Der ganz „normale“ alltägliche Irrsinn

Der tägliche Irrsinn spielt sich immer so zwischen Wundern, Ärgern, kleinen Freuden und das ganze wieder von vorne ab.

Vor zwei Wochen hatten die BBBs mal wieder auf das Dauerärgernis „Bettensteuer und andere Mogelbezeichnungen“ hingewiesen. Speziell wurde Travemünde erwähnt, die Bettensteuer und gleichzeitig Kurtaxe erheben. BBB-Zitat: „Wahrscheinlich trägt der Kämmerer auch Gürtel und Hosenträger“. Künftig muss er mit „nur“ einem von beiden auskommen. Beides zu erheben (was Travemünde schon seit drei Jahren macht) ist nicht gestattet. Mist, dass es immer solange dauert, bis sich die normale Vernunft durchsetzt.

Aber verlassen kann man sich darauf nicht. Wir hatten schon mehrfach die übereifrigen Bettensteuer-Eintreiber von Köln und Dortmund erwähnt (zuletzt 15.9.2014). Nachdem beide Städte durch alle Instanzen auf die Nase gefallen sind, stricken sie schon wieder an einer neuen Variante. Einsicht sieht anders aus. Besonders dreist geht dabei Dortmund vor. In der neuen Satzung hat man bei dieser Gelegenheit die Steuer von 5% auf 7,5% erhöht. Nach dem Motto: Man hat uns zwar die Erhebung verboten, aber nicht die Erhöhung.
Geht´s noch? Natürlich wird auch dagegen wieder geklagt und obsiegt werden. Aber Köln hatte schon vor Jahren deutlich gesagt: Wir werden notfalls immer wieder ändern und neu erheben.

Wenn wir schon beim Thema „Einsicht“ sind. Beim DEHOGA-Branchentag gab es auch ein Thema zum „Schmunzeln“. Höflich formuliert. Neben anderem beklagte sich die Branche über das Arbeitszeitengesetz, das total an der gelebten Wirklichkeit vorbei geht.
Reaktion Kanzlerin: „Ich nehme die Bedenken auf“; Reaktion Arbeitsministerin Nahles: „Ich werde mir das nochmal ansehen“; Reaktion Wirtschafts-Staatssekretärin Gleicke: „Ich sage Ihnen zu, dass ich mir das anschauen werde“. Vorausschauende Politik sieht anders aus, die „schaut vorher“. Die BBBs hatten vor kurzem von „zwei offenen Ohren“ gesprochen, links rein und rechts raus. Hier wird es mit „2x Schauen“ enden: Hingeschaut und dann wieder weggeschaut. Wollen wir wetten?
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Nachlese:
Vorerst sieht es nicht gut aus um Thomas Middelhoff. Ein Urteil mit drei Jahren Gefängnis und Verhaftung noch im Gerichtssaal (wegen Fluchtgefahr) war wohl vollkommen außerhalb des gestörten Wahrnehmungsvernehmens von Middelhoff. Die BBBs wollen hier keine Häme ausstreuen. „Recht gehabt zu haben bei Beurteilung dieses Blenders“, genügt den BBBs als Befriedigung.
Aber umgekehrt war der Kommentar von n-tv total an der Wirklichkeit vorbei. Zitat: „Middelhoff verdient Mitleid, weil er selbst ohne Gefängnis schon bestraft genug ist. Wer sich am finanziellen und sozialen Absturz des Top-Managers ergötzt, vergisst, dass es sich um einen Menschen handelt:“
Abgesehen davon, dass er zumindest in der Touristik nur formal aber nicht inhaltlich ein Top-Manager war, sollte man sich seine Begründung in Erinnerung rufen, warum die Einladung seiner Arcandor-Vorstandskollegen auf seine Jacht vor St. Tropez dienstlich und nicht privat war: „Wir haben dort beschlossen, das Sanierungsprogramm zu verschärfen und 4.000 Arbeitsplätze zu streichen“. Lieber n-tv Kommentator: Daran gedacht, dass dies auch 4.000 Menschen waren?

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Da möchte man nicht an Bord gewesen sein…

Mit dem Flugzeug zu reisen kann so schön sein, wenn da nicht immer auch noch andere Passagiere wären. Diese Woche wurde über (mindestens) drei Fälle berichtet, bei denen man nicht an Bord gewesen sein möchte.

Fall 1: Flug Thomson Airways von Tunesien nach Schottland (Edinburgh). Eine betrunkene britische Touristin (Achtung Klischee: betrunkene britische Touristen) flucht und bewirft das Bordpersonal mit Essen (Achtung Klischee: Qualität britisches Essen). Damit nicht genug Randale, griff sie eine Mitreisende an und attackierte das Personal mit ihrer Beinprothese (Achtung Klischee: alles kann zu einer Waffe missbraucht werden). Dann brüllte sie laut, sie möchte einen Fallschirm, um aus dem Flugzeug zu springen.
Da waren die anderen Urlauber nicht clever genug, man hätte ihr einen Rucksack in die Hände drücken sollten und behaupten, das sei ein Fallschirm (und dann noch gute Reise wünschen).
Der Pilot hatte dann ein Einsehen und entschied sich zu einer unplanmäßigen Zwischenlandung in London.

