Weihnachtlicher Wunschzettel

Die Vorweihnachtszeit ist auch die Zeit der weihnachtlichen Wunschzettel. Da sind unsere Tourismus-Manager nicht ausgenommen. Einer soll es mit seinem Wunschzettel so sehr übertrieben haben, dass er Zoff mit dem Weihnachtsmann bekommen habe: Manny Fontenla-Novoa, Oberboss von Thomas Cook. Zuerst wünschte er sich einige Firmen in Russland, dann auch noch einige Firmen in China. Dann wünschte er sich REWE, danach sollte es Öger sein, oder sonst eine schnucklige Firma in Deutschland oder in Europa oder sonst wo. „Stopp“, soll da der Weihnachtsmann gerufen haben, „überlege Dir mal was Du wirklich willst, sonst überstrapazierst Du meine Nerven“. Angeblich soll der Weihnachtsmann noch gegrummelt haben „der Typ ist gerade selbst einem Notverkauf entronnen und haut jetzt so auf die Pauke“.

Wünsche bleiben in dieser Brache ja nicht geheim. Kaum hatte Manny seine Wunschliste hinausposaunt, kamen auch schon die Absagen en masse angeflattert: REWE: „Nicht mit uns“, Öger „auf keinen Fall, ein Lebedew-Erlebnis reicht mir“. Selbst FTI, die gar nichts auf Mannys Wunschliste standen, sagte vorsorglich mal ab. Allein Verhuven soll sauer gewesen sein, weil er nicht gewünscht war.

REWE und Thomas Cook sind ohnehin eine besondere Story. Denn vor längerer Zeit wollte (angeblich) Rewe schon Thomas Cook kaufen, jetzt will Thomas Cook Rewe kaufen. Wäre das nicht eine echte Weihnachtsstory wenn die beiden, wie auch immer über Strohfirmen oder so, sich gleichzeitig gegenseitig kaufen würden? Das Management-Liebesgeflüster unter dem Weihnachtsbaum „Ich habe mich Dir geschenkt und Du hast Dich mir geschenkt“, das hätte doch was. Nur kann man sich Liebesgeflüster zwischen Fiebig und Fontenla-Novoa nicht so richtig vorstellen.

Und dann ist da noch das Geschenk Aldiana. Na ja, ob das ein Geschenk ist, wollen wir dahingestellt lassen. Aldiana künftig mehrheitlich bei REWE? Und der neue REWE-Chef heißt Sören Hartmann, ex-Boss von Robinson. Das kann er sich nicht gewünscht haben.

Die TUI ist diese Weihnachten etwas bescheidener. So eine kleine süße Reisebüro-Kette wie Reiseland, das wäre ihr großer Wunsch. Ja, man ist bescheiden geworden bei TUI. Man will sich schließlich keinen Malus vom Weihnachtsmann einhandeln, wegen nicht erfüllbarer Wünsche. Allerdings soll TUI-Chef Frenzel an den Rand des Wunschzettels geschrieben haben: „Lieber Weihnachtsmann, danke für die vielen Großaktionäre, die du mir jedes Jahr, trotz miesem Aktienkurs, aufs Neue schenkst. Ich wünsche mir diesmal keinen zusätzlichen Aktionär, ich möchte nur einen umtauschen. Dieser Wikinger geht mir auf den Geist. Tausche ihn bitte um. In meiner Bescheidenheit wäre ich als Ersatz auch mit Kleinaktionären zufrieden, muss kein neuer Großaktionär sein“.

