Archiv für Destination

Superzielgruppe „Best Ager“? Nicht bei DERTOUR nach Afrika

Die Best Agers sind aktuell die Zielgruppe schlechthin. Alle sind bestrebt in dieser wachsenden und überwiegend noch kaufkräftigen Käuferschicht sich ihre Scheiben abzuschneiden. Alle? Fast alle.
Da blättert man entspannt durch den DERTOUR Sommerkatalog für Afrika und stutzt: Maximumalter 58 Jahre. Und das bei insgesamt zwölf Reisen.

Okay, hin und wieder findet man schon Altersbeschränkungen. Bei einem Tauchveranstalter an der Algarve steht Altersbeschränkung 80+. Einige Leihwagenfirmen haben keine direkte Altersbeschränkung, sondern fordern bei Fahrern über 70 Jahren einen kleinen Risikozuschlag.
Aber Maximumalter 58 Jahre, das schmerzt den Best Ager schon gewaltig. Da tröstet wenig, dass das Maximumalter bei DSDS schon bei 30 Jahren liegt. Das ist ja auch eine gehobene Kindersendung, da fühlt sich der Best Ager nicht so angesprochen.
Aber zu alt für eine Afrika-Rundreise? Gerade jetzt wo man so stolz auf seine Spätform ist und auch endlich Zeit und Geld hat? Das trifft das Ego zutiefst.

Leider gibt der Katalogtext keinen Hinweis auf das „Warum“. Warum überhaupt und warum ausgerechnet so exakt 58?

Also nichts wie rein in das nächste Reisebüro oder genauer gesagt in mehrere Reisebüros und in unterschiedlichen Städten. Das wichtigste zuerst: alle Reisebüromitarbeiterinnen waren sehr freundlich. Kompliment. Aber alle, wirklich alle, hatten bis dahin die Altersbeschränkung noch nicht gelesen und übten sich in Vermutungen. „Vielleicht zu anstrengend?“, wurde angesichts des fitten Gegenüberstehenden nur zögernd geflüstert. „Gilt sicherlich auch nur für einige“, wurde gleich nachgeschoben. Aber der in seinem Stolz getroffene Best Ager lässt nicht locker. Warum gerade 58 und warum so absolut limitierend?

Also Anruf bei DERTOUR. Zitieren wir nur die zwei „prominentesten“ Antworten:
1. Beim Aufbau der Zelten hätten sich die Älteren als nicht so kooperativ bewiesen. Dummerweise war die eine Testperson ausgerechnet ein „sehr erfahrener“ Zeltaufbauer. Sein Vorschlag, er könne ein „Zeltaufbau-Zertifikat“ vorlegen, wurde allerdings nicht weiter verfolgt.
2. Der Subunternehmer vor Ort lege Wert auf eine homogene Zielgruppe zwischen 25 und 40 Jahren. Hoppla. Deshalb steht also in der Reiseausschreibung Mindestalter 18 Jahre und Maximumalter 58 Jahre. Diese Logik überzeugt auch nicht so besonders.

Da überzeugte dann schon mehr die Bemerkung der Reisebüromitarbeiterin sowohl im ATLAS- wie auch im First-Reisebüro „Buchen Sie doch bei TUI, die haben so etwas nicht“.

Kurz überlegt man noch, ob man sich nicht ein kleines Taschengeld durch eine Diskriminierungsklage verdienen sollte, aber angesichts der wirklich netten Reisebüroverkäuferin, wurde das als unfair verworfen.

Schwacher Trost, DERTOUR-Chef Michael Frese dürfte seit kurzem auch nicht mehr! Falls er wollte. Aber da er nach eigenen Angaben gerade mit dem Golfspielen angefangen hat, ist er doppelt aus der Zielgruppe für diese Rundreisen raus.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Albträume in einer Vollmond-Nacht

Liebe Leserinnen und Leser der BBB, haben Sie eigentlich eine Vorstellung wie jeden Sonntagabend die Bissigen Bemerkungen entstehen? Da werden um 20.00 Uhr die gesammelten Notizen der vergangenen Woche auf dem Schreibtisch ausgebreitet, parallel dazu die ARD-Nachrichten geschaut und danach im Internet gegoogelt ob es noch etwas Aktuelles gibt. Dann wird geschrieben, mehr oder weniger bissig, je nach Stimmung und Nachrichtenlage. Manchmal geschieht auch stundenlang überhaupt nichts, weil es nichts Bissiges gibt. So wie heute, beim 392. BBB – Sonntag.

