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Zweimal außergewöhnlich: Germanwings im Sado-Maso-Fieber und Condor im Retro Look

Der Ausflug in das Sado-Maso-Milieu ist für Germanwings gründlich daneben gegangen. Anlass der Peinlichkeit ist ein Clip, den das Kölner Unternehmen auf seinem Youtube-Kanal hochgeladen hatte. Da bettelt ein Geschäftsmann auf Knien vor einer Domina „um Hiebe“, weil er Business-Class bei einer anderen Airline gebucht hat (könnte dem Text nach z.B. bei der Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa gewesen sein!!! Auch nett, sich über Buchungen bei der Muttergesellschaft lustig zu machen). Aber die (optisch eher magersüchtige) Domina betreibt Arbeitsverweigerung, denn „wer falsch bucht, ist schon gestraft genug“. Abgesehen davon, dass die „Dame“ hier irrt, denn oft sind jene gestraft, die „zu billig buchen“, ging der Spot im Social Web für Germanwings mächtig in die falsche Richtung.

„Wie blöd ist das denn“ oder „Mega peinlich und zum Fremdschämen“ und so ähnlich weiter lauteten die Kommentare der Facebook Fans. Und das will etwas heißen, denn den Facebook-Fans ist von Haus aus wenig peinlich. Eher im Gegenteil.

Und jetzt weiß auch Germanwings, was man von einer Domina erwarten muss: Kräftige Hiebe als Strafe! Lange hat dies Germanwings nicht ausgehalten. Wenige Tage später wurde der Spot (mit fadenscheiniger Begründung) wieder aus dem Netz genommen.
Merke: Wer zur Domina geht, sollte sich vorher überlegen, ob er die „Hiebe“ auch aushalten kann.

Anderes Thema, anderer Stil.
Trotz Kostendruck, wirtschaftlichem Gegenwind und Trouble bei der Muttergesellschaft Thomas Cook, hat sich Condor etwas geleistet, das die Bissigen Bemerkungen nie für möglich gehalten hätten. Der Condor Airbus A 320, D-AICA, wurde sonderlackiert im Retro-Outfit der 1960er Jahre (Typ Vickers Viking). Sieht echt klasse aus (mit der alten „Condor-Büroklammer“ am Heck).
Bei der Taufe dieses Flugzeuges auf den Namen „Hans“ (ganz in der Tradition der früheren Condor Jumbo-Jets „Fritz“ und „Max“) gab es auch die Premiere für einen großformatigen Bildband „Condor – Ferienflieger mit Tradition“ von Karl-Peter Ritter (A 320 Flugkapitän bei Condor). In diesem Buch wird in lobenswertem Stil nicht nur die Geschichte der Condor dargestellt, sondern das ganze auch prima in die jeweilige Zeit gesetzt. Aber fast noch faszinierender sind die außergewöhnlichen 400 teilweise doppelseitigen Flugzeug-Fotos aus fünf Jahrzehnten. Man muss kein Condorianer sein, um diese Bilder zu lieben. Sie sind eine Freude für jeden Flugzeug-Fan. Das Buch ist erschienen im ursa minor Verlag (www.ursa-minor-Verlag.de) zum Preis von 49,95 Euro.

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Aufregung wegen Calmund und fluege.de

Die Reisebürobranche ärgert sich über die Werbung von Calli Calmund für das Billigportal fluege.de. Geschenkt!
Erstens wird der Wert von Testimonials in der Werbung stark überschätzt. Das gilt insbesondere, wenn dieselbe Person für zu viele Produkte Werbung macht, wie z.B. Günther Jauch oder früher Verona Pooth und Franz Beckenbauer. Da erzielen selbst Meister Propper, die lila Kuh oder Herr Kaiser von der Versicherung bessere Werte in der relevanten Zielgruppe. Ähnlich negative Eindrücke entstehen, wenn das Testimonial und das beworbene Produkt nicht zusammenpassen. Beide Punkte treffen z.B. auf Karl Lagerfeld zu. Lt. mafo.de ist nur für 6 von 503 Befragten der Auftritt von Karl Lagerfeld für Sky glaubhaft.

Womit wir direkt zu Reiner „Calli“ Calmund kommen. Sein Auftritt als „der Freeclimber“ für Katjes ist wohl selbst mit Ironie nicht schön zu reden. Ebenso sein Auftritt für fluege.de. Wer nur deshalb zu fluege.de wechselt, dem ist wahrscheinlich auch sonst nicht zu helfen. Ich würde auf keinen Fall zu einem Anbieter wechseln, für den Calmund Flug-Werbung macht. Allein der Gedanke, auf einem Flug dann eventuell neben ihm sitzen zu müssen, löst bei mir sofort Platzangst aus. Aber, die heftige Diskussion über diese Werbung hat bei Callmund offensichtlich Wirkung gezeigt. Wie ist sonst der offene Brief auf seiner Homepage an „einige user und Reisebürovertreter“ zu verstehen (Tagebuch Eintrag 23.4.). Auch hier ist seine Ausdrucksweise so rührend einfach, dass selbst der typische RTL-Zuschauer seine Freude haben kann. Und nur in diesem Marktsegment wird er auch punkten können.

Liebe Reisebürovertreter (um sich in der Sprache von Calmund auszudrücken), die halbe Aufregung reicht auch. Irgendwann wird auch Calmund von der Bildfläche verschwunden sein. Spätestens dann, wenn mal die Hintergründe seines Abschiedes von Bayer Leverkusen in die Öffentlichkeit gezerrt werden sollten.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es um ein höchst interessantes Interview mit dem Journalisten Klaus Bötig, der von einer griechischen Staatsanwältin wegen eines leicht satirischen Artikels über griechische Mentalität „abgeurteilt“ werden soll. Außerdem wird passend zu Ostern über den Veranstalter Biblische Reisen berichtet.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen steht entsprechend zu oben die „griechische Ehre“ zur Diskussion und das allseits beliebte Thema Flugzeitenänderung.

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