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Das Osterhasengeschäft wird immer unkalkulierbarer

Das Osterhasenleben hat sich auch verkompliziert. Der Berliner Osterhase meldet z.B. große Auslastungsprobleme. Da hat der Flughafen BER 1,1 Mrd. „neue Eier“ angefordert, die schnellstens geliefert werden sollten. Das schafft auch ein Osterhase mit jahrelanger Erfahrung nicht allein. Also hat er jede Menge Subunternehmer angeheuert, in der Regel noch sehr junge Hasen, wegen Mindestlohn und so. Und was passiert. Nichts. Lieferung fällt aus, meint im Moment der Aufsichtsrat. Na ja, die Halbwertzeit solcher Äußerungen kennen wir ja. Aber im Moment ist nichts zu tun, so stehen die Hilfshasen ganz schön dumm rum. Zumal gleichzeitig sich in Berlin offensichtlich auch die Anlieferung arabischer Eier (aus Abu Dhabi) für Air Berlin verzögert. Das wäre sicherlich eine kleinere Stückzahl als beim BER gewesen, aber ein paar Milliönchen Eier sind da auch schnell zusammen.

Ganz anders sieht es beim Osterhasen-Kollegen weiter westlich aus. Der holt sich echt blutige Hinterläufe, weil er andauernd zwischen Düsseldorf (Vodafone) und Hannover (TUI) hin und her flitzen muss. In Hannover fällt außerdem die sonst übliche normale österliche Anlieferung von neuen Telekom-Verträgen fast aus. Sie ahnen schon warum.

In Köln musste ein eigentlich fertig gestelltes Osternest noch schnell vor dem Fest umbesetzt werden: Fiebig raus und Hartmann rein.

Ganz schlecht sieht es in Leipzig aus. Die Stadt hatte der touristische Osterhase überhaupt nicht mehr in der Anlieferungsliste, weil er dachte bis Ostern 2014 sei das „Nest“ schon vom Staatsanwalt leergeräumt worden. So kann man sich täuschen. Na ja, der dicke Calmund wird trotzdem kein gefülltes Ei abbekommen.

In Bayern ist der Osterhase schon im nachösterlichen Betrieb, nachdem er sehr rechtzeitig eine sehr große Doppellieferung ägyptischer Eier an die entsprechenden Adressen gebracht hatte. Aus Langeweile hat er dann am Samstag „den“ Bayern noch drei Eier ins Nest gelegt. Aber besser jetzt in der Fastenzeit, als später während der Champions League-Zeit.

Letzte Meldung: Der Osterhase gibt bekannt, dass an Lufthansa dieses Jahr keine mit Alkohol gefüllten Eier angeliefert werden. Die aktuelle Muppet-Kampagne der Lufthansa lässt darauf schließen, dass in der Marketingabteilung noch zu viele Alkoholeier vom letzten Jahr übrig waren, die offensichtlich in den letzten Tagen schnell vertilgt wurden. Aber was sind schon Miss Piggys Glotz-Augen gegen einen zärtlichen Hasenblick. Deshalb sympathisierte der Osterhase sehr mit dem Pilotenstreik, weil dadurch der Erstflug von Piggy verschoben werden musste. Jungs, Ihr habt noch ein paar Ostereier gut (für die Pilotinnen gilt das natürlich auch). .

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Weihnachtlicher Wunschzettel

Die Vorweihnachtszeit ist auch die Zeit der weihnachtlichen Wunschzettel. Da sind unsere Tourismus-Manager nicht ausgenommen. Einer soll es mit seinem Wunschzettel so sehr übertrieben haben, dass er Zoff mit dem Weihnachtsmann bekommen habe: Manny Fontenla-Novoa, Oberboss von Thomas Cook. Zuerst wünschte er sich einige Firmen in Russland, dann auch noch einige Firmen in China. Dann wünschte er sich REWE, danach sollte es Öger sein, oder sonst eine schnucklige Firma in Deutschland oder in Europa oder sonst wo. „Stopp“, soll da der Weihnachtsmann gerufen haben, „überlege Dir mal was Du wirklich willst, sonst überstrapazierst Du meine Nerven“. Angeblich soll der Weihnachtsmann noch gegrummelt haben „der Typ ist gerade selbst einem Notverkauf entronnen und haut jetzt so auf die Pauke“.

