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Der Flughafen Tegel wird am 3. Juni trotzdem geschlossen

Entschuldigung, das soll nur ein Scherz sein. Aber halten Sie das für wirklich unmöglich? Es ist die echte Sorge der Bissigen Bemerkungen. Das zuständige Team des Flughafens für die Eröffnung von BER, hat das zuständige Team des Flughafens für die Schließung von Tegel (TXL), nicht über die Verschiebung der Eröffnung von BER informiert. Und letztere machen in TXL wie geplant dicht.
Aber auch das würde Wowereit weglächeln, denn Unschuld hat in Berlin einen Namen: Wowereit. Dass die Eröffnungsfeier ausfällt hat ihn aber echt geärgert. Angeblich hat er prüfen lassen, ob man eine Flughafeneröffnung auch feiern kann wenn der Flughafen nicht eröffnet wird. Tja, lieber Herr Wowereit, im Schließen eines Flughafens (siehe Tempelhof) sind Sie wesentlich stärker als im Eröffnen. Oder wie es ein BBB-Leser zutreffend formulierte: Für Wowereit ist es offensichtlich kein Kunstwerk einen funktionierenden Flughafen in eine Brache zu verwandeln, anstatt eine Brache in einen Flughafen.

„Echt cool“ (Zitat) wie nun Wowereit bzw. die Wirtschaftssenatorin von Obernitz mit dieser „Krise“ umgehen. „Berlin sei krisenerprobt“, also alles kein Problem. Schwer zu verstehen. Gerade wenn man krisenerprobt ist (oder glaubt es zu sein) müsste man doch Mechaniken entwickelt haben, um weitere Krisen zu vermeiden. Normalerweise geht es andersherum: Wenn man zweimal einen Verkehrsunfall überlebt hat, dann passt man doch künftig besser auf, wenn man die Straße überqueren muss.

Und überhaupt, ist „Krise“ hier die richtige Bezeichnung? Das Wort „Krise“ wird hier verwendet, wie wenn „plötzlich“ etwas „Unvorhersehbares“ von „außen“ den Flughafen getroffen hätte. Im Deutschen gibt es ein viel besseres Wort dafür: „UNVERMÖGEN“. Die Berliner Flughäfen brauchen kein Bachneunauge und keinen Feldhamster, da bremsen die Verantwortlichen die Zukunft persönlich. Man könnte auch sagen das „Das Bachneunauge (ersatzweise Feldhamster oder Fledermaus) von Berlin heißt Wowereit“.

Ebenso beliebt ist in solchen Situationen der Spruch „Sicherheit geht vor“, gerne noch mit dem Zusatz „die Sicherheit für Menschen geht vor“. Inzwischen scheint aber festzustehen, dass die Eröffnung erst abgesagt wurde, als man endgültig zur Kenntnis nehmen musste, dass die zuständigen Behörden auch eine Miniversion von Eröffnung nicht genehmigen wollten.

Aber manchmal (oder sogar meistens) hat so ein Knall wirklich etwas Gutes. Inzwischen wissen wir, dass der Flughafen BER nach dem 3. Juni ein riesiges Potemkinsches Dorf gewesen wäre. Angeblich war schon seit Wochen beschlossen 700 Türöffner einzustellen um die wichtigsten „automatischen“ Türen per Hand zu bedienen. Und , und …..
Aus Imagesicht hat Berlin gute Chancen alle Probleme die vor der Eröffnung aufgetreten sind zu „überleben“, alles was nach der Eröffnung schief geht belastet das Image auf Dauer. Also bitte jetzt erst starten, wenn alles, wirklich ALLES funktioniert. Und der passende Termin dafür bietet sich direkt an: 30.10.2012. Warum? Vor dem 3.6.2012 galt lange Zeit der 30.10.2011 als „feststehender“ Eröffnungstermin. Das wäre doch ein typischer Wowi-Gag. „Wir eröffnen heute, am 30.10.2012, den Flughafen. Gegenüber dem ursprünglichen Termin 30.10.2011 hat sich von 8 einzelnen Zahlen nur eine einzige geändert, die letzte. So präzise arbeiten wir hier in Berlin“.
Noch ein Zitat zum Thema Tempelhof aus den BBBs vom 14.1.2008 („Mein Knut heißt Tempelhof“). „Dass man den Flughafen Tempelhof schließen will, weiß der Senat schon lange. Konzept zur Nachnutzung? Fehlanzeige“
Inzwischen sind mehr als vier Jahre vergangen. Nachnutzung? Weiterhin Fehlanzeige! Das ist Berliner Senat: “Keene Haare uff’m Kopp, aba ‘n Kamm inner Tasche”.

