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Täuschen und Tricksen

Als das Fluggastrechteportal „Fairplane“ vollkommen „selbstlos“ quasi über Nacht beim Berliner Landgericht erwirkte, dass das eigentlich schon abgeschlossene (und Vueling zugeteilte) Niki-Insolvenzverfahren, jetzt nach Österreich verlegt und neu ausgeschrieben werden müsse, herrschte großes Unverständnis.

Aber als dann im Januar 2018 in einem beispiellosen Übernahme Coup Niki Lauda, im Unterschied zur ersten Entscheidung, den Zuschlag bekam, feierte man in der Alpenrepublik die gefundene „nationale österreichische“ Lösung. Wie schön das klingt, wenn man fest daran glaubt, dass der Schein mit dem Inhalt identisch sei.

Der „lange gemeinsame Weg“ war recht kurz

Es dauerte gerade mal zwei Monate, dann ließ Lauda die Maske fallen und der Gewinner war (Überraschung?) O’Leary. „Ryanair steigt bei Lauda Motion ein und hat ein Vorkaufsrecht auf mehr“ – da schäumten Markteilnehmer und -beobachter gleichermaßen. Vieles, was in den zwei Monaten zuvor von Lauda und seinem Management versprochen wurde, war nur noch Makulatur. Ebenso ist es nun um den „langen gemeinsamen Weg“ geschehen.

Jetzt wurde bekanntgegeben, dass Ryanair schon im Dezember 2018 Lauda Motion komplett übernommen hat. Das kann dann auch nicht mehr darüber hinwegtäuschen, was in der Realität ohnehin zu sehen ist: Ryanair hat das Sagen.

Damit landet das angeblich „letzte Filetstück“ von Air Berlin ausgerechnet im Rachen der Iren. Eine Riesenenttäuschung – auch für die Mitarbeiter.

Karsten Mühlenfeld plädiert für Offenhaltung von Tegel

Noch so eine seltsam anmutende Story: Der ehemalige BER-Chef und Ex-Verwalter von Deutschlands längster Dauerbaustelle, Karsten Mühlenfeld, hat sich nun für die Offenhaltung von Tegel ausgesprochen. Hat er uns nicht jahrelang erzählt, warum das aus rechtlichen Gründen überhaupt nicht geht? Jeder der anderer Meinung war, hat von ihm auch gleich eine abbekommen.

Die Lösung ist ganz einfach. Mühlenfeld ist seit August letzten Jahres in Diensten von … Na, raten Sie mal? Genau: in Diensten von Ryanair. Und Ryanair fordert schon viel länger den Weiterbetrieb von Tegel. Zufälle gibt es.

Entscheidung über BER-Fertigstellung erst nach der Brandenburg-Wahl

Jetzt wollen wir doch mal unter der Überschrift „Täuschen und Tricksen“ einen Blick in die Zukunft werfen: „Wird er oder wird er nicht“, als Steigerung von Shakespeares „Sein oder nicht sein – das ist hier die Frage“. Noch bevor man dem aktuellen BER Chef Lütke Daldrup eine Frage stellt, antwortet er schon, wie sicher der Eröffnungstermin im Oktober 2020 sei.

Als ich im November 2017 in den Bissigen Bemerkungen schrieb, „freuen Sie sich auf den 19. August 2020, 3000 Tage Nichteröffnung BER (seit 2012)“, ließ ich schon durchblicken, dass dies nicht das letzte Jubiläum sein könnte.

Jetzt war Lütke Daltrup gefordert, vor dem Landtag in Brandenburg, sein Wissen preis zu geben. Der Satz, der mich aufhorchen ließ, lautete: „Die Abnahme des BER-Hauptterminals wird erst nach der Wahl des Landtags Brandenburg stattfinden. Die Wahl ist für den 1. September 2019 angesetzt.“

Er hätte auch sagen können: „Liebe Abgeordnete, ich werde Euch im Wahlkampf nicht mit schlechten Nachrichten zum BER stören.“ Wie nett von ihm.

Spätestens jetzt ist mir endgültig klar: BER Eröffnung 2020 wird die Luftnummer des Jahres. Aber wie die anderen Beispiele zeigen, gehören Luftnummern ja zur DNA der Branche.

 

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Nur Bares ist Wahres

Eine Boeing 787 von LOT hatte in Peking eine Panne. 10 Stunden stand die Maschine am Airport. Angeblich war die Reparatur nur ein kleines Problem.

Aber manchmal verbirgt sich hinter einem kleinen Problem ein richtig großes Problem. Das große Problem in diesem Fall war der zur Hilfe gerufene chinesische Techniker. Der Techniker verlangte cash für seine Arbeit, sonst wird nicht repariert. Bemerkenswerte Sturheit. Oder nur der Wunsch die berühmten „15 Minuten“ im Rampenlicht stehen, von denen Andy Warhol meinte, dass sie für jeden irgendwann kommen würden.

Bei uns in Deutschland kennt man das von Schlüsseldiensten, die im Notfall gerufen werden. Auch da heißt es cash oder die Tür bleibt zu.

Letzte Lösung: Passagiere anpumpen

Die Wahlmöglichkeiten für Lot waren begrenzt, leider auch das vorhandene Bargeld. Letzte Lösung, die Passagiere anpumpen. Wer öffnet da nicht gerne seinen Geldbeutel, um schneller nach Hause zu kommen. Letztlich waren es vier Passagiere, die die notwendigen 320 Euro in den Klingelbeutel geworfen haben. Wobei spätestens jetzt der Vergleich mit einem Schlüsseldienst vorbei ist, für „nur“ 326 Euro bleibt in der Regel die Tür zu.

