Darf ein Bundespräsident sich über gestrandete Urlauber lustig machen?

Das Ansehen eines Bundespräsidenten soll eigentlich nicht beschädigt werden, was ist aber wenn er es selbst beschädigt? Wochenlang hat Bundespräsident Köhler zu wichtigen aktuellen Fragen, die das ganze Volk beschäftigt, geschwiegen. Kabarettisten unkten schon „wo ist Horst?“.

Jetzt hat Köhler sich kräftig zu Wort gemeldet. Leider. Zu seiner Entschuldigung könnte man anführen, dass er z.Z. keine/n Pressesprecher/in hat, die auf ihn „aufpassen könnten“. Ein Glück, „die Neue“ kommt zum 1.6.2010.

Seinen Versprecher(?) zum Afghanistan-Krieg hat die Presse diese Woche weidlich kommentiert. Daneben blieb eine andere Rede von Köhler, vor dem Weltverkehrsforum in Leipzig, weniger beachtet. Aber die Bissigen Bemerkungen, an allem interessiert was mit Mobilität zusammenhängt, haben die Rede entdeckt (siehe www.bundespraesident.de). Leider!.

Ist es die besondere, von Kabarettisten oft verspottete, Naivität des Bundespräsidenten oder lebt er in einer anderen Welt als sein Volk.
Beispiele gefällig?
1. Als einer der wesentlichen Punkte dieses Weltverkehrsforums sollte das Thema „Zusammenbruch des Luftverkehrs wegen der Aschewolke“ auf der Tagesordnung stehen. Was fällt unserem Bundespräsidenten dazu ein? Er berichtet von Bürgern die „in Wahrheit erleichtert waren, dass die anstrengende Urlaubsfernreise ausfiel“. Darf man an dieser Stelle anmerken, dass dies, Entschuldigung für den Ausdruck, eine Verarschung all jener war, die unter großer Belastung versucht haben an ihr Ziel oder wieder nach Hause zu kommen? Gleiches gilt für die tolle Arbeitsleistung der Beschäftigten in Luftverkehr und Touristik. Natürlich keine mahnenden Worte des Präsidenten an die wahren Verursacher des Chaos, Verkehrsministerium, Flugsicherung und Wetterdienst.

2. Der Bundespräsident sah sich auch veranlasst, vor den Delegierten aus 52 Ländern, sich kritisch mit einer einzelnen Werbung auseinandersetzen zu müssen, die er an Berliner Bussen gelesen hatte. Dort hatte eine Fluggesellschaft mit folgendem Werbespruch auf sich aufmerksam gemacht: „Norwegen rückt näher, Oslo ab 29 Euro“. Ob Köhlers folgender Satz ernst gemeint war? Wörtliches Zitat: „Norwegen ist aber keinen Zentimeter näher gerückt. Oslo ist noch immer 1.000 Kilometer von Berlin entfernt“. Liebe Leserinnen und Leser der BBB, es ist zu befürchten, dass er dies als ernsthafte Erkenntnis auch genau so wörtlich gemeint hat. Nur just for Info für das Bundespräsidialamt: Wien liegt zwar nur 700 Km von Berlin entfernt, aber immerhin. Natürlich musste der Bundespräsident 2008 zum EM-Endspiel dort sein. Hat zwar nichts genutzt, dafür durfte es auch mehr als 29 Euro kosten. Shanghai ist übrigens 8.400 km entfernt. Macht ebenfalls nichts, der deutsche Pavillon und 1,4 Mrd. Chinesen haben auf diesen Tag seines Besuches gewartet. Diese Woche wird die Kanzlerin etliche 100 Km unnötig ins Trainingslager unserer Fußball-Nationalmannschaft fliegen, als ob Jogi Löw nicht schön genügend Probleme hätte.

3. Aber auf eines der dringendsten verkehrspolitischen Fragen Europas, den „Single European Sky (Neuordnung des Luftraums über Europa ohne nationalen Grenzen), ging Köhler mit keinem Satz ein. Dabei hatte vor zwei Jahren auf der gleichen Konferenz die Bundeskanzlerin in ihrem Statement noch genau dies als eine der zentralen Aufgaben bezeichnet. Lufthansa-Chef Mayrhuber hatte vor Jahren mal vorgerechnet, dass der z.Z. deshalb unnötig verflogene Treibstoff reichen würde, um täglich mehrfach nach New York zu fliegen! Aber da hätte man ja an die politische Nase fassen müssen.

Wenn im Moment in Berlin nach Einsparungen gesucht wird, die BBB hätten da mal einen Vorschlag……

Natürlich, das Bundesverkehrsministerium unseres speziellen Freundes Ramsauer, war auf der Tagung mit mehreren eigenen Infoständen vertreten. Auf einem war ein Modell des Forschungsflugzeuges „Falcon“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ausgestellt. Genau richtig erinnert, es ist jenes Flugzeug, das im kritischen Moment so lange brauchte um in die Luft zu kommen, um dann festzustellen, „keine Asche da“,

Dabei sind internationale Konferenzen, die über Umweltbelastungen diskutieren, per se schon ein Witz, denn in aller Regel stehen die durch An- und Abreise entstandenen Belastungen in keiner Relation zum Kongressergebnis. Vergeblich haben die Bissigen Bemerkungen im Internet nach einem Abschluss-Komitee gesucht, dafür aber einen interessanten Pressekommentar gefunden: Das im Vorfeld des Kongresses so hoch gelobte Tagungspapier „Transport Outlook“ ist nicht von einer unabhängigen Forschungseinrichtung erstellt worden (wie allgemein kolportiert), sondern von einer Kommission in der u.a. auch Staatssekretäre ihren Sitz hatten, also ein zuerst politisches Papier. Aber noch schöner war eine andere Bemerkung in diesem Kommentar: „Im Grunde ist die Studie sogar ein Eingeständnis, dass die Verkehrsminister der wichtigsten Länder weder eine Vision, schon gar keine Strategie und erst recht keinen Willen haben, den Weltluftverkehr zukunftsfähig zu machen“. Schöner hätten es die BBB auch nicht formulieren können, höchstens kürzer, mit einem Wort: Ramsauer.

