Archiv für Qualitaetsmanagement

Am 8.März ist Weltfrauentag

Ja, liebe Männer, schon Gedanken für ein Geschenk zum Weltfrauentag gemacht?
Wahrscheinlich wieder mal vergessen.

Da ist die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) wesentlich kreativer. Fast auf den Tag genau pünktlich zum Weltfrauentag richtet die ANA, als erste Fluggesellschaft der Welt, einen besonderen Service für Frauen ein: eigene Toiletten an Bord nur für Frauen!

Allerdings ist die ANA nicht von alleine auf diesen Service gekommen. Angeblich, und dieses Wort möchten die BBBs schon betonen, wären bei einer Umfrage nach den wichtigsten Kriterien für die Wahl einer Fluglinie, die Damentoiletten auf Platz 2 gelegen, gleich hinter der Qualität der Desserts. Zugegeben, auf diese Rangfolge wären wir auch bei intensivem Nachdenken nicht gekommen.

Übrigens ist nicht die Hygiene der Grund für den Wunsch einer reinen Damentoilette. Nach Aussagen eines ANA-Sprechers fühlen sich weibliche Passagiere lediglich gehetzt und unwohl, wenn sie wissen, dass ein Mann vor der Tür wartet. Also, liebe Männer, wenigstens zum Weltfrauentag mal etwas geduldiger sein.
Oder noch einen besseren Vorschlag an die Adresse der Männer: erklären wir doch die ganze ITB-Zeit zur Weltfrauenwoche und sind generell geduldiger, nicht nur vor der Toilette – sondern auch danach.

Es wäre ein Wunder, wenn beim ausgeprägten Ordnungssinn unserer japanischen Freunde, nicht auch die Ausnahmen zur Frauentoilette präzise geregelt seien. Also, Männer dürfen die Frauentoilette benutzen, wenn
- nach Absprache mit dem Kabinenpersonal, bei eingeschaltetem Anschnallzeichen, die betreffende Toilette die nächste sei,
- ein männlicher Passagier „sich unwohl fühle“ und
- wenn auf einem Flug fast nur männliche Passagiere an Bord wären.
Soviel Regelwerk muss schon sein.

Dann eine schöne und geduldige ITB allerseits.

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Dumm, dümmer, Flughafen München – und was uns demnächst passieren kann

Eigentlich wollten die Bissigen Bemerkungen vorerst nicht mehr über das Thema „Sicherheit an Flughäfen“ schreiben, aber das unglaubliche Versagen am Münchner Flughafen kann nicht unkommentiert bleiben. Es passt einfach so schön bestätigend zu unseren Bissigen Bemerkungen vom 4.1.2010 („2010 – ein Jubeljahr für Nacktscanner-Fetischisten?“).
Da löst der Laptop eines Passagiers Alarm aus, Die Sicherheitsleute bemerken es, leider mit einer Reaktionszeit, die auf übermäßigen Genuss von Valium schließen lässt. Der Passagier jedenfalls hatte inzwischen Jacke und Mantel vom Band genommen, seinen Laptop abgewischt (!) und war verschwunden. Wie immer im Nachhinein großes Super-Action. Aber niemand konnte sagen wo der Passagier abgeblieben war.
Die aktuelle Informations-Nummer die nun die Verantwortlichen „abziehen“ ist noch peinlicher. „Alles kein Problem“, war nur ein doppelter Fehlalarm: erstens war im Laptop kein Sprengstoff und zweitens sei der Passagier nicht geflüchtet, die Auswertung der Videobilder zeigen, dass er nochmals durch die Sicherheitskontrolle ging. Entschuldigung, seid Ihr total bescheuert? Das soll mich beruhigen? Da wird ein Mann intensiv am Flughafen gesucht und der läuft seelenruhig ein zweites Mal an den Sicherheitsleuten zur Kontrolle vorbei. Das ist Wahnsinn pur.
Wer sagt mir, dass der Mann nicht doch ein Terrorist war, der nur einmal austesten wollte, wie pennerhaft die Sicherheitsleute am Flughafen München arbeiten.