Manche Wunschzettel rufen beim Weihnachtsmann auch großes Gelächter hervor. So schrieb der Landrat des Landkreises Altenburg-Land, dort liegt der Flughafen Altenburg, einen besonders lustigen Text auf seinen Wunschzettel. Übrigens, falls Sie liebe BBB-Leserinnen und Leser diesen Flughafen nicht kennen sollten, ist das keine Schande, geht vielen so. Also, besagter Landrat schrieb auf seinen Wunschzettel (kein Scherz, leider): „Ich wünsche mir für meinen Flughafen Altenburg viele internationale Investoren. Ich denke, dass ein Airport Made in Germany, der eine mittelfristig gute Geldanlage sein wird, international auf Interesse stoßen wird“. Nachdem der Weihnachtsmann wieder zu lachen aufgehört hatte schrieb er zurück: „Landrat und Flughafen, die so bescheuert sind, einer irischen Fluggesellschaft 670.000 Euro Marketingzuschuss zu zahlen, nur damit diese ein bisschen von Altenburg nach Alicante fliegt, haben bei mir keine Wünsche frei. Lest mal nach was ein Kasseler Stadtverordneter zu diesem Thema gesagt hat“.
Da haben die BBBs doch gleich mal gegoogelt. Dieser Stadtverordneter sagte, bei einer ähnlichen Diskussion über den Flughafen Kassel Calden: „Ein Flughafen an jeder Mülltonne ist nicht nur ökologischer, sondern vor allem ökonomischer Unfug“. „Es kann ja auch mal einer von den Linken recht haben“, meinte dazu der Weihnachtsmann.

Übrigens ist ein Wunsch schon in Erfüllung gegangen. Der neue Berliner Großflughafen soll „Willy-Brandt-Airport“ heißen. Ratet mal, wer sich das gewünscht hat.

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Schaeffler, Porsche, Arcandor: Wenn aus Löwen freche Bettvorleger werden!

Sie kennen sicherlich das Bonmot: Als Löwe gesprungen und als Bettvorleger gelandet. Ende der Geschichte? Denkste. Jetzt werden die Bettvorleger auch noch frech und wollen wieder in den Stand des Löwen versetzt werden. Das ganze mit staatlicher Mithilfe. Ach was, das Wort „Mithilfe“ ist falsch an dieser Stelle. Der Staat soll es alleine richten. Die Allgemeinheit, bis vor kurzem noch von den Oberlöwen ausgelacht, soll zahlen. Dreister und schamloser geht`s nimmer.
Drei verschiedene Geschichten, aber mit gleichem Inhalt. Die „Typen“ an der Spitze sind entzaubert.

Als Schaeffler sich anschickte die vielmals größere Continental zu schlucken, lugte der Größenwahn aus allen Ritzen des luxuriösen Pelzmantels der Firmenchefin. Genau dieser wurde dann auch zum Synonym für die Unverschämtheit der Eigentümerin. Als es eng wurde, gingen die Arbeitnehmer für ihre Chefin auf die Straße. Die Chefin, diesmal ohne Pelz, wischte sich eine plötzlich sichtbare Träne aus dem Auge. Nur kurze Zeit später, als es richtig eng wurde, verkündete sie als erste Sparmaßnahme den Abbau von 4.500 Arbeitsplätzen (ob „mit Träne“ ist nicht überliefert). Milliardärinnen haben eben eine andere Vorstellung von Dank.

Als Porsche vor kurzem verkündete, dass der „Gewinn größer sei als der Umsatz“, fragte sich Unsereiner mit seinem bescheidenen BWL-Wissen, wie so etwas möglich sei. Aber die Öffentlichkeit, vorweg die Politik, reagierte mit fast göttlicher Verehrung. Na klar, dass so ein Konzernmanager wie Wendelin Wiedeking dann auch 70 Mio. Euro verdienen darf. Richtig, außer ihm, hat bei Porsche ja wahrscheinlich auch niemand so richtig gearbeitet. Wen hat es schon interessiert, dass der Gewinn in erster Linie Papier-Gewinn war (VW-Aktien wurden auf dem damals hohen Niveau bilanziert, das sieht heute schon wieder wesentlich anders aus). Wen hat es schon interessiert, offensichtlich auch die wenigstens Porschefahrer, dass aus Kostengründen immer mehr VW im Porsche steckt. Jetzt wird um staatlichen Kredit gebettelt. Sorry, schon wieder falsche Formulierung. Es muss heißen es wird staatlicher Kredit „gefordert“, denn die böse Weltwirtschaftskrise ist schuld, dass die Zockerrechnung nicht aufging. Die „fehlerhafte“ Vergütung von Wiedeking kann man angeblich „leider“ nicht mehr zurückholen und bevor man nun die „armen“ Eigentümerfamilien Porsche und Piech in Anspruch nimmt, soll doch der Staat mal helfen. Und die politische Unterstützung ist nicht weit. Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger hat volles Verständnis dafür, zumindest hat das ihm sein Redenschreiber so aufgeschrieben (Uraltes Oettinger-Problem).

