der verqueren Willkür von Ramsauer ausliefern? Wobei man den Airlines schon den Vorwurf machen muss, dass sie in den letzten 12 Monaten auch keinen massiven Druck in dieser Angelegenheit ausgeübt haben.

Mit einem „besonderen Humor“ erfreute uns der Flughafen Berlin. Während der Flugverkehr auf den Berliner Flughäfen ruhte, überraschte uns der Flughafen mit der Veröffentlichung einer Studie über Honig, Bienen und Waben im Flughafengebiet. Schön zu wissen, dass wenigstens die Bienen uneingeschränkt durch die Berliner Flughafenlüften kreisten. Aber sie sind in ihrem Flugverhalten auch nicht den Anweisungen des Verkehrsministers ausgeliefert. Sonst hätten die armen Tiere garantiert auch ihre Honigsuche einstellen müssen. Glückliche Flughäfen Berlins, die wenigstens noch kleinen Flugverkehr hatten und deren Stolz darüber zu einer offiziellen Pressemitteilung reichte. An keinem anderen Tag hätte es auch irgendjemand interessiert.
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In dieser Woche erscheint aus technischen Gründen keine neue Ausgabe des Reiseradios. Ersatzweise dafür gibt es einen Hinweis auf die nur im Internet erscheinende und permanent aktualisierte Zeitung „Social Media in der Touristik“ meines Kollegen Prof. Harald Bastian (http://paper.li/werni60/1305722753#).

In persönlicher Angelegenheit:
Vielen Dank an meine sympathischen neun Mitläuferinnen und Mitläufer von Ameropa beim Staffelklassiker „Lauf zwischen den Meeren“ von Husum nach Damp (96,6 km). Immerhin haben wir mehr als 100 Staffeln hinter uns gelassen.

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Am 25.Mai ist Welthandtuchtag

Logisch, dass der Welthandtuchtag einer der wichtigsten Feiertage für den Touristen von gestern, heute und morgen ist. So wie der Hund sein Revier mit seinem Harnstrahl zeichnet, so kennzeichnet der Tourist (vornehmlich der deutsche und der englische) seit Beginn des organisierten Reisens durch Thomas Cook sein tägliches Urlaubsareal. Wobei es auch hier Unterschiede in der Professionalität des Urlaubers zu erkennen gibt. Während der Anfänger nur „einen“ Liegestuhl mit seinem Handtuch reserviert (spätestens morgens um 7 Uhr in der Frühe), gibt sich der Profi dadurch zu erkennen, dass er mindestens zwei Liegestühle belegt, weil die Sonne sich ja im Laufe des Tages weiterdreht. Solche Spitzigfindigkeiten, wer sich nun weiterdreht, die Sonne um die Erde oder die Erde um die Sonne, spielen bei diesen wichtigen Urlaubsentscheidungen nur eine untergeordnete Rolle.

Der seit dem 25. Mai 2001 gefeierte Welthandtuchtag geht auf den englischen Science Fiction Kultautor Douglas Adams zurück, der die Bedeutung des Handtuchs in seinem berühmten Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ hervorhob: „Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen muss“.
Kompliment an die Welt am Sonntag vom 22. Mai, die in ihrem Reiseteil sowohl Douglas Adams als auch den Welthandtuchtag „angemessen“ würdigt.

Douglas Adams verdanken wir auch eine andere bis in die Neuzeit reichende Erkenntnis. In seinem Gesamtwerk, das der Autor übrigens als die „einzige vierbändige Trilogie in fünf Teilen“ bezeichnet, lässt er sich auch über das Thema Urlaubsbeschwerden aus. Im Teil „Das Restaurant am Ende des Universums“ steht in einem Reiseführer der Satz: „Gefräßige Plapperkäfer machen für vorbeikommende Touristen oft ein sehr gutes Essen“. Eine, wie es auf den ersten Blick erscheint, erfreuliche und nützliche Information. Leider ist in diesem Satz ein Druckfehler enthalten. Richtigerweise hätte es heißen müssen: „Gefräßige Plapperkäfer machen „aus“ vorbeikommenden Touristen oft ein sehr gutes Essen“. Zugegeben, nur ein kleiner sprachlicher Unterschied, inhaltlich ist er schon entscheidender. Auf die Beschwerde eines Touristen an den Verlag erhält dieser als Antwort: „Der Reiseführer ist endgültig, die Wirklichkeit ist oft ungenau“.
Vielleicht erkennt da mancher Tourist in diesem Satz seinen Reiseveranstalter wieder.

Als kleine Information an die österreichischen BBB-Leser. Laut eigener Aussage kam Adams die Idee zu diesem Roman, als er nach einem Kneipenbesuch in Innsbruck anschließend angetrunken auf einem Acker lag und in die Sterne schaute, zumal ihm die „merkwürdige Sprache“ der Einheimischen irgendwie „außerirdisch“ vorkam. In einem Interview hatte er sogar mal die Biersorte verraten, die ihn so „anregte“. Es sei „Gössers“ gewesen. Eigene Erfahrungen mit diesem Getränk lassen mich das von Adams Erlebte leicht nachvollziehen.

