Wohnt ein neuer Miraculix jetzt in Jamaika?

Die Bissigen Bemerkungen haben zwar die Eröffnungsfeier boykottiert (siehe BBB vom 14.4.2008 „Offener Brief an den chinesischen Staatspräsidenten“), aber als Goodwill gegenüber den Kritikern musste das genug sein. Insofern konnte man sich dann in Ruhe die wichtigsten Entscheidungen anschauen, z.B. die großen Sprintendkämpfe über 100m, 200m und 4x100m-Staffeln der Männer und Frauen. In 5 dieser 6 Disziplinen gewann Jamaika (in der Frauen-Staffel nur wegen eigener Dusseligkeit nicht). Gratulation!
Sofort begann die Doping-Diskussion. Aber so etwas trauen wir dem besonders freundlichen und lieben Volk der Jamaikaner nicht zu. Zumindest nicht die klassischen Methoden (vielleicht ein kleines Pfeifchen mal). Ein Wunder ist es allemal. Und so startete sofort eine andere Gedankenkette: Wunder – Mirakel – Miraculix. Das muss es sein.
Entweder unser alter Freund Miraculix verbringt auf dieser mit Recht vielgeliebten Ferieninsel seine alten Tage oder ein Schüler von ihm treibt dort sein heimliches Handwerk. Wie damals Obelix müssen einige Jamaikaner schon als Kind in den Zaubertopf gefallen sein. Wie ist es sonst zu erklären, dass Usain Bolt schon mit 15 Jahren Junioren-Weltmeister war. Und völlig unbeachtet von der Öffentlichkeit ist geblieben, weil später für andere Nationen startend, dass auch frühere Olympiasieger über die Sprintstrecke wie Ben Johnson, Linford Christie und Donovan Bailey gebürtige Jamaikaner waren. Das kann wohl kein Zufall sein. Nur dieses Mal hat sich der alte Miraculix wohl in der Dosis vertan.

Das regt uns alles nicht auf. Worüber wir uns aufregen, ist die gigantische Geldverschwendung durch ARD und ZDF. Unglaubliche 700 Mitarbeiter haben die Anstalten beschäftigt, bei einem Kostenaufwand von geschätzten 49 Mio. Euro. Zum Vergleich, die britische BBC hatte 439 Mitarbeiter im Einsatz, bei einem Kostenaufwand von 3,8 Mio. Euro (also weniger als ein Zehntel des deutschen Aufwandes). Und der absolute Hammer war wohl, Johannes B. Kerner von Peking nach Nürnberg zu fliegen, zur Moderation des Länderspieles Deutschland gegen Belgien und anschließend sofort wieder zurück nach Peking. Dabei hätte ihn in Nürnberg bestimmt niemand vermisst.

Gut, Lufthansa und ein paar andere Airlines werden sich einerseits über das schöne Zusatzgeschäft mit den deutschen Fernsehanstalten gefreut haben. Aber andererseits neidvoll zur Kenntnis genommen haben, dass es immer noch Branchen gibt, bei denen Geld anscheinend keine Rolle spielt. Die Begründung ist klar. Die öffentlichen TV-Anstalten haben Gebührenzahler, „die müssen“, die Fluggesellschaften haben „nur Kunden“ und die können wählen.

Bis dann in London.

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