„Genau deine Airline“, sagte sich Lars Windhorst und stieg bei Air Berlin als Großinvestor ein.

Da hat jemand den neuen Air Berlin Claim aber sehr wörtlich genommen und ob ihn persönlich wiederum Air Berlin (Entschuldigung, heißt ja jetzt neuerdings „airberlin“) gerne als Aktionär genommen hat, bleibt dahingestellt. Aber so ist das nun mal mit den eigenen Aktionären.

Frage an Radio Eriwan:
Kann man sich seine Großaktionäre aussuchen?
Antwort:
Im Prinzip Nein, es sei denn man heißt Dr. Frenzel (der kann das, zumindest was die Großaktionäre betrifft).

Aber ernsthaft, diesen „Chrash-Millionär und Ex-Pleitier“ (Zitat BILD) Windhorst, bei dem der erste Teil seines Namens auch gleichzeitig Programm ist, kann man wirklich nicht mit Freude vorzeigen. Zitat Tagesspiegel: „Er hat 60 Gläubiger um rund 78 Millionen Euro gebracht, drei Firmen in die Pleite getrieben und eine Privatinsolvenz hingelegt. Von vier Ermittlungen auf Betrugsverdacht wurde bislang eine eingestellt.“
„Aber“, so der Tagesspiegel weiter „er hat sein Büro in der Friedrichstraße und bestellt Champagner im Berliner Society-Treff Borchardt“. Welcome in einer der Branchen-Stammkneipen.

Gut, um präzise zu sein, Lars Windhorst ist nur der Geschäftsführer von Vatas, die über ihre Tochtergesellschaft Haarlem One 15,4 % der Aktien von airberlin erworben hat. Hinter Vatas (einer „Heuschrecken-Firma“) steht Robert Hersov, ein südafrikanischer Millionär (by the way: Wussten Sie, dass die jemals größte registrierte Heuschrecken-Plage in Südafrika war?) mit einem besseren Ruf. Aber von wem man seine „Geschäfte führen“ lässt, muss man sich anrechnen lassen.

Vatas ist übrigens auch an dem Pflegeheimbetreiber Curanum beteiligt. Da fällt einem doch glatt ein anderer Name ein, der vor kurzem in der Airline-Welt von sich reden machte: Dr. Lutz Mario Helmig, ehemaliger Besitzer der Helios-Kliniken. Da fragen sich doch die BBBs: Kann es Zufall sein, dass gerade Pflegeheim- und Krankenhausbetreiber so eine Affinität zur Billigfliegerei haben?

Wollen wir zugunsten von airberlin hoffen, dass Windhorst zumindest dieses mal mit offenen Karten spielt (Spiegel online hat gerade aufgedeckt, dass er bei seiner Pleite einige Konten verheimlicht hat. Soviel zum Thema Ehrlichkeit. Aber vielleicht hatte er auch nur einen „Black Out“, wie damals sein Mentor Helmut Kohl in der Spendenaffäre.). Diese 15% von Vatas in Verbindung mit den 15% der Deutschen Bank, sind schon ein Pfund mit dem man wuchern kann (Sperrminorität). Weiterhin offen ist auch die Frage, wie es sein kann, dass Vatas erst jetzt bei 15% seiner Meldepflicht nachkommt? Normalerweise muss dies ab 3% geschehen. Wurde bislang in so vielen kleinen Einzelpositionen unter verschiedenen Namen gekauft und diese erst jetzt (warum?) zusammengefasst? Oder hat da doch jemand bereits mit einem „Paketchen“ nachgeholfen?

Zuletzt, liebe airberlin, noch einen Satz zum neuen Claim. „Genau deine Airline“ ist leider (nur) Managementsicht. Aber das ist nun mal die Sicht, wenn man Slogan und Logo zum Claim fest verbindet. Die BBBs, als steter Anwalt des Kunden, stellen sich gerade vor, was ein getrennter Slogan „Genau meine Airline“ eine granatenmäßige Kundensicht dem Kunden symbolisiert hätte.

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