Wichtige Eilmeldung:
An dieser Nachricht können die Bissigen Bemerkungen natürlich nicht vorbeigehen: Grimsvötn heißt der isländische Vulkan, der eine gewaltige Rauch- und Aschewolke fast 20 Km in Himmel stößt. Im gleichen Gletscherfeld liegt übrigens auch der Bárdarbunga (siehe BBB vom 21.2.2011 „Kennen Sie Bárdabunga“). Ausgerechnet am Wochenende fing der Grimsvötn an zu spucken, wenn unser Verkehrsminister Ramsauer wochenendfrei hat. Zum Glück wehte der Wind nach Norden. Sollte er sich drehen und Richtung Europa-Festland wehen, könnte die nächste Bewährungsprobe für die europäischen Luftverkehrs-„Experten“ kommen. Ein sehr ungutes Gefühl (siehe BBB vom 18.4.2011 „Sie simulieren weiter, statt zu handeln“).

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es diese Woche sehr sportlich zu: Wandern, Radeln und Golf. In den akustischen Bissigen Bemerkungen steht insbesondere die geringe Berechenbarkeit (eigentlich noch ein vornehme Bezeichnung) der deutschen Luftverkehrspolitik im Zentrum der Kritik.

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Selten so gelacht….

Für den 1. April wäre es eine klasse Meldung gewesen, aber die mallorquinische Stadtverwaltung braucht keinen besonderen Termin um ihre Scherze in die Welt zu setzen. Im zentralen Bereich der Hafenpromenade Paseo Maritimo soll künftig mehr auf Ruhe geachtet werden und zwar ab 22.00 Uhr. Die Anordnung als solche, aber noch mehr die Zeitangabe, ab 22.00 Uhr (?), kann nur jemand getroffen haben, der entweder zulange in der mallorquinischen Sonne lag oder vorher in einer deutschen Vorort-Villensiedlung gelebt hat. Diese Anordnung ist so absurd wie Mayo und Ketchup für Pommes Frites zu verbieten oder Real Mallorca dürfe in der zweiten Halbzeit keine Tore mehr schießen (ok, das haben sie schon öfters freiwillig gemacht). Die behördlichen Schlaumeier haben auch gleich festgelegt, gegen wen bei öffentlichen Trinkgelagen besonders eingeschritten werden soll, nämlich gegen Gruppen von „10 bis etwa 40 Leuten“. Das wird nett werden, wenn Gruppen von 12 Personen sich blitzschnell teilen und weiter feiern. Noch kreativer wird es, wenn sich zwei Gruppen zusammenschließen um mehr als 40 Personen zu werden. Der Lärm wird überproportional ansteigen, aber absolut erlaubt sein.

Ach, diese mallorquinischen Tourismusprofis in den Behörden und ihre Schnellschüsse. Da wurde schon früher mal schnell eine Touristensteuer eingeführt, obwohl alle gewarnt hatten. Sie war auch ebenso schnell wieder verschwunden. Von einer Mietwagensteuer war schon die Rede und was noch alles schon mal besteuert werden sollte. Klar, besteuert und bescheuert liegen nahe zusammen. Zuletzt sollte die Playa de Palma auf Hochglanz umgebaut werden. Dagegen wäre im Prinzip nichts einzuwenden gewesen, da besteht teilweise auch wirklich Renovierungsbedarf, wenn man nicht über das Ziel hinausgeschossen hätte und gleich den ganzen Ballermann abschaffen wollte. Natürlich musste man auch hier zurückrudern. Diese Liste lässt sich fortsetzen.

Liebe Verwaltung von Mallorca, Eure Insel lebt von ihrer Vielfalt. “Nur” Golf- und Wellnesstouristen wären zuwenig. Zu den größten Vorteilen der Insel zählt die sensationell hohe Anzahl von Flugfrequenzen, dafür braucht man aber „Masse“ und die „Ballermänner“ sind auch noch Kult. Ich mache einen „superernsten“ Vorschlag: Macht einen Zaun um den Ballermann, erklärt ihn zum geschützten Erlebnispark und verlangt von den anderen Touristen Eintritt. Da kommen dann abends auch die Golfer gerne vorbei um mal Atmosphäre zu schnuppern.

