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Was ist Aufgabe eines Flughafens?

Früher, in der guten alten Zeit, erzählte man sich über Lufthansa die Geschichte, wie in ferner, ferner Zukunft, von Archäologen die Firmenzentrale ausgegraben wird. Nach kurzem rätseln kommen die Forscher zum Ergebnis: Das muss eine riesengroße Papierfabrik gewesen sein, die war so groß, die hatten sogar eigene Flugzeuge.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, diese Geschichte auf die großen Flughäfen dieser Welt übertragen, könnte man vermuten, das sind riesige Shoppingzentren mit eigenem Flugzeuglandeplatz. So haben sich dort die Prioritäten verschoben. Auf der einen Seite werden die Fluggäste von den Airlines durch Ticketaufschläge immer mehr in die Richtung gedrängt mit weniger Gepäck zu reisen. Auf der anderen Seite bemühen sich die Airports unter Einsatz aller Marketingtricks, das eingesparte Gepäck durch Verkäufe in den Flughafenshops wieder „auszugleichen“.
Im Prinzip ist gegen die faszinierende Geschäftswelt an den Flughäfen nichts einzuwenden. Sie darf nur nicht zu Lasten des Hauptzwecks eines Flughafens gehen. An einigen Airports werden nämlich die Fluggäste, wie bei IKEA, über Umwege zu den Gates geführt, um auch den letzten unentschlossenen Fluggast noch zum Kaufen zu verführen (siehe auch Bericht im Reiseradio über den Flughafen Barcelona). Dass es auch anders geht, kann man am Flughafen Hannover sehen. Inzwischen gibt es auch hier die pralle Geschäftswelt, aber unverändert daneben der kurze direkte Wege zum Gate.

Unsere wie immer sehr geschäftstüchtige Schweizer Nachbarn sind dem Rest der Welt aber schon wieder ein Stück voraus: „Duty Free bei Ankunft“ heißt die neue Zauberformel. Nach einer Gesetzesänderung können seit 1. Juni auch ankommende Fluggäste in Duty Free-Läden an Schweizer Flughäfen zollfrei einkaufen. Das pervertiert zwar den Ursprungsgedanken von Duty Free, aber wenn es ums Frankenverdienen geht, darf man nicht so pingelig sein. Eine weitere Feinheit des Geschäfts heißt „collect on return“. Das bedeutet, die zollfreie Ware wird auf dem Hinflug ausgesucht, aber erst auf dem Rückflug mitgenommen. Es wird wohl nicht lange dauern, dann muss der „störende Flug dazwischen“ nicht mehr in Anspruch genommen werden.

Fast im Gegensatz dazu stehen unzählige Miniflughäfen in Deutschland, deren Bedeutung nur mit der Bedeutung des zuständigen Landrats begründet werden können. Betrachten wir uns (nur als Beispiel, es gibt noch so ein paar Kandidaten) den „Groß“-Flughafen Hof. Er ist so unnötig wie sonst etwas, wird aber seit Jahrzehnten dank starker Lobby-Arbeit mit Millionensubventionen am Leben gehalten. Die Süddeutsche Zeitung hat letzte Woche einen schönen Situationsbericht geliefert, wie sich sieben Personen fleißig um das Flugzeug bemühen und ein paar andere Beschäftigte gespannt aufs Rollfeld blicken. Und es steigt eine (repeat eine) Person aus dem Flugzeug aus. Leider ist das Gepäck des einzigen Fluggastes nicht im Flugzeug mitgekommen!!!. Aber mit der Stewardess des Fluges ist der Gast „per Du“. Ob die Annäherung auf diesem Flug passierte oder ob man schon auf früheren Flügen Zeit und Muße hatte sich kennen zu lernen, blieb leider unbeantwortet.

Jetzt aber Halleluja, diese frohe Nachricht muss noch abgefeiert werden. Air Berlin und Condor klagen wegen der Aschewolke. Präzise gesehen, eigentlich nicht wegen der Aschewolke, sondern wegen der unnötigen Schließung des Luftraums, wegen einer vermeintlichen Aschewolke. Erstaunlich nur, dass nur „zwei“ Fluggesellschaften klagen. Uneinigkeit im Kreise der Airlines?

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es diese Woche insbesondere um die Programmpräsentation von airtours, aber auch um den Flughafen von Barcelona (siehe auch weiter oben). In den akustischen bissigen Bemerkungen geht es u.a. um eine Schulung der Bahn am Echtbetriebsautomaten, um zwei liebestolle Krähen die eine Bahnstrecke lahm legen, um 150 Schildkröten die nicht ganz so erfolgreich am New Yorker Kennedy-Flughafen agierten und darum, wie die Airlines immer mehr Arbeiten (unentgeltlich) auf ihre Kunden übertragen.

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Was ist der Unterschied zwischen dem Bauernverband und der Reisebranche?

Antwort: Die einen haben politische Power, die anderen sehen nur gut aus!
Betrachten wir mal nicht das Vordergründige, dass die EHEC-Krise uns einige Tage heftig in Atem hielt. Stellen wir mal nicht in den Vordergrund wie schlimm die Auswirkungen für die Erkrankten waren (und sind). Schauen wir doch einfach mal hinter die Kulissen. Ist Ihnen aufgefallen, wie schnell die Politik sich darüber einig war, dass die Bauern finanziell entschädigt werden sollten. „Die Gemüsebauern seien unverschuldet in Schwierigkeiten geraten“, so der allgemeine Tenor, weil das Robert-Koch-Institut (und andere) zu voreilig vor Gurken, Tomaten und Salaten warnten.

