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Sensationelles TUI-Angebot: Weihnachtsreise ins Kampfgebiet

„Mein Frau wollte das schon lange mal erleben, deshalb habe ich sie mitgenommen“, lautete die Begründung unseres Verteidigungsministers zu Guttenberg warum er seine Frau Stephanie auf die Reise nach Afghanistan mitgenommen hat. Außerdem könne man dadurch der kämpfenden Truppe vor Ort Anerkennung und Respekt aussprechen.
Ähnlich sehen es Tausende von weiteren Deutschen. Aber die Bundeswehr, die genug zu tun hat, die Reisen ihres vorgesetzten Ministers, plus Ehefrau, plus Medientross inklusive und besonders mit Johannes B. Kerner zu organisieren, kann diese Antragsflut nicht bewältigen, zumal sie die vielfältigen Reiseanfragen von Bundestagsabgeordneten in das Krisengebiet bisher abgelehnt hat (worüber jene natürlich sehr erbost sind).
Hilfe kommt jetzt von privater Seite. Auf die Schnelle, noch für die Weihnachtszeit, organisiert TUI Reisen für Urlauber, die gerne mal auf den Spuren von Stephanie zu Guttenberg wandeln möchten: Reisen in das Krisengebiet von Afghanistan.

Auf dem Programm stehen neben dem obligatorischen Truppenbesuch (inkl. Gespräche mit Soldaten und Soldatinnen), gemeinsames Mittagessen mit der Truppe (etwas aufgebessert wenn Besuch da ist, entsprechend der Regeln für Ministerbesuch) und Teilnahme an einer der vielen Talkshows (z.B. mit Anne Will oder Maybritt Illner. Die Talkshow mit Kerner ist leider schon abgedreht). Ausflüge nach Kundus und Masar-i-Scharif sind allerdings nur mit Begleitung möglich. Wobei besonders Masar-i-Scharif das Interesse der Touristen finden dürfte. Die Stadt ist der bedeutendster Wallfahrtsort in Afghanistan und gilt als heilige Stadt des Islams. Spätestens seit der letzten Rede unseres Bundespräsidenten wissen wir den Islam als Teil unserer Kultur zu schätzen und deshalb dürfte dieser Programmpunkt besondere Aufmerksamkeit finden.

Auf die Schnelle konnten keine eigenen Reiseführer mehr gedruckt werden, auf entsprechende Bildbände bei Amazon (z.B. „Deutsche Soldaten im Krieg: die Bundeswehr in Afghanistan„) wird verwiesen.
Diese Reisen unterliegen einer gewissen vorherigen Geheimhaltung und werden deshalb extrem kurzfristig zugeteilt. Eine sofortige Reisefähigkeit der gebuchten Gäste wird deshalb vorausgesetzt.
Ablichtungen nach diesen Reisen in den einschlägigen bunten Blättern (wie bei Politikern üblich), kann nicht für jeden einzelnen Reisenden garantiert werden.
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Weil auch der Autor sich für diese Reise angemeldet hat, fallen nächsten Montag (27.12.) ausnahmsweise die Bissigen Bemerkungen aus. Die nächsten BBBs gibt es wieder im Neuen Jahr am 3.1.2011.
–> siehe diese BBBs auch auf youtube
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) steht Berlin, die Stadt Deutschlands im Vordergrund, die touristisch am meisten boomt. 20 Mio. Übernachtungen in 2010 sind absoluter Rekord. Außerdem kann jemand zwar „Bahn“ heißen, aber trotzdem über „Kreuzfahrten“ schreiben. Gemeint ist der neueste Kreuzfahrtführer von Uwe Bahn.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es diesmal nur um Krisen. Die wahren Schuldigen werden genannt und die tapferen Vorort-Mitarbeiter, die das alles ausbaden müssen, werden gelobt. Ausnahmsweise.

Ihr Feedback, Ihre Anregungen, Ihre Meinung ist gern gesehen. (hier klicken)

Ein Reiseradio – das hat noch gefehlt

Geht es Ihnen auch so? Manchmal liest man etwas und fragt sich: „warum hatte ich diese Idee eigentlich nicht?“.
Jetzt ist wieder eine Marktlücke geschlossen: Ein Radiosender, der nur Reisenachrichten, Interviews und Hintergrundberichte bringt. Eben alles „was mit Reisen“ zu tun hat. Und jetzt kommt die nächste Überraschung: In jeder Sendung gibt es neue „Bissige Bemerkungen“.

