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Die Grenzen von Crowdsourcing

Das sollten sich die Touristik-Unternehmen, die sich zur Zeit verstärkt liebevoll um ihre Facebook-„Freunde“ kümmern, zu Gemüte führen: Den Facebook Flop von Pril.

Da wollten die Marketingleute für die gute Spülmittelflasche Pril mal so richtig mit der Zeit gehen und verstärkt ihre Facebook-Gemeinde einbinden. Ein neues Motiv für die künftige Spülmittelflasche sollte „entworfen“ werden. Dafür wollte man sich der Schwarmintelligenz der Facebook-Gemeinde bedienen.
Aber die Kreativität der Facebook-Nutzer war dann doch nicht so „Firmen-like“ wie man sich erhofft hatte. „Schmeckt lecker nach Hähnchen“ und das noch in Krakelschrift geschrieben, war so ein Kreativ-Vorschlag. Der absolute Renner der Pril-Fangemeinde war jedoch eine „graue Fratze mit rotgeäderten Augen und gelben Stummelzähnen“. Aber das wollte man dem echten „Pril-Kunden“ dann doch nicht zumuten, sich von dieser Monsterfratze beim täglichen Griff zur Flasche erschrecken zu lassen.
Kurzum, ein konventionelles Motiv kam wieder auf die Flasche und der demokratische Ausflug in die Facebook-Gemeinde war damit brutal beendet. Danach sah sich die Firma Henkel (Hersteller von Pril) wüsten Beschimpfungen der Facebooker ausgesetzt und die Kampagne war damit mächtig nach hinten los gegangen..

Jetzt mit etwas Abstand kann man Fazit ziehen, ob der wütende Protest den Verkaufszahlen von Pril geschadet hat. Antwort: Nein!
Was sagt uns das? Kunden und Facebook-Fans müssen nicht hochgradig identisch sein.

Also liebe Touristiker, bevor ihr Eure Produkte über Facebook gestalten lasst, solltet ihr zuvor überprüfen wie stark deckungsgleich Eure Käufer und Eure Facebook-Gemeinde sind.

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Aufregung wegen Calmund und fluege.de

Die Reisebürobranche ärgert sich über die Werbung von Calli Calmund für das Billigportal fluege.de. Geschenkt!
Erstens wird der Wert von Testimonials in der Werbung stark überschätzt. Das gilt insbesondere, wenn dieselbe Person für zu viele Produkte Werbung macht, wie z.B. Günther Jauch oder früher Verona Pooth und Franz Beckenbauer. Da erzielen selbst Meister Propper, die lila Kuh oder Herr Kaiser von der Versicherung bessere Werte in der relevanten Zielgruppe. Ähnlich negative Eindrücke entstehen, wenn das Testimonial und das beworbene Produkt nicht zusammenpassen. Beide Punkte treffen z.B. auf Karl Lagerfeld zu. Lt. mafo.de ist nur für 6 von 503 Befragten der Auftritt von Karl Lagerfeld für Sky glaubhaft.

Womit wir direkt zu Reiner „Calli“ Calmund kommen. Sein Auftritt als „der Freeclimber“ für Katjes ist wohl selbst mit Ironie nicht schön zu reden. Ebenso sein Auftritt für fluege.de. Wer nur deshalb zu fluege.de wechselt, dem ist wahrscheinlich auch sonst nicht zu helfen. Ich würde auf keinen Fall zu einem Anbieter wechseln, für den Calmund Flug-Werbung macht. Allein der Gedanke, auf einem Flug dann eventuell neben ihm sitzen zu müssen, löst bei mir sofort Platzangst aus. Aber, die heftige Diskussion über diese Werbung hat bei Callmund offensichtlich Wirkung gezeigt. Wie ist sonst der offene Brief auf seiner Homepage an „einige user und Reisebürovertreter“ zu verstehen (Tagebuch Eintrag 23.4.). Auch hier ist seine Ausdrucksweise so rührend einfach, dass selbst der typische RTL-Zuschauer seine Freude haben kann. Und nur in diesem Marktsegment wird er auch punkten können.