Kommen wir zu Beispiel Nummer 3: Arcandor. Zugegeben, Ex-Chef Middelhoff, ist BBBs Lieblingsfeind. Aber es war ja auch zu ärgerlich zusehen zu müssen, wie dieser Blender von Teilen der Tourismusbranche abgefeiert wurde (siehe BBB vom 29.9.2008 „Wenn bei einem Vordenker der Lack abblättert“) Die Inhalte seiner Vorträge tendierten hinsichtlich des touristischen Neuigkeitswertes gegen Null. Aber zugegeben, niemand konnte „Nichts“ so schön verpacken. Und dass der Aktienkurs seines Unternehmens während seiner Rede auf dem fvw-Kongress um 20% sank? Papperlapapp.
Aber wenn Bundeskanzlerin Merkel am Wochenende bemerkt „bei Arcandor habe es ein erhebliches Missmanagement mit äußerst ungünstigen Vertragsgestaltungen gegeben“, dann ist selten ein Top-Manager von so hoher Stelle so öffentlich abgewatscht worden.
Und was der aktuelle Arcandor-Chef Eick sich in den letzten Tagen geleistet hat, wurde in der Presse (jetzt ist sie plötzlich wach) zu Recht als Erpressung der Regierung bezeichnet. Er zockte (schon wieder ein Zocker) bis zuletzt, notfalls auch zu Lasten der Arbeitsplätze.

Was heißt das ganze für Thomas Cook (um nun die Kurve in die Touristik zu bekommen). Schon 2005 konnte man in den Bissigen Bemerkungen lesen: „Eigentlich könnte es ein tolles Gefühl sein für Thomas Cook zu arbeiten. Wenn diese lieblosen Eltern nicht wären“ (Siehe BBB vom 18.4.2005 „Tochter verpfändet und zum Kauf angeboten“). Und zum Jahresende 2006 war der gleiche Tenor sogar Überschrift in den BBBs (27.12.2006 BBB-Sonderausgabe: “Eigentlich könnte es ein tolles Gefühl sein für Thomas Cook zu arbeiten. Wenn diese lieblosen Eltern nicht wären“). Zwischendurch, in den BBBs vom 30.5.2005 hieß es schon Mal „Um bei Thomas Cook zu arbeiten, sollte man schmerzunempfindlich sein“.
Das ganze zeigt auch, wie lange schon die Misere bei Arcandor alias KarstadtQuelle andauert.

Und jetzt will Thomas Cook sogar besonderen Fleiß zeigen, denn laut Financial Times Deutschland vom 6.6. „plant Thomas Cook einen rigiden Sparkurs“ (angesichts der vielen verkündeten Sparprogramme in den letzten Jahren unter Pichler, Beeser, Holtrop, Fontenla-Novoa und natürlich Oberaufseher Middelhoff –haben wir einen vergessen?- ist diese Entscheidung eigentlich verwunderlich, denn wir dachten Oberursel sei bereits „kostenfreie Zone“). Der Hammer in diesem neuen Sparprogramm ist die Absicht „Reiseleiter in bestimmten Ländern abzuschaffen und die Gäste lieber über eine Telefon Hotline zu betreuen“. Typischer Berater Vorschlag! Das Produkt ist dann nicht mehr das gleiche, sondern wird schlechter, soll aber sicherlich zum gleichen Preis verkauft werden“.