Jürgen Drensek, Vorsitzender der VDRJ (Vereinigung Deutscher Reisejournalisten), hat die Marktlücke erkannt und sogleich geschlossen. Er hat das „Reiseradio“ erfunden, ein Sender voller Reisenachrichten. Dieses Reiseradio ist nur über das Internet zu empfangen. Gleich aufschreiben: www.reiseradio.org. (Achtung auf das „org“ am Ende.)
Aber was heißt hier „nur“ über das Internet. Die technisch perfekte Bezeichnung lautet „Podcast“ und bedeutet, man ist nicht an Sendezeiten gebunden, sondern kann die Sendung hören wann immer man gerade Zeit hat. Noch besser, man lädt sich die Sendung auf seinen iPod und hört sie im Zug, im Auto oder beim Joggen.
Vorerst wöchentlich (später öfters) wird eine neue Sendung erstellt. Und wöchentlich heißt, immer wieder montags, gibt es die neue Ausgabe der Reisesendung.

Und jetzt noch etwas Besonderes: In jeder Sendung sind auch die „Bissigen Bemerkungen“ zu hören. Aber natürlich wird nicht die schriftliche Version nochmals akustisch aufgebrüht. Nein, da gibt es nichts „Aufgewärmtes“, sondern immer eine Spezial Version für den Reiseradio, ein provozierendes Zwiegespräch „Drensek/Born“ (Achtung Grimme-Preis, wir kommen).

In der Sendung 02 vom letzten Montag wurde abgelästert über die neue US-Einreisesteuer, sog. „Travel Promotion Act“. Und die BBB haben in der Sendung den Verdacht geäußert, dass Obama bei seinen Deutschland-Besuchen, sich das bei der Kurtaxe abgeschaut hat. „Von Deutschland lernen“ heißt nicht immer etwas Gutes lernen. Aber hören Sie selbst.
In der neuen Sendung, ab 22.3. frei geschaltet, wird über das Thema Touristik und Technik abgelästert. Wozu braucht man noch Kataloge, Reisebüros, Geschäftsreisen? Wie lange wird noch „gezwitschert“? Und besonders provokant: haben Reisejournalisten Zukunft?

Also, es gibt für Sie mindestens zwei Gründe Reiseradio zu hören.
1. Ich kann von Reisethemen nicht genug bekommen und
2. Nur einmal „Bissige Bemerkungen“ pro Woche ist mir zu wenig?

Sorry liebe Leser für diese Werbeausgabe der BBB. Nächste Woche gibt es hier wieder bissigere News, z.B.
1. Findet Manny Fontenla-Novoa endlich etwas zum Kaufen, nachdem alle potenzielle Kandidaten abgesagt haben, auch die kleineren? Die Incoming-Agentur von Vordertupfing soll angeblich noch zu haben sein.
2. Und in diesem Zusammenhang, warum die TUI-Aktie so abgeht?
3. Der „Weltflughafen“ Altenburg, den der zuständige Landrat an internationale Investoren verkaufen wollte (siehe BBB vom 14.12.2009 „Weihnachtlicher Wunschzettel), hat „Personalprobleme“. Erste Flüge müssen umgeleitet werden.
4. Trunkenheit am Steuer gibt es überall, auch am Steuerknüppel. „Granantenvolle“ ukrainische Piloten wollten von der Krim nach Kiew fliegen. An Bord: die ukrainische Generalstaatsanwältin. Dumm gelaufen!

Also dann bis nächste Woche!

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ITB 2009: Reiseanalyse, chaotische Verkehrssituation und einen schönen Preis für die Bissigen Bemerkungen

