Wie gehaltvoll sind manche Meldungen?

So lautete die erste Meldung: „Ein Passagierflugzeug der Lufthansa auf dem Weg von Düsseldorf nach Antalya ist heute in der Früh wegen eines Feuers in einem Triebwerk in Belgrad notgelandet.“

Im Laufes des Tages eine Korrektur nach der anderen:
Kein Flugzeug der Lufthansa, sondern ein Flugzeug von XL Airways
Flugzeug ist nicht in Düsseldorf, sondern in Frankfurt gestartet
Das Triebwerk hat nicht gebrannt
Es war keine Notlandung, sondern eine Sicherheitslandung.

Es blieb:
Ein Flugzeug einer deutschen Fluggesellschaft steht in Belgrad, wo es nicht hingehört.

Passender Scherz dazu in einem Airliner-Forum gelesen:
Frage an Radio Eriwan: Stimmt es, dass der Kosmonaut Yuri Gagarin auf einer Tombola in Moskau einen roten ausländischen Sportwagen gewonnen hat.
Antwort: Im Prinzip ja, aber… Es war nicht der Kosmonat Yuri Gagarin, sondern der Oberlehrer Pjotr Gagarin. Und es war keine Tombola in Moskau, sondern ein Tanzfest in Kiew. Und er hat keinen roten ausländischen Sportwagen gewonnen, sondern es wurde ihm sein blaues Fahrrad gestohlen.

———————————————————————
In eigener Sache:
Letzten Montag erregten sich die Bissigen Bemerkungen (noch bevor es in der Presse zu lesen war!!) über die von der KfW „wegen der allgemeinen Finanzkrise“ erhöhten Zinsen auf Studiendarlehen. Im Laufe dieser Woche dann die Kehrtwende, die Erhöhung wird fast komplett zurückgenommen. Nicht durch Einsicht der Bank, sondern durch „Anordnung von oben“. Zitat: „Die KfW-Förderbank sieht sich zu diesem Schritt von der Regierung gezwungen“. Bravo Frau Merkel oder Frau Schavan, wer immer dies veranlasst hat.
Zur ursprünglichen Erhöhung gab die Bank nachträglich noch eine Erklärung ab, die sie besser unterlassen hätte. Sie bestritt, dass die drastische Zinserhöhung von zunächst 0,81 Prozentpunkte „mit Management-Fehlern und dem 350–Millionen-Euro-Verlust der Bank durch eine Überweisung an die US-Investmentbank Lehman Brothers in Zusammenhang stehe“.
Dazu fällt auch Radio Eriwan nichts mehr ein.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Condor: Die Braut, die keiner traut

Es ist nicht so, dass sich die Braut nicht traut, ängstlich war sie schließlich noch nie. Es ist der etatmäßige Standesbeamte (Kartellamt) der sich nicht traut zu trauen.

Arme Braut! Erst wurde in aller Öffentlichkeit um sie gefeilscht ob, wer, wann und warum. Dann die Gerüchte, der Bräutigam hätte etwas Schwierigkeiten die ausgehandelte Mitgift zu zahlen. Schadet alles der Braut, zumal sie in vorauseilender Treue (etwas naiv), sich in den letzten Monaten auch nicht nach einem alternativen Bräutigam umgesehen hat.

Jetzt haben alle den Salat, Entschuldigung, etwas Probleme. Und mit fast 53 Jahren, ist die Braut nun mal auch nicht mehr so taufrisch (Entschuldigung bei allen toll aussehenden Frauen des Jahrgangs 1955, wie Marianne Rosenberg, Susanne Uhlen, Petra Gerster und viele, viele andere). Aber bei einer Fluggesellschaft, da fragt man schon mal etwas härter nach dem Alter einiger Teile. Außerdem hat sie schon mal geheiratet (und ist immer noch nicht offiziell geschieden), hängt noch etwas zuviel an ihrem Vater (Lufthansa hat noch 25% Anteil) und hat ein etwas unübliches Hobby (sie liebt Fliegen). So etwas verheiratet man nicht so von heute auf morgen

Dabei, und das wird oft vergessen, war die Condor mit 18 Jahren sogar Miss Universum (1973 war Condor die umsatzstärkste Ferienfluggesellschaft weltweit). Aber dann mit 42 Jahren, die nie so glückliche Ehe mit einem gewissen Neckermann! Von dem unnötigen Desaster mit der Namensänderung für die schöne Frau ganz zu schweigen (siehe BBB vom 3.6.2002 „El Condor pasa“).

