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Service Champions 2011

Diese Woche gab es gleich zwei Themen die sich zum „Beißen“ empfohlen haben.
Zuerst natürlich „Deutschlands größtes Service-Ranking 2011“, sozusagen ein Thema zur Kernkompetenz der Bissigen Bemerkungen.
Aber zum Super-Biss verleitet der neue Slogan für die Schlecker Drogerie-Märkte und die kommunikative Reaktion des Unternehmens auf die öffentliche Kritik. Dies ist zwar kein touristisches Thema, aber die Perfektion von Schlecker, wie man Schlimmes immer noch Schlimmer machen kann (frei nach dem Motto: Nichts im Leben ist unnütz, notfalls kann es immer noch als schlechtes Beispiel dienen), passt so schön als Gegenbeispiel zum Thema Champions im Umgang mit Kunden.

Kommen wir zuerst zu den Champions.
Hinter einer breit angelegten Kundenbefragung (durchgeführt von der Goethe-Universität Frankfurt) zum „erlebten Kundenservice“ stehen insgesamt fast 1 Million Kundenurteile zu über 1.000 Unternehmen und 100 Branchen (zitiert nach DIE WELT).

Der bissige Blick geht natürlich sofort zu den touristischen Unternehmen. Aber hier gibt es erfreulicherweise wenig zu beißen, denn die Touristik ist topp platziert.
Unter den ersten Fünfzehn (von 1.000) finden wir drei Hotelketten (Kempinski auf Platz 1, Steigenberger Platz 9 und Travel Charme Hotel Platz 11), zwei Kreuzfahrtunternehmen (Celebrity Cruises Platz 4, AIDA-Cruises Platz 14) und einen Reiseveranstalter (TUI Platz 3). Sechsmal Touristik auf den ersten fünfzehn Plätzen, das ist sensationell. Gratulation. Zum Vergleich, der bestplatzierte Autohersteller (Audi) findet sich erst auf Platz 24. Das zeigt, dass die Touristik-Branche in ihrer Hinwendung zum Kunden weit besser ist, als sie in den Medien zumeist gescholten wird.

Unter den ersten Hundert (wohlgemerkt von 1.000 platzierten Unternehmen) findet man noch aus der Touristik (als zweitbesten Veranstalter) Bucher-Reisen auf Platz 43 (Mutter Thomas Cook steht erst auf Platz 119). Außerdem noch unter den besten Hundert: Lufthansa, TUI Cruises, Robinson Club, Phoenix-Reisen, Alltours, Singapore Airlines, NH-Hotels, Lindner Hotels, Carnival Cruise Lines, Air Berlin und United Airlines. Erstaunlicherweise auch die Platzierung der Nord-Ostsse-Bahn auf Platz 87, trotz Dauerstreik der Bediensteten!!! Wenn man jetzt noch zwei gut platzierte Erlebnisparks und zwei Zoologische Gärten zur Touristik hinzuzählt, dann ist die Branche mit 22 Nennungen unter den ersten Hundert, die erfolgreichste Branche.

Wie man es nicht machen sollte, zeigt gerade die australische Fluggesellschaft Qantas. Sie hat im Kampf mit den Gewerkschaften einen drastischen oder besser gesagt absolut unmöglichen Beschluss gefasst: Sie stellte am Samstag ohne jede Vorwarnung für ihre Kunden und mit sofortiger Wirkung den gesamten Flugbetrieb ein. 108 Flugzeuge strandeten in 22 Ländern, mehr als 1300 Passagiere, die innerhalb von 24 Stunden bei Qantas einchecken wollten, blieben auf der Strecke. Service Champion wird diese Airline nie!