Ich stelle mir gerade vor, es gäbe in München schon die Nacktscanner. Und da zeigt das Computerbild einen Mann mit einem Sprengstoffgürtel. Wahrscheinlich würde der Beamte sofort seine Kumpels rufen „Hey kommt mal her, da könnt ihr mal einen Sprengstoffgürtel sehen“. Der nächste kommentiert „Ah, ist ja richtig interessant“, ein weiterer fängt an aufzuzählen wie viel Sprengstoff dran ist. Und wenn sich die allgemeine Begeisterung über diesen wertvollen Fund, der nur durch den Nacktscanner aufgedeckt werden konnte, gelegt hat, ist der Passagier schon längst verschwunden.

Mir macht jetzt schon Kummer, was passieren wird, nachdem unsere amerikanischen Sicherheitsfetischisten die Münchner Story gelesen haben. Das gibt garantiert eine neue Sicherheitsanweisung an die Europäer. Wahrscheinlich muss man künftig vor der Sicherheitskontrolle seinen Pass abgeben, den man erst zurückbekommt, wenn alle Bilder, Tests und Hundeschnauzen ausgewertet sind. Ganz großes Kino jedenfalls.

Aber schon zeichnet sich am Horizont die nächste Sicherheitsstufe nach Nacktscanner und Nacktfliegen ab. Japanische Forscher haben Goldfische ohne Hautpigmentierung gezüchtet. Die jetzt lichtdurchlässigen Schuppen geben die Sicht auf sämtliche Organe frei. Im nächsten Jahr will diese Forschergruppe auch transparente Frösche „zur Marktreife bringen“ (Originaltext). Da haben wir es doch. Irgendwann in nicht zu ferner Zukunft dürfen nur noch genmanipulierte transparente Fluggäste fliegen. Da kann man auch nichts mehr im Körper verstecken. Und die Zeit für Handgepäck in der Kabine ist ohnehin schon bald abgelaufen. Das wurde jetzt auch erstmals aus Kreisen der Reiseindustrie gefordert. Nein, nicht von Ryanair, sondern von Vural Öger von Öger-Tours.

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Dabei hätte es noch so viel in dieser Woche zu berichten gegeben. Zum Beispiel die Absage von Ryanair für Flüge am 20.Januar nach Dublin. Das Deutsch auf deren Homepage, hatte das Format chinesischer Gebrauchsanweisungen in Deutsch vor 20 Jahren. Auf jeden Fall Kabarett reif.
Und, und, und, vielleicht in der nächsten Woche.

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Demnächst intensivere Sicherheitskontrollen an unseren Flughäfen?

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie muss ich mich bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen immer emotional beherrschen. Zu oft hat mich (unnötige) Unfreundlichkeit genervt und vor allem fehlt mir für manches das hier passiert das Verständnis (siehe BBB vom 5.4.2009 „Wie man mit 5 Liter Flüssigkeit locker an der Flughafen-Sicherheitskontrolle vorbei kommt?“ und BBB vom 24.11.2008 „Wer begreift noch alle Bürokratieregeln unserer Luftfahrt? Heute: die unsinnige Sicherheits-Flüssigkeits-Behältnis-Regel“).

Vor kurzem musste ich wieder so eine Kontrolle über mich ergehen lassen. Zwar konnte man im ersten Anlauf ohne „Schuhe ausziehen“ durch den Kontrollbogen gehen, aber bei mindestens jeder zweiten Person piepste das Gerät. Man musste wieder zurück, die Schuhe ausziehen, diese aufs Band legen, damit sie durch das Kontrollgeräte laufen konnten, während man selbst, jetzt „strümpfig“, nochmals durch den Kontrollbogen laufen musste. Wobei auch hier noch ein hoher „Piepanteil“ war. Diese etwas umständliche Prozedur nahm viel (unnötige?) Zeit in Anspruch.