Und weil wir gerade beim Lachen sind: Im Paul-Löbe-Haus, einem der riesigen Bürokomplexen für unsere Berliner Volksvertreter, wurde das Automatenangebot erhöht. Neben Geldautomaten und Automaten für Zigaretten und Süßigkeiten steht jetzt auch ein „Quick Check-In Automat“ der Air Berlin und weil der Zigarettenkonsum rückläufig war, wurden für einen “Quicky der anderen Art” auch vier Schächte des Zigarettenautomaten mit Kondomen gefüllt. Soviel „Quicky-Unterstützung“ fanden die Abgeordneten prima. Wenn da nicht die bürokratische Bundestagsverwaltung gewesen wäre. Mit dem Automatenhersteller sei nur ein Vertrag zur Aufstellung eines „Zigarettenautomaten“ abgeschlossen worden. Die „abredewidrig angebotenen Kondome“ seien deshalb von der Firma wieder zu entfernen. In diesem Geiste und mit dieser Sprache werden auch Gesetze formuliert.
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Im Mittelpunkt des Reiseradios (www.reiseradio.org) steht diesmal das Thema Energie. Einmal sparsam betrachtet, mit dem neuen Baedecker und „Reisen zu erneuerbaren Energien“. Zum anderen mal verschwenderisch betrachtet mit einem Bericht über das Atlantis Hotel in Dubai. In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Dubai, Ungeziefer in Hotels, Wirtschaftszahlen der Konzerne und worüber es sich sonst noch zu lästern lohnt.

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Lufthansa will Google spielen

Es scheint immer mehr zur Seuche zu werden: Daten sammeln bis zum Umfallen. Dagegen ist Rinderwahnsinn, Geflügelpest und was es da noch so alles gab und gibt direkt ein Klacks. Eine richtige Unternehmenskrankheit, gegen die es noch keinen Impfstoff gibt. Noch nicht, die Pharmaindustrie wird sich aber bald dieser Marktlücke annehmen.

Wer sammelt da alles? Geheimdienste, die alles wissen wollen, aber (zum Glück oder manchmal auch nicht) unfähig sind das ganze auswerten. Und dann der große Riese Google mit seiner Datenfresssucht. Was haben wir uns in den 50er und 60er-Jahren (zumindest die Älteren von uns) über die Orwellsche Fantasien im Thriller 1984 erschrocken. Das waren ja, gemessen an heute, nur kleine Papiertiger, die uns da Angst gemacht haben.

Wie so oft dauert es in der Industrie etwas länger, bis sie den „Zeitgeist“ aufsaugt. Telekom, Deutsche Bahn, Schlecker und wie die Kameraden alle heißen mögen, haben inzwischen gezeigt, dass sie keinen Respekt vor persönlichen Daten haben. Da dachte sich Lufthansa, was die können, müssten wir doch auch können. Ganz nach dem Motto „dann schaun mer mal“ ob das funktionieren kann.

Der Gedanke ist eigentlich ziemlich einfach und dreist gleichermaßen. Wer bei der Lufthansa künftig Großkundenrabatt will, muss anzeigen, welchen Rabatt er schon bei der Konkurrenz hat, und zwar sehr konkret. Ein verblüffender Gedanke wie man an wertvolle Konkurrenzdaten kommen kann. Aber immerhin löblich, könnte man sagen, dass die Lufthansa diese Konkurrenzdaten nicht „stehlen will“, sie erfragt sie einfach. Genial eigentlich, wenn es nicht zu naiv wäre zu glauben, dass man mit „dieser Nummer durchkommen könnte“.

Man stelle sich vor Air France oder Air Berlin wäre auf diesen Gedanken gekommen. Das hätte einen Aufschrei gegeben. Selbst Bundestagsabgeordnete hätten „Skandal“ gerufen (es bleibt Ihnen liebe Leser überlassen, herauszufinden, welcher Gedankengang hier dahinter steht).

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) wird Erstaunliches berichtet. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern veranstalten eine gemeinsame (repeat „gemeinsame“)
Saisonauftakt-Veranstaltung. Wer hätte das gedacht. Und Trend-Themen im Angebot verschiedener Bundesländer sollen künftig immer von einem Bundesland federführend betreut werden. Als erstes übernimmt Mecklenburg-Vorpommern beim Thema Wasserstraßen die Federführung. Vernunft auf dem Vormarsch? Unglaublich!
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Chaos à la Brüssel, die „Revolte“ kleiner Reisebüroinhaber (-innen) und um „Willy“, den späten Weihnachtsmann.

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Sie simulieren weiter, statt zu handeln

Ein Jahr ist seit dem Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull vergangen. Der Flugverkehr ruhte, weil vermeintliche Experten eine hohe Aschekonzentration in den Wolken festgestellt hatten. Oder besser gesagt, sie hatten es durch eine Simulation festgestellt, also nicht tatsächlich. Jene, die diese Vorgehensweise bemängelten, wurden heftig „abgewatscht“. Sie erinnern sich sicherlich noch an das so unglaublich schlaue Politiker-Zitat: „Nur e i n toter Mallorca-Fluggast ist schon zuviel“. Wobei schon damals offen blieb, wie das praktisch passieren soll, mit dem „einen“ toten Mallorca-Fluggast.
Die BBBs hatten gegen die Vorgehensweise heftig gelästert (siehe BBBs vom 26.4.2010 „Vulkanasche – die Schweinegrippe der Luftfahrt“). Und mit dem Schweinegrippe-Vergleich (sie erinnern sich noch an den gigantischen Gesundheitsalarm, der genau solange anhielt, bis die Pharma-Industrie ihre Impfprodukte verkauft hatte) lagen die Bissigen Bemerkungen nicht falsch. Ganz kleinlaut, und in der Öffentlichkeit kaum hörbar, „flüsterte“ jetzt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dass aus heutiger Sicht „an keinem Tag im April 2010 ein Flugverbot notwendig gewesen sei“. Bravo, gut gemacht.