Was beim Ranking der Champions noch auffallend ist:
 Die Krankenkasse der Bahn ist deutlich besser platziert als die Bahn selbst (offensichtlich ist der Service für die kranken Mitarbeiter besser als für die Kunden)
 Der 1. FC Kaiserslautern ist besser platziert als Bayern München und Borussia Dortmund (Merke: Verlieren kann mit besserem Service verbunden sein als Gewinnen)
 Der bestplatzierte Lebensmittel-Discounter LIDL liegt auf Platz 966!! (wir können nur billig, sonst nichts).

Vergeblich sucht man in dieser Liste den Drogeriemarkt Schlecker, was nicht weiter verwunderlich ist. Schlecker glänzte vor kurzem mit seinem neuen Slogan „For You. Vor Ort“ in einer sprachlichen Schlichtheit, die wohl kaum noch unterboten werden kann. Was bei der Vielzahl nichts sagender Slogans in diesem Land auch eine Leistung bedeutet. Auf die öffentliche Kritik reagierte der Schlecker Unternehmenssprecher Florian Baum mit dem „bemerkenswerten“ Satz: „Das Motto sollte die durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind, ansprechen“. Das ist eine glatte Note Eins im Wettbewerb: Wie beleidige ich meine Kunden!

Aber dem tollen Unternehmenssprecher Herrn Baum gelang sogar noch eine Steigerung. Auf den folgenden öffentlichen Proteststurm reagierte er mit: „Und selbstverständlich freuen wir uns, wenn sich 95 Prozent der Deutschen von unserem neuen Motto FOR YOU. VOR ORT. angesprochen fühlen“. Sauber. Nach seiner Logik sind also 95% der Deutschen dem niedrigen und mittlerem Bildungsniveau a la Schlecker zuzuordnen.
Dazu gab es einen herrlichen Kommentar in WELT online:
„Wenn man weder vor seinen Mitarbeitern, noch vor seinen Kunden Respekt hat, sollte man einfach den Laden zumachen. Schlecker ist die FDP im Einzelhandel. Nur noch peinlich.“

Schöner hätten das auch die BBBs nicht formulieren können.

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Wenn ein Unternehmen seine Kunden vergisst …..

Bei der Eröffnung 1897 wurde sie als „größtes bautechnisches Wunder der Gegenwart“ gefeiert. Sie gilt auch heute noch als die höchste, kühnste und eleganteste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Die Rede ist von der Müngstener Brücke (ehemals Kaiser-Wilhelm-Brücke), die Remscheid mit Solingen verbindet und eine wesentliche Verkürzung des Fahrweges zwischen den beiden Städten bedeutet.

Aber seit einiger Zeit wird die Standsicherheit der denkmalgeschützten Brücke bezweifelt. Deshalb durften im letzten Jahr die Triebwagen der Bahn nur noch im Schritttempo fahren und seit November 2010 wurde der Schienenverkehr ganz eingestellt. Jetzt, zum 1. Mai, sollte die Strecke wieder freigegeben werden, falls die Bahn bis dahin entsprechend positive Daten über die Belastbarkeit der Brücke liefern würde. Die Bahn hat fristgerecht einen neuen Genehmigungsantrag gestellt und dabei ein Gesamtgewicht von 69,9 Tonnen pro Zug angegeben. Eine große Wiedereröffnungsparty für die Bevölkerung mit Würstchen, Bier und Künstlern war geplant und verbindlich angekündigt.

Aber leider wurde die Bahnstrecke nicht freigegeben. Und jetzt die Quizfrage: Warum?
Nachdenken! Es geht um die Bahn! Womit hat sie oft Stress?
Na klar, mit ihren Kunden.

