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Der Täter ist (nicht) immer der Gärtner

Wow, was für ein Wochenanfang in der letzten Woche. Da glühte nicht nur mein BBB-Server ob der Zugriffszahlen, offensichtlich waren auch viele Neu-Leser dabei, denn am Montag und Dienstag wurden insgesamt fast 13.000 BBB-Seiten angeschaut. Auch die öffentliche Reaktion war ob dieser Ungeheuerlichkeiten aufgeschreckt, sogar die FAZ hat über die Causa Brähmig berichtet („Reisebranche in Aufruhr“). Bedauerlich war, dass zu fast 100% die Reaktionen in „typisch Politiker“ oder noch schlimmer in Richtung „typisch, wer sitzt schon im Tourismus-Ausschuss“ gingen. Wobei zumindest letzteres sogar ich aus eigener Erkenntnis dementieren möchte. Erstaunlich, dass ausgerechnet (und fast ausschließlich) ein angesehener Fachjournalist in seinem blog meinte, die „Reisebranche würde hier nicht als Betroffener taugen“.
Das sah z.B. der DRV deutlich anders und der DRV-Vorsitzende Büchy forderte Klaus Brähmig in einem Brief auf „diese abwertenden, unsachgemäßen und unangemessenen Bemerkungen öffentlich richtig zu stellen“. Und letztlich erkannte auch Brähmig die in der bekannten Email steckende Diffamierung und distanzierte sich deutlich von der Email seines Büroleiters.
Soweit Ende gut, alles gut?

Natürlich nur für den DRV. Der DRV hat schnell, sogar sehr schnell reagiert und immerhin die öffentliche Entschuldigung eines Bundestagsabgeordneten (sogar eines Bundestagsausschuss-Vorsitzenden erreicht)! Es ist sicherlich klug, dass der DRV die Angelegenheit mit diesem Entschuldigungsschreiben als vorerst erledigt betrachtet.

Ich sehe das allerdings etwas differenzierter. Klaus Brähmig hätte gut getan neben seiner „Distanzierung“ auch ein Wort des „Bedauerns“ zu erklären. Des Weiteren erklärt er, dass er „seinen Mitarbeiter angewiesen habe, künftig bei privaten Meinungsäußerungen nicht mehr den dienstlichen Email-Account zu benutzen“. Muss jetzt Strabel nur den Email-Account wechseln und darf dann weiterhin solche Müll-Emails abschicken?

Richtigerweise erklärt Brähmig auch, dass die Reaktion seines Mitarbeiters „überzeichnet war“. Überzeichnet allerdings nicht nur gegenüber der Branche, sondern auch gegenüber meiner Person. Insofern erwarte ich auch eine Entschuldigung in meine Richtung. Im Bestreben seines Büroleiters, zu retten was nicht mehr zu retten war, wurde getreu der bekannten Ablenkungs-Methode „Haltet den Dieb“ der Eindruck erweckt, als ob ich in vielerlei Art beleidigend gegenüber Brähmig geworden wäre. Dabei hat es Brähmigs Büroleiter mit der Wahrheit nicht immer sehr genau genommen. Jedermann/frau kann meine BBB vom 12.3. nachlesen und ebenso nochmals das Interview des Reiseradios vom 12.3. (siehe www.reiseradio.org) hören, die schließlich die Basis für den Strabelschen Ausraster waren. Sie werden keine niveaulose persönliche Beleidigung durch mich entdecken. Meine Kinderstube war zum Glück in Ordnung und da lege ich Wert darauf. Es sei denn, dass meine Aufforderung an Herrn Brähmig, er solle zurückzutreten, als Beleidigung gesehen wird. Ich sehe das dagegen als eine Art Tatsachenbehauptung.

Zuletzt noch eine kleine Petitesse. Obengenannter Fachjournalist schrieb in seinem blog. Achtung Zitatbeginn: „In diesem Fall hat Brähmig nachweislich nicht gedacht.“ Zitatende des Satzes. Natürlich wird man mir jetzt zumindest Dialektik, Sinnverdrehung oder sogar Beleidigung vorwerfen. Aber der Satz ist nicht von mir und ich liebe ihn trotzdem.