Jetzt denkt der naive potenzielle Fluggast, dass die für die damalige Luftraumsperrung Verantwortlichen in der Zwischenzeit alles Mögliche unternommen hätten, um auf einen künftigen Vulkanausbruch besser vorbereitet zu sein. Weit gefehlt!. Was machen diese weltfremden Träumer? Sie simulierten jetzt zum Jahrestag einen neuerlichen Vulkanausbruch. „Unheimlich wichtiges“ Ergebnis: Es wird künftig drei verschiedene Flugzonen geben, mit wenig Aschekonzentration, mit mittlerer Aschekonzentration und mit sehr starker Aschekonzentration. Positive Konsequenz daraus wäre, so die EU-Experten, dass jetzt nicht mehr der komplette Luftraum gesperrt werden müsste.
Bevor Sie, liebe BBB-Leser, jetzt versehentlich in Beifall ausbrechen, muss man leider auf folgendes hinweisen. Es fehlen immer noch verbindliche Grenzwerte, ab wann nun Fliegen gefährlich sein könnte. Und wenn diese nicht vorliegen, dann bleibt der Wert von drei verschiedenen Flugraumzonen auch nur reine Theorie. Aber da haben die EU-Verantwortlichen nicht mit der „Tatkraft“ unseres Verkehrsministers Peter Ramsauer gerechnet. Der beschimpfte die EU, dass es immer noch keine europaweite Regelung geben würde. Brav, Herr Minister. Aber sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass dann eben Deutschland einen konkreten Vorschlag für diese europaweite einheitliche Regelung vorlegen könnte?
Zitieren wir doch zuletzt den verantwortlichen EU-Verkehrskommissar Siim Kallas (zitiert nach travel tribune): Er glaube nicht mehr an einheitliche EU-Werte in den kommenden Jahren. Man beachte den Plural!

Nur schwer zu verstehen ist, dass die Fluggesellschaften dabei so ruhig bleiben und den Verantwortlichen nicht mehr Feuer unter dem Allerwertesten machen, denn sie müssen den wirtschaftlichen Schaden am stärksten ausbaden.
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Das Reiseradio (www.reiseradio.org) berichtet diese Woche, dass von der steigenden Zahl ausländischen Gäste in Deutschland, die östlichen Bundesländer nur unterproportional profitieren. Warum? Außerdem gibt es einen Bericht über den mittelständigen Reiseveranstalter Ameropa, der demnächst 60 Jahre alt wird und sich immer wieder aufs Neue gegen die „Großen“ behaupten muss.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es vor allem um das „weltbewegende“ Thema „wie viel Liegestühle muss ein Hotel haben“. Zusätzlich wird noch über den Dauerbrenner „Sicherheit im Luftverkehr“ gelästert und zwar in verschiedenen Variationen.

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Tschüss LTU – Eine Legende ist gestorben

Eigentlich hätte diese BBB schon letzte Woche geschrieben werden müssen, denn gestorben ist die LTU schon zum 1. April. Aber das hätten einige Leser wohl als Aprilscherz abgetan. Es ist jedoch Realität: Die LTU ist nicht mehr. Die tolle Geschichte der LTU, früher mehr als zuletzt, sollte nicht unerwähnt an den BBBs vorbeigehen, dafür war ihre Bedeutung in der deutschen Touristik allgemein und in der Ferienfliegerei speziell zu groß.

Der Tod der LTU kam nicht „plötzlich und unerwartet“, um den Tenor mancher Todesanzeigen zu zitieren. Eher müsste man schreiben „Tod nach längerem Leiden“. Wobei man den Beginn der Leidenszeit genau auf das Jahr 1989 datieren kann: Da stieg die Westdeutsche Landesbank als Gesellschafter ein und die Anzahl der Firmen auf der „Todesliste“ nach Einstieg der WestLB, ist bekanntlich länger als der Namen „Westdeutsche Landesbank“ Buchstaben hat. Insofern ist die LTU in „bester prominenter“ Gesellschaft. Kleiner Trost, aber nur kleiner Trost, die West LB ist inzwischen auch nur noch ein Zombie und das Ende sehr nahe.

