Nackt hilft?

Werden die wirtschaftlichen Zeiten härter, muss man zu außergewöhnlichen Mitteln greifen. Das dachte sich auch die Fluggesellschaft Air New Zealand und präsentiert ihre Flugbegleiter nackt. Halt, halt, nicht gleich zum Buchen eilen. Vorerst gibt es das ganze nur im Film.

Wobei nicht nur der Film, sondern auch die damit verbundene Marketing-Botschaft ein Volltreffer ist. „Nothing to hide“ – „nichts zu verbergen“, soll signalisieren, dass es bei Air New Zealand keine versteckten Gebühren gibt. Um zu zeigen, dass sie wirklich nichts zu verbergen haben, legten Rob Fye, CEO von Air New Zealand, und neun Mitarbeiter ihre Kleider ab. Allerdings sollte man die Bezeichnung „Nackt“ etwas präzisieren. Sie sind zwar nackt, aber in Body-paint-Uniformen (wer es genau wissen will, kann sich über YouTube informieren).
Da können sich einige Billig-Airlines, die gerade wieder Abmahnungen wegen allerlei Gebühren-Tricks kassiert haben, ein Beispiel nehmen (gerne in jeder Hinsicht).

Und da die ganze Geschichte ein Riesen-Marketingerfolg war, nutze die Airline den Rückenwind und drehte gleich noch ein ähnliches Video. Hier tauscht das Bordpersonal wiederum ihre Kleider gegen Body-Paint-Uniformen, um auf die sicherheitsrelevanten Verhaltensweisen aufmerksam zu machen. Dieses Video gibt es glücklicherweise nicht nur bei YouTube, sondern auch an Bord der Airline zu sehen.

Es ist durchaus denkbar, dass man zum Thema Nacktsein künftig eine, sagen wir mal modifizierte Einstellung brauchen könnte. Krise und Nacktsein haben ja beide mit „wenig haben“ zu tun. Im englischen Newcastle war in einer Marketingagentur die Stimmung wegen Wirtschaftskrise allgemein und dadurch erfolgten ersten Entlassungen im Besonderen ziemlich mies. Da hatte der von der Firma engagierte Arbeitspsychologe die Idee einen „Nackten Freitag“ einzuführen, bei dem die Belegschaft freiwillig mehr oder weniger hüllenlos arbeitet, um so Moral (?) und Teamgeist (!) zu stärken. Im Prinzip eine Steigerung des in einigen Firmen bereits praktizierten „Casual Friday“.
Dem folgte in der Tat fast die gesamte Belegschaft und damit „seien Barrieren beseitig“ worden. Leider wurde nicht mitgeteilt, ob sich auch die Wirtschaftskrise von diesem Experiment beeindrucken ließ.

Kleine Empfehlung für arbeitende Leser/-innen der BBB. Bevor Sie dieses Experiment zur Nachahmung vorschlagen, versuchen Sie doch zuerst durch „dezentes“ Umsehen mal abzuklären, wie erfolgreich eine solche Aktion im eigenen Büro sein könnte. Inwieweit bestimmte Personen motivierend oder genau entgegengesetzt auf Sie wirken könnten. Sicherheitshalber sollten Sie aber auch darüber nachdenken, wem Sie Ihre Erkenntnisse mitteilen möchten.

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Nachtrag zu letzter Woche:
Die Geschichte „United Breaks Guitar“ ist von vielen BBB-Freunden direkt an die jeweilige Firmen-Beschwerdeabteilung zwecks Lernerfolg weitergeleitet worden. Das war auch so beabsichtigt. Bleibt nachzutragen, dass die Band „sons of maxwell“ in bayrischen Reisebüros ziemlich bekannt sein müsste. In den Jahren 1999, 2002 und 2005 hatte TUI diese damals noch weniger bekannte Band im Rahmen von Katalogpräsentationen engagiert. Inwiefern sich daraus besondere Auswirkungen auf das Beschwerdemanagement der TUI ergeben haben, ist im Moment leider nicht überliefert.