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Diese Woche im Reiseradio (www.reiseradio.org) u.a. einen Bericht über den neuen Center Park Mosell im Elsaß, der exakt in die Schneise gebaut wurde, die zu Weihnachten 1999 der Orkan Lothar „geschaffen hatte“. In den Bissigen Bemerkungen geht es um das immer aktuelle Thema Last Minute.

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Vulkanasche – die Schweinegrippe der Luftfahrt

Erinnern Sie sich noch an die Schweinegrippe im letzten Jahr? Auch da gab es ursprünglich ein echtes Problem, weit weg von uns in Mexiko. Danach jagten uns Pharmaindustrie und sensationsgeile Presse einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Die Politik ließ sich davon einlullen und bestellte für mehrere Millionen Euro Impfstoffe. Kaum waren diese eingelagert und die Industrie hatte ihren Riesen-Reibach gemacht, war die Schweinegrippe so plötzlich verschwunden wie aufgetaucht. Nur so zur Erinnerung.

Im Folgenden finden Sie die sechs wichtigsten Fragen zur neuen hausgemachten Katastrophe, der Luftraumsperrung, und ebenso zehn hammerharte BBB-Antworten darauf.

1. Wie viel Asche war wirklich in der Wolke und ab wann wird es gefährlich?
Die britische Luftfahrtbehörde CAA hat Folgendes offiziell verkündet: Wir haben uns mit den Herstellern von Triebwerken beraten und Messwerte von verschiedenen Institutionen ausgewertet und legen ab sofort einen Grenzwert von „2.000 Mikrogramm Vulkanasche in einem Kubikmeter Luft fest“. Na endlich. Selbst wenn diese Festelegung zu großzügig sein sollte (wie schon wieder gehetzt wird), gemessen haben die Briten bei Testflügen (!) nie mehr als 400 Mikrogramm pro Kubikmeter. Und als unser deutsches Forschungsflugzeug endlich aus dem Schuppen kam, konnte es nur einen Höchstwert von 60 Mikrogramm feststellen. Das war wohl auch der Grund warum die vorherigen Katastrophenpropheten plötzlich so leise waren.
(Der im Beitrag von fvw.de genannte Grenzwert von 2 Mikrogramm ist falsch. Schreib- oder Übertragungsfehler? Bei uns auf Erden sind schon normal 50 Mikrogramm Feinstaub vorhanden, der in der Silvesternacht in den Städten bis zum 6.000 fachen ansteigt. Interessiert aber niemand, nur weiterknallen.)

2. Muss Sicherheit nicht über alles gehen?
Der arrogante Vorwurf von Minister Ramsauer in Richtung Fluggesellschaften war eine bodenlose Frechheit. Lufthansa ist in den letzten Jahrzehnten fast zum Synonym für Sicherheit in der Luftfahrt geworden. Air Berlin steht in Punkto Sicherheit bei allen weltweiten Statistiken auf einem der vordersten Plätzen (noch keinen Unfall in der gesamten Firmengeschichte) und auch die anderen deutschen Ferienflieger wie beispielsweise TUIfly, Condor und Germanwings stehen weltweit, außer bei Herrn Ramsauer, nicht im Verdacht bei der Flugsicherheit auch nur das geringste Risiko einzugehen.
Wer zu sehr Superlative bemüht hat zumeist nur wenig sachliche Argumente. Die penetrant vorgetragene „größtmögliche Sicherheit“ erinnerte sehr stark an die „brutalmöglichste Aufklärung“ eines gewissen Ministerpräsidenten.

Aber der Sprecher der CSU-Gruppe im EU-Parlament, Markus Ferber, hat sogar noch gesteigert: „Lieber ein unzufriedener Passagier, der lebendig ist, als einer der beim Flug von Frankfurt nach Mallorca abstürzt“. Dieser Satz ist an Naivität und geistiger Armut kaum zu toppen. Würde man dies ernst nehmen, dann müsste man nicht nur den Flugverkehr generell verbieten, sondern sofort feststellen:
Jeder Tote auf unseren Autobahnen ist ein Toter zuviel, „sperrt die Autobahnen“.
Jeder tote Raucher ist ein Toter zuviel, „sofortiges Verbot des Tabakwarenverkaufs“ (aber zynischerweise hat der Staat durch die Tabaksteuer sogar an jedem Toten mitverdient)
Jeder tote Alkoholiker ist ein Toter zuviel, „sofortiges Verbot des Verkaufs von Alkoholika” (aber zynischerweise hat der Staat durch die Alkoholsteuer sogar an jedem Toten mitverdient)
Und wenn man konsequent weiterdenkt ist auch jeder tote Soldat im Afghanistan -Krieg ein Toter zuviel (auf Klammersatz wird hier bewusst verzichtet).

3. Hätte der Krisenstab nicht beim Verkehrsministerium eingerichtet werden müssen?
Aber selbstverständlich. So etwas kann man nicht an Beteiligte übertragen, die die Konsequenz der Entscheidung nicht verantworten müssen. Als der erste Meteorologe im Fernsehen seine Theorie ausbreitete, dachte ich schon, ich hätte aus Versehen mich in einen Heidi-Film mit dem Alm-Öhi eingezappt. Und der Meteorologe bei Beckmanns fühlte sich gemüßigt in Zweifel zu ziehen, ob wir die Waren, die wir per Luftfracht beziehen, auch „wirklich brauchen dürften“. Aber Politik von solcher Tragweite zu machen kann nicht Sache von Meteorologen und Angestellten der Luftsicherheitsbehörde sein.