Jetzt erinnern Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, mal ein gutes Jahr zurück: Aschewolke über Deutschland. Die Verluste für die Reisebranche waren in ähnlicher finanzieller Dimension. Für einige sogar im Bereich Existenz gefährdend. Und hatte die Reisebranche daran Schuld? Trotzdem wurde heftig darüber berichtet, welche Schadenersatzforderungen die Verbraucher insbesondere gegenüber Fluggesellschaften hätten (obwohl die nicht Verursacher waren). Inzwischen weiß man, dass diese Warnung ebenso unnötig war, wie aktuell jene vor Gurken und Tomaten. Schadenersatzforderung gegenüber dem Bund? Pustekuchen. Im Gegenteil, die Branche bekam anschließend zur Belohnung noch die Luftverkehrsabgabe aufgebrummt.

Warum dieser Vergleich? Beide Problemfelder werden uns in Zukunft häufiger beschäftigen. Zum einen: BSE, Geflügelpest, Dioxinskandal, EHEC, die „Einschläge“ kommen in kürzeren Abständen. Zum anderen: Die isländischen Vulkane Eyjafjallajökull und Grimsvötn, letzte Woche in Chile Puyehue-Cordon Caulle und jetzt ganz aktuell am Pfingstmontag der Dubbi in Eritrea. Die gute Nachricht zum aktuellen Vulkan – endlich ein Name den man ohne Zungenbruch aussprechen kann. Die schlechte Nachricht – es ist nicht auszuschließen, dass die Wolke Richtung Arabische Halbinsel zieht. Dann träfe es wieder Fluggesellschaften, die wir gut kennen. Nicht so heftig wie bei einer Aschewolke über Deutschland (und Ramsauer könnte man das Ganze auch nicht in die Schuhe schieben), aber als Grund für ein verfehltes Ergebnis könnte es allemal reichen.

Die einen werden dann immer häufiger entschädigt und die anderen bekommen „zusätzlich“ den Emissionshandel aufgebrummt? Gerechtigkeit (welch großes Wort) sieht anders aus.
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Das Reiseradio (www.reiseradio.org) ist diese Woche auch nicht bissig, sondern präsentiert, inspiriert vom pfingstlichen Heiligen Geist, liebevolle akustische Begegnungen mit Menschen, die unseren Urlaub – wie heisst es so schön – authentisch machen. Was immer der Begriff „authentisch“ auch für jeden Einzelnen bedeutet. So zum Beispiel: Wie lebt es sich auf einer Almhütte? Die Schweizer haben ja gerade die derzeit witzigste touristische Social Web Kampagne gestartet mit Sebi und Paul auf www.urlaubohneinternet.de. Passend dazu erzählen echte Alm-Sennerinnen, wie es sich oben in den Bergen so lebt: Witzig und an einer Stelle auch deftig!

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Am 25.Mai ist Welthandtuchtag

Logisch, dass der Welthandtuchtag einer der wichtigsten Feiertage für den Touristen von gestern, heute und morgen ist. So wie der Hund sein Revier mit seinem Harnstrahl zeichnet, so kennzeichnet der Tourist (vornehmlich der deutsche und der englische) seit Beginn des organisierten Reisens durch Thomas Cook sein tägliches Urlaubsareal. Wobei es auch hier Unterschiede in der Professionalität des Urlaubers zu erkennen gibt. Während der Anfänger nur „einen“ Liegestuhl mit seinem Handtuch reserviert (spätestens morgens um 7 Uhr in der Frühe), gibt sich der Profi dadurch zu erkennen, dass er mindestens zwei Liegestühle belegt, weil die Sonne sich ja im Laufe des Tages weiterdreht. Solche Spitzigfindigkeiten, wer sich nun weiterdreht, die Sonne um die Erde oder die Erde um die Sonne, spielen bei diesen wichtigen Urlaubsentscheidungen nur eine untergeordnete Rolle.

Der seit dem 25. Mai 2001 gefeierte Welthandtuchtag geht auf den englischen Science Fiction Kultautor Douglas Adams zurück, der die Bedeutung des Handtuchs in seinem berühmten Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ hervorhob: „Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen muss“.
Kompliment an die Welt am Sonntag vom 22. Mai, die in ihrem Reiseteil sowohl Douglas Adams als auch den Welthandtuchtag „angemessen“ würdigt.

