Archiv für Zukunftsthemen

Dumm, dümmer, Flughafen München – und was uns demnächst passieren kann

Eigentlich wollten die Bissigen Bemerkungen vorerst nicht mehr über das Thema „Sicherheit an Flughäfen“ schreiben, aber das unglaubliche Versagen am Münchner Flughafen kann nicht unkommentiert bleiben. Es passt einfach so schön bestätigend zu unseren Bissigen Bemerkungen vom 4.1.2010 („2010 – ein Jubeljahr für Nacktscanner-Fetischisten?“).
Da löst der Laptop eines Passagiers Alarm aus, Die Sicherheitsleute bemerken es, leider mit einer Reaktionszeit, die auf übermäßigen Genuss von Valium schließen lässt. Der Passagier jedenfalls hatte inzwischen Jacke und Mantel vom Band genommen, seinen Laptop abgewischt (!) und war verschwunden. Wie immer im Nachhinein großes Super-Action. Aber niemand konnte sagen wo der Passagier abgeblieben war.
Die aktuelle Informations-Nummer die nun die Verantwortlichen „abziehen“ ist noch peinlicher. „Alles kein Problem“, war nur ein doppelter Fehlalarm: erstens war im Laptop kein Sprengstoff und zweitens sei der Passagier nicht geflüchtet, die Auswertung der Videobilder zeigen, dass er nochmals durch die Sicherheitskontrolle ging. Entschuldigung, seid Ihr total bescheuert? Das soll mich beruhigen? Da wird ein Mann intensiv am Flughafen gesucht und der läuft seelenruhig ein zweites Mal an den Sicherheitsleuten zur Kontrolle vorbei. Das ist Wahnsinn pur.
Wer sagt mir, dass der Mann nicht doch ein Terrorist war, der nur einmal austesten wollte, wie pennerhaft die Sicherheitsleute am Flughafen München arbeiten.

Ich stelle mir gerade vor, es gäbe in München schon die Nacktscanner. Und da zeigt das Computerbild einen Mann mit einem Sprengstoffgürtel. Wahrscheinlich würde der Beamte sofort seine Kumpels rufen „Hey kommt mal her, da könnt ihr mal einen Sprengstoffgürtel sehen“. Der nächste kommentiert „Ah, ist ja richtig interessant“, ein weiterer fängt an aufzuzählen wie viel Sprengstoff dran ist. Und wenn sich die allgemeine Begeisterung über diesen wertvollen Fund, der nur durch den Nacktscanner aufgedeckt werden konnte, gelegt hat, ist der Passagier schon längst verschwunden.

Mir macht jetzt schon Kummer, was passieren wird, nachdem unsere amerikanischen Sicherheitsfetischisten die Münchner Story gelesen haben. Das gibt garantiert eine neue Sicherheitsanweisung an die Europäer. Wahrscheinlich muss man künftig vor der Sicherheitskontrolle seinen Pass abgeben, den man erst zurückbekommt, wenn alle Bilder, Tests und Hundeschnauzen ausgewertet sind. Ganz großes Kino jedenfalls.

Aber schon zeichnet sich am Horizont die nächste Sicherheitsstufe nach Nacktscanner und Nacktfliegen ab. Japanische Forscher haben Goldfische ohne Hautpigmentierung gezüchtet. Die jetzt lichtdurchlässigen Schuppen geben die Sicht auf sämtliche Organe frei. Im nächsten Jahr will diese Forschergruppe auch transparente Frösche „zur Marktreife bringen“ (Originaltext). Da haben wir es doch. Irgendwann in nicht zu ferner Zukunft dürfen nur noch genmanipulierte transparente Fluggäste fliegen. Da kann man auch nichts mehr im Körper verstecken. Und die Zeit für Handgepäck in der Kabine ist ohnehin schon bald abgelaufen. Das wurde jetzt auch erstmals aus Kreisen der Reiseindustrie gefordert. Nein, nicht von Ryanair, sondern von Vural Öger von Öger-Tours.

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Dabei hätte es noch so viel in dieser Woche zu berichten gegeben. Zum Beispiel die Absage von Ryanair für Flüge am 20.Januar nach Dublin. Das Deutsch auf deren Homepage, hatte das Format chinesischer Gebrauchsanweisungen in Deutsch vor 20 Jahren. Auf jeden Fall Kabarett reif.
Und, und, und, vielleicht in der nächsten Woche.

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2010 – ein Jubeljahr für die Nacktscanner-Fetischisten?

Alles Gute für 2010! Keine Branche freut sich so sehr auf das neue Jahr wie die Flughafen-Sicherheitsindustrie. Endlich hat man einen „guten“ Grund um noch mehr aufzurüsten. Eine ganze Branche und übereifrige Populisten (einige Voyeure sind nicht auszuschließen) rufen gemeinsam Halleluja, das Jahr fängt ja gut an. Endlich können wir die Diskussions-Klamotten vom letzten Jahr wieder aus der Schublade holen und unsere lieben und teuren Nacktscanner verkaufen. Der große Coup, den die Pharma-Industrie mit ihren Schweinegrippe-Impfstoffen nicht ganz geschafft hat, die Sicherheitsfirmen haben gute Chancen ihn zu realisieren. Vorneweg der sog. „Innenexperte“ der CDU, Wolfgang Bosbach. Von Merkel zum zweiten Mal bei der Kabinettsbildung mit Vorsatz übersehen, hat er wieder als erster gewusst was das Land braucht: Nacktscanner. Wirklich schlimm, wie sich einige Politiker bei diesem Thema voreilig austoben dürfen.