4. Wurden alle Touristen gleich behandelt?
Nein, die Pauschalreisenden waren besser dran und kamen schneller zurück. Wiederum wurde bestätigt, Krisen machen mehr Werbung für die Pauschalreise, als es die Veranstalter das ganze Jahr über machen.
Und auch hier nochmals ein Kompliment an die Mitarbeiter der Branche, die das ganze Wochenende und auch noch danach für ihre Kunden kämpften, als andere nur Sprechblasen produzierten.

5. Darf die Branche Staatshilfen beantragen?
Zum Abschluss der Krise hat Ramsauer mit seiner Entscheidung, dass die Inspektions- und Wartungsintervalle der Flugzeuge verkürzt werden sollen, den Airlines erst mal Mehrkosten aufgebrummt. Diese Entscheidung ist nun der Sache überhaupt nicht angemessen, sondern eher ein Fall von „Bestrafung der Unschuldigen, Belohnung der Schuldigen“.
Und gegen eine Staatshilfe ist er natürlich auch. Er meinte, Fluggesellschaften wüssten, dass sie vom Wetter abhängig seien. Aber getreu dem Verursacher-Prinzip haben die Airlines schon einen Anspruch. Denn der Verursacher war ja nicht das Wetter, sondern das Verkehrsministerium. Ich erinnere mich, dass in den 70er-Jahren die Condor Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland erhob, wegen der Mehrkosten des Fluglotsenstreiks. Das ging vor das Oberverwaltungsgericht in Köln. Dann erfolgte ein Vergleich und die Condor bekam Geld. Den genauen Betrag habe ich vergessen.

6. Was kann der gestresste Tourist zum Frustabbau tun?
Die BBBs empfehlen wieder zu verreisen. Beispielsweise mit Wolters-Reisen zum Vulkanwochenende nach Island (6.-9. Mai), direkt zum Eyjafjallajökull. Dann vor Ort den Vulkan beschimpfen mit: „Du böser Vulkan, das machst du nicht noch mal mit uns“.
Oder mit Ameropa nach Berlin fahren (ab 89,00 Euro) und Ramsauer beschimpfen: „Du dummer Ramsauer tritt zurück und ab nach Bayern“.
Das Ergebnis wird zwar in beiden Fällen das gleiche sein (keinerlei Reaktion), aber es verschafft innerlich etwas Luft.
Letztlich sollten wir aber jede Nacht beten: „Lieber Gott verschone diese Republik vor weiteren Katastrophen, unsere Oberen sind unfähig damit umzugehen“.

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Zuletzt wie (fast immer) der Hinweis auf das Reiseradio (www.reiseradio.org), das in der aktuellen Ausgabe zu dem Thema Luftraumsperrung sehr viele interessante Interviews und Hintergrundberichte bringt. Die BBBs im Reiseradio beschäftigen sich u.a. mit den Flugabbrüchen von Merkel und Gutenberg. Und natürlich steht auch Ramsauer, der neue Lieblingsfeind der BBBs (nachdem Middelhoff abhanden gekommen ist), mit weiteren Betrachtungen im Mittelpunkt. Es lohnt sich reinzuschalten.

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Wann ist man glücklicher?

Was Wissenschaftler alles herausfinden können ist schon toll. Ohne viele dieser Erkenntnisse würde uns auch richtig etwas fehlen. Man fragt sich dann „wie konnten wir ohne dieses Wissen bislang leben?“.
Auf diesem hohen Niveau bewegt sich auch, was die Universität Rochester vor wenigen Tagen tief schürfend festgestellt hat. Und jetzt halten Sie sich fest, die bewegende Nachricht lautet:
Menschen sind am Wochenende glücklicher als unter der Woche!

Mag sein, dass der eine oder andere unter den verehrten Lesern und Leserinnen so etwas Ähnliches seit geraumer Zeit geahnt hat. Aber jetzt wissen wir es genau.

Der guten Ordnung halber sollten wir auch die dazu gelieferte Begründung nicht verschweigen: Menschen seien deshalb am Wochenende glücklicher, „weil sie vorwiegend mit Leuten zusammen sind, die sie gern haben und wertschätzen“. Was dies im Umkehrschluss hinsichtlich der Wertschätzung von Kollegen und Vorgesetzten bedeutet, soll hier nicht näher erörtert werden. Ebenso soll nicht erörtert werden, was von den häuslichen Verhältnissen jener zu halten ist, die bis spät in den Büros sitzen.