Douglas Adams verdanken wir auch eine andere bis in die Neuzeit reichende Erkenntnis. In seinem Gesamtwerk, das der Autor übrigens als die „einzige vierbändige Trilogie in fünf Teilen“ bezeichnet, lässt er sich auch über das Thema Urlaubsbeschwerden aus. Im Teil „Das Restaurant am Ende des Universums“ steht in einem Reiseführer der Satz: „Gefräßige Plapperkäfer machen für vorbeikommende Touristen oft ein sehr gutes Essen“. Eine, wie es auf den ersten Blick erscheint, erfreuliche und nützliche Information. Leider ist in diesem Satz ein Druckfehler enthalten. Richtigerweise hätte es heißen müssen: „Gefräßige Plapperkäfer machen „aus“ vorbeikommenden Touristen oft ein sehr gutes Essen“. Zugegeben, nur ein kleiner sprachlicher Unterschied, inhaltlich ist er schon entscheidender. Auf die Beschwerde eines Touristen an den Verlag erhält dieser als Antwort: „Der Reiseführer ist endgültig, die Wirklichkeit ist oft ungenau“.
Vielleicht erkennt da mancher Tourist in diesem Satz seinen Reiseveranstalter wieder.

Als kleine Information an die österreichischen BBB-Leser. Laut eigener Aussage kam Adams die Idee zu diesem Roman, als er nach einem Kneipenbesuch in Innsbruck anschließend angetrunken auf einem Acker lag und in die Sterne schaute, zumal ihm die „merkwürdige Sprache“ der Einheimischen irgendwie „außerirdisch“ vorkam. In einem Interview hatte er sogar mal die Biersorte verraten, die ihn so „anregte“. Es sei „Gössers“ gewesen. Eigene Erfahrungen mit diesem Getränk lassen mich das von Adams Erlebte leicht nachvollziehen.

Wichtige Eilmeldung:
An dieser Nachricht können die Bissigen Bemerkungen natürlich nicht vorbeigehen: Grimsvötn heißt der isländische Vulkan, der eine gewaltige Rauch- und Aschewolke fast 20 Km in Himmel stößt. Im gleichen Gletscherfeld liegt übrigens auch der Bárdarbunga (siehe BBB vom 21.2.2011 „Kennen Sie Bárdabunga“). Ausgerechnet am Wochenende fing der Grimsvötn an zu spucken, wenn unser Verkehrsminister Ramsauer wochenendfrei hat. Zum Glück wehte der Wind nach Norden. Sollte er sich drehen und Richtung Europa-Festland wehen, könnte die nächste Bewährungsprobe für die europäischen Luftverkehrs-„Experten“ kommen. Ein sehr ungutes Gefühl (siehe BBB vom 18.4.2011 „Sie simulieren weiter, statt zu handeln“).

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es diese Woche sehr sportlich zu: Wandern, Radeln und Golf. In den akustischen Bissigen Bemerkungen steht insbesondere die geringe Berechenbarkeit (eigentlich noch ein vornehme Bezeichnung) der deutschen Luftverkehrspolitik im Zentrum der Kritik.

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Sie simulieren weiter, statt zu handeln

Ein Jahr ist seit dem Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull vergangen. Der Flugverkehr ruhte, weil vermeintliche Experten eine hohe Aschekonzentration in den Wolken festgestellt hatten. Oder besser gesagt, sie hatten es durch eine Simulation festgestellt, also nicht tatsächlich. Jene, die diese Vorgehensweise bemängelten, wurden heftig „abgewatscht“. Sie erinnern sich sicherlich noch an das so unglaublich schlaue Politiker-Zitat: „Nur e i n toter Mallorca-Fluggast ist schon zuviel“. Wobei schon damals offen blieb, wie das praktisch passieren soll, mit dem „einen“ toten Mallorca-Fluggast.
Die BBBs hatten gegen die Vorgehensweise heftig gelästert (siehe BBBs vom 26.4.2010 „Vulkanasche – die Schweinegrippe der Luftfahrt“). Und mit dem Schweinegrippe-Vergleich (sie erinnern sich noch an den gigantischen Gesundheitsalarm, der genau solange anhielt, bis die Pharma-Industrie ihre Impfprodukte verkauft hatte) lagen die Bissigen Bemerkungen nicht falsch. Ganz kleinlaut, und in der Öffentlichkeit kaum hörbar, „flüsterte“ jetzt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dass aus heutiger Sicht „an keinem Tag im April 2010 ein Flugverbot notwendig gewesen sei“. Bravo, gut gemacht.

Jetzt denkt der naive potenzielle Fluggast, dass die für die damalige Luftraumsperrung Verantwortlichen in der Zwischenzeit alles Mögliche unternommen hätten, um auf einen künftigen Vulkanausbruch besser vorbereitet zu sein. Weit gefehlt!. Was machen diese weltfremden Träumer? Sie simulierten jetzt zum Jahrestag einen neuerlichen Vulkanausbruch. „Unheimlich wichtiges“ Ergebnis: Es wird künftig drei verschiedene Flugzonen geben, mit wenig Aschekonzentration, mit mittlerer Aschekonzentration und mit sehr starker Aschekonzentration. Positive Konsequenz daraus wäre, so die EU-Experten, dass jetzt nicht mehr der komplette Luftraum gesperrt werden müsste.
Bevor Sie, liebe BBB-Leser, jetzt versehentlich in Beifall ausbrechen, muss man leider auf folgendes hinweisen. Es fehlen immer noch verbindliche Grenzwerte, ab wann nun Fliegen gefährlich sein könnte. Und wenn diese nicht vorliegen, dann bleibt der Wert von drei verschiedenen Flugraumzonen auch nur reine Theorie. Aber da haben die EU-Verantwortlichen nicht mit der „Tatkraft“ unseres Verkehrsministers Peter Ramsauer gerechnet. Der beschimpfte die EU, dass es immer noch keine europaweite Regelung geben würde. Brav, Herr Minister. Aber sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass dann eben Deutschland einen konkreten Vorschlag für diese europaweite einheitliche Regelung vorlegen könnte?
Zitieren wir doch zuletzt den verantwortlichen EU-Verkehrskommissar Siim Kallas (zitiert nach travel tribune): Er glaube nicht mehr an einheitliche EU-Werte in den kommenden Jahren. Man beachte den Plural!