Aber gehen wir doch der Reihe nach. Die LTU wurde im Oktober 1955 gegründet, nur zwei Monate vor ihrem über Jahrzehnten größten Konkurrenten Condor. Der Erstflug fand am 2.März 1956 statt (der Erstflug der Condor übrigens am 29.März 1956). Diese beiden Fluggesellschaften setzten in den folgenden Jahren Maßstäbe nicht nur für die deutsche, sondern sogar für die europaweite Fliegerei im Charterverkehr (wie man früher die Ferienflieger nannte). Der Tristar der LTU wurde weltweit fast zu einem Synonym für Flugurlaub. Kleine persönliche Geschichte am Rande. Als ich Verkaufsleiter bei Condor wurde, machte ich natürlich auch (getarnt mit Familie) einen dienstlichen „Erfahrungsflug“ mit LTU. Kurz vor der Landung sackte das Flugzeug wie man umgangssprachlich sagt, in ein „Luftloch. Einige Passagiere wurden leicht verletzt, einige andere hatten einen kleinen Schock. Meine damals sechsjährige Tochter, schon Flug erfahren durch einige Condor-Flüge und ebenso politisch leicht vorbelastet, schrie nach der Landung ihren Schock heraus mit dem Satz: „ich fliege nie mehr mit der blöden CDU“. Was in der Flughafen-Ankunftshalle zu einem riesigen erleichternden Lachen führte.

Aber das künftige Problem für die LTU kam nicht aus der schwarzen, sondern aus der roten Ecke, in Form der WestLB. Die Liste künftiger Beteiligter liest sich ohnehin nicht mit großer Begeisterung. REWE war nie an der Airline, sondern nur an den Veranstaltertöchtern interessiert. Die Schweizer SwissAir-Gruppe saugte nach Übernahme der Airline-Anteile die LTU sogar richtig aus. Von da an hing das Überleben permanent nur noch am sog. „seidenen Faden“. Übrigens war auch das Bankhaus Sal Oppenheim mal an LTU beteiligt, „bestens bekannt“ im Zusammenhang mit Karstadt und Thomas Middelhoff. Auch der „Luftfahrtexperte“ Wöhrl war eine Zeitlang bestimmender Gesellschafter bei LTU. Dass sein Engagement nicht von Dauer sein sollte, sondern nur der Vorbereitung eines späteren Wiederverkaufs diente, war Außenstehenden klar.

Dass Air Berlin nach Kauf der LTU nicht sofort die komplette Fusion AB und LT vornahm, kann nur „sentimental“ begründet werden, die betriebswirtschaftliche Literatur empfiehlt hier eher eine „gewisse Brutalität“. Wenn wir es gut meinen mit der LTU, müsste man heute auch nicht unbedingt vom Tod der LTU reden. Sehen wir die Angelegenheit aus der Sicht des Hinduismus, könnte man sagen, gestorben ist nur der Name, die Firma LTU lebt in der Air Berlin weiter. Und je nachdem wie viel „gutes Karma“ die LTU in ihrem früheren Leben erworben hat, entsprechend groß oder klein wird ihre künftige Bedeutung innerhalb der Air Berlin sein. Aus Gründen der Pietät wird dieser Satz nicht weiter kommentiert.

Damit bleibt als letzte Fluggesellschaft aus den „goldenen Gründerjahren“ der Charterfliegerei nur noch „die Condor“ übrig. Die Gesellschafterentwicklung bei ihr war in den letzten Jahren auch nicht immer die wahre Freude (siehe u.a. BBB vom 14.7.2008 „Condor: Die Braut, die keiner traut“). Aber sie hat per heute eine realistische Chance auch noch ihren 60. Geburtstag zu feiern, für die LTU war mit 55 Schluss.
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Das Reiseradio (www.Reiseradio.org) tummelt sich diese Woche intensiv durchs Thema Reisenangebote im Internet. Die akustischen Bissigen Bemerkungen bemängeln, dass ein Jahr nach der Aschewolke, die politische Situation genauso unwissend ist, wie vor einem Jahr. Hoffentlich wissen das die isländischen Vulkane nicht. Auch der restliche Inhalt ist unerfreulich: Da ist von altersschwachen B 737-Flugzeugen die Rede, von Killerkarpfen, von angreifenden Ratten in der New Yorker U-Bahn und von Menschen die ihren Urlaub in Slums verbringen wollen.

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Ein prominentes Gesicht für den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Jetzt hat der BDL seinen neuen hauptamtlichen Präsidenten gefunden: Klaus-Peter Siegloch, einen der großen TV-Journalisten, bekannt vom „Heute-Journal“ und von „Was nun, ..“. Zur Begrüßung gab es gleich ein bisschen Gegenwind vom Branchenfachblatt fvw. Dirk Rogl meinte in seinem Blog: Ein klarer Sieg der medialen Präsenz über die fachliche Kompetenz.

Na klar, kann man darauf nur antworten. Dass die Luftverkehrsbranche über hervorragende fachliche Kompetenz verfügt, ist wohl unbestritten. Aber hat es ihr etwas genützt? Leider nein. Zu der von der Politik zu verantwortenden Aschewolke-Krise kam dann noch die Luftverkehrsabgabe. Eine dreiste Belastung einer schon gebeutelten Branche mit ohnehin knapper Marge (viele spotten ja schon von fliegenden Non-Profit-Organisationen).
Also, was braucht die Branche? Sie braucht einen Lobbyisten, der an den richtigen Stellen, mit der richtigen Sprache, die wichtigsten Themen anspricht. Und, er muss das nicht nur mit Überzeugung, sondern mit sehr viel Power machen. So einen Macher zu finden ist nicht so einfach.

