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Wie ist das nun mit der Reisebüropolitik bei TUI?

Beide sind angetreten mit dem Versprechen lässiger im Umgang zu werden und unnötige Bürokratie abzubauen. Aber ihr (un-)nötiges Scharmützel zum Thema Reisebüropolitik lässt vermuten, dass das Versprechen nur ein Versprecher war. Die Rede ist vom brandneuen TUI AG Chef Friedrich Joussen und vom fast neuen TUI Deutschland Chef Christian Clemens.
Da erklärt Joussen in gefühlten „tollen“ 50 Interviews vor der Übernahme des Vorstandsvorsitzes bei TUI AG u.a. wie er sich die künftige Reisebüropolitik der TUI vorstellt. Im Prinzip wie die Shop-Politik bei Vodafone. Die eigene Marke verkündet an der Eingangstür, dass nur die eigene Marke im Verkaufsladen angeboten wird. Darüber lässt sich sicherlich diskutieren.
Dummerweise hat er das offensichtlich ausgerechnet nicht mit dem Chef von TUI Deutschland, Clemens, vorher diskutiert. Und so muss nun Clemens, kurz nach dem er das TUI Online-Geschäft zur Chefsache gemacht hat, eine Lanze für den stationären Reisebürovertrieb brechen.
Jetzt sind die Büros der beiden nur wenige hundert Meter voneinander entfernt und es ist anzunehmen, dass beide Büros auch über Telefonanschluss verfügen (vielleicht einmal Telekom und einmal Vodafone?). Aber wie „tauscht man sich aus“?
Über die Medien!!! Großartig, so haben wir alle etwas von diesem Meinungsaustausch.

Bei dieser Gelegenheit sollte man auch mal wieder „unsere BILD“ loben. Sie ist in ihrer Meinung fast so elastisch wie unsere Kanzlerin. Kurz vor der TUI Hauptversammlung war einmal Dr. Frenzel „Gewinner des Tages“ der alles richtig gemacht hat und dann war auch Herr Joussen „Gewinner des Tages“, der künftig alles besser macht. Vielleicht war die Reihenfolge auch umgekehrt, was spielt das bei dieser „inhaltlichen Aussage“ auch für eine Rolle.

Die Hauptversammlung selbst war zumindest bei den ersten Rednern, den „professionellen“ Aktionärsvertretern, nur ein müdes Gequatsche um des Gequatsches wegen. Rhetorisch teilweise schwach, ohne Tiefe in den Argumenten, nur an der Oberfläche leicht kratzend, machte sich schnell Langeweile im Saal breit. Deshalb glaubte der DSW-Vertreter die Stimmung mit der Bemerkung „die Hauptversammlung der TUI sei ein Gefangenenlager“ aufmischen zu müssen. Immerhin, ein Gefangenenlager mit ganz ordentlichem Essen und den vielen kleinen Give aways, über die sich der TUI Kleinaktionär so sehr freut, dass er diese immer gerne als Ersatz für die ausgefallene Dividende hektisch (ein Hauch von Krabbeltisch) entgegennimmt. Auch die Erhöhung der Aufsichtsrats-Tantieme in einer Größenordnung, dass man damit locker das Essen für alle bezahlen könnte, wurde von den Aktionärsvertretern nur dezent bemängelt. Komischer Verein, diese hauptamtlichen Aktionäre.

Halt, da war noch die „unvergleichliche“ Catarina Steeg aus dem „Club räuberische Aktionäre und Berufskläger“ (Zitat Süddeutsche Zeitung). Letztmals im Jahre 2008 in Aktion (siehe BBBs vom 12.5.2008, „Lieben Sie großes Kino, möglichst mit Überlänge? Dann hätten Sie die TUI-Hauptversammlung besuchen sollen.“) zeigte sie sich wieder in ihrer Paraderolle als Musterbeispiel für echt schlechtes Benehmen.
Dieses Aushalten zu müssen war die gerechte Strafe für die Sitzungsleitung.
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Die nächsten BBBs müssen sich unbedingt mit der „Touristen-Abschreckungspolitik“ von Mallorca beschäftigen. Darüber freut sich jedermann in der Türkei.

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