Allerdings soll es in dieser Republik gerüchteweise wesentlich „schlimmere“ Arbeitssituationen als in der Reiseindustrie geben. Als „abschreckendes“ Beispiel sei die HRE Bank genannt. Sie erinnern sich, die Hypo Real Estate, wie sie in Langversion heißt, war jene Pleitebank, die nur durch Milliardeneinsatz des Staates (vorläufig) gerettet werden konnte. Und noch schlimmer, nach der Verstaatlichung, gehört diese Bank dem Steuerzahler, also uns allen. Ein tolles Geschäft haben wir da gemacht.
Von alledem unbeeindruckt, sollen aktuell die Führungskräfte und Mitarbeiter dieser Bank wieder mit Boni-Zahlungen in Millionenhöhe belohnt werden. Als dies von den Aufsichtsorganen hinterfragt wurde, meinte ein HRE-Topmanager so können man mit den Mitarbeitern der Bank nicht umgehen. Vielmehr meinte er hinsichtlich der Arbeitssituation „mit Ben Hur und Galeerensklaven“ vergleichen zu müssen.
Nachdem ich kurz in mich hineingeweint hatte, wollte ich dann doch fröhlich feststellen, so schlimm ist es mit der Ausbeutung in der Reiseindustrie (noch) nicht.
Aber dann musste ich lesen, dass UFO (gemeint sind nicht die Außerirdischen, sondern die „Organisation Unabhängiger Flugbegleiter“) den Umgang der Lufthansa mit Mitarbeitern „teilweise menschenverachtend“ nennt.
Was werden da erst die Kunden sagen, wenn nächste Woche wieder gestreikt wird?
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Im Übrigen bin ich der Meinung …. „Wer vom Lesen der Bissigen Bemerkungen nicht genug hat, der kann zusätzlich noch welche hören“.
Im Reiseradio (www.reiseradio.org) erfahren Sie diese Woche einiges über April-Scherze und wie hoch die Gefahr ist, dass diese Scherze in der touristischen Wirklichkeit wahr werden.
Ansonsten können Sie dort, im nicht bissigen Teil, auch einiges über Glück erfahren, womit wir wieder beim Eingangsthema wären.

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Kaum zu glauben

Mag ja sein, dass sich Piloten nur ungern mit Lokomotivführern vergleichen lassen wollen. Aber ein Blick über den Tellerrand hin zur Bahn würde sowohl den Piloten wie auch der Lufthansa nicht schaden.
Erinnern Sie sich an Mitte bis Ende 2007? Erinnern Sie sich an das permanente „Gewürge“ von Lokomotivführern und Bahn mit Streikankündigung, dann doch kein Streik, dann doch Streik, dann Handschlageinigung, die aber keine war (Urmodell des DFB/Joggi Löw–Konfliktes), neue Streiks und so weiter? Ergebnis: Dramatischer Imageverlust für beide Seiten und nachhaltiger wirtschaftlicher Schaden (auch für beide Seiten).

Und das gleiche Spiel, man glaubt es kaum, spielen jetzt Lufthansa und Piloten-Gewerkschaft. Erst große Streikankündigung, dann einen Tag Streik, dann überraschend Friede, Freude, Eierkuchen und jetzt ab 13.4. soll das ganze wieder von vorne losgehen. Lufthansa wird nicht nur „airberlineriger“, sondern auch noch „bahnerischer“. Halleluja, das ganze ist nicht nur ein Lehrstück für „wie beschädige ich das Image eines angesehenen Unternehmens“, sondern zeigt auch die Hilflosigkeit mit der neuen Marktsituation umzugehen.
Das hätten sich Air Berlin und Co. auch nicht träumen lassen, dass sie von Lufthansa solche wirtschaftliche Hilfestellung bekommen.

Wenn wir schon bei „kaum zu glauben sind“. Wie postulieren die harten Gleichberechtigungsvertreter(innen)? Die Gleichberechtigung für die Frauen im Wirtschaftsleben ist nicht erreicht, wenn es genügend Frauen in Führungspositionen gibt, sondern erst wenn genügend Frauen ohne Ahnung vom Geschäft in Führungspositionen aufgestiegen sind. Sind wir nun soweit? Könnte sein. Easyjet hat eine neue Chefin. Demnächst übernimmt Carolyn McCall. Sie kommt aus der Medienbranche und hat Null-Ahnung von der Luftfahrtbranche.

Noch „weniger zu glauben“, ist die Panne am Flughafen Leipzig-Altenburg. Erinnern Sie sich, der Landrat des Landkreise Altenburg-Land, war so fest überzeugt, dass sein Weltflughafen Altenburg Interesse bei internationalen Investoren finden könnte (siehe BBBs vom 14.12.2009). Jetzt musste einer der wenigen Anflüge umgeleitet werden, weil kein Fluglotse im Tower war. Schuld: „Unklare Dienstplanung“. Bei einer Handvoll Flüge am Tag, kann man schon mal die Übersicht verlieren.

Und schon „überhaupt nicht zu glauben“ ist, dass ein Hobby-Pilot jetzt zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt wurde. Er hatte mit seinem einmotorigen Flugzeug die Rollbahn des Flughafens Bitburg angesteuert und auf Funkkontakt zum Tower „verzichtet“. Dummerweise fand dort gerade eine Veranstaltung des Porsche-Clubs Luxemburg statt. Da blieb kaum eine Wahl. Der Pilot landete „auf“ einem fahrenden Porsche 911. Merke: Sollte Ihr Auto mal kräftig wackeln, muss es nicht an schlecht montierten Reifen liegen. Schauen Sie auch mal auf dem Dach Ihres Fahrzeuges nach.

Außerdem „glauben wir nicht“, dass „Manny“ noch etwas Vorzeigbares zum Kaufen für Thomas Cook findet. Darf man Ankündigungen übrigens schon bilanzieren?

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Im Übrigen bin ich der Meinung …. „Wer vom Lesen nicht genug hat, der kann zusätzlich noch hören. “Faszination Stützstrümpfe“ – ab heute der neue Renner auf www.reiseradio.org (jetzt auch mit Direkt-Button auf die BBB). Und nicht verzweifeln: wenn die Sendung sich nicht sofort lädt, dann tummeln sich gerade andere 100 BBB-Fans in der Leitung. Ein paar Minuten später, und „Ihnen wird sicher geholfen“ (vom Server).
Sorry für letzte Woche. Zwischenzeitlich gab es Probleme mit dem Link und dann war der Server echt überlastet. Es geht dem Reiseradio speziell wie dem Tourismus allgemein: Das größte Problem ist der Erfolg.

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ITB 2010 – „Same procedure as every year“ oder hat noch jemand einen Joker in der Tasche?