Zitieren wir ein letztes Mal die BBBs. Da stand am 18.4.2005 „Bei KarstadtQuelle ist zudem bemerkenswert, dass die Mitarbeiter wohl besser als das Management das Problem erkennen: „Karstadt muss sich wieder auf die Qualität besinnen und nicht nur aufs Kostensparen“. In der Tat, wenn nur noch Dienstleistung „ohne Mitarbeiter“ geboten wird, darf man sich nicht wundern“.
Diese Feststellung könnte aktuell sicherlich auch von Thomas Cook – Mitarbeitern stammen.

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Frohe Weihnachten

Die Bissigen Bemerkungen wünschen ihren Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest.
Laut Einzelhandelsverband läuft das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr sehr gut. Merke (Achtung: nicht Merkel, sondern Merke): Je mehr Sie Geld ausgeben, desto mehr vertreiben Sie die Krisengespenster. Also ist jedes Weihnachtsgeschenk, egal ob Sie „Schenken“ oder „Geschenke erhalten“, ein Beitrag für Deutschlands Zukunft (Letzteres könnte jetzt auch Merkel gewesen sein).

Besonders hilfreich wäre es, wenn Sie Touristik-Aktien verschenken würden. Das wäre gut für das Ansehen der Branche und sind Sie mal ehrlich, so preiswert haben Sie noch nie zu Weihnachten geschenkt. Die BBBs werden es beobachten. Falls der Aktienkurs von Air Berlin, TUI oder der Thomas Cook-Mutter Arcandor in den nächsten Tagen steigen sollte, dann muss das nicht unbedingt Etihat, Mordaschow oder Oppenheimer gewesen sein, dann waren Sie das, meine lieben BBB-Leser, auf der Jagd nach einem Weihnachtsschnäppchen. Und wenn Sie noch jemanden suchen, der Ihnen vortrefflich Märchen zu Weihnachten erzählen soll, dann denken Sie doch an Thomas Middelhoff. Nachdem er in den letzten Jahren einen größeren Kreis bei BTW, FVW und DRV mit seinen Visionen beglückte, kann man ihn jetzt auch für den privaten Kreis buchen. Seine Märchen bleiben zwar Märchen, auch wenn es nicht jeder gleich merkt, aber an Weihnachten erfreut das so richtig unser Herz. Und so ein bisschen Vision für 2009 könnte uns glücklicher stimmen.

In diesem Sinne nochmals ein frohes Fest und viele Geschenke
Ihr
Karl Born

Die nächsten BBBs erscheinen planmäßig am 29.12. Da holen wir Sie wieder aus Ihrer Festtagsstimmung zurück ins wahre Leben.

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Erfolgsmodell Pauschalreise – zum 200. Geburtstag von Thomas Cook

„Erfolgsmodell Pauschalreise – zum 200. Geburtstag von Thomas Cook“
Deutsche Welle Fernsehen, 21.11.08

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Die Reisebranche verbreitet Optimismus. Ist das taktisch klug?

Letzte Woche war Jahrestagung des Deutschen Reiseverbandes DRV, diesmal in Budapest. Same procedure as every year: Bester Optimismus hinsichtlich des künftigen Käuferverhaltens. Seelenmassage nach alter Einzelhandelstradition. Wenn in den Medien steht, dass alle kaufen, dann werden auch alle kaufen. Eine Art sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Die Bissigen Bemerkungen wollen im Folgenden nicht beurteilen, ob dies inhaltlich richtig ist oder nicht. Es stellt sich vielmehr die Frage nach dem Zeitgeist. Der Ruf nach staatlicher Hilfe ist angesagt. Der erste Bankmanager hat schon laut und vernehmlich darüber spekuliert, dass sein Haus eigentlich keine Hilfe brauche, er aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen überlege, die Hilfe trotzdem in Anspruch zu nehmen.