Obwohl ich genervt war, musste ich innerlich lachen.
Verursacher für diese „Schuhkontrolle“ war ja ein gewisser Mr. Reid, der 2001 im Schuh einen Plastiksprengstoff mit Zünder versteckt hatte. Als er im Flugzeug, auf dem Weg von Paris nach Miami, seinen Schuh mit einem Zündholz anzünden wollte, wurde er von einer Flugbegleiterin im Zusammenwirken mit mehreren Passagieren überwältigt. Mr. Reid (der heute in einem Gefängnis in den USA einsitzt), ist der bislang Einzige, der mit Sprengstoff im Schuh entdeckt wurde. Aber diese Tatsache war den Sicherheitsbehörden so wichtig, dass seit dieser Zeit diese Schuhkontrollen (wenn auch je nach Flughafen in unterschiedlichem Ablauf/Intensität) erfolgen.
Ich musste in diesem Moment aber nicht nur an Mr. Reid denken, sondern auch an ein kürzlich missglücktes Selbstmordattentat auf den saudi-arabischen Vize-Innenminister. Nach Einschätzung der dortigen Behörden könnte der in der vorherigen Kontrolle nicht entdeckte Sprengstoff in einer „rektalen Körperöffnung“ versteckt gewesen sein.
Liebe BBB-Freunde, Sie ahnen schon, warum ich diesmal beim Schuhe ausziehen so relaxt war (von den sauberen Strümpfen mal abgesehen). Wenn obiger Vorgang auf den Schreibtisch unserer Sicherheitsexperten gelangen sollte, dann künftig viel Spaß an unseren Flughafen-Sicherheitskontrollen.

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“Lufthansa wird airberliniger” und andere Überraschungen

Manchmal gibt es Wochen, da weiß man mangels echtem Knaller wirklich nicht, worüber die Bissigen Bemerkungen berichten sollen (siehe BBB vom 9.2.09 „Albträume in einer Vollmondnacht“). Dann gibt es glücklicherweise wieder Wochen wie diese, da könnte man vor Freude gleich mehrfach zubeißen.

Eine kleine Auswahl gefällig?
1. Fusion von British Airways und Iberia: „Wenn zu einer Behinderung noch eine zweite dazu kommt, wird man nicht gesünder“ oder noch besser „Zwei Flügellahme wollen Jumbo werden“.
2. Angeblich kippt die Steuerermäßigung für Hotels: Das wäre fast Höchststrafe für einen Branchen-Doppelfehler. Zum einen hat sie extrem übertrieben ein nur zur Hälfte gehaltenes Wahlversprechen bejubelt (versprochen waren Steuerermäßigungen für Hotels „und“ Gastronomie). Zum anderen hat sie lauthals einen eigenen Wortbruch verkündet, nämlich die Steuerermäßigung nicht als „dringend notwendige Preisermäßigung“ weitergeben zu wollen, sondern „dringend notwendig für sich zu behalten“ (wofür auch immer).
3. Die Bundesregierung will mal wieder Streber sein und als erstes Land eine neue EU-Richtlinie umsetzen: Steuer auf das Essen im Flugzeug. Bei dem mageren derzeitigen Angebot an Bord kann da nicht viel Steuer anfallen.
4. TUI bietet Schönheits-OPs auf Reisen an und hat erfreulicherweise damit bei sich selbst angefangen: Malus verbessert, mehr Kapazitäten versprochen, Preise gesenkt, mehr „Extrawürste“ eingeführt und das ganze auch noch emotionaler verpackt. Wenn jetzt die Buchungstechnik noch stimmen sollte, wäre das alles eine „schlechte Nachricht“ für einige Reisebüros: Sie bräuchten ein neues Feindbild.

Aber der wirkliche Hammer der Woche war die Überschrift „Lufthansa wird airberliniger“ in Spiegel online. Da wird die Lufthansa-Presseabteilung beim Lesen ziemlich geschluckt haben, das war schon ein kleiner Kommunikationsgau. Aber auch inhaltlich kann dieser Ansatz, zumindest wenn er auch so gemeint sein sollte, nicht aufgehen. Alte BWL-Weisheit: „Wenn man die Konkurrenz kopieren will, macht dies nur Sinn, wenn die Kopie besser wird als das Original“. Wenn man das nicht kann, dann sollte man sich auf seine Stärken besinnen und diese intensivieren.
Kommentar eines Militär erfahrenen BBB-Lesers: „Nie auf das Schlachtfeld begeben, das der Gegner gewählt hat“. Und ein anderer BBB-Freund, mehr Fußball erfahren und offensichtlich auch sonst noch bewandert, gab den Hinweis: „Vermeide Auswärtsspiele (außer in der Liebe)“.