Und nun? Von den Cookies kann Condor nicht viel erwarten. Die wollen nur möglichst viel Mitgift kassieren und Tschüss. „Asset light“, heißt dort das Schlagwort und das bedeutet auf Deutsch „ich will dich loswerden“.
Kann man noch mal das Herz des Vaters LH erweichen?
Eine Hochzeit mit Hannover? Wäre nicht schlecht, aber soviel Mitgift wie von Berlin versprochen, gibt es dort garantiert nicht.

Schwierige Zeiten. Das Wasser steht hoch, da darf man den Kopf nicht hängen lassen. Im Gegenteil, jetzt nicht an der Attraktivität nachlassen.
Aber vielleicht passiert etwas ganz außergewöhnliches. Ein Scheich? Mit richtig Kohle. Der weiß, welche Kostbarkeiten eine 53jährige noch zu bieten hat. Der scharf auf ihre Slots ist (Slots bezeichnen im Flugverkehr, „wann man darf“, also nichts Unanständiges, die Red.). Da würden sich einige dann aber so richtig ärgern.

————————————–

Nur der guten Ordnung halber: Die grünen Oberfrauen Claudia Roth und Renate Künast sind auch Jahrgang 1955. Das haben die BBB oben mit Vorsatz verschwiegen

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Haben Sie heute schon einen Aufsichtsrat bespitzelt?

Ein neues Spiel ist anscheinend Mode geworden: Heute bespitzeln wir mal einen unserer Aufsichtsräte. Wäre ja noch schöner, wenn hier jeder herumpalavern dürfte wie er gerade möchte. Ok, Gespräche mit Journalisten sind Sache der PR-Abteilung. Aber angeblich soll es sogar PR-Chefs (Chefinnen) geben, die es schon nervös macht, wenn ein Vorstandsmitglied mit einem Journalisten spricht. Würde mich nicht wundern, wenn sich hier die zweite Welle der Bespitzelung anbahnen würde. Mit wem war letzte Woche mein Vorstand essen? Welche Telefonnummern sind in seinem Handy gespeichert? Und welcher Journalist kennt die private Telefonnummer meines Chefs?

Andererseits, wenn ein Laden wie die Telekom schon mal von Haus aus Telefongeräte verkauft, wird man ja mal kurz hineinhören dürfen, ob diese Dinger auch funktionieren. Pech wenn man dann gerade zufällig in einem Gespräch eines eigenen Aufsichtsrates landet.
Und wenn ein Lufthansa-Aufsichtsrat sich mit einem Journalisten zum Gespräch in einer Lufthansa-Lounge trifft, dann beweist dies doch, dass so ein Typ so wenig Fantasie hat (oder gedanklich so faul ist), dass man ihn eigentlich für Aufsichtsratstätigkeiten ohnehin nicht gebrauchen kann.

Auf jeden Fall gehen Vorwürfe an den einen oder anderen Vorstandsvorsitzenden (in letzter Zeit öfters gelesen) er würde sich seine Aufsichtsräte selbst aussuchen, inhaltlich total ins Leere. Aufsichtsräte die man selbst ausgesucht hat, muss man auch nicht durch Agenten bespitzeln lassen. So kann man Agentenlohn sparen, wo doch alles so teuer geworden ist.

Und da sind wir schon beim letzten Aspekt. Jede Menge Stasi-Spitzel blähen die Arbeitslosenstatistik auf. Nur schwer vermittelbar diese Typen, denn außer spitzeln können die meistens nichts. Plötzlich tut sich da ein völlig neuer Markt auf. Und flugs schon wieder ein paar Prozentchen Arbeitslose weniger. Und wem kommt das zugute, unserer Regierung natürlich, als Imagegewinn.

