Archiv für Marketing

Der Event zur falschen Zeit am falschen Ort

Wie poliere ich das Image meiner Stadt? Ein großer Event könnte da vielleicht helfen. Der Ehrgeiz der Städte ist in dieser Hinsicht riesengroß und nicht immer wird vorher nachgedacht. Heiligendamm wird als Negativ-Beispiel ewig in Erinnerung bleiben (siehe BBBs vom 19.11.2006 „Ein G8-Gipfel als Tourismuswerbung?“ und vom 4.6.2007 „Oh heiliges Damm“).

Jetzt spielt Düsseldorf schon in der höchsten Liga (wenn man mal vom Fußball absieht, doch dazu später mehr). Welches Teufelchen hat Düsseldorf geritten jetzt unbedingt den Eurovision Song Contest in die Stadt holen zu wollen. Die „Marke Düsseldorf“ steht für ganz andere Dinge und wird durch den Song Contest auch nicht wesentlich zusätzlich aufgeladen werden Bösartige meinen Düsseldorf wollte auch ein Dreigestirn haben. Na gut, Lena Meyer-Landrut, Stefan Raab und Dirk Elbers, sind die nicht noch attraktiver als das Kölner Dreigestirn? Ach, Sie kennen Dirk Elbers nicht? Wenn Sie außerhalb von Düsseldorf wohnen ist das keine Bildungslücke, er ist „nur“ der Düsseldorfer OB. Wie viele Politiker denkt er schon über „sein Denkmal“ nach. Da kam der Song Contest gerade recht. Und entsprechend hat er diese Sache schnell und brutal durchgezogen. Ob da alle mitgekommen sind darf nicht hinterfragt werden. Verboten. Auf jeden Fall waren viele Zusagen deutlich früher unterschrieben, als es der „Rest“ der Stadt, auch Stadtrat genannt, erfahren hat.

Es scheint ja auch einfach zu sein. Die erfahrene Messestadt Düsseldorf hat viele Hotelbetten, hat ein neues, sehr großes Stadion das Erstligaansprüchen genügt, im Unterschied zu der darin spielenden Fortuna (2. Bundesliga). Kurzum Düsseldorf kann zweifelsohne Großereignisse stemmen. Die Kapazitäten für den Song Contest müssen allerdings nicht nur für den 14. Mai, sondern schon drei Wochen vorher bereitgestellt werden.

Und da hat vielleicht der gute OB nicht genügend nachgedacht. Denn vom 12. bis 18. Mai findet in Düsseldorf die Messe Interpack statt. Mit mehr als 2. 500 Ausstellern füllt sie fast schon alleine die Düsseldorfer Hotelbetten. Dass diese im 3-Jahres-Rhythmus stattfindende Messe wieder in 2011 an der Reihe ist, wussten die Aussteller und die Hotels schon bevor Lena in Oslo gewann. Deshalb sind für diesen Zeitraum in Düsseldorf die Hotelpreise hoch, sehr hoch und das schon lange. Und was an Betten noch übrig war, haben sich die offiziellen Teilnehmerdelegationen sofort unter den Nagel gerissen. Keine Chance für das Volk. Na gut, das eine oder andere Bett kann man noch unter der Hand bekommen, der Marktpreis liegt zur Zeit beim Fünffachen und drüber.

Aber da gibt es noch etwas. Das schöne Esprit-Stadion, der Name sagt schon was in Düsseldorf normalerweise Trumpf ist, steht ja nicht nur so herum, sondern da spielt üblicherweise Fortuna Düsseldorf drinnen. Und die haben bekanntlich hin und wieder Heimspiele. Aber jetzt dummerweise kein Stadion mehr, denn da wird nun die Bühne für den Contest aufgebaut. Am 8. Mai ist z.B. der vorletzte Spieltag. Da müssen aus Wettbewerbsgründen alle Mannschaften gleichzeitig spielen und man darf aus dem gleichen Grund auch nicht in eine andere Stadt ausweichen. Da hatte der findige OB eine klasse Idee. Früher spielte die Fortuna doch im alten Paul-Janes-Stadion, da können die doch wieder hin. Ja sagte, der DFB, wenn die alte Bude auf neueste Sicherheitsstandards aufgerüstet wird, dann gerne. Also entsteht jetzt mit einem Aufwand, der hoffentlich unter 1 Mio. Euro bleiben wird, ein schönes Wegwerfstadion für höchstens drei Spiele der Fortuna. Sozusagen eine Katar-Mini-Version: Stadion für wenige Spiele bauen und dann wegwerfen. Wenn man es hat (das Geld), bitte sehr. Das wird bestimmt lustig wenn in der kleinen Hütte am 8. Mai die Fortuna ausgerechnet zum Schlagerspiel gegen Alemannia Aachen antritt, am gleichen Tag der Ruhrmarathon in Düsseldorf stattfindet, die Aufbauer für die Interpack anrücken und bereits alle Eurovisionsdelegationen anwesend sind.
Reisender, wenn du in diese Gegend musst, mache einen Bogen um diese Stadt.