Fall 2: Ein kleiner Turboprop der Japan Airlines flog von Tokio in den Süden Japans. Das Besondere daran? An Bord waren 29 Sumo-Ringer auf dem Weg in ihr Trainingslager. Wäre man da als „normaler“ Passagier an Bord gewesen, hätte man nicht „Atemlos“ sondern „Atemnot“ vor sich hingemurmelt. Hoffentlich wusste der Flugkapitän vor Abflug Bescheid und hat genügend getankt. Was machen bei einer solchen Truppe ein paar Kilo Übergepäck aus. Das Team als solches war ein einziges Übergepäck. Und Bordverpflegung gab es garantiert nicht, wie sollte man da die Sitztische vom Vordersitz herunterklappen. Da hat man schon als Normalpassagier bei dem geringen Sitzabstand seine Probleme am Bauch vorbeizukommen.

Fall 3: Da die meisten Billigairlines außer Fliegen sonst nichts mehr bieten, denken einige darüber nach, wie sie sich doch von ihren Konkurrenten unterscheiden könnten. Die norwegische Neugründung Viking International will damit punkten, dass Familien mit Kindern in den hinteren Bereich der Maschine verbannt werden, damit die Senioren weiter vorne ihre Ruhe haben können. Intern bezeichnet man das vordere Compartment deshalb auch als „Alte-Griesgram-Klasse“.
Oh weh. Was ist schlimmer als Kindergeschrei? Nur von Alten umzingelt zu sein! Insbesondere wenn Sie womöglich den ganzen Flug über von ihren Krankheiten berichten.
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Sorry, ich wollte den Namen garantiert nicht mehr erwähnen. Es reicht jetzt eigentlich. Aber zwischen den vielen Berichten über die Staatspleite von Argentinien (Stress mit einigen Hedgefonds), schrieb ein Kommentator tatsächlich: Das ehemals stolze Argentinien ist der Thomas Middelhoff unter den Staaten.

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Keine schöne Offenbarung

Letzten Montag hatten die BBBs noch eine schnelle politische Entscheidung für die Einstellung von Flügen nach Tel Aviv gefordert. Schon einen Tag später gaben Lufthansa und Air Berlin bekannt vorerst nicht nach Tel Aviv zu fliegen. Das war natürlich nicht der Verdienst der BBBs und leider auch nicht grundsätzliche politische Einsicht. Die amerikanische Fluglinie Delta war im Anflug, als 1,6 Km vom Flughafen entfernt, Raketentrümmer niedergingen. Es folgte die Flugumleitung nach Paris und die amerikanische Anweisung Flüge nach Israel zu stoppen. Wie immer, alles was die Amerikaner machen, „dürfen auch die Deutschen machen“.
Egal, über eine richtige Entscheidung (warum auch immer) darf man sich trotzdem freuen.

Aber der politische Druck ließ nicht lange auf sich warten. Volker Beck, ehemals parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion (aus gutem Grund ist er das nicht mehr) meinte Lufthansa und Co. belehren zu müssen: „Fluggesellschaften trügen nicht nur Verantwortung für die Sicherheit der Passagiere, sondern auch für die Menschen, die auf einen funktionsfähigen Flugverkehr angewiesen sind“. Danke Schlaumeier Beck, das ist allerdings ohnehin Geschäftsprinzip bei Lufthansa. Politisch sei nur daran erinnert, wie wegen einer popeligen Aschewolke der Flugverkehr tagelang ruhen musste. An den legendären Politikerspruch: „Lieber nicht fliegen, als wenn nur ein Passagier auf einem Flug nach Mallorca abstürzt“ darf erinnert werden.

Noch doller argumentierte die CDU Abgeordnete Gitta Connemann (CDU) aus Leer/Unterems, zumindest bekannt aus dem BILD-Gesangsvideo zum 60. Geburtstag für Frau Merkel. Sie sprach von einer „Kapitulation des Westens vor dem Terror“. Lebensgefahr für Fluggäste als politisches Statement? Gitta Connemann (CDU), Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, verfügt offensichtlich auch über ausreichende militärische Fachkenntnisse („Israel verfügt über ein funktionierendes Raketenabwehrsystem“), das jegliche Gefahr für den Flugbetrieb ausschließt.
Bevor wir es vergessen, die beiden Politiker sind Vorsitzender und stellv. Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe. Welche Interessen zählen mehr? Politische Interessen vor Sicherheitsinteressen? Niemals!
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Mein persönliches Highlight der Woche.
Langjährige BBB-Leser ahnen was jetzt kommt. Thomas Middelhoff auf der Flucht aus dem Gericht. Zitat: „Er kletterte aus einem Fenster an der Rückseite des Justizgebäudes an einem Regenrohr entlang auf ein Garagendach, sprang aus 2,50 Meter Höhe in ein Parkrondell und entkam“.
Middelhoff im feinen Zwirn klettert an einem Regenrohr abwärts. Tiefpunkt eines Lebens oder erst jetzt im Leben angekommen?