Komisch, dass die noch keiner bespitzelt hat. Offensichtlich interessiert das kein Schwein, was die geheim besprechen.

——————————-

In eigener Sache: Die Bissigen Bemerkungen von letzter Woche zogen drei Stornierungen des Newsletter aus der Schweiz nach sich. Komisch. Dabei hat es ein anderer Schweizer Leser in seinem Brief genau auf den Punkt gebracht: „Schweizer warten erst mal ab, ob eine Emotion sich lohnen wird. Wir haben Zeit und können dann immer noch aufgeregt tun“. Recht hatte er. Denn nach dem 0:1 vom Samstag hätte man sich nur unnötig aufgeregt. Ein rationales Völkchen, diese Eidgenossen.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Weihnachtlicher Wunschzettel der Reisebranche

Wieder einmal ist den Bissigen Bemerkungen ein investigativer Coup gelungen. Sie konnten Einblick in die weihnachtlichen Wunschzettel der Reisebranche nehmen.
Eines kann man schon vorab sagen, die Wünsche sind wesentlich bescheidener geworden als in den Vorjahren. Aus Platzgründen können hier leider nur Auszüge veröffentlicht werden.

TUIfly wünscht sich das Große Controller Handbuch, speziell Band 4 „Wie ermittelt man das richtige Jahresergebnis“. Vorsorglich wünschen sie sich für das kommende Jahr auch noch „deutsche Flügel“.

Dr. Frenzel wünscht sich bescheidener Weise nur die „Forbes Liste der Milliardäre“. Einen möchte er sich noch daraus aussuchen, dann hätte er ein ruhiges Jahr vor sich. Er war der übrigens der einzige, der in seinem Wunschzettel auch andere bedacht hat. Für Wysser-Pratte wünschte er beispielsweise eines der ersten verfügbaren Tickets für einen Mondflug (allerdings one way).

TUI Deutschland hat seinen Wunschzettel in Deutsch und in Englisch geschrieben, damit ihn nicht nur das Christkind, sondern auch Peter Long lesen kann.

Der Wunschzettel von TUI Cruises sah übrigens etwas abgegriffen aus. Kein Wunder, seit Jahren wird immer der gleiche Wunschzettel vorgelegt „bitte ein konkurrenzfähiges Kreuzfahrtschiff“.

Der Thomas Cook-Vertrieb hat sich „mehr Liebe von den Reisebüros“ gewünscht. Interessanterweise haben sich die Reisebüros auch „mehr Liebe von Thomas Cook“ gewünscht. Ein (erfolgreiches) Reisebüro in Iserlohn und noch einige andere haben sich sogar beim Nikolaus die Rute für Geske und Loidl gewünscht. Das überrascht nicht. Wenn Holiday Land schon auf dem Nockherberg seine Tagung abhält, dann wissen sie ja, dass „Zerblecken“ angesagt ist.

Alltours hat sich gewünscht, dass der Andrang von Führungskräften anderer Veranstalter nachlässt, so viele freie Führungspositionen hätte man schließlich nicht mehr.

Ähnlich bescheiden ist auch der Wunsch von Lufthansa- Chef Wolfgang Mayrhuber. Er leitete seinen Wunschzettel mit den Worten ein, er neide Emirates keinesfalls das viele Geld, das hinter der Airline stehe. Aber so einen schönen Namen wie der des Emirates CEO, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, das wäre die Erfüllung. So eine kleine Namensänderung in „Scheich Ahmed Wolf bin Mayr Al-Huberoum“ könnte als Geschenk schon drin sein.

Etwas unverständlich wirkt auf den ersten Blick der Wunsch von Germanwings-Chef Thomas Winkelmann. Er schrieb etwas kryptisch, er möge Ende 2008 gerne sagen können „I can fly“.
Aber Vorsicht, für einige in der Branche ging dieser Wunsch schon in diesem Jahr in Erfüllung. Leider im wahrsten Sinne des Wortes.