Das werden ohnehin viele Menschen machen müssen, die in Düsseldorf kein Zimmer mehr bekommen werden. Ab in das „so geliebte“ Köln. Da wird sich zum ersten Mal Köln so richtig über Düsseldorf freuen, denn dann sprudelt auch die kölsche Bettensteuer.
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Nur zur Klarheit, das ist kein Neid aus Hannover. Das bleibt Provinz, ob mit oder ohne Song Contest. Hannover hat nur wenige Leuchttürme, der Zoo Hannover ist deutschlandweit ein Super-Leuchtturm. Der geniale Zoodirektor, der das geschaffen hat, wird jetzt von seinem AR-Politchef auf üble Weise in die Wüste geschickt. Der ist nämlich sauer und eifersüchtig auf ihn. Man will lieber in Zukunft wieder eine Nummer kleiner spielen. Da hätte der Eurovision Song Contest auch nicht dazu gepasst.

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Sensationelles TUI-Angebot: Weihnachtsreise ins Kampfgebiet

„Mein Frau wollte das schon lange mal erleben, deshalb habe ich sie mitgenommen“, lautete die Begründung unseres Verteidigungsministers zu Guttenberg warum er seine Frau Stephanie auf die Reise nach Afghanistan mitgenommen hat. Außerdem könne man dadurch der kämpfenden Truppe vor Ort Anerkennung und Respekt aussprechen.
Ähnlich sehen es Tausende von weiteren Deutschen. Aber die Bundeswehr, die genug zu tun hat, die Reisen ihres vorgesetzten Ministers, plus Ehefrau, plus Medientross inklusive und besonders mit Johannes B. Kerner zu organisieren, kann diese Antragsflut nicht bewältigen, zumal sie die vielfältigen Reiseanfragen von Bundestagsabgeordneten in das Krisengebiet bisher abgelehnt hat (worüber jene natürlich sehr erbost sind).
Hilfe kommt jetzt von privater Seite. Auf die Schnelle, noch für die Weihnachtszeit, organisiert TUI Reisen für Urlauber, die gerne mal auf den Spuren von Stephanie zu Guttenberg wandeln möchten: Reisen in das Krisengebiet von Afghanistan.

Auf dem Programm stehen neben dem obligatorischen Truppenbesuch (inkl. Gespräche mit Soldaten und Soldatinnen), gemeinsames Mittagessen mit der Truppe (etwas aufgebessert wenn Besuch da ist, entsprechend der Regeln für Ministerbesuch) und Teilnahme an einer der vielen Talkshows (z.B. mit Anne Will oder Maybritt Illner. Die Talkshow mit Kerner ist leider schon abgedreht). Ausflüge nach Kundus und Masar-i-Scharif sind allerdings nur mit Begleitung möglich. Wobei besonders Masar-i-Scharif das Interesse der Touristen finden dürfte. Die Stadt ist der bedeutendster Wallfahrtsort in Afghanistan und gilt als heilige Stadt des Islams. Spätestens seit der letzten Rede unseres Bundespräsidenten wissen wir den Islam als Teil unserer Kultur zu schätzen und deshalb dürfte dieser Programmpunkt besondere Aufmerksamkeit finden.

Auf die Schnelle konnten keine eigenen Reiseführer mehr gedruckt werden, auf entsprechende Bildbände bei Amazon (z.B. “Deutsche Soldaten im Krieg: die Bundeswehr in Afghanistan“) wird verwiesen.
Diese Reisen unterliegen einer gewissen vorherigen Geheimhaltung und werden deshalb extrem kurzfristig zugeteilt. Eine sofortige Reisefähigkeit der gebuchten Gäste wird deshalb vorausgesetzt.
Ablichtungen nach diesen Reisen in den einschlägigen bunten Blättern (wie bei Politikern üblich), kann nicht für jeden einzelnen Reisenden garantiert werden.
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Weil auch der Autor sich für diese Reise angemeldet hat, fallen nächsten Montag (27.12.) ausnahmsweise die Bissigen Bemerkungen aus. Die nächsten BBBs gibt es wieder im Neuen Jahr am 3.1.2011.
–> siehe diese BBBs auch auf youtube
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) steht Berlin, die Stadt Deutschlands im Vordergrund, die touristisch am meisten boomt. 20 Mio. Übernachtungen in 2010 sind absoluter Rekord. Außerdem kann jemand zwar „Bahn“ heißen, aber trotzdem über „Kreuzfahrten“ schreiben. Gemeint ist der neueste Kreuzfahrtführer von Uwe Bahn.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es diesmal nur um Krisen. Die wahren Schuldigen werden genannt und die tapferen Vorort-Mitarbeiter, die das alles ausbaden müssen, werden gelobt. Ausnahmsweise.

