Wellness-Innovationen

Wer sich im weltweit bekannten Aquarium von Singapur an den Rand eines speziellen Beckens setzt und seine Füße ins warme Wasser hält, wird bald angesteuert von kleinen aus der Türkei stammenden Fischen, die alte Hautreste abnibbeln. Danach gibt es, außerhalb des Beckens, eine professionelle Fußreflexmassage.

Sage einer, es gäbe keine Innovationen mehr. Zugegeben, man wird nicht gerade überschüttet mit Neuerungen, aber hin und wieder gibt es doch etwas Überraschendes. Und wie immer gilt der Prophet nichts im eigenen Lande. Erst im fernen Singapur können die fleißigen türkischen Fische ihr Können zeigen. Dabei hätte gerade die Türkei dieses Jahr (und noch mehr im letzten Jahr) solch eine buchungsanregende Idee nötig gehabt. Schließlich ist Wellness „in“, kleine süße Tiere sind nicht erst seit Knut „in“ und das ganze dann noch praktisch kombiniert: Fertig ist die neue Tourismusüberraschung.

Natürlich ist die Sache noch ausbaufähig. Ein Namensfindungsprozess könnte gestartet werden. Den fleißigsten „Knabberer“ könnte man aussuchen und für besonders intensive Behandlungen einsetzen.
Aber noch wichtiger wären Zusatzangebote. Ein paar Sägefische beispielsweise, die sich gleichzeitig um die Fußnägel kümmern. Ein paar Kraken (bitte nicht zu groß) könnten eine zusätzliche Wadenmassage verabreichen. Aber Achtung, nicht alle Fische eignen sich für diese Arbeit. Piranhas beispielsweise gelten für diesen Job als nicht besonders empfehlenswert.

Nur Fischgerichte sollten in diesem „Wellness-Hotel“ nicht auf der Speisekarte stehen. Wäre unter diesen Umständen wahrscheinlich nicht jedermanns Sache einen Fisch zu verspeisen, von dem man befürchten müsste, dass er am Vortag noch an den Füßen anderer Touristen geknabbert hat.

(Die Ursprungsmeldung wurde in travel tribune 25/07 gefunden).

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