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Mein erstes mal ….. mit einem Bodyscanner

Vollkommen überraschend und chancenlos hatte der Autor dieser Zeilen sein erstes eigenes Zusammentreffen mit einem Bodyscanner (das Wort Nacktscanner wird hier aus Scham nicht verwendet) am Flughafen Zürich. Und es war deprimierend demütigend.
Alle verdächtigen Gegenstände wurden vorher ordnungsgemäß in ein Körbchen gelegt. Dann der Schritt in den Scanner, der aussah wie eine große teure Duschkabine, Hände hoch und ab ging das Gerät. Mist, es piepte!
Also mit der Handsonde abgetastet, nichts gefunden. Ende gut, alles gut. Nein. Als ausgewiesener „Freund“ der Security Checks (siehe BBB vom 4.1.2010 „2010 – ein Jubeljahr für die Nacktscanner-Fetischisten?“) wollte ich jetzt genau wissen, warum das Gerät unberechtigterweise bei mir piepste. Man zeigte mir nun das Scanner-Foto, das in der Tat nur ein Piktogramm war, mit einem kleinen Karo an der verdächtigen Stelle, ungefähr in Hüfthöhe. Was soll dieses Verdachtskaro, wenn an dieser Stelle nun nachweislich kein verdächtiger Gegenstand vorhanden ist. Die Antwort des Security Mannes war nicht nur demütigend, sondern leider auch etwas zu laut: „Dieser Warnhinweis kann auch ertönen, wenn an dieser Stelle eine Fettspalte am Bauch ist, in der etwas versteckt sein könnte“.
Fettspalte? Und das zu einem Menschen, der seinem Körper in den letzten Monaten gerade mühsam 20 kg abgerungen und über die Halbmarathondistanz gequält hat? Entsprechend heftig mein Protest und man möge mir die Fettspalte bitte zeigen. Da wies der Obercontroller auf meinen Pulli hin, der gerade an dieser Stelle zugegeben etwas schlampig, also nicht glattgezogen, war. Auch eine solche Stofffalte würde den gleichen Effekt wie eine Fettspalte auslösen, so der tröstliche Kommentar.
Ich kann nur hoffen, dass die anderen am Band stehenden Mitreisenden, nicht nur den „Fettspalten“-Kommentar, sondern auch die Richtigstellung gehört hatten.

Merke: Wenn der Bodyscanner auf Dich wartet, vorher äußerst penibel die Bekleidung richten.

In Amerika hat man weniger Vertrauen, dass die dortigen Geräte nur Piktogramme zeigen würden. „Only my boyfriend sees me naked“ steht auf dem zwei Millimeter dicken Anstandsgummi, das weibliche Passagiere unter ihre Unterwäsche stecken und damit verdecken können, was der Sicherheitsbeamte nicht sehen soll. Grund der Aufregung: der United States Marshals Services musste einräumen mehr als 35.000 Bilder der Scanner gespeichert zu haben. Da fragte sich der einfache Bürger wozu und warum, wenn da nur Piktogramme zu sehen sein sollten.

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Hier noch ein kleiner politischer Kommentar. „Seehofer entgeht nur knapp Kollision mit Geisterfahrer“, beichteten die Medien in dieser Woche. In der Tat konnte der Chauffeur von Seehofer auf der A9 nur in letzter Sekunde einem entgegenkommenden Geisterfahrer ausweichen. „Das ist mir für viele Stunden in die Knochen gefahren“, so Seehofers Kommentar. Ein hoffentlich prägendes Erlebnis, denn jetzt weiß Seehofer auch, wie sich seine Berliner Parteifreunde fühlen, wenn er andauernd als „politischer“ Geisterfahrer unterwegs ist.

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