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Man mag es kaum glauben…….

Laut Financial Times Deutschland werden bei Lufthansa bestimmte Kunden auf der Passagierliste gekennzeichnet. So bedeute ein Pluszeichen neben dem Namen, dass der Kunde besonders umsatzstark sei. So weit so gut. Aber ein Kunde will auch das Kürzel „RAL“ neben dem Namen entdeckt haben. Angeblich sei das ein Kennzeichen für „besonders nervige“ Kunden. Ausgeschrieben würde das Wort mit „Riesen..“ beginnen, dazwischen etwas mit „A..“ und mit „..loch“ enden. Aber das ist sicherlich nur eine Zeitungsente, oder doch nicht?

Vor dem Einsteigen in ein Flugzeug sollte man auch sicherheitshalber fragen, ob das Flugzeug vorher im chinesischen Xiamen zur Überholung war. Ein A340 der Air France wurde in Boston gegroundet, weil drei Dutzend (für nicht Mathematiker = 36) Schrauben an einem Teil der Außenverkleidung an der rechten Tragfläche fehlten. Immerhin hat es der Airbus trotzdem bis nach Amerika geschafft. Ein Glück, dass unsere „amerikanischen Freunde“ nicht nur bei der Kontrolle der einreisenden Menschen so rigide sind, sondern auch bei den „einreisenden“ Flugzeugen.

Von Ryanair-Boss O`Leary kennen wir den Spruch „Die Fluggäste mögen doch schon im Flughafen auf die Toilette gehen“, damit seine Airline Toiletten an Bord einsparen könne. Jetzt wurde O`Leary auf fast tragische Weise bestätigt. Ein 81-jähriger Passagier mit Blasendruck versuchte auf einem Flug nach Vietnam den Notausgang zu öffnen. In seiner „großen Not“ und offensichtlich „unter Druck“ verwechselte er die Türen zum Notausgang und zur Toilette. Gerade noch mal gut gegangen und auch ohne, dass der Fluggast „den Depardieu“ machen musste.

Aber nicht nur ältere Mitflieger sollten Sie im Auge behalten, sondern auch Flug-Neulinge. Ein 22-jähriger Student (was der wohl studiert?) wollte nach dem Start in Ho-Chi-Minh-Stadt den Notausgang öffnen um „die Aussicht besser genießen zu können“.

Und Sie sollten in Frankfurt keinen Flug nach 22 Uhr buchen, denn ab 23 Uhr gehen am Frankfurter Flughafen neuerdings die Lichter aus. Zumindest was Start und Landung betrifft. Und wenn es dann aus welchen Gründen auch immer etwas knapp wird mit dem Abfliegen vor 23 Uhr, dann heißt es „nichts wie weg“, notfalls auch ohne Koffer. So erging es 256 Passagieren der Condor auf dem Weg in die Dom.Rep. Also liebe Fluggäste, wenn Sie schon so spät fliegen, dann etwas mehr ins Handgepäck packen.

Dabei ist das grundsätzliche Schicksal der Condor ungewisser als die Zukunft des Nachtflugverbotes in Frankfurt. Die gute alte Condor hatte schon immer etwas Pech, entweder mit eventuellen Partnern (siehe BBB vom 14.7.2008 „Condor: die Braut, die keiner traut“) oder mit ihrer Muttergesellschaft Thomas Cook. Schon vor zwei Jahren suchten die Bissigen Bemerkungen verzweifelt „jemand“ der sich künftig um Thomas Cook kümmern würde (siehe BBB vom 7.9.2009 „Eltern gesucht“).
Und so wird neuerdings zum xten mal jemand gesucht, der die inzwischen 56-jährige Condor in eine sichere Zukunft führen könnte. Und da die Fantasie der Presse irgendwie auch begrenzt ist, fällt dann sofort der Name Hans Rudolf Wöhrl (so zuletzt in der Börsen-Zeitung). Würde gerade noch fehlen in Zusammenarbeit mit Achim Hunold.