Ungewohnt bescheiden zeigte sich Air Berlin im Wunschzettel. Sie wünsche sich nur den Namen des Auftraggebers für den (mindestens) 14% Anteil der Deutschen Bank. Von Hand war noch darunter gekritzelt „ein schnelleres Kartellamt würde auch nicht schaden“.

Einen ganz ausgefallenen Wunsch hat QTA-Chef Bösl. Er wünsche sich kein Geschenk, sondern ein „Nicht-Geschenk“. Auf keinen Fall dürfe einer seiner Kooperations-Mitglieder das Video des Films „Ratatouille“ geschenkt bekommen. Der Slogan des Films „Jeder kann kochen“, wäre schließlich absolut ungeeignet für eine Kooperation.

Erstmals wurde auch ein Gemeinschafts-Wunschzettel abgegeben und zwar von der „Kooperation der Spezialisten“.
Hierin schrieb Olimar: „Hilfe, wir haben einen Zahn verloren, wir brauchen dringend Ersatz. Aber bitte kein Implantat“.
Ameropa schrieb: „Liebes Christkind verschone uns von weiteren Bahnstreiks. Gegen einen kleinen Fluglotsen-Streik hätten wir allerdings keine Einwände“.
Studiosus bat dringend um Intervention in das deutsche Bildungswesen. „Wenn es mit PISA und IGLU weiter bergab geht, dann geht uns das Klientel für Studienreisen aus“. Darunter war noch gekritzelt: „Gebeco sieht das übrigens genauso“.
Öger-Tours wünschte sich nur: „Einmal bitte ein Türkei-Jahr ohne politische Probleme“. Aber, so ist es leider. Die am einfachsten aussehenden Wünsche sind am schwierigsten zu erfüllen.

Als einziger in der Reisebranche hat übrigens Bahnchef Mehdorn keinen Wunschzettel abgegeben. Auf Rückfrage der BBBs erklärte er: „Er wisse, dass Tausende von Bahnkunden und vor allem GDL-Boss Schell ihm „etwas“ wünschen, da müsse er keinen eigenen Wunschzettel mehr schreiben“. Dass diese Wünsche alle nicht in Erfüllung gingen, würde ihm schon genügen.

Für alle in der Branche, die hier namentlich nicht genannt wurden gilt: Die BBBs wissen natürlich, was Sie sich gewünscht haben. Aber zu Ihren Gunsten wurden diese Wünsche hier nicht zitiert. Aber wenn Sie darauf bestehen, holen wir das gerne in der nächsten Ausgabe nach.

Ein Branchenfremder hat übrigens direkt beim Branchen-Weihnachtsmann angerufen. Marcel Reich-Ranicki schimpfte in seinem unvergleichlichen Tonfall: „Ich habe gehört REWE wünscht sich Schiller, womöglich wünscht sich demnächst die TUI dann Goethe. Seid Ihr verrückt geworden. Wenn schon, dann kommen nur die Gebrüder Grimm, Hans Christian Andersen oder andere Märchenerzähler für diese Branche infrage“.
Recht hat er!

Na dann, eine fröhliche Bescherung!

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Wunder gibt es immer wieder: Die Stewardess, die abends das Flugzeug aufhielt

Wenn man in Hannover wohnt und nach Linz will, dann ist man relativ lange unterwegs. Wenn es dann noch aktuelle Winterprobleme gibt, kann man mit der Fliegerei schon „viel Spaß“ haben.
Ein Glück, wenn man spät abends noch die richtige Lufthansa-Mitarbeiterin trifft.

So kann ein „normaler“ Flugtag im Winter aussehen.
Abflug Hannover
Eisregen. Das bedeutet locker 1 ½ Stunden Verspätung, davon eine Dreiviertelstunde im Flugzeug.

