Die „Schock-Information“ der ITB

Die Ereignisse in Japan sind kein Antrieb um bissig zu sein. Stellen wir deshalb, fast „neutral“, einige Zahlen zum Thema „Urlaub und Internet“ in den Mittelpunkt der heutigen Betrachtung.

Die ITB ist eine fantastische Hochzeit der Onliner um jährlich aufs Neue Internet-Rekordzahlen zu präsentieren. Die Auslegung dieser Zahlen entspricht allerdings nicht immer wissenschaftlichen Ansprüchen. Aber das ganze genügt um meinungsbildend die Medien zu füllen. Die Reisebüros haben dem bislang (zumindest in der statistischen Darstellung) wenig entgegenzusetzen.

Sehr beliebt ist z.B. die immer wiederkehrende Feststellung “Immer mehr Menschen nutzen das Internet zur Urlaubsinformation“. Dabei wird gefragt: Haben sie in ihrem Leben schon einmal das Internet zur Urlaubsinformation genutzt? Logischerweise, und das kann aus der Natur der Sache überhaupt nicht anders sein, muss diese Zahl Jahr für Jahr steigen. Es kommt ja immer nur etwas dazu und es fällt nie wieder etwas weg. Klar??
Etwas anders wäre es, und das wäre ein echter Gradmesser, wenn man fragen würde, „Haben sie im letzten Jahr, das Internet zur Information genutzt“.
Dabei ist mir nie so ganz klar, ob die entsprechend falsche Präsentation vorsätzlich oder fahrlässig oder schlicht unwissend erfolgt.

Aber dieses Jahr wurde (u.a. natürlich) eine Internetzahl im Rahmen der Reiseanalyse präsentiert, zu der ist selbst mir als Statistik-Skeptiker (vor Schreck) nichts mehr eingefallen. Thema: „Zahl der genutzten Websites und im Internet verbrachte Zeit bei der Planung von Urlaubsreisen“.
Demzufolge verbrachten im Schnitt die Onliner-Informierer 2010 für eine Urlaubsreise 9 Stunden auf 13 verschiedenen Websites im Netz. In der Spitze, und das ist unfassbar, surfte ein Viertel dieser Freaks sogar bis zu 25 Stunden auf 50 verschiedenen Websites.
Hallo, bis zu 25 Stunden?? Machen diese Leute auch noch etwas anderes? Machen die zwischendurch wenigstens etwas Gymnastik für den verspannten Rücken?
Jetzt sagt aber eine andere Studie, dass wieder zunehmend online informiert und im Reisebüro gebucht würde. Reichen 50 Stunden Info immer noch nicht? Oder ist jemand der solange surft, auch generell entscheidungsschwach? Steht da am Ende nur die Erkenntnis des Surfers „I`m still confused, but now on a higher level“? Daneben haben diese Menschen doch auch noch den Drang ihre gewonnenen Erkenntnisse über twitter und facebook mitzuteilen. Die müssen doch danach so erschöpft im Urlaub ankommen, dass sich der gewünschte Urlaubserfolg nicht einstellen kann. Bedeutet dann diese „überraschende“ Urlaubsunzufriedenheit, dass man sich im nächsten Jahr noch ausführlicher vorher informiert, was dann zur Konsequenz hätte, dass…..usw.
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Polen, Dublin und die Guiness-Brauerei sind nur einige Themen der aktuellen Ausgabe des Reiseradios (www.reiseradio.org). In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es entsprechend zur aktuellen Weltlage etwas gedämpfter zu als sonst. Aber für einige deutliche Worte reicht es trotzdem.

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Ein prominentes Gesicht für den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Jetzt hat der BDL seinen neuen hauptamtlichen Präsidenten gefunden: Klaus-Peter Siegloch, einen der großen TV-Journalisten, bekannt vom „Heute-Journal“ und von „Was nun, ..“. Zur Begrüßung gab es gleich ein bisschen Gegenwind vom Branchenfachblatt fvw. Dirk Rogl meinte in seinem Blog: Ein klarer Sieg der medialen Präsenz über die fachliche Kompetenz.

Na klar, kann man darauf nur antworten. Dass die Luftverkehrsbranche über hervorragende fachliche Kompetenz verfügt, ist wohl unbestritten. Aber hat es ihr etwas genützt? Leider nein. Zu der von der Politik zu verantwortenden Aschewolke-Krise kam dann noch die Luftverkehrsabgabe. Eine dreiste Belastung einer schon gebeutelten Branche mit ohnehin knapper Marge (viele spotten ja schon von fliegenden Non-Profit-Organisationen).
Also, was braucht die Branche? Sie braucht einen Lobbyisten, der an den richtigen Stellen, mit der richtigen Sprache, die wichtigsten Themen anspricht. Und, er muss das nicht nur mit Überzeugung, sondern mit sehr viel Power machen. So einen Macher zu finden ist nicht so einfach.