Schon wieder ITB (Internationale Tourismusbörse in Berlin)? Warum eigentlich? Ach so, die ITB gehört zur Branche, wie das Gaggern zum Eierlegen. Na, dann mal los, mit dem Gaggern, die ITB ist das ideale Forum dafür.

Leider hat Google einen Frühstart hingelegt. Die Meldung „Reisesuche im Web läuft prächtig“ hatte ITB-Format. Da hat Google mal so richtig auf die Pauke gehauen. „Suchanfragen, die typisch für die Einleitung konkreter Buchungsschritte sind“, das klingt gut. Sagt ja auch der „Head of Travel bei Google“. Das ist ein toller Titel, aber offensichtlich mehr Travel als Head.
Und das sind laut dieser Meldung die Super-Suchtrends:
„Pauschalreisen günstig“ plus 750 Prozent
„Flüge vergleichen“ sogar plus 917 Prozent
Was müssen das vorher für mickrige Zahlen gewesen sein, wenn man die so steigern kann? Aber solche prozentuale Steigerungen geben für die Berichterstattung eine Menge her, sind sie auch noch so absurd.

Dabei könnte die wirklich wichtige Meldung ungefähr so lauten:
„Die bereits bekannten Trends beschleunigen sich“.
- Polarisierung der Nachfrage wird noch stärker. Das untere Segment und das obere wachsen weiter. Gähn, gähn – ach wie langweilig. .
- Es wir noch mehr Spätbucher geben als letztes Jahr. Gähn, gähn – wie langweilig.
- All Inklusive wird noch weiter wachsen. Gähn, gähn – wie langweilig
Sorry, ist aber leider so. Interessiert aber nicht.
Dann versuchen wir es mal damit:
- Die Pauschalreise lebt noch. Ach was, das passt aber gar nicht in die Neuzeit.
- Die Reisebüros leben auch noch, die Veranstalter wollen sogar noch welche dazu erwerben. Ach was, das passt aber gar nicht in die Google-Zeit.

Ob ich noch zur ITB gehe? Na klar, will ja „mitgaggern“.
Deshalb müssen die BBBs noch schnell ein paar ITB-Meldungen erfinden:

Meldung 1: Die Kontrolle an den Eingängen der ITB wird dieses Jahr vom Personal des Flughafens München durchgeführt. Vor allem wenn Schichtwechsel ist, kann man auf die Messe mitschleppen was man will.

Meldung 2. Lufthansa wird bekannt geben wie der neue A380 heißen soll. Bekanntlich sind (wahrscheinlich durch Manipulation) innerhalb von 48 Stunden 8.000 positive Bewertungen für den Namen „Stalingrad“ eingegangen. Das will aber Lufthansa nicht gelten lassen. Jetzt soll der Super-Jet auf den Namen „Silke Kohlschitter“ getauft werden. Das ist die taffe Arbeitsrichterin vom Arbeitsgericht Frankfurt, die eigentlich LH-Management und VC-Cockpit blamiert hat, weil sie vormachte, wie man Einigungsgespräche sinnvoll führt. Besser kann sich LH nicht bedanken, dass sie Millionen an Streikkosten gespart hat.

Meldung 3: Der Fugzeughersteller Airbus sucht bekanntlich einen Käufer für seinen Toilettenhersteller Dasell. Auf der ITB wird die Bundesregierung bekannt geben, dass sie kaufen wird. Mit ihrem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ hat sie soviel „Sch….“ gebaut, dass professionelle Entsorgung benötigt wird.

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“Lufthansa wird airberliniger” und andere Überraschungen

Manchmal gibt es Wochen, da weiß man mangels echtem Knaller wirklich nicht, worüber die Bissigen Bemerkungen berichten sollen (siehe BBB vom 9.2.09 „Albträume in einer Vollmondnacht“). Dann gibt es glücklicherweise wieder Wochen wie diese, da könnte man vor Freude gleich mehrfach zubeißen.

Eine kleine Auswahl gefällig?
1. Fusion von British Airways und Iberia: „Wenn zu einer Behinderung noch eine zweite dazu kommt, wird man nicht gesünder“ oder noch besser „Zwei Flügellahme wollen Jumbo werden“.
2. Angeblich kippt die Steuerermäßigung für Hotels: Das wäre fast Höchststrafe für einen Branchen-Doppelfehler. Zum einen hat sie extrem übertrieben ein nur zur Hälfte gehaltenes Wahlversprechen bejubelt (versprochen waren Steuerermäßigungen für Hotels „und“ Gastronomie). Zum anderen hat sie lauthals einen eigenen Wortbruch verkündet, nämlich die Steuerermäßigung nicht als „dringend notwendige Preisermäßigung“ weitergeben zu wollen, sondern „dringend notwendig für sich zu behalten“ (wofür auch immer).
3. Die Bundesregierung will mal wieder Streber sein und als erstes Land eine neue EU-Richtlinie umsetzen: Steuer auf das Essen im Flugzeug. Bei dem mageren derzeitigen Angebot an Bord kann da nicht viel Steuer anfallen.
4. TUI bietet Schönheits-OPs auf Reisen an und hat erfreulicherweise damit bei sich selbst angefangen: Malus verbessert, mehr Kapazitäten versprochen, Preise gesenkt, mehr „Extrawürste“ eingeführt und das ganze auch noch emotionaler verpackt. Wenn jetzt die Buchungstechnik noch stimmen sollte, wäre das alles eine „schlechte Nachricht“ für einige Reisebüros: Sie bräuchten ein neues Feindbild.