Bevor man über die nächste Sicherheitsstufe diskutiert, könnte man aber auch aus dem Folgenden Konsequenzen ziehen:
– Angeblich wurde der Attentäter in Amsterdam an den Sicherheitskontrollen
vorbeigeleitet („armer Verfolgter aus Sudan, dem man das ersparen sollte“).
– Wenn man es geschickt anstellt, kann man auch in Deutschland alles Mögliche an den Kontrollen vorbeischleusen (siehe BBBs vom 5.4.2009 „Wie man mit 5 Liter Flüssigkeit locker an der Flughafen-Sicherheitskontrollen vorbei kommt“).
– Die Gewerkschaft der Polizei berichtet, dass es Bundespolizisten bei Tests immer wieder gelinge Waffen (die heute schon erkannt werden müssten) an den Kontrollen am Flughafen vorbeizuschmuggeln, und zwar in einem erheblichen Prozentsatz.
– Werden wohl nicht nur in Amsterdam Leiharbeitskräfte beschäftigt, bei denen die persönlichen Sicherheitsstandards nicht mit gleicher Konsequenz überprüft werden (können/sollen?). Wie schlecht die Stimmung „dieses Personals“ zumeist ist, dürfen wir Passagiere immer wieder aufs Neue „erleben“.
– Bekommt man im Duty-free-Shop vieles von den Dingen, die man vorher abgenommen bekommen hat. Aber das Sortiment hier einzuschränken, das schafft niemand. Zu sehr stehen hier handfeste wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel. Und im Zweifel schlägt Profit die Sicherheit (alte Lebenserfahrung).
– Und was die ganze Informations-Sammel-Neurose der Amerikaner wert ist, kann man am besagten Attentäter von Detroit präzise verfolgen. Man wusste soviel über diesen Mann, hat es aber im entscheidenden Moment nicht zusammen bekommen. Und jetzt wollen unsere „Freunde“ noch mehr Informationen vorab.

Wir, die lieben Fluggäste, werden diesem Mehr an Sicherheit nicht entgehen können, ob es etwas bringt oder nicht. Das einzig Gute an alledem. Die Mehrzahl der Fluggäste weiß dies, entgegen der politischen Hysterie, richtig einzuschätzen. Sie ärgern sich zwar tierisch bei den Flughafenkontrollen über Unfreundlichkeit und vieles deren Sinn sie nicht nachvollziehen können, aber sie fliegen trotzdem. Und das ist gut so.
Aber irgendwo muss Schluss sein mit dem größten Unsinn. Denn als nächste Diskussionsstufe steht an: Versteck von Sprengstoff in einer „rektalen Körperöffnung“. Was das dann bedeutet kann sich jeder selbst ausmalen. Einige BBB-Leser haben als Kommentar zu den BBBs vom 30.11.2009 sich bereits geäußert (Sicherheitscheck erspart den Gang zum Urologen). Und die Folge danach heißt konsequenterweise „Nackt fliegen“. Das ist nur theoretisch lustig. Denn, liebe Leserinnen und Leser, die Person an die Sie jetzt freudig denken, sitzt garantiert im Flugzeug nicht neben Ihnen.

Dabei könnte man das ganze Thema auch in anderem Licht sehen. Einmarsch in den Irak, Guantanamo, Kunduz, Truppenaufstockung in Afghanistan einerseits und mehr Sicherheit bei uns (“Was war zuerst, Henne oder Ei Diskussion”). Aber nur nicht nachdenken. Dabei können wir diesen Wettlauf nur verlieren. Ein einzelner wird immer eine Möglichkeit finden auch das engmaschigste System zu unterlaufen (siehe oben).

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In eigener Sache:
Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen für Ihr Interesse im Jahr 2009. Über 320.000mal wurden die Bissigen Bemerkungen gelesen, entweder von den inzwischen mehr als 3.300 Abonnenten oder auf der Homepage direkt. Die imposante Steigerung gegenüber 2008 lässt vermuten, dass wir mit Themenauswahl und Stil ganz gut liegen. Wir werden uns weiter anstrengen, auch wenn das nach mehr als 437 Ausgaben der BBBs nicht immer ganz einfach ist. Aber vor allem die positiven schriftlichen und mündlichen Kommentare motivieren

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Frühbucherfrist bis Ende Juli?

Alle sprechen von einem tollen Last Minute-Sommer, zumindest quantitativ. (Nur so nebenbei, das wurde von den Bissigen Bemerkungen schon anfangs des Jahres genau so vorhergesagt. Dafür gab es dann auf der ITB leider mehrfach heftige Kritik. Was soll´s, das haben wir weggesteckt.). Aber oh Schreck, da kommt die Nachricht auf den Schreibtisch „Frühbucherfrist bis 31. Juli verlängert“. Ja, sind da jetzt einige total verrückt geworden? Zum Glück kam einige Zeilen später Entwarnung. Es handelte sich um die Einladung zur DRV-Jahrestagung im Dezember in Ägypten. Da ist frühbuchen bis zum 31.7. durchaus angesagt (gemeint ist mehr der zeitliche Vorlauf, weniger ein eventueller Mangel an verfügbaren Plätzen).

