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Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steige ab!

Kennen Sie, liebe BBB-Fans, diese alte Indianerweisheit? Logisch eigentlich. Aber die hessische Landesregierung hat eine andere Weisheit. Bei ihr heißt es: „Wenn du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, dann wechsle den Reiter“. Politiker denken eben so. Nur keinen Fehler zugeben.

Es geht um den „Weltflughafen“ Kassel-Calden. Am 8.4.2013 schrieben die BBBs anlässlich der Eröffnungsfeier (lustigerweise landete das „Eröffnungsflugzeug“ um 11.11 Uhr. Kein Scherz) „diesen Flughafen braucht man ungefähr so sehr wie starke Bauchschmerzen. Bauchschmerzen müssen höchstens die Politiker haben, denn dieses Millionengrab wird ihnen noch lange im Magen liegen“. Es kam wie es kommen musste, dieser Flughafen bekommt keinen (Flieger) hoch.

Was macht die hessische Landesregierung (was haben Bouffier und Schäfer tolle Eröffnungsreden gehalten)? Statt Minister Schäfer und die anderen „fast vorsätzlichen“ Geldverschwender nach Hause zu schicken, lösen sie per sofort den Vertrag mit der amtierenden Flughafenchefin auf (die einzige Unschuldige an der Misere) und wollen einen neuen Reiter auf das „tote Pferd“ setzen.
Mensch Leute, tot ist tot, da ändert auch ein neuer Reiter nichts.

Es sei denn, sie bekommen „Gott persönlich“ als neuen Flughafenchef. Beim Thema Gott fällt den BBBs ein: Könnte nicht Hartmut Mehdorn den Flughafen Kassel als Nebenjob managen? Er hat doch vor Kurzem per BILD am Sonntag erklärt, er hätte in Berlin jetzt alles im Griff. Dann würde auch die ironische BBB-Überschrift vom 8.4.2013 über den Flughafen Kassel („Ein Flughafen der pünktlich eröffnet und keinen Fluglärm verursacht“) einen neuen Sinn bekommen, siehe CO2-Kompensation in der Fliegerei. Für jeden durchgeführten Flug kann man eine Kompensation kaufen und dafür wird irgendwo in der Welt ein Baum gepflanzt. So könnte z.B. Mehdorn dann den sehr umstrittenen Fluglärm vom BER mit dem Nicht-Fluglärm von Kassel aufrechnen (kompensieren).
Menschenskind, dass man denen auch immer alles vorsagen muss.

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Lustige Flughafengeschichten

Die Nonchalance von Klaus Wowereit im Umgang mit Problemen ist schon legendär. Letzte Woche hat er wieder „einen Spruch rausgehauen“. Zitat: „Mit der Eröffnung des BER haben wir keinen Zeitdruck“. Alles kein Problem. Da liegen nur ein paar Milliarden nutzlos rum, aber was soll´s. Sich nur keinen Kopf machen. Allerdings zeigte der nächste Satz, dass Wowereit, entgegen „bösen Unterstellungen“ doch lernfähig ist. Zitat: „Die Erfahrung habe gezeigt, dass eine definitive Terminverkündung mit hohen Risiken verbunden sei“. Recht hat er! Das klang vor einem Jahr noch ganz anders. Bei der Einweihung des BFS-Towers am BER im April 2012 antwortete Wowereit auf die Frage „woher er die Sicherheit nehme, dass der Flughafen BER pünktlich eröffnet werde?“ leicht arrogant „weil wir das so beschlossen haben“.

Andererseits was nützt eine pünktliche Eröffnung, wenn dann keiner fliegt. Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, am Dienstag, dem 29.10., schon eine Terminverpflichtung? Wenn nein, dann besuchen Sie doch den Flughafen Kassel-Calden. An diesem Tag findet der letzte Linienflug vom Airport Kassel statt. Das wäre doch ein nettes Erlebnis, denn danach ist Schluss mit Linie. Der nächste Linienflug wird wahrscheinlich erst wieder im April 2014 stattfinden. Und touristische Charterflüge sind ohnehin im winterlichen Tiefschlaf.

Die Krönung der „lustigen“ Flughafengeschichten hat jedoch der nordsächsische Landrat Michael Czupalla beigesteuert. Er forderte eine dritte Startbahn für den Flughafen Leipzig/Halle. Über diesen Unsinn mussten die BBBs am meisten lachen. Wie reagierte der Flughafen Leipzig selbst auf den sehnlichen Wunsch des Landrats? Zitieren wir den Flughafen-Sprecher. Wobei man dazu sagen sollte, dass Flughafen-Sprecher eigentlich generell sehr zurückhaltende Formulierer sind. In diesem Fall quollen die Worte jedoch ungebremst aus ihm heraus: „Eine dritte Landebahn ist Quatsch“. Höflicher formuliert sollte das heißen: Wir haben noch jede Menge freie Kapazität.
Wahrscheinlich dachte der Landrat, wenn sich BER und Kassel ungenutzte Start-/Landebahnen leisten, dann möchte ich dies in Leipzig auch haben. Gleiches Recht für alle.

