Archiv für Qualitaetsmanagement

Um künftig einen großen Reisekonzern zu führen darf man auch „green“ hinter den Ohren sein.

Wir müssen es zugeben, die Bissigen Bemerkungen haben sich ein klein wenig geirrt. Am 2.1.2012 behaupteten wir (siehe BBB: „Erste Personalentscheidung in 2012 gefallen“), der neue Chef von Thomas Cook käme von der Hypo Real Estate. „Er verfüge über keinerlei Erfahrung im Reisegeschäft“, aber er bringe dafür etwas anderes mit. Er wisse, „wie man überraschend 55 Mrd. Euro im eigenen Haus findet“.

Andererseits, zumindest mit dem ersten Teil der Vorhersage haben die BBBs richtig gelegen. „Keinerlei Erfahrung im Reisegeschäft“ scheint wohl bei Thomas Cook und vielleicht demnächst auch an anderem Ort, ein wichtiger Bestandteil der Stellenbeschreibung für den absoluten Topjob zu sein. Schade für die vielen qualifizierten Manager/-innen aus der Führungsebene darunter, die Einfahrt nach ganz oben ist nicht möglich. „Auf keinen Fall Fachkenntnisse“ ist ja auch seit Jahren ein „probates“ Mittel für die Besetzung von Ministerämtern.

Jetzt soll es Harriet Green bei Thomas Cook richten. Keinerlei Erfahrung im Reisegeschäft, keinerlei Erfahrung in einem Großkonzern (zuletzt bei einem Mittelständler gearbeitet), keinerlei Erfahrung im Verkauf an Massenkunden (zuletzt Bauelemente an Ingenieure verkauft), da „stimmt einfach alles“. Aber die neue Chefin hat ausgezeichnete Kontakte zur Londoner Finanzwelt („dafür nutze ich ein Drittel meiner Zeit“), dann war ja der BBB-Hinweis am 2.1.2012 auf die HRE-Bank nicht so sehr daneben.

Ach ja, Konzernumbau, der soll künftig im Mittelpunkt stehen. Wie bitte, Konzernumbau? Bei Thomas Cook ist doch schon alles umgebaut, da werden schon die Umbauten umgebaut. Da ist nichts mehr original. Fast wie bei einer gealterten Diva, bei der nach unzähligen Schönheitsoperationen nichts mehr echt ist. Wenn sie mit den Augen klimpert, wird zwangsläufig der Mund aufgerissen.

Also nochmals was schon in den BBBs vom 30.5.2005 beim Amtsantritt des damaligen Thomas Cook-Chefs Thomas Holtrop (siehe BBB: „Um bei Thomas Cook zu arbeiten, sollte man schmerzunempfindlich sein“) als Resümee stand:
„Wieder mal wird die Touristik „neu erfunden“ mit mehr Internet, weniger Reisebüro und weniger Mitarbeitern. Davon hatte schon Ex-Karstadt-Chef Urban geträumt: Dienstleistung ohne Mitarbeiter“.

Kommen wir auch noch mal auf die Bissigen Bemerkungen vom 2.1.2012 zurück. Da stand zum Schluss:
Kannste keinen Scheich an dich binden,
musste die „Kohle“ eben selber finden.
Diese Arbeit haben die Londoner Finanzfuzzies der Thomas Cook auf eine nicht gerade kreative Art und Weise gelöst. 19 Flugzeuge wurden verkauft und wieder zurück geleast. Das hat doch schon einmal einer der „ganz großen Manager“ mit den Karstadt-Kaufhäusern gemacht und dabei gleich das Totenglöcklein über die Tür genagelt.

Mir tut nur meine „alte Condor“ leid. 17 der verkauften Flugzeuge stammen nämlich von Condor. Die über Jahrzehnte mühsam erarbeitet Substanz ……? weg, futsch, auf nimmer Wiedersehen. Das muss extrem frustig für das Condor-Management sein.
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Von „Umbau“ hatte wohl auch der baden-württembergische Landeschef der Grünen (grün, nicht green) Chris Kühn „etwas gehört“. Wie ist es sonst zu erklären, dass er mit einer Axt im Handgepäck von Berlin zurück ins Ländle fliegen wollte. Da er, anders als seine Bundeschefin, nicht unkontrolliert an der Sicherheitskontrolle vorbei laufen darf, „fiel die Axt auf“. Sie war zwar nur aus Kunststoff, aber sie musste (richtigerweise) trotzdem extra als Sportgepäck aufgegeben werden.

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Neuer Geniestreich von Ramsauer

Erfahrene BBB-Leser werden diesen Namen schön länger vermisst haben: Peter Ramsauer, spezieller „Freund“ der Bissigen Bemerkungen. Sein Engagement für Bahnhofstoiletten haben wir an dieser Stelle schon mehrfach „gewürdigt“, ebenso wie sein Nicht-Kümmern um das elementarste Flugproblem Europas: Single European Sky. Aber jetzt hat Ramsauer wieder mal mit einer epochalen Entscheidung von sich reden gemacht.