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Wenn Kunden mit den gleichen Waffen zurückschlagen

Letzte Woche kam eine Mahnung angeflattert für eine „nicht vorhandene“ Rechnung. Das ist an sich nicht tragisch und wahrscheinlich hatte sogar ich die Rechnung verlegt. Sehr kundenfreundlich war auf der Mahnung eine Telefonnummer angegeben, die man bei notwendigen Rückfragen kontaktieren könne.
Leider entpuppte sich diese Telefonnummer nicht als Durchwahlnummer zur Buchhaltung, sondern zur Bestellannahme. Logisch?

Die Dame an der Bestellannahme versprach zur Buchhaltung weiter zu vermitteln. Das sollte sich als nicht so einfach erweisen. „Alle Telefonleitungen sind besetzt. Bitte haben Sie etwas Geduld. Die nächste freie Leitung ist für Sie“.
Sehr ärgerlich und das dauerte, Minuten und Minuten, immer die gleiche Ansage.
Irgendwann habe ich aufgegeben. Einige Zeit später der nächste Versuch. Logischerweise wieder die Bestellannahme am Telefon, die wiederum versprach an die Buchhaltung weiterzuleiten. Und wieder Pech gehabt: „Alle Telefonleitungen sind besetzt. Bitte haben Sie etwas Geduld. Die nächste freie Leitung ist für Sie“. Und das dauerte wieder, Minuten und Minuten, immer der gleiche Text. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich schrieb ein Fax mit kurzer Schilderung des Sachverhaltes und mit folgender Konsequenz meinerseits:

„Alle meine Geldausgangs-Konten sind besetzt. Bitte haben Sie etwas Geduld.
Das nächste freie Konto ist für Sie da! (Und das kann bekanntlich dauern).“

Liebe BBB-Leserinnen und Leser, Sie werden es kaum glauben. Fünf Minuten später kamen per Fax eine Entschuldigung und die Rechnungskopie. Über soviel Schnelligkeit war sogar ich überrascht.

„Berauscht“ von der Idee überlege ich mir nun, ob ich künftig nicht generell bei Rechnungserhalt diese Erklärung abgebe. Ist doch eigentlich mehr als gerecht, wenn man mit den gleichen Waffen zurückschlägt (und später Zahlen bringt außerdem auch etwas Zinsersparnis).

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Weniger Hotel geht nicht

Seit Wochen wollten wir darüber berichten, aber immer gab es etwas besonders Aktuelles, dabei ist es wie geschaffen für die Bissigen Bemerkungen. Das erste Null-Stern-Hotel wurde eröffnet. Wohlgemerkt null Stern mit Vorsatz und nicht null Stern wegen Aberkennung vorhandener Sterne aufgrund von Schlechtleistung. Null-Stern-Hotel als die ultimative Hotel-Form nach dem Grundgedanken der EasyJets und anderen Billigfliegern dieser Welt. Eröffnet wurde diese „wegweisende“ Hotelvariante in einem ehemaligen Zivilschutzbunker (und diese Atmosphäre strahlt es auch aus) in Teufen in der Schweiz (richtig gelesen „Teufen“ und nicht „Teufel“ und ebenso richtig gelesen in der „Schweiz“ – der traditionellen Schweizer Hotelkultur sei es geklagt).
Versprochen wird eine „lustvolle Erweiterung des gängigen Hotelangebotes in Form einer Kulturinstallation“. Und die Beschreibung des Hotels verschafft auch schon dieses lustvolle Erlebnis. Zitat: „Das Hotel ist weitgehend serviceneutral“. Der Begriff „weitgehend serviceneutral“ könnte bei einigen Lesern natürlich auch Erinnerungen an manches Sterne-Hotel hervorrufen.
Eine an die Wand montierte Fahrradfelge, dient als Art Glücksrad und bestimmt wer in welchem Bett schläft und in welcher Reihenfolge geduscht werden kann. Die Gemeinschafts-Waschanlage dient gleichzeitig als Empfangsraum. Die Temperatur im „Hotel“ liegt bei 15 Grad. Heiße Gummi-Bettflaschen sind eine „lustvolle Alternative gegen die Kälte“. Von 14 bis 17 Uhr ist das Hotel als Museum geöffnet (kleiner Hinweis für jene, die es länger als eine Nacht aushalten sollten).
Wer glaubt hier eine nachdenkenswerte Übernachtungsmöglichkeit gefunden zu haben, sei auf www.zero-star-hotel.com verwiesen. Dabei bitte auch diesen Hinweis auf der Homepage beachten: „Zero Star Hotel als Institution ist work in progress, worin der Gast einerseits und die gesellschaftlichen Veränderungen andererseits ins Zentrum eines fortlaufenden kreativen Prozesses gestellt werden“.
Kurzum: Überraschungen nicht ausgeschlossen.