Liebe Reisebürovertreter (um sich in der Sprache von Calmund auszudrücken), die halbe Aufregung reicht auch. Irgendwann wird auch Calmund von der Bildfläche verschwunden sein. Spätestens dann, wenn mal die Hintergründe seines Abschiedes von Bayer Leverkusen in die Öffentlichkeit gezerrt werden sollten.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es um ein höchst interessantes Interview mit dem Journalisten Klaus Bötig, der von einer griechischen Staatsanwältin wegen eines leicht satirischen Artikels über griechische Mentalität „abgeurteilt“ werden soll. Außerdem wird passend zu Ostern über den Veranstalter Biblische Reisen berichtet.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen steht entsprechend zu oben die „griechische Ehre“ zur Diskussion und das allseits beliebte Thema Flugzeitenänderung.

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Die „Schock-Information“ der ITB

Die Ereignisse in Japan sind kein Antrieb um bissig zu sein. Stellen wir deshalb, fast „neutral“, einige Zahlen zum Thema „Urlaub und Internet“ in den Mittelpunkt der heutigen Betrachtung.

Die ITB ist eine fantastische Hochzeit der Onliner um jährlich aufs Neue Internet-Rekordzahlen zu präsentieren. Die Auslegung dieser Zahlen entspricht allerdings nicht immer wissenschaftlichen Ansprüchen. Aber das ganze genügt um meinungsbildend die Medien zu füllen. Die Reisebüros haben dem bislang (zumindest in der statistischen Darstellung) wenig entgegenzusetzen.

Sehr beliebt ist z.B. die immer wiederkehrende Feststellung “Immer mehr Menschen nutzen das Internet zur Urlaubsinformation“. Dabei wird gefragt: Haben sie in ihrem Leben schon einmal das Internet zur Urlaubsinformation genutzt? Logischerweise, und das kann aus der Natur der Sache überhaupt nicht anders sein, muss diese Zahl Jahr für Jahr steigen. Es kommt ja immer nur etwas dazu und es fällt nie wieder etwas weg. Klar??
Etwas anders wäre es, und das wäre ein echter Gradmesser, wenn man fragen würde, „Haben sie im letzten Jahr, das Internet zur Information genutzt“.
Dabei ist mir nie so ganz klar, ob die entsprechend falsche Präsentation vorsätzlich oder fahrlässig oder schlicht unwissend erfolgt.

Aber dieses Jahr wurde (u.a. natürlich) eine Internetzahl im Rahmen der Reiseanalyse präsentiert, zu der ist selbst mir als Statistik-Skeptiker (vor Schreck) nichts mehr eingefallen. Thema: „Zahl der genutzten Websites und im Internet verbrachte Zeit bei der Planung von Urlaubsreisen“.
Demzufolge verbrachten im Schnitt die Onliner-Informierer 2010 für eine Urlaubsreise 9 Stunden auf 13 verschiedenen Websites im Netz. In der Spitze, und das ist unfassbar, surfte ein Viertel dieser Freaks sogar bis zu 25 Stunden auf 50 verschiedenen Websites.
Hallo, bis zu 25 Stunden?? Machen diese Leute auch noch etwas anderes? Machen die zwischendurch wenigstens etwas Gymnastik für den verspannten Rücken?
Jetzt sagt aber eine andere Studie, dass wieder zunehmend online informiert und im Reisebüro gebucht würde. Reichen 50 Stunden Info immer noch nicht? Oder ist jemand der solange surft, auch generell entscheidungsschwach? Steht da am Ende nur die Erkenntnis des Surfers „I`m still confused, but now on a higher level“? Daneben haben diese Menschen doch auch noch den Drang ihre gewonnenen Erkenntnisse über twitter und facebook mitzuteilen. Die müssen doch danach so erschöpft im Urlaub ankommen, dass sich der gewünschte Urlaubserfolg nicht einstellen kann. Bedeutet dann diese „überraschende“ Urlaubsunzufriedenheit, dass man sich im nächsten Jahr noch ausführlicher vorher informiert, was dann zur Konsequenz hätte, dass…..usw.
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Polen, Dublin und die Guiness-Brauerei sind nur einige Themen der aktuellen Ausgabe des Reiseradios (www.reiseradio.org). In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es entsprechend zur aktuellen Weltlage etwas gedämpfter zu als sonst. Aber für einige deutliche Worte reicht es trotzdem.