Aber der wirkliche Hammer der Woche war die Überschrift „Lufthansa wird airberliniger“ in Spiegel online. Da wird die Lufthansa-Presseabteilung beim Lesen ziemlich geschluckt haben, das war schon ein kleiner Kommunikationsgau. Aber auch inhaltlich kann dieser Ansatz, zumindest wenn er auch so gemeint sein sollte, nicht aufgehen. Alte BWL-Weisheit: „Wenn man die Konkurrenz kopieren will, macht dies nur Sinn, wenn die Kopie besser wird als das Original“. Wenn man das nicht kann, dann sollte man sich auf seine Stärken besinnen und diese intensivieren.
Kommentar eines Militär erfahrenen BBB-Lesers: „Nie auf das Schlachtfeld begeben, das der Gegner gewählt hat“. Und ein anderer BBB-Freund, mehr Fußball erfahren und offensichtlich auch sonst noch bewandert, gab den Hinweis: „Vermeide Auswärtsspiele (außer in der Liebe)“.

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Vormarsch der Flatrates fast nicht mehr zu bremsen

All-You-Can-Eat war wohl die erste Flatrate und wurde später zu All-Inclusive. Wie ernst letzteres zu nehmen ist, variiert von Anbieter zu Anbieter nicht unbeträchtlich. Dann wirbelten die Mobiltelefon-Anbieter mit verschiedenen Flatrates den Markt auf, Allerdings hatten fast alle irgendwo im „Kleingedruckten“ eine Einschränkung, die ein zu intensives Nutzen der Flatrate einschränkten. In jüngerer Zeit machten zwei andere Flatrates von sich reden. Zum einen die berüchtigte Flatrate All-You-Can-Drink, bei Jugendlichen bekannter unter der Bezeichnung Koma-Saufen. Ein Preis und rein mit Alkohol was geht. Die Beschränkung setzt hier allerdings nicht der Anbieter (was in diesem Falle sinnvoll wäre), sondern der eigene Körper. Vor zwei Wochen wurde die Flatrate im Bordell zur Schlagzeile in den Gazetten. Das All-You-Can-…. (sie wissen schon) führte zu lauten Protesten der Politik. Die Einschränkungen sind hier wohl ähnlich wie beim All-You-Can-Drink zu sehen.
Und jetzt, man glaubt es kaum, gibt es die erste All-You.Can-Fly-Aktion. Einmal zahlen und man darf in einem Monat so oft fliegen wie man will (kann). Anbieter ist Jet Blue, ein amerikanischer Billigflieger, an dem u.a. Lufthansa beteiligt ist. Schau mal an, unsere Lufthansa, nach Schönwettergarantie jetzt auch noch All-You-Can-Fly. Da geht ja richtig die Post ab.

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Nachtrag 1: Vielen Dank für die vielen persönlichen Emails zu den Bissigen Bemerkungen von letzter Woche. Wenn ich alle angebotenen Läufe annehmen würde, wäre die Begrenzung nur All-You-Can-Run.

Nachtrag 2: Ein anderer Leser meinte, ob immer nur „Beißen“ nicht langweilig würde, man könnte doch auch mal etwas loben. Antwort: a) Beißen ist mir überhaupt nicht langweilig und b) Loben könnte man tatsächlich das überraschende TUI-Angebot „100 Reisen für Schnellbucher nach Jamaika zum Preis von 958 Euro“, angelehnt an den 100m-Weltrekord von Usain Bolt in 9,58 Sekunden. Tja, unsere „Großen“ werden plötzlich kreativ.
TUI hat ja auch die kultige “Olivias Safari Tour” mit Drag Queen Olivia Jones über die schärfsten Ecken von St. Pauli im Programm. Übliche Begrüßung der Touristen durch Olivia Jones “So, Ihr Mäuse und Hasen, jetzt lade ich Euch mal zu einem Schnäpschen ein, damit Ihr untenrum lockerer werdet”. Von Zeit zu Zeit muss man auch seine Vorurteile neu justieren.

Nachtrag 3: Eigentlich wollten wir hier einen bestimmten Namen nicht mehr erwähnen (tun wir auch nicht), aber die Kritik des Arcandor-Insolvenzverwalters an der Leistung des früheren Arcandor-Vorstandes (Sie kennen den Namen) ist so außergewöhnlich vernichtend, dass sie quasi als Warnung für andere hier präsentiert werden soll. Zitat: „Wir haben mit der Lupe nach Substanz in diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes gefunden. In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört. Es ist dem Vorstand erstaunlich lange gelungen, den Staub aus den Ecken zu kehren und auch den noch zu Liquidität zu machen.“. Wenn es aber um die persönliche Eitelkeit ging, war kein Staubkehren angesagt. Nochmals Zitat des Insolvenzverwalters: „Der dienstliche Aufwand des Vorstandsvorsitzenden war sehr hoch, Jedenfalls sehr hoch für ein Unternehmen in der wirtschaftlichen Verfassung wie Arcandor.“.
In einem solchen Fall, da möchten die BBB soviel beißen, das geht nur mit einer Flatrate zum Beißen (All-You-Can-Bite).

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Die Krise steht vor der Tür – Wolle mer se roilosse?

Sie sollten öfters mal vor Ihre Haustür schauen. Wer da alles davor steht. Vor kurzem stand Weihnachten vor der Tür, dann der Jahreswechsel, jetzt angeblich die Krise. Nicht in allen Fällen empfiehlt sich auf die Frage „Wolle mer se roilosse“ mit „Jaaa“ zu antworten. Zumindest bei der Krise ist die Antwort „Nein“ sehr zu empfehlen.