Themen wird es dann genügend geben, wenn man die Buchungsentwicklung dieses Sommers Revue passieren lässt. Auf der Tagung sollte man aber weniger theoretisch über Krisen, Krisenentstehung und wie stark haben wir alle unter der Krise gelitten palavern. Vielmehr sollten konkrete (nicht allgemeine!) Erkenntnisse dargestellt und die daraus notwendigen Folgerungen erarbeitet werden.

Zum Beispiel: Welche Konsequenzen muss man aus der kurzfristig extremen Ausweitung des Urlauberwunsches nach Al Inklusive ziehen? Und das nicht nur für die künftige Produktgestaltung und Preisbildung, sondern auch für die Infrastrukturentwicklung der wichtigsten Zielgebiete. Und wenn man weiterdenkt:
Wie schnell und wie stark wird dieser Trend für den Deutschland-Tourismus durchschlagen?

Anderes Beispiel: Wie kann die Branche auf die Entwicklung im Last Minute-Bereich reagieren? Dabei aber nicht nur an den nächsten Sommer denken, sondern an den nächsten Winter! Lassen wir mal den aktuellen Buchungsstand für den kommenden Winter beiseite, wer denkt jetzt schon an Winterurlaub. Wichtiger ist etwas anderes: Schon in zwei Monaten ist Bundestagswahl. Und unmittelbar danach, werden die dann Regierenden die Liste ihrer Grausamkeiten vorlegen. Erinnern Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, an die Erhöhung der Mehrwertsteuer nach der letzten Bundestagswahl, als aus dem Wahlkampfversprechen der CDU von plus 2% und dem Wahlkampfversprechen der SPD von keiner Erhöhung, der „saubere mathematische Durchschnitt von 3% gebildet“ wurde? Stellen wir uns mal darauf ein, dass uns im 4. Quartal 2009 ähnliche Überraschungen präsentiert werden. Als Folge wird es die gleiche Verunsicherung der Bevölkerung hinsichtlich ihres Einkommens geben, wie anfangs dieses Jahres. Und wer noch an eine generelle Mehrwertsteuersenkung für das Gastgewerbe glaubt, wie gerade eben von den französischen Nachbarn vorgemacht, der glaubt auch die Erde sei eine Scheibe und Männer würden Frauen verstehen.
Die Konsequenzen für das Buchungsverhalten der potenziellen Touristen liegen auf der Hand. Da sollte man schon heute über eine entsprechende Kommunikations-Strategie nachdenken und nicht so schwer „in die Gänge kommen“ wie in diesem Sommer.

Die Geschichte von Luxor (Gloria und Untergang) sollte aber nicht zum Menetekel für die Branche werden. Also rechtzeitig „pro-aktiv“, so heißt das neue Zauberwort, gegensteuern. Die Preissenkungen sind ja schon ein Anfang, aber das alleine wird nicht reichen.

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Neuester Plan bei RTL: Dschungelcamp für Touristikbosse

Kaum ist die vierte Staffel des Dschungelcamps mit Rekord-Einschaltquoten zu Ende, planen die RTL-Bosse schon einen neuen Coup: Dschungelcamp für Touristikbosse.

Es war fast zu erwarten, dass die Fernsehmacher auf die Touristikbranche stoßen würden. Die Überlegung war schließlich einfach und zwingend. Wer leidet im Moment etwas an Publicity und könnte dringend zusätzliches Einkommen brauchen?

Da die Bissigen Bemerkungen als Berater für die neue Show angeworben wurden, bitten wir Sie liebe Leserinnen und Leser um Vorschläge: Wen möchten Sie im Dschungelcamp sehen? Und bitte mit Begründung warum?

Sollen insbesondere touristische Altstars ausgesucht werden? Sie bräuchten schließlich neue Publicity besonders und Altstars scheinen ja beim Publikum „in“ zu sein.

Oder denken Sie mehr an aktuelle Touristikmanager?

Wie wäre es zum Beispiel mit Michael O`Leary? Den würden die Zuschauer (und mancher Flughafenboss) bestimmt zu jeder Dschungelprüfung schicken und bis zuletzt im Dschungel lassen, damit er lernt wie man sich als Ryanair-Passagier fühlt.

Wie wäre es zum Beispiel mit Hans Rudolf Wöhrl? Seinem Publicity-Drang würde es sicherlich gut tun. Wenngleich hier die Gefahr wäre, dass er RTL anschließend das Camp für 1 Euro abkaufen würde um es dann für viel Geld weiter zu verscheuern. Auch nicht schlimm, nach dieser Staffel könnte es ohnehin keine bessere mehr geben.

Wie wäre es mit Willy Verhuven? Seine Senkung des Treibstoffkostenzuschlages finden die Kunden toll. Aber die Konkurrenten wünschen ihn dafür in den Dschungel.