Bevor allerdings andere Städte gegenüber Berlin zu überheblich werden:
Liebe Hamburger: „Ihr könnt auch nicht Elbphilharmonie“.
Man könnte hier noch einige deutsche Städte hinzufügen.
Liebe Leserinnen und Leser, erinnern Sie sich noch, wie wir in Deutschland gelästert haben, „die Griechen schaffen es nie die Olympiade pünktlich zu eröffnen“ und die „Südafrikaner schaffen es nie, pünktlich die Stadien fertig zu stellen“. Beiden haben wir angeboten Experten aus Deutschland zu schicken. Sorry, wäre es jetzt an der Zeit, mal um Experten aus Griechenland und Südafrika zu bitten?

Zu guter Letzt: Von Verkehrsminister Peter Ramsauer war wenig zum Thema BER zu hören. Das heben wir uns für „demnächst“ auf.

Nachtrag: Die Mitarbeiter von Air Berlin und Lufthansa u.a. die diesen Mist ausbaden müssen, tun den BBBs wirklich leid!

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Sensationelles TUI-Angebot: Weihnachtsreise ins Kampfgebiet

„Mein Frau wollte das schon lange mal erleben, deshalb habe ich sie mitgenommen“, lautete die Begründung unseres Verteidigungsministers zu Guttenberg warum er seine Frau Stephanie auf die Reise nach Afghanistan mitgenommen hat. Außerdem könne man dadurch der kämpfenden Truppe vor Ort Anerkennung und Respekt aussprechen.
Ähnlich sehen es Tausende von weiteren Deutschen. Aber die Bundeswehr, die genug zu tun hat, die Reisen ihres vorgesetzten Ministers, plus Ehefrau, plus Medientross inklusive und besonders mit Johannes B. Kerner zu organisieren, kann diese Antragsflut nicht bewältigen, zumal sie die vielfältigen Reiseanfragen von Bundestagsabgeordneten in das Krisengebiet bisher abgelehnt hat (worüber jene natürlich sehr erbost sind).
Hilfe kommt jetzt von privater Seite. Auf die Schnelle, noch für die Weihnachtszeit, organisiert TUI Reisen für Urlauber, die gerne mal auf den Spuren von Stephanie zu Guttenberg wandeln möchten: Reisen in das Krisengebiet von Afghanistan.

Auf dem Programm stehen neben dem obligatorischen Truppenbesuch (inkl. Gespräche mit Soldaten und Soldatinnen), gemeinsames Mittagessen mit der Truppe (etwas aufgebessert wenn Besuch da ist, entsprechend der Regeln für Ministerbesuch) und Teilnahme an einer der vielen Talkshows (z.B. mit Anne Will oder Maybritt Illner. Die Talkshow mit Kerner ist leider schon abgedreht). Ausflüge nach Kundus und Masar-i-Scharif sind allerdings nur mit Begleitung möglich. Wobei besonders Masar-i-Scharif das Interesse der Touristen finden dürfte. Die Stadt ist der bedeutendster Wallfahrtsort in Afghanistan und gilt als heilige Stadt des Islams. Spätestens seit der letzten Rede unseres Bundespräsidenten wissen wir den Islam als Teil unserer Kultur zu schätzen und deshalb dürfte dieser Programmpunkt besondere Aufmerksamkeit finden.

Auf die Schnelle konnten keine eigenen Reiseführer mehr gedruckt werden, auf entsprechende Bildbände bei Amazon (z.B. „Deutsche Soldaten im Krieg: die Bundeswehr in Afghanistan„) wird verwiesen.
Diese Reisen unterliegen einer gewissen vorherigen Geheimhaltung und werden deshalb extrem kurzfristig zugeteilt. Eine sofortige Reisefähigkeit der gebuchten Gäste wird deshalb vorausgesetzt.
Ablichtungen nach diesen Reisen in den einschlägigen bunten Blättern (wie bei Politikern üblich), kann nicht für jeden einzelnen Reisenden garantiert werden.
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Weil auch der Autor sich für diese Reise angemeldet hat, fallen nächsten Montag (27.12.) ausnahmsweise die Bissigen Bemerkungen aus. Die nächsten BBBs gibt es wieder im Neuen Jahr am 3.1.2011.
–> siehe diese BBBs auch auf youtube
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) steht Berlin, die Stadt Deutschlands im Vordergrund, die touristisch am meisten boomt. 20 Mio. Übernachtungen in 2010 sind absoluter Rekord. Außerdem kann jemand zwar „Bahn“ heißen, aber trotzdem über „Kreuzfahrten“ schreiben. Gemeint ist der neueste Kreuzfahrtführer von Uwe Bahn.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es diesmal nur um Krisen. Die wahren Schuldigen werden genannt und die tapferen Vorort-Mitarbeiter, die das alles ausbaden müssen, werden gelobt. Ausnahmsweise.

