Archiv für Reisebuero

Statistiken die niemand braucht und die dann auch noch falsch interpretiert werden

Angeblich von Churchill stammt der schlaue Spruch „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Unter dieser Prämisse sollte man auch die Flut von Statistiken betrachten, die täglich in diversen Medien verbreitet werden. Braucht diese jemand? Nein, es geht nur darum den eigenen Namen in die Medien zu bringen. Wissenschaftlich erstellt? Denkste. Richtig interpretiert? Von wegen, bei manchen Zahlen könnte man auch exakt das Gegenteil behaupten. Und ganz schlimm wird es zumeist, wenn sich die Autoren auch noch in %-Rechnung versuchen. Das geht zumeist total in die Hose (wie untenstehend beim online-Portal Unister).

Fangen wir bei der DAK an. Sie versucht uns schlau zu machen mit der Aussage „Nicht wenige Deutsche erkranken im Urlaub: 35 Prozent haben schon an Schnupfen oder einer Erkältung gelitten.“ Zuerst mal die Tendenzaussage, „krank in Urlaub“. „Urlaub und negativ“, ein beliebtes Thema zur Reisezeit. Hätte gerade noch gefehlt, eine Werbeaussage, DAK zahlt auch bei Krankheit im Urlaub.
Dabei, was heißt schon 35 % hatten irgendwann mal im Urlaub eine Erkältung. Man hätte auch schreiben können, 2/3 aller Urlauber hatten noch nie im Urlaub eine Erkältung gehabt. Aber eigentlich möchte ich mich zu einer noch radikaleren Aussage durchringen: Fast 100% aller Deutschen hatten schon mal außerhalb des Urlaubs eine Erkältung.
Laut dieser Statistik plagten 14% der Deutschen schon mal eine Allergie im Urlaub. Oh, wie schlimm! Gerade habe ich in einem Buch über Allergien gelesen, dass inzwischen über 30 Mio. Deutsche unter Allergien leiden (das wären demnach ca. 35% aller Deutschen). Rechnerisches Fazit: Mehr als die Hälfte aller deutschen Allergiker hatten im Urlaub noch nie eine Allergie gehabt. Das ist doch mal eine gute Nachricht. (DAK-Zahlen laut Bericht in travel tribune)

Das Online-Reisebüro „ab-in-den-urlaub.de“ von Unister GmbH, beglückt die Menschheit ja öfters mit Informationen auf die niemand gewartet hat. Nach der alten PR-Masche „ist doch egal was in der Zeitung über uns steht, Hauptsache unser Name ist richtig geschrieben“. Jetzt hat man sich sehr ausführlich zum Thema „Diebstahl an den Flughäfen“ geäußert (Info gefunden bei Touristik-news.com). Auch dazu könnte inhaltlich manch Kritisches beitragen. Die BBBs möchten aber hier nur etwas Nachhilfe in %-Rechnung geben. In der Unister-Meldung wird besonders der Flughafen Düsseldorf angeprangert, denn da wird angeblich am meisten geklaut. Zwar gesteht Unister ein, dass die Anzahl der Diebstähle im Flughafen Düsseldorf von 1.900 im Jahre 2008 auf 1.321 im Jahre 2009 zurückgegangen seien. Diese an für sich positive Meldung wird dann etwas konterkariert durch den Zusatz, aber in der gleichen Zeit sei das Passagieraufkommen in Düsseldorf um rund 370.000 zurückgegangen. Und jetzt kommt die von wenig Mathematik getrübte Feststellung: Demnach seien die Diebstähle pro Gast nur um 0,003 Prozent zurückgegangen. Kurzum, die Diebe in Düsseldorf klauten erstaunlicherweise proportional zur Passagierzahl (wie die das so hinbekommen haben?). Die etwas mehr Mathematik bewussten Bissigen Bemerkungen merkten natürlich sofort, dass diese Rechnung nie und nimmer stimmen kann. Also rechnen wir mal nach und besorgen uns die Passagierzahlen vom Flughafen Düsseldorf. Demnach betrug die Diebstahlsrate pro Gast in 2008 0,0105%, in 2009 lautete die Diebstahlsrate 0,0074%. Das sind zwar nur 0,003 Prozent-Punkte (Achtung, die Betonung liegt auf Prozent-„Punkte“) weniger, aber bei so kleinen Zahlen bedeutet das einen Rückgang um fast 30%! und genau das wäre die richtige Information gewesen (Die Diebstahlsrate pro Gast ist um 30% zurückgegangen. Statt angegeben 0,003%). Bewusste Manipulation oder nur Mathe-Schwäche?

Deshalb immer mein Hinweis an die Studenten „Aufpassen bei Aussagen mit %-Zahlen, da wird zumeist manipuliert. Es sei denn, ihr wollt selbst manipulieren, dann nehmt %-Zahlen“.

Ach noch etwas, die DAK hatte auch festgestellt, dass 14% aller Deutschen im Urlaub schon mal einen Sonnenstich hatten. Wie man weiß, kann so etwas lange im Alltag nachwirken (siehe oben).
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Im Reiseradio www.reiseradio.org geht es diese Woche u.a. um zwei Journalisten, die den Meridian-Nachwuchspreis gewonnen haben und ihr Verständnis über Reisejournalismus. Außerdem gibt es Hintergrund-Informationen über Sri Lanka. In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es u.a. um den Verlust eines Männertraumes. Eine Stewardess der Air France, die sich nicht „liebevoll“ um schlafende Fluggäste kümmerte, sondern diese „lieblos“ beklaute. Wie schrecklich, wieder eine Ikone gefallen. Übrigens soll es demnächst auch zu diesem Thema neue internationale Statistiken geben.