Oder wie wäre es mit den Firmenbossen, denen gerade ein russischer Investor abhanden gekommen ist? Frisches Geld wäre ja nicht schlecht. Aber da gibt es auch Bedenken.
Achim Hunold von Air Berlin würde schon nach der ersten Folge rufen: „Hilfe holt mich raus, ich bin ein Star“. Schließlich wird er noch in Hannover als Knecht Ruprecht gebraucht um die Mitarbeiter von TUIfly von einer (eigentlich ohnehin sinnvollen) neuen Strategie zu überzeugen.
Vural Öger hat auch seinen Russen verloren. Aber wenn man Öger fragen wird, was im Moment schlimmer sei: russischer Investor weg oder Dschungelcamp oder SPD-Abgeordneter sein? Die Antwort kennen wir wahrscheinlich.

Oder können Sie sich Ernst Hinsken, den Tourismusbeauftragten der Bundesrepublik im Dschungel vorstellen? Warum nicht, bringt er doch eine Menge Erfahrung aus dem Berliner Polit-Dschungel mit.

Oder denken wir an Prof. Gerd Stöwer vom Flughafen Münster/Osnabrück. Sorry, dass wir seinen Namen hier erwähnen, weil er von der Person her nun wirklich nicht in das Dschungelcamp passen würde. Aber bei seiner Erfahrung mit Bachneunaugen und Fledermäusen hat er wahrscheinlich mehr Fachkenntnisse als alle anderen zusammen.

Für jemanden aus der Hotelbranche könnte es auch interessant sein. So schnell wie man hier zu 5 Sternen kommen kann!

Aber bitte niemanden von Condor vorschlagen. Beim nächsten Aschermittwochs-Fischessen würde ich mir nicht trauen etwas vom Fisch-Buffet zu nehmen.

Und zuletzt noch die aller heikelste Frage. Wer soll das Luder im Camp sein?

Auch da haben die Bissigen Bemerkungen schon eine Idee, denn unabhängig von Ihren Leser-Vorschlägen hat der Autor dieser Zeilen sich schon mal zehn Namen notiert und denkbare Gespräche und Diskussionen zwischen den Kontrahenten aufgeschrieben. Eine echte Hammer-BBB. Beim nochmaligen Lesen dieser Bissigen Bemerkungen wurde die inhaltliche Brisanz deutlich und damit die Gefahr als realistisch gesehen, danach zehn (allerdings evtl. ohnehin nicht vorhandene) Freundschaften zu verlieren. Deshalb wurde das Manuskript in einen Tresor gelegt und darf erst nach dem Tode des Verfassers (zusammen mit anderen aus den gleichen Gründen dort liegenden bislang unveröffentlichten Kracher-BBBs) der Leserschaft zur Kenntnis gebracht werden.
Aber vielleicht kommen Sie verehrte Leser und Leserinnen zu ähnlichen Erkenntnissen, die würden wir dann vollkommen skrupellos veröffentlichen und die eigenen Gemeinheiten dabei unterschmuggeln.

Die Bissigen Bemerkungen freuen sich auf Ihre Post.

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Abstieg, oh weh

Fußballfans kennen diesen tränenreichen Moment: Abpfiff im Stadion und der Abstieg steht fest. Time To Say Goodbye. Aber heute geht es nicht um Fußball-Abstieg, sondern um den Abstieg aus dem DAX. Seit 1990 spielte TUI (formerly named Preussag) in der 1. Liga. Bis jetzt.
„Nie mehr 2. Liga“ ist ein Supersong, „nie mehr 1. Liga“ weniger lustig. Denn ein Wiederaufstieg ist noch schwieriger als beim Fußball. Bislang schaffte dies nur ein einziges Unternehmen: Continental.

So ganz überraschend kommt das alles nicht. Schon am 30.8.2004 konnte man in den BBBS lesen: „Neues von der Bundesliga: Erstmals kämpft ein Logo gegen den Abstieg“. Damals war TUI, wie ein Wunder, nicht abgestiegen. Aber Wunder wiederholen sich selten. Und eines ist dieses Jahr ganz anders. Der von TUI gesponserte Fußballverein Hannover 96 steht auch auf dem letzten Platz. Hoffentlich berappeln sich wenigstens diese bis Ende der Saison. Denn „alter Arbeitgeber und Lieblingsverein abgestiegen“, da bekommt auch der Autor Beiß-Schmerzen.

Jetzt ist so ein Abstieg natürlich nicht gleich das Ende Welt. Jedes Schlechte beinhaltet irgendwo auch etwas Gutes (sagt man zumindest):
– TUI-CEO Frenzel ist nicht mehr dienstältester DAX-Chef. „Dienstältester“, das klingt nicht gerade frisch. Zumindest für einige Zeit ist er jetzt „dienstjüngster M-DAX Chef“, das klingt doch gleich jungendlicher.
– Ebenso muss Frenzel künftig nicht immer sein Gehalt in der Zeitung lesen. Die Gehälter der M-DAX Chefs interessiert kein Schwein.
– Die Presseabteilung der TUI AG hat künftig auch weniger Arbeit. Die „üblichen DAX-Umfragen“, wo der Chef Urlaub macht, was TUI zu x und zu y meint, fallen weg.
– Da es ohnehin ein (inzwischen unbestrittener?) Fehler war, dem Konzern den gleichen Namen wie dem Veranstalter zu geben, strahlen jetzt negative Nachrichten nicht mehr so stark auf den Veranstalter ab (weil von geringerer öffentlicher Bedeutung).
– Und nicht zu vergessen, wenigstens hieß der Aufsteiger nicht Salzgitter. Da hätten einige Preussag-Altaktionäre kräftig in ihre Aktie gebissen (wenn nicht sogar woanders hin).