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Der Gipfel, der eine Grube war

Eigentlich darf ich mich ja nicht beklagen. Ich hatte von Ramsauers Rede auf dem BTW-Gipfel nichts erwartet und meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Aber das kann eigentlich nicht sein, dass der Verkehrsminister vor der Tourismusbranche spricht und sich überwiegend mit Straßenverkehr, LKW-Maut u.ä. befasst. Zu den wirklich wichtigen Dingen, zu all den Dingen die der Branche auf den Nägeln brennen, fast nur Lächerliches.

Single European Sky? O-Ton Ramsauer: „Das ist eine Sisyphus-Arbeit“.
Natürlich ist sie das. Aber hier könnte man Großes vollbringen für die Branche, Kostensparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Aber bei ihm hat man nicht den Eindruck, dass „er den großen Stein nach oben rollt, dieser aber leider im entscheidenden Moment immer wieder nach unten rollt“ wie es Sisyphos in der griechischen Mythologie geschieht. Bei ihm hat man eher den Eindruck, dass genau aus diesem Grund er den großen Stein nicht einmal anfasst.

Luftverkehrssteuer? O-Ton Ramsauer: „Meine Erfindung war das nicht. Wenn ich könnte, dann würde ich …“. Auch hier ist er kein Sisyphos (ja nicht anfassen), sondern er macht jetzt einen auf Pilatus „Ich wasche meine Hände in Unschuld“.

Aber die Bahn, die würde ihm am Herzen liegen. Er kontrolliert auch „die Sauberkeit der Bahnhofstoilette in Traunstein“, seinem Wahlkreis. Das hat er wörtlich gesagt, soll wohl Volksnähe bedeuten. Auch ansonsten „liegen ihm die Bahnhöfe sehr am Herzen“. Ramsauer könnte wohl sofort zu „Wetten, dass …“ gehen: Er kann 10 deutsche Bahnhofstoiletten am Geruch erkennen. Toll, Herr Minister.

Etwas unverständlich, wenn er bei der Verabschiedung noch gelobt wird, als einer der Minister, der immer „ein offenes Ohr für die Branche hat“. Was nützt das, wenn in seinem Kopf immer „Durchzug zwischen den beiden Ohren herrscht“. Von ihm hat die Branche auch in Zukunft nicht viel zu erwarten. Diese 40 Minuten waren verlorene Zeit.

Verlorene Zeit war auch, bis zum Schluss ausgeharrt zu haben, zur Verleihung des „Innovationspreis der Deutschen Tourismuswirtschaft“. Der Preisträger heißt: Lufthansa. Dann lauscht man gespannt der Begründung und man lauscht und man lauscht und man lauscht und die Laudatio nimmt kein Ende. Einige Teilnehmer meinten, diese Rede könne nur die Marketing-Abteilung der Lufthansa geschrieben haben. Glaube ich nicht, das sind Profis, die hätten nicht so dick aufgetragen. Und die Begründung: Die besondere Leistung der Lufthansa für ihre First-Class Passagiere. Ist dies das Thema, das die Branche z.Z. bewegt und vorwärts bringt? Nach einer gefühlten halben Stunde hatte ich im Kopf abgeschaltet, aber wenn ich mich im Unterbewusstsein richtig erinnere, wurde auch der Teppich in der First Class lobend erwähnt (kein Scherz). Ich will niemanden persönlich zu nahe treten, aber hatte diese Nummer Lufthansa oder der BTW nötig?

Legen wir auch den Mantel des Schweigens über jede Art der Moderation am ersten Tag. Umso bemerkenswerter wie sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussionen (außer Moderator) angestrengt haben, sich vom generellen Niveau des Tages nach oben abzuheben. Auch die unaufgeregte sachliche Präsentation von BBI war sehr angenehm. Immerhin war nicht der ganze Tag verloren.
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Besonders empfehlenswert sind diese Woche im Reiseradio (www.reiseradio.org) die akustischen Bissigen Bemerkungen. Die wurden nämlich unmittelbar nach dem „Gipfel“ aufgenommen. Da kommt meine Originalstimmung klasse rüber und weitere Kommentare zu den Reden von Wowereit und Gabriel.
Außerdem ist noch mehr Gipfel drin, auch ein Interview mit Dr. Peter Raumsauer. Ich selbst habe es noch nicht gehört, wahrscheinlich werde ich diese Stelle im Reiseradio überspringen. Aber wer nicht in Berlin war, kann es sich ja gönnen.