Nur schwer zu verstehen ist, dass die Fluggesellschaften dabei so ruhig bleiben und den Verantwortlichen nicht mehr Feuer unter dem Allerwertesten machen, denn sie müssen den wirtschaftlichen Schaden am stärksten ausbaden.
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Das Reiseradio (www.reiseradio.org) berichtet diese Woche, dass von der steigenden Zahl ausländischen Gäste in Deutschland, die östlichen Bundesländer nur unterproportional profitieren. Warum? Außerdem gibt es einen Bericht über den mittelständigen Reiseveranstalter Ameropa, der demnächst 60 Jahre alt wird und sich immer wieder aufs Neue gegen die „Großen“ behaupten muss.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es vor allem um das „weltbewegende“ Thema „wie viel Liegestühle muss ein Hotel haben“. Zusätzlich wird noch über den Dauerbrenner „Sicherheit im Luftverkehr“ gelästert und zwar in verschiedenen Variationen.

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Ein prominentes Gesicht für den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Jetzt hat der BDL seinen neuen hauptamtlichen Präsidenten gefunden: Klaus-Peter Siegloch, einen der großen TV-Journalisten, bekannt vom „Heute-Journal“ und von „Was nun, ..“. Zur Begrüßung gab es gleich ein bisschen Gegenwind vom Branchenfachblatt fvw. Dirk Rogl meinte in seinem Blog: Ein klarer Sieg der medialen Präsenz über die fachliche Kompetenz.

Na klar, kann man darauf nur antworten. Dass die Luftverkehrsbranche über hervorragende fachliche Kompetenz verfügt, ist wohl unbestritten. Aber hat es ihr etwas genützt? Leider nein. Zu der von der Politik zu verantwortenden Aschewolke-Krise kam dann noch die Luftverkehrsabgabe. Eine dreiste Belastung einer schon gebeutelten Branche mit ohnehin knapper Marge (viele spotten ja schon von fliegenden Non-Profit-Organisationen).
Also, was braucht die Branche? Sie braucht einen Lobbyisten, der an den richtigen Stellen, mit der richtigen Sprache, die wichtigsten Themen anspricht. Und, er muss das nicht nur mit Überzeugung, sondern mit sehr viel Power machen. So einen Macher zu finden ist nicht so einfach.

Die BBBs hatten ja schon befürchtet, die fvw würde ihren Liebling aus vergangenen Tagen, Thomas Middelhoff, vorschlagen. Als „Windmacher“ wäre er schon eine große Nummer, nur mit der Nachhaltigkeit sieht es nicht so gut aus.
Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg hätte auch für große Auftritte gesorgt. Seine Reden hätte er sich ganz offiziell schreiben lassen können. Und auch Flugerfahrung ist reichlich vorhanden.
Matthias Wissmann, ehemals gelobter Bundesminister, heute Präsident des Automobilverbandes VDA, wird stets als Vorbild genannt. Dem ist nicht zu widersprechen. Er galt schon in der Politik als hoch qualifiziert.
Wie sieht es da aktuell im Bundesparlament mit sich anbietenden Kandidaten aus? Leider schlecht.
Dirk Fischer (CDU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses: „Die Ticketabgabe bringt für die hiesigen Flughäfen und unsere deutschen Airlines Nachteile im Wettbewerb. Anders kann man das nicht sehen.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP: „Niemand von uns hat sich die Ticketabgabe gewünscht. Ein nationaler Alleingang verzerrt immer den Wettbewerb, das ist unstrittig.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Soviel Unsinn wird Siegloch nicht reden können.

Und was die fachliche Kompetenz betrifft, so muss man sehen, dass einer der Gegenspieler von Siegloch, Peter Ramsauer heißt. Ganz kurzfristig war dessen Name als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Das hätten die Bissigen Bemerkungen gut gefunden. Damit wäre der Afghanistan-Krieg schnell zu Ende gewesen, denn die Taliban hätten sich totgelacht. Auch so kann man einen Krieg gewinnen. Aber was sagten die berühmten „Insider“ zu Ramsauer? Es liege ihm nicht so, sich zu sehr in Details einzuarbeiten. Deshalb hält er sich auch das wichtigste Branchenthema „Single European Sky“ vom Halse. Also, da kann Síegloch aus dem Stand mithalten.