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10 Jahre Borns Bissige Bemerkungen (BBB)

Das war eine frühe Erkenntnis an der Hochschule Harz. Die Tourismusstudierenden „blätterten“, wenn auch nicht unbedingt gerne, zwar in den Lehrbüchern, aber von den aktuellen Ereignissen in der Touristik hatten sie nicht nur keine Ahnung, es interessierte sie auch kaum. Also musste ein neuer Stil gefunden werden, um das aktuelle Geschehen lesenswert zu machen. So entstand am 1.3.2001 die erste Ausgabe der BBBs mit einer kleinen Lästerei über FTI und Meiers`s Weltreisen, die gerade einen 2. Katalog mit reduzierten Preisen auf den Markt gebracht hatten. Mit der dann regelmäßig wöchentlichen Erscheinungsweise waren die BBBs der erste touristische Blog, lange bevor der Begriff „weblog“ in der breiten Masse bekannt war.
Relativ bald entdeckten Journalisten die Bissigen Bemerkungen und auch außerhalb der Hochschule wuchs schnell der „Freundeskreis“. Es entstand eine eigene Homepage und die echten Fans konnten sich die BBBs, wie sie bald nur noch genannt wurden, per kostenlose Email abonnieren. Heute freuen sich über 3.900 Abonnenten jeden Montag über „das Schmunzeln zum Beginn der Woche“ und zusätzlich weitere mehr als 5.000 Leser informieren sich jede Woche direkt auf der Homepage. Damit wurden die BBBs im letzten Jahr weit über 400.000mal gelesen, mit einer Steigerung von über 30% zum Vorjahr. Von solchen Steigerungsraten kann die Touristik-Branche nur träumen.

Zum Vorbild der Bissigen Bemerkungen wurde der Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 2001, V.S. Naipaul. Die Entscheidung für ihn begründete die Akademie damals u.a. mit „bei Naipaul kommen die Ereignisse mit der ihr eigenen Ironie zu Wort“. Exakt das ist die Absicht der BBBs. Marcel Reich-Ranicki kritisierte damals zwar etwas abfällig, dass ein „Reiseschriftsteller“ den Nobelpreis erhalte. Aber angesichts der Tatsache, dass noch nie ein Reisemanager den Nobelpreis für Wirtschaft bekommen hat, bestärkt uns das nur darin, was Spötter schon immer behaupten: Diese Branche wird nur „schöngeschrieben“. Die BBBs wurden zum notwendigen Korrektiv. Zwar gingen den BBBs manch heftig gebissener „Liebling“ im Laufe der Zeit verloren (siehe z.B. Thomas Middelhoff), aber die Branche sorgt freundlicherweise regelmäßig für Nachschub zum Beißen.
Natürlich waren keine 10 Jahre BBBs geplant. Inzwischen an fast 500 Sonntage hintereinander BBBs zu schreiben, bedeutet schon „richtig“ Arbeit. Aber solange der Zuspruch anhält…. Danke auch für das größer gewordene Geburtstagsgeschenk. 1.000 Fans („Gefällt mir“) hatte ich mir auf der BBB-Fanseite bei Facebook gewünscht, inzwischen sind es 1.060 geworden und wenn das so weitergeht, werden zu Faschingsdienstag vielleicht sogar 1.111 erreicht.
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In persönlicher Sache.
Leider muss ich mich momentan mit etwas Unerfreulichem auseinandersetzen. Vor längerer Zeit habe ich mir auch eine private Facebook-Seite eingerichtet, ohne Bild. Als ich nach einiger Zeit mein Bild hochgeladen habe, ist wohl versehentlich eine zweite Facebook-Seite, jetzt mit Bild, entstanden. Zwei Seiten bei Facebook zu haben ist verboten. Als mich die Presse darauf aufmerksam machte, habe ich diesen Vorwurf zuerst für „abstrus“ gehalten. Am Wochenende hatte ich nun Zeit mir meine Facebook-Seite anzuschauen. In der Tat habe ich hier wohl handwerklich unsauber gearbeitet, dafür möchte ich mich in der mir eigenen Demut entschuldigen. Ich kann das nur damit erklären, dass ich „so hochmütig war, ich könne neben meiner Arbeit an Hochschule, BBBs und Vorträgen auch noch zusätzlich eine Facebook-Seite einrichten“. Dazu kam noch, dass ich zwei Töchter habe und auch sonst unter familiärem Druck stehe.
Ich habe nun Anfang der Woche Facebook gebeten eine Seite zurückzunehmen. Facebook hat mit Schreiben vom 24.2. mir dann auch eine Facebook Seite (jene ohne Bild) entzogen.
Auf jeder der beiden Facebook-Seiten waren aber bis dahin mehr als 100 „Freunde“ notiert. Ein Übertrag dieser „Freunde“ von einer Facebook-Seite auf eine andere ist nicht gestattet. Deshalb musste ich diese Woche über 100 Freunde mit einer neuen Freundschaftsanfrage belästigen. Dies führte teilweise zu Reaktionen ungefähr dieser Art: „Ich dachte wir wären schon Freunde. Bedeutet diese neuerliche Anfrage, dass wir zwischendurch keine Freunde waren?“ Logische Frage und schwierige Antwort. Rein wissenschaftlich gesehen, waren wir im Zeitraum zwischen „Löschen der Seite“ und „neue Anfrage“ keine Freunde. Gefühlt waren wir immer Freunde.
Natürlich habe ich darüber nachgedacht, ob ich nun als Autor der BBBs zurücktreten muss. Obwohl ich „versehentlich“ meinen Antrag auf Rückgabe der Seite an Facebook auf BBB-Briefpapier geschrieben habe, statt auf meinem privaten Briefpapier, denke ich, hat mein Fehlverhalten auf der privaten Facebook-Seite nichts mit meinen Bissigen Bemerkungen zu tun. Da inzwischen über 90% der Neu-Angeschriebenen meine Freundschaftsanfrage positiv beschieden haben, sehe ich das auch als Zustimmung und bin nicht bereit den Rücktrittsforderungen, die auch eindeutig aus einer bestimmten Ecke kommen (Bundesverkehrsministerium), nachzugeben.
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Zum Reiseradio.
Auch das Reiseradio (www.reiseradio.org) hat Jubiläum: 50. Sendung. Im Mittelpunkt der Sendung steht die ITB und das Partnerland Polen. Außerdem gibt es Interviews mit der Leiterin des neuen Flagship-Reisebüros der TUI in Berlin und mit dem Chef des TUI-Konzernmarketings Michael Lambertz. In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es natürlich auch um das Super-Reisebüro.
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Zu guter Letzt:
Nur damit es kein Missverständnis gibt: Hätte ein/e Student/in bei den bisher von mir betreuten 300 Diplom-/Bachelor- oder Masterarbeiten eine „solche Nummer“ abgezogen, wie wir es zur Zeit in Berlin erleben, hätte das einen Rauswurf in grandioser Flugkurve zur Folge gehabt. Abgesehen davon, wird an der Hochschule Harz schon lange eine entsprechende Software zur Entdeckung von Plagiaten angewandt.