Der Aufsteiger heißt K+S, ein offensichtlich sehr erfolgreicher Düngemittelproduzent. Da haben sich die BBBs doch aus Interesse mal die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat angesehen. Und über welchen Namen stolpert man da? Frau Jella S. Benner-Heinacher, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz . Klingelt es, lieber Leser?
Na klar, die Frau sitzt auch im Aufsichtsrat der TUI AG.
War doch „besonders lustig“ in 2007. Da kündigte der Vertreter der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Wolfgang Krafczyk, Nichtentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat an und seine Chefin sitzt oben auf dem Podium im Kreis der Aufsichtsräte. Aber so etwas von pikant.
Natürlich kann man mit Frau Benner-Heinacher diesen Joke nicht zweimal machen. Dieses Jahr, so hörte man es zumindest aus den Kulissen, sorgte sie persönlich rechtzeitig dafür, dass der aufmüpfige Kraftzyk nicht wie gewohnt auf der TUI HV sprechen durfte.
Na wie auch immer. Das ist wahrscheinlich auch einmalig in der DAX-Geschichte. Mit Frau Benner-Heinacher steigt ein Aufsichtsrat (mit TUI) ab und gleichzeitig (mit K+S) auf. Komischerweise fällt einem da der Volksmund mit dem Spruch ein „Kratzende Katzen fallen immer auf die Füße“. Aber streichen wir das wieder.

Etwas anderes ist wesentlich wichtiger und ziemlich ernst zu nehmen. Als einer der Begründungen für den fast kometenhaften Aufstieg von K+S wird der steigende Bedarf der Schwellenländer an Düngemittel genannt. „Düngemittel statt Tourismus“ für die positive Entwicklung der 3. Welt? Darüber sollte man mal nachdenken.

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WC-Ente bald arbeitslos?

Mit diesem Problem hätte noch vor einem Jahr kein Mensch gerechnet.
Vor kurzem haben die ersten Fluggesellschaften darum gebeten (wegen gewichtsbedingter Wasserreduzierung in den Flugzeugtoiletten), vor dem Flug nochmals die Toiletten des Flughafens zu benutzen (siehe BBB vom 16.6.2008, „Macht euch leichter, der Ölpreis steigt“). Jetzt kommt die Bahn mit einem ähnlichen Problem. Um die Achslast einzelner Mittelwagen bestimmter ICEs zu entlasten, sollen dort die Toiletten verschlossen werden, um das Gewicht von Wasser und Abwasser zu sparen.
Eine der Fluggesellschaften entsprechende Empfehlung doch bitte die Toiletten der Bahnhöfen zu benutzen, scheitert mangels Toilette in den meisten Bahnhöfen.

Aber „Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Zeitgleich mit der „Androhung“ der Bahn, stellte ein gewisser Christoph Beckmann (18) seine „Internetsuchmaschine für Toiletten“ vor. Entweder der Reisende installiert das Programm auf seinem Laptop oder die Kommunen werden gebeten, in Bahnhofsnähe z.B. an den Info-Points (es lebe die deutsche Sprache), einen entsprechenden Internetzugang zu schaffen.
Sicherheitshalber hat der Autor dieser Zeilen schon mal getestet, wo die nächste öffentliche Toilette an seinem dörflichen „Nicht-mehr-DB-Bahnhofsgebäude-aber-noch-Bahnhofsgebäude“ ist. Es funktioniert tatsächlich. Übrigens sind viele der genannten Toiletten mit einem Bewertungssystem von 1 (super) – 6 (bescheiden) versehen.

Denkbar wären natürlich Flugzeuge und Züge mit sog. Astronautenklos auszurüsten, die bekanntlich ohne Wasser funktionieren. Die Technik ist ziemlich fehlerfrei (allerdings gab es im Mai dieses Jahres Probleme mit der entsprechenden Toilette auf der ISS. 2008 ist anscheinend nicht das Jahr der Toilette), aber die Benutzung erfordert wohl eine gewisse zu erlernende Technik. Wer diese Woche etwas Langweile hat, kann sich in den „Sachgeschichten mit der Maus“ schlauer machen.

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Condor: Die Braut, die keiner traut

Es ist nicht so, dass sich die Braut nicht traut, ängstlich war sie schließlich noch nie. Es ist der etatmäßige Standesbeamte (Kartellamt) der sich nicht traut zu trauen.

Arme Braut! Erst wurde in aller Öffentlichkeit um sie gefeilscht ob, wer, wann und warum. Dann die Gerüchte, der Bräutigam hätte etwas Schwierigkeiten die ausgehandelte Mitgift zu zahlen. Schadet alles der Braut, zumal sie in vorauseilender Treue (etwas naiv), sich in den letzten Monaten auch nicht nach einem alternativen Bräutigam umgesehen hat.