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Luftfahrt ist schon eine andere Welt

Und das hat sich in den letzten Tagen zum Thema Luftfahrt angesammelt:

1. Fluggast repariert Flugzeug
Auf Menorca musste die englische Fluggesellschaft Thomas Cook ihre Fluggäste wegen Technikprobleme auf eine mindestens achtstündige Verspätung einstimmen. Solange würde es dauern, bis ein Mechaniker von Großbritannien eingeflogen sei. Da meldete sich ein Passagier, im Hauptberuf Mechaniker bei der Fluggesellschaft Thomsonfly, und löste das Problem. Das Pikante daran: Thomsonfly ist die Fluggesellschaft des Thomas Cook-Konkurrenten TUI.
In Deutschland hätte garantiert das Kartellamt diese Hilfe verboten.

2. So beschweren sich Könner
Aus dem Fenster ihres United-Airlines-Flugzeuges mussten Mitglieder der kanadischen Band „Sons of Maxwell“ ohnmächtig mit ansehen, wie Gepäckmitarbeiter so rabiat mit den Instrumenten der Band umgingen, dass eine der teuren Gitarren nicht mehr zu gebrauchen war. Briefe, Anrufe auf der Hotline und Emails an die Fluggesellschaft blieben ohne Resonanz. Da produzierte die Band den Song „United Breaks Guitars“ und stellte ihn bei YouTube ein (klasse Video, unbedingt ansehen und an ihre Beschwerdeabteilung zur Warnung weitersenden). Allein am Montag vor einer Woche, wurde das Video mehr als 100.000mal angeklickt. Jetzt reagierte die Fluggesellschaft sofort und bot Wiedergutmachung an.
Wenn das Schule macht, dann gute Nacht Unternehmen. Spätestens dann müsst ihr euer Beschwerdemanagement auf Zack bringen.

3. Diesmal ist O`Leary nur zweiter Sieger
Die chinesische Fluglinie „Spring Airlines“ aus Shanghai will ihre Flugzeuge demnächst mit Stehplätzen ausrüsten. Die Fluggäste sollen auf Barhocker-ähnlichen Stühlen angeschnallt werden. Nur wenige Tage später meldete sich Ryanair-Boss O`Leary, er sei deswegen im Gespräch mit Boeing. Anregung der BBBs: Denkt mal über Transport in Containern nach. Tausende davon stehen zur Zeit in den Seehäfen dieser Welt umher und wären bestimmt sehr preiswert zu erwerben. Das Einchecken wäre dann auch viel effizienter: Die Passagiere legen sich einfach hinter ihrem Koffer auf das Gepäckband.

4. Schweinegrippe
Die drittgrößte mexikanische Fluggesellschaft Aviacsa wurde gegroundet. Können Fluggesellschaften auch Schweinegrippe bekommen?

5. Eine Airline nur für Tiere
Einleitender Text einer Meldung in der WAZ: „Bei „Pet Airways“ müssen alle Zweibeiner draußen bleiben. Ausnahmen gelten nur für Pilot und Tierbetreuer“.
Klar, bei den Piloten gibt es genug „verrückte Hunde“. Hört man zumindest.

6. Perfektes Marketing
Keine Ahnung ob diese Meldung stimmt. Wenn ja, wäre es Marketing vom Feinsten.
Angebliche Durchsage eines Lufthansa-Piloten auf dem Weg von München nach Berlin: „Liebe Fluggäste, wie Sie sehen ist unser Flug nach Berlin heute Abend nicht besonders voll. Wir bitten Sie, einen Fensterplatz einzunehmen, damit die Konkurrenz denkt, wir wären ausgebucht“.

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Analysten und andere Falschspieler

Die Bissigen Bemerkungen leisten sich den Luxus Sympathie und Antipathie ohne Zurückhaltung zu zeigen. Vor allem letzteres. Das kann nicht nur den einen oder anderen Manager betreffen (siehe BBB vom 7.6.2009), das können auch Unternehmen sein, die immer an der Grenze des Erlaubten arbeiten (allerdings zu oft auf der anderen Seite) wie Ryanair (siehe u. a. BBB vom 26.4.09, 2.3.09, 18.1.09). Künftig wollen sich die BBBs hin und wieder auch einzelnen Berufsgruppen (Pauschalierungsgefahr gerne in Kauf nehmend) zuwenden. Begonnen werden soll heute mit dem Buchstaben A wie Analyst.