Die BBBs hatten ja schon befürchtet, die fvw würde ihren Liebling aus vergangenen Tagen, Thomas Middelhoff, vorschlagen. Als „Windmacher“ wäre er schon eine große Nummer, nur mit der Nachhaltigkeit sieht es nicht so gut aus.
Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg hätte auch für große Auftritte gesorgt. Seine Reden hätte er sich ganz offiziell schreiben lassen können. Und auch Flugerfahrung ist reichlich vorhanden.
Matthias Wissmann, ehemals gelobter Bundesminister, heute Präsident des Automobilverbandes VDA, wird stets als Vorbild genannt. Dem ist nicht zu widersprechen. Er galt schon in der Politik als hoch qualifiziert.
Wie sieht es da aktuell im Bundesparlament mit sich anbietenden Kandidaten aus? Leider schlecht.
Dirk Fischer (CDU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses: „Die Ticketabgabe bringt für die hiesigen Flughäfen und unsere deutschen Airlines Nachteile im Wettbewerb. Anders kann man das nicht sehen.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP: “Niemand von uns hat sich die Ticketabgabe gewünscht. Ein nationaler Alleingang verzerrt immer den Wettbewerb, das ist unstrittig.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Soviel Unsinn wird Siegloch nicht reden können.

Und was die fachliche Kompetenz betrifft, so muss man sehen, dass einer der Gegenspieler von Siegloch, Peter Ramsauer heißt. Ganz kurzfristig war dessen Name als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Das hätten die Bissigen Bemerkungen gut gefunden. Damit wäre der Afghanistan-Krieg schnell zu Ende gewesen, denn die Taliban hätten sich totgelacht. Auch so kann man einen Krieg gewinnen. Aber was sagten die berühmten „Insider“ zu Ramsauer? Es liege ihm nicht so, sich zu sehr in Details einzuarbeiten. Deshalb hält er sich auch das wichtigste Branchenthema „Single European Sky“ vom Halse. Also, da kann Síegloch aus dem Stand mithalten.

Lieber Klaus-Peter Siegloch, lesen Sie bitte nicht nur das von Dirk Rogl empfohlene fvw-Abo, dort gibt es “nur” Informationen. Schauen Sie lieber öfters bei den BBBs rein, da finden Sie die richtige verbale Power für Ihren künftigen Job. Viel Erfolg!
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In eigener Sache.
Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zum 10jährigen Jubiläum der Bissigen Bemerkungen. Das war toll und hat gut getan. Natürlich muss man dann auch manches Geschenk ertragen, wie dieses Buch: „Je mehr Zähne mir ausfallen, umso bissiger werde ich…!“

Im Reiseradio (www.reiseradio.org) kommen diesmal Jugendverbände mit einem brisanten Thema zu Jugendreisen zu Wort. Prof. Feige spricht über noch immer dringend notwendige Investionen in der Hotelbranche und der oberste Sparkassenchef ermuntert zum Kreditaufnehmen. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Terminnöte vor und auf der ITB, um ein zweijähriges Kind, das alleine Bahn fahren muss und auch sonst noch um allerlei Aufreger.

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Die ITB der Breitmaulfrösche und eine verpatzte Award Feier

Wie unterschiedlich reagieren Banker und Touristiker wenn sie „glauben“ das Ende der Krise sei gekommen? Die Banker zocken wieder und die Touristiker feiern wieder.
Ach war das (endlich) wieder schön dieses Jahr auf der ITB. Alle liefen herum und grinsten freudig, dass man meinten konnte, man wäre auf dem Jahresausflug der Breitmaulfrösche. Die Anzahl der Partys war deutlich erhöht, die Stimmung unvergleichlich besser als im letzten Jahr und jedes kleine Pluszeichen wurde als Indikation „verehrt“, dass es dem Patient wieder besser ginge. Wobei man ja weiß, wie Touristiker solche Pluszeichen „erstellen“. Da wird der Tageseingang oder Wocheneingang von Minizielen gegenüber Vorjahr oder Vorwoche oder auch mal Kreuz oder Quer verglichen. Irgendwie gibt es immer etwas Positives zu erkennen und mit Prozent-Rechnen kann man schließlich alles so erklären, wie man es gerade mal brauchen kann. Hauptsache die Presse greift es auf und das tat sie dieses Jahr zur Genüge.

Insofern war es in diesem Jahr nicht so einfach etwas zum Beißen zu finden. Und der berichtenswerteste Flop fand streng genommen sogar vor Beginn der ITB statt: Die „Award Night“ des Travel Industry Clubs. Eigentlich waren und sind die BBBs überzeugt, dass die Idee des Travel Industry Clubs eine gute und unterstützenswerte Ist. Aber bekanntlich ist „gut gemeint“ nicht immer identisch mit „gut gemacht“. Oder noch schlimmer, langsam muss man nachhaltig daran zweifeln, ob Touristik-Manager das richtige Publikum für eine solche Veranstaltung sind. Für Networking sind die Touristiker sehr gut geeignet, sogar ausgesprochen prädestiniert dafür. Für eine Preisverleihung aber fehlt überwiegend das Interesse und bei einigen muss man auch Defizite an richtigem Benehmen anmelden.

Hinsichtlich der eigentlichen Preisverleihung kann man höflich anmerken, dass noch viel Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Im Mittelpunkt einer solchen Veranstaltung sollten die zu Ehrenden stehen und nicht die Sponsoren (das war noch schlimmer als Werbeunterbrechungen beim Privatfernsehen). Man könnte noch etliche andere Wegfall-Punkte nennen um die Veranstaltung abzukürzen. Merke: Touristiker sind offensichtlich nicht in der Lage sich länger als eine Stunde ruhig zu verhalten!
Besonders peinlich und unverzeihlich war, einem Auszuzeichnenden das falsche Unternehmen zuzuordnen (Mario Kubsch „von Traveltainment“).