Dieser Satz war auch nett: „Middelhoff hatte vorher eine Vermögensauskunft abgegeben“. In der Umgangssprache nennt man dies einen „Offenbarungseid leisten“. Meinung BBB: Seinen fachlichen Offenbarungseid hatte er schon früher bei fast jeder Amtshandlung und jedem Vortrag geleistet.

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Ganz oben Ganz unten

Das war die Buchvorstellung der Woche. Ex-Bundespräsident Christian Wulff präsentierte seine Abrechnung „Ganz oben Ganz unten“. Im Mittelpunkt der Berichterstattung darüber stand seine (offensichtlich „nichts dazu gelernt“) Feststellung: Ich wäre heute noch der Richtige im Amt.

Dieser Satz hat einige Manager dazu verleitet nun mit „ihren“ Büchern auf den Markt zu kommen.

Hartmut Mehdorn: „Tausendmal probiert, nie hat was funktioniert“. Mehdorn beschreibt seine Berufsstationen Heidelberger Druckmaschinen, Deutsche Bahn AG und Air Berlin. Dabei kommt er zur Feststellung: „Ich wäre überall noch der Richtige im Job“. Anmerkung der BBBs: Mehdorn ist wirklich genial. Auf die Frage, bis wann er nun einen Eröffnungstermin nennen würde, verkündete er die „Ankündigung einer Ankündigung“. Konkret, er kündigte an, dass er Ende des Jahres ankündigen wird, wann eröffnet wird. Und diese „Ankündigung einer Ankündigung“ schaffte es in alle Gazetten. Damit weiß Wowereit auch schon, was er von Mehdorn zu Weihnachten geschenkt bekommt: Eine Ankündigung.

Das hat den früheren Flughafenchef Rainer Schwarz nicht ruhen lassen. Er stellte sein Buch „Fast fertig Nie fertig“ vor. Dabei kommt er (nicht) überraschend zum Schluss, dass er immer noch „der Richtige im Job sei“. Immerhin habe er es bereits schon einmal zu einer Ankündigung geschafft. Und so lange nichts auf die Reihe gebracht wie die aktuell Verantwortlichen, das hätte er allemal hinbekommen.

Dass Chefwechsel auch meistens Strategiewechsel sind, zeigt Lufthansa in ihrem neuen Jahresbuch „Ganz Dividende Ganz Gewinnwarnung“. Die BBBs haben keine Ahnung wie man die beiden Begriffe verwechseln kann, aber jetzt ist insbesondere aus Aktionärssicht die Frage offen: wer war/ist der Richtige im Amt?

Sollte Thomas Middelhoff jemals seine Memoiren schreiben, könnte der Titel lauten: „Vom Hubschrauber zum Kuckuck“. Beide können theoretisch fliegen. Während Middelhoff mit dem Hubschrauber morgens auf dem Weg zum Büro die Autobahnstaus überflog (wie genial), ist „sein“ Kuckuck leider nicht flugfähig. Seit einige Gerichtsvollzieher erkannt haben, dass Middelhoff zur Zeit regelmäßig im Gericht in Essen anwesend sein muss, stehen sie dort Schlange um zu pfänden. Just for Info: Die letzte Taschenpfändung bei Middelhoff ergab nur 70 Euro. Da es in Deutschland zur Zeit ca. 5.000 Gerichtsvollzieher gibt, könnten ihm noch viele nicht flugfähige Kuckucke trotzdem „entgegen flattern“.

Auch ein anderer ehemaliger Stammkunde bei den BBBs, Peter Ramsauer, bereitet gerade sein Buch „Anglizismen ja, Anglizismen nein“ vor. Während Ramsauer früher ein erbitterter Gegner von Anglizismen war (in seinem Ministerium wurde aus Laptop Klapprechner und aus Flipchart Tafelschreibblöcke), überraschte er jetzt in einem Interview, in dem er meinte, Deutschland würde bei bestimmten Exportgütern weltweit abgehängt, mit dem Begriff „Defence-Systeme“. Auf die Nachfrage einer Journalistin warum er hierbei nicht von Rüstungsgütern spreche antwortete er: „Ich benutze ungern Anglizismen, aber in diesem Fall ist mir das Wort Rüstungsgüter zu aggressiv“.
Absolut richtig, das ist doch ein ganz anderes Lebensgefühl ob ein Demonstrant in Saudi-Arabien beispielsweise, einem Defence-System oder einem Panzer gegenübersteht.

Zum Abschluss noch eine durchaus freundliche Bucherscheinung: Jürgen Büchy präsentiert seine Memoiren mit „Ganz Präsident (in Berlin) Ganz Weinbauer (in Kroatien)“. Dabei kommt er zu einer (überraschenden?) Feststellung: „Soviel Wein kann ich in Kroatien garnicht anbauen, wie man als DRV-Präsident in Berlin trinken möchte (müsste)“.

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Heute wird mal wieder tief gebissen ….

Seit 13 Jahren und fast 700 Ausgaben sind die Bissigen Bemerkungen auf dem Markt. In dieser Zeit haben sich die BBBs einige „Lieblinge“ besonders vorgenommen. Kennzeichen dieser Typen: — Selbstverliebt — Große Klappe, aber wenn diese geöffnet wird, kommt nur heiße Luft (Sprechblasen) heraus — Selbst nichts arbeiten und für alles was schiefgeht immer nur andere verantwortlich machen .
Die echten BBB-Fans kennen die entsprechenden Namen.