1. Reiseanalyse 2009
Die Bissigen Bemerkungen von letzter Woche („nicht den historischen Fehler von 2002 wiederholen“) führten zu heftigen Diskussionen in Form von Email-Zuschriften und ergaben sowohl neue Klick-Rekorde für die BBBs als auch eine unerwartet hohe Anzahl neuer Newsletter-Abonnenten. Vielen Dank.
Insbesondere durch die traditionell auf der ITB vorgestellte Reiseanalyse, das wohl renommierteste Marktforschungsergebnis der Branche, fühlen sich die BBBs bestätigt.
Demnach sehen 75% der Bevölkerung die Finanzkrise als besorgniserregend an, aber nur 15% geben an, dass ihre Urlaubsplanung davon betroffen sei. Natürlich ist 15% immer noch eine sehr hohe Zahl, aber nach den Daten der Reiseanalyse wird sich diese Betroffenheit eher in einem „Sparen am und im Urlaub“ äußern als im „totalen Reiseverzicht“. Neben den bereits Gebuchten haben sich 45% der Bevölkerung bereits definitiv für eine Urlaubsreise in diesem Jahr entschieden, aber noch nicht gebucht (das sind ca. 10% mehr als in 2008) und weitere 25% halten eine Urlaubsreise in 2009 für möglich.
Bei den geplanten Urlaubsreiseausgaben wird es noch interessanter. 58% wollen in 2009 gleich viel ausgeben wie in 2008, 9% wollen mehr ausgeben und 11% wollen weniger ausgeben. Insofern stimmen diese Zahlen mit dem Trendbarometer der Dresdner Bank überein. Aber, und jetzt kommt eines der wichtigsten Befragungsergebnissen, auf die Frage an die 11% die weniger ausgeben wollen und an die 22% hinsichtlich der Reiseausgaben noch unentschlossenen Bucher, wo sie mögliches Einsparungspotenzial sehen, antworteten 30% mit „Suche nach Sonderangeboten“.

Liebe Veranstalter und andere Reiseanbieter, das Thema Reiseschnäppchen (und in Folge „Last Minute“) möchtet Ihr am liebsten zum Tabu-Thema erklären. Aber diese Nummer läuft nicht. Wenn Ihr sehr laut über Eure Sparpotenziale nachdenkt, könnt Ihr das gleiche Denken Euren potenziellen Kunden nicht verwehren. Und die sind zu einem wesentlichen Teil der Meinung, wenn wir schon in einem Krisenjahr verreisen, dann wollen wir auch etwas als Gegenleistung, sprich Boni, bekommen. Dass man in der Höhe des Preisnachlasses angesichts des substanziellen Inhalts der Befragung nicht übertreiben muss, ist eine andere Frage. Es geht mehr ums Prinzip. Verstanden?
Also, Marketing und Yieldmanagement übernehmen Sie.

2. Verkehrssituation während der ITB
Das war teilweise die absolute Frechheit was sich die Berliner Verkehrsbehörden (oder wie immer diese bürokratischen Kurzdenker heißen mögen) während der ITB geleistet haben. Ausgerechnet am ersten Messetag „musste unbedingt“ eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen zur Messe neu geteert werden. Da war kollektives Zuspätkommen für die Messeleute angesagt. Warum es außerdem nicht möglich ist an der Abbiegung Neue Kantstraße zur Messe für die Stoßzeit morgens eine andere Verkehrsregelung als nur eine einzige Abbiegerspur zu schaffen wird auch ein Berliner Geheimnis bleiben. In Hannover wird zur Cebit der Messeschnellweg auf allen Fahrbahnen morgens zur Einbahnstraße hin und abends zur Einbahnstraße zurück erklärt. Klappt hervorragend. Hannover mag in den Augen von Euch Hauptstädtern zwar Provinz sein, nichtsdestoweniger könntet Ihr etwas davon lernen. Da wirkt die gerade gestartete Berliner Freundlichkeitsoffensive direkt lächerlich, wenn morgens gefrustete Taxifahrer auf ebenso gefrustete Messebesucher treffen.
Also, erstmal Hausaufgaben machen.

3. Preis der Vereinigung der Deutschen Reisejournalisten (VDRJ-Preis) für Karl Born
In einer sehr stilvollen Veranstaltung und mit einer außergewöhnlichen Laudatio durch Rolf Nöckel von der Westdeutschen Zeitung, standen die Bissigen Bemerkungen im Mittelpunkt der Verleihung des VDRJ-Preises (Mehr zum VDRJ siehe unter www.vdrj.org). Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Karl Born mit einer Drohung: Er wolle noch die 500. Ausgabe der BBB schaffen. Konkret hieße dies, dass die Branche noch zwei Jahre mit den Bissigen Bemerkungen leben müsse.
Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank an den VDRJ für den Preis und an Rolf Nöckel für die Laudatio (Bild von der Preisverleihung unter www.vdrj.org/index.php?op=pages&pageid=118)

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