Die BBBs hatten ja schon befürchtet, die fvw würde ihren Liebling aus vergangenen Tagen, Thomas Middelhoff, vorschlagen. Als „Windmacher“ wäre er schon eine große Nummer, nur mit der Nachhaltigkeit sieht es nicht so gut aus.
Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg hätte auch für große Auftritte gesorgt. Seine Reden hätte er sich ganz offiziell schreiben lassen können. Und auch Flugerfahrung ist reichlich vorhanden.
Matthias Wissmann, ehemals gelobter Bundesminister, heute Präsident des Automobilverbandes VDA, wird stets als Vorbild genannt. Dem ist nicht zu widersprechen. Er galt schon in der Politik als hoch qualifiziert.
Wie sieht es da aktuell im Bundesparlament mit sich anbietenden Kandidaten aus? Leider schlecht.
Dirk Fischer (CDU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses: „Die Ticketabgabe bringt für die hiesigen Flughäfen und unsere deutschen Airlines Nachteile im Wettbewerb. Anders kann man das nicht sehen.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP: “Niemand von uns hat sich die Ticketabgabe gewünscht. Ein nationaler Alleingang verzerrt immer den Wettbewerb, das ist unstrittig.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Soviel Unsinn wird Siegloch nicht reden können.

Und was die fachliche Kompetenz betrifft, so muss man sehen, dass einer der Gegenspieler von Siegloch, Peter Ramsauer heißt. Ganz kurzfristig war dessen Name als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Das hätten die Bissigen Bemerkungen gut gefunden. Damit wäre der Afghanistan-Krieg schnell zu Ende gewesen, denn die Taliban hätten sich totgelacht. Auch so kann man einen Krieg gewinnen. Aber was sagten die berühmten „Insider“ zu Ramsauer? Es liege ihm nicht so, sich zu sehr in Details einzuarbeiten. Deshalb hält er sich auch das wichtigste Branchenthema „Single European Sky“ vom Halse. Also, da kann Síegloch aus dem Stand mithalten.

Lieber Klaus-Peter Siegloch, lesen Sie bitte nicht nur das von Dirk Rogl empfohlene fvw-Abo, dort gibt es “nur” Informationen. Schauen Sie lieber öfters bei den BBBs rein, da finden Sie die richtige verbale Power für Ihren künftigen Job. Viel Erfolg!
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In eigener Sache.
Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zum 10jährigen Jubiläum der Bissigen Bemerkungen. Das war toll und hat gut getan. Natürlich muss man dann auch manches Geschenk ertragen, wie dieses Buch: „Je mehr Zähne mir ausfallen, umso bissiger werde ich…!“

Im Reiseradio (www.reiseradio.org) kommen diesmal Jugendverbände mit einem brisanten Thema zu Jugendreisen zu Wort. Prof. Feige spricht über noch immer dringend notwendige Investionen in der Hotelbranche und der oberste Sparkassenchef ermuntert zum Kreditaufnehmen. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Terminnöte vor und auf der ITB, um ein zweijähriges Kind, das alleine Bahn fahren muss und auch sonst noch um allerlei Aufreger.

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Kennen Sie Bárdarbunga?

Nein? Hoffentlich bleibt es auch dabei. Aber bitte nicht verwechseln mit Bunga-Bunga. Letzteres ist eine ziemlich heiße Angelegenheit. Ersteres ist nicht ganz so heiß, weil in Island zu Hause, kann aber noch sehr heiß werden. Sie ahnen Fürchterliches? Richtig.
Der Bárdabunga ist ein isländischer Vulkan, und leider nicht irgendeiner. Mit 2.000 m Höhe ist er der zweitgrößte Berg Islands und fast 400 m höher als der Eyjafjallajökull.
An diesen Zorn Gottes erinnern wir uns doch alle noch.

Wenn nicht, wollen wir hier den „großen Zusammenhang“ nochmals darstellen. Spätestens Im März letzten Jahres waren die Kenntnisse über Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche Allgemeingut und die Kirchenfürsten baten um „Asche auf unser Haupt“. Und weil gerade ein Festtag anstand, am 16.4. hat bekanntlich der Papst Geburtstag, erhörte Gott die Gebete und schickte Asche. Und zwar nicht wenig. Er ließ den Eyjafjallajökull spucken, dass es eine wahre Pracht war. Und die Wolken zogen quer über Europa. Eigentlich war das ganze ja nur als Ereignis für die Katholische Kirche gedacht. Aber oh weh, Gott hatte leider nicht auf den irdischen Kalender geachtet, denn dummerweise war am 17.4. und 18.4. Wochenende.