Nach Landesbanken und Privatbanken ruft nun die Automobilbranche um Rettung. Landes- und Bundespolitik überbieten sich bereits nach dem Motto „Wer gibt mehr“. Als nächstes haben sich die Autobanken von VW und BMW gemeldet. Ist doch logisch. Wenn es Bankbranche und Automobilbranche schlecht geht, dann muss man den Autobanken quasi doppelt helfen. Die Versicherungsbranche hat sich ebenso gemeldet, wie Flugzeugindustrie, Stahlkonzerne und die Windenergie.
Steinbrück warnt zwar schon vor der „Prozession der Bittsteller“, aber diese formiert sich bereits. Und „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ in Form von Merkel/Steinbrück (im Prinzip auch nichts anderes als ohnehin schon!).

Dabei hat die Touristik beste Argumente. Einige Branchen haben bereits Zwangsurlaub angekündigt. Welch ein toller Begriff für die Tourismusbranche. Die Menschen müssen „zwangsweise“ in Urlaub fahren. Jetzt muss nur noch jemand das Geld geben, dass sie es auch können. Entweder den Urlaubern direkt oder der Branche damit diese noch attraktivere Angebote basteln kann.

Prima, wenn das Geld auf den Bäumen wächst. Oder ist das vielleicht unser aller Steuergeld (auch meines), das da gerade großzügig verteilt wird?

Wenn das der alte Thomas Cook noch erlebt hätte. Am 22.11. jährt sich übrigens zum 200.mal sein Geburtstag. „Happy Birthday“ Tommy.

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Reisebranche erklärt 2009 für schön

Reisebranche erklärt 2009 für schön
Financial Times Deutschland, 14.11.2008

Verband erwartet auch im nächsten Jahr gute Geschäfte TUI und Thomas Cook stützen Erträge durch geringere Kapazität.

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Seid gegrüßt, meine lieben Prostituierten

Eine ungewöhnliche Überschrift für die Bissigen Bemerkungen. Klingt fast nach einem Outing. Ist aber nur ein abgewandeltes königliches Zitat.

Voller Stolz erläuterte nämlich die slowenische Tourismusexpertin Maja Uran wie ihr Heimatland gerade ein lokales Netzwerk für Touristen aufbauen will. Weiß der Geier, an was in diesem Moment ihr Zuhörer, der englische Prinzgemahl Philip, gedacht hat. Seiner Meinung nach, so meinte er sich äußern zu müssen, sei Tourismus nichts anderes als „nationale Prostitution“. „Wir brauchen nicht mehr Touristen, sie ruinieren die Städte“, so dozierte das königliche Geblüt weiter.
In Australien hatte er schon mal ähnliches Feingefühl gezeigt, als er in einem Gespräch mit Aborigines fragte „werft ihr immer noch mit Speere aufeinander?“

Tja, liebe Londoner Touristiker von TUI Travel und Thomas Cook, könnt ihr den alten Herrn mal aufklären. Ist ja nicht gerade eine gute Visitenkarte, die er für die (englische?) Tourismusindustrie abgibt.

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Wenn bei einem Vordenker der Lack abblättert

Er war der Starredner auf dem diesjährigen fvw-Kongress. Während er einem aufmerksamen Publikum, wie bei anderen Gelegenheiten schon vorher, seine grandiosen Gedanken über eine glorreiche Zukunft verkündete, sank der ohnehin schon gebeutelte Aktienkurs seines Unternehmens um satte 20%. Ein teurer Vortrag. Für ihn. Die Rede ist von Thomas Middelhoff, CEO von Arcandor (früher ganz einfach KarstadtQuelle genannt- als der Aktienkurs noch stimmte).

Dies veranlasst die bissigen Bemerkungen mal wieder generell über das Thema „Vordenker“ nachzudenken. Vorausgesetzt, dass man Vordenken und Nachdenken in einen Zusammenhang bringen darf.

Was bedeutet eigentlich „Vordenken“? Ist Vordenken die Embryonalform von Denken? Dann wäre Vordenken eine noch nicht ausgereifte Form von Denken. Warum sind schon so viele Vordenker in ihrem Job nach einiger Zeit abgestürzt? Weil sie das Nachdenken vergessen haben? Schließt Vordenken und Nachdenken sich eventuell sogar aus? Braucht demzufolge jeder Vordenker noch einen Nachdenker?