Da liegt zwar einiges auf dem Tisch.
- – Condor-Vorstand Debus soll zu Air Berlin gehen (die haben ja erst 5 Vorstände)
- – Dagmar Wöhrl, Staatsekretärin und Ex-Miss-Bundestag wird als Nachfolgerin des amtsmüden Michel Glos gehandelt
- – Lars Windhorst schon wieder pleite
- – ITB-Meldung: Es ist nicht richtig, dass Lufthansa der ITB den Rücken kehre, sie habe nur keinen Messestand mehr. Dafür kehren Gabun, Tadschikistan und Turkmenistan zurück. Zusätzliche deutsche Destinationen drängen auf die ITB
- – Ein Sun-Express – Pilot wird nach Streit mit Passagier verprügelt
- – TUI senkt die Preise mit der Aktion „Da schlag ich zu“. Die Zukunft von TUIfly bleibt unklar.
- -Wowereit vermietet im Alleingang den kompletten Flughafen Tempelhof für die nächsten 10 Jahre, dummerweise nur für jeweils 2 Monate im Jahr. Es soll sich um eine „angesagte“ Modemesse handeln, die komischerweise „Bread & Butter“ heißt.
- – Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt die Hahn-Anteile von Fraport für 1 Euro.
- – Stewardessen von Ryanair werden in einem Pin-Up-Kalender abgebildet. Mehrere Frauenorganisationen protestieren. Männliche Gäste protestieren auch mit der Begründung „wir haben noch nie eine von diesen abgebildeten angeblichen Ryanair – Stewardessen an Bord gesehen“.

Aber für so eine richtig bissige Bemerkung reicht keine dieser Meldungen. Wissen Sie wie ermüdend es ist, stundenlang auf ein weißes Blatt Papier zu starren ohne eine konkrete Idee zu haben? Und draußen ist auch noch Vollmond.

Irgendwann muss ich am Schreibtisch eingeschlafen sein:

- – Plötzlich wollte Condor-Debus für 1 Euro TUIfly übernehmen und Dagmar Wöhrl wurde 6. Geschäftsführer(in) bei Air Berlin
- – Michel Glos und Ernst Hinsken tauschten die Jobs und kein Mensch hatte den Unterschied bemerkt
- – Lebedew wollte jetzt bei Air Berlin (statt bei Öger) einsteigen, aber Hunold bestand auf Vorlage einer Schufa-Auskunft.
- – Messe-Chef Buck verkündete voller Stolz die Teilnahme von Molwanien auf der ITB und mit Vordertupfing und Hintertupfing seien Vorverträge abgeschlossen worden
- – Ich sah die TUI-Werbung „Da schlag ich zu“ und dahinter eine Prügelei zwischen TUIfly Piloten und TUI Managern. Welt.online zog daraufhin die Meldung über den verprügelten SunExpreß â€“ Piloten als Falschmeldung zurück.
- – Das Land Rheinland-Pfalz freute sich über die kostengünstige Übernahme des Fraport-Anteils für nur 1 Euro und Hans Rudolf Wöhrl ärgerte sich tierisch, dass er diesmal zu spät kam.
- – Wowereit präsentierte ein Buch über „Moderne Auslastungssteuerung“ und änderte den Namen der Modemesse in „Champagner & Kaviar“. Danach klärte ihn jemand auf, dass auf dieser „angesagten“ Messe nur Alltagskleidung gezeigt wird. Daraufhin gab Wowereit eine Regierungserklärung ab, die nur aus einem Satz bestand: “L`etat cèst moi”. Die linken Abgeordneten glaubten es sei ein Zitat aus der französischen Revolution, dachten an die Guillotine und applaudierten vorsichtshalber heftig.
- – Aber die schlimmste Stelle im Traum war, als DRV-Präsident Läpple den Pin-up-Kalender des DRV präsentierte und nur (männliche) Bosse der großen Veranstalter abgebildet waren (mit Feigenblatt an den entsprechenden Stellen natürlich).