Aber wirklich schlechtes Benehmen muss man wiederum dem anwesenden Manager-Publikum attestieren. Die Ankündigung „jetzt kommt ein dreiminütiges Musikstück“ wurde von fast der Hälfte des Publikums zum Anlass genommen, unwiederbringlich den Saal zu verlassen. Das war eigentlich eine Ohrfeige für den Veranstalter. Der danach von außen immer stärker anschwellende Lärmpegel erinnerte stark an die Veranstaltung vor zwei Jahren, als der damalige Keynote-Speaker Schirrmacher (FAZ) deswegen seine Rede abkürzte (siehe BBB „Peinlich, peinlich, peinlich“ vom 22.9.2008). Einen ähnlich schlechten Eindruck dürfte in diesem Jahr die Referentin des Abends, die Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Renate Künast, mitgenommen haben. Während sie tapfer in der ersten Reihe ausharrte, leerten sich hinter ihr die Reihen und der Lärm von draußen war bis in die erste Reihe zu hören.

Die Verleihung des wertvollsten Preises, des „Lifetime Awards“ zur späten Stunde war dann sowohl hinsichtlich der beabsichtigten Bedeutung des Preises wie auch des zu Ehrenden nicht mehr angemessen. Ein Glück, dass Laudator Robert Salzl seine ganze persönliche Klasse in eine hervorragende Rede einbrachte und man damit wenigstens zum Schluss sehen konnte, wie man „so etwas“ auf hohem Niveau machen kann.

Nachtrag: Wirklich überraschend und ausgesprochen sensationell war aber die SMS, die der Travel Industry Club am nächsten Morgen an die Teilnehmer des Abends verschickte. Darin entschuldigte er sich für die Überlänge des Abends (und für ein bisschen mehr). Damit konnte der Veranstalter das „Ergebnis“ zwar nicht mehr auf Sieg, aber zumindest noch auf „Unentschieden“ verbessern. Dafür gebührt ein großes Kompliment.

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Am 8.März ist Weltfrauentag

Ja, liebe Männer, schon Gedanken für ein Geschenk zum Weltfrauentag gemacht?
Wahrscheinlich wieder mal vergessen.

Da ist die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) wesentlich kreativer. Fast auf den Tag genau pünktlich zum Weltfrauentag richtet die ANA, als erste Fluggesellschaft der Welt, einen besonderen Service für Frauen ein: eigene Toiletten an Bord nur für Frauen!

Allerdings ist die ANA nicht von alleine auf diesen Service gekommen. Angeblich, und dieses Wort möchten die BBBs schon betonen, wären bei einer Umfrage nach den wichtigsten Kriterien für die Wahl einer Fluglinie, die Damentoiletten auf Platz 2 gelegen, gleich hinter der Qualität der Desserts. Zugegeben, auf diese Rangfolge wären wir auch bei intensivem Nachdenken nicht gekommen.

Übrigens ist nicht die Hygiene der Grund für den Wunsch einer reinen Damentoilette. Nach Aussagen eines ANA-Sprechers fühlen sich weibliche Passagiere lediglich gehetzt und unwohl, wenn sie wissen, dass ein Mann vor der Tür wartet. Also, liebe Männer, wenigstens zum Weltfrauentag mal etwas geduldiger sein.
Oder noch einen besseren Vorschlag an die Adresse der Männer: erklären wir doch die ganze ITB-Zeit zur Weltfrauenwoche und sind generell geduldiger, nicht nur vor der Toilette – sondern auch danach.

Es wäre ein Wunder, wenn beim ausgeprägten Ordnungssinn unserer japanischen Freunde, nicht auch die Ausnahmen zur Frauentoilette präzise geregelt seien. Also, Männer dürfen die Frauentoilette benutzen, wenn
- nach Absprache mit dem Kabinenpersonal, bei eingeschaltetem Anschnallzeichen, die betreffende Toilette die nächste sei,
- ein männlicher Passagier „sich unwohl fühle“ und
- wenn auf einem Flug fast nur männliche Passagiere an Bord wären.
Soviel Regelwerk muss schon sein.

Dann eine schöne und geduldige ITB allerseits.

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ITB 2010 – „Same procedure as every year“ oder hat noch jemand einen Joker in der Tasche?

Schon wieder ITB (Internationale Tourismusbörse in Berlin)? Warum eigentlich? Ach so, die ITB gehört zur Branche, wie das Gaggern zum Eierlegen. Na, dann mal los, mit dem Gaggern, die ITB ist das ideale Forum dafür.