Ist Vordenker ein Wort ähnlicher (reziproker) Qualität wie Gewinnwarnung? Gewinnwarnung warnt ja auch nicht vor Gewinn, sondern vor dem Gegenteil:

Leid kann einem dabei nur Thomas Cook tun. Die armen Cookies hatten schon immer Elternprobleme. Schon 2005 konnte man in den Bissigen Bemerkungen lesen: „Eigentlich könnte es ein tolles Gefühl sein für Thomas Cook zu arbeiten. Wenn diese lieblosen Eltern nicht wären“. Siehe BBB vom 18.4.2005 „Tochter verpfändet und zum Kauf angeboten“.
Drei Jahre später hat sich nicht viel verändert. Darüber muss man echt mal nachdenken!

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Tiefster Aktienkurs von Arcandor am 26.9.2008: 1,61 Euro.
Während Arcandor Anfang Januar noch 1,7 Mrd. Euro wert war, lag der Wert Ende letzter Woche bei ca. 234 Mio. Euro!

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Condor: Die Braut, die keiner traut

Es ist nicht so, dass sich die Braut nicht traut, ängstlich war sie schließlich noch nie. Es ist der etatmäßige Standesbeamte (Kartellamt) der sich nicht traut zu trauen.

Arme Braut! Erst wurde in aller Öffentlichkeit um sie gefeilscht ob, wer, wann und warum. Dann die Gerüchte, der Bräutigam hätte etwas Schwierigkeiten die ausgehandelte Mitgift zu zahlen. Schadet alles der Braut, zumal sie in vorauseilender Treue (etwas naiv), sich in den letzten Monaten auch nicht nach einem alternativen Bräutigam umgesehen hat.

Jetzt haben alle den Salat, Entschuldigung, etwas Probleme. Und mit fast 53 Jahren, ist die Braut nun mal auch nicht mehr so taufrisch (Entschuldigung bei allen toll aussehenden Frauen des Jahrgangs 1955, wie Marianne Rosenberg, Susanne Uhlen, Petra Gerster und viele, viele andere). Aber bei einer Fluggesellschaft, da fragt man schon mal etwas härter nach dem Alter einiger Teile. Außerdem hat sie schon mal geheiratet (und ist immer noch nicht offiziell geschieden), hängt noch etwas zuviel an ihrem Vater (Lufthansa hat noch 25% Anteil) und hat ein etwas unübliches Hobby (sie liebt Fliegen). So etwas verheiratet man nicht so von heute auf morgen

Dabei, und das wird oft vergessen, war die Condor mit 18 Jahren sogar Miss Universum (1973 war Condor die umsatzstärkste Ferienfluggesellschaft weltweit). Aber dann mit 42 Jahren, die nie so glückliche Ehe mit einem gewissen Neckermann! Von dem unnötigen Desaster mit der Namensänderung für die schöne Frau ganz zu schweigen (siehe BBB vom 3.6.2002 „El Condor pasa“).

Und nun? Von den Cookies kann Condor nicht viel erwarten. Die wollen nur möglichst viel Mitgift kassieren und Tschüss. „Asset light“, heißt dort das Schlagwort und das bedeutet auf Deutsch „ich will dich loswerden“.
Kann man noch mal das Herz des Vaters LH erweichen?
Eine Hochzeit mit Hannover? Wäre nicht schlecht, aber soviel Mitgift wie von Berlin versprochen, gibt es dort garantiert nicht.

Schwierige Zeiten. Das Wasser steht hoch, da darf man den Kopf nicht hängen lassen. Im Gegenteil, jetzt nicht an der Attraktivität nachlassen.
Aber vielleicht passiert etwas ganz außergewöhnliches. Ein Scheich? Mit richtig Kohle. Der weiß, welche Kostbarkeiten eine 53jährige noch zu bieten hat. Der scharf auf ihre Slots ist (Slots bezeichnen im Flugverkehr, „wann man darf“, also nichts Unanständiges, die Red.). Da würden sich einige dann aber so richtig ärgern.