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Special zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin

Neun Tage lang findet die Leichtathletik-WM in Berlin statt, das drittgrößte Sportereignis der Welt (nach Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaft). Nicht nur sportlich ein echter Leckerbissen, sondern auch touristisch für Berlin ein Highlight mit Nachwirkung. Erstens passen Sport und Tourismus wesentlich besser zusammen, als Politik und Tourismus. Zweitens ist so ein Sportfest in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich positiver belegt als ein Polit-Gipfel. Und im Unterschied zu diesen politischen Ein- bis Zwei-Tage-Veranstaltungen gibt die WM mit neun Tagen und insgesamt mind. 400.000 Besuchern viele Chancen die touristischen Möglichkeiten von Berlin zu erkunden. Wer da kommt hat Zeit mitgebracht. Kurzum: Eine großartige Chance für Berlin (und für Deutschland) in einer touristisch nicht einfachen Zeit.

Als passendes Schmankerl zu diesem sportlichen Großereignis ausnahmsweise mal eine „persönliche“ Sport-BBB:
Heiligabend (2008) um 18.29 Uhr war die Welt für mich noch in Ordnung. Um 18.30 Uhr erhielt ich mein Weihnachtsgeschenk: Eine bereits gebuchte Startkarte für einen 10 Km-Stadtlauf in Berlin. Na und?
Da gab es leider ein Problem oder genauer gesagt mehrere Probleme.
1. Problem Figur: Meinem Gewicht entsprechend, bin ich mindestens 30 cm zu klein.
2. Problem Trainingszustand: Wie der so ist, wenn man jeder Treppe konsequent durch Benutzung des Fahrstuhls aus dem Wege geht und mit ebensolcher Konsequenz mehrstöckige Häuser meidet, die keinen Fahrstuhl haben (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen).
3. Problem Zeit bis zum Lauf: Nur noch 137 Tage (Restliche Weihnachtsfeiertage, Silvester, Ostern und div. Geburtstagsfeiern eingeschlossen).
Lösung: Professionelle Hilfe war notwendig.

Da begegnete mir zufällig Thomas Wessinghage (ehemaliger Europameister über 5.000m). Wir hatten früher einige gemeinsame Sporterlebnisse. Er besiegte im Stadion über 1500 m und 5000 m die Weltelite, während ich als Zuschauer im Sessel saß und ihn anfeuerte. Ihm schilderte ich mein Problem und er empfahl mir sein Laufseminar.

Laufseminar? Vor meinem geistigen Auge sah ich asketische Körnerfresser, die den ganzen Tag im Trainingsanzug umherlaufen und nur über ihre Erfolge und ihre Verletzungen reden. Trotzdem forderte ich die Unterlagen an. Ein „Highlight“ fiel mir sofort auf: Nüchternlauf am Sonntagmorgen. Bereits vor 8.00 Uhr laufen und ohne Frühstück? Dieser Tagesordnungspunkt war für mich schon „gelaufen“. Aber egal, für den Erfolg muss man Opfer bringen. Ab nach Bad Wiessee.

Von nun an gab es nur noch positive Überraschungen. Die Mitläuferinnen und Mitläufer waren überraschend ganz „normale Menschen“. Mit Videoanalyse, Puls- und Laktatmessung wurde die persönliche Fitness festgestellt. Abends wurden die Erkenntnisse vom Tag erläutert. Mein Laufstil war überraschender Weise vollkommen in Ordnung, aber mit dem bei mir festgestellten Laktat (Milchsäure im Blut, wegen schlechtem Trainingszustand), hätte ich noch drei andere Läufer versorgen können. Konsequenz daraus: Ich muss künftig etwas langsamer trainieren.

Schon am nächsten Tag, beim Long Jog-Erlebnislauf über 8,5 Km, setzte ich das Erlernte um. Bald merkte ich, wie das etwas langsamere Laufen mir gut tat. Nach der Hälfte der Strecke fühlte ich mich so gut, dass ich an Tempo zulegen konnte. Ein herrliches Gefühl soviel Reserven zu haben. Und es wurde immer noch besser. Zwar war das noch nicht der oft gerühmte „Runners High“, aber zumindest „Runners Flow“. Selbst die kleine Gemeinheit vom Veranstalter, dass der letzte Kilometer ein durchgehender Anstieg war, konnte mich nicht mehr schrecken.