Jetzt wissen Sie auch schon, warum die Strecke nicht freigegeben wurde. Die Bahn hatte in ihren Berechnungen schlicht ihre Kunden, die Fahrgäste, vergessen. Im Genehmigungsantrag wurde nur das Gewicht eines leeren Zuges angegeben. Mit Passagieren müsse man aber von 81 Tonnen statt der unterstellten rd. 70 Tonnen ausgehen. Eigentlich logisch, das würde ja auch keinen großen Sinn machen immer nur mit einem leeren Zug über die Brücke zu fahren. Obwohl andererseits hätte das auch Vorteile. Man hätte dann zumindest auf dieser Strecke keinen Ärger mehr mit Kunden, denen es zu heiß oder zu kalt ist. Ebenso gäbe es keine Beschwerden über Verspätungen und was auch sonst diese immer „anspruchsvolleren Kunden“ an der Bahn auszusetzen haben.

Trotz Krisensitzung nach Aufdeckung des Fehlers, fanden die Beteiligten bislang keine Lösung für die Freigabe der Brücke. Tja, sich auf Kunden umzustellen ist eben nicht so einfach. Aber ein Trost bleibt, ohne Passagiere darf die Bahn ab sofort über die Brücke fahren. Sicher wird sie das auch tun.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es in dieser Woche um Kuhkämpfe im Wallis. Diese Schweizer sind immer für eine Überraschung gut.

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Lufthansa will Google spielen

Es scheint immer mehr zur Seuche zu werden: Daten sammeln bis zum Umfallen. Dagegen ist Rinderwahnsinn, Geflügelpest und was es da noch so alles gab und gibt direkt ein Klacks. Eine richtige Unternehmenskrankheit, gegen die es noch keinen Impfstoff gibt. Noch nicht, die Pharmaindustrie wird sich aber bald dieser Marktlücke annehmen.

Wer sammelt da alles? Geheimdienste, die alles wissen wollen, aber (zum Glück oder manchmal auch nicht) unfähig sind das ganze auswerten. Und dann der große Riese Google mit seiner Datenfresssucht. Was haben wir uns in den 50er und 60er-Jahren (zumindest die Älteren von uns) über die Orwellsche Fantasien im Thriller 1984 erschrocken. Das waren ja, gemessen an heute, nur kleine Papiertiger, die uns da Angst gemacht haben.

Wie so oft dauert es in der Industrie etwas länger, bis sie den „Zeitgeist“ aufsaugt. Telekom, Deutsche Bahn, Schlecker und wie die Kameraden alle heißen mögen, haben inzwischen gezeigt, dass sie keinen Respekt vor persönlichen Daten haben. Da dachte sich Lufthansa, was die können, müssten wir doch auch können. Ganz nach dem Motto „dann schaun mer mal“ ob das funktionieren kann.

Der Gedanke ist eigentlich ziemlich einfach und dreist gleichermaßen. Wer bei der Lufthansa künftig Großkundenrabatt will, muss anzeigen, welchen Rabatt er schon bei der Konkurrenz hat, und zwar sehr konkret. Ein verblüffender Gedanke wie man an wertvolle Konkurrenzdaten kommen kann. Aber immerhin löblich, könnte man sagen, dass die Lufthansa diese Konkurrenzdaten nicht „stehlen will“, sie erfragt sie einfach. Genial eigentlich, wenn es nicht zu naiv wäre zu glauben, dass man mit „dieser Nummer durchkommen könnte“.

Man stelle sich vor Air France oder Air Berlin wäre auf diesen Gedanken gekommen. Das hätte einen Aufschrei gegeben. Selbst Bundestagsabgeordnete hätten „Skandal“ gerufen (es bleibt Ihnen liebe Leser überlassen, herauszufinden, welcher Gedankengang hier dahinter steht).

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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) wird Erstaunliches berichtet. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern veranstalten eine gemeinsame (repeat „gemeinsame“)
Saisonauftakt-Veranstaltung. Wer hätte das gedacht. Und Trend-Themen im Angebot verschiedener Bundesländer sollen künftig immer von einem Bundesland federführend betreut werden. Als erstes übernimmt Mecklenburg-Vorpommern beim Thema Wasserstraßen die Federführung. Vernunft auf dem Vormarsch? Unglaublich!
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Chaos à la Brüssel, die „Revolte“ kleiner Reisebüroinhaber (-innen) und um „Willy“, den späten Weihnachtsmann.