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Der Gipfel, der eine Grube war

Eigentlich darf ich mich ja nicht beklagen. Ich hatte von Ramsauers Rede auf dem BTW-Gipfel nichts erwartet und meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Aber das kann eigentlich nicht sein, dass der Verkehrsminister vor der Tourismusbranche spricht und sich überwiegend mit Straßenverkehr, LKW-Maut u.ä. befasst. Zu den wirklich wichtigen Dingen, zu all den Dingen die der Branche auf den Nägeln brennen, fast nur Lächerliches.

Single European Sky? O-Ton Ramsauer: „Das ist eine Sisyphus-Arbeit“.
Natürlich ist sie das. Aber hier könnte man Großes vollbringen für die Branche, Kostensparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Aber bei ihm hat man nicht den Eindruck, dass „er den großen Stein nach oben rollt, dieser aber leider im entscheidenden Moment immer wieder nach unten rollt“ wie es Sisyphos in der griechischen Mythologie geschieht. Bei ihm hat man eher den Eindruck, dass genau aus diesem Grund er den großen Stein nicht einmal anfasst.

Luftverkehrssteuer? O-Ton Ramsauer: „Meine Erfindung war das nicht. Wenn ich könnte, dann würde ich …“. Auch hier ist er kein Sisyphos (ja nicht anfassen), sondern er macht jetzt einen auf Pilatus „Ich wasche meine Hände in Unschuld“.

Aber die Bahn, die würde ihm am Herzen liegen. Er kontrolliert auch „die Sauberkeit der Bahnhofstoilette in Traunstein“, seinem Wahlkreis. Das hat er wörtlich gesagt, soll wohl Volksnähe bedeuten. Auch ansonsten „liegen ihm die Bahnhöfe sehr am Herzen“. Ramsauer könnte wohl sofort zu „Wetten, dass …“ gehen: Er kann 10 deutsche Bahnhofstoiletten am Geruch erkennen. Toll, Herr Minister.

Etwas unverständlich, wenn er bei der Verabschiedung noch gelobt wird, als einer der Minister, der immer „ein offenes Ohr für die Branche hat“. Was nützt das, wenn in seinem Kopf immer „Durchzug zwischen den beiden Ohren herrscht“. Von ihm hat die Branche auch in Zukunft nicht viel zu erwarten. Diese 40 Minuten waren verlorene Zeit.

Verlorene Zeit war auch, bis zum Schluss ausgeharrt zu haben, zur Verleihung des „Innovationspreis der Deutschen Tourismuswirtschaft“. Der Preisträger heißt: Lufthansa. Dann lauscht man gespannt der Begründung und man lauscht und man lauscht und man lauscht und die Laudatio nimmt kein Ende. Einige Teilnehmer meinten, diese Rede könne nur die Marketing-Abteilung der Lufthansa geschrieben haben. Glaube ich nicht, das sind Profis, die hätten nicht so dick aufgetragen. Und die Begründung: Die besondere Leistung der Lufthansa für ihre First-Class Passagiere. Ist dies das Thema, das die Branche z.Z. bewegt und vorwärts bringt? Nach einer gefühlten halben Stunde hatte ich im Kopf abgeschaltet, aber wenn ich mich im Unterbewusstsein richtig erinnere, wurde auch der Teppich in der First Class lobend erwähnt (kein Scherz). Ich will niemanden persönlich zu nahe treten, aber hatte diese Nummer Lufthansa oder der BTW nötig?

Legen wir auch den Mantel des Schweigens über jede Art der Moderation am ersten Tag. Umso bemerkenswerter wie sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussionen (außer Moderator) angestrengt haben, sich vom generellen Niveau des Tages nach oben abzuheben. Auch die unaufgeregte sachliche Präsentation von BBI war sehr angenehm. Immerhin war nicht der ganze Tag verloren.
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Besonders empfehlenswert sind diese Woche im Reiseradio (www.reiseradio.org) die akustischen Bissigen Bemerkungen. Die wurden nämlich unmittelbar nach dem „Gipfel“ aufgenommen. Da kommt meine Originalstimmung klasse rüber und weitere Kommentare zu den Reden von Wowereit und Gabriel.
Außerdem ist noch mehr Gipfel drin, auch ein Interview mit Dr. Peter Raumsauer. Ich selbst habe es noch nicht gehört, wahrscheinlich werde ich diese Stelle im Reiseradio überspringen. Aber wer nicht in Berlin war, kann es sich ja gönnen.