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Die Mitarbeiter in den Servicecentern schuften sich kaputt, aber in den Amtsstuben liegt Asche auf den Schreibtischen

Leider kam schon in 2008 Unangenehmes aus Island. Der Zusammenbruch der drei größten isländischen Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir stürzte das internationale Finanzwesen in zusätzlichen Trouble. Der Schuldenberg dieser drei Banken betrug das Zehnfache der isländischen Wirtschaftsleistung.
Jetzt brachte die Aschewolke des isländischen Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull europaweit den Luftverkehr zum Erliegen.
Aber über den Gag der letzten Tage „erst verbrennen sie unser Geld, dann schicken sie uns frecherweise auch noch die Asche zurück“ kann man inzwischen nicht mehr lachen. Zu ernst ist die wirtschaftliche Situation für Fluggesellschaften, Reiseveranstalter, sogar für die gesamte Wirtschaft geworden.

Jetzt würde man naiverweise denken, alle bemühten sich mit äußersten Anstrengungen um Problemlösung bzw. Problemminderung. Weit gefehlt. Während die Mitarbeiter der ServiceCenter von Fluggesellschaften und Reiseveranstalter das ganze Wochenende bis fast zum Umfallen einen tollen Job für Ihre Gesellschaften und ihre Kunden machten, wofür man nur ein ganz großes Kompliment aussprechen kann (gleiches gilt für die Operationszentralen, Flughafenstationen, Presseabteilungen, Reisebüros und die Mitarbeiter in den Zielgebieten und von anderen Transportgesellschaften), war in verschiedenen Amtstuben für Vulkanasche kein Platz mehr, weil da ohnehin schon der Mehltau von Jahrzehnten die Schreibtische überdeckt. Man versteckt sich hinter einer britischen Computersimulation ohne eigene originäre Messdaten zu erheben. Gründe hierfür:
1. Das Forschungsflugzeug des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums ist bislang nicht einsatzbereit, da die entsprechenden Messgeräte erst eingebaut werden müssen. Dafür braucht das Zentrum mehrere Tage!! Gestartet werden soll nun am Montag, wahrscheinlich mit Beginn der regulären Arbeitszeit..
2. Von den sechs Lasermessgeräten des deutschen Wetterdienstes ist zur Zeit nur eines in München einsatzbereit, fünf andere Geräte befinden sich gleichzeitig in Wartung. Dies ist kein Scherz, sondern bittere Wahrheit.

Die Luftfahrtgesellschaften haben auf dieses behördliche Nichtstun selbst reagiert. Lufthansa berichtet von insgesamt 10 Überführungsflügen in unterschiedlichen Flughöhen ohne jegliche Probleme. Teilweise wurden an den Triebwerken vor dem Start neue Metallteile angebracht um schon geringste Aschebestandteile feststellen zu können. Alles ohne jeden Befund.
Auch die zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin hat entsprechende Erfahrungen mit gleichem negativem Ergebnis gesammelt. Auf einem der Flüge war sogar Air Berlin-Chef Achim Hunold persönlich an Bord um das Engagement der Airline und die Zuverlässigkeit in besonderer Weise zu demonstrieren.
Auch KLM, AUA und andere Airlines haben Flüge durchgeführt, mit exakt dem gleichen Ergebnis.
Ebenso flog Niki Lauda, ein anerkannter Luftfahrtexperte, am Sonntag demonstrativ selbst. Im Interview danach verwies er auf den von offizieller Seite zitierten Vorfall in Indonesien, der über 20 Jahre zurück liege. Die Triebwerke von damals seien aber mit der heutigen Generation nicht vergleichbar. Mit den Triebwerksherstellern habe aber keine Luftfahrtbehörde gesprochen.
Dies alles interessiert die Entscheidungsträger offensichtlich nicht.

Am unerträglichsten war bisher das Interview mit Verkehrsminister Ramsauer nach der sonntäglichen Tagesschau. Die Arroganz dieses Menschen war schlicht zum Kotzen. Entschuldigung für diesen Ausdruck, alles andere wäre eine Verniedlichung des Erlebten. Auf den Vorhalt des Pressedirektors der Lufthansa an Ramsauer, warum das Ministerium bislang keine eigenen Messdaten erhoben habe, reagierte Ramsauer mit einer unglaublichen Polemik. Er warf Lufthansa vor, dass dort Profitstreben vor Sicherheit ginge und im Übrigen sei er gewohnt nur mit Lufthansa-Chef Mayrhuber zu sprechen.
Angesichts der unmittelbaren Gefahr nicht nur für die Luftfahrt- und Tourismusunternehmen, sondern für die gesamt Wirtschaft, hätte man sich zudem auch ein Engagement von Wirtschaftsminister Brüderle gewünscht. Pech gehabt, auch abgetaucht, wie zumeist.