Was bedeutet diese schlichte Feststellung „Wochenende“? Dass nach der Aufregung, die ein paar sog. Computer-”Experten” mit der später nie bewiesenen Behauptung „zuviel Asche in der Wolke“ verursacht hatten, die amtlichen Stellen den Flugverkehr sperrten und sich in das Wochenende verabschiedeten. Wir wollen das Ganze nicht weiter ausführen, sondern für die Zukunft, bevor der Bárdabunga ausbrechen sollte, auf folgendes aufmerksam machen:
1. Liebes Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum sorgt bitte dafür, dass das entsprechende Forschungsflugzeug immer einsatzbereit ist. Eine evtl. notwendige Aufrüstung kann auch am Wochenende erfolgen.
2. Lieber Deutscher Wetterdienst denkt bitte daran, wenn man 6 Lasermessgeräte besitzt, dann muss man nicht gleichzeitig fünf Geräte in Wartung geben. So etwas kann man auch nach und nach machen.
3. Lieber Herr Ramsauer, auch wenn ein Bayer nichts lieber macht als am Wochenende durch das zugegeben schöne bayrische Land zu spazieren und nichtssagende Reden zu halten. Zur Not kann man als hochstehender Staats-„Diener“ auch am Wochenende mal arbeiten.

Abgesehen vom obigen Thema, warum betonen die Bissigen Bemerkungen ausgerechnet jetzt das Wochenende-Thema so stark?
Liebe Leserinnen und Leser, erinnern Sie sich noch als vor kurzem die Sicherheitsstufe in unserem Land hochgefahren wurde? Grundlage war ein Informant, aus dem Dunstkreis von Al-Qaida, der vor möglichen Anschlägen gewarnt hatte. Die Spur zu diesem Mann ging inzwischen verloren. Warum? Schlauerweise wollte dieser Mensch ausgerechnet am Wochenende ein Flugticket kaufen. Dem Mitarbeiter einer Fluggesellschaft, der an diesem Wochenende arbeitete, kam der Mann verdächtig vor und er fragte vor Ort bei der Deutschen Botschaft nach, ob der Reisepass echt sei. Aber am Wochenende war kein Diplomat erreichbar. Ergebnis: Seit dieser Zeit ist der Informant verschwunden.

Also lieber Bunga-Bunga, äh lieber Bárdarbunga, wenn schon Ausbruch, dann bitte nicht am Wochenende.

Inzwischen haben die Isländer die Meldung über den Bárðarbunga, so heißt er auf isländisch, dementiert. Die Informationen der Geologen seien ein Missverständnis. Hoffentlich weiß das der Bárdarbunga auch!

Nachträge:
Letzte Woche waren die Bissigen Bemerkungen etwas ungeduldig. Wir hatten eine sofortige Korrektur des Auswärtigen Amtes zur Reisewarnung Rotes Meer gefordert. Am Montagnachmittag war es dann soweit. Die Touristenzentren am Roten Meer dürfen wieder angeflogen werden. Endlich!

Außerdem hatten die Bissigen Bemerkungen in der ihnen eigenen Bescheidenheit um ein Geburtstagsgeschenk gebeten. Ihr Tempo, liebe Leserinnen und Leser, haben die BBBs fast beschämt. Schon Mittwochnacht waren die 1.000 „Fans“ (Gefällt mir) auf der Fanseite der Bissigen Bemerkungen überschritten. Und dabei ist noch mehr als eine Woche Zeit bis zum Geburtstag. Auf jeden Fall hat das wieder kräftig für ein weiteres Jahr BBB motiviert. Danke!

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) werden die unterschiedlichen Konzepte der Touristik-PR von Frankreich und Neuseeland gegenübergestellt. In den akustischen Bissigen Bemerkungen wird auf ein Beispiel fraktionsübergreifender „Dummheit“ (Entschuldigung, aber manchmal muss es deutlich sein) hingewiesen. Des weiteren geht es um Abenteuerreisen und den eventuellen Einsatz von dressierten Mäusen bei der Fahndung am Flughafen. Vielleicht erleben wir demnächst sogar die schielende „Heidi“ im Einsatz.

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Alternativlos

„Borns Bissige Bemerkungen LIVE“ lautete der Titel der Jahresauftaktveranstaltung des Travel Industry Clubs am 11.1.2011. Dabei wurden die BBBs ihrem Ruf als „Wikileads der Touristik“ gerecht, indem zu einigen Bissigen Bemerkungen aus dem Jahr 2010 die „mehr oder weniger passenden“ Bilder nachgeliefert wurden. So z.B. zum Thema der BBBs vom 25.10.2010 (Engländer können keine Elfmeter schießen und können keine Buchhaltung) ein Bild von Peter Long als Wayne Rooney der Touristik. Ebenso wurden Bilder nachgereicht zu der Sternstunde der BBBs vom 31.5.2010 als am Montagmorgen die „Einsparung“ von Bundespräsident Köhler gefordert wurde und wenige Stunden später Köhler überraschend seinen Rücktritt erklärte.