Wünsche bleiben in dieser Brache ja nicht geheim. Kaum hatte Manny seine Wunschliste hinausposaunt, kamen auch schon die Absagen en masse angeflattert: REWE: „Nicht mit uns“, Öger „auf keinen Fall, ein Lebedew-Erlebnis reicht mir“. Selbst FTI, die gar nichts auf Mannys Wunschliste standen, sagte vorsorglich mal ab. Allein Verhuven soll sauer gewesen sein, weil er nicht gewünscht war.

REWE und Thomas Cook sind ohnehin eine besondere Story. Denn vor längerer Zeit wollte (angeblich) Rewe schon Thomas Cook kaufen, jetzt will Thomas Cook Rewe kaufen. Wäre das nicht eine echte Weihnachtsstory wenn die beiden, wie auch immer über Strohfirmen oder so, sich gleichzeitig gegenseitig kaufen würden? Das Management-Liebesgeflüster unter dem Weihnachtsbaum „Ich habe mich Dir geschenkt und Du hast Dich mir geschenkt“, das hätte doch was. Nur kann man sich Liebesgeflüster zwischen Fiebig und Fontenla-Novoa nicht so richtig vorstellen.

Und dann ist da noch das Geschenk Aldiana. Na ja, ob das ein Geschenk ist, wollen wir dahingestellt lassen. Aldiana künftig mehrheitlich bei REWE? Und der neue REWE-Chef heißt Sören Hartmann, ex-Boss von Robinson. Das kann er sich nicht gewünscht haben.

Die TUI ist diese Weihnachten etwas bescheidener. So eine kleine süße Reisebüro-Kette wie Reiseland, das wäre ihr großer Wunsch. Ja, man ist bescheiden geworden bei TUI. Man will sich schließlich keinen Malus vom Weihnachtsmann einhandeln, wegen nicht erfüllbarer Wünsche. Allerdings soll TUI-Chef Frenzel an den Rand des Wunschzettels geschrieben haben: „Lieber Weihnachtsmann, danke für die vielen Großaktionäre, die du mir jedes Jahr, trotz miesem Aktienkurs, aufs Neue schenkst. Ich wünsche mir diesmal keinen zusätzlichen Aktionär, ich möchte nur einen umtauschen. Dieser Wikinger geht mir auf den Geist. Tausche ihn bitte um. In meiner Bescheidenheit wäre ich als Ersatz auch mit Kleinaktionären zufrieden, muss kein neuer Großaktionär sein“.

Manche Wunschzettel rufen beim Weihnachtsmann auch großes Gelächter hervor. So schrieb der Landrat des Landkreises Altenburg-Land, dort liegt der Flughafen Altenburg, einen besonders lustigen Text auf seinen Wunschzettel. Übrigens, falls Sie liebe BBB-Leserinnen und Leser diesen Flughafen nicht kennen sollten, ist das keine Schande, geht vielen so. Also, besagter Landrat schrieb auf seinen Wunschzettel (kein Scherz, leider): „Ich wünsche mir für meinen Flughafen Altenburg viele internationale Investoren. Ich denke, dass ein Airport Made in Germany, der eine mittelfristig gute Geldanlage sein wird, international auf Interesse stoßen wird“. Nachdem der Weihnachtsmann wieder zu lachen aufgehört hatte schrieb er zurück: „Landrat und Flughafen, die so bescheuert sind, einer irischen Fluggesellschaft 670.000 Euro Marketingzuschuss zu zahlen, nur damit diese ein bisschen von Altenburg nach Alicante fliegt, haben bei mir keine Wünsche frei. Lest mal nach was ein Kasseler Stadtverordneter zu diesem Thema gesagt hat“.
Da haben die BBBs doch gleich mal gegoogelt. Dieser Stadtverordneter sagte, bei einer ähnlichen Diskussion über den Flughafen Kassel Calden: „Ein Flughafen an jeder Mülltonne ist nicht nur ökologischer, sondern vor allem ökonomischer Unfug“. „Es kann ja auch mal einer von den Linken recht haben“, meinte dazu der Weihnachtsmann.

Übrigens ist ein Wunsch schon in Erfüllung gegangen. Der neue Berliner Großflughafen soll „Willy-Brandt-Airport“ heißen. Ratet mal, wer sich das gewünscht hat.

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