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Freiheit gewonnen, Arbeitsplatz verloren?

Herzlichen Glückwunsch an das ägyptische Volk. Dass es so schnell gehen würde, war kaum zu glauben. Eine unblutige Revolution in nur 18 Tagen, das toppt selbst den Umsturz in der DDR.
Fast peinlich aber die aktuellen Interviews von Merkel und Westerwelle. Wie schnell da „die Seite gewechselt“ wurde, unglaublich. Und Frau Merkel hat sich auf der Sicherheitskonferenz in München noch selbst gefeiert, als jemanden „der persönliche Erfahrung mit friedlicher Revolution hat“. Wie bitte? Die Revolution in der DDR ist wohl so ziemlich ohne sie gelaufen. Oder haben wir da etwas geschichtlich Relevantes verpasst?

Aber viel wichtiger ist jetzt, dass die Reiseveranstalter (und Fluggesellschaften) Druck machen, damit sehr schnell wieder Urlauber nach Ägypten kommen. Das wäre ja mehr als bitter: Freiheit gewonnen aber Arbeitsplatz wegen fehlender Urlauber verloren. Rund 400.000 im Tourismus am Roten Meer Beschäftigte wurden in unbezahlten Urlaub geschickt. Je länger diese Zwangspause dauert, desto schwieriger wird es den „Tourismus wieder neu zu starten“. Im Unterschied zu Naturkatastrophen ist die perfekte Infrastruktur unverändert vorhanden und die Sonne scheint so kräftig, als wäre auch sie besonders stolz auf das Geschehene.
Also Auswärtiges Amt und Veranstalter, jetzt Tempo machen und die unsinnige politische Entscheidung korrigieren.