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Wenn der Eigentümer plötzlich und überraschend merkt, dass ihm seine eigene Firma nicht gefällt.

Es sei „im höchsten Maße erstaunlich, was da für Material herumfährt“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle (CSU) am Mittwoch (6.1.2011) in Berlin mit Blick auf die Züge des Staatskonzerns.
Nur zur Information: Staatssekretär Scheurle sitzt im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Woher nun die plötzliche Erkenntnis?

Was übrigens die S-Bahn betrifft, kann man auf Bahn-Flächen bei Spandau und auf dem Werksgelände bei Bombardier 60 nagelneue Züge der Baureihe Talent 2 bestaunen, die dort mehr oder weniger sinnlos herumstehen. Hier kommt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), das die Fahrzeuge abnehmen soll, nicht zum Abschluss. Das muss die geplagten Berliner S-Bahn-Nutzer, angesichts des aktuellen Fahrzeugmangels, doch zum Wahnsinn treiben.

Auch unser Verkehrsminister Ramsauer sieht sich angesichts der aktuellen Bahnprobleme nicht persönlich im Obligo. „Auf der Schiene regierten jahrelang Sparpolitik und Renditedruck. Reserven wurden abgebaut, Personal eingespart.“ Verkehrsminister Ramsauer forderte das Unternehmen daher zu mehr Investitionen auf. „Die Bahn muss jetzt mit einer Qualitäts- und Investitionsoffensive reagieren.“
Da ist man sich nicht sicher, ob man wacht oder träumt. Ausgerechnet jene, die von Hause aus eigentlich Aufsicht über die Bahn führen müssten, geben sich vollkommen überrascht. Wobei es sein mag, dass sie tatsächlich „unwissend“ sind, aber das entschuldigt die Herren keineswegs. Sich so populistisch auf die Stimmung der geplagten Bahnfahrer einzuschwenken ist schon eine Frechheit.

In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ verteilte Ramsauer wie so oft „großzügig“ Aufgaben an andere, nur er selbst war mal wieder für nichts verantwortlich. Deshalb stellen die BBBs heute die Quizfrage:
Was haben die Sängerin Annett Louisan und unser Verkehrsminister Peter Ramsauer gemeinsam?
Die Antwort erfahren Sie am 11.1. während der „Bissigen Bemerkungen LIVE“ im Rahmen des „networkings“ des Travel Industry Clubs in Frankfurt (für alle an diesem Abend „Verhinderten“ gibt es die Lösung nächste Woche).

Angesichts des Begriffs „networking“ eine leichte Korrektur zu den nur schwer erkennbaren persönlichen Aktivitäten von Peter Ramsauer. Neben seinem Engagement für saubere Bahnhofstoiletten zeigte er sich neuerdings auch als Kämpfer für die Deutsche Sprache. Von seinem Ministerium hat er sich 111 Anglizismen zusammenstellen lassen. Statt deren müssen nun seine Mitarbeiter die „passenden“ deutschen Begriffe verwenden. So gibt es ab sofort im BMV keinen Laptop mehr, sondern „Klapprechner“ und aus dem Flippchart wurde der „Tafelschreibblock“. Ob das nun gerade die richtigen Beispiele für „saubere“ deutsche Sprache sind, darf bezweifelt werden.

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Beim Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es diese Woche vor allem um Irland. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen steht das für Reisebüros nicht schmeichelhafte Ergebnis einer Befragung durch das „Deutsche Institut für Servicequalität“ im Mittelpunkt. Und außerdem wird die Tourismusaffinität der ägyptischen Haie bewundert, die passen zur Hauptreisezeit von den ägyptischen Stränden verschwunden waren und erst danach wieder auftauchten.

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Für alle, die sich zuletzt über die Deutsche Bahn geärgert haben ……..