Es wurde Sonntagmorgen. Ich stand nicht nur pünktlich um 7.30 Uhr und ohne Frühstück startbereit, sondern war erstaunlicherweise auch fröhlich. Ich erkannte mich nicht wieder. Der folgende Wendepunktlauf auf einer Teilstrecke um den Tegernsee, war kein Problem. Fast hätte ich gerufen: „Leute macht Platz, ich komme“.

Und die letzte Überraschung erwartete mich am Montagmorgen auf der häuslichen Waage. Ich hatte völlig unbemerkt 2,5 kg abgenommen. Das nicht durch weniger Essen, sondern nur durch leicht andere Ernährung, mehr Schlaf als normal und eben mehr Bewegung. So kam ich glücklich und hoch motiviert zum Laufen zurück. Der „Stein des Anstoßes“, der 10 Km Stadtlauf in Berlin, wurde kurze Zeit später locker und in geplanter Zeit absolviert. Einmal in Bewegung gekommen, inzwischen wieder im akzeptablen Gewichtsbereich, werden die Ziele nun höher gesteckt. Für den 2. Mai nächsten Jahres ist ein Halbmarathon in Hannover fest eingeplant. „Leute macht Platz, ich komme.“

Eine Kurzfassung dieser BBB findet sich im aktuellen Bordmagazin der Air Berlin. Der für den 2. Mai 2010 geplante Lauf ist der TUIfly-Halbmarathon. Immer schön auf Ausgewogenheit bei den Airlines achten.

Wer Interesse hat: für 2010 sind weitere acht Laufseminare mit Prof. Dr. Thomas Wessinghage in Bad Wiessee geplant. Näheres erfährt man unter s.fiss@medicalpark.de oder unter info@thomas-wessinghage.de.
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Eigentlich sollte das für heute genügen. Jetzt hat diese Woche die CDU ein Raumfahrtprogramm zum Mond angekündigt. Spiegel online titelte „Peter Hintze (Luft- und Raumfahrt-Koordinator der Bundesregierung) will zum Mond“. Sorry, da fällt den BBBs spontan ein „Ist der nicht ohnehin hinter dem Mond zuhause?“.
Interessant auch der Kommentar in der Frankfurter Rundschau: „Das ist reine Känguru-Politik. Große Pläne und kein Geld im Beutel.

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Die teuerste Joggingstrecke der Welt

Mit dieser Frage kann man auch ganz Schlaue in Verlegenheit bringen. Welche ist nun die teuerste Strecke? Eine Antwort „Berlin“ wäre nicht so schlecht, aber etwas genauer bitte. Die richtige Antwort lautet: Der Rettungsweg auf dem Flughafen Tempelhof. Wie erfahrene BBB-Leser wissen, kostet der momentan stillgelegte Flughafen Tempelhof pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag. Für nichts, einfach so fürs „Rumliegen“.

Jetzt hat der neue Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Burkhard Kieker, wenigstens eine sinnvolle Teilnutzung entdeckt. Auf dem Rettungsweg um das Flughafengelände, ursprünglich eingerichtet für Notfälle aller Art rund um die Start- und Landebahnen, lässt sich gut joggen. Dumm nur, dass man für die Benutzung dieses Weges eine Sondergenehmigung braucht. Aber das macht die Sache ja nur noch elitärer. Dann joggt hier auch nicht Hinz und Kunz, sondern nur Einer – der Tourismuschef.

Berlin hat schon viele grandiose Stadtläufe wie Berlin Marathon, 25 km de Berlin (sog. Franzosenlauf), Asics Grand 10 Berlin (u.a. durch den Berliner Zoo). Wie wäre es mit einem „Flughafenlauf Schönefeld – Tempelhof“ mit Schlussrunde auf dem Rettungsweg? Und Wowereit überreicht den Siegerpokal und preist das Nachnutzungskonzept für Tempelhof.

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Die letzten BBBs über Beschwerdemanagement haben einige Reaktionen durch die Leser ausgelöst. Die folgende war die schönste:
Ein Hotel einer bekannten Hotelkette in Berlin erhielt einen sehr sachlichen Beschwerdebrief. Das Hotel antwortete darauf in ebenso sachlicher und angemessener Weise. Und wollte dann noch etwas zusätzlich Gutes tun. Aber „gut gemeint“ ist bekanntlich das Gegenteil von „gut gemacht“. Weil gerade Ostern vor der Tür stand, wurde ein Schokoladen-Osterhase verschickt. Dummerweise nur in einem Briefkuvert!? Der Schokohase kam, nach nicht zartfühlender Behandlung durch die Post, leider nur als Puzzleteile an. Gerüchteweise ist der Empfänger noch immer damit beschäftigt den Hasen wieder zusammenzusetzen.