Aber zuvor müssen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen, sicherheitshalber darauf aufmerksam machen, dass heute nicht der 1. April ist. Denn als Aprilscherz, hätte die Entscheidung von Ramsauer alle Chancen einen Top-Platz zu belegen. Aber wir befinden uns kurz vor Jahresende. Vielleicht wollte Ramsauer so kurz vor Schluss nochmals mit einem richtigen Paukenschlag in die Presse gelangen. Kommen wir also zur Sache.

Das Bundesverkehrsministerium hatte einen Wettbewerb zum Thema „Erfolgskonzepte in der kommunalen Straßenerhaltung“ ausgerufen. Ziel des Wettbewerbs war es, innovative und beispielhafte Ideen und Lösungen zu finden, mit denen bereits heute Kommunen in Deutschland den Verfall ihrer Straßen bekämpfen. Neben vier anderen Städten wurde auch die Stadt Ratzeburg ausgezeichnet. Und jetzt raten Sie mal für welche Innovation?
Die Stadt Ratzeburg wurde ausgezeichnet für Ihr Konzept „Lesungen auf Straßenbaustellen“. Zitat Ramsauer anlässlich der Preisverleihung, die er natürlich persönlich vornahm: „Ich freue mich, dass die Kommunen neue Ideen zum Straßenerhalt entwickeln und erproben.“

Leider wurde nicht überliefert, worin nun die Genialität der Ratzeburger Idee besteht. Übertragen die Ratzeburger ihre Lesungen mit überdimensionalen Lautsprechern, damit es den wartenden Autofahrern kurzweiliger vorkommt? Nein, das muss schon mehr sein, schließlich geht es um das Thema „Straßenerhalt“.
Na klar, ganz einfach, man muss nur darauf kommen. Die Ratzeburger lesen ihre Straßenprobleme einfach weg. Kann doch sein, man „bespricht“ ja auch Warzen, damit sie verschwinden. Einmal „hokus pocus fidipus“ gesagt und flugs ist der Straßenschaden verschwunden. Sicherlich wird aus dem Buch von Elias Piluland gelesen (1634 erschienen), in dem der Begriff des hokus pocus erstmals auftauchte. Der deutsche Titel lautete übrigens „Hokus Pocus oder Taschen-Spieler“. Nicht, dass da jemand persönlich gemeint sein sollte. Laut wikipedia (ausnahmsweise mal zitiert) steht „Hokuspokus“ auch für „großes Getue um nicht erkennbare Taten“.
Liebe Leserinnen und Leser, falls Sie diese Woche Probleme im Arbeitsalltag haben, starten Sie die Problemlösung doch auch einmal mit einer kleinen Lesung (vielleicht aus dem Buch von Guttenberg „Vorerst gescheitert“, natürlich mit Betonung auf „vorerst“).

Fast zur gleichen Zeit mit der Preisverleihung wurde der Etat 2012 von Peter Ramsauer im Bundestag verabschiedet. Stolz verkündete der Minister: „Verlässlich hohe Investitionen in die Bereiche Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bedeuten mehr als Asphalt und Beton. Sie sichern Wachstum und Wohlstand in unserem Land“. Und in der Tat steht mehrjährig jetzt eine Milliarde zusätzliche Investitionsmittel zur Verfügung. Die Freude darüber legt sich allerdings etwas, wenn man sich die Mittelzuteilung ansieht: 600 Millionen mehr gehen in den Straßenbau (wie viel davon in Lesungen?) und nur 100 Millionen mehr entfallen auf die Schiene. Ökologische Orientierung sieht jedenfalls anders aus.

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Da lacht der Reiserechtler

Als die Hong-Kong Airlines mit neun Stunden Verspätung in Hongkong landete, weigerten sich 80 Passagiere auszusteigen. Ihrer Meinung nach waren die von der Fluggesellschaft angebotenen (umgerechnet) 38 Euro für neun Stunden Verspätung zu wenig. Besonders hartnäckig waren 21 Passagiere, die fünf Stunden im Flieger ausharrten und ihren Prostest noch weitere drei Stunden am Flughafen fortsetzten. Als die Airline die Ausgleichszahlung auf (umgerechnet) 114 Euro erhöhte, waren die Protestler zufrieden. Na ja, 76 Euro für 8 Stunden Protest, ergibt nicht gerade einen überragenden Stundenlohn.

Natürlich kann es auch wesentlich schlimmer kommen. Die Fluggäste, die mit der österreichischen Comtel-Air-Maschine vom indischen Amritsar nach Birmingham fliegen wollten, wurden bei der Zwischenlandung in Wien massiv genötigt zusammen 20.000 Pfund (23.400 Euro) zusammenzulegen um die Tankrechnung für den Weiterflug zu zahlen. Filmaufnahmen aus der Maschine zeigen, wie das Kabinenpersonal darauf bestand: „Sie müssen zahlen!“ Man benötige „ein bisschen Geld um das Kerosin, den Flughafen und einiges andere zu bezahlen“. Pro Kopf musste jeder Passagier (Kleinkinder ausgenommen) rund 150 Euro zahlen. Vier Passagiere, die kein Bargeld dabei hatten, sind von der Besatzung zu einem Geldautomaten am Flughafen eskortiert worden. Wenn man obigen Stundenlohn als Maßstab nimmt, hätte die Fluggäste nach der Landung 16 Stunden im Flugzeug ausharren müssen um wenigstens ihre Ausgaben erstattet zu bekommen. Haben sie aber nicht, denn das Flugzeug hatte bei der Landung nicht neun Stunden Verspätung, sondern drei Tage!!!
„Sehr lustig“ war übrigens der Kommentar des Airline-Sprechers. Der meinte, das „sei nicht sein Problem, sondern ein Problem des Veranstalters Skyjet, der das Geld für diesen Flug nicht an die Airline überwiesen hätte“.