Leider hat Google einen Frühstart hingelegt. Die Meldung „Reisesuche im Web läuft prächtig“ hatte ITB-Format. Da hat Google mal so richtig auf die Pauke gehauen. „Suchanfragen, die typisch für die Einleitung konkreter Buchungsschritte sind“, das klingt gut. Sagt ja auch der „Head of Travel bei Google“. Das ist ein toller Titel, aber offensichtlich mehr Travel als Head.
Und das sind laut dieser Meldung die Super-Suchtrends:
„Pauschalreisen günstig“ plus 750 Prozent
„Flüge vergleichen“ sogar plus 917 Prozent
Was müssen das vorher für mickrige Zahlen gewesen sein, wenn man die so steigern kann? Aber solche prozentuale Steigerungen geben für die Berichterstattung eine Menge her, sind sie auch noch so absurd.

Dabei könnte die wirklich wichtige Meldung ungefähr so lauten:
„Die bereits bekannten Trends beschleunigen sich“.
- Polarisierung der Nachfrage wird noch stärker. Das untere Segment und das obere wachsen weiter. Gähn, gähn – ach wie langweilig. .
- Es wir noch mehr Spätbucher geben als letztes Jahr. Gähn, gähn – wie langweilig.
- All Inklusive wird noch weiter wachsen. Gähn, gähn – wie langweilig
Sorry, ist aber leider so. Interessiert aber nicht.
Dann versuchen wir es mal damit:
- Die Pauschalreise lebt noch. Ach was, das passt aber gar nicht in die Neuzeit.
- Die Reisebüros leben auch noch, die Veranstalter wollen sogar noch welche dazu erwerben. Ach was, das passt aber gar nicht in die Google-Zeit.

Ob ich noch zur ITB gehe? Na klar, will ja „mitgaggern“.
Deshalb müssen die BBBs noch schnell ein paar ITB-Meldungen erfinden:

Meldung 1: Die Kontrolle an den Eingängen der ITB wird dieses Jahr vom Personal des Flughafens München durchgeführt. Vor allem wenn Schichtwechsel ist, kann man auf die Messe mitschleppen was man will.

Meldung 2. Lufthansa wird bekannt geben wie der neue A380 heißen soll. Bekanntlich sind (wahrscheinlich durch Manipulation) innerhalb von 48 Stunden 8.000 positive Bewertungen für den Namen „Stalingrad“ eingegangen. Das will aber Lufthansa nicht gelten lassen. Jetzt soll der Super-Jet auf den Namen „Silke Kohlschitter“ getauft werden. Das ist die taffe Arbeitsrichterin vom Arbeitsgericht Frankfurt, die eigentlich LH-Management und VC-Cockpit blamiert hat, weil sie vormachte, wie man Einigungsgespräche sinnvoll führt. Besser kann sich LH nicht bedanken, dass sie Millionen an Streikkosten gespart hat.

Meldung 3: Der Fugzeughersteller Airbus sucht bekanntlich einen Käufer für seinen Toilettenhersteller Dasell. Auf der ITB wird die Bundesregierung bekannt geben, dass sie kaufen wird. Mit ihrem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ hat sie soviel „Sch….“ gebaut, dass professionelle Entsorgung benötigt wird.

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ITB 2009: Reiseanalyse, chaotische Verkehrssituation und einen schönen Preis für die Bissigen Bemerkungen

1. Reiseanalyse 2009
Die Bissigen Bemerkungen von letzter Woche („nicht den historischen Fehler von 2002 wiederholen“) führten zu heftigen Diskussionen in Form von Email-Zuschriften und ergaben sowohl neue Klick-Rekorde für die BBBs als auch eine unerwartet hohe Anzahl neuer Newsletter-Abonnenten. Vielen Dank.
Insbesondere durch die traditionell auf der ITB vorgestellte Reiseanalyse, das wohl renommierteste Marktforschungsergebnis der Branche, fühlen sich die BBBs bestätigt.
Demnach sehen 75% der Bevölkerung die Finanzkrise als besorgniserregend an, aber nur 15% geben an, dass ihre Urlaubsplanung davon betroffen sei. Natürlich ist 15% immer noch eine sehr hohe Zahl, aber nach den Daten der Reiseanalyse wird sich diese Betroffenheit eher in einem „Sparen am und im Urlaub“ äußern als im „totalen Reiseverzicht“. Neben den bereits Gebuchten haben sich 45% der Bevölkerung bereits definitiv für eine Urlaubsreise in diesem Jahr entschieden, aber noch nicht gebucht (das sind ca. 10% mehr als in 2008) und weitere 25% halten eine Urlaubsreise in 2009 für möglich.
Bei den geplanten Urlaubsreiseausgaben wird es noch interessanter. 58% wollen in 2009 gleich viel ausgeben wie in 2008, 9% wollen mehr ausgeben und 11% wollen weniger ausgeben. Insofern stimmen diese Zahlen mit dem Trendbarometer der Dresdner Bank überein. Aber, und jetzt kommt eines der wichtigsten Befragungsergebnissen, auf die Frage an die 11% die weniger ausgeben wollen und an die 22% hinsichtlich der Reiseausgaben noch unentschlossenen Bucher, wo sie mögliches Einsparungspotenzial sehen, antworteten 30% mit „Suche nach Sonderangeboten“.