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Luftfahrt ist schon eine andere Welt

Und das hat sich in den letzten Tagen zum Thema Luftfahrt angesammelt:

1. Fluggast repariert Flugzeug
Auf Menorca musste die englische Fluggesellschaft Thomas Cook ihre Fluggäste wegen Technikprobleme auf eine mindestens achtstündige Verspätung einstimmen. Solange würde es dauern, bis ein Mechaniker von Großbritannien eingeflogen sei. Da meldete sich ein Passagier, im Hauptberuf Mechaniker bei der Fluggesellschaft Thomsonfly, und löste das Problem. Das Pikante daran: Thomsonfly ist die Fluggesellschaft des Thomas Cook-Konkurrenten TUI.
In Deutschland hätte garantiert das Kartellamt diese Hilfe verboten.

2. So beschweren sich Könner
Aus dem Fenster ihres United-Airlines-Flugzeuges mussten Mitglieder der kanadischen Band „Sons of Maxwell“ ohnmächtig mit ansehen, wie Gepäckmitarbeiter so rabiat mit den Instrumenten der Band umgingen, dass eine der teuren Gitarren nicht mehr zu gebrauchen war. Briefe, Anrufe auf der Hotline und Emails an die Fluggesellschaft blieben ohne Resonanz. Da produzierte die Band den Song „United Breaks Guitars“ und stellte ihn bei YouTube ein (klasse Video, unbedingt ansehen und an ihre Beschwerdeabteilung zur Warnung weitersenden). Allein am Montag vor einer Woche, wurde das Video mehr als 100.000mal angeklickt. Jetzt reagierte die Fluggesellschaft sofort und bot Wiedergutmachung an.
Wenn das Schule macht, dann gute Nacht Unternehmen. Spätestens dann müsst ihr euer Beschwerdemanagement auf Zack bringen.

3. Diesmal ist O`Leary nur zweiter Sieger
Die chinesische Fluglinie „Spring Airlines“ aus Shanghai will ihre Flugzeuge demnächst mit Stehplätzen ausrüsten. Die Fluggäste sollen auf Barhocker-ähnlichen Stühlen angeschnallt werden. Nur wenige Tage später meldete sich Ryanair-Boss O`Leary, er sei deswegen im Gespräch mit Boeing. Anregung der BBBs: Denkt mal über Transport in Containern nach. Tausende davon stehen zur Zeit in den Seehäfen dieser Welt umher und wären bestimmt sehr preiswert zu erwerben. Das Einchecken wäre dann auch viel effizienter: Die Passagiere legen sich einfach hinter ihrem Koffer auf das Gepäckband.

4. Schweinegrippe
Die drittgrößte mexikanische Fluggesellschaft Aviacsa wurde gegroundet. Können Fluggesellschaften auch Schweinegrippe bekommen?

5. Eine Airline nur für Tiere
Einleitender Text einer Meldung in der WAZ: „Bei „Pet Airways“ müssen alle Zweibeiner draußen bleiben. Ausnahmen gelten nur für Pilot und Tierbetreuer“.
Klar, bei den Piloten gibt es genug „verrückte Hunde“. Hört man zumindest.

6. Perfektes Marketing
Keine Ahnung ob diese Meldung stimmt. Wenn ja, wäre es Marketing vom Feinsten.
Angebliche Durchsage eines Lufthansa-Piloten auf dem Weg von München nach Berlin: „Liebe Fluggäste, wie Sie sehen ist unser Flug nach Berlin heute Abend nicht besonders voll. Wir bitten Sie, einen Fensterplatz einzunehmen, damit die Konkurrenz denkt, wir wären ausgebucht“.