Einer dieser Lieblinge war Thomas Middelhoff, damals Oberaufseher und auch Oberboss bei Karstadt/Quelle, später Arcandor genannt. Bereits während seiner aktiven Karstadt/Quelle/Arcandor-Zeit, während andere noch seinen nichtssagenden Ausführungen bewundernd lauschten, haben die BBBs offen Anti-Stellung bezogen.
BBB-Kommentar zu seinem Vortrag beim fvw-Kongress: „Wenn bei einem Vordenker der Lack abblättert. Die Inhalte seiner Vorträge tendieren hinsichtlich des Neuigkeitswertes gegen Null“
In der BBB-Weihnachtssatire: „Und wenn Sie noch jemand suchen, der Ihnen vortrefflich Märchen zu Weihnachten erzählen soll, dann denken Sie an Thomas Middelhoff. Nachdem er in den letzten Jahren einen größeren Kreis bei BTW, FVW und DRV mit seinen Visionen beglücken durfte, kann man ihn jetzt auch für den privaten Kreis buchen. Seine Märchen b leiben zwar Märchen, auch wenn es nicht jeder gleich merkt, aber an Weihnachten erfreut das so richtig unser Herz“.

Jetzt steht Middelhoff in Essen vor Gericht, angeklagt wegen Untreue in Millionenhöhe. In diesem Prozess geht es primär um abgerechnete Flüge zu Lasten des Unternehmens, die nach Meinung der Staatsanwaltschaft privaten Charakter hatten. Der Herr flog grundsätzlich mit dem Privatjet (oder Hubschrauber) egal wohin und warum. U.a. geht es um eine Einladung von ihm an die anderen Vorstandsmitglieder plus Ehefrauen in sein Haus nach St. Tropez. Alles bezahlt auf Firmenkasse. Einige Tagesordnungspunkte wie „Lunch im Beach-Club“ und „Faulenzen auf dem Boot“, belegen dagegen nach Meinung der Staatsanwaltschaft den privaten Charakter.

Hierzu nun die Verteidigungsrede von Middelhoff: Er wollte durch dieses Treffen die anderen Vorstandsmitglieder besser kennenlernen. Es wäre auch über wichtige Unternehmensfragen gesprochen worden. So sei bei dieser Gelegenheit entschieden worden, das Sanierungsprogramm nach zu schärfen und weitere 4.000 Stellen abzubauen.

Nach St. Tropez mit dem gesamten Vorstand auf Firmenkosten fliegen, sich einen „schönen Lenz“ machen und dabei locker 4.000 Arbeitsplätze zu streichen. Unglaublich, über Charakter müssen wir hier nicht diskutieren. Die BBBs sind stolz darauf zu keinem Zeitpunkt zu seinem „Jubler-Kreis“ gehört zu haben.

Kleiner netter Gag am Rande. Es gibt inzwischen einige Leute die Millionenforderungen an Middelhoff haben. Die Zustellung entsprechender Titel sind bisher mangels Zustell-Gelegenheit gescheitert. Da bei dem Essener-Prozess seine persönliche Anwesenheit erforderlich ist, haben jetzt zwei Gerichtsvollzieher diese Gelegenheit genutzt, ihm in der Pause die entsprechenden Titel in Millionenhöhe zuzustellen.

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Wahlprüfsteine der Tourismuswirtschaft

Mithilfe sog. Wahlprüfsteine hat der Bundesverband der Tourismuswirtschaft (BTW) die Parteien gefragt, wie sie zu den Themen und Anliegen der Tourismuswirtschaft stehen. Es wurden 27 Hauptanliegen definiert wie beispielsweise:
Sind Sie der Meinung, dass die Luftverkehrssteuer ein Ende finden muss?
Werden Sie sich gegenüber den Kommunen für ein endgültiges Aus der Bettensteuer stark machen?
Werden Sie sich für die Weiterentwicklung der Schieneninfrastruktur stark machen?
Werden Sie sich für eine Ausdehnung des Sommerferienkorridors stark machen?
usw. usw.

Einige Punkte waren unterteilt, dass sich damit 41 Fragen an die Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, Die Grünen, Die Linke und die Piraten ergaben. Die jeweilige Partei konnte entweder mit JA (Zustimmung) oder NEIN (Ablehnung) antworten. Je mehr JA-Antworten eine Partei abgab, desto höher ist also die Zustimmung zu den Forderungen der Tourismuswirtschaft. Komischerweise wurde das Ergebnis dieser Befragung nicht intensiv der touristischen Öffentlichkeit vermittelt. Ob das am Ergebnis lag?
Hier die Reihenfolge der Parteien mit den meisten JA-Stimmen, also höchste Übereinstimmung mit den Wahlprüfsteinen der Tourismuswirtschaft.
1. Piraten 28 JA
2. Die Grünen 25 JA
3. FDP 24 JA
4. CDU/CSU 23 JA
5. SPD 22 JA
6. Die Linke 17 JA.