Haben Sie sich dieses Jahr schon über die Bahn geärgert? Dann sollten Sie mal diese Meldung lesen, es gibt anderorts noch Steigerungen:

Rund 20 Passagiere und ihre sieben Autos sind im Eurotunnel-Zug schlichtweg vergessen worden. Kein Scherz. Dazu muss man wissen, dass man während der Fahrt mit dem Eurotunnel-Zug – anders als im deutschen Autoreisezug – im Auto sitzen bleibt. Während besagte Passagiere nach ihrer Ankunft im französischen Calais „so vor hin schimpften“, weil es mit dem Entladen nicht vorwärts ging, setze sich der Zug überraschender Weise wieder in Bewegung und noch überraschender ging es wieder durch den Tunnel zurück nach England. Dort erklärte man den verdutzten Leuten „Sorry, unsere französischen Kollegen haben euch beim Ausladen glatt vergessen. Kann ja mal passieren“. Aber nett, wie die englischen Bahner nun mal sind, wurde der Waggon der „Doppelfahrer“ gleich an den nächsten Zug nach Calais angehängt und es ging dann gleich zum dritten Mal durch den Tunnel. Jetzt zusätzlich versehen mit einer großen Entschuldigung und einer kleinen Entschädigung – Höhe ist leider nicht bekannt.

Also ehrlich, da freut man sich doch jetzt schon wieder auf die nächste Fahrt mit der Bahn. Da passiert zwar auch so allerlei, aber nach Fahrtende werden immer alle „ausgeladen“, vielleicht nicht immer freundlich, aber immerhin.

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Nachtrag zu den BBBs von letzter Woche:
Das fanden die Kollegen der anderen Flughäfen wohl nicht so lustig, was Fraport-Chef Schulte im Interview in der Süddeutschen so dahinplapperte. Schnell wurde spekuliert, ob es sich hier um einen Deal Schulte/Ramsauer handeln könnte, nach dem Motto: Ich lobe den Unsinn den das Verkehrsministerium hier verzapft und umgekehrt wird bei der Ausgestaltung des Gesetzes Fraport besonders schonend behandelt. Der Kollegen-Protest muss jedenfalls so stark gewesen sein, dass Schulte, ansonsten wenig von Selbstzweifel geplant, einen Brief an seine Flughafenkollegen schrieb. Jetzt wird darüber diskutiert ob dieser Brief Entschuldigung oder eher Rechtfertigung bedeutete. Schulte selbst nannte es „Irritationen ausräumen“ Aber die waren danach eher größer als kleiner.
Fazit BBB: da haben wir letzte Woche wohl zu Recht gebissen!
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es diese Woche um Kultur als Reisegrund und das in vielfältiger Form.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen lassen wir dem Ärger über offene und versteckte Hotelgebühren freien Lauf. Wenngleich die Unsitte sich noch nicht in Deutschland verbreitet hat. Aber wir wissen ja aus Erfahrung: Schlechte amerikanische Sitten verbreiten sich schnell.

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Kaum zu glauben

Mag ja sein, dass sich Piloten nur ungern mit Lokomotivführern vergleichen lassen wollen. Aber ein Blick über den Tellerrand hin zur Bahn würde sowohl den Piloten wie auch der Lufthansa nicht schaden.
Erinnern Sie sich an Mitte bis Ende 2007? Erinnern Sie sich an das permanente „Gewürge“ von Lokomotivführern und Bahn mit Streikankündigung, dann doch kein Streik, dann doch Streik, dann Handschlageinigung, die aber keine war (Urmodell des DFB/Joggi Löw–Konfliktes), neue Streiks und so weiter? Ergebnis: Dramatischer Imageverlust für beide Seiten und nachhaltiger wirtschaftlicher Schaden (auch für beide Seiten).