Deshalb wollen die Bissigen Bemerkungen an dieser Stelle auch mal so richtig polemisch werden: Ein Land das sich einen Verkehrsminister wie Ramsauer und einen Wirtschaftsminister wie Brüderle glaubt leisten zu können (man könnte getrost noch die Bundesbildungsministerin hinzufügen), braucht eigentlich keine Naturkatastrophen mehr.

Den letzten Gag leistete sich am Sonntagabend die deutsche Flugsicherung, die für einige Flughäfen für wenige Stunden den Luftraum öffnete (wahrscheinlich als kleines Goodie unter dem medialen Druck der Fluggesellschaften). Abenteuerlich aber die offizielle Begründung „es habe sich ein Schlupfloch in der Asche-Wolke aufgetan“. Wie sie das festgestellt hat, wird wohl auch ein Geheimnis der Behörde bleiben.

Zum Abschluss und Aufmunterung für die leidgeprüften Mitarbeiter in der Touristik noch zwei kleine Geschichten:
Ein Freund von mir, der eine Reise bei Neckermann gebucht hatte (solche Freunde habe ich auch), rief mich fassungslos am Samstagnachmittag an. Sein Reisebüro in Mönchengladbach (ein sog. unabhängiges Reisebüro, d.h. keiner Kooperation oder Kette angehörend) habe ihm auf seinen Umbuchungswunsch die Auskunft gegeben, das könne er nur am Flughafen direkt machen und er müsse dort mit Gepäck erscheinen um seine Reiseabsicht zu demonstrieren. Echt kein Scherz! Und Frank Elstner bzw. Guido Cantz standen auch nicht als Erklärung zur Verfügung. Mein Freund rief dann direkt beim Neckermann ServiceCenter an. Nach minutelanger Wartezeit (absolut angemessen für diesen Tag), bestätigte man ihm, dass das Reisebüro in der Tat um 11.00 Uhr angerufen hätte, aber den Inhalt des Gespräches konnte man nicht bestätigen. Natürlich wurde mein Freund sofort telefonisch wie gewünscht auf einen späteren Termin umgebucht.

Und noch den zweiten Schmunzler in diesen harten Zeiten. Am Flughafen Köln/Bonn waren alle Geschäfte geschlossen, bis auf zwei: ein Lebensmittelmarkt und ein Sex-Shop hatten geöffnet. Damit konnten wenigstens die letzten Grundbedürfnisse der verhinderten Touristen gestillt werden.

Und eines konnte man auch noch machen. Am Samstag den Halbmarathon rund um den Airport Hannover laufen. Und hier die Erfolgsmeldung: ich habe meinen ersten Halbmarathon mit Erfolg und in der anvisierten Zeit absolviert. Ich hatte ja bis zuletzt mit einer Absage gerechnet, „wegen zuviel Asche auf der Laufstrecke“. Aber das einzige was meine Schuhe aufwirbelten, war ganz ordinärer Straßenstaub.

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ITB 2010 – „Same procedure as every year“ oder hat noch jemand einen Joker in der Tasche?

Schon wieder ITB (Internationale Tourismusbörse in Berlin)? Warum eigentlich? Ach so, die ITB gehört zur Branche, wie das Gaggern zum Eierlegen. Na, dann mal los, mit dem Gaggern, die ITB ist das ideale Forum dafür.

Leider hat Google einen Frühstart hingelegt. Die Meldung „Reisesuche im Web läuft prächtig“ hatte ITB-Format. Da hat Google mal so richtig auf die Pauke gehauen. „Suchanfragen, die typisch für die Einleitung konkreter Buchungsschritte sind“, das klingt gut. Sagt ja auch der „Head of Travel bei Google“. Das ist ein toller Titel, aber offensichtlich mehr Travel als Head.
Und das sind laut dieser Meldung die Super-Suchtrends:
„Pauschalreisen günstig“ plus 750 Prozent
„Flüge vergleichen“ sogar plus 917 Prozent
Was müssen das vorher für mickrige Zahlen gewesen sein, wenn man die so steigern kann? Aber solche prozentuale Steigerungen geben für die Berichterstattung eine Menge her, sind sie auch noch so absurd.

Dabei könnte die wirklich wichtige Meldung ungefähr so lauten:
„Die bereits bekannten Trends beschleunigen sich“.
- Polarisierung der Nachfrage wird noch stärker. Das untere Segment und das obere wachsen weiter. Gähn, gähn – ach wie langweilig. .
- Es wir noch mehr Spätbucher geben als letztes Jahr. Gähn, gähn – wie langweilig.
- All Inklusive wird noch weiter wachsen. Gähn, gähn – wie langweilig
Sorry, ist aber leider so. Interessiert aber nicht.
Dann versuchen wir es mal damit:
- Die Pauschalreise lebt noch. Ach was, das passt aber gar nicht in die Neuzeit.
- Die Reisebüros leben auch noch, die Veranstalter wollen sogar noch welche dazu erwerben. Ach was, das passt aber gar nicht in die Google-Zeit.

Ob ich noch zur ITB gehe? Na klar, will ja „mitgaggern“.
Deshalb müssen die BBBs noch schnell ein paar ITB-Meldungen erfinden:

Meldung 1: Die Kontrolle an den Eingängen der ITB wird dieses Jahr vom Personal des Flughafens München durchgeführt. Vor allem wenn Schichtwechsel ist, kann man auf die Messe mitschleppen was man will.