Lieber Klaus-Peter Siegloch, lesen Sie bitte nicht nur das von Dirk Rogl empfohlene fvw-Abo, dort gibt es „nur“ Informationen. Schauen Sie lieber öfters bei den BBBs rein, da finden Sie die richtige verbale Power für Ihren künftigen Job. Viel Erfolg!
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In eigener Sache.
Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zum 10jährigen Jubiläum der Bissigen Bemerkungen. Das war toll und hat gut getan. Natürlich muss man dann auch manches Geschenk ertragen, wie dieses Buch: „Je mehr Zähne mir ausfallen, umso bissiger werde ich…!“

Im Reiseradio (www.reiseradio.org) kommen diesmal Jugendverbände mit einem brisanten Thema zu Jugendreisen zu Wort. Prof. Feige spricht über noch immer dringend notwendige Investionen in der Hotelbranche und der oberste Sparkassenchef ermuntert zum Kreditaufnehmen. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Terminnöte vor und auf der ITB, um ein zweijähriges Kind, das alleine Bahn fahren muss und auch sonst noch um allerlei Aufreger.

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Kennen Sie Bárdarbunga?

Nein? Hoffentlich bleibt es auch dabei. Aber bitte nicht verwechseln mit Bunga-Bunga. Letzteres ist eine ziemlich heiße Angelegenheit. Ersteres ist nicht ganz so heiß, weil in Island zu Hause, kann aber noch sehr heiß werden. Sie ahnen Fürchterliches? Richtig.
Der Bárdabunga ist ein isländischer Vulkan, und leider nicht irgendeiner. Mit 2.000 m Höhe ist er der zweitgrößte Berg Islands und fast 400 m höher als der Eyjafjallajökull.
An diesen Zorn Gottes erinnern wir uns doch alle noch.

Wenn nicht, wollen wir hier den „großen Zusammenhang“ nochmals darstellen. Spätestens Im März letzten Jahres waren die Kenntnisse über Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche Allgemeingut und die Kirchenfürsten baten um „Asche auf unser Haupt“. Und weil gerade ein Festtag anstand, am 16.4. hat bekanntlich der Papst Geburtstag, erhörte Gott die Gebete und schickte Asche. Und zwar nicht wenig. Er ließ den Eyjafjallajökull spucken, dass es eine wahre Pracht war. Und die Wolken zogen quer über Europa. Eigentlich war das ganze ja nur als Ereignis für die Katholische Kirche gedacht. Aber oh weh, Gott hatte leider nicht auf den irdischen Kalender geachtet, denn dummerweise war am 17.4. und 18.4. Wochenende.

Was bedeutet diese schlichte Feststellung „Wochenende“? Dass nach der Aufregung, die ein paar sog. Computer-„Experten“ mit der später nie bewiesenen Behauptung „zuviel Asche in der Wolke“ verursacht hatten, die amtlichen Stellen den Flugverkehr sperrten und sich in das Wochenende verabschiedeten. Wir wollen das Ganze nicht weiter ausführen, sondern für die Zukunft, bevor der Bárdabunga ausbrechen sollte, auf folgendes aufmerksam machen:
1. Liebes Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum sorgt bitte dafür, dass das entsprechende Forschungsflugzeug immer einsatzbereit ist. Eine evtl. notwendige Aufrüstung kann auch am Wochenende erfolgen.
2. Lieber Deutscher Wetterdienst denkt bitte daran, wenn man 6 Lasermessgeräte besitzt, dann muss man nicht gleichzeitig fünf Geräte in Wartung geben. So etwas kann man auch nach und nach machen.
3. Lieber Herr Ramsauer, auch wenn ein Bayer nichts lieber macht als am Wochenende durch das zugegeben schöne bayrische Land zu spazieren und nichtssagende Reden zu halten. Zur Not kann man als hochstehender Staats-„Diener“ auch am Wochenende mal arbeiten.

Abgesehen vom obigen Thema, warum betonen die Bissigen Bemerkungen ausgerechnet jetzt das Wochenende-Thema so stark?
Liebe Leserinnen und Leser, erinnern Sie sich noch als vor kurzem die Sicherheitsstufe in unserem Land hochgefahren wurde? Grundlage war ein Informant, aus dem Dunstkreis von Al-Qaida, der vor möglichen Anschlägen gewarnt hatte. Die Spur zu diesem Mann ging inzwischen verloren. Warum? Schlauerweise wollte dieser Mensch ausgerechnet am Wochenende ein Flugticket kaufen. Dem Mitarbeiter einer Fluggesellschaft, der an diesem Wochenende arbeitete, kam der Mann verdächtig vor und er fragte vor Ort bei der Deutschen Botschaft nach, ob der Reisepass echt sei. Aber am Wochenende war kein Diplomat erreichbar. Ergebnis: Seit dieser Zeit ist der Informant verschwunden.

Also lieber Bunga-Bunga, äh lieber Bárdarbunga, wenn schon Ausbruch, dann bitte nicht am Wochenende.

Inzwischen haben die Isländer die Meldung über den Bárðarbunga, so heißt er auf isländisch, dementiert. Die Informationen der Geologen seien ein Missverständnis. Hoffentlich weiß das der Bárdarbunga auch!

Nachträge:
Letzte Woche waren die Bissigen Bemerkungen etwas ungeduldig. Wir hatten eine sofortige Korrektur des Auswärtigen Amtes zur Reisewarnung Rotes Meer gefordert. Am Montagnachmittag war es dann soweit. Die Touristenzentren am Roten Meer dürfen wieder angeflogen werden. Endlich!