Auch nach dem Vortrag in Frankfurt fanden sich die BBBs schnell wieder bestätigt. Nicht zuletzt wegen o.g. „Elfmeterproblematik“ wurde fast zwingend eine Vertragsverlängerung für TUI-Chef Michael Frenzel über das 65. Lebensjahr hinaus vorhergesagt. Dies wohlgemerkt ohne Insiderinformationen zu besitzen. Nur neun Tage später meldete das Manager Magazin, dass sich die wichtigsten Großaktionäre der TUI für eine Vertragsverlängerung von Dr. Frenzel ausgesprochen hätten.

In diesem Zusammenhang zitierten die BBBs das neueste Lieblingswort „alternativlos“ von Bundeskanzlerin Merkel, spotteten aber gleichzeitig darüber wie unsinnig der Gebrauch dieses Wortes sei, auch wenn es aus dem Mund der „Bundesmutti“ kommt. Welch eine Überraschung (?) nur 11 Tage nach dem Vortrag in Frankfurt wurde „alternativlos“ zum Unwort des Jahres erklärt. Zu Recht.

Außerdem stand in Frankfurt natürlich der neue Lieblingsfeind der BBBs (nach dem „schmerzlichen Verlust“ von Thomas Middelhoff) Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer im Mittelpunkt. Hier vor allem mit seiner großartigen Art immer wieder vollmundig alle für alles verantwortlich zu machen, aber selbst nichts Konkretes vorzulegen. In diesem Zusammenhang wurde dann die Frage aus den BBBs vom 10.1. beantwortet: Was haben die Sängerin Annett Lousian und Peter Ramsauer gemeinsam? Nun, wenn sie den erfolgreichsten Song von Louisan kennen ist die Antwort ziemlich einfach: „ich tu doch nichts, ich will doch nur spielen“.
Und unter dieser persönlichen Zielsetzung von Peter „ich tu doch nichts“ Ramsauer leiden die deutschen Fluggesellschaften gewaltig.
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Das Reiseradio (www.reiseradio.org) „kommt“ diese Woche mit Berichten über Kinderwünsche im Urlaub daher, z.B. in den 1-2-fly Clubs, Neckermann Family Clubs und bei RUF-Jugendreisen.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es alternativlos um das Wort alternativlos. Was uns in der Touristik alles alternativlos daherkommen will und über den alternativlos falschen Gebrauch des Wortes alternativlos.

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Täglich grüßt das Murmeltier…

Wahrscheinlich kennen Sie den preisgekrönten Film in dem Phil Connors alias Bill Murray immer wieder den gleichen Tag erlebt. Höchst vergnüglich für den Zuschauer, weil er (fast) immer vorher weiß was demnächst passieren wird.

Der Phil Connors des deutschen touristischen Flugverkehrs heißt Hans Rudolf Wöhrl ex LTU-„Retter“ und DBA-„Sanierer“. Die Anführungszeichen stehen nicht ohne Grund da, denn die Meinungen wie inhaltlich erfolgreich diese Sanierungen waren gehen etwas auseinander. Finanziell war es für Wöhrl auf jeden Fall ein Erfolg.

Und dieser Hans Rudolf Wöhrl hat nun schon wieder eine Airline gekauft: Alpha Exec. Und sofort wurde der typische Wöhrlsche Murmeltiertag gestartet, indem er seinen langjährigen Weggefährten aus alten DBA- und LTU-Tagen Peter Oncken zu Alpha schickte. Nach Murmeltiermanier müsste jetzt bald Jürgen Marbach anheuern. Nachdem dieser nicht DRV-Präsident wurde, hat er sich aus Langeweile an einem zweitklassigen Handballverein beteiligt. Das kann es ja wohl nicht gewesen sein. Dann werden alle bei Alpha ein bisschen rumfummeln und jeden Tag verkünden was das für eine tolle Airline ist. Und zur Krönung wird danach die Airline an Air Berlin verkauft werden, dafür gibt es ein einstudiertes Muster.

Ist das nicht schön, wenn man schon vorher weiß was passiert?

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Im Reiseradio (ww.reiseradio.org) steht natürlich die Rückholaktion der Urlauber aus Tunesien im Vordergrund, geschildert aus Sicht von Thomas Cook. Danach 2x TUI, einmal zur neuen Hotelmarke Puravita und dann zu den Marktchancen von Magic Life. Besonders hörenswert ein Interview mit dem ehemaligen Strahlemann der Zehnkampfszene Frank Busemann über Sport Clubs im Urlaub.
Die akustischen Bissigen Bemerkungen kommen natürlich an dem Thema Tunesien auch nicht vorbei. Neben ernsthaften Bemerkungen wird natürlich auch gelästert darüber wie sehr Anwälte sich jetzt mit dem Thema entgangene Urlaubsfreude in Tunesien beschäftigen werden. Und zuletzt noch die Frage was ist wichtiger im Hotel: Gratis Minibar oder Gratis (Porno-)Film.
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Zuletzt möge man den BBBs etwas Lokalpatriotismus verzeihen mit der Frage:
Wer steht auf einem Champions League-Platz in der Fußball-Bundesliga?

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