Meldung 2. Lufthansa wird bekannt geben wie der neue A380 heißen soll. Bekanntlich sind (wahrscheinlich durch Manipulation) innerhalb von 48 Stunden 8.000 positive Bewertungen für den Namen „Stalingrad“ eingegangen. Das will aber Lufthansa nicht gelten lassen. Jetzt soll der Super-Jet auf den Namen „Silke Kohlschitter“ getauft werden. Das ist die taffe Arbeitsrichterin vom Arbeitsgericht Frankfurt, die eigentlich LH-Management und VC-Cockpit blamiert hat, weil sie vormachte, wie man Einigungsgespräche sinnvoll führt. Besser kann sich LH nicht bedanken, dass sie Millionen an Streikkosten gespart hat.

Meldung 3: Der Fugzeughersteller Airbus sucht bekanntlich einen Käufer für seinen Toilettenhersteller Dasell. Auf der ITB wird die Bundesregierung bekannt geben, dass sie kaufen wird. Mit ihrem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ hat sie soviel „Sch….“ gebaut, dass professionelle Entsorgung benötigt wird.

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Sozialschmarotzer in der Reiseindustrie

Zu Lasten der Allgemeinheit fröhlich leben, ein aktuelles Thema an beiden Enden der Gesellschaft. Am einen Ende der Betrüger der gehobenen Klasse, der sein Geld ins Ausland geschafft hat, um keine Steuern zu zahlen und am anderen Ende der Empfänger von Sozialleistungen der partout jegliche Arbeit ablehnt (idiotischerweise aber noch aufwertend und bezahlt durch die Talkshows gereicht wird, siehe letzte Sendung Kerner).
Dazwischen gibt es noch die kleinen individuellen Sozialschmarotzer, die sich dann noch für besonders genial halten. So ein Typ (vielleicht auch mehrere) treibt sich auch durch die Reiseindustrie. Da gründet jemand ein Unternehmen der Reisebranche. Inhaber und einziger Mitarbeiter ist derselbe Typ. Geschäftszweck: Unter dem Deckmantel Reiseunternehmen zu sein, wird ausschließlich das Internet nach PEP-Angeboten durchsucht, um sie für sich persönlich zu nutzen.
(Für der Reiseindustrie fern Stehende sei erklärt: PEP-Angebote sind sehr preisgünstige Angebote der Reiseindustrie, von noch nicht ausgebuchten Flug- und Hotelkapazitäten, ausschließlich für Mitarbeiter der Reiseindustrie, die bei dieser Gelegenheit einzelne Zielgebiete besser kennen lernen sollen.)

Dieser Mann, nennen wir ihn mal mit seinem Vornamen Mateusz, das wird ihn besonders freuen, sucht über seine Homepage männliche Reisepartner, um mit Ihnen, durch Nutzung besagter PEP-Angebote, preiswert das ganze Jahr fröhlich durch die schönsten Gegenden dieser Welt zu fliegen. Andere Geschäfte betreibt dieses „Unternehmen“ nicht. Seine (zugegeben gut gemachte) Homepage (www.pep-travel.com) dient also allein der Partnersuche und die Reisebranche soll seine Reisen dann alimentieren. Ob der Typ auch noch DRV-Mitglied ist?
Auf der Homepage wird auch mit „seinen Geschäftspartnern“ geglänzt. Air Berlin ist demnach besonders präferierter Partner. Natürlich wird nur die Business-Class der Air Berlin gelobt. Man reist ja standesgemäß. Ob Air Berlin von ihrem „Edelpartner“ weiß?
Unter „über Firma“ wird sich dann selbst kräftig gelobt, dabei auch vor einem Plagiat nicht Halt gemacht. Die „Lustige Version über mich“ wurde schon vor Jahren als Beschreibung des Reiseexpedienten verbreitet. Der entsprechende Hinweis fehlt natürlich.

Die Bissigen Bemerkungen haben hierzu eine klare Meinung, sie ist identisch mit der Meinung über Steuerflüchtlinge ins Ausland und mit der Meinung über jene die sich mit Vorsatz vom Staat aushalten lassen: Verschweigen wäre eine Tat gegen die Allgemeinheit. Und wer rechtliche Bedenken hat einzelne namentlich zu nennen, kann gerne in seinem Rechts-Elfenbeinturm weiter träumen. Dann bricht „unser Laden“ irgendwann garantiert auseinander.
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In eigener Sache:
Seit kurzem sind die Bissigen Bemerkungen auch bei Facebook. Der „technische Begleiter“ der BBBs meinte, das müsse sein und hat eine Fanseite für die BBBs in Facebook eingerichtet. Obwohl erst zwei Wochen vergangen sind und ohne es zu publizieren, gibt es bereits 79 Fans auf der Fanseite. Da gilt es Danke zu sagen. Und bei allein 3.400 Abonnenten des Newsletters und nochmals 4.000 Lesern die jede Woche direkt auf der Homepage sich die BBBs zu Gemüte führen, kommen vielleicht noch einige Fans dazu.