Ja liebe Reiserechtler, das sind doch zwei schöne Streitfälle für Euch.

Im Windschatten dieser Gruselmeldungen ging eine nicht unproblematische Lufthansa-Meldung unter. In der Financial Times war zu lesen: „Lufthansa schickt Leiharbeiter in die Kabinen“. Hoffentlich kommen die nicht von einem Inkasso-Unternehmen. Und, wann wird es die ersten Leiharbeiter auf Vorstandsebene geben?

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Mehr Qualität bei den Tourismusanbietern gefordert

Thomas Cook-Deutschlandchef Peter Fankhauser hat bei seiner Programmvorstellung angeprangert, dass in der Touristik jeder mitspielen darf ohne Qualitätsnachweis. Wenn er damit eine grundsätzliche Qualitätsdebatte lostreten wollte, kann man nur sagen: Gut gebrüllt Löwe, leider ein paar Jahre zu spät.
Die Großveranstalter haben in den letzten Jahren fast tatenlos zugesehen, wie Preisvergleichssysteme immer mehr den Verkauf bestimmten. Wenn man bösartig sein wollte (was die BBBs ja nie sind) könnte man auch sagen, einige Branchenparasiten ohne eigenen Content, bestimmten immer mehr die Spielregeln. Einige der Traditionalisten passten sich derart an, dass sie eigentlich elementare Teile aus dem Paket herausnahmen, um im Preisranking nach vorne zu kommen. Das waren die eigentlichen Vorläufer der X-Angebote.

Wenn man Branchenführer ist (und damit meine ich zumindest alle drei Großveranstalter), dann muss man auch die Branche führen. Das wurde in den letzten Jahren vernachlässigt. Nur der kurzfristige Blick auf das eigene Ergebnis zählte. Branchenführer zu sein ist ja nicht nur ein Ausdruck von Größe. Sonst würde es „Branchengrößter“ heißen. Aber „Branchenführer“ zu sein, bedeutet die Branche auch strategisch zu führen und Missentwicklungen möglichst gleich im Keime zu ersticken. So tummelten sich aber links und rechts neben den Etablierten immer mehr Hinz und Kunz, deren einzige Leistung darin bestand, technisch fixer zu sein als die Großen und lachten sich über deren tatenloses Zuschauen fast tot. Aber nur im Preiskampf kann man gegen die Newcomer nicht bestehen. Eigentlich hat man da sogar die geringsten Chancen. Und gerade die Thomas Cook-Hauptmarke Neckermann befeuerte über viele Jahre das Thema Preis in besonderem Maße.
So versäumten jene, die Zugriff auf die meisten Hotels und fast komplett Zugriff auf das Flugprogramm haben, hier die Tür zuzumachen, zumindest nur noch einen kleinen Spalt offen zu lassen.

In Folge der X-Veranstalter sind dann zusätzlich fast unanständige Stornierungsregeln ins Spiel gekommen. Dieser Zeitpunkt wäre die letzte Chance gewesen noch dagegen zu halten. Vertan! Die Bissigen Bemerkungen haben sich ihren Frust über die X-Veranstalter in den BBBs vom 6.12.2010 „Als der liebe Gott auf die Reisebürobranche sauer war – (k)eine Weihnachtsgeschichte“ von der Seele geschrieben.

Schön, dass jetzt auch andere wach werden (obwohl selbst Täter).
Lieber später als nie? Leider nein, jetzt heißt es: „Wer zu spät reagiert, den bestraft das (touristische) Leben“.

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Nachlese:
In den BBBs der letzten Woche behaupteten wir im „Service Champion 2011“ würde der beste Autohersteller (Audi) erst auf Platz 24 liegen. Dies ist leider falsch. Wir hatten übersehen, dass auf Platz 5 Seat (nach drei Tourismusanbietern) und auf Platz 13 Mazda liegt. Das ändert allerdings nichts an der grundsätzlichen Feststellung, dass die Touristik in diesem Vergleich als beste Branche abgeschnitten hat. Umso unverständlicher, dass es ihr nicht gelingt diese „Kraft auf die Straße“ bzw. „als Empfehlung an die Kunden“ zu bringen. Dann wäre die aktuelle Diskussion, siehe oben, hinfällig.