Ankunft Frankfurt, Terminal A
Jetzt heißt es durch den unterirdischen Verbindungsgang nach Terminal B joggen, um den Flug nach Linz noch zu erreichen.
Puh, gerade noch geschafft. Da springt die Abflugzeit um 20 min nach oben und dann nochmals um weitere 20 min nach oben. Bis es losgeht, ist mehr als eine Stunde vergangen. Jetzt wird es ziemlich knapp für den Vortrag in Linz.

Ankunft Linz
Zum Glück scheint der österreichische Taxifahrer ein direkter Verwandter von Niki Lauda zu sein. Über Feldwege und quer durch die City schafft er es in Rekordzeit zum Veranstaltungsort.

Innenstadt Linz
Ohne nur zu verschnaufen wird der 90min Vortrag gehalten und dann geht es sofort wieder ins Taxi und zurück zum Flughafen.

Abflug Linz
Draußen ist es schon verdammt neblig. Zur Überraschung ist der Flug nach Frankfurt als pünktlich angeschrieben. Leider haben die Linzer Flughafenverantwortlichen einen sonderbaren Humor. Exakt zur planmäßigen Abflugzeit erscheint „Nächste Info in einer Stunde“. Nach dieser Stunde wird bekannt gegeben, dass es noch eine weitere Stunde bis zum Abflug dauert.
Damit ist klar, dass auch der Anschlussflug von Frankfurt nach Hannover zumindest nicht planmäßig zu erreichen sein wird.
Aber wenn heute schon alle Flugzeuge Verspätung haben, dann besteht doch eine berechtigte Hoffnung, dass auch der letzte Flieger eine außerordentliche Verspätung haben wird. Das wäre schließlich mehr als gerecht, oder?

Ankunft Frankfurt
Unser Flugzeug bekommt eine Außenposition, es rollt und rollt, ich fürchte schon, dass wir bald die Autobahn überqueren müssen. Bei Ankunft in Terminal B, die besorgte Frage an die erste erreichbare Bodenstewardess, ob man den Flug nach Hannover noch erreichen könne. Die Dame ist so freundlich und ruft am Abflugschalter A 22 an. „Ja, den Flug können sie noch erreichen, wenn sie sich sehr beeilen!“. Der Kundige ahnt was das bedeutet: Den unterirdischen Verbindungsgang zwischen B und A zum zweiten Mal für heute im Laufschritt zu durcheilen, nur jetzt in umgekehrter Richtung. Ein weiterer Passagier, der eigentlich nach Bremen wollte und jetzt froh ist, eventuell wenigstens den Flug nach Hannover zu erreichen, joggt in einem Höllentempo los, ich habe große Mühe mitzuhalten. Bei A dann wieder Treppe hoch, die Lunge pfeift jetzt schon mächtig, und dann noch ein ganzes Stück weiter bis A 22. Als wir in Sichtweite sind, verschwindet der letzte Passagier hinter der Tür abwärts zum Flughafenbus.

Und nun?
Die verantwortliche Counterstewardess fragt uns leicht irritiert wo wir herkämen. Mein Einwand wir kamen von der verspäteten Linz-Maschine und ich hätte doch anrufen lassen, entgegnet sie „dieser Passagier ist eben durch die Tür“. Zum Glück bleibe ich ruhig, vielleicht hatte ich auch keine Luft mehr zum Aufregen. Das Problem ist schnell geklärt, der soeben entschwundene Passagier war in der Tat mit in der Linzmaschine und auch auf diesen Hannover-Flug gebucht. Meine auf den Tisch gelegte Sitzplatzkarte hatte für den vorhergehenden Flug nach Hannover gegolten, der fast pünktlich gen Hannover enteilt war. Logisch, dass ich auf diesem Flug nun nicht gebucht war, ebenso wie mein „Mitläufer“, der ja nach Bremen wollte und für den der Hannover-Flug nur die zweitbeste Lösung war. Klar, wir waren nicht im Computer und so hat die Dame guten Glaubens „dicht gemacht“.
Einen ganzen Tag unterwegs und wegen einer Minute den letzten Flug nach Hannover verpasst, das darf nicht wahr sein!