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“Lufthansa wird airberliniger” und andere Überraschungen

Manchmal gibt es Wochen, da weiß man mangels echtem Knaller wirklich nicht, worüber die Bissigen Bemerkungen berichten sollen (siehe BBB vom 9.2.09 „Albträume in einer Vollmondnacht“). Dann gibt es glücklicherweise wieder Wochen wie diese, da könnte man vor Freude gleich mehrfach zubeißen.

Eine kleine Auswahl gefällig?
1. Fusion von British Airways und Iberia: „Wenn zu einer Behinderung noch eine zweite dazu kommt, wird man nicht gesünder“ oder noch besser „Zwei Flügellahme wollen Jumbo werden“.
2. Angeblich kippt die Steuerermäßigung für Hotels: Das wäre fast Höchststrafe für einen Branchen-Doppelfehler. Zum einen hat sie extrem übertrieben ein nur zur Hälfte gehaltenes Wahlversprechen bejubelt (versprochen waren Steuerermäßigungen für Hotels „und“ Gastronomie). Zum anderen hat sie lauthals einen eigenen Wortbruch verkündet, nämlich die Steuerermäßigung nicht als „dringend notwendige Preisermäßigung“ weitergeben zu wollen, sondern „dringend notwendig für sich zu behalten“ (wofür auch immer).
3. Die Bundesregierung will mal wieder Streber sein und als erstes Land eine neue EU-Richtlinie umsetzen: Steuer auf das Essen im Flugzeug. Bei dem mageren derzeitigen Angebot an Bord kann da nicht viel Steuer anfallen.
4. TUI bietet Schönheits-OPs auf Reisen an und hat erfreulicherweise damit bei sich selbst angefangen: Malus verbessert, mehr Kapazitäten versprochen, Preise gesenkt, mehr „Extrawürste“ eingeführt und das ganze auch noch emotionaler verpackt. Wenn jetzt die Buchungstechnik noch stimmen sollte, wäre das alles eine „schlechte Nachricht“ für einige Reisebüros: Sie bräuchten ein neues Feindbild.

Aber der wirkliche Hammer der Woche war die Überschrift „Lufthansa wird airberliniger“ in Spiegel online. Da wird die Lufthansa-Presseabteilung beim Lesen ziemlich geschluckt haben, das war schon ein kleiner Kommunikationsgau. Aber auch inhaltlich kann dieser Ansatz, zumindest wenn er auch so gemeint sein sollte, nicht aufgehen. Alte BWL-Weisheit: „Wenn man die Konkurrenz kopieren will, macht dies nur Sinn, wenn die Kopie besser wird als das Original“. Wenn man das nicht kann, dann sollte man sich auf seine Stärken besinnen und diese intensivieren.
Kommentar eines Militär erfahrenen BBB-Lesers: „Nie auf das Schlachtfeld begeben, das der Gegner gewählt hat“. Und ein anderer BBB-Freund, mehr Fußball erfahren und offensichtlich auch sonst noch bewandert, gab den Hinweis: „Vermeide Auswärtsspiele (außer in der Liebe)“.

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Frühbucherfrist bis Ende Juli?

Alle sprechen von einem tollen Last Minute-Sommer, zumindest quantitativ. (Nur so nebenbei, das wurde von den Bissigen Bemerkungen schon anfangs des Jahres genau so vorhergesagt. Dafür gab es dann auf der ITB leider mehrfach heftige Kritik. Was soll´s, das haben wir weggesteckt.). Aber oh Schreck, da kommt die Nachricht auf den Schreibtisch „Frühbucherfrist bis 31. Juli verlängert“. Ja, sind da jetzt einige total verrückt geworden? Zum Glück kam einige Zeilen später Entwarnung. Es handelte sich um die Einladung zur DRV-Jahrestagung im Dezember in Ägypten. Da ist frühbuchen bis zum 31.7. durchaus angesagt (gemeint ist mehr der zeitliche Vorlauf, weniger ein eventueller Mangel an verfügbaren Plätzen).

Themen wird es dann genügend geben, wenn man die Buchungsentwicklung dieses Sommers Revue passieren lässt. Auf der Tagung sollte man aber weniger theoretisch über Krisen, Krisenentstehung und wie stark haben wir alle unter der Krise gelitten palavern. Vielmehr sollten konkrete (nicht allgemeine!) Erkenntnisse dargestellt und die daraus notwendigen Folgerungen erarbeitet werden.

Zum Beispiel: Welche Konsequenzen muss man aus der kurzfristig extremen Ausweitung des Urlauberwunsches nach Al Inklusive ziehen? Und das nicht nur für die künftige Produktgestaltung und Preisbildung, sondern auch für die Infrastrukturentwicklung der wichtigsten Zielgebiete. Und wenn man weiterdenkt:
Wie schnell und wie stark wird dieser Trend für den Deutschland-Tourismus durchschlagen?