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Schauen Sie mal vor die Tür: Die ITB steht davor

Es ist mal wieder soweit. Die ITB steht vor der Tür. Neben harter Arbeit in den täglichen Verhandlungen und noch härterer Arbeit im nächtlichen „get-to-gether“, zählt auch das Verbreiten von Gerüchten und der Austausch von kleinen Bissigkeiten (der Ur-Form der Bissigen Bemerkungen) zum täglichen Allerlei.

Haben Sie schon gemerkt, dass dieses Jahr „der Kalender gefühlt schneller läuft“ und alles kurzfristiger passiert? Die Einladungen zu den Veranstaltungen kamen kurzfristiger und die Gerüchte/Bissigkeiten laufen dieses Jahr auch noch nicht so richtig an.

Helfen wir deshalb ein bisschen nach:

Der Touristik Report (wie lange gibt es den noch?) schrieb über Thomas Cook: „Qualität wird Chefsache“.
Oh weh, das kennen wir doch aus der Politik. Wenn etwas Chefsache wird…… das war`s dann.
Bei dieser Gelegenheit sollte man auch den „Granaten-Spruch“ eines Neckermann-Produktverantwortlichen zu den neuen Produkten für die 50plus in den BBBs verewigen: „Der Tag beginnt mit einem fröhlichen gemeinsamen Blutdruck messen.“ Hätte gerade noch gefehlt, dass es abends auch „kleinere Portionen“ gibt.

Wowereit hat die neue Imagekampagne für Berlin zur Chefsache erklärt. Schade, man hätte es auch mit einem Experten versuchen können. Da das ganze vertraulich ist, weiß man auch schon wie der neue Spruch heißen wird: Be Berlin. Mensch, was soll unserer einer noch alles sein? Wir sind schon Papst, wir sind schon Deutschland, jetzt sollen wir auch noch Berlin sein. Ganz schön stressig!

Apropos Papst und Verleihung der „Touristik Awards“ durch den Travel Industry Club auf der ITB. Es ist sicherlich ein Gerücht, dass der Lifetime-Award posthum an den verstorbenen Papst Johannes Paul II für seine außerordentliche Reiseleistung verliehen werden soll.

Dringend nachtragen müssen wir den Erfolg des sog. „Flirt-Express“ der Bahn am vergangenen Valentinstag. Das war ein echter Imagegewinn für die Bahn. Der Erfolg ruft direkt nach Wiederholung. Schade wäre, wenn es Mehdorn zur Chefsache erklären würde. Flirten und sein bissiger Gesichtsausdruck, das wäre schon eine Art Hardcore-Flirt.

Haben Sie gelesen, die Swiss übernimmt Kuonis Ferienflieger Edelweiss? Komischerweise hat das in den deutschen Fachmedien nur einen geringen Widerhall gefunden. Aber denken Sie mal nach: Edelweiss ist ein Ferienflieger, die Swiss gehört Lufthansa, die Lufthansa verhandelt mit TUI über den Zusammenschluss von germanwings und TUIfly. Klingelt´s wo da noch ein Plätzchen frei sein könnte? Und in der Schweiz erstarkt gerade Air Berlin mit dem Veranstalter Hotelplan, da braucht TUI Suisse auch noch ein bisschen Unterstützung.

Wenn Sie weitere „gewichtige“ Gerüchte erfahren haben, bitten wir um Mitteilung. Schließlich stehen die nächsten Bissigen Bemerkungen auch schon vor der Tür. Und zwar noch vor der ITB. Ein Gedränge ist das vor der Tür.

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Mein Knut heißt Tempelhof

Entschuldigung liebe Leser, wenn die BBBs erstmals bei einer Überschrift „etwas schummeln“. Diese Überschrift ist nur gut für die Internet-Suchmaschinen, damit dieser Beitrag oft gefunden wird.
Eigentlich müsste die Überschrift lauten: „Die Berliner Flughäfen brauchen kein Bachneunauge und keine Fledermaus, da bremst der Senat die Zukunft persönlich“.
Noch lustiger wäre die Überschrift gewesen: „Das Bachneunauge von Berlin heißt Wowereit“.

Ok, geben wir es zu, die BBBs finden den Flughafen Tempelhof auch „knutschig“ wie es neuberlinerisch heißt. Aber das ist an dieser Stelle nicht das vorherrschende Argument, man will ja von Wowi nicht mit „Nostalgiker“ verspottet werden. Nein, es geht um den Flugverkehr der Zukunft in Berlin (die Nostalgie gäbe es dann gratis dazu).