Zum Thema Schlecker (siehe ebenfalls BBBs von letzter Woche) erhielten wir eine Zuschrift, die uns richtig schmunzeln ließ. Ein BBB-Leser zitierte aus seinem Brief an Schlecker. Dort hieß es u.a. „Alle Schlecker-Filialen in meiner unmittelbaren Umgebung haben in den letzten Monaten dichtgemacht. Dies spricht für den hohen Bildungsstand meiner Wohnregion.“

Und noch eine Nachlese zu den BBBs vom 24.10.2011 „Die Grenzen von Crowdsourcing“. Dort hatten wir darauf aufmerksam gemacht, dass die fleißigsten Schreiber in Facebook nicht gleichzeitig die besten Kunden sein müssen. Hierzu gibt es jetzt einen interessanten Beitrag In Harvard Business manager vom 31.10.2011 (also gerade eine Woche später) mit dem Titel „Die Grenzen von Online-Feedback“. Hier wird genau auf das gleiche Problem aufmerksam gemacht. Die BBBs haben in der Zwischenzeit auch von Firmen gehört, die erschrocken waren, als sie ihre Power-Facebook-Freunde persönlich kennen lernten. Diese waren mit ihren echten Power-Kunden in keiner Weise identisch.

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Wie groß muss ein Quantensprung sein?

Die eine oder andere Managerrede kann einen schon belustigen, wenn man sich die eigentliche Bedeutung manch kraftvoller Worte vor Augen hält. So begeistert es die Bissigen Bemerkungen immer wieder aufs Neue, wenn das hochtrabende Wort „Quantensprung“ verwendet wird.
Wobei die Freude gleich doppelt ist. Zum einen muss man lächeln, weil mit diesem Begriff oft Kleinigkeiten (mit leicht aufgeplusterter Gebärde) als besonders großer Sprung verkauft werden sollen, zum anderen freut es den kundigen Zuhörer noch mehr, wenn er weiß, dass der Quantensprung im Sinne des Wortes eigentlich nur eine Kleinigkeit bedeutet.

Aus Höflichkeitsgründen verzichten wir auf die Aufzählung wer uns in letzter Zeit mit „seinem Quantensprung“ beeindrucken wollte, sondern kommen sofort zur Erläuterung. Bemühen wir ausnahmsweise mal Wikipedia, da finden wir:
„Ein Quantensprung ist definiert als kleinste anzunehmende Zustandsänderung. Da sich die Quantenmechanik mit atomaren und subatomaren Systemen befasst sind diese Übergänge sehr klein und in den meisten Fällen nicht mit einer qualitativen Veränderung des Gesamtsystems verbunden. Einfach gesagt ist ein Quantensprung eine Zustandsänderung in einem sehr kleinen System, also eine sehr kleine Änderung der Wirklichkeit. Umgekehrt ist jede noch so kleine Zustandsänderung immer ein Quantensprung, es gibt nichts kleineres“.

Liebe Leserinnen und Leser der BBB, das ist doch künftig fast wie bei des „Kaisers neue Kleider“ wenn man plötzlich auf den Kern manch großer Rede blicken kann. Umgekehrt können Sie selbst in Zukunft fast unscheinbare Weiterentwicklungen in Ihrem Arbeitsgebiet mit allerbestem Gewissen als „Quantensprung“ verkaufen. Und wird es bezweifelt, können Sie gleich eine Belehrung hinterherschicken. Das macht Eindruck.

Merke: Der „Quantensprung“ ist so aufregend wie der „Mentalitätswechsel“ und was sonst noch alles „vor der Tür steht“.

Und wenn wir gerade beim Spaß haben sind. Diese Erkenntnis war letzte Woche in einem Fachmagazin für Marketing zu lesen: „Ohne Fernseher kein Teleshopping“. Welch ein Quantensprung an Erkenntnis.
Und das war in einem Forum für Reiserecht zu lesen. Angeblich war in einer Rechnung von Dertour für eine Hotelbuchung für Leipzig (Sachsen) der Hinweis enthalten, man möge die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachten. Auch ein Quantensprung in der Weiterentwicklung der Reisehinweise beim AA.

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) wird im Gespräch mit Prof. Harald Zeiss, dem Leiter Nachhaltigkeitsmanagement bei TUI, der Frage nachgegangen, inwieweit All Inclusive-Anlagen Wertschöpfung im Urlaubsland bieten. Außerdem, was nur wenige Hörerinnen und Hörer aus eigener Erfahrung wissen, „wie lebt es sich als Kind in Hotellegenden?“. Die Chefin des Sacher in Wien und der Eigner des Baur au lac in Zürich, erzählen über die Herausforderungen einer Hoteliersfamilie.

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Konfuzius sagt …….

„Der Mensch hat drei Möglichkeiten klug zu handeln:
erstens durch Nachdenken, das ist die edelste,
zweitens durch Nachahmen, das ist die leichteste,
drittens durch Erfahrung, das ist die bitterste.“

Die Leserinnen und Leser der bissigen Bemerkungen können in den nächsten Tagen in ihrem Umfeld mal überprüfen, wer nach welcher dieser „Möglichkeiten“ regelmäßig arbeitet. Diese Woche ist den BBBs mindestens zweimal aufgefallen, dass vorheriges Nachdenken nicht jedermanns Sache ist.