Keine Ahnung warum LOT zuerst die Story abgestritten hat, ist doch schön solvente Kunden zu haben. Vielleicht wollte LOT auch nicht mit Airlines in „Endzeitstimmung“ in einen Topf geworfen werden. Da ist es bekanntermaßen schon üblich, dass die Piloten Bares im Fliegerkoffer haben.

Ein Billigflieger schuldet 525.000 Euro

Natürlich kann eine solche Sammelaktion schnell ihre Grenzen erreichen, vor allem wenn es nicht um 320 Euro, sondern um 525.000 Euro geht. Genau diesen Betrag schuldete eine irische Airline, und raten Sie mal welche. Und das schon seit 2014, nach einer Entscheidung der EU-Kommission wegen zu Unrecht eingeräumter Konditionen an einem französischen Lokalflughafen. Der französische Justizbeamte wollte aber nicht nur ein bisschen Aufmerksamkeit, sondern gleich das große Kino. Als die Ryanair-Maschine mit Passagieren an Bord startbereit war, kam er mit Polizeieskorte angebraust und schwenke den berühmten Kuckuck um einen kleinen Vogel an den großen Vogel zu kleben. Es sei denn….. er bekäme sofort 525.000 Euro. Für solche Summen sind Ryanair Passagiere nicht unbedingt bekannt, also: alles aussteigen.

Mit einigen Stunden Verspätung und einem Kuckuck freien Flugzeug konnten die Passagier endlich starten. 24 Stunden nach diesem Vorfall zahlte dann auch Ryanair. Die Mühlen der EU mahlen sehr langsam, aber man darf die EU auch nicht unterschätzen.

Mallorca für 1,94 Euro

Ich fand beide Geschichten besonders in dieser Woche interessant, weil diese Woche ja wieder eine Hochzeit für streamline-funktionierende Marketingfuzzies ist:

Vom Cyber Monday direkt zum Black Friday. An der Spitze der Verrückten stand, wer wohl, Ryanair, die den Cyber Monday gleich zur Cyber Week erweiterten. Als Eyecatcher diente ein Flugangebot für den 28.11. von Schönefeld nach Mallorca mit dem unglaublichen Preis von 1,99 Euro. Dieser Preis wurde dann auch am Mittwoch nochmals gekillt. Jetzt gab es Mallorca sogar schon ab 1,94 Euro. So wird es aber verdammt lange dauern bis die 525.000 Euro wieder in der Kasse sein werden.

 

 

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Götterdämmerung

Eurowings gesteht Überforderung ein, Ryanair storniert wegen Streik 600 Flüge, weil Piloten streiken, Lauda Motion geht anscheinend das Geld aus, Air Berlin-CEO Winkelmann will freiwillig auf Geld verzichten. Was ist da los? Götterdämmerung in der Luftfahrtbranche oder bewahrheiten sich nur Klischees?

Eurowings

Eurowings sieht langsam, dass Wachstum um jeden Preis und Kundenzufriedenheit zum Widerspruch wird. Wenn der CEO sich schriftlich entschuldigt und der COO erklärt, dass man die Integration der neuen Flieger unterschätzt habe, dann ist es mit den „Blitz-Entschuldigungen“ endgültig vorbei. Aber der Imageschaden ist schon gewaltig. Wenn selbst die zumeist seriöse „DIE ZEIT“ einen aktuellen Beitrag mit „Die verfressene Airline“ überschreibt, ist die öffentliche Meinung eindeutig. Sogar der DRV hat inzwischen Eurowings zum Rapport gebeten, oh, oh.

Aber fast unabhängig davon, bleibt die von den BBBs schon angesprochene Kundenmissachtung. Wenn Flüge zu spät ankommen, ist in der Regel zwischen Abflug und Ankunft immer genügend Zeit, um am Zielflughafen Vorbereitungen für anständiges Kundenhandling zu treffen. Wenn man will und man es für wichtig hält, vorausgesetzt natürlich. Diese Botschaft hat im Moment keine Airline verinnerlicht, eine unglaubliche Kundenmissachtung. Da schlage doch glatt der Blitz ein.

Aber Eurowings sieht auch unverändert kein Problem, seine Kunden in ein Flugzeug mit immer noch kompletter original Air Berlin-Bemalung einsteigen zu lassen. Kundenverwirrung: Air Berlin, sind die nicht pleite? Und an Bord, wird man von Tuifly Mitarbeitern betreut. Leistung Eurowings: das Reservierungssystem?

Ryanair

Die Götterdämmerung bei Ryanair ist mehr als überfällig. Große Klappe des CEO, aber die Kunden sind ihm egal und das Personal ist ihm egal. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres muss er in gigantischem Umfang Flüge ersatzlos streichen, weil sein Personal nicht länger bereit ist, sich auszubeuten lassen. Was die EU nicht geschafft hat, ordentliche gesetzliche Mindestanforderungen durchzusetzen, nimmt die Belegschaft jetzt selbst in die Hand. Skandalös auch seine Nonchalance den Kunden gegenüber, die wegen eines Druckabfalls in der Kabine (Grund noch unklar) unplanmäßig in Hahn zwischenlanden mussten. Übernachtung für Kunden? Pech gehabt. Hotelzimmer, gibt es nicht genügend in Hahn. Dabei hat er doch jahrelang Hahn als Frankfurt verkauft, da gibt es genügend Hotelzimmer. Einige Kunden brauchten kein Hotelzimmer, die mussten mit Nasen- und/oder Ohrbluten ins Krankenhaus gebracht werden. Als Hohn werden sie empfunden haben, am nächsten Tag auf den Ryanair Social Media Kanälen nach der Abhandlung der Unregelmäßigkeiten zu lesen: „Have a Great Day“.