In Berlin ist alles anders. Man ist arm aber sexy und man weiß nicht immer was man will. Den Flughafen Tempelhof will man auf keinen Fall, vielmehr möchte man etwas weltweit Einmaliges schaffen: Man will einen Flughafen schließen, obwohl kein Feldhamster sich in seiner Ruhe gestört fühlt und obwohl keine Flughafenanwohner wegen des Fluglärms protestieren. Toll oder Tollhaus?

Dass man den Flughafen Tempelhof schließen will, weiß der Senat schon lange. Konzept zur Nachnutzung? Fehlanzeige. Also doch echt berlinerisch, man weiß was man nicht will, aber nicht was man wollen könnte. Sorry, eine Idee, gibt es doch. Man würde gerne aus einem funktionierenden Flughafen ein „pflegearmes Wiesenmeer“ machen! (Wer ist hier eigentlich der „Sozialromantiker“, liebe Frau Senatorin Junge-Reyer?) Das glaubt einem weltweit kein Mensch, es sei denn er kenne die Berliner Senatsmentalität.

Natürlich hat der Berliner Senat Argumente gegen Tempelhof. Richtige Kracher sogar. Zumindest auf den ersten Blick.

Das wichtigste Argument. Man will den Ausbau des künftigen (Groß?)-Flughafens „Airport Berlin Brandenburg International“, kurz BBI genannt, nicht gefährden. Und deshalb müsse man Tempelhof schließen. Flugs werden juristische Argumente ausgetauscht und Gerichtsurteile so interpretiert, dass sie „passen“. Also jubelte zuletzt der Senat (warum jubelt der eigentlich?), jetzt hätte es auch das Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Aber was hat es bestätigt? Es hat bestätigt, dass Tempelhof geschlossen werden darf (Man beachte das letzte Wort „darf“) und die Schließungsverfügung rechtens sei. Heißt auf gut Deutsch: Ändern könne dies nur einer: der Berliner Senat. Sofern er wolle. Aber er will nicht.

Aber genau hier liegt nicht nur der Hund begraben, sondern auch die Zukunft des Berliner Flugverkehrs. Der künftige Hauptstadtflughafen ist zu klein dimensioniert. So ist das nun mal, mit den langen Plan-Vorlaufzeiten in Deutschland. Wer hätte ehrlicherweise 1995 zum Beispiel mit der sensationellen Entwicklung der sog. Billigflieger gerechnet. Alles wäre halb so schlimm, wenn man aufgrund der neueren Erkenntnisse Konsequenzen daraus ziehen würde.
Man könnte zum Beispiel in München mal kurz nachfragen, wie das mit den Zahlen zum Beginn des Planfeststellungsverfahrens und mit den Zahlen bei Eröffnung des Flughafens war. Jedoch haben die schlauen Bajuwaren ganz flugs Gas zum weiteren Ausbau gegeben.
Oder nehmen wir Frankfurt. Trotz extrem kritischer Wahlkampfzeit in Hessen bekannte man sich zum weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens und hat entsprechende Entscheidungen gefällt.
Man könnte auch den Frankfurter Flughafen-Chef Bender fragen, wie wichtig es für ihn ist, dass die kleinen Business Jets in Egelsbach landen und nicht in Frankfurt. Genau diese Rolle könnte Tempelhof schließlich für BBI übernehmen und Tempelhof liegt noch extrem günstiger zur Berliner-City als Egelsbach zur Frankfurter-City.

Aber zum Glück gibt es noch die Anwohner des Flughafens Tempelhof. Die wollen jetzt auch etwas weltweit Einmaliges schaffen. Sie starteten ein Volksbegehren um einen Flughafen direkt vor ihrer Haustür offen zu halten! Den ersten Anlauf hat das Abgeordnetenhaus noch locker abgebügelt. Jetzt läuft seit 15. Oktober 2007 die zweite Stufe des Volksbegehrens. 7% der wahlberechtigten Berliner müssen für einen Erfolg zustimmen, das wären ca. 170.000 gültige Unterschriften. Am 10.1.08 waren es lt. offiziellen Angaben 137.333 (die meisten aus Flughafen nahen Stadtteilen!). Pro Woche kamen zuletzt ca. 7.000 Unterschriften hinzu. Das wird zwar knapp bis zum Ende der Frist am 14. Februar 2008, aber man kann es noch schaffen (siehe hierzu www.das-thema-tempelhof.de ). Die BBBs drücken die Daumen

Und der Druck auf den Senat verstärkt sich in den letzten Tagen:
Die BZ am 7.1.08: „BBI droht der Kollaps. Passagier-Zahlen steigen stärker als erwartet. Experten: Tempelhof muss bleiben, damit der Großflughafen funktioniert“.
Der Rechtsexperte Rupert Scholz am 12.1. im Tagesspiegel: „Juristisch spricht nichts gegen Tempelhof. Es gibt kein rechtliches Argument, das in irgendeiner Weise gegen die Offenhaltung von Tempelhof spricht. Die Entscheidung für oder gegen den Weiterbetrieb vom Tempelhof ist nur eine politische Frage“.