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Deutsche Kultur auf der Hotelrechnung

Wie sagte schon Murphy, der Freund der in Büros arbeitenden Menschen: „Wenn eine Sache schief geht, geht sie von Anfang bis Ende schief“.

Schauen wir uns doch einmal die Geschichte mit der Senkung der Mehrwertsteuer für Hotels an. Bewusst wird hier der Begriff „für Hotels“ verwendet und nicht die übliche Bezeichnung „für Hoteliers“, denn auf Hoteliers wird bislang noch keine Mehrwertsteuer erhoben – bislang jedenfalls. Andererseits ist Senkung „für Hotels“ auch wieder nicht richtig, denn die Mehrwertsteuer wird nur für bestimmte Leistungen gesenkt. Kurzum, das umzusetzen war schon schwierig genug, politisch und praktisch.

Jetzt kommen die gierigen Haushälter vieler Stadtverwaltungen ins Spiel. Die wollen von der Mehrwertsteuersenkung etwas abhaben, zumindest 5%-Punkte. In vielen Städten soll deshalb jetzt eine entsprechende Steuer erhoben werden, manchmal Bettensteuer genannt (wiederum falscher Begriff, es wird ja nicht das Bett, sondern die Übernachtung besteuert), manchmal auch Kulturtaxe genannt. Hier hat die Stadt Hamburg eine schöne Verwendungsregelung gefunden, nur 75% sollen in die Kultur fließen und 25% in das Hamburg-Marketing. Jetzt soll der Gast noch Geld dafür zahlen, damit man andere zum Besuch der Stadt werben kann. Natürlich wird auf die Kulturabgabe auch wiederum Mehrwertsteuer erhoben. Logo.

Und jetzt kommt der Clou. Das ganze muss wiederum getrennt auf der Rechnung ausgewiesen werden, denn so heißt es beispielsweise in Köln: „Der Geschäftsreisende kann sich die Kulturförderabgabe von der Stadt Köln auf Antrag erstatten lassen. Den dazu notwendigen Antrag gibt es an der Rezeption des Hotels“. Also erst zahlen, dann per Antrag erstatten lassen. Das sichert Arbeitsplätze in der Verwaltung, aber leider nicht in der Hotellerie.
Jetzt haben Hotels in der Großstadt auch viele fremdsprachliche Geschäftsreisende. Für die gilt natürlich die gleiche Erstattungs-Regelung. Aber, die Provinz lässt grüßen, als nun ein Hotelier darum bat, dieses Erstattungsformular bitte in mehreren Sprachen zur Verfügung zu stellen, am Anfang zumindest in Englisch, wurde solches Ansinnen von der Stadt Köln abschlägig beschieden. Man habe dafür keine Kapazität (vielleicht auch keine Sprachkenntnisse) diese Arbeit zu leisten. Die Hoteliers mögen doch die Übersetzungsarbeit für ihre fremdsprachlichen Kunden selbst leisten.

Das wird den zumeist zeitkritischen morgendlichen Check out in den Hotels aber beflügeln. Also erklärt der Hotelangestellte morgens seinen ausländischen Gästen die Hotelrechnung:
„Übernachtungspreis und alle anderen Kosten (wie Frühstück, Parken, WLAN usw.) müssen wir getrennt ausweisen, dann kommt der jeweils richtige Steuersatz hinzu. Dann addieren wir eine Kulturabgabe plus erneut Mehrwertsteuer hinzu. Letzteres mein lieber Gast, falls Sie geschäftlich unterwegs sind, müssen Sie nicht so ernst nehmen, Sie können sich nämlich diese Kosten wieder erstatten lassen. Dazu müssen Sie nur dieses kleine Formular ausfüllen. Ach, Sie können das nicht lesen. Nein, in Englisch gibt es dieses Formular nicht. Aber alles kein Problem, wir übersetzen Ihnen das, die hinter Ihnen stehende Gäste warten gerne so lange. Wieso wir Kultursteuern erheben, um sie anschließend wieder zu erstatten? Ja, so ist halt deutsche Kultur, zumindest in der Bürokratie“.

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) erklärt diese Woche TUI-Hotelboss Karl Pojer wie heute „Robinson-Urlaub“ funktioniert. Anschließend wird ein Club vorgestellt der Robinson-Feeling durch und durch vermittelt: Robinsonclub Malediven! Und wie immer noch einiges mehr.

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Wer möchte einen eigenen Flughafen haben?