Erinnern Sie sich noch an die Einführung der Luftverkehrsabgabe vor ca. einem Jahr? Wir wollen nicht mehr besonders erwähnen, dass die Bundeskanzlerin auf der 30-Jahrfeier von Air Berlin im April 2009 versprochen hatte „es wird hier keinen nationalen Alleingang geben“ (siehe BBB vom 19.7.2010 Luftverkehrsabgabe – ein weiterer Wortbruch der Regierung). Wir wollen auch nicht mehr besonders erwähnen, dass die danach folgende Festsetzung weder gerecht noch ökologisch ausgefallen ist. Erinnern wollen wir hier an dieser Stelle nur, dass viele Experten vorhersagten, dass diese Steuer auch gesamtwirtschaftlich ein Flop werden würde (Erkenntnis abgeleitet aus der Erfahrung in den Niederlanden, wo eine ähnliche Steuer relativ schnell wieder korrigiert wurde). Selbst der damalige Wirtschaftsminister Brüderle soll sich zweifelnd geäußert haben („die Einnahmenminderungen wegen Passagierrückgang könnten größer als die zu erwartenden Mehreinnahmen sein“) und einige Verkehrsexperten von CDU und FDP äußersten sich ähnlich kritisch (siehe BBB vom 1.11.2010 „Undankbare Verkehrspolitiker?“). Trotzdem haben sie alle der neuen Steuer zugestimmt.
Jetzt liegen die ersten echten Zahlen vor und diese zeigen Passagierrückgänge, insbesondere auf den grenznahen Flughäfen, und entsprechende Zuwächse auf der holländischen Seite.
Jetzt kommen die ersten Erkenntnisse danach (siehe Konfuzius). Besonders schlau (im Nachhinein) äußert sich nun der Finanzexperte Frank Schäffler (FDP): „Es war abzusehen, dass die Luftverkehrssteuer ihr Ziel nicht erreicht“ und der CDU-Tourismusexperte Jürgen Klimke fordert „diese Steuer muss wieder weg“. Aber zugestimmt haben sie alle. Und nun?

Ähnlich ist die Situation beim Körperscanner in den sich so viele „Sicherheitsexperten“ so nachhaltig verrannt haben. Auch hier haben die BBBs mehrfach gelästert (siehe u.a. BBB vom 4.1.2010 „2010 – ein Jubeljahr für die Nacktscanner-Fetischisten?“). Dass diese Scanner vieles „nicht sehen“, aber im Gegenzug viel zu oft Fehlalarm anzeigen, ist allgemein bekannt (siehe auch eigene Erfahrungen in den BBBs vom 20.9.2010 „Mein erstes mal ….. mit einem Bodyscanner“). Der Flughafen Zürich hat seine Scanner schon längst wieder abgebaut. Grundsätzlichen Gegenwind für die Scanner gab es auch von mehreren deutschen Flughäfen. Nur der arme Flughafen Hamburg musste sich mit den Scannern „herumärgern“, weil der damalige Innenminister de Maiziere unbedingt „eigene Erfahrungen“ (siehe Konfuzius) sammeln wollte. Da die ersten Ergebnisse nicht wie gewünscht ausfielen, wurde statt entsprechende Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, die Testperiode nochmals verlängert. Das Ergebnis lautet unverändert „unbrauchbar“ (auch wenn die offizielle Pressemitteilung das Ende mit viel Bla-Bla zu verschleiern versucht).

Aus Erfahrung lernen, wird auch eine Australierin. Ihr fiel beim Sex im Hotel ein Lampenschirm ins Gesicht und verletzte die Dame an Nase und Mund. Da der Vorfall während einer Dienstreise stattfand kam die Dame auf die nahe liegende Idee Entschädigung von der betrieblichen Unfallversicherung zu fordern. Leider hat sie Pech gehabt, der Richter sah das alles deutlich anders. Die Dame wird daraus lernen und das nächste Mal nur ihren Hinterkopf dieser Gefahr aussetzen.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) dreht sich diesmal alles um Salzburg, mit teilweise sehr überraschenden Erkenntnissen. Die Bissigen Bemerkungen im Reiseradio beschäftigen sich mit dem aktuellen Trendthema „Beschwerden“ mit ebenfalls überraschenden Erkenntnissen.

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Diskriminierungs-Geschrei an der falschen Stelle

Der Weltluftfahrtverband IATA hat den Prototyp einer vollautomatischen Sicherheitskontrolle vorgestellt. Endlich, kann man nur sagen, wurden die Empfehlungen echter Sicherheitsexperten berücksichtigt. Die Passagierströme werden dabei durch drei unterschiedliche Tunnel geleitet, in denen die Fluggäste und ihr Handgepäck im Vorbeigehen gescannt werden. Dabei muss das Handgepäck bzw. der Laptop nicht mehr auf ein Laufband gelegt werden. Die Kontrolle erfolgt tatsächlich „im Vorbeigehen“. Das allein wäre schon ein Vorteil gegenüber heute.