Und das gleiche Spiel, man glaubt es kaum, spielen jetzt Lufthansa und Piloten-Gewerkschaft. Erst große Streikankündigung, dann einen Tag Streik, dann überraschend Friede, Freude, Eierkuchen und jetzt ab 13.4. soll das ganze wieder von vorne losgehen. Lufthansa wird nicht nur „airberlineriger“, sondern auch noch „bahnerischer“. Halleluja, das ganze ist nicht nur ein Lehrstück für „wie beschädige ich das Image eines angesehenen Unternehmens“, sondern zeigt auch die Hilflosigkeit mit der neuen Marktsituation umzugehen.
Das hätten sich Air Berlin und Co. auch nicht träumen lassen, dass sie von Lufthansa solche wirtschaftliche Hilfestellung bekommen.

Wenn wir schon bei „kaum zu glauben sind“. Wie postulieren die harten Gleichberechtigungsvertreter(innen)? Die Gleichberechtigung für die Frauen im Wirtschaftsleben ist nicht erreicht, wenn es genügend Frauen in Führungspositionen gibt, sondern erst wenn genügend Frauen ohne Ahnung vom Geschäft in Führungspositionen aufgestiegen sind. Sind wir nun soweit? Könnte sein. Easyjet hat eine neue Chefin. Demnächst übernimmt Carolyn McCall. Sie kommt aus der Medienbranche und hat Null-Ahnung von der Luftfahrtbranche.

Noch „weniger zu glauben“, ist die Panne am Flughafen Leipzig-Altenburg. Erinnern Sie sich, der Landrat des Landkreise Altenburg-Land, war so fest überzeugt, dass sein Weltflughafen Altenburg Interesse bei internationalen Investoren finden könnte (siehe BBBs vom 14.12.2009). Jetzt musste einer der wenigen Anflüge umgeleitet werden, weil kein Fluglotse im Tower war. Schuld: „Unklare Dienstplanung“. Bei einer Handvoll Flüge am Tag, kann man schon mal die Übersicht verlieren.

Und schon „überhaupt nicht zu glauben“ ist, dass ein Hobby-Pilot jetzt zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt wurde. Er hatte mit seinem einmotorigen Flugzeug die Rollbahn des Flughafens Bitburg angesteuert und auf Funkkontakt zum Tower „verzichtet“. Dummerweise fand dort gerade eine Veranstaltung des Porsche-Clubs Luxemburg statt. Da blieb kaum eine Wahl. Der Pilot landete „auf“ einem fahrenden Porsche 911. Merke: Sollte Ihr Auto mal kräftig wackeln, muss es nicht an schlecht montierten Reifen liegen. Schauen Sie auch mal auf dem Dach Ihres Fahrzeuges nach.

Außerdem „glauben wir nicht“, dass „Manny“ noch etwas Vorzeigbares zum Kaufen für Thomas Cook findet. Darf man Ankündigungen übrigens schon bilanzieren?

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Im Übrigen bin ich der Meinung …. „Wer vom Lesen nicht genug hat, der kann zusätzlich noch hören. „Faszination Stützstrümpfe“ – ab heute der neue Renner auf www.reiseradio.org (jetzt auch mit Direkt-Button auf die BBB). Und nicht verzweifeln: wenn die Sendung sich nicht sofort lädt, dann tummeln sich gerade andere 100 BBB-Fans in der Leitung. Ein paar Minuten später, und „Ihnen wird sicher geholfen“ (vom Server).
Sorry für letzte Woche. Zwischenzeitlich gab es Probleme mit dem Link und dann war der Server echt überlastet. Es geht dem Reiseradio speziell wie dem Tourismus allgemein: Das größte Problem ist der Erfolg.