Eigentlich möchte ich diese Sache hiermit auch abschließen. Nehmen wir es so hin, wie die Zeitschrift „der Mobilitätsmanager“ schrieb: „Der Büroleiter war`s, wer sonst?“. Dass weiter unten in deren Text steht: „Und dass Brähmig jetzt seine Hände in Unschuld wäscht und die abfälligen Bemerkungen seinem Büroleiter in die Schuhe schiebt, hat schon etwas von einem faden Beigeschmack.“
Da sind die BBB zumindest teilweise anderer Meinung. Die Formulierungen sind garantiert Strabels eigenes Werk. Kenner der Szene, die mir schrieben, erklärten diese Sprache als authentisch für ihn. Sorge macht mir ein Strabel Zitat aus dem Manager Magazin. Dort betonte er das „tiefe Vertrauensverhältnis mit seinem Chef“.
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in eigener Sache:
1. Ich bedanke mich recht herzlich für über 60 Neu-Anmeldungen für den BBB-Newsletter. So viele Neuanmeldungen in zwei Tagen gab es noch nie!
2. Normalerweise antworte ich (gerne) auf jede eingegangene Email. Bei der Flut von Emails, die mich letzte Woche erreichte, ist mir das zumindest im Moment nicht möglich. Ich bedaure das, zumal in vielen Emails köstliche Formulierungen zu finden waren. Aber ich werde mich bemühen, die Antworten in den nächsten Wochen nachzuholen.

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Wo war Ihr Einsatz, Herr Brähmig?

Im Juli letzten Jahres glaubte der Vorsitzende des Tourismusausschusses des Bundestages, Klaus Brähmig (CDU), die große Moralkeule gegen Urlauber schwingen zu müssen. Sein Credo: „Wir müssen uns fragen, ob es sinnvoll ist, in Länder zu reisen, die von einem diktatorischen Regime regiert werden“.
Die Bissigen Bemerkungen haben sich damals heftig gegen diese versuchte Reisezensur gewehrt (siehe BBB vom 25.7.2011 „Warum sollen Urlauber moralischer sein als die Bundeskanzlerin?“).

Jetzt hätte Herr Brähmig wieder Gelegenheit gehabt, zum Thema „Kontakte mit diktatorischen Regime“ sich zu Wort zu melden. Es war schon fast peinlich wie leise, fast verschämt, Frau Merkel bei Ihrem China-Besuch das Thema Menschenrechte erwähnte und wie die Chinesen Frau Merkel auflaufen ließen, als sie sich mit Oppositionellen treffen wollte. Herr Brähmig, wo war Ihre Wortmeldung dazu?

Mindestens genau so peinlich war der große Bahnhof für den Präsidenten von Kasachstan, einem ziemlich „üblen Burschen“, der rücksichtslos gegen streikende Arbeiter oder generell gegen oppositionelle Kräfte vorgeht. Aber Präsident Nasarbajew wurde nicht nur von Frau Merkel, sondern anschließend auch von Bundespräsident Wulff mit Ehren empfangen (letzteres wollen wir hier nicht näher kommentieren). Die ARD-Tagesschau berichtete in diesem Zusammenhang spöttisch von Kasachstan-„Festspiele“ in Berlin.
Insbesondere seit letztem Jahr bemüht sich Kasachstan verstärkt um deutsche Touristen. Nach einer kleinen Schamfrist wegen des Treffens Merkel/Nasarbajew, kann sich demnächst hier Herr Brähmig wieder als Tourismus-Warner betätigen.
Kasachstan will sich übrigens für die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben (das IOC, „Hüter der Menschenrechte“, hat bestimmt keine Einwände).

Irgendwie passt an dieser Stelle die Meldung, dass eine tschechische Reiseagentur „Korruptionstouren“ anbietet. „Orte der Korruption zu sehen, sei besser als darüber zu lesen“, meinte der Anbieter. Klasse Idee, einerseits wird die Neugierde der „bösen“ Touristen befriedigt, gleichzeitig kann man sich trefflich darüber moralisch aufregen: Also Sensationstour mit moralischem Hintergrund.
Welche Orte würden wohl in einer solchen Reise durch die Bundesrepublik Deutschland angeboten? Schloss Bellevue wäre sicherlich dabei, das malerische Oggersheim, die Bankentürme von Frankfurt, der Kölner Klüngel und vielleicht auch das neue Feuchtbiotop Hannover.