Man könnte noch viele Punkte ansprechen: Das Problem wenn mal (warum auch immer) eine Landebahn in BBI geschlossen werden muss (wie im Moment gerade in Schönefeld) oder die stille Freude in Brandenburg künftig die eigenen Mini-Airports besser beschäftigen zu können usw. usw.

Machen wir Schluss für heute: Diese BBBs möchten nur ein kleiner Gruß zum Neujahrsempfang der Berliner Flughafengesellschaft in dieser Woche sein. Man stelle sich vor, bei dieser Gelegenheit würde Wowereit sagen: „Tempelhof bleibt offen. Und das ist gut so“. Wow, das gäbe Headlines in Berlin wie „Klinsmann kommt“ in München.

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In eigener Sache: Man hätte diese Woche auch über den spektakulären Anteilsverkauf der TUI an TUI Travel berichten können. Aber nach der ganz aktuellen Meldung „TUI baut Konzern radikal um“ in der Online-Ausgabe der Financial Times vom 13.1. sind hierzu weitere Recherchen notwendig. Also bis nächste Woche.

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Auf ein Neues

Das war´s liebe Leserinnen und Leser für das Jahr 2007. Aber es gibt keinen Grund zur Sorge, auch in 2008 wird es in der Touristik genug zum Nachforschen geben.
Hier ein kleiner Ausblick:

Wird es quer durch die TUI-Aktionäre einen neuen Eisernen Vorhang geben? Oder wird es bei TUI noch mehr internationale Großaktionäre geben und wird sie Ihren Firmensitz an den Hudson River (UN-Hauptgebäude) verlegen müssen?

Thomas Cook hat in letzter Zeit eigene Aktien aufgekauft. Gleichzeitig wurde eine neue Akquisition in der Touristik angekündigt. Holt Thomas Cook zum großen Coup aus und kauft sich selbst?

Werden in 2008 aus Kümmerer auch Verkäufer?

Wird Ryanair in 2008 freundlich?

Outen in 2008 Mehdorn und Schell ihre bislang heimliche Liebe?

Kann Berlins Regierender Wowereit die Seite wechseln und Tempelhof zu dem machen was es bereits ist? Einen unverzichtbaren Flughafen!

Die neue fvw-Statistik berichtet, dass im vergangenen Jahr die kleinen Veranstalter zu Lasten der großen Veranstalter gewachsen seien. Wird damit ein alter Joke in 2008 zur Realität?
Frage: Wie kommt man in der Touristik am sichersten zu einem kleinen Vermögen? Antwort: In dem man vorher ein großes Vermögen hatte!

Und vieles, vieles mehr.

Zuletzt noch eine typisch BBB-schwierigere Frage um die Ecke gedacht: Will die Deutsche Bank in Berlin einen Jurassic Parc bauen? (Zur Lösung müsste man eine Mitteilung der Deutschen Bank und eine Pressemitteilung des NABU jeweils vom 28.12. zusammenbringen!!). Na, zwischen zwei Silvester-Punsch müsste das doch gelingen.

Zum Abschluss noch eine persönliche Bemerkung:
Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser für Ihre Treue im vergangenen Jahr. Stolze 15% plus bei den Abozahlen für den Newsletter auf jetzt 2.325 und ebenfalls mehr als 15% plus bei den Besuchern von karl-born.de bedeuten die Rekordzahl von mehr als insgesamt 230.000 Visitors (nicht Klicks!) in 2007 für die Bissigen Bemerkungen. Das ist neue Motivation auch nach 335 Ausgaben (d.h. bisher an 335 Sonntagabende hintereinander malochen) im nächsten Jahr wieder Gas zu geben und möglichst noch bissiger zu werden.
Vielen Dank auch an dieser Stelle für die vielen Rückmeldungen aus dem Leserkreis, wie beispielsweise zuletzt auf die BBBs vom 17.12., „Weihnachtlicher Wunschzettel der Reisebranche“.

In diesem Sinne, auf ein Neues und Ihnen allen ein glückliches und sehr erfolgreiches Jahr 2008. Möge wenigstens einer unserer Träume in Erfüllung gehen.

Ihr
Karl Born

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