„я говорю по-русски“ als Wettbewerbsvorteil

Das Champions-League Finale fand letzte Woche in Moskau statt.
Diman Bilan gewann mit seiner Rockballade für Russland den Eurovision Song Contest.
Air Berlin meldet, dass der russischstämmige Milliardär Leonid Blawatnik jetzt größter Einzelaktionär bei Air Berlin ist.
TUI kooperiert mit seinem neuen russischen Großaktionär Alexej Mordaschow und eröffnet sein erstes Stadthotel in Moskau.
Langsam wird klar, wo künftig die Musik spielt.

Deshalb heute der spezielle Hinweis der Bissigen Bemerkungen für Studierende der Tourismuswirtschaft was künftig bei Bewerbungen ein Wettbewerbsvorteil sein könnte: „ja govorju po russki“ (Ich spreche Russisch).

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Zwei Bemerkungen zu früheren Bissigen Bemerkungen:
Am 7.4. dieses Jahres schrieben die BBBs: „Der Pleitegeier kratzt schon wieder an der Tür von Lars Windhorst“. Jetzt muss Lars Windhorst ihn wohl hereinlassen. Beim Amtsgericht Charlottenburg wurde Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen seine Firma Vatas gestellt. Da kann Air Berlin richtig froh sein, dass „dieser Kelch an ihr vorüberging.

Am 2.3. dieses Jahres berichteten die Bissigen Bemerkungen unter „Allerlei Fliegerei“ über einen geplanten FKK-Flug des Reisebüros OssiUrlaub.de von Erfurt nach Usedom zum etwas „gehobenen Preis“ von 499 Euro (für einen Tagesausflug!). Letzte Woche gab OssiUrlaub.de bekannt, dass der Flug storniert wurde. Angeblich weil man sich „intensiv mit den moralischen Bedenken einiger Medien und Portalbesucher von OssiUrlaub.de beschäftigt habe“. Daraufhin „sei der Entschluss gefasst worden, den Flug nicht stattfinden zu lassen“. Unverändert werden auf der Homepage von OssiUrlaub.de aber andere FKK-Reisen angeboten, u.a. eine „FKK-Traumreise Südafrika“, beworben mit dem herrlichen Bild eines „sehr aufmerksamen Löwen“. Mag sein, dass es da keine moralischen Bedenken gibt (?). Aber angesichts „des Löwen“ würde unsereiner eher fürchten, „hoffentlich ist nach Ende der FKK-Reise noch alles an einem dran“.

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Der Pleitegeier kratzt schon wieder an der Tür von Lars Windhorst

Vor exakt einem Vierteljahr lästerten die BBBs über den 15%-Einstieg der Heuschrecken-Firma Vatas mit ihrem Deutschland-Geschäftsführer Lars Windhorst bei Air Berlin (siehe BBB vom 7.1.2008: „Genau deine Airline, sagte sich Lars Windhorst und stieg bei Air Berlin als Großinvestor ein“).
Großspurig, wie immer bei Windhorst, wurde verkündet, jetzt permanent nachzukaufen um zu einer sehr wesentlichen, bestimmenden und langfristigen Beteiligung zu kommen. Diese „Nummer“ lief aber nur kümmerliche drei Wochen lang. Dann war mit 18, 6 % schon „Schluss mit lustig“ und viele fragten sich, ob angesichts der internationalen Bankenkrise der Heuschrecke das Heu ausgegangen sei.

Als vor drei Wochen bei der NordLB Panik ausbrach, erkannte man den Zusammenhang erst auf den zweiten Blick. Die NordLB musste ihren Gesellschaftern beichten, dass sie wider Willen Großaktionär beim Handyausrüster Balda, beim Altersheimbetreiber Curanum und beim Netzwerkanbieter Euromicron geworden war. Sie hatte im Kundenauftrag für über 100 Mio. Euro Aktien gekauft und der Kunde war plötzlich nicht in der Lage „diese Aktien abzunehmen“. Zuerst wollte die NordLB den Namen ihres Kunden nicht nennen, aber diese Aktienkombination konnte nur einen betreffen: Vatas und Lars Windhorst. Ergebnis: Vier hochrangige Bankmanager der NordLB verloren deshalb ihren Job und 116 Mio. Euro Rückstellungsbedarf bei der NordLB: neue Opfer auf der langen (finanziellen) Blutspur von Lars Windhorst.

Blieb als Befreiungsschlag für Vatas/Windhorst nur der Verkauf der Air Berlin Aktien um zu Geld zu kommen. Käufer soll der russischstämmige US-Milliardär Leonard Blawatnik sein (wird Air Berlin wieder amerikanisch?). Aber jetzt war auch die NordLB hellwach. Sie übte vorerst ein offensichtlich hartes Pfandrecht aus und sicherte sich das Air Berlin-Paket. Damit dürfte der Verkauf kaum Geld in die Vatas-Kasse bringen (das ganze Engagement wird Vatas ohnehin einen Kursverlust von ca. 50 Mio. Euro gekostet haben).
Und wieder einmal ist ein Stern sehr schnell als Sternschnuppe abgestürzt.

Kleine herrliche Pointe am Rande. Am Handyausrüster Balda war auch eine andere Heuschrecke beteiligt, nämlich Wysser-Pratte (der u.a. TUI Management-Können beibringen will?). Der stieg nach diesem Aktientohuwabohu schnell bei Balda aus, aber da hatte er schon mehr als 10 Mio. Euro Verlust gemacht. Wie schön, wenn eine Heuschrecke einer anderen das Heu weg frisst.

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