Lauda Motion

Hat er nun oder hat er nicht, die Rechnungen bei Lufthansa bezahlt? Gemeint ist Niki Lauda und die Gebühren für die von Lufthansa geleasten Flugzeuge. Dass er nicht sehr großzügig ist beim Geld ausgeben, das ist bekannt. Vertrag ist eigentlich Vertrag, aber vielleicht ist wieder wichtig, in welchem Land Gerichtsstand ist. Mit dem so wichtigen Heimvorteil für Lauda oder nicht? Von Euphorie, dass die EU den 75% Einstieg von Ryanair endgültig genehmigt hat ist nichts zu spüren. Verpokert?

Thomas Winkelmann

Seine göttliche Stellung schien für Jahre hinaus unangreifbar gesichert. Die bankmäßige Absicherung seines Millionengehaltes fand Air Berlin-CEO Thomas Winkelmann immer als absolut gerechtfertigt. Spätestens nach der Insolvenz von Air Berlin wurde er für die auf der Straße stehenden arbeitslosen Air Berlin Mitarbeiter zum Feindobjekt und für die Medien zum Inbegriff von Gier. Hätte er damals „aus Solidarität“ auf einen Teil seines Gehaltes verzichtet, hätte er Manager des Jahres werden können. Nur schwer verständlich, dass er es jetzt tun will. Ist ihm Nichtstun im Saatwinkler Damm so auf die Nerven gegangen? Oder winkt ein noch größerer Gehaltsbrocken? Götter kommen ja manchmal auch aus der Asche empor. Gerecht?

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Man mag es kaum glauben…….

Laut Financial Times Deutschland werden bei Lufthansa bestimmte Kunden auf der Passagierliste gekennzeichnet. So bedeute ein Pluszeichen neben dem Namen, dass der Kunde besonders umsatzstark sei. So weit so gut. Aber ein Kunde will auch das Kürzel „RAL“ neben dem Namen entdeckt haben. Angeblich sei das ein Kennzeichen für „besonders nervige“ Kunden. Ausgeschrieben würde das Wort mit „Riesen..“ beginnen, dazwischen etwas mit „A..“ und mit „..loch“ enden. Aber das ist sicherlich nur eine Zeitungsente, oder doch nicht?

Vor dem Einsteigen in ein Flugzeug sollte man auch sicherheitshalber fragen, ob das Flugzeug vorher im chinesischen Xiamen zur Überholung war. Ein A340 der Air France wurde in Boston gegroundet, weil drei Dutzend (für nicht Mathematiker = 36) Schrauben an einem Teil der Außenverkleidung an der rechten Tragfläche fehlten. Immerhin hat es der Airbus trotzdem bis nach Amerika geschafft. Ein Glück, dass unsere „amerikanischen Freunde“ nicht nur bei der Kontrolle der einreisenden Menschen so rigide sind, sondern auch bei den „einreisenden“ Flugzeugen.

Von Ryanair-Boss O`Leary kennen wir den Spruch „Die Fluggäste mögen doch schon im Flughafen auf die Toilette gehen“, damit seine Airline Toiletten an Bord einsparen könne. Jetzt wurde O`Leary auf fast tragische Weise bestätigt. Ein 81-jähriger Passagier mit Blasendruck versuchte auf einem Flug nach Vietnam den Notausgang zu öffnen. In seiner „großen Not“ und offensichtlich „unter Druck“ verwechselte er die Türen zum Notausgang und zur Toilette. Gerade noch mal gut gegangen und auch ohne, dass der Fluggast „den Depardieu“ machen musste.

Aber nicht nur ältere Mitflieger sollten Sie im Auge behalten, sondern auch Flug-Neulinge. Ein 22-jähriger Student (was der wohl studiert?) wollte nach dem Start in Ho-Chi-Minh-Stadt den Notausgang öffnen um „die Aussicht besser genießen zu können“.

Und Sie sollten in Frankfurt keinen Flug nach 22 Uhr buchen, denn ab 23 Uhr gehen am Frankfurter Flughafen neuerdings die Lichter aus. Zumindest was Start und Landung betrifft. Und wenn es dann aus welchen Gründen auch immer etwas knapp wird mit dem Abfliegen vor 23 Uhr, dann heißt es „nichts wie weg“, notfalls auch ohne Koffer. So erging es 256 Passagieren der Condor auf dem Weg in die Dom.Rep. Also liebe Fluggäste, wenn Sie schon so spät fliegen, dann etwas mehr ins Handgepäck packen.