Insbesondere hinsichtlich Frühbucher könnte es für den Sommer 2009 vielleicht nicht so toll laufen. Die Verlängerung einiger bestehender Frühbucherrabatte („des großen Erfolges wegen“ – hi, hi) lässt darauf schließen. Steven Heydt, Boss der Luxushotelkette Elite Islands Resorts auf Antigua, geht mit einer neuen Idee voran. Wer bis zum 31.Januar bucht, kann seine Hotelrechnung mit Aktien bezahlen! Heydt kauft seinen Kunden die Wertpapiere zum Kurs vom 1. Juli 2008 ab. Sein Muster-Beispiel: Eine American-Express-Aktie nimmt er zum Kurs von damals 40 Dollar in Rechnung, obwohl sie aktuell nur noch 20 Dollar wert ist. Ist doch Klasse. Ein kleiner finanzieller Trost, für die gebeutelten Aktienbesitzer und außerdem beweist Steven Heydt Optimismus. Denn je nachdem wann und zu welchem Kurs er die Aktien zu Geld macht, ist sein eigener Verlust vielleicht nicht so groß (oder sogar Gewinn!).

Ist das Modell auf Deutschland zu übertragen? Ja, wobei eine kleine Modifizierung noch reizvoller wäre. Bei Elite Island kann man aus 100 Aktientitel wählen (darunter solche „Kracher“ wie Citigroup, Merrill Lynch und Ford). Interessanter wäre nach Meinung der Bissigen Bemerkungen dies auf die eigenen Aktien des Anbieters zu beziehen. Also wer bei Thomas Cook Group oder bei TUI Travel jetzt sofort bucht, kann mit deren Aktien bezahlen. Da wäre der Frustabbau bei diesen Aktionären doch besonders hoch. Und wenn die Bosse dieser Firmen sich etwas anstrengen, dann muss die Aktion im Sommer nicht viel kosten.

Ein kurzer Check der Aktienkurse zeigt jedoch ein differenziertes Bild. Nur für die Aktionäre von Thomas Cook Group und von Lufthansa wäre das Geschäft auf den Aktienkurs 1.7.08 bezogen interessant. Bei TUI Travel, Air Berlin und Easyjet wäre aus heutiger Sicht der Stichtag 1.6.08 interessanter und bei Ryanair müsste der Stichtag irgendwo Mitte Juli 08 liegen um per heute ein Geschäft zu sein. Aber auf die jeweiligen Daten bezogen, wäre es ein interessanter Buchungsanreiz.

Wie auch immer man es variiert, wer hat Mut zu sagen „die Wette gilt“?
Das wäre ein Zeichen von Optimismus nach dem Motto: „mer wolle die Krise net roilosse“.

Übrigens, Fasching steht demnächst auch vor der Tür. Ein Gedränge ist das.

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Wechselt Andrea Ypsilanti jetzt in die Flugbranche?

Die hessische SPD-Frontfrau Ypsilanti hat aufgegeben und auf eine erneute Spitzenkandidatur für die nächste Wahl verzichtet. Da Ypsilanti früher Flugbegleiterin bei Lufthansa war (was auf ihrer Homepage diskret verschwiegen wird, warum eigentlich?), hat Stern Autor Wolfgang Röhl in einer Gastkolumne bei achgut.com eventuelle Einstiegschancen bei verschiedenen Fluggesellschaften analysiert. Die Bissigen Bemerkungen greifen diese Kolumne auf und setzen noch einige Aspekte in BBB-Manier drauf.

Fluggesellschaften, bei denen Ypsilanti wenig Chancen hat:
Air Berlin: Allein der Gedanke Ypsilanti und Air Berlin ist schon der Brüller des Jahres. Mit Sicherheit würde schon der Praktikant in der Personalabteilung diese Bewerbung aussortieren. Mit ihrer ausgeprägten Sozivergangenheit und als anerkannte Gewerkschaftsfreundin passt sie in das Firmenprofil von Air Berlin wie der Fuchs in den Hühnerstall. Spätestens den obligatorischen höchstpersönlichen Blicktest durch Air Berlin-Boss Achim Hunold würde sie nicht überstehen. Passt auch nicht in die selbst erlebte Fröhlichkeit von Air Berlin-Flugbegleiterinnen im Umgang mit Passagieren („Sie möchten auf die Toilette? Unsere Toilette ist heute geschlossen. Sie können nicht bis zur Landung warten? Dann machen wir bei Ihnen mal eine Ausnahme).

Lufthansa: Rückkehr unwahrscheinlich. Entspricht eher dem Zerrbild einiger früherer Flugbegleiterinnen (egozentrisch, frechforsch). Mit dem heutigen Anforderungsprofil „auf die Wünsche des Kunden hören“, hätte sie wahrscheinlich Probleme. Und wenn sie im Service nicht immer bringt was sie vorher dem Fluggast versprochen hat, ist Ärger schon vorprogrammiert. Außerdem könnte Ypsilanti bei ihrer bekannten Fraport-Allergie nicht auf Frankfurt-Flügen der LH eingesetzt werden.

Germanwings: Eher nicht. Ypsilanti kennt nicht die Bedeutung des Buchstabens s im Firmennamen. Germanwings-Boss Winkelmann müsste ihr beibringen, dass man zum Abheben neben einem linken Flügel auch einen rechten Flügel benötigt. Sehr fraglich ob sie das begreift.

