Wem gehört das Gebiss?

Griechische Fischer fanden eines morgens in ihren Netzen ein Gebiss. Tourismusorientiert wie unsere griechischen Freunde sind, werfen sie dieses nicht ins Meer zurück, sondern bringen es zu einem Reiseveranstalter.
Was dann folgt ist wieder einmal eine Ruhmestat für den Pauschaltourismus. Der Reiseveranstalter fragt in sämtlichen Touristenhotels und –bars nach, ob irgendwo ein zahnloser Tourist gesehen wurde. Und die Bemühungen werden vom Erfolg gekrönt, der Besitzer wird gefunden, ein 59jähriger Engländer.

Auf die Frage warum er so zielsicher auf Touristen zugesteuert sei, der Verlierer hätte schließlich auch ein Einheimischer oder ein Mitarbeiter der Reiseveranstalter sein können, antwortete er: Wir Griechen haben keinen Grund unseren Mund so weit aufzureißen und die Mitarbeiter der Reiseveranstalter müssen z.Z. so sehr die Zähne zusammenbeißen, von denen konnte auch niemanden das Gebiss verloren haben.

Und wieder können wir von Goethe lernen: „Ich beiße die Zähne aufeinander und spotte über mein Elend“ (Weim. Ausg. 19,60). Das gilt im und außerhalb des Wassers.

Laut einem Bericht von Freie Presse online vom 26.10. sind verlorene Gebisse zum Beispiel in Hotels nichts außergewöhnliches, eher die Örtlichkeit wo sie gefunden werden. Wenn z.B. ein Gebiss im Safe gefunden wird, neben einem Bündel Geldscheine, so muss man sich fragen, welche Funktion dieses Gebiss eigentlich erfüllen muss. Angeblich werden zur Zeit in Hotels verstärkt angebrochene Viagra-Schachteln gefunden, was im Zusammenhang mit Gebiss insofern von Bedeutung sein könnte, weil in der Traumdeutung verlorene Zähne als Symbol für verlorene Potenz gelten. Im Unterschied zu unseren griechischen Freunden, würde ein Hotel aber sich nicht um Nachsendung bemühen, weil sowohl Viagra-Schachteln, wie auch Damennachthemden, teurer Schmuck, u.ä. zuhause peinliche Nachfragen auslösen könnten. Ebenso muss man von liegengelassenen Handschellen nicht unbedingt auf die Vergesslichkeit eines Polizisten schließen und kann die Nachsendung zurückstellen. Wie man jedoch sein Holzbein vergessen kann, wie in einem Novotel geschehen, wird einem Außenstehenden wohl unerklärlich bleiben.

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