Dabei ist das grundsätzliche Schicksal der Condor ungewisser als die Zukunft des Nachtflugverbotes in Frankfurt. Die gute alte Condor hatte schon immer etwas Pech, entweder mit eventuellen Partnern (siehe BBB vom 14.7.2008 „Condor: die Braut, die keiner traut“) oder mit ihrer Muttergesellschaft Thomas Cook. Schon vor zwei Jahren suchten die Bissigen Bemerkungen verzweifelt „jemand“ der sich künftig um Thomas Cook kümmern würde (siehe BBB vom 7.9.2009 „Eltern gesucht“).
Und so wird neuerdings zum xten mal jemand gesucht, der die inzwischen 56-jährige Condor in eine sichere Zukunft führen könnte. Und da die Fantasie der Presse irgendwie auch begrenzt ist, fällt dann sofort der Name Hans Rudolf Wöhrl (so zuletzt in der Börsen-Zeitung). Würde gerade noch fehlen in Zusammenarbeit mit Achim Hunold.

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Der Letzte macht das Licht aus, nicht so bei Ryanair

„Der Letzte macht das Licht aus“, so hieß 2007 eine Tragikomödie von Clemens Schönborn. Als „liebenswerte Loser“ beschrieb er damals die Figuren in seinem Fernsehspiel.

Zumindest als Loser dürften sich auch die Passagiere in einer Ryanair-Maschine auf dem Weg vom marrokanischen Fez nach dem „in der Nähe von Paris“ liegenden Flughafen Beauvais gefühlt haben. Als das Flugzeug mit dreistündiger Verspätung landete, verkündete die Crew die Überraschung „wir sind soeben in Lüttich gelandet“. Abgesehen davon, dass grundsätzlich niemand freiwillig nach Lüttich will (sagen zumindest jene die das einstige belgische Kohlezentrum kennen), hat selbst Ryanair wohl Schwierigkeiten bei fast 400 Km Entfernung noch von „in der Nähe von Paris“ zu sprechen. So sahen es auch die Passagiere. Wahrscheinlich hatten sie im französischen Fernsehen Berichte über Gorleben gesehen und probierten mal aus, wie ein Sitzstreik im Flugzeug funktionieren könnte. Zumal selbst die engen Sitze der Ryanair noch bequemer sind als eine Sitzblockade auf Schienen.

Aber eine Ryanair Crew ist im Unterschied zu deutschen Polizisten vollkommen humorlos. Da wird nicht lange debattiert und weggetragen wird da auch niemand. Sie formulierten schlichtweg das Thema „Der Letzte macht das Licht aus“ um in „Der Erste der von Bord geht macht das Licht aus“. Eine ganz neue Theorie über das Verhalten eines Kapitäns und seiner Crew. Da wohl alle Angestellten bei Ryanair analog zu ihrem Boss O`Leary eine Toilettenphobie haben, machten sie nicht nur das Licht aus, sondern schlossen auch die Toiletten ab. Und Tschüss, „ich bin mal weg“ liebe Paxe.

Da saßen nun die Ryanair-Fluggast-Loser im Dunkeln und bei verschlossenen Toiletten. Überraschenderweise, so wird zumindest berichtet, ließ die Crew beim Verlassen des Flugzeugs die Cockpit-Tür offen. Angeblich hätten die Passagiere „diese Chance“ nicht genutzt.

Wer nun denkt die Bissigen Bemerkungen würden sich jetzt darüber richtig aufregen, den müssen wir leider enttäuschen. Unser Kommentar dazu: Liebe Passagiere, das geschieht euch recht. In „Die Welt“ vom 18.11. fand sich unter der Überschrift „Wer wird denn gleich in die Luft gehen…“ eine bemerkenswerte Zusammenfassung von Erlebnissen auf Flugzeugen von Ryanair und Easyjet. Wer danach immer noch, wegen ein paar Euros weniger, diese Airlines bucht, dem können wir nur zurufen: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber“.
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Haben Sie, liebe Leser und Leserinnen, gelesen: am Freitag, dem 19.11. war Welt-Toiletten-Tag. Leider haben wir nicht darauf geachtet auf welchem Bahnhof an diesem Tag „unser Freund“ Peter Ramsauer war. Sachdienliche Hinweise werden von der Redaktion gerne entgegengenommen. (Um diesen Gag zu verstehen sollte man die BBBs vom 10.10. und 18.10. gelesen haben.)
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es u.a. um das Thema Modernes Tourismusmarketing (also etwas ernsthafter als von uns vor einer Woche abgelästert). In den akustischen Bissigen Bemerkungen geht es vor allem um den ominösen Kofferalarm in Namibia und mit ganz eigenen Theorien dazu.

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Wenn Unvermögen zur Routine wird …

Man weiß schon fast nicht mehr, worüber man sich am meisten aufregen soll.
So schnell häufen sich unverständliche Meldungen über fehlerhafte Regierungsarbeit, dass man irgendwann fast resigniert. So betrachtet, steckt wahrscheinlich doch Methode dahinter.