Natürlich und verständlich freuen sich im Moment alle anderen Reisedestinationen über die überraschend zufallenden Ex-Ägypten-Touristen. Es sei ihnen auch gegönnt. Gleichzeitig ist aber grundsätzlich für die Destinationen beängstigend (wenn auch nicht sehr überraschend), wie hoch in den Augen der Touristen die Austauschbarkeit der Ferienziele ist. Kanaren statt Ägypten, das war zu erwarten. Aber Mexiko statt Ägypten oder Paris statt Ägypten? Eine zumindest nicht alltägliche Entscheidung.
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In eigener Sache:
Der Umsturz in Ägypten wird später in den Geschichtsbüchern wahrscheinlich als Facebook-Revolution stehen. Ungeachtet aller bisherigen Lästereien über Facebook bleibt festzuhalten, ohne Facebook bzw. Internet generell wäre Kairo 2011 nicht möglich gewesen.
Themensprung: Wie bereits angekündigt können die Bissigen Bemerkungen am 1. März ihren 10. Geburtstag feiern. Auf der Suche, was sich die BBBs zu diesem Tag als Geschenk wünschen könnten (ganz schön selbstbewusst!), kommt jetzt die Verbindung zu Facebook. Auf der „Fanseite Borns Bissige Bemerkungen“ gibt es per heute 881 Fans („gefällt mir“). Liebe Leserinnen und Leser der Bissigen Bemerkungen, ob es wohl zu schaffen ist, diese Zahl bis zum 1. März auf über 1.000 zu steigern? Das wäre ein tolles Geschenk und auch genügend Motivation über die vor zwei Jahren angepeilte Endzahl von 500x Bissige Bemerkungen hinaus (die heutige Ausgabe = 495) weiterzumachen.

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Quartalszahlen an Rosenmontag, Hauptversammlung an Aschermittwoch – Fasching nach TUI Art

Dr. Frenzel ist zwar inzwischen Ehrenoffizier der Prinzengarde Duisburg, aber sein Verständnis von Fasching ist offensichtlich stark hannöversch geprägt.
Da muss man schon eine besondere Art von Humor haben die Quartalszahlen am Rosenmontag zu präsentieren. Man sieht direkt vor dem geistigen Auge die Wirtschaftsjournalisten im Karnevalskostüm, die Rosenmontagsparty unterbrechend, ihren Bericht über die TUI-Zahlen schreiben. Da kommt auf Seiten der Journalisten bestimmt wenig Freude auf und mancher Kommentar dürfte dann auch der fünften Jahreszeit angelehnt sein. „TUI-Quartalszahlen so wenig lustig wie ein Karnevalsumzug in Hannover“ könnte zum Beispiel die Überschrift eines Kommentars lauten.
Noch „lustiger“ ist aber eine Hauptversammlung auf Aschermittwoch zu legen. Das provoziert direkt etliche Metapher in den Redebeiträgen. „Herr Dr. Frenzel, Asche auf ihr Haupt“, „der Spaß ist vorbei“, „jetzt muss aber bei TUI wirklich gefastet werden und nicht nur 40 Tage lang““ usw. Es sei denn Dr. Frenzel zieht einen wirklichen Joker aus der Tasche und gesteht, dass die gerade vorgelegten Quartalszahlen von TUI Travel nur ein Faschingsscherz waren. Tätä, tätä.

In wieweit TUI-Großaktionär Frederiksen Humor hat ist nicht überliefert. Im Zweifel dürfte dieser noch unterhalb des in Hannover üblichen liegen. Da ihm sein Lieblingsgegner, der frühere AR-Vorsitzende Krumnow, durch dessen vorzeitigen Rücktritt abhanden gekommen ist, muss er sein Visier neu einstellen. Sein neues Druckmittel heißt „Fragen, die im Rahmen von Sonderprüfungen geklärt werden sollen“. Jetzt sind Fragen nicht nur ein gutes Recht der Aktionäre, sondern sogar eine Pflicht. Spätestens seit der Sesamstraße weiß jedermann „Wer nicht fragt bleibt dumm“. Also, wer etwas wissen will, muss fragen. Und wer viel wissen will, stellt viele Fragen. Wer aber so viele Fragen stellt wie es Frederiksen für die HV angekündigt hat, der will nicht viel wissen, sondern bewusst die Verwaltung blockieren. Damit wird er garantiert noch weniger Aktionäre auf seine Seite ziehen als bisher.
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In eigener Sache.
Die Akzeptanz der Fanseite der Bissigen Bemerkungen übertrifft alle Erwartungen. Jetzt ist erstmals auch ein Video auf dieser Seite eingestellt. Schließlich darf man der Neuzeit nicht zu sehr „hinterher hinken“. Auch die Seite www.karl-born.de, insbesondere Unterseite Vorträge, ist bunter geworden. Fortsetzung folgt!