Liebe Leserinnen und liebe Leser der BBBs, wenn Sie danach Ihre Wahlentscheidung treffen wollen, müssen die BBBs, als besonders kritischer Hinterfrager, Sie noch auf etwas hinweisen. Leider haben die Parteien nicht immer mit JA oder NEIN geantwortet, sondern oft unklar oder mit Einschränkungen. Bedauerlicherweise einige sogar sehr oft, dass man jetzt nicht unbedingt weiß, sind sie dafür oder dagegen. Wenn man diese Antworten, sagen wir mal als „Wischiwaschi“ oder als „sowohl als auch“ wertet, tun sich dabei zwei Parteien besonders hervor:
CDU/CSU hat 17x so Wischiwaschi geantwortet, die FDP 16x.
Komisch, dass dies die Bissigen Bemerkungen überhaupt nicht wundert.
(Der guten Ordnung halber: Die Linke war 11x unklar, Die Grünen 7x unklar, die SPD 6x unklar, die Piraten 3x unklar.)
So, liebe BBB-Leserinnen und –Leser, jetzt wählt mal schön.
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Manche Leserinnen und Leser der BBBs deuten mitunter sachte an, die BBBs könnten einen leichten Hang zur Besserwisserei haben. Ok, damit muss man dann leben. Aber es gibt nun mal Zeitgenossen, da ist es so offensichtlich, dass sie in erster Linie „Schaumschläger“ sind, dass man sich schon wundern muss, wenn diese „Lichtgestalten“ immer wieder auch von der Tourismusbranche hochgelobt wurden. Einer der „Lieblingsfeinde“ der BBBs war deshalb z.B. Thomas Middelhoff. Er hatte nie etwas Präzises zu sagen und wurde immer wieder eingeladen, dieses Nichts vorzutragen.
Über seine Rolle bei Arcandor (Muttergesellschaft von Karstadt und Thomas Cook) urteilte nun das Landgericht Essen. Es verurteile Middelhoff zu einer Schadenersatzleistung in Höhe von 3,4 Mio. Euro wegen unrechtmäßig gezahlter Boni an ihn, wegen unrechtmäßig gezahlten Sponsoring-Gelder an „seine“ Universität Oxford, wegen unrechtmäßig Arcandor in Rechnung gestellte Charterflüge obwohl privat genutzt, um die wichtigsten Punkte zu nennen (lt. Bericht Reuters).
Irgendwie muss unsereiner dann doch seine Genugtuung zum Ausdruck bringen.

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Regionale Abzocke: Bettensteuer. Aber die Hoffnung ruht auf Bayern.

Die Abzocker lauern quer durch die Republik. Ausnahmsweise sind nicht die Benzin-Multis gemeint, sondern die Abzock-Kommunen. Über 20 Städte, mitunter dreist unter dem Siegel „den Tourismus fördern zu wollen“, greifen dem Hotelgast dabei in die Tasche und erheben sie: die Bettensteuer. Manche nennen sie auch Kulturförderabgabe. Sehr witzig, wenn Abzocke zur Kultur erklärt wird.

Egal wie man über die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotels denken mochte, war zumindest der offizielle Grund für die Senkung, nämlich „Anpassung an die europäische Wettbewerbssituation“, gerechtfertigt. Aber was machten nun einige Kommunen daraus? Getreu einem alten kommunalen Grundsatz „Der Bund gibt, die Kommune nimmt“, wird die Bundesentscheidung zum eigenen (kurzsichtigen) Nutzen konterkariert.
Wenn man sich mal die bundesrepublikanische Matratzenmaut-Landkarte anschaut, dann sieht man, dass sich ein Bundesland hierbei besonders hervortut: Thüringen.
Es ist nicht gerade das größte Bundesland, hat aber die meisten Bettensteuer-Kommunen.
Vielleicht ergänzt der Kabarettist Rainald Grebe seinen Thüringen Song, nach den Zeilen:
„… David Bowie ist auch schon einmal drübergeflogen..“
jetzt neu: „denn die Bettensteuer fand er ungezogen“.

Die Bissigen Bemerkungen hatten die Bettensteuer schon einmal thematisiert in den BBBs vom 15.11.2010 („Wer stoppt endlich diesen Schwachsinn?„) und dabei die Regierung in Oberbayern gelobt, die ähnlichen räuberischen Bestrebungen der Stadt München eine deftige Watschn verpasste. Jetzt wurde dieses Urteil durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt. Bleibt noch der 11. Juli, da will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Bettensteuer von Bingen und Trier (who? Bingen und Trier?) entscheiden.

Vielleicht ist der Zauber dann zu Ende.

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Sorry, aber diese Bemerkung können wir uns nicht verkneifen. Vor wenigen Tagen, am 30. März, kam es in Pirna (sächsische Schweiz, wer es nicht wissen sollte) zum Gipfeltreffen der „BBB-Freunde“ Ramsauer und Brähmig (wegen irgendeiner Südumfahrung). Da wären die Bissigen Bemerkungen gerne dabei gewesen (vielleicht hätten wir auch noch unseren dritten Liebling Middelhoff mitgebracht).