Jetzt haben alle den Salat, Entschuldigung, etwas Probleme. Und mit fast 53 Jahren, ist die Braut nun mal auch nicht mehr so taufrisch (Entschuldigung bei allen toll aussehenden Frauen des Jahrgangs 1955, wie Marianne Rosenberg, Susanne Uhlen, Petra Gerster und viele, viele andere). Aber bei einer Fluggesellschaft, da fragt man schon mal etwas härter nach dem Alter einiger Teile. Außerdem hat sie schon mal geheiratet (und ist immer noch nicht offiziell geschieden), hängt noch etwas zuviel an ihrem Vater (Lufthansa hat noch 25% Anteil) und hat ein etwas unübliches Hobby (sie liebt Fliegen). So etwas verheiratet man nicht so von heute auf morgen

Dabei, und das wird oft vergessen, war die Condor mit 18 Jahren sogar Miss Universum (1973 war Condor die umsatzstärkste Ferienfluggesellschaft weltweit). Aber dann mit 42 Jahren, die nie so glückliche Ehe mit einem gewissen Neckermann! Von dem unnötigen Desaster mit der Namensänderung für die schöne Frau ganz zu schweigen (siehe BBB vom 3.6.2002 „El Condor pasa“).

Und nun? Von den Cookies kann Condor nicht viel erwarten. Die wollen nur möglichst viel Mitgift kassieren und Tschüss. „Asset light“, heißt dort das Schlagwort und das bedeutet auf Deutsch „ich will dich loswerden“.
Kann man noch mal das Herz des Vaters LH erweichen?
Eine Hochzeit mit Hannover? Wäre nicht schlecht, aber soviel Mitgift wie von Berlin versprochen, gibt es dort garantiert nicht.

Schwierige Zeiten. Das Wasser steht hoch, da darf man den Kopf nicht hängen lassen. Im Gegenteil, jetzt nicht an der Attraktivität nachlassen.
Aber vielleicht passiert etwas ganz außergewöhnliches. Ein Scheich? Mit richtig Kohle. Der weiß, welche Kostbarkeiten eine 53jährige noch zu bieten hat. Der scharf auf ihre Slots ist (Slots bezeichnen im Flugverkehr, „wann man darf“, also nichts Unanständiges, die Red.). Da würden sich einige dann aber so richtig ärgern.

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Nur der guten Ordnung halber: Die grünen Oberfrauen Claudia Roth und Renate Künast sind auch Jahrgang 1955. Das haben die BBB oben mit Vorsatz verschwiegen

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Die Europameisterschaft ist vorbei. Endlich Zeit sich um die Energiekostenproblematik zu kümmern?

Die Begeisterung der Massen (die BBBs eingeschlossen) für die Fußball-Europameisterschaft hat im Verlaufe des Turniers ungeahnte Ausmaße angenommen. Das freut auch die Politik, denn in solchen Zeiten werden wichtige Probleme nicht hinterfragt. Das Engagement der Kanzlerin für Fußball bringt ihr Goodwill. Immerhin glaubt die Hälfte der Deutschen (lt. Emnid-Umfrage) Frau Merkel würde etwas vom Fußball verstehen. Ihr „fachmännischer“ Rat an Sebastian Schweinsteiger auf der Tribüne während des Österreich-Spiels „Machen Sie nicht wieder solche Dummheiten wie gegen Kroatien“ hat nicht nur fast Kultcharakter wie die Herbergersche Weisheit „Der Ball ist rund“, er zierte auch die Zeitungen an prominenten Stellen. Wie schön (?), dass dies unser größtes Thema war.

Dabei lodern „draußen“ (wie die Politiker gerne sagen) die Flammen. Die rasant steigenden Energiekosten bringen den Wirtschaftsmotor langsam ins Stottern. Dies gilt in besonderer Weise auch für die Touristik. Erste Anzeichen für Abschwächung sind zu erkennen, aber die Politik kann oder will das nicht sehen.

Die Fluggesellschaften stöhnen über die Ölpreissteigerungen, die inzwischen lebensbedrohend sind. Die politischen Schlaumeier faseln über „die Industrie muss sich etwas einfallen lassen“ oder „es wird Kreativität bei den Sparmaßnahmen gefordert“. Dass täglich gigantische Mengen Kerosin wegen vollkommen unnötiger Flugwege/Holdings aufgrund der europäischen Zersplitterung der Flugsicherung in die Luft geblasen werden müssen, wird hingenommen. Drastische Situationen erfordern drastische Maßnahmen. Den „dummen“ Spruch „das ist eine europäische Angelegenheit“ kann man nicht mehr hören. Wer ist denn Europa? Ein Alien? Oder ein theoretisches Gebilde? Es ist die die Summe der europäischen Länder. Wer haut also zuerst auf den Tisch?