Irgendwann bin ich wieder aufgewacht, der Vollmond war verschwunden und im Unterbewusstsein musste ich diesen Albtraum wohl niedergeschrieben haben. Egal, jetzt mal 3 Stunden schlafen und dann gut frühstücken.

Ach ja, und ein Satz ist mir noch in Erinnerung. Den muss ich wohl auch in irgendeiner Notiz gelesen haben. Auf einem Symposium für Tempelhof, nichts ahnend, dass Wowi bereits Fakten geschaffen hatte, betonte eine Schweizer Referentin schlauerweise: „Die Planung beschäftigt sich mit der Zukunft“.
Um allein das zu wissen, war der Abend dann doch nicht umsonst.

Und noch eine letzte (echte) Meldung: Australische Wissenschaftler haben eine bahnbrechende Diagnose für Demenz bei Personen unter 65 gefunden. Die Betroffenen seien daran zu erkennen, dass Sie eindeutig ironisch und sarkastisch vorgebrachte Äußerungen nicht als solche erkennen. Sollten Sie also obige Bissige Bemerkungen für ernst nehmen, sollten Sie schleunigst einen Arzt aufsuchen.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Neuester Plan bei RTL: Dschungelcamp für Touristikbosse

Kaum ist die vierte Staffel des Dschungelcamps mit Rekord-Einschaltquoten zu Ende, planen die RTL-Bosse schon einen neuen Coup: Dschungelcamp für Touristikbosse.

Es war fast zu erwarten, dass die Fernsehmacher auf die Touristikbranche stoßen würden. Die Überlegung war schließlich einfach und zwingend. Wer leidet im Moment etwas an Publicity und könnte dringend zusätzliches Einkommen brauchen?

Da die Bissigen Bemerkungen als Berater für die neue Show angeworben wurden, bitten wir Sie liebe Leserinnen und Leser um Vorschläge: Wen möchten Sie im Dschungelcamp sehen? Und bitte mit Begründung warum?

Sollen insbesondere touristische Altstars ausgesucht werden? Sie bräuchten schließlich neue Publicity besonders und Altstars scheinen ja beim Publikum „in“ zu sein.

Oder denken Sie mehr an aktuelle Touristikmanager?

Wie wäre es zum Beispiel mit Michael O`Leary? Den würden die Zuschauer (und mancher Flughafenboss) bestimmt zu jeder Dschungelprüfung schicken und bis zuletzt im Dschungel lassen, damit er lernt wie man sich als Ryanair-Passagier fühlt.

Wie wäre es zum Beispiel mit Hans Rudolf Wöhrl? Seinem Publicity-Drang würde es sicherlich gut tun. Wenngleich hier die Gefahr wäre, dass er RTL anschließend das Camp für 1 Euro abkaufen würde um es dann für viel Geld weiter zu verscheuern. Auch nicht schlimm, nach dieser Staffel könnte es ohnehin keine bessere mehr geben.

Wie wäre es mit Willy Verhuven? Seine Senkung des Treibstoffkostenzuschlages finden die Kunden toll. Aber die Konkurrenten wünschen ihn dafür in den Dschungel.

Oder wie wäre es mit den Firmenbossen, denen gerade ein russischer Investor abhanden gekommen ist? Frisches Geld wäre ja nicht schlecht. Aber da gibt es auch Bedenken.
Achim Hunold von Air Berlin würde schon nach der ersten Folge rufen: „Hilfe holt mich raus, ich bin ein Star“. Schließlich wird er noch in Hannover als Knecht Ruprecht gebraucht um die Mitarbeiter von TUIfly von einer (eigentlich ohnehin sinnvollen) neuen Strategie zu überzeugen.
Vural Öger hat auch seinen Russen verloren. Aber wenn man Öger fragen wird, was im Moment schlimmer sei: russischer Investor weg oder Dschungelcamp oder SPD-Abgeordneter sein? Die Antwort kennen wir wahrscheinlich.

Oder können Sie sich Ernst Hinsken, den Tourismusbeauftragten der Bundesrepublik im Dschungel vorstellen? Warum nicht, bringt er doch eine Menge Erfahrung aus dem Berliner Polit-Dschungel mit.