Analysten werden immer mehr zu Totengräber der Wirtschaft. Wobei dies eigentlich eine Beleidigung für den ehrenwerten Stand der Totengräber ist, denn diese bringen ihre Kunden ja vorher nicht persönlich um. Besser ist eigentlich der Vergleich mit Spielerberatern unserer Bundesligafußballer. Hier geht es auch darum, irgendjemand jemanden anzudrehen, primär zum wirtschaftlichen Vorteil des Spielerberaters. Wobei hier wiederum die Vereine klagen, dass die Spielerberater immer mehr zu Totengräber des Fußballs würden. Irgendwie scheint sich der Kreis zu schließen.

Beide, Analysten und Spielerberater, hassen eines ganz besonders, das ist „Status quo“. Davon können beide nicht leben. Kaufen und Verkaufen, das ist ihr Leben, ohne Verkauf gibt es keinen Kauf bzw. umgekehrt. Also muss das Geschäft angekurbelt werden und Objektivität ist hierbei hinderlich. Bei beiden Berufsgruppen. Oder glaubt der geneigte Leser, dass ein Fußball-Spielerberater sich in besonderer Weise dem idealen Verhältnis Spieler/Verein verpflichtet fühlt? Wenn ja, dann bitte nicht weiterlesen, sondern weiterträumen.

Mag sich der unabhängige Leser auch immer ein bisschen besonders freuen, wenn es gegen Bayern München (um im Fußball zu bleiben) oder gegen TUI (in der Touristik) geht, so soll im Folgenden doch der neueste „Geniestreich“ der Analysten der Deutschen Bank gebrandmarkt werden. Mit einer Zielvorgabe von 1,90 Euro für die TUI wurde ja nicht nur TUI geschädigt. Durch den folgenden Kurssturz war es auch ein direkter Griff in den Geldbeutel vieler (ohnehin gebeutelter) TUI-Aktionäre.
Naive Landsleute würden vermuten, bevor eine so gravierende Bewertung die Bank verlässt, rechnet einer nochmals nach. Denkste (oder doch? Das wäre ja noch schlimmer). Jedenfalls musste sich der Deutsche Bank-Analyst direkt danach (als der Schaden bereits eingetreten war) korrigieren. Sein „Rechenfehler“ war ungefähr der Art, wie wenn früher ein Buchhalter Soll und Haben verwechselt hätte. Jetzt könnte die Geschichte hier mit allgemeiner Schadenfreude zu Ende gehen. Aber warum nicht? Weil Analysten eben Analysten sind. Flugs wurden nachträglich die Berechnungsparameter gegenüber der ersten Berechnung geändert (ohne jede glaubhafte Begründung), damit die Korrektur des Fehlers optisch minder schwer ausfiel.
Fazit: Zur Rechenschwäche kommt dann auch noch Charakterschwäche hinzu.

Das erinnert fatal an die Kursfestsetzung von 0,00 Euro für die Air Berlin-Aktie durch die Dresdner Bank im Juli 2008 (siehe u.a. Spiegel online vom 25.7.08). Allein die Festsetzung auf „0“ war eine unglaubliche provokante Frechheit. Und es wurde nie glaubhaft widerlegt, dass exakt dieses Bankhaus eine Menge Geld an dieser „Empfehlung“ verdient hätte.

Erinnern Sie sich noch an den Scherz zu Beginn der Bankenkrise, „man möge
doch nächste Weihnachten einen armen Investment-Banker zum Weihnachtsessen“ einladen. Hiermit verwirkt! Die würden mir noch im Ofen meinen Weihnachtstruthahn zu einem gewöhnlichen Hasenbraten abwerten.

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Eindrücke von der TUI-Hauptversammlung

„Eindrücke von der TUI-Hauptversammlung“
NDR-TV, Nachrichten, 13.5.2009

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Ist am Mittwoch wieder Murmeltiertag bei der TUI-Hauptversammlung?

Vor einem Jahr, bei der letzten TUI-Hauptversammlung, war ganz großes Kino. Und Überlänge gab es noch kostenlos dazu. Also liebe Kleinaktionäre, falls Sie letztes Jahr dieses Ereignis verpasst hatten, schreiben Sie es sich für diesen Mittwoch dick in den Kalender und vor allem nehmen Sie sich zu diesem Datum auch für den späten Abend nichts mehr vor. Es könnte länger dauern.
Frederiksen wird wahrscheinlich nicht selbst auftreten, sondern seinen Vorzeige-Wikinger Olav Troim schicken. Und der wird wieder schrecklich „donnern“. Verständlich, dass da viele Kleinaktionäre kräftig applaudieren, vor allem wenn sie gefrustet über den Aktienkurs sind. Aber unabhängig vom kräftigen Händeklatschen sollten Sie die Rede des blonden Hünen als das nehmen was sie ist: Eine skandinavische Märchenstunde. Angelehnt an Hans Christian Andersen könnte man eher an „Den Jungen mit den Schwefelhölzern“ denken. Denn gezündelt wird kräftig.

