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Die Selfie-ITB

Die Jubiläums-ITB ist Geschichte. In den Geschichtsbüchern wird später stehen, es war die erste richtige Selfie-ITB. Zwar gibt es den Begriff Selfie schon seit über 10 Jahren, aber so richtig durchgesetzt hat er sich erst in 2012. Im November 2013 ernannte das Oxford English Dictionary „Selfie“ zum „Wort des Jahres 2013“.

In diesem Jahr haben die ITB-Selfies und die Angaben „wo bin ich“ über facebook einen Rekordstand erreicht. Es ging los mit der Standort-Nennung von Flughäfen und Bahnhöfen und dem Vermerk „es geht los“ oder mit kleinem Hinweis für nicht Touristiker „ab nach Berlin“. Auch zum ersten Mal gesehen, der Post (von jemanden der/die gerade für Kreativität ausgezeichnet wurde) von einer Bahn-Sitzplatzreservierung, „Hallo, hier bin ich, wer will kann vorbeikommen“ (letzteres geht leider „noch“ nicht aus dem Flugzeug).

Dann in Berlin ging es richtig los. Selfie: „ich bin am Bahnhof“, „ich bin in Tegel“, „ich bin in meinem Hotel“. Was man früher maximal dem Partner/in mitteilte, ist jetzt eine wichtige Info für die ganze facebook-Gemeinde. Erster Selfie Höhepunkt: die Veranstaltung des Travel Industry Clubs. Zuerst ein normales Selfie, später dann nur noch Ussies (Selfies der Gruppe) und später in der Nacht die Drelfies (Selfies im an- oder betrunkenem Zustand). Dann wissen wir Zuhausegebliebenen auch Bescheid.

Am Mittwochmorgen dann das Selfie vor dem eigenen ITB-Stand und der Frage „wann kommt ihr vorbei“. Danach wieder ein Ussie, „wir haben uns schon ewig nicht mehr gesehen“ (im Zweifel bei der letzten ITB – ewig?). Aber eines ist mir aufgefallen, es gab erstaunlich wenig Selfies mit „echten“ Prominenten auf der Messe. Entweder waren kaum welche da oder man hatte vergessen (selbst als Profi) ein Selfie zu machen.

Die Abende dann wieder richtige Selfie-Highlights: Selfie auf dem roten/pinken/oder keinem Teppich, fließender Übergang zum Ussie („wen ich auch seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen habe“) und dann wieder der fließende (im wahrsten Sinne des Wortes) Übergang zum Drelfie. Erstaunlich wie auch Manager (mehr als Managerinnen) vergessen, dass das „Glück des Augenblicks“ dabei nicht so sehr rüberkommt und auch mancher Personal-Vorstand das vielleicht nicht lustig findet.

Ein Glück, dass es beim Selfie aus der nächtlichen Bar auf der Tanzfläche in der Regel so dunkel war, dass man weder Gesichter der „nahen Begleiter“ und noch „kaum das eigene“ erkennen konnte. Schade für den Betrachter, gut für den fleißigen „Selfer“ (eigene Wortschöpfung).

Dass der Abschied von Berlin auch breit gepostet wurde, geschenkt.
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Sorry, liebe Leserinnen und Leser, letzten Montag ist mir der Newsletter mit einem Foto (genauer genau wegen des Fotos) misslungen. Noch genauer, er hat sich nicht versendet. Dabei wollte ich Ihnen gerade dieses Foto von der ITB 1995, quasi ein Urahn des Selfies, präsentieren. Wenn Sie Interesse daran haben, gehen Sie doch bitte auf meine Homepage www.karl-born.de und amüsieren Sie sich.

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