Das Wunder
Aber der „Satz des Tages“ sollte erst noch folgen. „Ich rufe mal den Kapitän auf dem Handy an, ob er noch auf sie warten kann!“ Ja, will uns die Lufthansa-Mitarbeiterin zum Abend noch veralbern? Auf diese Art von Humor habe ich jetzt überhaupt keinen Bock. .
„Alles prima“, höre ich noch, „der Kapitän wartet auf sie, wir rufen jetzt den Bus“.
Liebe verantwortliche Lufthansa-Mitarbeiterin am Gate A 22, vom 3.2. abends, ich habe vergessen dich zu küssen. Hiermit hole ich es nach.

Die Erklärung
Auf dem Flug nach Hannover habe ich dann gelesen, dass die Leser des Geschäftsreisemagazins Business Traveller, die Lufthansa in sechs Kategorien auf den ersten Platz gewählt haben. Unter anderem in der Kategorie „Bester Service am Boden innerdeutsch und Europa“. Stimmt!

Nachtrag:
Liebe „lächelnde“ Stewardess aus den BBBs vom 14.10.2002 („Die Lufthansa-Stewardess hat gelächelt“) war das Deine Schwester?

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Die Lufthansa-Stewardess hat gelächelt.

Im Hotel versehentlich zwei Stunden zu früh um 5.20 Uhr (!) geweckt, die Sicherheitskontrolle in München genervt überstanden, der Flug verspätet, im Flugzeug „umgesetzt“ für Mutter mit weinendem Kind, Laune total im Keller, aber die Lufthansa-Stewardess hat gelächelt: Viele Überraschungen an einem Tag.

Kennen Sie Murphy? Wenn nein, sollten Sie ihn unbedingt kennen lernen. Von Murphy stammen die sog. Murphy-Gesetze, so schlaue Sprüche wie: „Gehen Sie immer davon aus, dass alles was schief gehen kann auch schief geht.“ oder „Wenn eine Sache schief geht, geht sie von Anfang bis Ende schief“. Sehen Sie, Sie kennen ihn doch. Der letzte Freitag war wieder so ein Murphy-Tag.
Erst nach Mitternacht war ich nach zuviel bayrischem Essen und einem Maß Bier ins Bett gekommen, hatte über die Rezeption zuvor noch einen Weckruf und eine Tageszeitung bestellt. Aus tiefem Schlaf weckt mich ein Klopfen an der Hoteltür, davor steht der „Hotelboy“ mit der FAZ in der Hand. Es ist 5:20 Uhr, zwei Stunden vor dem Wecktermin! Ich mag keine FAZ mehr und das Hotel mag ich künftig noch weniger. Der Check-In von Lufthansa scheinbar perfekt. Der Wunsch nach Gangplatz und bitte nicht direkt die Reihe nach dem Vorhang wird freundlich erfüllt. Aber dann: Sicherheitskontrolle Flughafen München. Warum müssen diese Sicherheitsleute so unfreundlich sein? Wann kapiert der erste Flughafen, dass man dies auch kundenorientiert freundlich machen könnte. 99,99% der Kunden die so misshandelt werden, sind friedliebende Fluggäste und keine Terroristen und letztere könnte man auch durch diese Unfreundlichkeit nicht abschrecken.
Der Lufthansa-Flug hat Verspätung, kann vorkommen. Man sitzt in der Wartezone. Gegenüber sitzt Mutter mit Kleinkind. Das kleine, vielleicht sechsjährige Mädchen weint und ruft nach ihrem Papi. Alle schauen hin und haben Mitleid.
Endlich im Flieger, Platz nehmen. Fast alle sitzen, jetzt schnell noch ein wenig schlafen. Die Mutter mit dem weinenden Kind kommt als letzte, im Schlepptau eine lächelnde Stewardess, der Mittelsitz neben mir ist noch frei und der Mittelsitz direkt hinterm Vorhang. Vor meinem geistigen Auge „grinst Freund Murphy“, denn jeder weiß, was jetzt passiert, die vermeintlich freundliche Check In-Hostess hat ganz raffiniert zugeschlagen. Die Stewardess fragt mich lächelnd, ob ich nicht bereit wäre zu tauschen, damit Mutter und Kind nebeneinander sitzen können. Die Laune fällt ins Bodenlose, aber da muss man durch. Mittelsitz hinter dem Vorhang, Hannover – München ist nicht weit, aber der Hin- und Rückflug kostet 480,56 Euro. Das ist viel Geld für einen so kurzen Flug in der Economy class, zuviel Geld, und so ein Sch….platz, Mittelsitz hinter dem Vorhang. So werden Gäste für die Billig-Flieger geboren.
Die neue Sitznachbarin, die vorher schon jedes Mal erschrak, wenn die Mitreisenden gigantische Gepäckmengen im Fach über ihr verstauten, ist auch nicht erbaut, einen miesgelaunten Sitznachbarn zu erhalten. Unbeirrt davon, lächelt mich die Stewardess bei jedem Vorbeigehen an, nach dem Motto: Dich packe ich auch noch, dass Du zurücklächelst. Bemerkenswert!
Die Sitznachbarin entpuppt sich überraschend als Dauer- Gesprächspartnerin. Die immer noch lächelnde Stewardess bringt ein kleines Geschenk und eine Cola extra. Bis Hannover hat sie es geschafft, beim Aussteigen lächle ich zurück.
Also liebe unbekannte lächelnde Stewardess des Fluges LH 894 vom 11.10.: Sie haben als einzige alles richtig gemacht und wieder mal bewiesen: Mit Lächeln kann man jeden schlechtgelaunten Passagier „besiegen“. Danke für meine Niederlage!

