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BBB-Sommerreihe „schreckliche“ Touristen. Heute Folge 2: „Don`t be a tourist“ in Barcelona

„In Barcelona sind die Einheimischen genervt von den Touristen, die sich nicht benehmen und überall im Weg rumstehen, um vermeintlich spanische Delikatessen zu probieren“, so zumindest die entsprechenden Pressemeldungen. Dabei wäre zuerst zu interpretieren was die Formulierung „vermeintlich spanische Delikatessen“ uns sagen will. Stehen die Touristen im Weg und tun nur so als würden sie „vermeintlich“ Delikatessen probieren oder bezieht sich das „vermeintlich“ auf die Delikatessen selbst, soll heißen es sind gar keine. Dann müsste man ja die Touristen bedauern.

Jetzt soll den Touristen Benehmen beigebracht werden. Was man in Berlin (vergeblich) mit nächtlicher Pantomime versucht (siehe BBB vom 15.6.2015), soll in Barcelona durch den Blog „Dont´t be a tourist“ erfolgen. Dort steht unter anderem: Vor allem sollten Touristen aufhören „Sandalen mit Socken zu tragen“ (dass „die Sandalen“ Socken tragen ist hoffentlich ein Übersetzungsfehler). Aber Leute, wenn das Euer größtes Problem ist…. Dann habt ihr ein echtes unlösbares Problem. Denn „mit Socken in die Sandalen“ ist in Deutschland und Großbritannien hohes Kulturgut. Da laufen sogar die Einheimischen in diesen Ländern so rum.

Da erinnern wir doch auch an dieser Stelle an den internationalen Wunsch an die Touristen: Wir lieben Tourismus, aber im Prinzip würde es genügen wenn Ihr Euer Geld schickt, selbst müsst Ihr nicht vorbeikommen.

Doch da zeichnet sich langfristig eine Lösung ab. Andreas Knieriem, neuer Zoo-Chef von Berlin, hat im Interview eine Idee zum Besten gegeben. Er will künftig die Zoo-Besucher getarnt in Kabinen ganz nah und unbemerkt an die wilden Tiere ran bringen (also Philosophie-Schwenk um 180 Grad, Menschen im Käfig und Tiere frei). Der Berliner Tagesspiegel Checkpoint meinte, das sei auch eine schöne Idee für die Touristen in Kreuzberg. Da meinen die BBBs: das könnte dann ein echter Tourismus-Exportartikel werden.

Vor noch nicht allzu langer Zeit war der Slogan „live like a local“ der Schlager im Städtetourismus. Das sollte heißen, sich in der Stadt wie ein Einheimischer zu bewegen. Jetzt habe ich dummerweise gerade einen aktuellen Zeitungsartikel über Barcelona auf dem Schreibtisch liegen und da werden Reisende nach Barcelona deutlich vor Überfällen und Taschendieben gewarnt. Sorry, da möchte ich dann auch im Urlaub kein „local“ sein.
Und jetzt ist ausgerechnet auch eine Werbekampagne von Airbnb in den sozialen Netzwerken aufgeschlagen, dass die Touristen sich noch stärker mit den einheimischen Vermietern identifizieren sollen.

Warum letzteres dazu führen kann, dass Airbnb „seine Kunden zu Stalkern erzieht“, darüber lassen sich die BBBs im Rahmen der BBB-Sommerreihe „schreckliche“ Touristen in der nächsten Folge 3 aus.

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