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Nur der guten Ordnung halber: Die grünen Oberfrauen Claudia Roth und Renate Künast sind auch Jahrgang 1955. Das haben die BBB oben mit Vorsatz verschwiegen

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Schauen Sie mal vor die Tür: Die ITB steht davor

Es ist mal wieder soweit. Die ITB steht vor der Tür. Neben harter Arbeit in den täglichen Verhandlungen und noch härterer Arbeit im nächtlichen „get-to-gether“, zählt auch das Verbreiten von Gerüchten und der Austausch von kleinen Bissigkeiten (der Ur-Form der Bissigen Bemerkungen) zum täglichen Allerlei.

Haben Sie schon gemerkt, dass dieses Jahr „der Kalender gefühlt schneller läuft“ und alles kurzfristiger passiert? Die Einladungen zu den Veranstaltungen kamen kurzfristiger und die Gerüchte/Bissigkeiten laufen dieses Jahr auch noch nicht so richtig an.

Helfen wir deshalb ein bisschen nach:

Der Touristik Report (wie lange gibt es den noch?) schrieb über Thomas Cook: „Qualität wird Chefsache“.
Oh weh, das kennen wir doch aus der Politik. Wenn etwas Chefsache wird…… das war`s dann.
Bei dieser Gelegenheit sollte man auch den „Granaten-Spruch“ eines Neckermann-Produktverantwortlichen zu den neuen Produkten für die 50plus in den BBBs verewigen: „Der Tag beginnt mit einem fröhlichen gemeinsamen Blutdruck messen.“ Hätte gerade noch gefehlt, dass es abends auch „kleinere Portionen“ gibt.

Wowereit hat die neue Imagekampagne für Berlin zur Chefsache erklärt. Schade, man hätte es auch mit einem Experten versuchen können. Da das ganze vertraulich ist, weiß man auch schon wie der neue Spruch heißen wird: Be Berlin. Mensch, was soll unserer einer noch alles sein? Wir sind schon Papst, wir sind schon Deutschland, jetzt sollen wir auch noch Berlin sein. Ganz schön stressig!

Apropos Papst und Verleihung der „Touristik Awards“ durch den Travel Industry Club auf der ITB. Es ist sicherlich ein Gerücht, dass der Lifetime-Award posthum an den verstorbenen Papst Johannes Paul II für seine außerordentliche Reiseleistung verliehen werden soll.

Dringend nachtragen müssen wir den Erfolg des sog. „Flirt-Express“ der Bahn am vergangenen Valentinstag. Das war ein echter Imagegewinn für die Bahn. Der Erfolg ruft direkt nach Wiederholung. Schade wäre, wenn es Mehdorn zur Chefsache erklären würde. Flirten und sein bissiger Gesichtsausdruck, das wäre schon eine Art Hardcore-Flirt.

Haben Sie gelesen, die Swiss übernimmt Kuonis Ferienflieger Edelweiss? Komischerweise hat das in den deutschen Fachmedien nur einen geringen Widerhall gefunden. Aber denken Sie mal nach: Edelweiss ist ein Ferienflieger, die Swiss gehört Lufthansa, die Lufthansa verhandelt mit TUI über den Zusammenschluss von germanwings und TUIfly. Klingelt´s wo da noch ein Plätzchen frei sein könnte? Und in der Schweiz erstarkt gerade Air Berlin mit dem Veranstalter Hotelplan, da braucht TUI Suisse auch noch ein bisschen Unterstützung.

Wenn Sie weitere „gewichtige“ Gerüchte erfahren haben, bitten wir um Mitteilung. Schließlich stehen die nächsten Bissigen Bemerkungen auch schon vor der Tür. Und zwar noch vor der ITB. Ein Gedränge ist das vor der Tür.

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