Beispiel Luftverkehrssteuer!
Die Erhebung einer neuen Steuer durch eine Regierung, die vorher Steuersenkung versprochen hat, ist ein eklatanter Wortbruch (siehe BBB vom 19.7.2010 „Luftverkehrsabgabe – ein weiterer Wortbruch der Regierung“).
Sie beschädigt die wirtschaftliche Entwicklung, die in den Bla-Bla-Reden hoch gepriesen wird (siehe BBB vom 14. 6.2010 „Wenn der schärfste Gegner einer Branche „Bundesregierung“ heißt“).
Sie ist auch kein echter Sparbeschluss, denn die Regierung spart nicht, sondern im Gegenteil, sie erhebt eine neue zusätzliche Steuer. .
Diese Steuer ist auch keine „ökologische Steuer“, wie zuerst beschönigend bezeichnet, denn sie gibt keinerlei Anreize sich ökologisch zu verhalten um Steuer zu sparen.
Einige Staatsrechtler haben auf Ansatzpunkte aufmerksam gemacht, dass das geplante Gesetz einer juristischen Überprüfung nicht standhalten wird, weil…
– es gegen die Steuergerechtigkeit verstößt, kürzere Flüge proportional höher zu belasten, als längere Flüge. Abgesehen davon, gibt es nach der veröffentlichten Tabelle Ziele bei den 8-Euro-Flügen, die länger sind als manche Ziele bei den 25-Euro-Zielen (siehe Kanarische Inseln).
– eine Privilegierung des Frachtverkehrs gegen eine systemgerechte Steuer verstößt. Außerdem ist die Ausnahme von Frachtflügen nach EU-Recht eine verbotene Beihilfe.

Aber das kümmert die Regierung alles nicht. Im Gegenteil! Bei der Durchführung des Gesetzesvorhabens übertrifft das dilettantische Vorgehen die bisher gezeigte Ignoranz juristischer Fakten. Das Kabinett beschließt doch tatsächlich, dass die Erhebung der Steuer auf Flügen nach Buchungsdatum 1.9.2010 beginnen soll (für Flüge nach dem 1.1.2011), obwohl zu diesem Datum kein rechtsgültiges Gesetz beschlossen ist. Damit bringt sie die Fluggesellschaften in ein nicht auflösbares Dilemma. Entweder die Fluggesellschaften erheben die Steuer ab 1.9., wie es Lufthansa plant, dann fehlt die gesetzliche Grundlage. Dieses Vorgehen wird wohl einer Klage nicht standhalten. Oder die Airlines stellen die Erhebung der Steuer zurück, wie es Air Berlin und Condor angekündigt haben, dann erscheint zumindest fraglich ob die Steuer nachträglich kassiert werden kann. Der DRV kann nach eigenem Rundschreiben, hierzu keine gesicherte Empfehlung geben.

Überraschenderweise verhalten sich die Airlines, gemessen an diesem Unsinn, noch erstaunlich zurückhaltend. Eigentlich müsste Lufthansa-Chef Mayrhuber schon längst im Finanzministerium den Schreibtisch von Schäuble umgeworfen haben (und sicherheitshalber auch noch den Schreibtisch von Ramsauer und Brüderle dazu).
Aber die Rettung in dieser Sache könnte ausgerechnet von Ryanair kommen. Verwirrender Gedanke, aber realistisch. Ryanair hat nach bewährter Methode „angedroht“ sich aus ihren „Spezial-Flughäfen“ in Deutschland zurückzuziehen. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, schon einmal erfolgreich wegen des Flughafens Hahn von Ryanair erpresst, hat schon reagiert und will gegen die Flugsteuer klagen. Die Erfolgsaussicht dieser Klage dürfte ziemlich hoch sein.
Aber es kann doch nicht sein, dass die Gerichte ununterbrochen die Arbeit der Regierung korrigieren müssen.

Ach ja, wie erwartet, ist die Brennelementesteuer nicht im Kabinettsbeschluss enthalten (siehe BBB vom 23.8.2010 „Der Unterschied zwischen Energiebranche und Reisebranche“).

Viele BBB-Leser und Leserinnen haben in dieser Woche geschrieben, dass sie eine scharfe Stellungnahme der BBBs zur „Empörung der Regierenden“ über Thilo Sarrazin erwarten. Das heben wir uns für die nächste Ausgabe der BBBs auf.
Dabei haben wir noch soviel auf der Warteliste: Umbau Ballermann, wird TUI russisch oder rein touristisch oder sogar beides, und noch einiges mehr.

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Natürlich geht es neben vielen anderen Themen in den akustischen Bissigen Bemerkungen auch um die Luftverkehrssteuer.
Bei diesem Thema gibt es soviel zu beißen, dass die schriftlichen BBBs nicht reichen. Man muss seinem Ärger auch mal verbal freien Lauf lassen.

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Wer möchte einen eigenen Flughafen haben?

Nicht jede Nachricht, die man so während des Sommerlochs liest, darf man ernst nehmen. Früher war es das Ungeheuer von Loch Ness, das regelmäßig in den Sommermonaten die Zeitungsspalten füllte. Dann entdeckten die parlamentarischen Hinterbänkler die Chance im Sommerloch mit manchem Quatsch in die Medien zu kommen, wie beispielsweise „die Deutschen sollen weniger ins Ausland reisen“ oder sogar „überhaupt weniger Urlaub“ machen. Wer jetzt die Supermeldung über die Eröffnung eines „internationalen Flughafens in der Nähe von Magdeburg“ in die gleiche Schublade gesteckt haben sollte, hätte zwar einerseits intelligentes kritisches Denken bewiesen, aber andererseits gewaltig unterschätzt für welchen Unsinn Politiker bereit sind Geld auszugeben.