Außerdem hatten die Bissigen Bemerkungen in der ihnen eigenen Bescheidenheit um ein Geburtstagsgeschenk gebeten. Ihr Tempo, liebe Leserinnen und Leser, haben die BBBs fast beschämt. Schon Mittwochnacht waren die 1.000 „Fans“ (Gefällt mir) auf der Fanseite der Bissigen Bemerkungen überschritten. Und dabei ist noch mehr als eine Woche Zeit bis zum Geburtstag. Auf jeden Fall hat das wieder kräftig für ein weiteres Jahr BBB motiviert. Danke!

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) werden die unterschiedlichen Konzepte der Touristik-PR von Frankreich und Neuseeland gegenübergestellt. In den akustischen Bissigen Bemerkungen wird auf ein Beispiel fraktionsübergreifender „Dummheit“ (Entschuldigung, aber manchmal muss es deutlich sein) hingewiesen. Des weiteren geht es um Abenteuerreisen und den eventuellen Einsatz von dressierten Mäusen bei der Fahndung am Flughafen. Vielleicht erleben wir demnächst sogar die schielende „Heidi“ im Einsatz.

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Wenn der schärfste Gegner einer Branche „Bundesregierung“ heißt…..

Damit hatte die Luftverkehrsbranche nicht gerechnet, dass sie quasi als einzige Branche von den Sparbeschlüssen getroffen wird (die Kernenergieunternehmen werden ja nicht echt belastet, sie müssen nur von evtl. künftigen Gewinnen etwas abgeben). Nicht die Unberechenbarkeit des Marktes ist das größte Problem der Airlines und es ist nicht die harte Konkurrenz. Selbst die Schwankungen auf dem Treibstoffmarkt bekommen die Airlines einigermaßen in den Griff. Der Hauptgegner der deutschen Airlines heißt: Bundesregierung.

Zuerst wurde die Branche durch einen unfähigen (oder unwissenden) Verkehrsminister zu tagelangem Nichtstun verdammt und erlitt dadurch Verluste in dreistelliger Millionenhöhe (schlimmer als die Situation nach dem Attentat vom 11.September 2001). Jetzt schlug die Regierung kalt mit einer Luftverkehrsabgabe zu. Statt ehrlich zu sagen, wir „haben einen Dummen gesucht, dem man noch Geld aus der Tasche ziehen kann und da ist unsere Wahl auf die Flugpassagiere gefallen“ (denn die Fluggesellschaften werden diese Kostenerhöhung weitergeben an Ihre Kunden, zumindest an jene die noch von Deutschland aus fliegen), umgibt sie die böse Tat mit dem Deckmäntelchen „ökologisch“. Was ist daran ökologisch? Hier wird keine bestehende Abgabe nach ökologischen Gesichtspunkten umgebaut, sondern es gibt nur einen „oben drauf“. Die Einführung dieser neuen Abgabe wurde schließlich im Rahmen des „Spar“-Paketes beschlossen. Wobei auch der Begriff „Sparen“ hier Hohn ist, denn die Regierung spart ja nicht, sie versucht nur dreist ihre Einnahmen zu erhöhen.

„Ein schwarzer Tag für den Luftverkehrsstandort Deutschland“ lautete der Kommentar der Lufthansa und Germanwings sprach „von einem Förderprogramm für ausländische Airlines und Flughäfen“. Dass es sich bei der vorgebrachten Kritik nicht um typisches Gejammer von Branchenvertreter handelt, zeigt das Beispiel Amsterdam. Die Regierung der Niederlande war mit einer ähnlichen Abgabe ziemlich auf die Nase gefallen. Statt wie erhofft Mehreinnahmen von 300 Mio. Euro zu generieren, verursachte die folgende Abwanderung von Fluggästen (lustigerweise nach Deutschland) einen wirtschaftlichen Verlust von 1,3 Mrd. Euro, was zu einer baldigen Aufhebung der Gebühr führte.

Wie stolz war Air Berlin, dass zur Feier des 30. Geburtstages dieser Airline, die Kanzlerin ihr „die Ehre ihres Besuches gab“. Vielleicht hätte Air Berlin besser Herrn Westerwelle einladen sollen. Frei nach dem Motto: „Von Hoteliers lernen, heißt Siegen lernen“.

Kein Problem mit dieser Mehrbelastung hatte fast erwartungsgemäß (Nicht-) Verkehrsminister Ramsauer. Sein Kommentar „diese Mehrkosten für die Flugpassagiere sind sowohl für Urlaubs- als auch für Geschäftsreisen vertretbar“. Besser wäre gewesen „diese Kosten fallen für mich persönlich ja nicht an“.
Wenig überraschend war, dass von Wirtschaftsminister Brüderle hierzu nichts zu hören war. Vielleicht sollte ihm endlich mal jemand sagen, dass er für die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes Deutschland verantwortlich ist.
Etwas überraschender dagegen die Reaktion von Alltours-Chef Verhuven. Er meinte: „Die durch die Abgabe entstehenden Mehrkosten seien bei einem zweiwöchigen Urlaub zu vernachlässigen“. Wenn dem so wäre, dass dieser Betrag keine Rolle spielen würde, fragt man sich, warum er nicht schon die ganze Zeit seine Preise genau um diesen Betrag erhöht hat. Tatsächlich ist die Anzahl der Zwei-Wochen-Reisen in den letzten Jahren stark gesunken. Warum wohl? Weil die Kunden mit jedem Euro rechnen müssen.