Oder denken wir an Prof. Gerd Stöwer vom Flughafen Münster/Osnabrück. Sorry, dass wir seinen Namen hier erwähnen, weil er von der Person her nun wirklich nicht in das Dschungelcamp passen würde. Aber bei seiner Erfahrung mit Bachneunaugen und Fledermäusen hat er wahrscheinlich mehr Fachkenntnisse als alle anderen zusammen.

Für jemanden aus der Hotelbranche könnte es auch interessant sein. So schnell wie man hier zu 5 Sternen kommen kann!

Aber bitte niemanden von Condor vorschlagen. Beim nächsten Aschermittwochs-Fischessen würde ich mir nicht trauen etwas vom Fisch-Buffet zu nehmen.

Und zuletzt noch die aller heikelste Frage. Wer soll das Luder im Camp sein?

Auch da haben die Bissigen Bemerkungen schon eine Idee, denn unabhängig von Ihren Leser-Vorschlägen hat der Autor dieser Zeilen sich schon mal zehn Namen notiert und denkbare Gespräche und Diskussionen zwischen den Kontrahenten aufgeschrieben. Eine echte Hammer-BBB. Beim nochmaligen Lesen dieser Bissigen Bemerkungen wurde die inhaltliche Brisanz deutlich und damit die Gefahr als realistisch gesehen, danach zehn (allerdings evtl. ohnehin nicht vorhandene) Freundschaften zu verlieren. Deshalb wurde das Manuskript in einen Tresor gelegt und darf erst nach dem Tode des Verfassers (zusammen mit anderen aus den gleichen Gründen dort liegenden bislang unveröffentlichten Kracher-BBBs) der Leserschaft zur Kenntnis gebracht werden.
Aber vielleicht kommen Sie verehrte Leser und Leserinnen zu ähnlichen Erkenntnissen, die würden wir dann vollkommen skrupellos veröffentlichen und die eigenen Gemeinheiten dabei unterschmuggeln.

Die Bissigen Bemerkungen freuen sich auf Ihre Post.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Deutsch oder Nicht-Deutsch, das ist hier die Frage

Die „MS Columbus“ der deutschen Reederei Hapag Lloyd Kreuzfahrten, aber aus Kostengründen unter der Flagge der Bahamas, durchquerte das Gebiet vor der Küste Somalias sicherheitshalber ohne Passagiere. Diese wurden vorher von Bord gebracht und sollen in Oman wieder an Bord genommen werden.
Angeblich hat die Reederei vorher beim Bundesamt für Seeschifffahrt nachgefragt, ob sie für diese Durchfahrt mit einer Eskorte der deutschen bzw. EU-Marine rechnen könne. Die Antwort des Schifffahrts-Bundesamtes (nach Rücksprache mit dem Verkehrsministerium) hatte BBB-Format: „Lasst Euch von jenen schützen, deren Flagge Ihr tragt“.
Eine saubere Ohrfeige!

Das dürfte angesichts der „überragenden Bedeutung“ der Marine der Bahamas (sie besteht nur aus einigen wenigen Patrouillenbooten) allerdings etwas schwierig werden. Und die EU-Anti-Piratie-Mission legt eindeutig fest in welcher Reihenfolge Schiffe geschützt werden sollen: zuerst Hilfslieferungen, dann Schiffe der EU-Staaten, dann erst die Schiffe anderer Nationen.
Von der Nationalität der Passagiere an Bord steht im Auftrag leider nichts.

Kleine Umflaggung künftig vor bestimmten Zielgebieten gefällig?

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Warum sollten ausnahmsweise nicht auch mal „Kunden“ gebissen werden?

Treue Leser der Bissigen Bemerkungen wissen, dass hier Kundenorientierung groß geschrieben und jeder Verstoß dagegen unerbittlich gebissen wird. Aber manchmal, zum Glück selten, überkommt einem die Lust gegen das „hohe Prinzip“ zu verstoßen. Vor allem dann, wenn die Ungerechtigkeit (Dummheit) mancher Kundenäußerung zum Himmel stinkt. Dann darf es auch mal in die andere Richtung gehen.