Magdeburg-Cochstedt so nennt sich der Flughafen, der sich (Zitat) „national und international etablieren will“. Die Pressemeldung der Betreibergesellschaft Airport Development A/S beweist auch die entsprechende Fachkunde. So sollen „ab Oktober von Cochstedt aus mehrmals wöchentlich Flugziele in Richtung Süden abheben und zunächst sollen drei Urlaubsorte angeflogen werden“. ???
Na, ja, die Urlaubssaison ist zwar schon so gut wie zu Ende, aber vielleicht hat man in der Gegend von Cochstedt eine ganz eigene zeitliche Präferenz in Urlaub zu gehen.
Fragt man bescheiden nach, wohin die Flüge gehen sollen, erhält man die lustige Antwort, die „genauen Flugziele würden in Kürze bekannt gegeben“. Ist auch nicht so schlimm. Es sind ja noch ein paar Tage Zeit bis dahin und ein gewisser Überraschungseffekt kann marketingmäßig nicht schaden. Vorschlag der BBBs: Keine Ziele bekannt geben, sondern die Passagiere erst nach Abheben des Flugzeuges damit überraschen.

2011 sollen dann „mehrere europäische und internationale Ziele“ hinzukommen. Leider konnten die BBBs in der Kürze der Zeit den konkreten Unterschied zwischen europäischen und internationalen Zielen nicht herausfinden.

Eines könnte man aber sofort feststellen, wie viel Geld die bisherigen Bemühungen gekostet haben, einen Flughafen zu eröffnen, den urlaubsmäßig garantiert niemand braucht. Eine Pleite gab es schon in 2000, angeblich sollen bis dahin 60 Mio. Euro versenkt worden sein. Im Zweifel waren es eher deutlich mehr.

Das erinnert an einen anderen in der Nähe liegenden „Weltflughafen“: Leipzig-Altenburg. Wie hatte der Landrat des Landkreises Altenburg-Land in 2009 so putzig formuliert: „Ich wünsche mir für meinen Flughafen Altenburg viele internationale Investoren. Ich denke, dass ein Airport Made in Germany, der eine mittelfristig gute Geldanlage sein wird, international auf Interesse stoßen wird“. Und da wurden auch schnell 650.000 Euro Marketingzuschuss locker gemacht, damit Ryanair von dort aus ein wenig umherfliegen kann. Mit diesem Geld könnten alle Passagiere per Taxi zu einem richtigen Flughafen anreisen.
Und die Problematik eines „Großflughafens“ wurde vor kurzem deutlich, als einer der seltenen Anflüge umgeleitet werden musste, weil kein Fluglotse im Tower war. Schuld: „Unklare Dienstplanung“. Bei diesem Riesenbetrieb kann man schon mal die Übersicht verlieren.

Dabei müsste man nur bei den seit Jahren kämpfenden kleineren Flughäfen in
Deutschland (z.B. Memmingen) mal anrufen, um sich ein klein wenig Fachkenntnisse über die Beschäftigungsproblematik dieser Mini-Flughäfen zu beschaffen.
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Die Bissigen Bemerkungen haben zwar eine erfreulich große Leserschar, jedenfalls mehr Leser als o.g. Flughafen Passagiere, aber noch viel Potenzial im Vergleich mit den ganz großen Blogs dieser Republik. So wurden die BBBs der vorletzten Woche („offener Brief an die BILD-Zeitung“) zwar schon zu Wochenbeginn gut nachgefragt, aber als ein Leser freundlicherweise diese Bissigen Bemerkungen in den BILD-Blog einstellte, ging es richtig rund. Innerhalb von zwei Tagen wurden 160.000 Klicks registriert, über 10.000 Leser waren tatsächlich auf den Seiten der Bissigen Bemerkungen und schauten sich insgesamt 35.000 Seiten „Bissiges“ an. Für eine solche Marketinghilfe sei hier Danke gesagt.

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Wie immer sei noch auf das Reiseradio (www.reiseradio.org) verwiesen. Nach den Interviews letzter Woche zur Flusskreuzfahrt geht es diesmal zur Hochsee mit allerlei Nachrichten rund um die AIDA.

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Dumm, dümmer, Flughafen München – und was uns demnächst passieren kann

Eigentlich wollten die Bissigen Bemerkungen vorerst nicht mehr über das Thema „Sicherheit an Flughäfen“ schreiben, aber das unglaubliche Versagen am Münchner Flughafen kann nicht unkommentiert bleiben. Es passt einfach so schön bestätigend zu unseren Bissigen Bemerkungen vom 4.1.2010 („2010 – ein Jubeljahr für Nacktscanner-Fetischisten?“).
Da löst der Laptop eines Passagiers Alarm aus, Die Sicherheitsleute bemerken es, leider mit einer Reaktionszeit, die auf übermäßigen Genuss von Valium schließen lässt. Der Passagier jedenfalls hatte inzwischen Jacke und Mantel vom Band genommen, seinen Laptop abgewischt (!) und war verschwunden. Wie immer im Nachhinein großes Super-Action. Aber niemand konnte sagen wo der Passagier abgeblieben war.
Die aktuelle Informations-Nummer die nun die Verantwortlichen „abziehen“ ist noch peinlicher. „Alles kein Problem“, war nur ein doppelter Fehlalarm: erstens war im Laptop kein Sprengstoff und zweitens sei der Passagier nicht geflüchtet, die Auswertung der Videobilder zeigen, dass er nochmals durch die Sicherheitskontrolle ging. Entschuldigung, seid Ihr total bescheuert? Das soll mich beruhigen? Da wird ein Mann intensiv am Flughafen gesucht und der läuft seelenruhig ein zweites Mal an den Sicherheitsleuten zur Kontrolle vorbei. Das ist Wahnsinn pur.
Wer sagt mir, dass der Mann nicht doch ein Terrorist war, der nur einmal austesten wollte, wie pennerhaft die Sicherheitsleute am Flughafen München arbeiten.