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) sind diese Woche etliche Interviews rund um die Internationale Luftfahrtshow in Berlin zu hören. Der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Fluggesellschaften, Ralf Teckentrup, äußert sich „zum Strafzoll der Bundesregierung für Fluggäste, die mit deutschen Fluggesellschaften ab deutschen Flughäfen fliegen“. In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es diesmal um die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika und warum es normal ist, dass sowenig deutsche Touristen hingeflogen sind.

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Darf ein Bundespräsident sich über gestrandete Urlauber lustig machen?

Das Ansehen eines Bundespräsidenten soll eigentlich nicht beschädigt werden, was ist aber wenn er es selbst beschädigt? Wochenlang hat Bundespräsident Köhler zu wichtigen aktuellen Fragen, die das ganze Volk beschäftigt, geschwiegen. Kabarettisten unkten schon „wo ist Horst?“.

Jetzt hat Köhler sich kräftig zu Wort gemeldet. Leider. Zu seiner Entschuldigung könnte man anführen, dass er z.Z. keine/n Pressesprecher/in hat, die auf ihn „aufpassen könnten“. Ein Glück, „die Neue“ kommt zum 1.6.2010.

Seinen Versprecher(?) zum Afghanistan-Krieg hat die Presse diese Woche weidlich kommentiert. Daneben blieb eine andere Rede von Köhler, vor dem Weltverkehrsforum in Leipzig, weniger beachtet. Aber die Bissigen Bemerkungen, an allem interessiert was mit Mobilität zusammenhängt, haben die Rede entdeckt (siehe www.bundespraesident.de). Leider!.

Ist es die besondere, von Kabarettisten oft verspottete, Naivität des Bundespräsidenten oder lebt er in einer anderen Welt als sein Volk.
Beispiele gefällig?
1. Als einer der wesentlichen Punkte dieses Weltverkehrsforums sollte das Thema „Zusammenbruch des Luftverkehrs wegen der Aschewolke“ auf der Tagesordnung stehen. Was fällt unserem Bundespräsidenten dazu ein? Er berichtet von Bürgern die „in Wahrheit erleichtert waren, dass die anstrengende Urlaubsfernreise ausfiel“. Darf man an dieser Stelle anmerken, dass dies, Entschuldigung für den Ausdruck, eine Verarschung all jener war, die unter großer Belastung versucht haben an ihr Ziel oder wieder nach Hause zu kommen? Gleiches gilt für die tolle Arbeitsleistung der Beschäftigten in Luftverkehr und Touristik. Natürlich keine mahnenden Worte des Präsidenten an die wahren Verursacher des Chaos, Verkehrsministerium, Flugsicherung und Wetterdienst.

2. Der Bundespräsident sah sich auch veranlasst, vor den Delegierten aus 52 Ländern, sich kritisch mit einer einzelnen Werbung auseinandersetzen zu müssen, die er an Berliner Bussen gelesen hatte. Dort hatte eine Fluggesellschaft mit folgendem Werbespruch auf sich aufmerksam gemacht: „Norwegen rückt näher, Oslo ab 29 Euro“. Ob Köhlers folgender Satz ernst gemeint war? Wörtliches Zitat: „Norwegen ist aber keinen Zentimeter näher gerückt. Oslo ist noch immer 1.000 Kilometer von Berlin entfernt“. Liebe Leserinnen und Leser der BBB, es ist zu befürchten, dass er dies als ernsthafte Erkenntnis auch genau so wörtlich gemeint hat. Nur just for Info für das Bundespräsidialamt: Wien liegt zwar nur 700 Km von Berlin entfernt, aber immerhin. Natürlich musste der Bundespräsident 2008 zum EM-Endspiel dort sein. Hat zwar nichts genutzt, dafür durfte es auch mehr als 29 Euro kosten. Shanghai ist übrigens 8.400 km entfernt. Macht ebenfalls nichts, der deutsche Pavillon und 1,4 Mrd. Chinesen haben auf diesen Tag seines Besuches gewartet. Diese Woche wird die Kanzlerin etliche 100 Km unnötig ins Trainingslager unserer Fußball-Nationalmannschaft fliegen, als ob Jogi Löw nicht schön genügend Probleme hätte.

3. Aber auf eines der dringendsten verkehrspolitischen Fragen Europas, den „Single European Sky (Neuordnung des Luftraums über Europa ohne nationalen Grenzen), ging Köhler mit keinem Satz ein. Dabei hatte vor zwei Jahren auf der gleichen Konferenz die Bundeskanzlerin in ihrem Statement noch genau dies als eine der zentralen Aufgaben bezeichnet. Lufthansa-Chef Mayrhuber hatte vor Jahren mal vorgerechnet, dass der z.Z. deshalb unnötig verflogene Treibstoff reichen würde, um täglich mehrfach nach New York zu fliegen! Aber da hätte man ja an die politische Nase fassen müssen.