So ein Fall war zuletzt im Zusammenhang mit der Besetzung des internationalen Flughafens in Bangkok durch Demonstranten zu lesen. Dass der Flughafen dicht war, mit den entsprechenden Konsequenzen, konnte man täglich live im Fernsehen sich zu Gemüte führen. Insider wissen, so etwas ist die hohe Zeit der deutschen Reiseveranstalter und Ferienfluggesellschaften. Während die Linienfluggesellschaften „ihre Rollos“ (vertragskonform) herunterziehen und auf bessere Zeiten warten, unternehmen Reiseveranstalter und Ferienfluggesellschaften außergewöhnliches um ihre Kunden wieder nach Hause zu bringen. Während die weitüberwiegende Zahl der Kunden dies auch dankbar zur Kenntnis nehmen, gibt es aber auch einige, die in solchen Situationen auf „die Sänfte warten“ um durch die Krise getragen zu werden.

Ein so vom „Schicksal geschlagener“ durfte sich auch in einer großen deutschen Tageszeitung ausmähren. Der Paradetyp „Individualtourist auf Billigtrip“ (soweit im Prinzip akzeptabel), aber zumeist noch mit leichtem Herabblick auf die „dummen Pauschaltouristen“ (da kommt dann der Unmut der BBBs hoch) hatte nun mal Pech. Seine preiswerte Gulf Air hatte alle Flüge ab Bangkok abgesagt und ihren Kunden angeboten, sie aber gerne ab Singapur wieder an Bord zu nehmen!! Das fand unser Sportsfreund weniger lustig und da fielen ihm die deutschen Ferienflieger ein. Aber so klagte er „die Hotlines waren schwer erreichbar“ (komisch, dass da auch noch ein paar andere anriefen) und die LTU hätte zuerst ihre eigenen Fluggäste (welche andere Reihenfolge hätte es bitte sein sollen?) ausgeflogen und so musste er noch einen Tag warten. Welch trauriges Schicksal! Aber so hat es nun zumindest die hoffentlich empörte Öffentlichkeit erfahren.

Ein niedersächsischer Radiosender berichtete ebenfalls über die chaotischen Zuständen beim Abflug aus Thailand. Eine nicht „namentlich genannt werden wollende“ Reisebüromitarbeitern wurde hierbei mit dem Satz zitiert: „Am wenigsten haben sich die Fluggesellschaften um ihre Kunden gekümmert“. Wie kann man sich nur so undifferenziert äußern und die Leistung jener, die sich vor Ort unter schwierigsten Verhältnissen, wie man so schön sagt, den …… aufgerissen haben so wenig würdigen. Eine Air Berlin/LTU die vom Militärflughafen Utapao, der von Haus aus nicht für die Abfertigung von Tausenden Touristen vorgesehen ist, unter widrigen örtlichen Umständen als erste Airline ihre Touristen nach Hause flog oder eine TUI die sofort zwei Sonderflugzeuge der TUI-Flugtochter Arkefly nach Phuket schickte und einige andere mehr: nicht um ihre Kunden gekümmert?

Liebe „nicht namentlich genannt sein wollende Reisebüro-Mitarbeiterin“, schade, dass wir nicht wissen von welchem Reisebüro Sie kommen. Wir würden gerne einen Bogen um Ihr Büro machen, falls Sie grundsätzlich so undifferenziert beraten.

Bei dieser Gelegenheit erinnert sich der Autor an einen früheren Krisenfall. Ein super billiger Reiseveranstalter, über dessen Preise sich die ganze Branche wunderte, hatte nicht unerwartet eine schöne Pleite hingelegt. Dummerweise saßen ca. 100 seiner Gäste noch in Florida fest und wussten nicht wie sie nach Hause kommen sollten. Bei einem großen seriösen Veranstalter wurde nun heftig darüber diskutiert, ob man diese Gäste (obwohl nicht dazu verpflichtet) sofort zurück holen sollte, um Image-Schaden von der Branche abzuwenden oder ob man sich etwas Zeit lassen sollte, um bei den Urlaubern einen gewissen Lerneffekt für die Zukunft zu erreichen. Wie hätten Sie, liebe Leser, entschieden? (Vielleicht sollten die BBBs für künftige Fragen ein Telefon-Voting einrichten. Wie man weiß, kann man damit viel Geld verdienen.)