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Die teuerste Joggingstrecke der Welt

Mit dieser Frage kann man auch ganz Schlaue in Verlegenheit bringen. Welche ist nun die teuerste Strecke? Eine Antwort „Berlin“ wäre nicht so schlecht, aber etwas genauer bitte. Die richtige Antwort lautet: Der Rettungsweg auf dem Flughafen Tempelhof. Wie erfahrene BBB-Leser wissen, kostet der momentan stillgelegte Flughafen Tempelhof pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag. Für nichts, einfach so fürs „Rumliegen“.

Jetzt hat der neue Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Burkhard Kieker, wenigstens eine sinnvolle Teilnutzung entdeckt. Auf dem Rettungsweg um das Flughafengelände, ursprünglich eingerichtet für Notfälle aller Art rund um die Start- und Landebahnen, lässt sich gut joggen. Dumm nur, dass man für die Benutzung dieses Weges eine Sondergenehmigung braucht. Aber das macht die Sache ja nur noch elitärer. Dann joggt hier auch nicht Hinz und Kunz, sondern nur Einer – der Tourismuschef.

Berlin hat schon viele grandiose Stadtläufe wie Berlin Marathon, 25 km de Berlin (sog. Franzosenlauf), Asics Grand 10 Berlin (u.a. durch den Berliner Zoo). Wie wäre es mit einem „Flughafenlauf Schönefeld – Tempelhof“ mit Schlussrunde auf dem Rettungsweg? Und Wowereit überreicht den Siegerpokal und preist das Nachnutzungskonzept für Tempelhof.

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Die letzten BBBs über Beschwerdemanagement haben einige Reaktionen durch die Leser ausgelöst. Die folgende war die schönste:
Ein Hotel einer bekannten Hotelkette in Berlin erhielt einen sehr sachlichen Beschwerdebrief. Das Hotel antwortete darauf in ebenso sachlicher und angemessener Weise. Und wollte dann noch etwas zusätzlich Gutes tun. Aber „gut gemeint“ ist bekanntlich das Gegenteil von „gut gemacht“. Weil gerade Ostern vor der Tür stand, wurde ein Schokoladen-Osterhase verschickt. Dummerweise nur in einem Briefkuvert!? Der Schokohase kam, nach nicht zartfühlender Behandlung durch die Post, leider nur als Puzzleteile an. Gerüchteweise ist der Empfänger noch immer damit beschäftigt den Hasen wieder zusammenzusetzen.

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WC-Ente bald arbeitslos?

Mit diesem Problem hätte noch vor einem Jahr kein Mensch gerechnet.
Vor kurzem haben die ersten Fluggesellschaften darum gebeten (wegen gewichtsbedingter Wasserreduzierung in den Flugzeugtoiletten), vor dem Flug nochmals die Toiletten des Flughafens zu benutzen (siehe BBB vom 16.6.2008, „Macht euch leichter, der Ölpreis steigt“). Jetzt kommt die Bahn mit einem ähnlichen Problem. Um die Achslast einzelner Mittelwagen bestimmter ICEs zu entlasten, sollen dort die Toiletten verschlossen werden, um das Gewicht von Wasser und Abwasser zu sparen.
Eine der Fluggesellschaften entsprechende Empfehlung doch bitte die Toiletten der Bahnhöfen zu benutzen, scheitert mangels Toilette in den meisten Bahnhöfen.

Aber „Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Zeitgleich mit der „Androhung“ der Bahn, stellte ein gewisser Christoph Beckmann (18) seine „Internetsuchmaschine für Toiletten“ vor. Entweder der Reisende installiert das Programm auf seinem Laptop oder die Kommunen werden gebeten, in Bahnhofsnähe z.B. an den Info-Points (es lebe die deutsche Sprache), einen entsprechenden Internetzugang zu schaffen.
Sicherheitshalber hat der Autor dieser Zeilen schon mal getestet, wo die nächste öffentliche Toilette an seinem dörflichen „Nicht-mehr-DB-Bahnhofsgebäude-aber-noch-Bahnhofsgebäude“ ist. Es funktioniert tatsächlich. Übrigens sind viele der genannten Toiletten mit einem Bewertungssystem von 1 (super) – 6 (bescheiden) versehen.