Nicht jede Nachricht, die man so während des Sommerlochs liest, darf man ernst nehmen. Früher war es das Ungeheuer von Loch Ness, das regelmäßig in den Sommermonaten die Zeitungsspalten füllte. Dann entdeckten die parlamentarischen Hinterbänkler die Chance im Sommerloch mit manchem Quatsch in die Medien zu kommen, wie beispielsweise „die Deutschen sollen weniger ins Ausland reisen“ oder sogar „überhaupt weniger Urlaub“ machen. Wer jetzt die Supermeldung über die Eröffnung eines „internationalen Flughafens in der Nähe von Magdeburg“ in die gleiche Schublade gesteckt haben sollte, hätte zwar einerseits intelligentes kritisches Denken bewiesen, aber andererseits gewaltig unterschätzt für welchen Unsinn Politiker bereit sind Geld auszugeben.

Magdeburg-Cochstedt so nennt sich der Flughafen, der sich (Zitat) „national und international etablieren will“. Die Pressemeldung der Betreibergesellschaft Airport Development A/S beweist auch die entsprechende Fachkunde. So sollen „ab Oktober von Cochstedt aus mehrmals wöchentlich Flugziele in Richtung Süden abheben und zunächst sollen drei Urlaubsorte angeflogen werden“. ???
Na, ja, die Urlaubssaison ist zwar schon so gut wie zu Ende, aber vielleicht hat man in der Gegend von Cochstedt eine ganz eigene zeitliche Präferenz in Urlaub zu gehen.
Fragt man bescheiden nach, wohin die Flüge gehen sollen, erhält man die lustige Antwort, die „genauen Flugziele würden in Kürze bekannt gegeben“. Ist auch nicht so schlimm. Es sind ja noch ein paar Tage Zeit bis dahin und ein gewisser Überraschungseffekt kann marketingmäßig nicht schaden. Vorschlag der BBBs: Keine Ziele bekannt geben, sondern die Passagiere erst nach Abheben des Flugzeuges damit überraschen.

2011 sollen dann „mehrere europäische und internationale Ziele“ hinzukommen. Leider konnten die BBBs in der Kürze der Zeit den konkreten Unterschied zwischen europäischen und internationalen Zielen nicht herausfinden.

Eines könnte man aber sofort feststellen, wie viel Geld die bisherigen Bemühungen gekostet haben, einen Flughafen zu eröffnen, den urlaubsmäßig garantiert niemand braucht. Eine Pleite gab es schon in 2000, angeblich sollen bis dahin 60 Mio. Euro versenkt worden sein. Im Zweifel waren es eher deutlich mehr.

Das erinnert an einen anderen in der Nähe liegenden „Weltflughafen“: Leipzig-Altenburg. Wie hatte der Landrat des Landkreises Altenburg-Land in 2009 so putzig formuliert: „Ich wünsche mir für meinen Flughafen Altenburg viele internationale Investoren. Ich denke, dass ein Airport Made in Germany, der eine mittelfristig gute Geldanlage sein wird, international auf Interesse stoßen wird“. Und da wurden auch schnell 650.000 Euro Marketingzuschuss locker gemacht, damit Ryanair von dort aus ein wenig umherfliegen kann. Mit diesem Geld könnten alle Passagiere per Taxi zu einem richtigen Flughafen anreisen.
Und die Problematik eines „Großflughafens“ wurde vor kurzem deutlich, als einer der seltenen Anflüge umgeleitet werden musste, weil kein Fluglotse im Tower war. Schuld: „Unklare Dienstplanung“. Bei diesem Riesenbetrieb kann man schon mal die Übersicht verlieren.

Dabei müsste man nur bei den seit Jahren kämpfenden kleineren Flughäfen in
Deutschland (z.B. Memmingen) mal anrufen, um sich ein klein wenig Fachkenntnisse über die Beschäftigungsproblematik dieser Mini-Flughäfen zu beschaffen.
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Die Bissigen Bemerkungen haben zwar eine erfreulich große Leserschar, jedenfalls mehr Leser als o.g. Flughafen Passagiere, aber noch viel Potenzial im Vergleich mit den ganz großen Blogs dieser Republik. So wurden die BBBs der vorletzten Woche („offener Brief an die BILD-Zeitung“) zwar schon zu Wochenbeginn gut nachgefragt, aber als ein Leser freundlicherweise diese Bissigen Bemerkungen in den BILD-Blog einstellte, ging es richtig rund. Innerhalb von zwei Tagen wurden 160.000 Klicks registriert, über 10.000 Leser waren tatsächlich auf den Seiten der Bissigen Bemerkungen und schauten sich insgesamt 35.000 Seiten „Bissiges“ an. Für eine solche Marketinghilfe sei hier Danke gesagt.

