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Folge 4 der BBB-Sommerreihe „schreckliche“ Touristen: Sex sells (auch in der Touristik?)

Als beim dänischen Tourismuskonzern Spies „Sex im Urlaub“ im Mittelpunkt seiner Werbung stand, verband er es vorgeblich mit patriotischen Gefühlen. „Do it for Denmark“ hieß sein Slogan. Weil angeblich 10% aller dänischen Babys während des Urlaubs gezeugt werden, warb er mit „mehr Urlaub = mehr Sex = mehr Babys = gut für dänische Altersstruktur“. So „selbstlos“ kann ein Tourismuskonzern handeln!

Bei einigen aktuellen Werbeaussagen kann man durchaus anderer Meinung sein. Nehmen wir z.B. das neue Hotel der Hotelkette Dormero in Windhagen (soll am 14. September öffnen). Da heißen die Tagungsräume u.a. „Bunga-Bunga“ oder „Folterkammer“. Dass hier eine seriöse Firma ihre Tagung abhält (wenn sie nicht gerade im Versicherungsgewerbe tätig ist), mag man sich nicht vorstellen. Andere Räume heißen „Pupu“ (finnisch für „Häschen“) oder „Schwanzus longues“ (für diesen Begriff gibt es rein sprachlich keine Erklärung). Bei „Königreich des Zorns“ mag man sich höchstens noch vorstellen, dass hier eine Firma einbucht, wenn der Umsatz total in den Keller gesaust ist. Und wenn Dormero noch schreibt „wer dann noch nicht eingelocht hat, tut es spätestens auf der riesigen angrenzenden Golfanlage“, ist klar, was von dieser Hotelkette zu halten ist. Nichts! Der Boss der Hotelkette heißt übrigens Marcus Wöhrl (Sohn des BBB-bekannten Luftfahrtmanagers Hans Rudolf Wöhrl und der CSU-MdB Dagmar Wöhrl – aber das wollen wir den Eltern wirklich nicht vorwerfen). Hotelchef Marcus Wöhrl war übrigens auch schon auffällig bei Günter Jauch in einem Wortgefecht mit Ministerin Schwesig (Gender Gedöns) und auch dieser Satz ist wohl sehr verallgemeinernd: „Ich arbeite gerne mit Ossis. Die packen an und diskutieren nicht ständig wie Wessis“.

Nicht viel besser ist die Werbung des Schwarzwald-Örtchens Triberg. Da räkelt sich eine Frau, sagen wir mal in extrem lasziver Pose. Über der Frauensilhouette steht dann: „Steile Berge, feuchte Täler“. Der CDU-Bürgermeister findet das einen „Beitrag zum Humor in der Gesellschaft“. Wenn er „Stammtisch-Parolen“ mit „Gesellschaft“ gleichsetzt, dann mag das sogar stimmen. Aber es kommt noch besser (ehrlich). In einem Parkhaus in Triberg wurden „Deutschlands erste Männerparkplätze“ eingerichtet, mit freier und direkter Sicht auf das obige Werbeplakat. Auch dafür hat Bürgermeister Strobel eine sehr überraschende Erklärung. „Die Stellplätze sind sehr schwer zu befahren, da kommt man eigentlich nur rückwärts rein“ so Strobl, „da hatten wir die Idee, daraus welche für Männer zu machen“. Da möchten sich nun selbst die BBBs dazu weitere bissige Kommentare ersparen.

Warum diese beiden Beispiele ausgerechnet im Rahmen der Serie „schreckliche Touristen“ erscheinen? Es sind doch Anbieter-Beispiele und keine Touristen-Beispiele. Warum wohl? Genauso „erzieht man sich schreckliche Touristen“.

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