Anderes Beispiel: Wie kann die Branche auf die Entwicklung im Last Minute-Bereich reagieren? Dabei aber nicht nur an den nächsten Sommer denken, sondern an den nächsten Winter! Lassen wir mal den aktuellen Buchungsstand für den kommenden Winter beiseite, wer denkt jetzt schon an Winterurlaub. Wichtiger ist etwas anderes: Schon in zwei Monaten ist Bundestagswahl. Und unmittelbar danach, werden die dann Regierenden die Liste ihrer Grausamkeiten vorlegen. Erinnern Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, an die Erhöhung der Mehrwertsteuer nach der letzten Bundestagswahl, als aus dem Wahlkampfversprechen der CDU von plus 2% und dem Wahlkampfversprechen der SPD von keiner Erhöhung, der „saubere mathematische Durchschnitt von 3% gebildet“ wurde? Stellen wir uns mal darauf ein, dass uns im 4. Quartal 2009 ähnliche Überraschungen präsentiert werden. Als Folge wird es die gleiche Verunsicherung der Bevölkerung hinsichtlich ihres Einkommens geben, wie anfangs dieses Jahres. Und wer noch an eine generelle Mehrwertsteuersenkung für das Gastgewerbe glaubt, wie gerade eben von den französischen Nachbarn vorgemacht, der glaubt auch die Erde sei eine Scheibe und Männer würden Frauen verstehen.
Die Konsequenzen für das Buchungsverhalten der potenziellen Touristen liegen auf der Hand. Da sollte man schon heute über eine entsprechende Kommunikations-Strategie nachdenken und nicht so schwer „in die Gänge kommen“ wie in diesem Sommer.

Die Geschichte von Luxor (Gloria und Untergang) sollte aber nicht zum Menetekel für die Branche werden. Also rechtzeitig „pro-aktiv“, so heißt das neue Zauberwort, gegensteuern. Die Preissenkungen sind ja schon ein Anfang, aber das alleine wird nicht reichen.

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ITB 2009: Reiseanalyse, chaotische Verkehrssituation und einen schönen Preis für die Bissigen Bemerkungen

1. Reiseanalyse 2009
Die Bissigen Bemerkungen von letzter Woche („nicht den historischen Fehler von 2002 wiederholen“) führten zu heftigen Diskussionen in Form von Email-Zuschriften und ergaben sowohl neue Klick-Rekorde für die BBBs als auch eine unerwartet hohe Anzahl neuer Newsletter-Abonnenten. Vielen Dank.
Insbesondere durch die traditionell auf der ITB vorgestellte Reiseanalyse, das wohl renommierteste Marktforschungsergebnis der Branche, fühlen sich die BBBs bestätigt.
Demnach sehen 75% der Bevölkerung die Finanzkrise als besorgniserregend an, aber nur 15% geben an, dass ihre Urlaubsplanung davon betroffen sei. Natürlich ist 15% immer noch eine sehr hohe Zahl, aber nach den Daten der Reiseanalyse wird sich diese Betroffenheit eher in einem „Sparen am und im Urlaub“ äußern als im „totalen Reiseverzicht“. Neben den bereits Gebuchten haben sich 45% der Bevölkerung bereits definitiv für eine Urlaubsreise in diesem Jahr entschieden, aber noch nicht gebucht (das sind ca. 10% mehr als in 2008) und weitere 25% halten eine Urlaubsreise in 2009 für möglich.
Bei den geplanten Urlaubsreiseausgaben wird es noch interessanter. 58% wollen in 2009 gleich viel ausgeben wie in 2008, 9% wollen mehr ausgeben und 11% wollen weniger ausgeben. Insofern stimmen diese Zahlen mit dem Trendbarometer der Dresdner Bank überein. Aber, und jetzt kommt eines der wichtigsten Befragungsergebnissen, auf die Frage an die 11% die weniger ausgeben wollen und an die 22% hinsichtlich der Reiseausgaben noch unentschlossenen Bucher, wo sie mögliches Einsparungspotenzial sehen, antworteten 30% mit „Suche nach Sonderangeboten“.

Liebe Veranstalter und andere Reiseanbieter, das Thema Reiseschnäppchen (und in Folge „Last Minute“) möchtet Ihr am liebsten zum Tabu-Thema erklären. Aber diese Nummer läuft nicht. Wenn Ihr sehr laut über Eure Sparpotenziale nachdenkt, könnt Ihr das gleiche Denken Euren potenziellen Kunden nicht verwehren. Und die sind zu einem wesentlichen Teil der Meinung, wenn wir schon in einem Krisenjahr verreisen, dann wollen wir auch etwas als Gegenleistung, sprich Boni, bekommen. Dass man in der Höhe des Preisnachlasses angesichts des substanziellen Inhalts der Befragung nicht übertreiben muss, ist eine andere Frage. Es geht mehr ums Prinzip. Verstanden?
Also, Marketing und Yieldmanagement übernehmen Sie.

2. Verkehrssituation während der ITB
Das war teilweise die absolute Frechheit was sich die Berliner Verkehrsbehörden (oder wie immer diese bürokratischen Kurzdenker heißen mögen) während der ITB geleistet haben. Ausgerechnet am ersten Messetag „musste unbedingt“ eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen zur Messe neu geteert werden. Da war kollektives Zuspätkommen für die Messeleute angesagt. Warum es außerdem nicht möglich ist an der Abbiegung Neue Kantstraße zur Messe für die Stoßzeit morgens eine andere Verkehrsregelung als nur eine einzige Abbiegerspur zu schaffen wird auch ein Berliner Geheimnis bleiben. In Hannover wird zur Cebit der Messeschnellweg auf allen Fahrbahnen morgens zur Einbahnstraße hin und abends zur Einbahnstraße zurück erklärt. Klappt hervorragend. Hannover mag in den Augen von Euch Hauptstädtern zwar Provinz sein, nichtsdestoweniger könntet Ihr etwas davon lernen. Da wirkt die gerade gestartete Berliner Freundlichkeitsoffensive direkt lächerlich, wenn morgens gefrustete Taxifahrer auf ebenso gefrustete Messebesucher treffen.
Also, erstmal Hausaufgaben machen.