Aber, und jetzt kommt der nächste und gravierende Vorteil. Die Tunnelgänge sind mit unterschiedlich hohen Sicherheitsstandards ausgestattet und können deshalb mit unterschiedlicher Geschwindigkeit passiert werden.
Vielflieger, die ihre persönlichen Angaben in einer Datenbank hinterlegt haben, werden anhand ihrer Pass- und biometrischen Daten erkannt und gehen sehr schnell durch die erste Röhre.
Wer anhand seines Passes als Passagier mit „normalem Risiko“ identifiziert wird, geht durch die zweite Röhre. Hier prüft ein Scanner, ebenfalls im Vorbeigehen, etwas intensiver, z.B. auch nach Sprengstoffspuren.
Die dritte Röhre ist für Risiko-Passagiere. Hier sind die Scanner darauf eingestellt schärfer zu kontrollieren.
Die IATA glaubt, dass dieses Modell in fünf Jahren Wirklichkeit werden könnte. Man geht davon aus, dass ein Drittel der Passagiere sich als Vielflieger (mit ihren biometrischen Daten) registrieren lassen würden und 60 Prozent der Passagiere als „Normalrisiko“ eingestuft würden. Dies würde zu einer wesentlichen Beschleunigung im „Durchfluss“ führen und vor allem sehr viel Stress und Ärger vermeiden.

Bereits als ich die Nachricht las, war mir klar, dass zumindest zwei Personen mit ihrem üblichen „Geplärre“ die Nachrichten belästigen würden. Genauso war es auch. Der immer schon in den Morgennachrichten omnipräsente Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses Wolfgang Bosbach (CDU), (hat er evtl. Schlafstörungen?) beklagte sofort die „Gefahr der Diskriminierung“. Passagiere könnten fragen , warum sie anders behandelt werden als andere.
Verflucht und zugenäht, dann könnte ich auch jedes Mal fragen, warum ich am „Economy-Check in“ anstehen muss, wärend andere über rote Teppiche am First class-Schalter eingecheckt werden und natürlich beim Sicherheitscheck ebenso eine eigene Line haben. Also, über Geld darf man diskriminieren?? Aus Platzgründen wollen wir nicht die vielen ähnlichen Fälle des täglichen Lebens anführen, die uns spontan einfallen, bei denen „erlaubterweise“ mehr als deutlich „diskriminiert“ wird und zwar zumeist über den Faktor Geld.
Und dann noch unsere Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger, bei der man sich echt fragen muss, wie weit entfernt von der realen Welt sie eigentlich lebt. Sie sprach sofort von einer Stigmatisierung von Fluggästen, wenn man sie unter anderem planmäßig nach Religion einteile. Wer sich schon mal das Lufthansa First Class- und Business-Class-Publikum angeschaut hat, wird hier eine bunte Mischung aus allen Religionen, Hautfarben usw. feststellen. Und wenn es sich hierbei um Vielflieger, mit hinterlegten biometrischen Daten handeln sollte, würden diese alle durch Tunnel Eins gehen. Selbstverständlich.
Und wenn man sich nur mal die Mühe machen würde, das Profiling-System zu verstehen, dann würde man allerdings in der Tat erkennen, dass es in den weit überwiegenden Fällen gewisse „gemeinsame Merkmale“ gibt.

Heute fühle ich mich jedenfalls bei jeder Sicherheitskontrolle als potenzieller Terrorist diskriminiert und stigmatisiert.

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Korrektur zur BBB von letzter Woche: Jetzt hatten wir endlich mal einen spuckenden Vulkan mit einem netten Namen, den Dubbi in Eritrea. Da kam schon die Korrektur des Vulkanbeobachtungszentrums. Es war nicht der Dubbi, sondernd der Nabro. Er war und jetzt kommt ein sehr schönes Zitat „seit Menschengedenken nicht mehr ausgebrochen, er schlief seit mindestens 10.000 Jahren“. Menschengedenken und 10.000 Jahre in einem Zusammenhang. Großartig.
Aber vielleicht war es auch nicht der Nabro. In der Nähe gibt es noch den Gufa, den Jalua und den Alid (nicht zu verwechseln mit Aldi).

Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es um Urlaub auf dem Wasser, ein absolutes Trendthema. Und welche Gegend würde sich besser eignen als die Mecklenburger Seenplatte auf der es über 1000 Seen gibt? Reiseradio stellt ganz neue, innovative Möglichkeiten vor, wie man auch ohne Bootsführerschein langsam durch die Fluss- und Seenlandschaft dümpeln kann. In den akustischen Bissigen Bemerkungen wird darüber spekuliert was man alles verkaufen könnte um zu „Geld zu kommen“. Natürlich wird auch über den Ort Hallstatt gesprochen, aber nicht über jenen im Salzkammergut, sondern über das nachgebaute Hallstatt in China. Und zuletzt wird noch darüber nachgedacht, was man mit den abgestellten 300 Zügen machen könnte, bei denen sich das Eisenbahn-Bundesamt beharrlich weigert die Freigabegenehmigung zu erteilen (und das schon seit vielen Wochen).

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Am 25.Mai ist Welthandtuchtag

Logisch, dass der Welthandtuchtag einer der wichtigsten Feiertage für den Touristen von gestern, heute und morgen ist. So wie der Hund sein Revier mit seinem Harnstrahl zeichnet, so kennzeichnet der Tourist (vornehmlich der deutsche und der englische) seit Beginn des organisierten Reisens durch Thomas Cook sein tägliches Urlaubsareal. Wobei es auch hier Unterschiede in der Professionalität des Urlaubers zu erkennen gibt. Während der Anfänger nur „einen“ Liegestuhl mit seinem Handtuch reserviert (spätestens morgens um 7 Uhr in der Frühe), gibt sich der Profi dadurch zu erkennen, dass er mindestens zwei Liegestühle belegt, weil die Sonne sich ja im Laufe des Tages weiterdreht. Solche Spitzigfindigkeiten, wer sich nun weiterdreht, die Sonne um die Erde oder die Erde um die Sonne, spielen bei diesen wichtigen Urlaubsentscheidungen nur eine untergeordnete Rolle.