Ob die Urlauber aus der Bangkok-Krise etwas lernen können?

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Seid gegrüßt, meine lieben Prostituierten

Eine ungewöhnliche Überschrift für die Bissigen Bemerkungen. Klingt fast nach einem Outing. Ist aber nur ein abgewandeltes königliches Zitat.

Voller Stolz erläuterte nämlich die slowenische Tourismusexpertin Maja Uran wie ihr Heimatland gerade ein lokales Netzwerk für Touristen aufbauen will. Weiß der Geier, an was in diesem Moment ihr Zuhörer, der englische Prinzgemahl Philip, gedacht hat. Seiner Meinung nach, so meinte er sich äußern zu müssen, sei Tourismus nichts anderes als „nationale Prostitution“. „Wir brauchen nicht mehr Touristen, sie ruinieren die Städte“, so dozierte das königliche Geblüt weiter.
In Australien hatte er schon mal ähnliches Feingefühl gezeigt, als er in einem Gespräch mit Aborigines fragte „werft ihr immer noch mit Speere aufeinander?“

Tja, liebe Londoner Touristiker von TUI Travel und Thomas Cook, könnt ihr den alten Herrn mal aufklären. Ist ja nicht gerade eine gute Visitenkarte, die er für die (englische?) Tourismusindustrie abgibt.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Stell´ Dir vor, es ist Fußball-Europameisterschaft und noch ist niemand aufgeregt. Schon gar nicht die Gastgeber.

Laut einer Umfrage wissen viele Schweizer noch nicht, dass am nächsten Wochenende in der Schweiz die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Da erinnert man sich an einen Satz von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone über den Schweiz Tourismus: „Die Schweiz ist ein tolles Land – nur wissen das die wenigsten Leute. Hier arbeiten die Verkehrsbüros ein wenig wie die Geheimdienste“.

Sind wir ehrlich. Dieser Satz könnte auch für manche deutsche Stadt- oder Kreis-Destination stehen (Gerne Beispiele auf persönliche Rückfrage).

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Offener Brief der “Bissigen Bemerkungen” an den chinesischen Staatspräsidenten

„Sehr geehrter Herr Hu Jintao,
wir möchten Ihnen vorsorglich mitteilen, dass wir leider nicht an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele teilnehmen werden. Bitte verstehen Sie das nicht als Protest. Dies ist auch keine Absage, wir hatten schlicht die Teilnahme nie geplant. Insofern beziehen wir uns hier auf gleich lautende Aussagen unserer Kanzlerin Merkel und unseres Außenministers Steinmeier.
Leider bekommen wir das ganze jetzt auch nachträglich nicht mehr auf die Reihe. Da geht es uns wie unserem UN-Generalsekretär Ban. Sehr geehrter Herr Jianto, Sie sollten nur wissen, das hat ausschließlich terminliche Gründe. Wie Herr UN-Generalsekretär Ban, planen wir aber stattdessen einen „substanziellen“ Besuch kurze Zeit später in Ihrer Volksrepublik.
Es kann durchaus sein, dass wir im Verlaufe der Spiele, circa 10 Tage nach der Eröffnung, noch in Peking eintreffen werden. Insofern beziehen wir uns hier auf gleich lautende Aussagen unseres Innenministers Schäuble. Schließlich haben wir immer während der Spiele die deutsche Mannschaft vor Ort unterstützt und es gibt keinen Grund dieses in diesem Jahr nicht zu tun
Sehr geehrter Herr Staatspräsident, das sollte nur klargestellt werden, denn wir wollen keinesfalls die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ihrem und unserem Land belasten.
In diesem Sinne grüßen wir Sie sehr herzlich und vielleicht sehen wir uns sogar im Stadion.
Bis dann
Ihre
Bissigen Bemerkungen.“

Liebe Leser der Bissigen Bemerkungen, sollten Sie in den nächsten Tagen auf die gerade aktuell werdende Frage „Sollen Touristen China als Reiseland boykottieren“ angesprochen werden, gehen Sie einfach weiter. Diese Frage ist für die chinesische Regierung noch unbedeutender als der berühmte „umfallende Sack Reis in China“. Wenn Sie noch mehr bedrängt werden, bieten Sie an, im Verlaufe des Jahres einmal weniger Peking-Ente essen zu gehen. Wenn Sie aber unbedingt ein moralisches Zeichen setzen wollen, dann beginnen Sie Ihre nächste China-Reise doch einfach erst am zweiten Tag. So etwas macht bestimmt auch bei unserer Regierung ungeheuren Eindruck.