Nächsten Sonntag ist Ostern. Keine Ahnung wie lange es dauert, bis alle versteckten Ostereier gefunden sind. Deshalb müssen die BBBs an Ostern leider ausfallen.

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Realsatire besser als jede Büttenrede

Dieses Jahr wurde den Büttenrednern ganz schön die Show gestohlen, denn das „wahre Leben“ zeigte sich zuletzt von einer teilweise solch grotesken Seite, dass sich das kein Redner ausdenken konnte. Auch die Bissigen Bemerkungen stoßen an ihre Grenzen, wenn die „Wirklichkeit“ sich so verrückt darstellt, dass man verdammt viel Fantasie braucht um das karikaturistisch noch zu übertreffen.
Insbesondere in den letzten Tagen stolperte man über so viele Verrücktheiten, dass das Faschingsprogramm im TV im Vergleich dazu ausgesprochen langweilig war.

Im Folgenden wollen wir nur auf die „größten Kracher“ zurückkommen, z.B. wie „unanständig arm“ Herr Middelhoff ist, wie die CSU „Vorzeige“-Abgeordnete Wöhrl in Burma mit einem 100 Dollar-Schein bei Einkaufen „herumwedelte“, wie TUI ihren Aktionären statt einer Dividende nur alte Kekse schenkte, wie ein Bundespräsident Pech mit seinem letzten „Verteidiger“ Peter Hintze hatte und wie Angela Merkel genauso überraschend zum Gauck-Fan wurde wie Otto Rehagel zum Trainer von Hertha BSC Berlin.

1. Die BBBs haben schon oft zum Ausdruck gebracht was sie von dem Ex-Arcandor Manager Middelhoff halten, nämlich rein gar nichts. Man musste sich in der Vergangenheit nur ärgern wenn seinem permanentem „Ausstoß von heißer Luft“ auf verschiedenen Branchentagungen eine unberechtigt große Plattform geboten wurde (siehe u.a. BBBs vom 28.9.2008 „Wenn von einem Vordenker der Lack abblättert). Wie sehr er als Aufseher von Thomas Cook mit seinen Spesen „hauste“, wird inzwischen auch vom Arcandor-Insolvenzverwalter mit einer Rückforderung thematisiert. Jetzt klagte Middelhoff vor Gericht um die Freigabe seiner Festgeldanlage in Höhe von 23 Mio. Euro (!!!), welche das Bankhaus Sal. Oppenheim aus gutem Grund verweigert. Er versuchte glaubhaft zu machen, dass er ohne das Geld evtl. in eine „existenzielle Notlage“ geraten könnte und verwies darauf, dass er und seine Familie mehr als 70.000 Euro zum Leben bräuchten und diese Ausgaben „nicht in zumutbarer Weise reduzierbar“ seien. Damit es kein Missverständnis gibt, 70.000 Euro pro Monat wohlgemerkt. Das muss doch ein Schlag mitten in das Gesicht jedes redlichen Thomas Cook– oder Karstadt-Mitarbeiters sein. Zum Glück wurde der Antrag abgelehnt, das Gericht war der Meinung „er möge sich gefälligst an der Wirklichkeit orientieren“.

2. Zugegeben auf einer vollkommen anderen finanziellen Ebene, aber ebenso weltfremd, spielte sich der Fauxpas von Dagmar Wöhrl (CSU-Vorsitzende des Bundestags-Entwicklungsausschusses) ab. Während einer „Dienstreise“ mit Minister Niebel in das unsäglich arme Burma erfreute sie sich bei der Besichtigung eines Dorfes nicht nur „an der dörflichen Idylle“, sondern wollte auch einer armen Frau am Straßenrand eine bestickte Tasche für 2 Dollar abkaufen und mit einem 100 Dollarschein bezahlen. Unschuldig fragte sie danach ob man „wechseln könne“. Konnte man natürlich nicht. Ihr Ehemann, der Multiunternehmer Hans Rudolf Wöhrl, hatte schon mal für einen Euro gleich eine ganze Fluggesellschaft (dba) gekauft und musste sich damals von seinem Anwalt bei der Vertragsunterzeichnung exakt diesen einen Euro leihen. Kleingeld gibt es wohl nicht im Hause Wöhrl.
Im Moment ist Hans Rudolf Wöhrl wieder auf Einkaufstour und demnächst bestimmt dann auch wieder auf Verkaufstour, wenngleich sein früherer Stammabnehmer Air Berlin wohl nicht mehr zur Verfügung stehen dürfte. Die Wirtschaftswoche war letzte Woche in einem Bericht über Wöhrl so freundlich die Bissigen Bemerkungen zu zitieren, die Wöhrl vor einiger Zeit den Titel „GröFaz – größter Fluggesellschaften Verkäufer aller Zeiten“ verliehen hatten.

3. Von vergleichsweise unglaublicher Sparsamkeit präsentierte sich letzte Woche die TUI auf ihrer Hauptversammlung. Zwar gab es wiederum keine Dividende, dafür wurden die Aktionäre großzügig mit Keksen beschenkt. Dummerweise war darauf zu lesen „Merry Christmas TUIfly“. Das fanden die Aktionäre wenig spaßig zur Entsorgung alter Kekse eingesetzt zu werden.