3. Preis der Vereinigung der Deutschen Reisejournalisten (VDRJ-Preis) für Karl Born
In einer sehr stilvollen Veranstaltung und mit einer außergewöhnlichen Laudatio durch Rolf Nöckel von der Westdeutschen Zeitung, standen die Bissigen Bemerkungen im Mittelpunkt der Verleihung des VDRJ-Preises (Mehr zum VDRJ siehe unter www.vdrj.org). Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Karl Born mit einer Drohung: Er wolle noch die 500. Ausgabe der BBB schaffen. Konkret hieße dies, dass die Branche noch zwei Jahre mit den Bissigen Bemerkungen leben müsse.
Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank an den VDRJ für den Preis und an Rolf Nöckel für die Laudatio (Bild von der Preisverleihung unter www.vdrj.org/index.php?op=pages&pageid=118)

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Superzielgruppe „Best Ager“? Nicht bei DERTOUR nach Afrika

Die Best Agers sind aktuell die Zielgruppe schlechthin. Alle sind bestrebt in dieser wachsenden und überwiegend noch kaufkräftigen Käuferschicht sich ihre Scheiben abzuschneiden. Alle? Fast alle.
Da blättert man entspannt durch den DERTOUR Sommerkatalog für Afrika und stutzt: Maximumalter 58 Jahre. Und das bei insgesamt zwölf Reisen.

Okay, hin und wieder findet man schon Altersbeschränkungen. Bei einem Tauchveranstalter an der Algarve steht Altersbeschränkung 80+. Einige Leihwagenfirmen haben keine direkte Altersbeschränkung, sondern fordern bei Fahrern über 70 Jahren einen kleinen Risikozuschlag.
Aber Maximumalter 58 Jahre, das schmerzt den Best Ager schon gewaltig. Da tröstet wenig, dass das Maximumalter bei DSDS schon bei 30 Jahren liegt. Das ist ja auch eine gehobene Kindersendung, da fühlt sich der Best Ager nicht so angesprochen.
Aber zu alt für eine Afrika-Rundreise? Gerade jetzt wo man so stolz auf seine Spätform ist und auch endlich Zeit und Geld hat? Das trifft das Ego zutiefst.

Leider gibt der Katalogtext keinen Hinweis auf das „Warum“. Warum überhaupt und warum ausgerechnet so exakt 58?

Also nichts wie rein in das nächste Reisebüro oder genauer gesagt in mehrere Reisebüros und in unterschiedlichen Städten. Das wichtigste zuerst: alle Reisebüromitarbeiterinnen waren sehr freundlich. Kompliment. Aber alle, wirklich alle, hatten bis dahin die Altersbeschränkung noch nicht gelesen und übten sich in Vermutungen. „Vielleicht zu anstrengend?“, wurde angesichts des fitten Gegenüberstehenden nur zögernd geflüstert. „Gilt sicherlich auch nur für einige“, wurde gleich nachgeschoben. Aber der in seinem Stolz getroffene Best Ager lässt nicht locker. Warum gerade 58 und warum so absolut limitierend?

Also Anruf bei DERTOUR. Zitieren wir nur die zwei „prominentesten“ Antworten:
1. Beim Aufbau der Zelten hätten sich die Älteren als nicht so kooperativ bewiesen. Dummerweise war die eine Testperson ausgerechnet ein „sehr erfahrener“ Zeltaufbauer. Sein Vorschlag, er könne ein „Zeltaufbau-Zertifikat“ vorlegen, wurde allerdings nicht weiter verfolgt.
2. Der Subunternehmer vor Ort lege Wert auf eine homogene Zielgruppe zwischen 25 und 40 Jahren. Hoppla. Deshalb steht also in der Reiseausschreibung Mindestalter 18 Jahre und Maximumalter 58 Jahre. Diese Logik überzeugt auch nicht so besonders.

Da überzeugte dann schon mehr die Bemerkung der Reisebüromitarbeiterin sowohl im ATLAS- wie auch im First-Reisebüro „Buchen Sie doch bei TUI, die haben so etwas nicht“.

Kurz überlegt man noch, ob man sich nicht ein kleines Taschengeld durch eine Diskriminierungsklage verdienen sollte, aber angesichts der wirklich netten Reisebüroverkäuferin, wurde das als unfair verworfen.

Schwacher Trost, DERTOUR-Chef Michael Frese dürfte seit kurzem auch nicht mehr! Falls er wollte. Aber da er nach eigenen Angaben gerade mit dem Golfspielen angefangen hat, ist er doppelt aus der Zielgruppe für diese Rundreisen raus.

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Die Reisebranche verbreitet Optimismus. Ist das taktisch klug?

