Wem gehört der Mond?

Sicherheitshalber sollte man vorausschicken: Heute ist nicht der 1 April. Es stimmt tatsächlich, dass sich vergangene Woche Experten aus aller Welt in Köln trafen um die Frage zu klären: „Wem gehört der Mond?“. Der Originaltitel dieser Veranstaltung war um einiges länger, klar bei einem so bedeutenden Kongress, aber kurz gefasst ging es um die Frage „Wem gehört der Mond“. Drehen jetzt alle durch? Dieser mehrtägige Kongress war ja noch unnötiger, als demnächst der G7-Gipfel auf Schloss Ellmau.

Anlass dieser grandiosen Veranstaltung war der 90. Geburtstag des “Instituts für Luft- und Weltraumrecht“. Klar, was soll man auch jemanden schenken, der schon alles hat. Prima Geschenkidee für Sie, liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich doch zu Ihrem Geburtstag auch einen kleinen niedlichen Kongress schenken, z.B. „wem gehöre ich?“. Oder wenn es spezieller sein sollte „wem gehört meine schlechte Laune?“.

Warum dieser Kongress von den BBBs hier erwähnt wird, hat einen speziellen Grund. Natürlich haben sich die Kongress-Schlaumeier auch mit dem Weltraumtourismus beschäftigt, wenn auch nur mit den rechtlichen Fragen. Überliefert ist bislang nur die Feststellung des „Experten“ Bernhard Schmidt-Tedd vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der sich auf dieser Tagung besonders engagierte:
„Auch der Weltraum-Tourismus kann rechtlich nicht ins Blaue hinein expandieren. Es wird ein teures Hochrisiko-Unterfangen bleiben, aber zunehmen. Wir müssen zum Beispiel klären, ob sich die Anbieter weiter mit der Klausel „auf eigene Gefahr“ für den Kunden aus der Affäre ziehen dürfen.“
Noch vermisse ich dazu, eine Stellungnahme des Deutschen ReiseVerbandes.

Die BBBs sind an folgendem Satzteil hängengeblieben: „……wird zunehmen“. Diese Formulierung schickt doch voraus, dass es bereits einen Weltraumtourismus geben muss, denn nur Vorhandenes kann „zunehmen“. Haben wir da alle etwas verpasst. Schwirren bereits Tausende von Touristen, rechtlich ungeregelt, durchs Weltall und wir sind nicht dabei? Wir dagegen, befassen uns noch mit so Kleinigkeiten wie EU-Pauschalreiserichtlinien?

Es könnte natürlich sein, dass man die bislang sieben privaten Besucher der Weltraumstation ISS gemeint haben könnte. Diese sieben repräsentieren bereits wichtige Aspekte des heutigen Tourismus. Denis Tito (2001), 60 Jahre alt, der typische Best-Ager, Marc Shuttleworth (2002), 28 Jahre alt, typischer Jugendreisender, Anouseh Ansari (39) 39 Jahre alt, die erste Frau und außerdem mit iranischen Wurzeln, da haben wir gleich zwei Quoten erfüllt, Charles Simonyi (2007 und 2009), 58 Jahre alt der bislang einzige Repeater (unsere Lieblingstouristen) und zuletzt Guy Lalibete vom Circus de Soleil, (2009), mit Clown-Nase, steht er für Fun-Reisen.

Die BBBs halten fest. Wir glauben, dass es bereits in ca. 20 Jahren Reisen in ein Weltraumhotel geben kann, wahrscheinlich für die ersten Reisenden zu einem Preis wie eine Hapag Lloyd Kreuzfahrt rund um die Welt. Urlaubsreisen zum Mond wird es auf absehbare Zeit dagegen nicht geben. Nur zur Auffrischung des Schulwissens: der Mond ist mit 358.000 Km tausendmal weiter weg als die Raumstation ISS mit nur 400 Km. Obwohl, auf dem Mond steht seit 1972 das zurückgelassenen Mondauto der letzten Crew. Man könnte also sofort mit Carsharing beginnen. Und hinter dem Mond würde man manchen Bekannten begrüßen können.

Zwei Bemerkungen zum Schluss:
Erstens: Ein gewisser Dennis Hope verkauft schon seit Jahren mit viel Erfolg Grundstücke auf dem Mond und hat es damit selbst zu Reichtum gebracht. Über die eigentlich nicht haltbare rechtliche Konstruktion wollen wir hier nicht diskutieren, aber es funktioniert. Zumindest für Dennis Hope. Auch einige Ex-US-Präsidenten besitzen bereits ein Grundstück (hoffentlich nur zum Spaß).

Zweitens, dann werde ich das endlich auch los: So ein Kongress kann auch nur in Köln stattfinden, der Stadt mit der „kreativsten Verwaltung“ in Deutschland. Der Kölner Einfallsreichtum mit der immer wieder verbotenen, aber dann immer wieder neu beschlossenen Bettensteuer, war hier schon mehrfach „behandelt“ worden. Neuester Wahnsinnsbeschluss. Die Stadt erhebt eine Gebühr für die Benutzung der öffentlichen Toiletten. Diese Gebühr müssen aber nur Frauen bezahlen. Begründung: Frauen sind ordentlich, sie benutzen diese Toiletten ob es etwas kostet oder nicht. Wenn Männer zahlen müssen, benutzen sie diese Toiletten nicht mehr, sondern erledigen „das in freier Wildbahn“. Wir wiederholen hier den ersten Satz dieser BBBs: heute ist nicht der 1. April.

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Deutsch oder Nicht-Deutsch, das ist hier die Frage

Die „MS Columbus“ der deutschen Reederei Hapag Lloyd Kreuzfahrten, aber aus Kostengründen unter der Flagge der Bahamas, durchquerte das Gebiet vor der Küste Somalias sicherheitshalber ohne Passagiere. Diese wurden vorher von Bord gebracht und sollen in Oman wieder an Bord genommen werden.
Angeblich hat die Reederei vorher beim Bundesamt für Seeschifffahrt nachgefragt, ob sie für diese Durchfahrt mit einer Eskorte der deutschen bzw. EU-Marine rechnen könne. Die Antwort des Schifffahrts-Bundesamtes (nach Rücksprache mit dem Verkehrsministerium) hatte BBB-Format: „Lasst Euch von jenen schützen, deren Flagge Ihr tragt“.
Eine saubere Ohrfeige!

Das dürfte angesichts der „überragenden Bedeutung“ der Marine der Bahamas (sie besteht nur aus einigen wenigen Patrouillenbooten) allerdings etwas schwierig werden. Und die EU-Anti-Piratie-Mission legt eindeutig fest in welcher Reihenfolge Schiffe geschützt werden sollen: zuerst Hilfslieferungen, dann Schiffe der EU-Staaten, dann erst die Schiffe anderer Nationen.
Von der Nationalität der Passagiere an Bord steht im Auftrag leider nichts.

Kleine Umflaggung künftig vor bestimmten Zielgebieten gefällig?

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