Sehen wir es realistisch. Die Erfolge dieser Heuschrecken wie Frederiksen, Wysser-Pratte u.a. stammen ausnahmslos aus (sehr) früheren Zeiten. Überall wo sie zuletzt eingestiegen sind, gab es außer Krawall nichts Positives zu berichten. Und ganz aktuell haben diese Leute offensichtlich auch kein besseres Rezept gegen die Auswirkungen der Finanzkrise. Im Gegenteil sie leiden fast überproportional darunter. Und so selbstlos wie Olav Troim letztes Jahr tat (man war fast zu Tränen gerührt), sind er und sein Boss gewiss nicht. Der Kommentar eines Sitznachbars „Die Wikinger vermischten immer Raub und Handel“ (siehe hierzu mehr in der Egilssaga) war mehr als treffend.

Deshalb sollte auch der im letzten Jahr so aktive Aktionärsverein (Vereinigung der Aktien besitzenden Mitarbeiter) in diesem Jahr etwas weniger sentimental die (berechtigten!) Interessen der Belegschaft in den Vordergrund stellen, sondern angesichts des im Saal versammelten „Kapitals“ darauf hinweisen, dass die Interessen von Frederiksen mit der zumindest numerischen Mehrheit der Kapitaleigner im Saal alles andere als deckungsgleich sind.

Unabhängig von alldem wozu sich einiges sagen lässt, ist die angedachte (aber noch nicht gemachte) Entwicklung der TUI zurück zu den touristischen Wurzeln, nicht nur meine persönliche Lieblingsvariante, sondern wahrscheinlich die letzte tragfähige.

Gerne verzichten könnte man, das wird leider nur ein frommer Wunsch bleiben, auf die „Gottesstrafe für Aktionärsbesitz’“ in Person solcher „räuberischer Aktionäre“ (Zitat: Süddeutsche) wie Caterina Steeg, Klaus E.H. Zapf u.a. Wer aber dieses Jahr seine masochistischen Fantasien noch nicht ausgelebt hat, sollte auf jeden Fall bis Ende der Hauptversammlung bleiben. Und wie gesagt, sicherheitshalber sich nichts für den nächsten Vormittag vornehmen, es kann wieder länger dauern.

Wenn es gar zu schlimm wird, denken sie an diese Geschichte. Sagt eine Reisebüroinhaberin „Heute war wieder kein Schwein bei uns im Büro zum Buchen“. Antwort: Na klar, wir haben ja auch Schweinegrippe.
Sie können darüber nicht lachen? Dann bleiben Sie am Mittwoch bis 23.00 Uhr, dann lachen Sie garantiert nur noch über einen solchen Schwachsinn.

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Michael Frenzel räumt seinen Schreibtisch auf

So muss man es machen, wenn Kurzarbeit vor der Tür steht. Noch schnell den Schreibtisch aufräumen. Reederei Hapag-Lloyd schnell weg an jene in Hamburg, die unbedingt wollten. Zu mindestens am Anfang, jetzt weniger.
TUIfly schnell weg (wenn nicht ganz, dann zumindest ein Stückchen) an jemanden der sich gerne neue Probleme in die Firma holt, aber auch neue Gesellschafter (hoffentlich ohne Probleme, siehe weiter unten).

Aber Vorsicht, eventuell ist das Aufräumarbeit mit eingebautem Bumerang-Effekt?

Die Reederei wird wieder, wenn man genügend Zeit hat. Wahrscheinlich ist man damit auch Frederiksen los, der hat im Moment ohnehin größere Sorgen. By the way, gibt es eigentlich Guy Wyser-Pratte noch? (siehe BBB vom 8.10.2007 Wyser-Pratte: Böser Wolf oder braves Rotkäppchen?). Erstaunlicherweise hat so eine Finanzkrise auch etwas Gutes im Gefolge. Prima Heuschreckenvernichtungsmittel.