Wenn im Moment in Berlin nach Einsparungen gesucht wird, die BBB hätten da mal einen Vorschlag……

Natürlich, das Bundesverkehrsministerium unseres speziellen Freundes Ramsauer, war auf der Tagung mit mehreren eigenen Infoständen vertreten. Auf einem war ein Modell des Forschungsflugzeuges „Falcon“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ausgestellt. Genau richtig erinnert, es ist jenes Flugzeug, das im kritischen Moment so lange brauchte um in die Luft zu kommen, um dann festzustellen, „keine Asche da“,

Dabei sind internationale Konferenzen, die über Umweltbelastungen diskutieren, per se schon ein Witz, denn in aller Regel stehen die durch An- und Abreise entstandenen Belastungen in keiner Relation zum Kongressergebnis. Vergeblich haben die Bissigen Bemerkungen im Internet nach einem Abschluss-Komitee gesucht, dafür aber einen interessanten Pressekommentar gefunden: Das im Vorfeld des Kongresses so hoch gelobte Tagungspapier „Transport Outlook“ ist nicht von einer unabhängigen Forschungseinrichtung erstellt worden (wie allgemein kolportiert), sondern von einer Kommission in der u.a. auch Staatssekretäre ihren Sitz hatten, also ein zuerst politisches Papier. Aber noch schöner war eine andere Bemerkung in diesem Kommentar: „Im Grunde ist die Studie sogar ein Eingeständnis, dass die Verkehrsminister der wichtigsten Länder weder eine Vision, schon gar keine Strategie und erst recht keinen Willen haben, den Weltluftverkehr zukunftsfähig zu machen“. Schöner hätten es die BBB auch nicht formulieren können, höchstens kürzer, mit einem Wort: Ramsauer.

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Diese Woche im Reiseradio (www.reiseradio.org) u.a. einen Bericht über den neuen Center Park Mosell im Elsaß, der exakt in die Schneise gebaut wurde, die zu Weihnachten 1999 der Orkan Lothar „geschaffen hatte“. In den Bissigen Bemerkungen geht es um das immer aktuelle Thema Last Minute.

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Verdammt noch mal, überhaupt nichts dazugelernt.

Schon wieder wurde der Luftraum geschlossen, wenn auch „nur“ über Süddeutschland. Und wieder nur auf vage Angaben des Wetterdienstes für die Flugsicherung („da ist eine Wolke“). Wieder hat sich die Politik vor der Entscheidung gedrückt. Wieder ging vor der Entscheidung kein Forschungsflugzeug in die Luft. Ach so, war ja Sonntag, da haben die „Forschungsflieger“ frei. Montagnachmittag ist auch noch ein Tag.
Und in den einschlägigen Chats wie z.B. Focus online, schreiben die Leute auch noch „die werden schon wissen was sie machen“. In welchem obrigkeitsgläubigen Staat leben wir eigentlich. Mein etwas süffisanter Kommentar dazu wurde dann von focus online nicht akzeptiert, passte wohl nicht in den Tenor der Berichterstattung.

Eigentlich sollten die heutigen BBBs sich mit dem Thema Griechenland beschäftigen.
Na, ja. Auch dazu passt die Überschrift.
Da werden locker 100 Mrd. Euro von der EU für Griechenland bereitgestellt und gleichzeitig sollen IWF-Sparkommissare (evtl. zusätzlich noch welche von der EU) nach Griechenland geschickt werden. Das Abwicklungsprogramm, das im Moment vorgeschlagen wird, der Glaube mit riesigen Geldtransfers alles regeln zu können, die Auswirkungen auf die heimische Produktion, die ungleiche Lastenverteilung zu Ungunsten der unteren Bevölkerungsschichten, bei gleichzeitigem Profit der Geld gebenden Banken, das habe ich doch schon irgendwann und irgendwo einmal gelesen. ?? Jetzt weiß ich wieder, warum es mir nicht sofort eingefallen ist. Damals hieß es nicht IWF sondern Treuhand.
Prima, dann wird in 10 Jahren der Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Barroso eine Griechin sein. Herzlich willkommen Angeliki Merklopoulos.
Wer meint dieser Vergleich hinkt, ok, aber so ganz abwegig ist er nicht.

Setzen wir noch einen drauf. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass die griechische Tourismusindustrie dieses Jahr nicht gerade ihre erfolgreichste Saison haben wird. Dabei wäre die griechische Tourismussaison so einfach zu retten gewesen. Wenn die Regierung der Bundesrepublik von den gegebenen 22 Mrd. Euro einen kleinen Teil zurückgehalten hätte mit der Begründung: Jeder deutsche Griechenlandurlauber bekommt die Kosten seines Urlaubs in Griechenland von der Regierung ersetzt. Der daraus folgende Boom wäre die unmittelbarste Hilfe für die griechische Tourismusindustrie (und zudem indirekt für weitere Teile der griechischen Wirtschaft) gewesen.
Sie meinen dieser Gedanke wäre absurd? Aber noch absurder ist es 22 Mrd. Euro zu geben ohne parallel dazu mit aller Kraft eine Regulierung der entsprechenden Finanzmärkte zu beschließen. Die werden nämlich jetzt die großen Gewinner sein, zu Lasten von uns allen.
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Heute im Reiseradio: Supertrend SPA und Interviews mit Prof. Karasek und Konsul Rahe (Arosa-Hotels). Und in den Bissigen Bemerkungen hören Sie allerlei Nettes über unsere griechischen Freunde.

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