Der seit dem 25. Mai 2001 gefeierte Welthandtuchtag geht auf den englischen Science Fiction Kultautor Douglas Adams zurück, der die Bedeutung des Handtuchs in seinem berühmten Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ hervorhob: „Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen muss“.
Kompliment an die Welt am Sonntag vom 22. Mai, die in ihrem Reiseteil sowohl Douglas Adams als auch den Welthandtuchtag „angemessen“ würdigt.

Douglas Adams verdanken wir auch eine andere bis in die Neuzeit reichende Erkenntnis. In seinem Gesamtwerk, das der Autor übrigens als die „einzige vierbändige Trilogie in fünf Teilen“ bezeichnet, lässt er sich auch über das Thema Urlaubsbeschwerden aus. Im Teil „Das Restaurant am Ende des Universums“ steht in einem Reiseführer der Satz: „Gefräßige Plapperkäfer machen für vorbeikommende Touristen oft ein sehr gutes Essen“. Eine, wie es auf den ersten Blick erscheint, erfreuliche und nützliche Information. Leider ist in diesem Satz ein Druckfehler enthalten. Richtigerweise hätte es heißen müssen: „Gefräßige Plapperkäfer machen „aus“ vorbeikommenden Touristen oft ein sehr gutes Essen“. Zugegeben, nur ein kleiner sprachlicher Unterschied, inhaltlich ist er schon entscheidender. Auf die Beschwerde eines Touristen an den Verlag erhält dieser als Antwort: „Der Reiseführer ist endgültig, die Wirklichkeit ist oft ungenau“.
Vielleicht erkennt da mancher Tourist in diesem Satz seinen Reiseveranstalter wieder.

Als kleine Information an die österreichischen BBB-Leser. Laut eigener Aussage kam Adams die Idee zu diesem Roman, als er nach einem Kneipenbesuch in Innsbruck anschließend angetrunken auf einem Acker lag und in die Sterne schaute, zumal ihm die „merkwürdige Sprache“ der Einheimischen irgendwie „außerirdisch“ vorkam. In einem Interview hatte er sogar mal die Biersorte verraten, die ihn so „anregte“. Es sei „Gössers“ gewesen. Eigene Erfahrungen mit diesem Getränk lassen mich das von Adams Erlebte leicht nachvollziehen.

Wichtige Eilmeldung:
An dieser Nachricht können die Bissigen Bemerkungen natürlich nicht vorbeigehen: Grimsvötn heißt der isländische Vulkan, der eine gewaltige Rauch- und Aschewolke fast 20 Km in Himmel stößt. Im gleichen Gletscherfeld liegt übrigens auch der Bárdarbunga (siehe BBB vom 21.2.2011 „Kennen Sie Bárdabunga“). Ausgerechnet am Wochenende fing der Grimsvötn an zu spucken, wenn unser Verkehrsminister Ramsauer wochenendfrei hat. Zum Glück wehte der Wind nach Norden. Sollte er sich drehen und Richtung Europa-Festland wehen, könnte die nächste Bewährungsprobe für die europäischen Luftverkehrs-„Experten“ kommen. Ein sehr ungutes Gefühl (siehe BBB vom 18.4.2011 „Sie simulieren weiter, statt zu handeln“).

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es diese Woche sehr sportlich zu: Wandern, Radeln und Golf. In den akustischen Bissigen Bemerkungen steht insbesondere die geringe Berechenbarkeit (eigentlich noch ein vornehme Bezeichnung) der deutschen Luftverkehrspolitik im Zentrum der Kritik.

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Wenn ein Unternehmen seine Kunden vergisst …..

Bei der Eröffnung 1897 wurde sie als „größtes bautechnisches Wunder der Gegenwart“ gefeiert. Sie gilt auch heute noch als die höchste, kühnste und eleganteste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Die Rede ist von der Müngstener Brücke (ehemals Kaiser-Wilhelm-Brücke), die Remscheid mit Solingen verbindet und eine wesentliche Verkürzung des Fahrweges zwischen den beiden Städten bedeutet.

Aber seit einiger Zeit wird die Standsicherheit der denkmalgeschützten Brücke bezweifelt. Deshalb durften im letzten Jahr die Triebwagen der Bahn nur noch im Schritttempo fahren und seit November 2010 wurde der Schienenverkehr ganz eingestellt. Jetzt, zum 1. Mai, sollte die Strecke wieder freigegeben werden, falls die Bahn bis dahin entsprechend positive Daten über die Belastbarkeit der Brücke liefern würde. Die Bahn hat fristgerecht einen neuen Genehmigungsantrag gestellt und dabei ein Gesamtgewicht von 69,9 Tonnen pro Zug angegeben. Eine große Wiedereröffnungsparty für die Bevölkerung mit Würstchen, Bier und Künstlern war geplant und verbindlich angekündigt.

