Der Hotelgast als Portier

Eine Hotelcrew macht geschlossen Betriebsausflug und fragt einen Hotelgast ob er nicht abends und morgens das Hotel zu- und wieder aufschließen kann.
In der Schweiz gibt es den ersten erotisch/romantischen Hotelführer Europas. Wer es auch erotisch, aber etwas raffinierter mag, ist in Tirol besser aufgehoben.
Und zum Schluss, als neuesten Hotelschmankerl, Überlegungen warum das Handy des Kellners geklingelt haben könnte.

In vielen Hotels Deutschlands ist er noch üblich, der starre „Betten-Wechseltag“. So auch in einer norddeutschen Beautyfarm mit 16 Zimmern, sehr gehobenen Standards. Anreise ist sonntags abends gewünscht, die Beautywoche endet am Samstagvormittag. Ein weiblicher Hotelgast fragt an, ob auch Anreise freitags und Abreise donnerstags möglich sei, was vom Hotel bestätigt wird. Dadurch ergibt sich die Situation, dass diese Kundin am Samstagnachmittag einziger Hotelgast ist.
Zu diesem Zeitpunkt überrascht die Hotelchefin die Kundin mit der Mitteilung, dass die komplette Hotelcrew, die ohnehin außerhalb des Hotels wohnt, am Sonntag schon ab 5 Uhr zum jährlichen Betriebsausflug starten werde. Sie übergibt der Kundin den Hotel-Haustürschlüssel mit der Bitte, doch Samstagabend „gut“ abzuschließen und am Sonntagmorgen auch wieder aufzuschließen. Die Utensilien für das Sonntags-Frühstück werde man am Samstagnachmittag in der Küche bereitstellen.
So sind sie, unsere Hoteliers, herrlich pragmatisch und unkompliziert.

Wer nicht wie oben „Kevin allein zu Haus“ spielen will, sondern lieber mal romantisch zu zweit unterwegs sein möchte, dem wurde im vergangenen Monat von der Presse (z.B. von BILD) www.loveroom.ch empfohlen, der nach eigenen Angaben erste erotisch-romantische Hotelführer Europas. „Schluss mit der Langeweile in europäischen Hotelzimmern“ verspricht die Homepage. Über einen Fragetest kann man sich selbst „ergründen, wie erotisch man sei“.
Bei der Qualität der gestellten Frage, z.B.
Wie würden Sie Ihre Flitterwochen verbringen?
a) Aufenthalt bei den Eskimos
b) In einem CH-Hotel ein loveroom buchen
c) Keine Zeit zum Flittern,
dürften erstmals Zweifel aufkommen, wie erotisch die Loverooms sein könnten. Und über die weitere Behauptung „Es sind die besondere Ausstattung des Zimmers, die liebevollen Details, die kleinen Überraschungen, an die Sie sich erinnern werden“, werden jene nur noch milde schmunzeln, die die Ausstattung eines bestimmten Hotelzimmers im Nachbarland Österreich kennen.

Den Tiroler Werbespruch „Tirol. Sie werden sich wandern“ kann man gerne in „Sie werden sich wundern“ abwandeln. Während dem potenziellen (das sollte er dann auch sein) Gast, über die Homepage www.liebepur.at noch fast konservativ romantische Erotikferien in Tirol versprochen werden, wird er über den Menüpunkt Ausstatter zum „Eigentlichen“, dem Eroticum weitergeleitet. Und jetzt erfährt der Gast, was „besondere Ausstattung“ eines Hotelzimmers heißt: Liebesschaukel, Liebesbank, Handfesseln, Handschellen usw.
Dass sich dieser österreichische Hotelier mit Fantasie über „starren Betten-Wechseltag“ und Schweizer Hotelzimmer mit Kissen in Herzform kugelig lacht, versteht sich von selbst.

Das Studium dieses Hotel-Angebots, lässt einen Gast, der kürzlich in einem Spitzenhotel mit Spitzenrestaurant ein Erlebnis der besonderen Art hatte, neu nachdenken. Während er von einem Kellner zu seinem Tisch geleitet wird, klingelt auf halbem Wege das Handy des Kellners. Ist dies allein schon eine Dienstleistungs-Katastrophe, so kommt es noch besser: Der Kellner holt das Handy aus seiner Tasche und meldet sich. Leider hat der Gast nicht verstanden, welche Angelegenheit so dringend war, weil eine andere Kellnerin, voller Entsetzen die Szene beobachtend, den Gast weiter zum Tisch führte.
Was kann so wichtiges sein, das diesen Anruf veranlasst hat? Das einzige was man entschuldigen könnte: Vielleicht gibt es in diesem Hotel auch ein solches erotisches Zimmer und Gäste hatten sich in der Technik „verheddert“ und brauchten schnelle Hilfe? Das würde man natürlich entschuldigen.

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Selbsterkenntnis einer Kellnerin

Das Restaurant: klassifizierte Sternklasse. Die Küche: Sonderklasse. Fachkenntnis Wein: unübertroffen, jede Empfehlung ein Volltreffer. Diese Art von Restaurant muss man lieben. Die Speisekarte bleibt tabu, die Empfehlung des Küchenchefs ist nicht irgendeine allgemeine, sondern speziell auf den jeweiligen Stammgast zugeschnitten, die dazu passende Weinempfehlung perfekt. Hier ist (isst) man zuhause.
Aber mehr als ein Sternchen ist nicht drin, denn leider hat der Service noch deutlich Verbesserungspotenzial.

Die junge weibliche Servicekraft soll es nun bringen. Keckes Aussehen und noch keckere Sprüche, speziell in Richtung männliche Kundschaft. Formal nicht ganz okay, kommt aber an, zumindest solange die „Jungs“ beim Geschäftsessen unter sich sind. Beim privaten Essen mit Frau und Tochter fällt die Bewertung deutlich differenzierter aus.
Aber die letzte Kommunikation fürchte ich, war dann wirklich die letzte.
Es begann wie immer. Zuerst die italienische Vorspeisenplatte, sensationell. Der Wein hatte Format für standing ovations.
Aber die junge aufstrebende Service-Dame „haut“ die (heißen) Teller mit der Hauptspeise ziemlich heftig mit einem ebensolchen Spruch („Vorsicht, ich bin heiß“) auf den Tisch. Unübersehbares Missfallen (auch für die Servicekraft erkennbar) bei Frau und Tochter, der Mann nimmt es noch relativ gelassen.
Und dann beim Abräumen, der lockere, vielleicht sogar als Entschuldigung (?) gemeinte „Granaten-Spruch“ (wohlgemerkt im Sterne-Restaurant): „Hat es wenigstens geschmeckt, wenn der Service schon für `nen Arsch war?“
Da vergewissert man sich schon beim Tischnachbar, ob man richtig gehört hat.
Oh Leute, ich fürchte der eine Stern wird tatsächlich „bald am Arsch“ sein und den erhofften zweiten könnt ihr schon runterspülen.

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