Ich stelle mir gerade vor, es gäbe in München schon die Nacktscanner. Und da zeigt das Computerbild einen Mann mit einem Sprengstoffgürtel. Wahrscheinlich würde der Beamte sofort seine Kumpels rufen „Hey kommt mal her, da könnt ihr mal einen Sprengstoffgürtel sehen“. Der nächste kommentiert „Ah, ist ja richtig interessant“, ein weiterer fängt an aufzuzählen wie viel Sprengstoff dran ist. Und wenn sich die allgemeine Begeisterung über diesen wertvollen Fund, der nur durch den Nacktscanner aufgedeckt werden konnte, gelegt hat, ist der Passagier schon längst verschwunden.

Mir macht jetzt schon Kummer, was passieren wird, nachdem unsere amerikanischen Sicherheitsfetischisten die Münchner Story gelesen haben. Das gibt garantiert eine neue Sicherheitsanweisung an die Europäer. Wahrscheinlich muss man künftig vor der Sicherheitskontrolle seinen Pass abgeben, den man erst zurückbekommt, wenn alle Bilder, Tests und Hundeschnauzen ausgewertet sind. Ganz großes Kino jedenfalls.

Aber schon zeichnet sich am Horizont die nächste Sicherheitsstufe nach Nacktscanner und Nacktfliegen ab. Japanische Forscher haben Goldfische ohne Hautpigmentierung gezüchtet. Die jetzt lichtdurchlässigen Schuppen geben die Sicht auf sämtliche Organe frei. Im nächsten Jahr will diese Forschergruppe auch transparente Frösche „zur Marktreife bringen“ (Originaltext). Da haben wir es doch. Irgendwann in nicht zu ferner Zukunft dürfen nur noch genmanipulierte transparente Fluggäste fliegen. Da kann man auch nichts mehr im Körper verstecken. Und die Zeit für Handgepäck in der Kabine ist ohnehin schon bald abgelaufen. Das wurde jetzt auch erstmals aus Kreisen der Reiseindustrie gefordert. Nein, nicht von Ryanair, sondern von Vural Öger von Öger-Tours.

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Dabei hätte es noch so viel in dieser Woche zu berichten gegeben. Zum Beispiel die Absage von Ryanair für Flüge am 20.Januar nach Dublin. Das Deutsch auf deren Homepage, hatte das Format chinesischer Gebrauchsanweisungen in Deutsch vor 20 Jahren. Auf jeden Fall Kabarett reif.
Und, und, und, vielleicht in der nächsten Woche.

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Analysten und andere Falschspieler

Die Bissigen Bemerkungen leisten sich den Luxus Sympathie und Antipathie ohne Zurückhaltung zu zeigen. Vor allem letzteres. Das kann nicht nur den einen oder anderen Manager betreffen (siehe BBB vom 7.6.2009), das können auch Unternehmen sein, die immer an der Grenze des Erlaubten arbeiten (allerdings zu oft auf der anderen Seite) wie Ryanair (siehe u. a. BBB vom 26.4.09, 2.3.09, 18.1.09). Künftig wollen sich die BBBs hin und wieder auch einzelnen Berufsgruppen (Pauschalierungsgefahr gerne in Kauf nehmend) zuwenden. Begonnen werden soll heute mit dem Buchstaben A wie Analyst.

Analysten werden immer mehr zu Totengräber der Wirtschaft. Wobei dies eigentlich eine Beleidigung für den ehrenwerten Stand der Totengräber ist, denn diese bringen ihre Kunden ja vorher nicht persönlich um. Besser ist eigentlich der Vergleich mit Spielerberatern unserer Bundesligafußballer. Hier geht es auch darum, irgendjemand jemanden anzudrehen, primär zum wirtschaftlichen Vorteil des Spielerberaters. Wobei hier wiederum die Vereine klagen, dass die Spielerberater immer mehr zu Totengräber des Fußballs würden. Irgendwie scheint sich der Kreis zu schließen.

Beide, Analysten und Spielerberater, hassen eines ganz besonders, das ist „Status quo“. Davon können beide nicht leben. Kaufen und Verkaufen, das ist ihr Leben, ohne Verkauf gibt es keinen Kauf bzw. umgekehrt. Also muss das Geschäft angekurbelt werden und Objektivität ist hierbei hinderlich. Bei beiden Berufsgruppen. Oder glaubt der geneigte Leser, dass ein Fußball-Spielerberater sich in besonderer Weise dem idealen Verhältnis Spieler/Verein verpflichtet fühlt? Wenn ja, dann bitte nicht weiterlesen, sondern weiterträumen.