Liebe Veranstalter und andere Reiseanbieter, das Thema Reiseschnäppchen (und in Folge „Last Minute“) möchtet Ihr am liebsten zum Tabu-Thema erklären. Aber diese Nummer läuft nicht. Wenn Ihr sehr laut über Eure Sparpotenziale nachdenkt, könnt Ihr das gleiche Denken Euren potenziellen Kunden nicht verwehren. Und die sind zu einem wesentlichen Teil der Meinung, wenn wir schon in einem Krisenjahr verreisen, dann wollen wir auch etwas als Gegenleistung, sprich Boni, bekommen. Dass man in der Höhe des Preisnachlasses angesichts des substanziellen Inhalts der Befragung nicht übertreiben muss, ist eine andere Frage. Es geht mehr ums Prinzip. Verstanden?
Also, Marketing und Yieldmanagement übernehmen Sie.

2. Verkehrssituation während der ITB
Das war teilweise die absolute Frechheit was sich die Berliner Verkehrsbehörden (oder wie immer diese bürokratischen Kurzdenker heißen mögen) während der ITB geleistet haben. Ausgerechnet am ersten Messetag „musste unbedingt“ eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen zur Messe neu geteert werden. Da war kollektives Zuspätkommen für die Messeleute angesagt. Warum es außerdem nicht möglich ist an der Abbiegung Neue Kantstraße zur Messe für die Stoßzeit morgens eine andere Verkehrsregelung als nur eine einzige Abbiegerspur zu schaffen wird auch ein Berliner Geheimnis bleiben. In Hannover wird zur Cebit der Messeschnellweg auf allen Fahrbahnen morgens zur Einbahnstraße hin und abends zur Einbahnstraße zurück erklärt. Klappt hervorragend. Hannover mag in den Augen von Euch Hauptstädtern zwar Provinz sein, nichtsdestoweniger könntet Ihr etwas davon lernen. Da wirkt die gerade gestartete Berliner Freundlichkeitsoffensive direkt lächerlich, wenn morgens gefrustete Taxifahrer auf ebenso gefrustete Messebesucher treffen.
Also, erstmal Hausaufgaben machen.

3. Preis der Vereinigung der Deutschen Reisejournalisten (VDRJ-Preis) für Karl Born
In einer sehr stilvollen Veranstaltung und mit einer außergewöhnlichen Laudatio durch Rolf Nöckel von der Westdeutschen Zeitung, standen die Bissigen Bemerkungen im Mittelpunkt der Verleihung des VDRJ-Preises (Mehr zum VDRJ siehe unter www.vdrj.org). Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Karl Born mit einer Drohung: Er wolle noch die 500. Ausgabe der BBB schaffen. Konkret hieße dies, dass die Branche noch zwei Jahre mit den Bissigen Bemerkungen leben müsse.
Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank an den VDRJ für den Preis und an Rolf Nöckel für die Laudatio (Bild von der Preisverleihung unter www.vdrj.org/index.php?op=pages&pageid=118)

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Was bringt die ITB?

„Was bringt die ITB?“
NDR, Mittagsmagazin, 11.3.09

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ITB-Bemerkungen: Die Branche darf nicht die gleichen Fehler wie 2002 machen und wieso kommt dieses Jahr Knecht Ruprecht schon im März.

Bis vor kurzem noch war zu befürchten, dass die größten ITB-Aufreger die „Neuvorstellungen“ von Gabun, Tadschikistan und Turkmedistan sein würden. Aber da haben wir nicht mit dieser Branche gerechnet, im Guten wie im Schlechten. Kurzarbeit, Kapazitätsreduzierungen, geht TUIfly zu Air Berlin, gibt Air Berlin die LTU ab und kauft REWE jetzt Thomas Cook. Das werden wieder lange Nächte auf dieser ITB.

Wobei die Themen überhaupt nicht lustig sind. Aber das Allerschlimmste ist: die Branche ist dabei ihren historischen Fehler von 2002 zu wiederholen. Erinnern Sie sich noch? Unter dem Schock des 11. September 2001 stehend, von Buchungszurückhaltung anfangs des Jahres 2002 beeindruckt, gab die Branche im Frühjahr das Reisejahr 2002 schlichtweg verloren. Harte Sparmaßnahmen wurden durchgezogen. Lag der aktuelle Buchungsstand um 10% zurück, wurden beispielsweise die Anzahl der Check In-Schalter im Flughafen gleich um 15% reduziert usw. Jene, die noch reisten, traf die „volle Härte der Anbieter“. Zu Lasten der Buchenden wollte man unbedingt das Ergebnis retten. Die Noch-Nicht-Reisenden zum Buchen zu animieren, wurde zu keiner Zeit als ernsthafte Option verfolgt. Das Ergebnis ist bekannt: Die bis dato geltende ungeschriebene Regel „der Deutsche will auf seine Urlaubsreise nicht verzichten“, wurde erstmals und zwar ohne Gegenwehr der Industrie, außer kraft gesetzt.

Und genau das geschieht wieder, das Reisejahr 2009 wird schon heute verloren gegeben. Das fast göttliche „Gebot der Marge“ wird erneut der Börse auf den Altar gelegt. Kapazitätsreduzierungen anzudenken ist eine Sache, dass es die Branche jetzt als „die Nachricht“ verkündet, ist eine andere. Die Nachricht kann höchstens als Botschaft für die Börse von Wert sein, nur die Börse bucht keine Urlaubsreisen. Wer in der Krise zuvorderst die Marge will (muss), schwächt die Zukunft! (Eigentlich müsste hier stehen: „Versündigt sich gegenüber der Zukunft“).