4. Es ist nur schwerlich möglich an der „Affäre“ Wulff vorbeizugehen. In den BBBs vom 16.1.2012 (Reisen zum Weltuntergang) hieß es hinsichtlich des Weltuntergangs zwar schon „Halten Sie Abstand von Christian Wulff und Philipp Rösler. Bei denen wird der Weltuntergang garantiert noch früher stattfinden“, was zumindest bei Wulff schon in Erfüllung gegangen ist. Ausgerechnet sein letzter verbliebener öffentlicher Verteidiger, Peter Hintze, lieferte mit einem „hilfreich“ gedachten Hinweis auf eine Aktennotiz von Wulff, die „entscheidende Hilfe“ für die Staatsanwaltschaft für die Einleitung eines Verfahrens. Verrückter geht es kaum noch.

5. Und dass Angela Merkel mal wieder einen ihrer berühmten unerwarteten Haken, mit dem „Vorschlag Gauck“ schlagen würde, hätte nicht nur vor einem Monat niemand zu prognostizieren gewagt, offensichtlich wusste sie es selbst am Sonntagnachmittag noch nicht. Am Sonntagmorgen glaubte ich noch, dass die Verpflichtung von Otto Rehagel durch Hertha in Berlin die größte Abwegigkeit sei, aber da habe ich wohl Frau Merkel unterschätzt. Na ja, Wulff war schon so etwas wie ein politisches Fukushima. Warum den gleichen Trick nicht zweimal machen?
Bei dieser Haken-Technik könnte mancher Feldhase noch etwas dazulernen.

Es gab noch einiges Zitierenswertes aus dieser absurden Woche. Mehr dann in der nächsten Ausgabe der BBBs.

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Ben Akiba: Alles schon mal dagewesen

Ob der Rabbi Akiba tatsächlich vor 2000 Jahren „alles schon mal dagewesen“ gesagt hat oder ob der Dramatiker Karl Gutzkow diesen Spruch nur „seinem Ben Akiba“ in den Mund gelegt hat, weiß niemand so genau. Aber wir alle stolpern manchmal über Ereignisse, bei denen uns spontan in den Sinn kommt „das war doch schon mal dagewesen“. Dabei muss das nicht 100% exakt gleich sein, sondern nur in etwa so erinnerbar.
Ein solches Déjà-vu hatten sicherlich viele Leserinnen und Leser der Wirtschaftswoche als sie direkt zwei Seiten hintereinander auf „alte Bekannte“ trafen.

Déjà-vu 1: Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl verkaufte seine erst im Juni erworbene Fluggesellschaft Flynext an die Unternehmerin Ingrid Bischoff, Mehrheitsgesellschafterin der Fluggesellschaft Germania und Witwe des legendären Germania-Gründers Hinrich Bischoff. Da erinnert man sich doch: Anfang 2005 verkaufte Wöhrl die Mehrheit der erst zwei Jahre zuvor erworbenen Fluggesellschaft dba an Hinrich Bischoff (der diese Anteile allerdings wenige Monate später wieder zurück gab). Erstaunlicher als diese „Wiederholung“ ist jedoch, dass jetzt schon die neunte von ihm gekaufte Fluglinie (sofern die Wirtschaftswoche richtig mitgezählt hat) wieder rasch über den Tisch an andere ging. Insofern hat Wöhrl den ihm von den BBBs in 2007 verliehene Titel GröFaZ, größter Fluggesellschaften-Verkäufer aller Zeiten, nachhaltig bestätigt. Aber noch erstaunlicher ist, dass Wöhrl in einer Mitarbeiterinformation (lt. Wirtschaftswoche) den Verkauf der Fluggesellschaft mit den „gegenwärtigen Verwerfungen in der deutschen Luftfahrt“ begründete und abschließend meinte „Flynext habe keine dauerhaft gute Perspektive“. Nicht diese Analyse als solche ist verwunderlich (sie ist sicherlich absolut zutreffend), sondern die Tatsache, dass trotz dieser „öffentlichen Analyse“ Hans Rudolf Wöhrl einen Käufer für genau diese „Airline ohne gute Perspektive“ gefunden hat.
Da er nach eigenen Worten im Moment über den Kauf einer europäischen Airline, „die sich in einer schwierigen Lage befindet“ verhandelt (ich glaube nicht, dass es jene Airline ist an die jeder jetzt denkt), können wir uns kurz danach sicherlich über Deal Nr. 10 freuen.

Déjà-vu 2: Thomas Middelhoff, auch in der Touristik hochgelobter Superstar vergangener Zeit, hat einen neuen Aufsichtsratsjob. Er wurde zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Marseille Kliniken gewählt. Vorstandchef der Marseille Kliniken ist Stefan Herzberg, der vor wenigen Wochen dieses Amt von dem zuletzt wegen Bestechung verurteilten Ulrich Marseille übernommen hat. Und bei der Kombination Middelhoff und Herzberg fällt einem schnell ein, dass die beiden schon mal in gleicher Aufstellung „gespielt“ hatten. Auch bei Arcandor war Middelhoff Aufsichtsratsvorsitzender und Herzberg wurde von ihm zum Vorstandschef Karstadt berufen. Und es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit: Beide werden gegenwärtig vom Arcandor-Insolvenzverwalter auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt. Zumindest letzteres muss sich ja bei den Marseille-Kliniken nicht unbedingt wiederholen. Aber bei einem Aktienkurs der vor wenigen Tagen auf 1,33 Euro sank, blinzelt manch professioneller Insolvenzverwalter schon mal vorsichtig hinter der Ecke hervor, um zu schauen ob es bald „Arbeit geben könnte“.