Und die Fliegerei? Das Germania-Modell überlebt seinen Schöpfer unter dem Dach der Air Berlin um viele Jahre. Germania-Flugzeuge bei dba, bei Air Berlin und bei Tuifly. Und alle fliegen jetzt (u.a.) für Air Berlin. Und wenn du eine Flugbegleiterin siehst musst du nicht unbedingt ihrer Uniform glauben, auf dem Firmenausweis steht eventuell ein anderer Arbeitgeber. Verrückte Fliegerwelt und deshalb so interessant, aber nur für Profis.
Apropos Gesellschafter bei Air Berlin. Erinnern Sie sich noch an die BBBs vom 23.9.2007 („Kuck´ mal wer da ein Cookie werden will“). Jetzt wird wohl aus einem ehemals angedachten „Drittel-Cookie“ ein „Fünftel-Hannoveraner“. Und bei der UBS in der Schweiz gammeln noch die Anteile von Blawatnik so vor sich hin. Irgendwann muss da mal Ordnung rein, da verliert man ja fast den Überblick.

Das Billigflug-Abenteuer ist damit für TUI wohl erledigt. War ohnehin eine Falschmeldung was einige Bosse von HLX in die Welt gesetzt hatten. „Damit käme Traffic auf die Webseite der TUI“. Quantitativ ja, aber das waren keine potenziellen TUI-Kunden. Sozusagen verirrte Verkehrsteilnehmer.
Wenn TUIfly die Versprechen hält, die ihre neue Werbung verspricht, das würde passen. Schon hört man erste Hoffnungen aus den Reihen des Personals. Können wir nicht wieder „Hapag Lloyd-Flug“ heißen, das waren doch unsere schönsten Zeiten. Wie sagt der Volksmund: „Kalten Kaffee und alte Liebe soll man nicht aufwärmen“. Fügen wir hinzu: „und alte Firmennamen noch weniger“.

Aber kaum zu glauben, die Überraschungs-Meldung der Woche war diese. Der designierte Chef des Frankfurter Flughafens soll doch tatsächlich in einem Interview gesagt haben: „bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen soll künftig mehr gelächelt werden“. Er habe die Aktion „Mit Sicherheit ein Lächeln“ gestartet.
Kann man sich denn auf gar nichts mehr verlassen. Arme BBBs, so langsam geht der Stoff aus. Wie hieß es in den BBBs vom 5.12.2005 „Warum müssen die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen so nervig sein?“ und im Text war zu lesen: „Warum müssen die Kontrollen so kundenunfreundlich sein. Kann man mit Unfreundlichkeit Terroristen abschrecken? Bestimmt nicht. Man kann damit nur harmlose Reisende ärgern.“ Ende des Zitats.

Was in letzter Zeit so alles an BBB-Geschreibsel in Erfüllung geht, ist ja nicht zu glauben. Minus-Preis, Gebühr für Flugzeugtoilette, die Namensarien bei Condor und Geschichtchen über TUI-Fluggesellschaften um einiges zu nennen.
Konsequenz: Jetzt sage ich einen riesigen Lottogewinn für mich persönlich voraus. Wenn eine der nächsten BBBs von den Bahamas kommt, dann wissen Sie Bescheid.

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Frohe Weihnachten

Die Bissigen Bemerkungen wünschen ihren Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest.
Laut Einzelhandelsverband läuft das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr sehr gut. Merke (Achtung: nicht Merkel, sondern Merke): Je mehr Sie Geld ausgeben, desto mehr vertreiben Sie die Krisengespenster. Also ist jedes Weihnachtsgeschenk, egal ob Sie „Schenken“ oder „Geschenke erhalten“, ein Beitrag für Deutschlands Zukunft (Letzteres könnte jetzt auch Merkel gewesen sein).