Was ist das aktuelle Problem. In der Urlaubsbranche (anders als im Bereich der Geschäftsreise – man beachte dies bitte), haben wir es im Moment mehr mit Verunsicherung als mit bereits erfolgtem Verzicht zu tun. Da sitzen im Moment Millionen potenzieller Urlauber herum und denken total verunsichert, aber mit Sehnsucht, über Urlaub nach. Wenn potenzielle Kunden verunsichert sind, brauchen Sie „neue Anreize“ um zum Buchen zu kommen. Die gepriesene „Verlängerung des Frühbucherrabattes“ (womöglich noch mit dem Zusatz des „großen Erfolges wegen“) ist kein neuer Anreiz. Wollen wir wetten, dass die Marketing-Budgets der Reiseanbieter schon drastisch runtergefahren sind? Es lebe antizyklisches Verhalten!

Dieses Jahr hat alle Chancen ein Spätbucherjahr zu werden. Wer hat sich dafür mit welchen Mitteln vorbereitet? Alle warten anscheinend nur, wie das Kaninchen vor der Schlange, welcher „Böse“ jetzt den ersten Stein (= gleich Preisschlacht) wirft.

Aber ungestraft lässt man sog. Experten, die ihre Unglaubwürdigkeit bereits bewiesen haben, ihre Schreckenvisionen präsentieren. Ein Norbert Walter, der vor wenigen Monaten noch „gesichertes Hosianna“ verkündete, predigt jetzt mit gleicher Überzeugungskraft sein „Höllenszenario“. Zum Dank darf er dieses auf der ITB präsentieren, damit es noch mehr verbreitet wird.
Im Gegenteil dazu, kommt das Trendbarometer der Dresdner Bank zum Ergebnis, dass die Reiseausgaben der Deutschen in 2009 um 1% sinken werden. Aber diese Zahl 1% wird in der öffentlichen Darstellung mit einem Unterton versehen, nur vergleichbar mit einer 8,5 auf der berühmten Richterskala für Erdbeben.

Aber das ist beileibe nicht das einzige ITB-Thema. Da haben wir noch das grandiose Fluggesellschaft Theaterspiel. Air Berlin-Boss Achim Hunold in der doppelten Knecht Ruprecht-Rolle. Einmal bei TUIfly, da zeigt es bereits Wirkung und jetzt neuerdings in der gleichen Rolle bei LTU. Achtung. Das LTU-Personal ist hartgesottener als das in Hannover. Da wird die Ankündigung nicht genügen, da muss schon die Rute raus (wie immer diese heißen mag).

Und fast hätten wir es vergessen. Das mächtigste Marktverschiebungs-Potenzial steckt in der Geschichte „kauft REWE Thomas Cook?“. Interessant, wie in einem Fachzeitungs-Blog diese Meldung runtergespielt wird. Aber ein Norbert Fiebig verplappert sich nicht so einfach, auch nicht in einem „Hintergrundgespräch“ mit Journalisten.

Sorry liebe Leserinnen und Leser, dass aus den in der letzten Woche angekündigten Geschichten für heute nichts geworden ist. Aber diese Branche tickt eben schneller als im Wochenrhythmus.

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Albträume in einer Vollmond-Nacht

Liebe Leserinnen und Leser der BBB, haben Sie eigentlich eine Vorstellung wie jeden Sonntagabend die Bissigen Bemerkungen entstehen? Da werden um 20.00 Uhr die gesammelten Notizen der vergangenen Woche auf dem Schreibtisch ausgebreitet, parallel dazu die ARD-Nachrichten geschaut und danach im Internet gegoogelt ob es noch etwas Aktuelles gibt. Dann wird geschrieben, mehr oder weniger bissig, je nach Stimmung und Nachrichtenlage. Manchmal geschieht auch stundenlang überhaupt nichts, weil es nichts Bissiges gibt. So wie heute, beim 392. BBB – Sonntag.

Da liegt zwar einiges auf dem Tisch.
- – Condor-Vorstand Debus soll zu Air Berlin gehen (die haben ja erst 5 Vorstände)
- – Dagmar Wöhrl, Staatsekretärin und Ex-Miss-Bundestag wird als Nachfolgerin des amtsmüden Michel Glos gehandelt
- – Lars Windhorst schon wieder pleite
- – ITB-Meldung: Es ist nicht richtig, dass Lufthansa der ITB den Rücken kehre, sie habe nur keinen Messestand mehr. Dafür kehren Gabun, Tadschikistan und Turkmenistan zurück. Zusätzliche deutsche Destinationen drängen auf die ITB
- – Ein Sun-Express – Pilot wird nach Streit mit Passagier verprügelt
- – TUI senkt die Preise mit der Aktion „Da schlag ich zu“. Die Zukunft von TUIfly bleibt unklar.
- -Wowereit vermietet im Alleingang den kompletten Flughafen Tempelhof für die nächsten 10 Jahre, dummerweise nur für jeweils 2 Monate im Jahr. Es soll sich um eine „angesagte“ Modemesse handeln, die komischerweise „Bread & Butter“ heißt.
- – Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt die Hahn-Anteile von Fraport für 1 Euro.
- – Stewardessen von Ryanair werden in einem Pin-Up-Kalender abgebildet. Mehrere Frauenorganisationen protestieren. Männliche Gäste protestieren auch mit der Begründung „wir haben noch nie eine von diesen abgebildeten angeblichen Ryanair – Stewardessen an Bord gesehen“.