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Superflughafen Dortmund und bequeme Einreise nach Malta

1. Erinnern Sie sich noch an das Malheur von Borussia Dortmund mit dem heimischen Flughafen? Als die Mannschaft nach dem Auswärtsspiel in Nürnberg 29 Sekunden nach Beginn des Nachtlandeverbots zur Landung ansetzen wollte, machte der Flughafen dicht und das Flugzeug musste nach Paderborn ausweichen (siehe BBB vom 13.12.2010 „Warum Borussia Dortmund nicht Deutscher Meister werden kann“). Jetzt überrascht uns dieser so überaus korrekte Flughafen mit einer neuen Super-Meldung: Dortmund ist nach einer Umfrage der beliebteste Flughafen in Deutschland! Eine echte Überraschung.
Angeblich wurden 2.300 Fluggäste befragt. Bleibt die Frage 2.300 für alle Flughäfen, das wäre wohl nicht sehr repräsentativ oder 2.300 Fluggäste nur von Dortmund, das wäre ja dann fast eine Vollbefragung (sofern es so viele überhaupt schaffen dort landen zu können),

Überraschend auch die Meinung einer Kundenbetreuerin des Flughafens: „Dortmund ist wie eine Sozialstation. Man muss damit rechnen, dass bei vielen der Verstand aussetzt, sobald sie den Flughafen betreten.“
Ob das Lob der Gäste für den Dortmunder-Flughafen wohl gerade in einem Zustand des ausgesetzten Verstandes erfolgte? Klar, so ein Weltflughafen macht schon Eindruck. Sogar Geschäftsreisende gibt es am Dortmunder Flughafen. Auch hier hat die Kundenbetreuerin ihre besondere Meinung: „Die benehmen sich wie Graf Koks“. Eigenartiges Publikum diese Dortmunder.

Aber die Betreuung der ausländischen Gäste kann man nur als vorbildlich beschreiben. Ein holländischer Student verpasste seinen Flug. Das kommt an den großen Flughäfen der Welt öfters vor. Aber was macht eine erfahrene Kundenbetreuerin? „Ich suchte ihm eine günstige Unterkunft, die war ihm noch zu teuer. Also bot ich ihm an, bei uns zu Hause zu schlafen“.
Liebe Kundenbetreuer in Frankfurt, Düsseldorf und München bitte nachmachen. So wird man beliebtester Flughafen.

2. Wenn ein deutscher Urlauber nach Malta einreisen will, kann er eigentlich überhaupt nichts falsch machen, oder? Zumindest legt uns das die genaue Lektüre des Reisehinweises des Auswärtigen Amtes für Malta nahe. Zitat:
„Deutsche benötigen kein Einreisevisum für Malta und können demnach mit einem gültigen oder seit höchstens einem Jahr ungültigen Reisepass, vorläufigen Reisepass, Kinderreisepass oder Kinderausweis (sofern mit einem Foto versehen), gültigen oder seit höchstens einem Jahr ungültigen Personalausweis, gültigen vorläufigen Personalausweis, nach Malta einreisen.“
Klar? Offensichtlich dürfte ich auch mit einem Kinderausweis (Foto vorausgesetzt) oder Kinderreisepass einreisen. Denn hier steht als einziges Ausweismittel, dass es weder gültig noch ungültig sein muss.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es um den Job des Animateurs. In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es vor allem um die Wahlergebnisse des Wochenendes und ob dies personelle Konsequenzen haben könnte (Zum Beispiel: Wenn Brüderle zurücktritt, hinterlässt er eine Lücke, die ihn vollständig ersetzt!). Was hätte das dann mit Tourismus zu tun?

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Der Unterschied zwischen Energiebranche und Reisebranche

Es war einmal eine Regierung, die wollte auf einer Klausurtagung sparen. Irgendeine böse Fee, flüsterte den Regierenden ins Ohr: „Am einfachsten geht sparen, indem man seinen Bürgern in die Tasche greift“. Entgegen jeder ökonomischen Vernunft (wegen der zusätzlichen Kostenbelastungen für den Standort Deutschland – der ansonsten doch immer so hoch und heilig gepriesen wird), beschlossen die Regierenden daraufhin zwei neue Steuerarten einzuführen: eine Luftverkehrsabgabe und eine Brennelementesteuer. Da wunderten sich aber die Manager dieser Branchen, denn keiner hatte mit einem solchen Unsinn gerechnet.