An den Tankstellen wird der Tankwart zum Klettermaxen, weil er ununterbrochen die Leiter hochklettern muss um die Preisschildchen für Benzin auszutauschen; und der Betrag steigt in bis vor kurzem unvorstellbare Höhen. Die Sparvorschläge von Berufenen und weniger Berufenen, kratzen nur ein klein wenig am Ergebnis. Und die Politik schweigt, „der Markt wird es schon regeln“. Selten so gelacht, über diese Steinzeitregel, als noch Angebot und Nachfrage den Preis bildeten. Heute kommt „dummerweise“ noch die Gier von Spekulanten und fast allmächtigen Ölkonzernen hinzu plus (nicht zu vergessen) die hausgemachte Ökosteuer auf Benzin.

Die Stromkosten steigen in rasantem Tempo und noch gravierender ist der Anstieg der Gaskosten, der rational nicht zu erklären ist. Vor allem im unteren Einkommensbereich wird die die sog. 2. Miete bald zur 1. Miete.

Die Explosion der Energiekosten schädigt mehrfach:
Die Kosten der Anbieter steigen und führen zu Preissteigerungen.
Das wiederum führt zur derzeit höchsten Inflationsrate seit 15 Jahren.
Dies trifft auf den immer leereren Geldbeutel der Verbraucher, weil auch die Privathaushalte die höheren Energiekosten zu verkraften haben
Und dies alles auf einer ohnehin schwierigen Ausgangslage, weil sich das sog. frei verfügbare Einkommen in den letzten zehn Jahren ebenfalls verringert hat.

Ganz gleich ob der Urlauber per Flug oder per Bahn oder per eigenes Auto reisen will, es trifft ihn immer. Er wehrt sich (schwach), durch verkürzte Urlaubsdauer, noch stärkeren Druck auf den Preis oder weniger Ausgaben im Urlaub. Kurzum die „unterjährig“ veröffentlichten „Kopfzahlen“ spiegeln in keiner Weise die zu erwartenden „Ergebniszahlen“ der Branche wider.

Die Krisenzeichen sind da, aber zu viele reden die Situation (in Unkenntnis oder Absicht?) noch schön. Das Erwachen wird spätestens zum Jahresende kommen.

Um es zu wiederholen, damit man es sich besser merken kann:
Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Dies darf nicht nur für die Privatwirtschaft gelten, in gleicher Weise muss das auch für die Politik gelten. Abwiegeln und Schönreden helfen nicht mehr weiter. Sofortige Maßnahmen gegen die Steigerung der Energiekosten müssen folgen.

Deshalb ist gut, dass die Europameisterschaft vorbei ist. Dass Merkel, Steinmeier, Glos und Gabriel sich nicht länger hinter dem Fußball verstecken können. Endlich ran an die Arbeit, sonst fliegen wir bald aus der Wirtschafts-Weltmeisterschaft raus.

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Macht Euch leichter, der Ölpreis steigt.

Innerhalb von 12 Monaten ist der Preis für ein Barrel Rohöl von 65$ auf über 130 $ gestiegen. Da läuten besonders bei den Fluggesellschaften die Alarmglocken. Das ist die hohe Zeit für alle Sparkommissare nach dem Motto: Kein Gedanke darf ungedacht bleiben!

Platz 1 in der Kreativitätsskala nimmt z. Z. Zeit China Southern ein. Sie bittet ihre Fluggäste vor Flugantritt noch am Flughafen die Toilette zu benutzen. Dabei geht es nicht nur um „gewichtsmäßige Erleichterung“, sondern auch um eine zahlenmäßig geringere Benutzung der Flugzeugtoilette zu erreichen. Dadurch kann WC-Wasser gespart werden.
Endergebnis: „Pflichteinlauf“ mehrere Stunden vor Flugantritt oder Toilettengebühr an Bord. Man sieht schon das grinsende Gesicht von O`Leary vor sich, wenn er auf dem Stühlchen vor der Bordtoilette sitzt und kassiert. (Merke: Eigenes Spülwasser mitbringen nützt nichts. Es geht primär nicht um die Kosten für das Wasser, sondern um die Transportkosten für das Wasser.)

Platz 2 in der Kreativitätsliste geht an Korean Air. Die männlichen Mitarbeiter dieser Airline dürfen ab sofort ohne Krawatte arbeiten. Begründung: Ohne Schlips wird es den Männern nicht mehr so warm und das spart Energie für die Klimaanlage.
Endergebnis: Der Gleichstellungsbeauftragte ist gefordert. Es kann ja wohl nicht sein, dass nur die Männer ablegen dürfen. Wenn schon, dann dürfen alle, auch die weiblichen Mitarbeiter ablegen. Und wenn man bei dieser Sparmaßnahme nicht so zimperlich ist („die Zeiten sind hart!“), kann das sogar zusätzliche Buchungen durch neugierige Gaffer (Männlein und Weiblein) bringen.