Aber für so eine richtig bissige Bemerkung reicht keine dieser Meldungen. Wissen Sie wie ermüdend es ist, stundenlang auf ein weißes Blatt Papier zu starren ohne eine konkrete Idee zu haben? Und draußen ist auch noch Vollmond.

Irgendwann muss ich am Schreibtisch eingeschlafen sein:

- – Plötzlich wollte Condor-Debus für 1 Euro TUIfly übernehmen und Dagmar Wöhrl wurde 6. Geschäftsführer(in) bei Air Berlin
- – Michel Glos und Ernst Hinsken tauschten die Jobs und kein Mensch hatte den Unterschied bemerkt
- – Lebedew wollte jetzt bei Air Berlin (statt bei Öger) einsteigen, aber Hunold bestand auf Vorlage einer Schufa-Auskunft.
- – Messe-Chef Buck verkündete voller Stolz die Teilnahme von Molwanien auf der ITB und mit Vordertupfing und Hintertupfing seien Vorverträge abgeschlossen worden
- – Ich sah die TUI-Werbung „Da schlag ich zu“ und dahinter eine Prügelei zwischen TUIfly Piloten und TUI Managern. Welt.online zog daraufhin die Meldung über den verprügelten SunExpreß â€“ Piloten als Falschmeldung zurück.
- – Das Land Rheinland-Pfalz freute sich über die kostengünstige Übernahme des Fraport-Anteils für nur 1 Euro und Hans Rudolf Wöhrl ärgerte sich tierisch, dass er diesmal zu spät kam.
- – Wowereit präsentierte ein Buch über „Moderne Auslastungssteuerung“ und änderte den Namen der Modemesse in „Champagner & Kaviar“. Danach klärte ihn jemand auf, dass auf dieser „angesagten“ Messe nur Alltagskleidung gezeigt wird. Daraufhin gab Wowereit eine Regierungserklärung ab, die nur aus einem Satz bestand: “L`etat cèst moi”. Die linken Abgeordneten glaubten es sei ein Zitat aus der französischen Revolution, dachten an die Guillotine und applaudierten vorsichtshalber heftig.
- – Aber die schlimmste Stelle im Traum war, als DRV-Präsident Läpple den Pin-up-Kalender des DRV präsentierte und nur (männliche) Bosse der großen Veranstalter abgebildet waren (mit Feigenblatt an den entsprechenden Stellen natürlich).

Irgendwann bin ich wieder aufgewacht, der Vollmond war verschwunden und im Unterbewusstsein musste ich diesen Albtraum wohl niedergeschrieben haben. Egal, jetzt mal 3 Stunden schlafen und dann gut frühstücken.

Ach ja, und ein Satz ist mir noch in Erinnerung. Den muss ich wohl auch in irgendeiner Notiz gelesen haben. Auf einem Symposium für Tempelhof, nichts ahnend, dass Wowi bereits Fakten geschaffen hatte, betonte eine Schweizer Referentin schlauerweise: „Die Planung beschäftigt sich mit der Zukunft“.
Um allein das zu wissen, war der Abend dann doch nicht umsonst.

Und noch eine letzte (echte) Meldung: Australische Wissenschaftler haben eine bahnbrechende Diagnose für Demenz bei Personen unter 65 gefunden. Die Betroffenen seien daran zu erkennen, dass Sie eindeutig ironisch und sarkastisch vorgebrachte Äußerungen nicht als solche erkennen. Sollten Sie also obige Bissige Bemerkungen für ernst nehmen, sollten Sie schleunigst einen Arzt aufsuchen.

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Das Thema zur ITB: CO2- und anderer Schadstoff-Ausstoß

Da haben einige Politiker ja ein richtig schönes Thema kurz vor der Internationalen Tourismus Börse (ITB) angestoßen: Verzicht auf Fernreisen um die CO2-Emissionen zu verringern.
Der dabei erzeugt sprachliche Schadstoff-Ausstoß ist allerdings nicht weniger drastisch. Überraschender Weise vergaloppierte sich auch der Direktor der ITB, Martin Buck, in besonderer Weise. Er sieht ebenfalls ein Urlaubsproblem wegen CO2 und empfiehlt Urlaub in Deutschland. Sorry, lieber Herr Buck, wozu dann noch die ITB, wenn alle nur noch Urlaub im eigenen Land machen.
Außerdem ist die ITB unter diesem Gesichtspunkt, durch die Tausende aus aller Welt anreisenden Teilnehmer, ja eine richtige CO2-Schadstoff Vollversammlung.

Das passt zur ITB wie die Faust aufs Auge: Klimaschutz und Verzicht auf Urlaubsreisen, insbesondere Fernreisen. Vor kurzem sollten wir alle noch nach Ostasien fliegen, weil wir die durch den Tsunami-geschädigten Menschen durch unser Urlaubsgeld unterstützen sollten.
Die armen Entwicklungsländer, auf der ITB wieder prominent mit sehr schönen Messeständen vertreten, rechnen mit den Touristen als Haupteinnahmequelle.
Jetzt sollen wir plötzlich alle wieder zu Hause bleiben?