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Handschellen bei British Airways.

Eigentlich sind sie zum Fesseln randalierender Fluggäste gedacht. „Im vergangenen Jahr wurden 17 Passagiere mit unseren Handschellen gefesselt, aber es fehlen 255 Stück“, so schreibt der für Sicherheitssysteme verantwortliche Simone Packer ín der Zeitung Cabin Crew News (lt. taz vom 21.1.).

Ich höre die Stimme von Loriot: Ja, wo fesseln sie denn?
Das muss doch jeden potenziellen Passagier beunruhigen. Wie will British Airways die Sicherheit ihrer Passagiere gewährleisten, wenn die nicht mal die Sicherheit ihrer Handschellen gewährleisten können. Dann hätten sie eben die Handschellen fesseln müssen (notfalls mit Handschellen).
Aber wo sind die Handschellen jetzt?
1. Möglichkeit: In den privaten Schlafräumen des Bordpersonals.
Aber, kann man mit gestohlen Gut gut lieben? Andererseits stimulieren gestohlene Handschellen bestimmt mehr als gekaufte, irgendwie sind die „echter“. Hoffentlich haben die auch die Schlüssel mitgeklaut. Sonst erscheinen die Mitarbeiter von British Airways künftig zum Check-In Pärchenweise.
2. Möglichkeit: In den Diensträumen von Alan Stewart und Charles Gurassa (für Nicht-Touristiker: Stewart und Gurassa sind die Oberbosse der Touristikfirmen Thomas Cook und Thomson). Die armen Jungs stehen so unter Druck ihrer deutschen Chefs, dass sie das Thema Kundenbindung jetzt sehr energisch angehen wollen.
3. Möglichkeit: British Airways führt nicht genau Buch über die gefesselten Passagiere.
Die Fluggesellschaft sollte nicht 255 Handschellen suchen, sondern 255 mit Handschellen gefesselte Passagiere, die irgendwo von BA vergessen auf ihre Entfesselung warten.
Nachtrag: Wie sieht die Lage bei Lufthansa aus? Wie ist dort das Verhältnis gefesselte Passagiere zu (nicht) vorhandenen Handschellen. Oder stimmt das Gerücht, auf den Lufthansa-Handschellen könnte man noch schwach das schlecht entfernte „British Airways“ lesen?

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)