Platz 3 ist noch unbesetzt, wird aber bald besetzt werden. Je schwerer der Passagier, desto mehr muss er zahlen. Eigentlich logisch. Kann ja wohl nicht sein, dass ein 100-kg-Kerlchen ohne finanzielle Konsequenzen an Bord gehen kann, während ein 50-kg-Frauchen für die Benutzung der Bordtoilette zahlen soll. Und was nützt die kleidungsmäßige Entlastung der Crew, wenn ein gut genährter Kegelclub an Bord ist.
Eine Kooperation mit den Weight Watchers könnte erstrebenswert sein. Als Testomonial wäre Andrea “Kiwi” Kiewel (früher ZDF) zu empfehlen.
Ganz klar: Das gewichtsabhängige Ticket muss kommen. Dadurch sind noch mehr Preisvarianten als bisher möglich. Mann X ist zwar schwerer, aber verzichtet garantiert auf die Toilettenbenutzung und hat auch kein Gepäck. Frau Y ist leichter, möchte aber ein Toilettenbenutzungs-Zusatzticket kaufen, ist aber bereit in der Kleidung Zugeständnisse zu machen.

Was mache ich mir da Gedanken, die Fluggesellschaften werden in dieser Hinsicht garantiert kreativer sein als ich.

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Beim Volksbegehren in Berlin geht es nicht nur um Tempelhof – sondern um viel mehr

Am nächsten Sonntag, dem 27.April 2008, findet in Berlin etwas sehr Seltenes statt. Ein Volksbegehren. Wenn man weiß wie hoch die Hürden liegen um so etwas durchzusetzen, dann weiß man auch, da geht es nicht um die Meinung einer kleinen Gruppe. Ein Volksbegehren ist so eine Art Schweizer Urdemokratie. In diesem Falle geht es um den letzten Versuch bürgerlicher Vernunft sich gegen eine unglaubliche Arroganz der (herrschenden) Macht zu wehren.

Um es ganz deutlich zu sagen: Die „Bissigen Bemerkungen“ sind parteipolitisch (fast) neutral. Und sich vor den Karren der Berliner CDU und Herrn Pflüger spannen zu lassen, wäre so ziemlich das letzte was die BBBs jemals machen würden.
Aber wenn man mit ansehen muss, wie in Berlin aus unglaublicher Kurzsichtigkeit die Zukunft des Berliner Flugverkehrs verspielt wird, kann man als Tourismusinteressierter nicht schweigen.

Wir wollen die alten Geschichten nicht aufwärmen, sondern stellen aus Überzeugung hier fest:
1. Der neue Großflughafen wird schon bei seiner Eröffnung zu klein und kurz danach sogar sehr zu klein sein. Das ist planerisch angesichts der Vorlaufzeiten und dem starken Wachstum des Flugverkehrs keine Schande. Aber in München und anderswo hat man (im Gegensatz zu Berlin) daraus gelernt.
2. Einen innerstädtischen Airport zumindest für die kleinen Business-Flugzeuge haben zu können (um den Großflughafen nicht unnötig zu belasten): da schaut die ganze Welt neidvoll nach Berlin.

Jetzt wäre es legitim, wenn die „Herrschenden“ im Zuge des Volksbegehrens wenigstens versuchen würden mit Fakten zu argumentieren. Aber da sie offensichtlich keine haben, wurden Plakate auf einem so niedrigen und primitiven Niveau entworfen, dass dem Senat zumindest ein Titel sicher ist: Niedriger gehts nimmer!

Der absolute Tiefpunkt ist das Plakat mit Mutter und Kind auf dem Arm und dem Spruch: „Flughafen für Superreiche. Wir lassen uns doch nicht auf den Arm nehmen“.
Noch primitiver und Fakten verdrehender geht’s wirklich nicht. Und wenn das Kind mal älter ist, wird es erkennen, dass es nicht nur von seiner (bildlichen) Mutter, sondern auch vom Senat „auf den Arm genommen“ wurde. Spätestens dann, wenn in einigen Jahren Flugverkehr weg von Berlin verlagert wird.

Nicht viel besser ist das Plakat mit dem Berliner Bauarbeiter und dem Spruch: „Ick zahl doch nicht für`n VIP-Flughafen“. Nochmals so ein primitiver Neidsatz. Und das ausgerechnet in Berlin, wo der „Bauarbeiter“ und andere ehrbare Bürger noch generationenlang für Banken- und andere Berliner Skandale zahlen müssen.

So ganz nebenbei wird natürlich verschwiegen, dass der Bund (mittlerweile wiederholt) verbindlich angeboten hat, die Betriebskosten für Tempelhof bis 2011 zu übernehmen. Also müsste die richtige Sprechblase des Bauarbeiters lauten: „Ick zahl doch nicht für`n sturen Wowereit“.

Sollen wir noch über das Nachnutzungskonzept des Senats für Tempelhof reden?
Eigentlich nicht. Jahrelang war man untätig und jetzt kurz vor Schluss kommt ein Schnellschuss. Für Hintertupfing-Ost wäre dieser Nutzungsplan sicherlich eine Sensation, für die Hauptstadt Berlin ist er eher eine Peinlichkeit.

Liebe Berliner, gerade weil die „Superdemokraten“ Wowereit und andere schon erklärt haben, dass sie die Meinung der Berliner in diesem Volksbegehren eigentlich überhaupt nicht interessiert, zeigt Power. Geht wählen am Sonntag pro Tempelhof. Es geht nicht um Superreiche, sondern um die Zukunft von Berlin. Die „Bissigen Bemerkungen“ drücken die Daumen für einen Erfolg.

(siehe auch BBB vom 14.1.2008 “Mein Knut heißt Tempelhof”)

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