Das kennen wir doch schon; Politikerpopulismus der Urlaubsverzicht fordert, bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. „Man könne ja mal ein Jahr zwischendurch auf seine Fernreise verzichten!“ Klingt gut, haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis jemanden der jedes Jahr eine Fern-Urlaubsreise macht? „Warum immer Urlaub in Asien, Deutschland ist doch auch schön.“ Pennen die alle? Das bestreitet doch niemand: Deutschland ist heute schon das Urlaubsland Nr. 1, vor allen anderen Ländern, vor Spanien, Türkei usw.. Und die Fernreisenden machen 5% aller Urlauber aus!

Ja, der verbale Schadstoff-Ausstoß ist schon gewaltig. Schauen wir uns doch mal an, wem zuletzt der größte Schadstoff-Ausstoß entwichen ist.

Auf Platz 1 steht leider der Direktor der ITB, Martin Buck. Ein ansonsten ganz netter und besonnener Zeitgenosse, vielleicht jetzt etwas stressgeschädigt, ist ihm am Wochenende zu diesem Thema folgendes Zitat entwichen: „Es setzt ein Bewustseinswandel ein (das Wort könnte von unserem Bundespräsidenten stammen). Heute ist Rauchen nicht mehr chic und in wenigen Jahren wird es in weiten Kreisen der Bevölkerung nicht mehr chic sein, während seines Urlaubs die Umwelt mit CO2 zu vergiften.“ Danach kommt dann noch ein Appell auf Urlaub im eigenen Lande.
Ist ihm klar was das bedeutet? Wenn alle Urlaub im eigenen Land machen (und das muss ja dann für alle Länder der Welt gelten), bedarf es keiner Internationalen Tourismusbörse mehr. Und die weitere Frage muss erlaubt sein: Ist dann heute schon chic (und nächstes Jahr) solch gigantische CO2-Emissionen zu verbrennen, nur um an der ITB teilzunehmen. Wurde die ITB früher als „Internationale Trinker Börse“ verspottet, ist sie heute die „Vollversammlung der touristische bedingten Schadstoff-Verursacher“.

Auf Platz 2 finden wir unseren Bundesumweltminister Sigmund Gabriel. Sein permanenter verbaler Schadstoff-Ausstoß ist schon legendär. Natürlich stößt er auch zu diesem Thema aus. Dabei ist er ein soooo großes Vorbild! Wann immer es geht fährt er mit der Bahn. Bis dummerweise vor kurzem bekannt wurde, dass parallel dazu sein („dicker“) Dienstwagen fährt, damit er am Ziel angekommen, sofort einsteigen kann. Sorry, so einer kann sich gerne aus unseren Urlaubsdispositionen heraushalten.

Auf Platz 3 finden wir dann den bayrische Umweltminister Schnappauf. Er will uns „lieber am Main entlang radeln sehen will, als im Fernreisejet“. Aber Achtung, Gefahr! Er war derjenige, der Bruno den Bär erschießen ließ, als dieser Urlaub in Deutschland machen wollte.

Auf Platz 4 des größten verbalen Schadstoff-Ausstoßes finden wir Frau Künast unsere ehemalige Ministerin für Verbraucherschutz. Ungefragt klärt sie uns auf, „dass es auch in Deutschland schöne Urlaubsregionen gibt“ (hält die uns für total unwissend?) und fordert „Pauschalreise muss künftig bedeuten: Halbpension mit Klimaschutz“. Zum Glück haben wir ein gutes Gedächtnis und erinnern uns an das Jahr 2003 (noch nicht lange her) als Frau (Ministerin) Künast und Herr (Bundesumweltminister) Trittin sich vor einem Ausschuss verantworten mussten, weil es ihnen nicht zumutbar erschien einen Linienjet zu benutzen und unbedingt mit einer Challenger der Bundeswehr fliegen wollten. Auf Druck der Öffentlichkeit hatten sie den bereits im Leerflug nach Brasilien beorderten Jet unterwegs wieder abbestellt. Klimaschutz vom Feinsten.

Direkt danach folgt dann unserer Tourismusbeauftragter (besser bekannt als Bayernbeauftragter) Hinsken, der meinte „es würde uns Deutschen nicht schaden (welch putziges Wort an dieser Stelle), mal zwischendurch Urlaub im eigenen Land (sprich Bayern) zu machen“. Dabei hat er ganz vergessen, dass er uns das schon vor kurzem empfohlen hatte, „bis der internationale Terrorismus vorbei sei“.

Alles falscher Alarm, das Thema erledigt sich von alleine. Bei der aktuellen Politik, die dafür sorgte und weiterhin sorgt, dass das frei verfügbare Einkommen der breiten Bevölkerungsschicht immer weniger wird, kann sich ohnehin kaum noch einer eine Fernreise leisten.
Das größte Urlaubsmotiv heißt „Flucht vor dem Alltag“. „Leute kratzt die letzten Mücken zusammen“ für einen Fernflug in die Südsee. Aber nur one way!
Und in 20 Jahren gehen wir dort mit dieser Insel unter.

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