Besonders hilfreich wäre es, wenn Sie Touristik-Aktien verschenken würden. Das wäre gut für das Ansehen der Branche und sind Sie mal ehrlich, so preiswert haben Sie noch nie zu Weihnachten geschenkt. Die BBBs werden es beobachten. Falls der Aktienkurs von Air Berlin, TUI oder der Thomas Cook-Mutter Arcandor in den nächsten Tagen steigen sollte, dann muss das nicht unbedingt Etihat, Mordaschow oder Oppenheimer gewesen sein, dann waren Sie das, meine lieben BBB-Leser, auf der Jagd nach einem Weihnachtsschnäppchen. Und wenn Sie noch jemanden suchen, der Ihnen vortrefflich Märchen zu Weihnachten erzählen soll, dann denken Sie doch an Thomas Middelhoff. Nachdem er in den letzten Jahren einen größeren Kreis bei BTW, FVW und DRV mit seinen Visionen beglückte, kann man ihn jetzt auch für den privaten Kreis buchen. Seine Märchen bleiben zwar Märchen, auch wenn es nicht jeder gleich merkt, aber an Weihnachten erfreut das so richtig unser Herz. Und so ein bisschen Vision für 2009 könnte uns glücklicher stimmen.

In diesem Sinne nochmals ein frohes Fest und viele Geschenke
Ihr
Karl Born

Die nächsten BBBs erscheinen planmäßig am 29.12. Da holen wir Sie wieder aus Ihrer Festtagsstimmung zurück ins wahre Leben.

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Warum sollten ausnahmsweise nicht auch mal „Kunden“ gebissen werden?

Treue Leser der Bissigen Bemerkungen wissen, dass hier Kundenorientierung groß geschrieben und jeder Verstoß dagegen unerbittlich gebissen wird. Aber manchmal, zum Glück selten, überkommt einem die Lust gegen das „hohe Prinzip“ zu verstoßen. Vor allem dann, wenn die Ungerechtigkeit (Dummheit) mancher Kundenäußerung zum Himmel stinkt. Dann darf es auch mal in die andere Richtung gehen.

So ein Fall war zuletzt im Zusammenhang mit der Besetzung des internationalen Flughafens in Bangkok durch Demonstranten zu lesen. Dass der Flughafen dicht war, mit den entsprechenden Konsequenzen, konnte man täglich live im Fernsehen sich zu Gemüte führen. Insider wissen, so etwas ist die hohe Zeit der deutschen Reiseveranstalter und Ferienfluggesellschaften. Während die Linienfluggesellschaften „ihre Rollos“ (vertragskonform) herunterziehen und auf bessere Zeiten warten, unternehmen Reiseveranstalter und Ferienfluggesellschaften außergewöhnliches um ihre Kunden wieder nach Hause zu bringen. Während die weitüberwiegende Zahl der Kunden dies auch dankbar zur Kenntnis nehmen, gibt es aber auch einige, die in solchen Situationen auf „die Sänfte warten“ um durch die Krise getragen zu werden.

Ein so vom „Schicksal geschlagener“ durfte sich auch in einer großen deutschen Tageszeitung ausmähren. Der Paradetyp „Individualtourist auf Billigtrip“ (soweit im Prinzip akzeptabel), aber zumeist noch mit leichtem Herabblick auf die „dummen Pauschaltouristen“ (da kommt dann der Unmut der BBBs hoch) hatte nun mal Pech. Seine preiswerte Gulf Air hatte alle Flüge ab Bangkok abgesagt und ihren Kunden angeboten, sie aber gerne ab Singapur wieder an Bord zu nehmen!! Das fand unser Sportsfreund weniger lustig und da fielen ihm die deutschen Ferienflieger ein. Aber so klagte er „die Hotlines waren schwer erreichbar“ (komisch, dass da auch noch ein paar andere anriefen) und die LTU hätte zuerst ihre eigenen Fluggäste (welche andere Reihenfolge hätte es bitte sein sollen?) ausgeflogen und so musste er noch einen Tag warten. Welch trauriges Schicksal! Aber so hat es nun zumindest die hoffentlich empörte Öffentlichkeit erfahren.

Ein niedersächsischer Radiosender berichtete ebenfalls über die chaotischen Zuständen beim Abflug aus Thailand. Eine nicht „namentlich genannt werden wollende“ Reisebüromitarbeitern wurde hierbei mit dem Satz zitiert: „Am wenigsten haben sich die Fluggesellschaften um ihre Kunden gekümmert“. Wie kann man sich nur so undifferenziert äußern und die Leistung jener, die sich vor Ort unter schwierigsten Verhältnissen, wie man so schön sagt, den …… aufgerissen haben so wenig würdigen. Eine Air Berlin/LTU die vom Militärflughafen Utapao, der von Haus aus nicht für die Abfertigung von Tausenden Touristen vorgesehen ist, unter widrigen örtlichen Umständen als erste Airline ihre Touristen nach Hause flog oder eine TUI die sofort zwei Sonderflugzeuge der TUI-Flugtochter Arkefly nach Phuket schickte und einige andere mehr: nicht um ihre Kunden gekümmert?