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Wie immer sei noch auf das Reiseradio (www.reiseradio.org) verwiesen. Nach den Interviews letzter Woche zur Flusskreuzfahrt geht es diesmal zur Hochsee mit allerlei Nachrichten rund um die AIDA.

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Die Touristikkonzerne streiten sich um Krake Paul

Da investieren die touristischen Planer der Touristikkonzerne viel Zeit und Geld um vorherzusagen, welche Zielgebiete in der nächsten Saison die Renner sein werden. Leider oft vergeblich. Aber jetzt naht die Rettung in Person eines Tintenfisches aus dem Oberhausener Aquarium Sealife, salopp „Krake Paul“ genannt. Achtmal hintereinander das richtige Siegerland zu nennen, das kann kein Zufall sein.
TUI, Thomas Cook und REWE wollen sich die Dienste des seherischen Tintenfisches sichern, die Entlassungspapiere der Mitarbeiter in den jeweiligen Planungsabteilungen sind angeblich bereits vorbereitet. Die Gehaltsgebote für Paul (in Kilogramm Muschelfleisch) werden stündlich gesteigert. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, wird bereits überlegt, Paul neutral beim DRV einzusetzen.
Übrigens hat so ein Riesenkrake kein Rückgrat im klassischen Sinne, die Gehirnmasse ist extrem klein und die „Tintenmasse“ die ausgestoßen wird, dient eigentlich nur der Nebelbildung um Konkurrenten/Angreifer zu bluffen. Kurzum er besitzt neben seinen seherischen Fähigkeiten auch das klassische Bürorepertoire.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) finden Sie diese Woche u.a. Interviews mit Sören Hartmann (REWE), Peter Wennel (Aldiana) und Boris Raoul (FTI), die alle in ihrem „früheren Leben“ auch mal für TUI oder Thomas Cook gearbeitet haben. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen werden einige Zahlen für den Deutschland-Tourismus gerade gerückt und die DZT bedauert. Außerdem wird gerätselt warum ausgerechnet der Tourismus in die Hauptstadt sich so gut entwickelt hat.

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4:1. Klasse!

Die Engländer haben zwei wichtige Dinge erfunden: den preiswerten Massentourismus und den Fußball. Während beim Tourismus die Deutschen (unverständlicherweise) den Engländern noch das Gefühl geben sie hätten in London mehr Ahnung vom Tourismus als in Deutschland, ist im Fußball die neue Ordnung hergestellt.
Beweis:
Am 29.6.2009 wurde Deutschlands U21 Fußball-Europameister mit 4:0 gegen England.
Fast auf den Tag genau ein Jahr später gewinnt Deutschland das WM-Achtelfinale gegen England mit 4:1.
Dazwischen, am 10.9.2009, wurden Deutschlands Fußballfrauen Europameister gegen England mit 6.2.

Liebe BBB-Leser, denkt Ihr der Deutsche Fußballbund käme nun auf die Idee seine Zentrale von Frankfurt nach London zu verlegen? (zum Verstehen dieser Frage siehe die Bissigen Bemerkungen vom 8.1.2007 „Endlich aufgedeckt: Die Geschichte vom Trojanischen Pferd beim Kauf britischer Touristikfirmen“).

Und wenn wir gerade bei Fußball und Tourismus sind: Die „Onliner“ wollen immer so kreativ sein, aber die Werbung von „Ab-in-den-Urlaub-de“ mit Michael Ballack ist wohl die langweiligste Werbung seit langem. Dagegen wirken Jogi Löw und früher Rudi Völler direkt spritzig.

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Der Reiseradio www.reiseradio.org ist diese Woche sehr TUI geprägt. Dr. Böttcher lobt die Pauschalreise (haben die Veranstalter lange vernachlässigt) und erklärt die Sonnengarantie. Karl Pojer erläutert die Erfolgsstory von Fleesensee und Airtours-Chefin Feld-Türkis stellt vor was sie unter neuem Luxus versteht.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es darum wie man sich ein besseres Zimmer im Hotel herbei „tweeten“ kann und wird über den Niedergang eines Luxushotels gelästert. Außerdem geht es um den Mut (oder Selbstbewusstsein?) von Frau Feld-Türkis, ihre persönliche Email-Adresse allen Airtours-Kunden bekannt zu geben.

