Endlich aufgedeckt: TUI ist kein Reiseveranstalter sondern ein Operettenhaus

Es ist keine böse Verleumdung, die TUI hat mit Pressemeldung vom 11.10. die Geschichte selbst in die Welt gesetzt: das TUI-Operettenhaus.

Im Nachhinein haben es alle zumindest geahnt. Irgendetwas stimmt nicht. Alles was uns bei einem seriösen Veranstalter gewundert hat, macht jetzt plötzlich Sinn: Irrtümer, Täuschungen, gespreizte Würdenträger, spottende Widersacher, aufgeplusterte Staatsaktionen, immer neue Verwechslungen und wer mit wem und wer mit wem demnächst. Alles nachzulesen in einem klassischen Operettenführer („Operette und Musical“, Seehamer-Verlag).
Und warum ausgerechnet Operette und nicht Oper?
Logisch, wenn Opera „Werk“ heißt, dann bedeutet Operette „Werkchen“. Passt!

Man konnte es geschichtlich gesehen auch zu leicht verwechseln, denn die Geburtsstunde der Pauschalreise und die Geburtsstunde der Operette fallen in die gleiche Zeit. Vielleicht sind sich der Erfinder der Pauschalreise Thomas Cook und der als Erfinder der Operette geltende Jacques Offenbach sogar mal begegnet. Die Weltausstellung 1855 in Paris war eine der legendären Reiseerfolge von Cook und im gleichen Jahr war Offenbach Theaterdirektor in Paris.
Ok, von Jacques Offenbach stammt u.a. „Orpheus in der Unterwelt“ und die „Banditen“ (Räuberhauptmann wird Polizeichef), das wird man nicht 1:1 auf oben übertragen wollen.

Man wird in Zukunft etwas genauer auf den Spielplan des TUI-Operettenhauses sehen müssen. Dass „Glückliche Reise“ von Eduard Künneke immer wieder auf dem Spielplan stehen wird, kann kaum überraschen. Aber das „Land des Lächelns“ könnte ein Hinweis sein, wo die nächste Großfusion stattfindet (siehe BBB vom 30.9. 07 „Blick zurück aus der Zukunft“). In dieser Hinsicht ist die Operette „Mikado“ auch kein Hinweis auf das Arbeitsverhalten bestimmter Abteilungen, sondern eher ein Hinweis in welchem Land der übernächste Kooperationspartner zu finden sein wird.

Inzwischen haben sich auch schon erste Fremdfirmen gemeldet, die gerne Gast-Aufführungen produzieren wollen. So soll der Flughafen Münster/Osnabrück an der Johann Strauss Operette „Die Fledermaus“ interessiert sein. VW interessiert sich angeblich für „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar (Zitat: Weil man den ganzen lieben Tag, nicht immer im Büro sein mag….. Da geh ich zu Maxim, dort bin ich sehr intim, ich duze alle Damen, ruf sie beim Kosenamen ….).

Sollte aber eines Tages der „Bettelstudent“ aufgeführt werden, sollte man sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen. Denn eines ist klar „Wie einst im Mai“ wird es nie mehr werden.

Inzwischen gibt es schon Vorschläge im TUI Operettenhaus auch Musicals aufzuführen. Aus Amerika kommt der Wunsch nach „Annie Get Your Gun“. Aber Vorsicht hinter Buffalo Bills wilder Truppe könnte sich Guy Wyser-Pratte verstecken. Überraschender Weise hat auch Thomas Cook nach einer Gastvorstellung von „Jesus Christ Superstar“ angefragt. Dass die kurz vorher noch eine Namensänderung in „Middelhoff Superstar“ vornehmen würden, darf als sicher gelten.

Um das TUI Operettenhaus bekannter zu machen wurde die Internetseite www.einmal-verrueckt-sein.de eingerichtet. Eigentlich keine schlechte Idee, wenn man von der Verwendung des Wortes „einmal“ absieht. Dort kann man sich mit einer eigenen Interpretation des Udo-Jürgens-Songs „Ich war noch niemals in New York“ bewerben und wenn man Glück hat, kann man eine Reise nach New York gewinnen.
Im Moment liegt auf dem 2. Platz die „berühmte“ Johanna Malcherek (bekannt durch ihren RTL-Auftritt mit „Ich hab’ die Haare schön“ und entblößtem Busen). Ihrem Song „Da singt man hin“, kann man mit einer nur leichten Abänderung zustimmen: Da sinkt man hin!

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