Um jegliches Missverständnis zu vermeiden, zwischen den genannten Personen zu 1 und 2 soll von den BBBs nicht der geringste Vergleich gezogen werden. Nur die Déjà-vus in sich sind bemerkenswert.

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Ein prominentes Gesicht für den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Jetzt hat der BDL seinen neuen hauptamtlichen Präsidenten gefunden: Klaus-Peter Siegloch, einen der großen TV-Journalisten, bekannt vom „Heute-Journal“ und von „Was nun, ..“. Zur Begrüßung gab es gleich ein bisschen Gegenwind vom Branchenfachblatt fvw. Dirk Rogl meinte in seinem Blog: Ein klarer Sieg der medialen Präsenz über die fachliche Kompetenz.

Na klar, kann man darauf nur antworten. Dass die Luftverkehrsbranche über hervorragende fachliche Kompetenz verfügt, ist wohl unbestritten. Aber hat es ihr etwas genützt? Leider nein. Zu der von der Politik zu verantwortenden Aschewolke-Krise kam dann noch die Luftverkehrsabgabe. Eine dreiste Belastung einer schon gebeutelten Branche mit ohnehin knapper Marge (viele spotten ja schon von fliegenden Non-Profit-Organisationen).
Also, was braucht die Branche? Sie braucht einen Lobbyisten, der an den richtigen Stellen, mit der richtigen Sprache, die wichtigsten Themen anspricht. Und, er muss das nicht nur mit Überzeugung, sondern mit sehr viel Power machen. So einen Macher zu finden ist nicht so einfach.

Die BBBs hatten ja schon befürchtet, die fvw würde ihren Liebling aus vergangenen Tagen, Thomas Middelhoff, vorschlagen. Als „Windmacher“ wäre er schon eine große Nummer, nur mit der Nachhaltigkeit sieht es nicht so gut aus.
Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg hätte auch für große Auftritte gesorgt. Seine Reden hätte er sich ganz offiziell schreiben lassen können. Und auch Flugerfahrung ist reichlich vorhanden.
Matthias Wissmann, ehemals gelobter Bundesminister, heute Präsident des Automobilverbandes VDA, wird stets als Vorbild genannt. Dem ist nicht zu widersprechen. Er galt schon in der Politik als hoch qualifiziert.
Wie sieht es da aktuell im Bundesparlament mit sich anbietenden Kandidaten aus? Leider schlecht.
Dirk Fischer (CDU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses: „Die Ticketabgabe bringt für die hiesigen Flughäfen und unsere deutschen Airlines Nachteile im Wettbewerb. Anders kann man das nicht sehen.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP: „Niemand von uns hat sich die Ticketabgabe gewünscht. Ein nationaler Alleingang verzerrt immer den Wettbewerb, das ist unstrittig.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Soviel Unsinn wird Siegloch nicht reden können.

Und was die fachliche Kompetenz betrifft, so muss man sehen, dass einer der Gegenspieler von Siegloch, Peter Ramsauer heißt. Ganz kurzfristig war dessen Name als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Das hätten die Bissigen Bemerkungen gut gefunden. Damit wäre der Afghanistan-Krieg schnell zu Ende gewesen, denn die Taliban hätten sich totgelacht. Auch so kann man einen Krieg gewinnen. Aber was sagten die berühmten „Insider“ zu Ramsauer? Es liege ihm nicht so, sich zu sehr in Details einzuarbeiten. Deshalb hält er sich auch das wichtigste Branchenthema „Single European Sky“ vom Halse. Also, da kann Síegloch aus dem Stand mithalten.

Lieber Klaus-Peter Siegloch, lesen Sie bitte nicht nur das von Dirk Rogl empfohlene fvw-Abo, dort gibt es „nur“ Informationen. Schauen Sie lieber öfters bei den BBBs rein, da finden Sie die richtige verbale Power für Ihren künftigen Job. Viel Erfolg!
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In eigener Sache.
Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zum 10jährigen Jubiläum der Bissigen Bemerkungen. Das war toll und hat gut getan. Natürlich muss man dann auch manches Geschenk ertragen, wie dieses Buch: „Je mehr Zähne mir ausfallen, umso bissiger werde ich…!“

Im Reiseradio (www.reiseradio.org) kommen diesmal Jugendverbände mit einem brisanten Thema zu Jugendreisen zu Wort. Prof. Feige spricht über noch immer dringend notwendige Investionen in der Hotelbranche und der oberste Sparkassenchef ermuntert zum Kreditaufnehmen. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Terminnöte vor und auf der ITB, um ein zweijähriges Kind, das alleine Bahn fahren muss und auch sonst noch um allerlei Aufreger.

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