Was die Bissigen Bemerkungen damit sagen wollen? Wir haben es einfach satt, dass Touristen mal wieder als Moralapostel „missbraucht“ werden sollen. Warum soll für Touristen die moralische Messlatte höher gelegt werden als für den Rest der Welt?
Der Kontakt zwischen Touristen und einheimischer Bevölkerung bewirkt im Zweifel mehr als Moral-Geschwätz. Insofern lohnt es sich nur um Reisefreiheit im Land und Bewegungsfreiheit der Einheimischen zu kämpfen. Dabei hilft Wegbleiben in keiner Weise, sondern nur unbedingtes „Hingehen- und sich dort Frei-Bewegen-Wollen“.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Der Umweltengel mit den schmutzigen Flüge(l)n

Oh je, Sigmar Gabriel, du bist weder Erzengel noch Umweltengel. Dein verbaler Schadstoffausstoß ist schon schlimm genug, aber leider bist Du auch mobilitätsmäßig ein richtiger Umweltbengel. Legendär ist Deine Geschichte als begeisterter Bahnfahrer, bis offenbar wurde, dass Dein Dienstwagen parallel zur Bahn fährt, damit du am Zielort gleich in Deinen Wagen einsteigen kannst.

Du bist auch (und das schon immer) Weltmeister im Geben von Verhaltensregeln für andere. Vor zwei Wochen hast Du im ARD-Morgenmagazin verkündet: „Die Aufnahme des Flugverkehrs in den Emissionshandel würde die Airlines zudem dazu zwingen, unnötige Flüge zu unterlassen und Sprit sparende Lösungen zu finden“.
Und jetzt stehst Du (schon wieder!!) am Pranger, als jener Minister der sehr schnell die Flugbereitschaft ruft um am liebsten alleine in der prächtigen Challenger durch die Gegend zu düsen. So ein Pech auch, dass ausgerechnet die BILD-Zeitung Dir nachweisen kann (mal wieder) locker 44 Tonnen Kohlendioxyd unnötig in die Luft geblasen zu haben, um von Deinem Urlaubsort Mallorca nach Berlin und wieder zurück zu fliegen. Insbesondere für den Rückflug nach Mallorca (die Kabinettssitzung war vormittags!) habe es keine passende andere Flugverbindung gegeben. Oh je, auf dieser Strecke sind bekanntlich die Flugverbindungen ja auch sooo selten.
Liebe Air Berlin, schickt dem Soloflieger Gabriel mal Euren Flugplan, damit er sieht, wie oft allein ihr nach Mallorca fliegt. Und ehrlich, wenn man oft genug das Editorial in Eurem Bordmagazin gelesen hat, dann weiß man, dass es Euch eine große Freude wäre, den Minister so schnell wie möglich „von Berlin wegzuschaffen“.

Die Reaktionen von Gabriel hinsichtlich dieser „unnötigen“ Flüge sind uneinsichtig wie immer.
Erste Schlaumeier-Reaktion: „Hin- und Rückflug wurden klimaneutral gestellt“, d.h. als Ausgleich für die Co2-Emissionen werden entsprechend Umweltprojekte irgendwo gefördert. Ach wie schön, Tetzel lässt grüßen. Ablass zahlen (und das nicht mal aus der eigenen Tasche) und dann fröhlich weiter sündigen.

Zweite Schlaumeier-Reaktion (Original-Deutsch Gabriel): „Meinen Urlaub unterbreche ich nicht noch mal, wenn das Ergebnis hinterher ist, dass ich derartig Ärger habe. Dann müssen sie sich wen anders suchen, der sich den Ärger einhandelt“. Das ist ausgesprochen infantil. So einfach darf es sich kein Minister und schon gar nicht der Umweltminister machen.

Als großer „Ratgeber“ für Fluggesellschaften hat sich Sigmar Gabriel damit (wieder mal) disqualifiziert. Aber es ist zu fürchten, dass der nächste unnötige Schadstoffausstoß bald folgt. Es ist nur die Frage: verbal oder fliegerisch oder beides.