Mag sich der unabhängige Leser auch immer ein bisschen besonders freuen, wenn es gegen Bayern München (um im Fußball zu bleiben) oder gegen TUI (in der Touristik) geht, so soll im Folgenden doch der neueste „Geniestreich“ der Analysten der Deutschen Bank gebrandmarkt werden. Mit einer Zielvorgabe von 1,90 Euro für die TUI wurde ja nicht nur TUI geschädigt. Durch den folgenden Kurssturz war es auch ein direkter Griff in den Geldbeutel vieler (ohnehin gebeutelter) TUI-Aktionäre.
Naive Landsleute würden vermuten, bevor eine so gravierende Bewertung die Bank verlässt, rechnet einer nochmals nach. Denkste (oder doch? Das wäre ja noch schlimmer). Jedenfalls musste sich der Deutsche Bank-Analyst direkt danach (als der Schaden bereits eingetreten war) korrigieren. Sein „Rechenfehler“ war ungefähr der Art, wie wenn früher ein Buchhalter Soll und Haben verwechselt hätte. Jetzt könnte die Geschichte hier mit allgemeiner Schadenfreude zu Ende gehen. Aber warum nicht? Weil Analysten eben Analysten sind. Flugs wurden nachträglich die Berechnungsparameter gegenüber der ersten Berechnung geändert (ohne jede glaubhafte Begründung), damit die Korrektur des Fehlers optisch minder schwer ausfiel.
Fazit: Zur Rechenschwäche kommt dann auch noch Charakterschwäche hinzu.

Das erinnert fatal an die Kursfestsetzung von 0,00 Euro für die Air Berlin-Aktie durch die Dresdner Bank im Juli 2008 (siehe u.a. Spiegel online vom 25.7.08). Allein die Festsetzung auf „0“ war eine unglaubliche provokante Frechheit. Und es wurde nie glaubhaft widerlegt, dass exakt dieses Bankhaus eine Menge Geld an dieser „Empfehlung“ verdient hätte.

Erinnern Sie sich noch an den Scherz zu Beginn der Bankenkrise, „man möge
doch nächste Weihnachten einen armen Investment-Banker zum Weihnachtsessen“ einladen. Hiermit verwirkt! Die würden mir noch im Ofen meinen Weihnachtstruthahn zu einem gewöhnlichen Hasenbraten abwerten.

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„Dümmer geht´s nimmer“ und andere Superlative

1. Ryanair hat in einem Online Preisausschreiben um Vorschläge für neue Abzock-Gebühren gebeten. Hatte man dies als einen der üblichen Ryanair-Gags ohne tieferen Inhalt gleich wieder vergessen, wurde man von der hohen Teilnehmerzahl eines Besseren belehrt. Angeblich haben fast 100.000 Kunden Vorschläge eingeschickt:
Merke: Dümmer geht´s nimmer, nur „die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“.
Die meisten Kälber, pardon Mitspieler, haben sich für eine „Fat-Tax“ entschieden. Ryanair prüft nun, wie eine solche Gebühr für Übergewichtige umgesetzt werden soll. Ein Wiegen der Gäste wird nicht möglich sein, denn demnächst soll es bekanntlich keine Ryanair-Abfertigungsschalter an den Flughäfen mehr geben. Wahrscheinlich muss man bei Ryanair über das Internet ein „No-Fat-Zertifikat“ erwerben, gegen Entgelt natürlich, ansonsten wird automatisch die Fat-Tax berechnet. Ein Gewichtsnachweis beim Zertifikat ist nicht erforderlich, wer bezahlt, hat automatisch kein Übergewicht.

2. Der Wirtschaftsforscher (?) Max Otte warnt vor Massenarmut und explodierenden Sozialausgaben. Sein Vorschlag zur Lösung des Problems: Urlaubsverbot für Deutsche im Ausland (Hatten wir das nicht schon einmal in Teilen Deutschlands?).
Merke: Unverschämter geht´s nimmer. Bei solchen ausgesprochenen Dumm-Gurus wie Otte hilft nur noch Flucht weit weg. Oder, als Alternative, wir schicken Otte weit weg, zusammen mit Prof. Sinn, siehe BBB vom 27.10.2008 „Mit und ohne Sinn“.
Schmerzhafter wäre allerdings, wenn das Zitat in Welt online von Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes und Chef der Schweriner Staatskanzlei, stimmen sollte. „Die Branche (welche? die Red.) hofft, dass die Bundesbürger in der Krise auf Fernreisen verzichten und ihren Urlaub vermehrt im eigenen Land verbringen“. Lieber Herr Meyer, der Weg zu mehr Urlaub in Deutschland führt nur über noch mehr „Service und Qualität“ und nicht über Aufspringen auf so populistische Forderungen wie jene von Otte. Sonst kommt demnächst noch ein „Oberschlauer“ und fordert als nächste Stufe „Generelles Urlaubsverbot“ um Deutschland zu retten. Was sagt dann Herr Meyer?

3. In 2012 jährt sich die verhängnisvolle Fahrt der Titanic zum hundertsten Mal. Der britische Veranstalter Miles Morgan Travel bietet nun auf der „The Balmoral“ eine Memorial Fahrt an. Es soll die identische Route mit exakt 1.309 Passagieren an Bord (wie damals) gefahren werden. Essen und Unterhaltungsprogramm an Bord sollen auf die Zeit vor 100 Jahren abgestellt sein. Am 15 April, nachts um 2.20 Uhr, soll die damalige Unglücksstelle erreicht werden.
Merke: Pietätloser geht`s nimmer. Man mag an dieser Stelle nicht spekulieren welche Events an und außerhalb des Schiffes wahrscheinlich geboten werden.
Und alle an Bord werden sehr entspannt sein, denn aufgrund der Klimakatastrophe muss man ja nicht mehr mit einem Eisberg an dieser Stelle rechnen.

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In eigener Sache:
Nächste Woche fallen ausnahmsweise die Bissigen Bemerkungen aus. Am 11. Mai erscheinen sie dann wieder mit neuem Biss.

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