Denkbar wären natürlich Flugzeuge und Züge mit sog. Astronautenklos auszurüsten, die bekanntlich ohne Wasser funktionieren. Die Technik ist ziemlich fehlerfrei (allerdings gab es im Mai dieses Jahres Probleme mit der entsprechenden Toilette auf der ISS. 2008 ist anscheinend nicht das Jahr der Toilette), aber die Benutzung erfordert wohl eine gewisse zu erlernende Technik. Wer diese Woche etwas Langweile hat, kann sich in den „Sachgeschichten mit der Maus“ schlauer machen.

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Schauen Sie mal vor die Tür: Die ITB steht davor

Es ist mal wieder soweit. Die ITB steht vor der Tür. Neben harter Arbeit in den täglichen Verhandlungen und noch härterer Arbeit im nächtlichen „get-to-gether“, zählt auch das Verbreiten von Gerüchten und der Austausch von kleinen Bissigkeiten (der Ur-Form der Bissigen Bemerkungen) zum täglichen Allerlei.

Haben Sie schon gemerkt, dass dieses Jahr „der Kalender gefühlt schneller läuft“ und alles kurzfristiger passiert? Die Einladungen zu den Veranstaltungen kamen kurzfristiger und die Gerüchte/Bissigkeiten laufen dieses Jahr auch noch nicht so richtig an.

Helfen wir deshalb ein bisschen nach:

Der Touristik Report (wie lange gibt es den noch?) schrieb über Thomas Cook: „Qualität wird Chefsache“.
Oh weh, das kennen wir doch aus der Politik. Wenn etwas Chefsache wird…… das war`s dann.
Bei dieser Gelegenheit sollte man auch den „Granaten-Spruch“ eines Neckermann-Produktverantwortlichen zu den neuen Produkten für die 50plus in den BBBs verewigen: „Der Tag beginnt mit einem fröhlichen gemeinsamen Blutdruck messen.“ Hätte gerade noch gefehlt, dass es abends auch „kleinere Portionen“ gibt.

Wowereit hat die neue Imagekampagne für Berlin zur Chefsache erklärt. Schade, man hätte es auch mit einem Experten versuchen können. Da das ganze vertraulich ist, weiß man auch schon wie der neue Spruch heißen wird: Be Berlin. Mensch, was soll unserer einer noch alles sein? Wir sind schon Papst, wir sind schon Deutschland, jetzt sollen wir auch noch Berlin sein. Ganz schön stressig!

Apropos Papst und Verleihung der „Touristik Awards“ durch den Travel Industry Club auf der ITB. Es ist sicherlich ein Gerücht, dass der Lifetime-Award posthum an den verstorbenen Papst Johannes Paul II für seine außerordentliche Reiseleistung verliehen werden soll.

Dringend nachtragen müssen wir den Erfolg des sog. „Flirt-Express“ der Bahn am vergangenen Valentinstag. Das war ein echter Imagegewinn für die Bahn. Der Erfolg ruft direkt nach Wiederholung. Schade wäre, wenn es Mehdorn zur Chefsache erklären würde. Flirten und sein bissiger Gesichtsausdruck, das wäre schon eine Art Hardcore-Flirt.

Haben Sie gelesen, die Swiss übernimmt Kuonis Ferienflieger Edelweiss? Komischerweise hat das in den deutschen Fachmedien nur einen geringen Widerhall gefunden. Aber denken Sie mal nach: Edelweiss ist ein Ferienflieger, die Swiss gehört Lufthansa, die Lufthansa verhandelt mit TUI über den Zusammenschluss von germanwings und TUIfly. Klingelt´s wo da noch ein Plätzchen frei sein könnte? Und in der Schweiz erstarkt gerade Air Berlin mit dem Veranstalter Hotelplan, da braucht TUI Suisse auch noch ein bisschen Unterstützung.

Wenn Sie weitere „gewichtige“ Gerüchte erfahren haben, bitten wir um Mitteilung. Schließlich stehen die nächsten Bissigen Bemerkungen auch schon vor der Tür. Und zwar noch vor der ITB. Ein Gedränge ist das vor der Tür.

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