Aber leider wurde die Bahnstrecke nicht freigegeben. Und jetzt die Quizfrage: Warum?
Nachdenken! Es geht um die Bahn! Womit hat sie oft Stress?
Na klar, mit ihren Kunden.

Jetzt wissen Sie auch schon, warum die Strecke nicht freigegeben wurde. Die Bahn hatte in ihren Berechnungen schlicht ihre Kunden, die Fahrgäste, vergessen. Im Genehmigungsantrag wurde nur das Gewicht eines leeren Zuges angegeben. Mit Passagieren müsse man aber von 81 Tonnen statt der unterstellten rd. 70 Tonnen ausgehen. Eigentlich logisch, das würde ja auch keinen großen Sinn machen immer nur mit einem leeren Zug über die Brücke zu fahren. Obwohl andererseits hätte das auch Vorteile. Man hätte dann zumindest auf dieser Strecke keinen Ärger mehr mit Kunden, denen es zu heiß oder zu kalt ist. Ebenso gäbe es keine Beschwerden über Verspätungen und was auch sonst diese immer „anspruchsvolleren Kunden“ an der Bahn auszusetzen haben.

Trotz Krisensitzung nach Aufdeckung des Fehlers, fanden die Beteiligten bislang keine Lösung für die Freigabe der Brücke. Tja, sich auf Kunden umzustellen ist eben nicht so einfach. Aber ein Trost bleibt, ohne Passagiere darf die Bahn ab sofort über die Brücke fahren. Sicher wird sie das auch tun.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es in dieser Woche um Kuhkämpfe im Wallis. Diese Schweizer sind immer für eine Überraschung gut.

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Wenn der Eigentümer plötzlich und überraschend merkt, dass ihm seine eigene Firma nicht gefällt.

Es sei „im höchsten Maße erstaunlich, was da für Material herumfährt“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle (CSU) am Mittwoch (6.1.2011) in Berlin mit Blick auf die Züge des Staatskonzerns.
Nur zur Information: Staatssekretär Scheurle sitzt im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Woher nun die plötzliche Erkenntnis?

Was übrigens die S-Bahn betrifft, kann man auf Bahn-Flächen bei Spandau und auf dem Werksgelände bei Bombardier 60 nagelneue Züge der Baureihe Talent 2 bestaunen, die dort mehr oder weniger sinnlos herumstehen. Hier kommt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), das die Fahrzeuge abnehmen soll, nicht zum Abschluss. Das muss die geplagten Berliner S-Bahn-Nutzer, angesichts des aktuellen Fahrzeugmangels, doch zum Wahnsinn treiben.

Auch unser Verkehrsminister Ramsauer sieht sich angesichts der aktuellen Bahnprobleme nicht persönlich im Obligo. „Auf der Schiene regierten jahrelang Sparpolitik und Renditedruck. Reserven wurden abgebaut, Personal eingespart.“ Verkehrsminister Ramsauer forderte das Unternehmen daher zu mehr Investitionen auf. „Die Bahn muss jetzt mit einer Qualitäts- und Investitionsoffensive reagieren.“
Da ist man sich nicht sicher, ob man wacht oder träumt. Ausgerechnet jene, die von Hause aus eigentlich Aufsicht über die Bahn führen müssten, geben sich vollkommen überrascht. Wobei es sein mag, dass sie tatsächlich „unwissend“ sind, aber das entschuldigt die Herren keineswegs. Sich so populistisch auf die Stimmung der geplagten Bahnfahrer einzuschwenken ist schon eine Frechheit.

In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ verteilte Ramsauer wie so oft „großzügig“ Aufgaben an andere, nur er selbst war mal wieder für nichts verantwortlich. Deshalb stellen die BBBs heute die Quizfrage:
Was haben die Sängerin Annett Louisan und unser Verkehrsminister Peter Ramsauer gemeinsam?
Die Antwort erfahren Sie am 11.1. während der „Bissigen Bemerkungen LIVE“ im Rahmen des „networkings“ des Travel Industry Clubs in Frankfurt (für alle an diesem Abend „Verhinderten“ gibt es die Lösung nächste Woche).

Angesichts des Begriffs „networking“ eine leichte Korrektur zu den nur schwer erkennbaren persönlichen Aktivitäten von Peter Ramsauer. Neben seinem Engagement für saubere Bahnhofstoiletten zeigte er sich neuerdings auch als Kämpfer für die Deutsche Sprache. Von seinem Ministerium hat er sich 111 Anglizismen zusammenstellen lassen. Statt deren müssen nun seine Mitarbeiter die „passenden“ deutschen Begriffe verwenden. So gibt es ab sofort im BMV keinen Laptop mehr, sondern „Klapprechner“ und aus dem Flippchart wurde der „Tafelschreibblock“. Ob das nun gerade die richtigen Beispiele für „saubere“ deutsche Sprache sind, darf bezweifelt werden.

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Beim Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es diese Woche vor allem um Irland. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen steht das für Reisebüros nicht schmeichelhafte Ergebnis einer Befragung durch das „Deutsche Institut für Servicequalität“ im Mittelpunkt. Und außerdem wird die Tourismusaffinität der ägyptischen Haie bewundert, die passen zur Hauptreisezeit von den ägyptischen Stränden verschwunden waren und erst danach wieder auftauchten.

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