Und auch das noch:
Die Fachzeitschrift fvw berichtete über Kerosinzuschläge für den Sommer. Dort war u.a. zu lesen: „Die Veranstalter führen flächendeckend Kerosinzuschläge für die Sommersaison ein – konnten die Fluggesellschaften aber zumindest deutlich runterhandeln“. Oh, oh, liebe fvw, einen ähnlichen Bericht brachte (1989/1990?) das damalige Konkurrenzblatt touristik report. Ergebnis: Kurze Zeit später mussten sich die Airline- und Veranstalter-Bosse vor dem Kartellamt wegen unerlaubter Preisabsprache verantworten. Die Verhandlung vor dem Kammergericht in Berlin, sinnigerweise während der ITB 1991, endete mit Geldbußen (nicht Geldstrafen!) für die Beteiligten. Über die Verhandlung selbst kursierten danach so viele Geschichten, dass manche in der Branche bedauerten, nicht live dabei gewesen zu sein (siehe sehr lesenswert die entsprechenden BBBs http://www.karl-born.de/bbb/archiv/news-archive-20-6-2005.html).

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Ein prominentes Gesicht für den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Jetzt hat der BDL seinen neuen hauptamtlichen Präsidenten gefunden: Klaus-Peter Siegloch, einen der großen TV-Journalisten, bekannt vom „Heute-Journal“ und von „Was nun, ..“. Zur Begrüßung gab es gleich ein bisschen Gegenwind vom Branchenfachblatt fvw. Dirk Rogl meinte in seinem Blog: Ein klarer Sieg der medialen Präsenz über die fachliche Kompetenz.

Na klar, kann man darauf nur antworten. Dass die Luftverkehrsbranche über hervorragende fachliche Kompetenz verfügt, ist wohl unbestritten. Aber hat es ihr etwas genützt? Leider nein. Zu der von der Politik zu verantwortenden Aschewolke-Krise kam dann noch die Luftverkehrsabgabe. Eine dreiste Belastung einer schon gebeutelten Branche mit ohnehin knapper Marge (viele spotten ja schon von fliegenden Non-Profit-Organisationen).
Also, was braucht die Branche? Sie braucht einen Lobbyisten, der an den richtigen Stellen, mit der richtigen Sprache, die wichtigsten Themen anspricht. Und, er muss das nicht nur mit Überzeugung, sondern mit sehr viel Power machen. So einen Macher zu finden ist nicht so einfach.

Die BBBs hatten ja schon befürchtet, die fvw würde ihren Liebling aus vergangenen Tagen, Thomas Middelhoff, vorschlagen. Als „Windmacher“ wäre er schon eine große Nummer, nur mit der Nachhaltigkeit sieht es nicht so gut aus.
Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg hätte auch für große Auftritte gesorgt. Seine Reden hätte er sich ganz offiziell schreiben lassen können. Und auch Flugerfahrung ist reichlich vorhanden.
Matthias Wissmann, ehemals gelobter Bundesminister, heute Präsident des Automobilverbandes VDA, wird stets als Vorbild genannt. Dem ist nicht zu widersprechen. Er galt schon in der Politik als hoch qualifiziert.
Wie sieht es da aktuell im Bundesparlament mit sich anbietenden Kandidaten aus? Leider schlecht.
Dirk Fischer (CDU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses: „Die Ticketabgabe bringt für die hiesigen Flughäfen und unsere deutschen Airlines Nachteile im Wettbewerb. Anders kann man das nicht sehen.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP: „Niemand von uns hat sich die Ticketabgabe gewünscht. Ein nationaler Alleingang verzerrt immer den Wettbewerb, das ist unstrittig.“ Trotzdem hat er für die Luftverkehrsabgabe gestimmt, logisch?
Soviel Unsinn wird Siegloch nicht reden können.

Und was die fachliche Kompetenz betrifft, so muss man sehen, dass einer der Gegenspieler von Siegloch, Peter Ramsauer heißt. Ganz kurzfristig war dessen Name als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Das hätten die Bissigen Bemerkungen gut gefunden. Damit wäre der Afghanistan-Krieg schnell zu Ende gewesen, denn die Taliban hätten sich totgelacht. Auch so kann man einen Krieg gewinnen. Aber was sagten die berühmten „Insider“ zu Ramsauer? Es liege ihm nicht so, sich zu sehr in Details einzuarbeiten. Deshalb hält er sich auch das wichtigste Branchenthema „Single European Sky“ vom Halse. Also, da kann Síegloch aus dem Stand mithalten.