Letzte Woche war Jahrestagung des Deutschen Reiseverbandes DRV, diesmal in Budapest. Same procedure as every year: Bester Optimismus hinsichtlich des künftigen Käuferverhaltens. Seelenmassage nach alter Einzelhandelstradition. Wenn in den Medien steht, dass alle kaufen, dann werden auch alle kaufen. Eine Art sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Die Bissigen Bemerkungen wollen im Folgenden nicht beurteilen, ob dies inhaltlich richtig ist oder nicht. Es stellt sich vielmehr die Frage nach dem Zeitgeist. Der Ruf nach staatlicher Hilfe ist angesagt. Der erste Bankmanager hat schon laut und vernehmlich darüber spekuliert, dass sein Haus eigentlich keine Hilfe brauche, er aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen überlege, die Hilfe trotzdem in Anspruch zu nehmen.

Nach Landesbanken und Privatbanken ruft nun die Automobilbranche um Rettung. Landes- und Bundespolitik überbieten sich bereits nach dem Motto „Wer gibt mehr“. Als nächstes haben sich die Autobanken von VW und BMW gemeldet. Ist doch logisch. Wenn es Bankbranche und Automobilbranche schlecht geht, dann muss man den Autobanken quasi doppelt helfen. Die Versicherungsbranche hat sich ebenso gemeldet, wie Flugzeugindustrie, Stahlkonzerne und die Windenergie.
Steinbrück warnt zwar schon vor der „Prozession der Bittsteller“, aber diese formiert sich bereits. Und „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ in Form von Merkel/Steinbrück (im Prinzip auch nichts anderes als ohnehin schon!).

Dabei hat die Touristik beste Argumente. Einige Branchen haben bereits Zwangsurlaub angekündigt. Welch ein toller Begriff für die Tourismusbranche. Die Menschen müssen „zwangsweise“ in Urlaub fahren. Jetzt muss nur noch jemand das Geld geben, dass sie es auch können. Entweder den Urlaubern direkt oder der Branche damit diese noch attraktivere Angebote basteln kann.

Prima, wenn das Geld auf den Bäumen wächst. Oder ist das vielleicht unser aller Steuergeld (auch meines), das da gerade großzügig verteilt wird?

Wenn das der alte Thomas Cook noch erlebt hätte. Am 22.11. jährt sich übrigens zum 200.mal sein Geburtstag. „Happy Birthday“ Tommy.

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Zwei Wochen Mallorca und ein Pfund Kaffee bitte

Die ersten Reisebüros drehen den Spieß um. Endlich!
Ok, das Datum 1. April ist nicht glücklich, denn es soll ja kein Aprilscherz sein und dafür könnte es mancher Zeitgenosse halten. Das wäre schade.
Die BBBs haben schon immer die Meinung vertreten, und zwar nachhaltig wie man heute so schön sagt, dass Reisebüros, die nur Reisen verkaufen, leicht schwächeln könnten. Dabei sollte man jetzt nicht unbedingt von einer „Zwei-Säulen-Strategie“ reden, das klingt im Moment auch nicht gerade zukunftsfähig.
Nein, mal ganz einfach nachdenken, wie eines der Reisebüro Grundprobleme heißt: Fehlende Frequenz!

Wie schafft es ein Reisebüro potenzielle Kunden öfters bis regelmäßig in das Büro zu locken. Anders war die Tchibo-Idee „Jede Woche eine neue Welt“ schließlich auch nicht angelegt. In den Reisebüros ist das zwar nicht jede Woche eine „neue Welt“, aber selbst in dieser einen (alten) Welt gibt es jede Woche etwas Neues zu entdecken. Wie man sieht, so weit liegen Tchibo und Reisebüro nicht auseinander.

Also dachte sich ein kreativer hannoverscher Reisebüroinhaber (TUI TravelStar), dem der ganze Reiseverkauf bei Tchibo, Aldi, Lidl, Plus und wie diese Einzelhandels-Fuzzies alle heißen, schon lange „stinkt“, jetzt muss das Imperium (leichte Übertreibung durch die BBBs) endlich mal zurückschlagen. Und so läuft diese Woche eine Aktion (zusammen mit acht [?] anderen Büros) „Pfundweise Tchibo- Kaffee“ und das zu einem supergerösteten Preis von 2,99 Euro pro Paket. Dazu gibt es noch einen Reisegutschein über 25 Euro. Im Vergleich dazu ist ein Billigflug mit der hannoverschen TUIfly zu 19,99 Euro ja schon fast Wucher.
Die einheimische Presse jubelt kräftig mit und da dürften die 1.000 Kg Kaffee schnell über die Theke gehen.

Fazit: Bleibt es bei einer „einmaligen“ Aktion wäre es ein netter PR-Gag, aber schnell vergessen.
Bleibt Schnell-Variante 1: „Jede Woche etwas Neues in unserer Welt“ und das auf Dauer auch „erträglich“ kalkuliert.
Und Dauer-Variante 2: Langfristig trägt nur das „Tankstellen-Modell“: Umfangreicher Zusatzverkauf im Reisebüro und das nicht nur mit reisenahen Artikeln.

Fazit für die BBBs: Sich am 1. April rechtzeitig auf den Weg nach Hannover zu machen um so ein billiges Pfund Kaffee zu ergattern (vorausgesetzt man musste sich nicht schon morgens in der Früh´ anstellen). Und wehe, wenn es doch nur ein April-Scherz war!

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