Liebe „nicht namentlich genannt sein wollende Reisebüro-Mitarbeiterin“, schade, dass wir nicht wissen von welchem Reisebüro Sie kommen. Wir würden gerne einen Bogen um Ihr Büro machen, falls Sie grundsätzlich so undifferenziert beraten.

Bei dieser Gelegenheit erinnert sich der Autor an einen früheren Krisenfall. Ein super billiger Reiseveranstalter, über dessen Preise sich die ganze Branche wunderte, hatte nicht unerwartet eine schöne Pleite hingelegt. Dummerweise saßen ca. 100 seiner Gäste noch in Florida fest und wussten nicht wie sie nach Hause kommen sollten. Bei einem großen seriösen Veranstalter wurde nun heftig darüber diskutiert, ob man diese Gäste (obwohl nicht dazu verpflichtet) sofort zurück holen sollte, um Image-Schaden von der Branche abzuwenden oder ob man sich etwas Zeit lassen sollte, um bei den Urlaubern einen gewissen Lerneffekt für die Zukunft zu erreichen. Wie hätten Sie, liebe Leser, entschieden? (Vielleicht sollten die BBBs für künftige Fragen ein Telefon-Voting einrichten. Wie man weiß, kann man damit viel Geld verdienen.)

Ob die Urlauber aus der Bangkok-Krise etwas lernen können?

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Die TUI hat Geburtstag

1. Ein Elefant wird 40.
Der Vergleich stammt vom legendären schwäbischen Reisepionier Kurt Hetzel. Für ihn war die TUI der Elefant: „Wo der Elefant hintritt hat man keine Chance mehr“. Der pfiffige Schwabe meinte damit, man muss seine Nische finden und „wenn der Elefant kommt“ muss man weg sein, in einer neuen Nische.
Und so schlecht ist der Vergleich nicht. Die Elefanten sind die größten lebenden Landtiere auf dieser Erde und TUI der größte Reiseveranstalter.
Ob es noch andere Ähnlichkeiten gibt überlassen wir dem Urteil der BBB-Leser:
– Ein Elefantenbulle kommt ab 25 in sein besonders fruchtbares Alter (TUI ab 1993?)
– Ab 40 gibt es bei Elefanten keinen Nachwuchs mehr (ab sofort Ende der TUI-Expansion?)
– Elefanten können Verhaltensstörungen entwickeln, besonders das rhythmische Hin- und Herbewegen (sog. Weben), ein gleichförmiges Bewegungsmuster mit Vor- und Rückschritten (die im späteren Alter nur noch angedeutet werden)
– Elefanten gelten als weise, stark und nachtragend.
– Eine Elefantenherde wird sehr dominant geführt

2. Benchmarks
Benchmarkings sind Testverfahren mit deren Hilfe man seine eigene Leistung vergleichen kann. Eine TUI hat generell den Anspruch dabei immer als Beste abzuschneiden. Also haben die Bissigen Bemerkungen herausgesucht, wer ebenfalls 1968 geboren wurde und bitten auch hier die Leser um Bewertung:
Ist TUI ….
attraktiver als Kylie Minogue?
stärker als Daniel Craig?
schneller als Mika Häkkinen?
provozierender als Stefan Effenberg?
unwissender als Verona Pooth?
gutmütiger als Axel Schulz?
verlassener als Guy Ritchie?
erfolgreicher als Intel (inside)?
langweiliger als die Frankfurter U-Bahn?
zukunftsorientierter als der Club of Rome?

3. Hoffnung
TUI kommt jetzt in das sog. Schwabenalter, demnach man ab 40 Jahren „gscheit“ wird.

Übrigens, das höchste bekannte Alter eines Elefanten betrug 86 Jahre.
Na dann, Happy Birthday TUI.

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Die TUI war immer der Elefant – zum 40. Geburtstag der TUI

„Die TUI war immer der Elefant – zum 40. Geburtstag der TUI“
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 29.11.08

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