Lieber Klaus-Peter Siegloch, lesen Sie bitte nicht nur das von Dirk Rogl empfohlene fvw-Abo, dort gibt es „nur“ Informationen. Schauen Sie lieber öfters bei den BBBs rein, da finden Sie die richtige verbale Power für Ihren künftigen Job. Viel Erfolg!
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In eigener Sache.
Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zum 10jährigen Jubiläum der Bissigen Bemerkungen. Das war toll und hat gut getan. Natürlich muss man dann auch manches Geschenk ertragen, wie dieses Buch: „Je mehr Zähne mir ausfallen, umso bissiger werde ich…!“

Im Reiseradio (www.reiseradio.org) kommen diesmal Jugendverbände mit einem brisanten Thema zu Jugendreisen zu Wort. Prof. Feige spricht über noch immer dringend notwendige Investionen in der Hotelbranche und der oberste Sparkassenchef ermuntert zum Kreditaufnehmen. Bei den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es um Terminnöte vor und auf der ITB, um ein zweijähriges Kind, das alleine Bahn fahren muss und auch sonst noch um allerlei Aufreger.

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„Ich bin dann mal weg“ – da geht noch mehr

Nur wenige Stunden nachdem letzten Montag die Bissigen Bemerkungen mit ihrer Kritik am Bundespräsidenten erschienen waren, erklärte Horst Köhler völlig überraschend seinen Rücktritt. Natürlich können die Bissigen Bemerkungen die Situation schon richtig einschätzen, aber ein leichtes Erschrecken war es schon, als die Meldung durch die Medien rauschte. Und offensichtlich ging es vielen BBB-Lesern genauso. Noch nie gingen innerhalb weniger Stunden so viele Emails ein wie am letzten Montagnachmittag. Der Tenor reichte von „Liest Köhler die BBB?“ bis „Gibt es jetzt eine Sonderausgabe der Bissigen Bemerkungen?“. Etliche schrieben auch in Variationen „Erst Koch, dann Köhler, langsam werden die BBB unheimlich“. Die Anspielung galt den Bissigen Bemerkungen vom 17.5. („BBB-Spezial zum Thema Bildung: Roland Kochs brutalst möglichste Frechheit“), Damals dauerte es exakt eine Woche bis zum ebenso überraschenden Rücktritt von Roland Koch.

Wenn man möchte, könnte man die Reihe noch um Thomas Middelhoff ergänzen, BBBs ehemaligen Lieblingsfeind. Auch hier haben die Bissigen Bemerkungen Klartext geschrieben (u.a. siehe BBB vom 29.9.2008 „Wenn bei einem Vordenker der Lack abblättert“). Es war auch zu ärgerlich zusehen zu müssen, wie dieser Blender von Teilen der Tourismusbranche (DRV, FVW) abgefeiert wurde. Die Inhalte seiner Vorträge tendierten hinsichtlich des touristischen Neuigkeitswertes gegen Null. Seine Leistung bestand nur darin, dieses „Nichts“ besonders schön zu verpacken. Leider dauerte es vom o.g. 29.9.08 noch einige wenige Monate bis zu seinem Karriere-Ende. Inzwischen wurde Middelhoff vom Arcandor-Insolvenzverwalter und anderen mehr als entzaubert. Die Bissigen Bemerkungen lagen total richtig in ihrer kritischen Einschätzung.

Die Bissigen Bemerkungen werden auch in Zukunft versuchen möglichst frühzeitig Fehlleistungen aufzuzeigen. Und es ist noch genug zu tun! Wie hieß es so schön in einer Email vom letzten Montag: „liest Ramsauer eigentlich auch die BBBs?“.

Wir arbeiten daran.

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Das Reiseradio war letzte Woche auf Tour in der Türkei. Ziel der Reise war insbesondere ein Besuch des Resorts Lykia World. Diesen legendären Namen kennt jeder Reiseexperte. Früher komplett von deutschen Urlaubern belegt, ist Lykia World heute der Inbegriff für ein internationales Urlaubspublikum, von Russland über Deutschland bis England. Ob das funktioniert? Wenn Sie www.reiseradio.org hören, dann wissen Sie Bescheid

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