—————————————————————
Eigentlich sollte in diesen Bissigen Bemerkungen etwas zum Weltfrauentag nachgetragen werden. Ganz falsch liegen die obigen BBBs natürlich nicht, denn in der Kunst wird der Erzengel Gabriel zumeist als weiblicher Engel dargestellt.

Aber geplant war, anlässlich des Weltfrauentages, den weiblichen Anteil großer Firmen auf den einzelnen Hierarchiestufen zu untersuchen. Ein Ergebnis kann hier trotzdem vorgestellt werden. Von allen DAX-Firmen hat TUI mit 72% den höchsten Anteil an weiblichen Mitarbeiterinnen, aber keine TUI-Mitarbeiterin ist beispielsweise im TUI-Aufsichtsrat vertreten. Obwohl darüber die Belegschaft höchstpersönlich entscheidet und die Frauen die absolute Mehrheit der Stimmen haben.
Armselig, nicht wahr?

Metro beispielsweise, mit 64% Anteil weiblicher Mitarbeiter, hat immerhin drei Mitarbeiterinnen im Aufsichtsrat. Noch nicht genug, aber immerhin Spitzenreiter im DAX.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Oh heiliges Damm!

Schon im unmittelbaren Vorfeld des G-8-Gipfels kommt es zu wüsten Ausschreitungen mit vielen Verletzten. Es ist anzunehmen, dass es in den nächsten Tagen eher noch heftiger wird. Ein Desaster bahnt sich an, für die Politik, das Demokratieverständnis in Deutschland und leider auch für den Tourismus.

Eigentlich war seit Anfang der Woche geplant, diese Bissigen Bemerkungen mit „Scheinheiligendamm“ zu überschreiben. Kurioser Weise hatte die renommierte Wochenzeitung Die Zeit genau die gleiche Idee und titelte am Donnerstag ihren Leitartikel mit dieser Überschrift. Aber das bestätigt nur umso mehr, dass von diesem G-8-Gipfel keine positive Wirkung ausgehen wird. Die Bissigen Bemerkungen hatten schon im November letzten Jahres bereits darauf hingewiesen, dass man mit einem G-8-Gipfel auch keine Tourismuswerbung machen kann, siehe BBB vom 19.11.2006, „Ein G-8-Gipfel als Tourismuswerbung? Wer hat denn diesen Witz erfunden?“.

Das lernt man eigentlich schon in der ersten Vorlesung Marketing. Damit ein Produkt gekauft wird, muss es u.a. „bekannt sein“ und „beliebt/begehrt“. Bekannt ist nun Heiligendamm (aber auch schnell wieder vergessen), aber nur auf den politischen Seiten. Aber dadurch auch beliebt für Touristen? Man wird leicht kontrollieren können, ob in den nächsten Jahren ein signifikanter Anstieg ausländischer Touristen zu verzeichnen sein wird. Es ist nicht sehr wahrscheinlich.
Im letzten Jahr wurde berichtet, dass erstmals in einigen amerikanischen Reiseführern u.a. für Mecklenburg-Vorpommern eine Gefahrenanmerkung aufgenommen wurde (Achtung Gefahr durch Überfälle, insbesondere auf Ausländer).
Neben wahrscheinlich nichts sagenden Beschlussfloskeln werden die Prügelszenen (unabhängig vom Verschulden) die Nachrichten der ausländischen Sendern beherrschen. Prima Werbung! Und das alles war vorhersehbar, denn die Erfahrungswerte der letzten G-8-Gipfel liegen ja vor.

Und eines sollte man an dieser Stelle, auch unabhängig von der touristischen Betrachtungsweise, deutlich machen: 100 Millionen Euro wird dieser Gipfel kosten (allein der Sicherheitszaun kostet elf Millionen Euro). Dies ist ein Wahnsinn. Und das alles auch für ein absehbarer politisches „Nichts“. Und in der Woche darauf wird in den Krankenhäusern, Altersheimen, Kindergärten dieser Republik und an vielen anderen Stellen mehr, wieder um jeden einzelnen Euro gekämpft, der gespart werden soll. Du bist Deutschland?

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)