Die Manager der Luftfahrtindustrie klagten gleich laut. Dummerweise aber jeder für sich alleine. Zwar waren alle gegen die neue Abgabe, aber leider nur halbherzig in der Argumentation. Denn relativ schnell, clever gedacht, wurde ersatzweise etwas St. Florians – Gedanke in die Argumentation eingebaut. So rieben sich Air Berlin und Lufthansa aneinander mit dem Thema: wie sollte, wenn schon überhaupt, die Belastung für Kurz- und Fernstrecke sein. Condor rieb sich mit LH-Cargo mit dem Thema: Wenn schon, dann doch auch Belastung für die Fracht. Und besonders clever überraschte der Flughafen Frankfurt die restlichen deutschen Flughäfen mit der Argumentation wie relativ wenig umweltschädlich doch eigentlich Langstreckenflüge seien. Die danach angedachte eventuelle Zusammenlegung zweier Verbände (von Flughäfen und Fluggesellschaften) dürfte von der Verschärfung der Schlagkraft her allerdings überschaubar bleiben. Zuletzt wurde noch eine Unterschriftenaktion gestartet. Ein „bewährtes klassisches Kampfmittel“ mit in der Regel guten Erfolgen bei Mobilisierung von Eltern gegen Schulstress. Der erwünschte überregionale „virale Effekt“ dieser Aktion ist leider noch nicht erkennbar eingetreten.

Aber wie man professionell, besser gesagt brutal, mit einer „nicht folgsamen“ Regierung umzugehen hat, zeigten die Manager der Energiebranche. Sich gegenseitig austricksen? Doch nicht wir! Da zeigte sich sehr schnell die jahrelange Erfahrung aus vielen „Preisgestaltungsrunden“. Da wurde der Regierung zuerst mal in einem unverschämten Ton gedroht, evtl. Teile des Betriebes gleich einzustellen. (Wäre ja interessant geworden mal „Streik von oben“ zu erleben.) Aber nicht genug, in ganzseitigen Anzeigen in allen relevanten Tageszeitungen wurde der Regierung danach mächtig der Marsch geblasen. Sprachlich und inhaltlich zwar nicht immer ganz verständlich, aber dafür umso deutlicher im scharfen drohenden Ton. Und die Energie-Manager legten sicherheitshalber noch eine Schwarte drauf. Da unterschrieben nicht nur die vier Energiebosse, sie sammelten gleich noch die Unterschriften all´ jener ein, die für Lärm machen in unserer Republik bekannt sind. Nicht zuletzt solche „begabten“ Manager wie Herr Josef Ackermann (vergessen die kleine süße Geburtstagsfeier, die letztes Jahr Frau Merkel für ihn im Kanzleramt ausrichtete) oder Herr Oliver Bierhoff (der schon in den Verhandlungen mit dem DFB bewies, wie man richtig frech werden kann) oder Herr Wolfgang Clement (bewährter Atom-Scharfsschütze gegen Ypsilanti im Hessenwahlkampf) oder Herr Otto Schily (als Mini-Kohl verweigert er beharrlich die gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung seiner Abgeordneten-Nebeneinkünfte) unterstützten die Energiebosse. Flugs waren 40 „sehr wichtige“ Unterschriften beisammen. Ein bunter Haufen, den nur eines verbindet, nicht zimperlich zu sein, wenn es um die Durchsetzung eigener Interessen geht. Bemerkenswerterweise haben 40 Männer unterschrieben, es ist keine einzige Frau dabei. In der Wirtschaft so richtig Druck machen ist offensichtlich noch immer Männersache.

Und jetzt die große Quizfrage für die Leser der Bissigen Bemerkungen. Welche Branche wird sich gegen die Regierung durchsetzen?
Schreiben Sie bitte nur, wenn Sie auf die Reisebranche tippen, dann muss ich nicht so viele Emails lesen.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) erfahren Sie diese Woche sehr viel über das Thema Flusskreuzfahrten. TUI Deutschland Chef Dr. Böttcher erklärt warum TUI sich jetzt auch hier ganz besonders engagiert und der Chef der Arosa Flotte, Lars Clasen schildert, warum er glaubt, dass immer noch genügend Luft für seine Flotte sein wird. Außerdem wird auch noch getauft und gefeiert, aber hören Sie selbst.
In den akustischen Bissigen Bemerkung geht es um das neue deutsche Aufregerthema „Google Street View“ und wie wichtig das neue Angebot für die Tourismusindustrie werden könnte (für einige –windigen- Anbieter allerdings auch mit eher negativem Ausblick).