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Die ITB der Breitmaulfrösche und eine verpatzte Award Feier

Wie unterschiedlich reagieren Banker und Touristiker wenn sie „glauben“ das Ende der Krise sei gekommen? Die Banker zocken wieder und die Touristiker feiern wieder.
Ach war das (endlich) wieder schön dieses Jahr auf der ITB. Alle liefen herum und grinsten freudig, dass man meinten konnte, man wäre auf dem Jahresausflug der Breitmaulfrösche. Die Anzahl der Partys war deutlich erhöht, die Stimmung unvergleichlich besser als im letzten Jahr und jedes kleine Pluszeichen wurde als Indikation „verehrt“, dass es dem Patient wieder besser ginge. Wobei man ja weiß, wie Touristiker solche Pluszeichen „erstellen“. Da wird der Tageseingang oder Wocheneingang von Minizielen gegenüber Vorjahr oder Vorwoche oder auch mal Kreuz oder Quer verglichen. Irgendwie gibt es immer etwas Positives zu erkennen und mit Prozent-Rechnen kann man schließlich alles so erklären, wie man es gerade mal brauchen kann. Hauptsache die Presse greift es auf und das tat sie dieses Jahr zur Genüge.

Insofern war es in diesem Jahr nicht so einfach etwas zum Beißen zu finden. Und der berichtenswerteste Flop fand streng genommen sogar vor Beginn der ITB statt: Die „Award Night“ des Travel Industry Clubs. Eigentlich waren und sind die BBBs überzeugt, dass die Idee des Travel Industry Clubs eine gute und unterstützenswerte Ist. Aber bekanntlich ist „gut gemeint“ nicht immer identisch mit „gut gemacht“. Oder noch schlimmer, langsam muss man nachhaltig daran zweifeln, ob Touristik-Manager das richtige Publikum für eine solche Veranstaltung sind. Für Networking sind die Touristiker sehr gut geeignet, sogar ausgesprochen prädestiniert dafür. Für eine Preisverleihung aber fehlt überwiegend das Interesse und bei einigen muss man auch Defizite an richtigem Benehmen anmelden.

Hinsichtlich der eigentlichen Preisverleihung kann man höflich anmerken, dass noch viel Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Im Mittelpunkt einer solchen Veranstaltung sollten die zu Ehrenden stehen und nicht die Sponsoren (das war noch schlimmer als Werbeunterbrechungen beim Privatfernsehen). Man könnte noch etliche andere Wegfall-Punkte nennen um die Veranstaltung abzukürzen. Merke: Touristiker sind offensichtlich nicht in der Lage sich länger als eine Stunde ruhig zu verhalten!
Besonders peinlich und unverzeihlich war, einem Auszuzeichnenden das falsche Unternehmen zuzuordnen (Mario Kubsch „von Traveltainment“).

Aber wirklich schlechtes Benehmen muss man wiederum dem anwesenden Manager-Publikum attestieren. Die Ankündigung „jetzt kommt ein dreiminütiges Musikstück“ wurde von fast der Hälfte des Publikums zum Anlass genommen, unwiederbringlich den Saal zu verlassen. Das war eigentlich eine Ohrfeige für den Veranstalter. Der danach von außen immer stärker anschwellende Lärmpegel erinnerte stark an die Veranstaltung vor zwei Jahren, als der damalige Keynote-Speaker Schirrmacher (FAZ) deswegen seine Rede abkürzte (siehe BBB „Peinlich, peinlich, peinlich“ vom 22.9.2008). Einen ähnlich schlechten Eindruck dürfte in diesem Jahr die Referentin des Abends, die Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Renate Künast, mitgenommen haben. Während sie tapfer in der ersten Reihe ausharrte, leerten sich hinter ihr die Reihen und der Lärm von draußen war bis in die erste Reihe zu hören.

Die Verleihung des wertvollsten Preises, des „Lifetime Awards“ zur späten Stunde war dann sowohl hinsichtlich der beabsichtigten Bedeutung des Preises wie auch des zu Ehrenden nicht mehr angemessen. Ein Glück, dass Laudator Robert Salzl seine ganze persönliche Klasse in eine hervorragende Rede einbrachte und man damit wenigstens zum Schluss sehen konnte, wie man „so etwas“ auf hohem Niveau machen kann.

Nachtrag: Wirklich überraschend und ausgesprochen sensationell war aber die SMS, die der Travel Industry Club am nächsten Morgen an die Teilnehmer des Abends verschickte. Darin entschuldigte er sich für die Überlänge des Abends (und für ein bisschen mehr). Damit konnte der Veranstalter das „Ergebnis“ zwar nicht mehr auf Sieg, aber zumindest noch auf „Unentschieden“ verbessern. Dafür gebührt ein großes Kompliment.

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ITB 2010 – „Same procedure as every year“ oder hat noch jemand einen Joker in der Tasche?

Schon wieder ITB (Internationale Tourismusbörse in Berlin)? Warum eigentlich? Ach so, die ITB gehört zur Branche, wie das Gaggern zum Eierlegen. Na, dann mal los, mit dem Gaggern, die ITB ist das ideale Forum dafür.