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Klassenunterschied

„Polarisierung der Nachfrage“ heißt das Schlagwort. Also wenn billig, dann richtig billig und wenn exklusiv, dann auch richtig exklusiv. Ganz einfach, oder?
Leider hat sich das noch nicht bis zur amerikanischen Fluggesellschaft Delta herumgesprochen. Die ließ nämlich in Georgetown/Guyana einige Economy-Passagiere vor dem First-Class-Gast aussteigen. Darüber ärgerte sich der teuer zahlende Passagier so sehr, dass er sich einen eigenen Direkt-Ausgang schuf. Er löste die Notrutsche aus und flugs war er draußen. Auf sehr exklusive Art und Weise. Wie es sich standesgemäß gehört.

Beim Nachdenken, wo es in Deutschland „unzulässige“ Vermischungen zwischen 1. und 2. Klasse gibt, fällt einem das Bord-Restaurant der Deutschen Bahn ein. Hier nehmen täglich aufs neue Billigzahler (ein Bierchen trinkend) den 1. Klasse-Fahrern die Plätze weg und das Bedienpersonal hält auch keine Reihenfolge ein, den 1. Klasse-Kunde vor dem Normalo zu bedienen. Wenn das nur noch lange gut geht. Bis ein 1. Klasse-Passagier die Notbremse auslöst und nach der Rutsche sucht. Oder, weil er diese nicht findet, vor Wut die Wagen der 2. Klasse vom Bord-Restaurant abkuppelt.

Ordnung muss sein, siehe oben.

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Die Mediengesellschaft

Da streiten Frau Magret Suckale (Personalvorstand Deutsche Bahn), Manfred Schell (Lokführergewerkschaft GDL) und Norbert Hansen (Gewerkschaft Transnet) wochenlang über fehlende Voraussetzungen sich am Verhandlungstisch zu treffen. Und dann sitzen diese „drei Herrschaften“ am Sonntagabend friedlich in Anne Wills ARD-Sonntagsabendshow nebeneinander und man hatte das Gefühl, noch ein paar Minuten länger und ernsthafte Verhandlungen wären in Gang gekommen.
Und mancher Bahnfahrer wird da gedacht haben: „ich glaube ich spinne, was ich da sehe!“.

Ein Erfolg für Anne Will? Oder Ausdruck unserer Mediengesellschaft?
Haben wir den Beginn eines neuen Zeitabschnitts im TV erlebt?
Nach den Partnerproblemen im Mittagsfernsehen bei Vera und Co., den Problemen unserer TV- und Kinopromis in Brisant und Co., den ewiggleichen Diskussionen unserer Politstars in Christiansen und Co., trägt jetzt die Wirtschaft ihre Probleme bei Anne Will öffentlichkeitswirksam aus?
Sitzt demnächst Michael Frenzel seinem Kontrahenten Wyser-Pratte gegenüber? Verkündet Middelhoff einem verblüfften Gesprächspartner, dass er ihn gerade Minuten vorher gekauft hat? Wäre es nicht „toll“ gewesen, wenn REWE-Vorstand Norbert Fiebig Anne Will erklärt hätte, warum Rembert Euling Nachfolger von Kastner wird und Dierk Berlinghoff hätte ihm vor laufender Kamera „die Brocken hingeworfen“?
Oder Willi Verhuven hätte gerade sein zweites „x“ im Frühbucher Super-Exxtra erklärt, während Karlheinz Kögel seine potenzielle Kundschaft aufgefordert hätte gelassen zu bleiben, denn der nächste Last Minute-Sommer käme mit drei „a“ als Super Laaast Minute?

Vielleicht werden künftig auch Vorstandsverlängerungen und vorzeitige Vorstandskündigungen (einschließlich Vertragsbestandteile) vor laufender Kamera diskutiert. Und am Montagmorgen kann man seinen Kollegen begrüßen mit der feststellenden Frage „haste gestern Abend bei Anne Will gesehen, wir haben einen neuen Chef?“.

Herrliche Aussichten, da hat man doch jetzt auch praktisch etwas von seinem sonntagabendlichen Fernsehgenuss.

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