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Sozialschmarotzer in der Reiseindustrie

Zu Lasten der Allgemeinheit fröhlich leben, ein aktuelles Thema an beiden Enden der Gesellschaft. Am einen Ende der Betrüger der gehobenen Klasse, der sein Geld ins Ausland geschafft hat, um keine Steuern zu zahlen und am anderen Ende der Empfänger von Sozialleistungen der partout jegliche Arbeit ablehnt (idiotischerweise aber noch aufwertend und bezahlt durch die Talkshows gereicht wird, siehe letzte Sendung Kerner).
Dazwischen gibt es noch die kleinen individuellen Sozialschmarotzer, die sich dann noch für besonders genial halten. So ein Typ (vielleicht auch mehrere) treibt sich auch durch die Reiseindustrie. Da gründet jemand ein Unternehmen der Reisebranche. Inhaber und einziger Mitarbeiter ist derselbe Typ. Geschäftszweck: Unter dem Deckmantel Reiseunternehmen zu sein, wird ausschließlich das Internet nach PEP-Angeboten durchsucht, um sie für sich persönlich zu nutzen.
(Für der Reiseindustrie fern Stehende sei erklärt: PEP-Angebote sind sehr preisgünstige Angebote der Reiseindustrie, von noch nicht ausgebuchten Flug- und Hotelkapazitäten, ausschließlich für Mitarbeiter der Reiseindustrie, die bei dieser Gelegenheit einzelne Zielgebiete besser kennen lernen sollen.)

Dieser Mann, nennen wir ihn mal mit seinem Vornamen Mateusz, das wird ihn besonders freuen, sucht über seine Homepage männliche Reisepartner, um mit Ihnen, durch Nutzung besagter PEP-Angebote, preiswert das ganze Jahr fröhlich durch die schönsten Gegenden dieser Welt zu fliegen. Andere Geschäfte betreibt dieses „Unternehmen“ nicht. Seine (zugegeben gut gemachte) Homepage (www.pep-travel.com) dient also allein der Partnersuche und die Reisebranche soll seine Reisen dann alimentieren. Ob der Typ auch noch DRV-Mitglied ist?
Auf der Homepage wird auch mit „seinen Geschäftspartnern“ geglänzt. Air Berlin ist demnach besonders präferierter Partner. Natürlich wird nur die Business-Class der Air Berlin gelobt. Man reist ja standesgemäß. Ob Air Berlin von ihrem „Edelpartner“ weiß?
Unter „über Firma“ wird sich dann selbst kräftig gelobt, dabei auch vor einem Plagiat nicht Halt gemacht. Die „Lustige Version über mich“ wurde schon vor Jahren als Beschreibung des Reiseexpedienten verbreitet. Der entsprechende Hinweis fehlt natürlich.

Die Bissigen Bemerkungen haben hierzu eine klare Meinung, sie ist identisch mit der Meinung über Steuerflüchtlinge ins Ausland und mit der Meinung über jene die sich mit Vorsatz vom Staat aushalten lassen: Verschweigen wäre eine Tat gegen die Allgemeinheit. Und wer rechtliche Bedenken hat einzelne namentlich zu nennen, kann gerne in seinem Rechts-Elfenbeinturm weiter träumen. Dann bricht „unser Laden“ irgendwann garantiert auseinander.
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In eigener Sache:
Seit kurzem sind die Bissigen Bemerkungen auch bei Facebook. Der „technische Begleiter“ der BBBs meinte, das müsse sein und hat eine Fanseite für die BBBs in Facebook eingerichtet. Obwohl erst zwei Wochen vergangen sind und ohne es zu publizieren, gibt es bereits 79 Fans auf der Fanseite. Da gilt es Danke zu sagen. Und bei allein 3.400 Abonnenten des Newsletters und nochmals 4.000 Lesern die jede Woche direkt auf der Homepage sich die BBBs zu Gemüte führen, kommen vielleicht noch einige Fans dazu.

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