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Reißleine gezogen

Kann man eine Reißleine auch in eine falsche Richtung ziehen? Yes, you can! Was jeder Fallschirmspringer bezweifeln würde, hat der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hering, (leider) demonstriert.

Und das ist die Geschichte: Da kommt ein kleiner Airport, der bislang nur Verluste produzierte, auf den eigentlich löblichen Gedanken „so kann es nicht weitergehen“. Was andere Flughäfen schon lange machen, könnte doch auch in der Provinz klappen. Wir erheben eine Fluggastgebühr oder auch Terminalgebühr genannt oder etwas witziger auch Hahn-Taler genannt. Damit ist auch klar um welchen Flughafen es sich handelt: Um den Flughafen Hahn, offiziell auch Frankfurt-Hahn genannt. Letzteres ist leicht irreführend und ungefähr so präzise wie Flughafen Hamburg-Lübeck. Beiden ist gemein, dass dort die Fluggesellschaft Ryanair den Ton angibt. Und die ist wiederum bekannt dafür, dass sie es mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt, ihr Boss O`Leary eine große Klappe hat und damit jeden und alles gerne beschimpft.

Es kam wie es zumindest am Anfang kommen musste. Kaum hatte der Flughafen Hahn den Hahn-Taler verkündet (Die 3 Euro/Fluggast wurden auch noch etwas sozial verpackt, z.B. mit Vergünstigungen für die Passagiere beim Einkauf auf dem Flughafen), da wetterte Ryanair auch schon los und drohte mit dem Abzug von Flugzeugen. Jetzt muss man die Ausgangslage mal realistisch sehen, ohne Ryanair steht kurzfristig der Flughafen Hahn etwas schwächlich da, andererseits hat auch kaum ein anderer Flughafen so schöne Voraussetzungen für Ryanair geschaffen wie eben der Flughafen Hahn. Eine typische Win-Win-Situation. Wie geschaffen, dass man nach kurzem Radau sich wieder zusammenrauft. So hatte zumindest die Flughafen-Geschäftsführung die Situation eingeschätzt. Auch der Autor dieser Zeilen hatte dies vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem SWR so prognostiziert.

Wenn sich da nicht dummerweise ein Amateur eingemischt hätte. Sein Name Hendrik Hering, seines Zeichens Wirtschaftsminister des Landes Rheinland-Pfalz. Keine Ahnung wo seine besonderen Fähigkeiten liegen. Wahrscheinlich kann er mit verbundenen Augen alle pfälzischen Weinköniginnen am Küssen erkennen. Aber leider hat er keine Ahnung was die Umgangsformen mit Ryanair betrifft. Nach dem üblichen Ryanair Gekreische, machte er sich sofort „voll in die Hosen“ und stornierte den Hahn-Taler („er müsse die Reißleine ziehen um Arbeitsplätze zu retten“).
Und die Bilanz der bösen Tat ist erschreckend. Die Geschäftsführung vom Flughafen Hahn ist desavouiert, Ryanair wird mit ihr nie mehr ernsthaft verhandeln („man hat ja jetzt den Draht zum Minister“). Aber es kommt noch schlimmer. Die übrigen Gesellschafter des Flughafens, das Land Hessen und der Flughafen Frankfurt haben diese Steilvorlage gerne aufgenommen und dem Land Rheinland-Pfalz ihre Gesellschaftsanteile vor die Tür gestellt. Denn anders als Rheinland-Pfalz haben diese Gesellschafter nicht die Absicht auf Dauer den Airport Hahn zu subventionieren. Und Rheinland-Pfalz kann Hahn nie und nimmer alleine stemmen.

Merke:
1. Fliegerei ist ein ganz eigenes Geschäft mit ganz eigenen Manager-Typen. Amateure haben hier nichts verloren und gehen auch immer schnell baden.
2. Der leichte Sieg von Ryanair ist bitter. Ihr Geschäftsmodell zielt auf Subventionierung durch den Steuerzahler. Die EU hat es langsam verstanden und versucht es zu verhindern. Das Verhalten von Rheinland.Pfalz ist ein Schritt in die falsche Richtung. Und O´Leary kichert mal wieder vor sich hin. Die Dummen werden eben nicht alle.

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