Oh heiliges Damm!

Schon im unmittelbaren Vorfeld des G-8-Gipfels kommt es zu wüsten Ausschreitungen mit vielen Verletzten. Es ist anzunehmen, dass es in den nächsten Tagen eher noch heftiger wird. Ein Desaster bahnt sich an, für die Politik, das Demokratieverständnis in Deutschland und leider auch für den Tourismus.

Eigentlich war seit Anfang der Woche geplant, diese Bissigen Bemerkungen mit „Scheinheiligendamm“ zu überschreiben. Kurioser Weise hatte die renommierte Wochenzeitung Die Zeit genau die gleiche Idee und titelte am Donnerstag ihren Leitartikel mit dieser Überschrift. Aber das bestätigt nur umso mehr, dass von diesem G-8-Gipfel keine positive Wirkung ausgehen wird. Die Bissigen Bemerkungen hatten schon im November letzten Jahres bereits darauf hingewiesen, dass man mit einem G-8-Gipfel auch keine Tourismuswerbung machen kann, siehe BBB vom 19.11.2006, „Ein G-8-Gipfel als Tourismuswerbung? Wer hat denn diesen Witz erfunden?“.

Das lernt man eigentlich schon in der ersten Vorlesung Marketing. Damit ein Produkt gekauft wird, muss es u.a. „bekannt sein“ und „beliebt/begehrt“. Bekannt ist nun Heiligendamm (aber auch schnell wieder vergessen), aber nur auf den politischen Seiten. Aber dadurch auch beliebt für Touristen? Man wird leicht kontrollieren können, ob in den nächsten Jahren ein signifikanter Anstieg ausländischer Touristen zu verzeichnen sein wird. Es ist nicht sehr wahrscheinlich.
Im letzten Jahr wurde berichtet, dass erstmals in einigen amerikanischen Reiseführern u.a. für Mecklenburg-Vorpommern eine Gefahrenanmerkung aufgenommen wurde (Achtung Gefahr durch Überfälle, insbesondere auf Ausländer).
Neben wahrscheinlich nichts sagenden Beschlussfloskeln werden die Prügelszenen (unabhängig vom Verschulden) die Nachrichten der ausländischen Sendern beherrschen. Prima Werbung! Und das alles war vorhersehbar, denn die Erfahrungswerte der letzten G-8-Gipfel liegen ja vor.

Und eines sollte man an dieser Stelle, auch unabhängig von der touristischen Betrachtungsweise, deutlich machen: 100 Millionen Euro wird dieser Gipfel kosten (allein der Sicherheitszaun kostet elf Millionen Euro). Dies ist ein Wahnsinn. Und das alles auch für ein absehbarer politisches „Nichts“. Und in der Woche darauf wird in den Krankenhäusern, Altersheimen, Kindergärten dieser Republik und an vielen anderen Stellen mehr, wieder um jeden einzelnen Euro gekämpft, der gespart werden soll. Du bist Deutschland?

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