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Weihnachtlicher Wunschzettel

Die Vorweihnachtszeit ist auch die Zeit der weihnachtlichen Wunschzettel. Da sind unsere Tourismus-Manager nicht ausgenommen. Einer soll es mit seinem Wunschzettel so sehr übertrieben haben, dass er Zoff mit dem Weihnachtsmann bekommen habe: Manny Fontenla-Novoa, Oberboss von Thomas Cook. Zuerst wünschte er sich einige Firmen in Russland, dann auch noch einige Firmen in China. Dann wünschte er sich REWE, danach sollte es Öger sein, oder sonst eine schnucklige Firma in Deutschland oder in Europa oder sonst wo. „Stopp“, soll da der Weihnachtsmann gerufen haben, „überlege Dir mal was Du wirklich willst, sonst überstrapazierst Du meine Nerven“. Angeblich soll der Weihnachtsmann noch gegrummelt haben „der Typ ist gerade selbst einem Notverkauf entronnen und haut jetzt so auf die Pauke“.

Wünsche bleiben in dieser Brache ja nicht geheim. Kaum hatte Manny seine Wunschliste hinausposaunt, kamen auch schon die Absagen en masse angeflattert: REWE: „Nicht mit uns“, Öger „auf keinen Fall, ein Lebedew-Erlebnis reicht mir“. Selbst FTI, die gar nichts auf Mannys Wunschliste standen, sagte vorsorglich mal ab. Allein Verhuven soll sauer gewesen sein, weil er nicht gewünscht war.

REWE und Thomas Cook sind ohnehin eine besondere Story. Denn vor längerer Zeit wollte (angeblich) Rewe schon Thomas Cook kaufen, jetzt will Thomas Cook Rewe kaufen. Wäre das nicht eine echte Weihnachtsstory wenn die beiden, wie auch immer über Strohfirmen oder so, sich gleichzeitig gegenseitig kaufen würden? Das Management-Liebesgeflüster unter dem Weihnachtsbaum „Ich habe mich Dir geschenkt und Du hast Dich mir geschenkt“, das hätte doch was. Nur kann man sich Liebesgeflüster zwischen Fiebig und Fontenla-Novoa nicht so richtig vorstellen.

Und dann ist da noch das Geschenk Aldiana. Na ja, ob das ein Geschenk ist, wollen wir dahingestellt lassen. Aldiana künftig mehrheitlich bei REWE? Und der neue REWE-Chef heißt Sören Hartmann, ex-Boss von Robinson. Das kann er sich nicht gewünscht haben.

Die TUI ist diese Weihnachten etwas bescheidener. So eine kleine süße Reisebüro-Kette wie Reiseland, das wäre ihr großer Wunsch. Ja, man ist bescheiden geworden bei TUI. Man will sich schließlich keinen Malus vom Weihnachtsmann einhandeln, wegen nicht erfüllbarer Wünsche. Allerdings soll TUI-Chef Frenzel an den Rand des Wunschzettels geschrieben haben: „Lieber Weihnachtsmann, danke für die vielen Großaktionäre, die du mir jedes Jahr, trotz miesem Aktienkurs, aufs Neue schenkst. Ich wünsche mir diesmal keinen zusätzlichen Aktionär, ich möchte nur einen umtauschen. Dieser Wikinger geht mir auf den Geist. Tausche ihn bitte um. In meiner Bescheidenheit wäre ich als Ersatz auch mit Kleinaktionären zufrieden, muss kein neuer Großaktionär sein“.

Manche Wunschzettel rufen beim Weihnachtsmann auch großes Gelächter hervor. So schrieb der Landrat des Landkreises Altenburg-Land, dort liegt der Flughafen Altenburg, einen besonders lustigen Text auf seinen Wunschzettel. Übrigens, falls Sie liebe BBB-Leserinnen und Leser diesen Flughafen nicht kennen sollten, ist das keine Schande, geht vielen so. Also, besagter Landrat schrieb auf seinen Wunschzettel (kein Scherz, leider): „Ich wünsche mir für meinen Flughafen Altenburg viele internationale Investoren. Ich denke, dass ein Airport Made in Germany, der eine mittelfristig gute Geldanlage sein wird, international auf Interesse stoßen wird“. Nachdem der Weihnachtsmann wieder zu lachen aufgehört hatte schrieb er zurück: „Landrat und Flughafen, die so bescheuert sind, einer irischen Fluggesellschaft 670.000 Euro Marketingzuschuss zu zahlen, nur damit diese ein bisschen von Altenburg nach Alicante fliegt, haben bei mir keine Wünsche frei. Lest mal nach was ein Kasseler Stadtverordneter zu diesem Thema gesagt hat“.
Da haben die BBBs doch gleich mal gegoogelt. Dieser Stadtverordneter sagte, bei einer ähnlichen Diskussion über den Flughafen Kassel Calden: „Ein Flughafen an jeder Mülltonne ist nicht nur ökologischer, sondern vor allem ökonomischer Unfug“. „Es kann ja auch mal einer von den Linken recht haben“, meinte dazu der Weihnachtsmann.

Übrigens ist ein Wunsch schon in Erfüllung gegangen. Der neue Berliner Großflughafen soll „Willy-Brandt-Airport“ heißen. Ratet mal, wer sich das gewünscht hat.

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