Leider hat Google einen Frühstart hingelegt. Die Meldung „Reisesuche im Web läuft prächtig“ hatte ITB-Format. Da hat Google mal so richtig auf die Pauke gehauen. „Suchanfragen, die typisch für die Einleitung konkreter Buchungsschritte sind“, das klingt gut. Sagt ja auch der „Head of Travel bei Google“. Das ist ein toller Titel, aber offensichtlich mehr Travel als Head.
Und das sind laut dieser Meldung die Super-Suchtrends:
„Pauschalreisen günstig“ plus 750 Prozent
„Flüge vergleichen“ sogar plus 917 Prozent
Was müssen das vorher für mickrige Zahlen gewesen sein, wenn man die so steigern kann? Aber solche prozentuale Steigerungen geben für die Berichterstattung eine Menge her, sind sie auch noch so absurd.

Dabei könnte die wirklich wichtige Meldung ungefähr so lauten:
„Die bereits bekannten Trends beschleunigen sich“.
- Polarisierung der Nachfrage wird noch stärker. Das untere Segment und das obere wachsen weiter. Gähn, gähn – ach wie langweilig. .
- Es wir noch mehr Spätbucher geben als letztes Jahr. Gähn, gähn – wie langweilig.
- All Inklusive wird noch weiter wachsen. Gähn, gähn – wie langweilig
Sorry, ist aber leider so. Interessiert aber nicht.
Dann versuchen wir es mal damit:
- Die Pauschalreise lebt noch. Ach was, das passt aber gar nicht in die Neuzeit.
- Die Reisebüros leben auch noch, die Veranstalter wollen sogar noch welche dazu erwerben. Ach was, das passt aber gar nicht in die Google-Zeit.

Ob ich noch zur ITB gehe? Na klar, will ja „mitgaggern“.
Deshalb müssen die BBBs noch schnell ein paar ITB-Meldungen erfinden:

Meldung 1: Die Kontrolle an den Eingängen der ITB wird dieses Jahr vom Personal des Flughafens München durchgeführt. Vor allem wenn Schichtwechsel ist, kann man auf die Messe mitschleppen was man will.

Meldung 2. Lufthansa wird bekannt geben wie der neue A380 heißen soll. Bekanntlich sind (wahrscheinlich durch Manipulation) innerhalb von 48 Stunden 8.000 positive Bewertungen für den Namen „Stalingrad“ eingegangen. Das will aber Lufthansa nicht gelten lassen. Jetzt soll der Super-Jet auf den Namen „Silke Kohlschitter“ getauft werden. Das ist die taffe Arbeitsrichterin vom Arbeitsgericht Frankfurt, die eigentlich LH-Management und VC-Cockpit blamiert hat, weil sie vormachte, wie man Einigungsgespräche sinnvoll führt. Besser kann sich LH nicht bedanken, dass sie Millionen an Streikkosten gespart hat.

Meldung 3: Der Fugzeughersteller Airbus sucht bekanntlich einen Käufer für seinen Toilettenhersteller Dasell. Auf der ITB wird die Bundesregierung bekannt geben, dass sie kaufen wird. Mit ihrem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ hat sie soviel „Sch….“ gebaut, dass professionelle Entsorgung benötigt wird.

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Der „beste Job der Welt“ mit Nebenwirkungen

Es sollte angeblich der beste Job der Welt sein, quasi „bezahltes Nichtstun“, den der australische Bundesstaat Queensland mit einer beispielslosen Werbekampagne anpries (siehe BBBs vom 12.10.2009 „Guerilla-Marketing“). Und die Rechnung schien auch aufzugehen, denn innerhalb kürzester Zeit verzeichnete die Webseite 3 Mio. Besucher, die bei dieser Gelegenheit dann mit den Schönheiten des Barrier Reefs „gefüttert“ werden konnten.
Jetzt ging der Super-Job zu Ende. Dummerweise wurde wenige Tage zuvor, der bis dato glückliche Gewinner, beim Jet-Ski-fahren, von einer winzigen Irikandiji-Qualle gestochen. Fieber, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Engegefühl in der Brust, Bluthochdruck und letztlich eine Untersuchung im Krankenhaus waren das unschöne Ende des Aufenthaltes. Und dank des Online-Tagebuches, das der Gewinner als einzige Arbeit führen musste, wissen jetzt alle weltweit, dass es neben den Schönheiten am Barrier-Reef auch unangenehme Begleiterscheinungen geben kann.
Da freuten sich dann alle Nicht-Gewinner und auch jene, die ohnehin woanders ihren Urlaub verbringen wollen

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