TUIfly: Auf den ersten Blick mit Chancen. Mit den Irrungen und Wirrungen die diese Fluggesellschaft hinter sich hat, passt Ypsilanti eigentlich gut ins Profil.
Aber im Unterschied zu Ypsilanti gilt bei der TUI-Fluggesellschaft der strategische Ansatz „da wir immer zuerst die falschen Lösungen ausprobieren, finden wir im Ausschluss-Verfahren im Endergebnis dann doch noch die richtige Lösung“. Letztere Erfahrung fehlt Ypsilanti.
Dabei könnte Ypsilanti von TUI-Oberboss Frenzel eine Menge lernen. Im Unterschied zu ihr, weiß Frenzel wie man auch in eigentlich aussichtslosen Situationen noch erfolgreiche Last Minute-Koalitionen schmieden kann. Und gegenüber Wysser-Pratte und Frederiksen spielt sogar ein Roland Koch noch eine Liga tiefer. Außerdem könnte Frenzel Ypsilanti als einziger das Erfolgserlebnis schildern, wie es ist, mit dem Kopf zweimal auf die gleiche Stelle der Mauer zu rennen….und die Mauer gibt nach.
Ergebnis: Keine Chance als Flugbegleiterin, aber ein Job als TUI-Trainee in der TUI-Hauptverwaltung würde zumindest Ypsilanti weiterbringen.

Ryanair. Eigentlich Traumarbeitgeber für Ypsilanti. Täuschen, Tricksen, Verschleiern gehört auch zur Kernkompetenz dieser Airline. Ypsilanti könnte ins Management wechseln. Noch mehr Mogeln in die Webseite von Ryanair bringen („es kommt immer ein anderes Ergebnis raus, als in der Überschrift versprochen“). Obwohl die zwei so gut zusammenpassen, wird Ypsilanti trotzdem nicht bei Ryanair landen können. Warum?
O`Leary braucht Ypsilanti nicht. Das Verbreiten von heißer Luft, Täuschen, Tricksen und Versprechen nicht einhalten: Das alles kann O`Leary eben noch besser.

Hier könnte Ypsilanti eventuell landen:
Condor: Beide haben die gleiche Kernkompetenz: Hartes Verhandeln über Koalitionen, präzises Beschreiben was man danach zusammen machen wird und das ganze 5 vor 12 in die Luft fliegen lassen. Danach mit gleichem Optimismus (und gleichem Ergebnis) neue Koalition in Angriff nehmen. Am Scheitern sind immer die anderen schuld. Leider können sich beide nicht auf ihre Oberaufseher verlassen; Condor-Chef Teckentrup genauso wenig auf Middelhoff wie Ypsilanti auf Müntefering. Im Gegenteil. Beide Oberbosse fragen jeden Morgen „sind Condor bzw. Ypsilanti immer noch bei uns?“.
Nur der Condor-Werbespruch „mit uns fliegen sie richtig“ könnte Ypsilanti zu sehr an ihr letztes Politikerlebnis erinnern.

LTU: Na endlich, da ist Ypsilanti zuhause. Eine fliegende Belegschaft die noch im Zeitalter der Sozialromantiker verharrt und den „Schuss noch nicht gehört hat“. „Wir leben unsere Sozialverträge aus den goldenen Zeiten, wie wenn sich nichts geändert hätte. Hauptsache wir sind uns innerhalb des fliegenden Personals einig. Und im Zweifel kommt immer einer, der die Hand über uns hält.“
Und so fliegen beide glücklich durch die Lüfte (und merken nicht, dass sie rückwärts fliegen).

Die Bissigen Bemerkungen wurden von dieser Kolumne inspiriert:
Ypse in die Produktion! Eine Jobberatung“. Gastautor Wolfgang Röhl in www.achgut.com, 5.11.2008

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Wie gehaltvoll sind manche Meldungen?

So lautete die erste Meldung: „Ein Passagierflugzeug der Lufthansa auf dem Weg von Düsseldorf nach Antalya ist heute in der Früh wegen eines Feuers in einem Triebwerk in Belgrad notgelandet.“

Im Laufes des Tages eine Korrektur nach der anderen:
Kein Flugzeug der Lufthansa, sondern ein Flugzeug von XL Airways
Flugzeug ist nicht in Düsseldorf, sondern in Frankfurt gestartet
Das Triebwerk hat nicht gebrannt
Es war keine Notlandung, sondern eine Sicherheitslandung.

Es blieb:
Ein Flugzeug einer deutschen Fluggesellschaft steht in Belgrad, wo es nicht hingehört.

Passender Scherz dazu in einem Airliner-Forum gelesen:
Frage an Radio Eriwan: Stimmt es, dass der Kosmonaut Yuri Gagarin auf einer Tombola in Moskau einen roten ausländischen Sportwagen gewonnen hat.
Antwort: Im Prinzip ja, aber… Es war nicht der Kosmonat Yuri Gagarin, sondern der Oberlehrer Pjotr Gagarin. Und es war keine Tombola in Moskau, sondern ein Tanzfest in Kiew. Und er hat keinen roten ausländischen Sportwagen gewonnen, sondern es wurde ihm sein blaues Fahrrad gestohlen.

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In eigener Sache:
Letzten Montag erregten sich die Bissigen Bemerkungen (noch bevor es in der Presse zu lesen war!!) über die von der KfW „wegen der allgemeinen Finanzkrise“ erhöhten Zinsen auf Studiendarlehen. Im Laufe dieser Woche dann die Kehrtwende, die Erhöhung wird fast komplett zurückgenommen. Nicht durch Einsicht der Bank, sondern durch „Anordnung von oben“. Zitat: „Die KfW-Förderbank sieht sich zu diesem Schritt von der Regierung gezwungen“. Bravo Frau Merkel oder Frau Schavan, wer immer dies veranlasst hat.
Zur ursprünglichen Erhöhung gab die Bank nachträglich noch eine Erklärung ab, die sie besser unterlassen hätte. Sie bestritt, dass die drastische Zinserhöhung von zunächst 0,81 Prozentpunkte „mit Management-Fehlern und dem 350–Millionen-Euro-Verlust der Bank durch eine Überweisung an die US-Investmentbank Lehman Brothers in Zusammenhang stehe“.
Dazu fällt auch Radio Eriwan nichts mehr ein.

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